08. Oktober 2017

Sonntagsheld (32) – Violent Action

von Till-Lucas Wessels / 18 Kommentare

Zum Sonntag diesmal: Ein Infostand, ein Müllbeutel und rohe Gewalt. Und dann?

Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

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  • Und dann ist es einfach passiert. Jeder wußte, daß es irgendwann soweit sein wird, jetzt sind die Weimarer Verhältnisse, von denen man so lange schon mit vorgehaltener Hand tuschelte, da.

    Letzte Woche noch schrieb ich großmäulig und siegessicher über den Jägermeister Gauland, heute muß ich die Scherben aufsammeln, die nach der gewalttätigen Eskalation am 6. Oktober zurückgeblieben sind.

    Dabei hätte es so ein friedlicher Tag werden können: Unterstützt von einigen Aktivisten aus dem Rest der Bundesrepublik wollte der Hallenser Ableger der Identitären Bewegung am vergangenen Freitag einen Info-Stand am Rande der feierlichen Immatrikulationsfeier der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg abhalten.

    Zeitgleich war ein Großbanner mit der Aufschrift "Wir bringen Farbe auf den Campus" an dem durch nächtliche Antifabesuche inzwischen ein wenig aufgehübschten Zentrum in der Adam-Kuckhoff-Straße gehißt worden, vom Dach knatterten am Morgen zwei Lambdafahnen in den Nachwehen von Xavier, die Nacht war kurz gewesen, die Stimmung aber war gut.

    Schon beim Abmarsch vom Haus warfen die saalschlachtähnlichen Ereignisse der nächsten Stunden ihre dunklen Schatten voraus: Offensichtlich übernächtigt und umnachtet hatte sich eine kleine Gruppe tapferer Antifa-Kröten eingefunden, um uns bereits vor der Ankunft am Campus das Angebot eines morgendlichen Stelldicheins zu unterbreiten.

    Da man sich aber auf der Gegenseite über die Intensität dieser Begegnung ein wenig uneins war, blieb – als die Herren und Damen Wachtmeister bereits dazwischentraten – nur ein Exemplar übrig, welches allerdings um so allergischer auf das Einschreiten der Ordnungsmacht reagierte und sich mit dem Gesicht alsbald erst auf der Windschutzscheibe eines parkenden VWs und anschließend im Rinnstein wiederfand. 

    Der weitere Weg zum Campus verlief gänzlich ereignislos, von der tobenden roten Meute, die uns gegenüber ihrerseits einen Stand eingerichtet hatte, trennte uns ein Streifen Bürgersteig von der Breite des Landwehrkanals, aber bisher war eigentlich auch nur nur der linke SDS da, der sonst Aktionen wie "Saufen gegen den Leistungsdruck" veranstaltet und dementsprechend auch diesmal um Punkt 9 das erste Pils köpfte, bevor er begann per Transparent zur "Weltrevolution" (Zitat, kein Witz) aufzurufen.

    Nach und nach gesellten sich einige Kampfgenossen dazu, wir hatten inzwischen unseren Stand aufgebaut und brachten die ersten Flyer und Erstsemester-Beutel an den Mann. Das paßte der Gegenseite offenbar garnicht und so bildete sich am Campuseingang ein Korridor von Linken, die jeden, der es wagte auch nur ein Flugblatt von uns anzunehmen, umgehend einkesselten und die verwirrten Studenten solange bedrängten, bis sie um der lieben Ruhe Willen nachgaben und um einige Schrecksekunden reicher und einen (übrigens ungemein schicken) IB-Beutel ärmer weiter auf den Campus flüchteten.

    Das so ergaunerte Material wurde mit dem feisten Lächeln eines Klassensprechers, der gerade ein Bienchen ins Muttiheft geklebt bekommen hatte, anschließend in einen hochwertigen Premium-Müllsack verfrachtet, den der StuRa eigens für teures Geld vom Geld der Studenten angeschafft hatte.

    Dieser Müllsack sollte es sein, der dem Mythos vom gewaltfreien Aktivismus der Identitären Bewegung ein für alle Mal ein Ende bereiten sollte. Inzwischen hatte es schon erste Ausfallerscheinungen gegeben: In einer sportlichen Einlage bisher ungekannten Ausmaßes hatten die Mitglieder des SDS (dessen attraktivsten Vertreter Lukas Wanke man übrigens in diesem Video bewundern kann) mehreren Studenten hastig nachsetzen müssen, um sie von der Last unserer Taschen zu befreien, da diese es gewagt hatten, den sprichwörtlichen Cordon Sanitaire der antifaschistischen Schreihälse zu umgehen und sich unkontrolliert auf den Campus zu stehlen.

    Till-Lucas Wessels studiert und ist identitärer Aktivist sowie »Minenhund für zukünftig Zumutbares«.

    Kommentare (18)

    Ernst-Fr. Siebert
    08. Oktober 2017 21:38

    "Papa reg Dich nicht auf. Denkst Du wir sind blöd und wissen nicht, was da läuft." sagte sinngemäß eine hallenser Stdentin zu ihrem Vater.

    Markus
    09. Oktober 2017 06:48

    Ich habe an der MLU kurz nach Einführung der Bachelor-Studiengänge Politikwissenschaft studiert und kann berichten, dass es schon vor 10 Jahren im Großen und Ganzen ähnlich war. Auch ein Großteil der Professoren war eher links zu verorten. Daher freue ich mich sehr, dass jetzt eine konservative, junge und moderne Bewegung gerade in Halle Einzug hält.

    Der_Jürgen
    09. Oktober 2017 09:10

    @Dietrich Stahl

    Ich kann nicht behaupten, dqss mich die englischen Ausdrücke besonders nerven, verstehe aber, dass sie anderen Foristen auf den Geist gehen. Vermutlich sind sie darauf zurückzuführen, dass der geschätzte Herr Wessels regelmässig Beiträge der amerikanischen Alt Right liest, die in der Tat oft äusserst informativ sind, schon darum, weil jenseits des Grossen Teichs aufgrund fehlender Maulkorbgesetze weitaus offener debattiert werden kann als hier.

    Elementary, my dear Dietrich!

    Dietrich Stahl
    09. Oktober 2017 10:46

    @ Der_Jürgen

    Um den Schluß Ihrer Antwort aufzugreifen, It´s the language, stupid. Ja, schon, es nervt mich auch, aber der tiefere Grund für meine Frage an Herrn Wessels ist ein anderer: Die besondere Bedeutung der deutschen Sprache für die deutsche Kultur und damit für uns Deutsche. In meinem extra Favoriten-Ordner dafür befinden sich zwölf amerikanische Alt Right Websites, die auch für mich sehr informativ sind. Ich schätze und achte die amerikanische Kultur, wie jede andere. Werter Der_Jürgen, mir ist schon bewusst, was Sie sagen. Jugend/junge Erwachsene-Kultur und Ausdrucksweise spielen sicher auch eine Rolle. Geschichte reimt sich. Ich erinnere mich, daß ich als junger Mann sehr, sehr beratungsresistent war. Vermutlich um einiges mehr als Herr Wessels. Die IB hat aber den Anspruch, Vorbild zu sein [den hatte ich damals nicht im Geringsten]. Ich weiß aus den Beiträgen und Artikeln hier, daß die IB in Halle diszipliniert und hart arbeitet. Sprachdisziplin gehört aber auch dazu. Und mehr als das. Die Software ist mindestens genauso wichtig wie die Hardware [um im Sprachstil der Zeit zu sprechen]. Das Bewusstsein dafür liegt aber in der IB knapp über dem Nullpunkt – großzügig geschätzt.

    Starhemberg
    09. Oktober 2017 11:47

    Dieses beständige provinzielle Hinhacken auf Anglizismen ist kontraproduktiv. Hätten wir nicht zwei Weltkriege verloren, würden die Amis jetzt ständig deutsche Wörter benutzen. Man muss auch mal die Realitäten anerkennen, Englisch ist die uneingeschränkte Weltsprache. Ansonsten habe ich hier viel gelacht, dankeschön.

    Harm Wulf
    09. Oktober 2017 12:08

    Erfrischender Spielbericht, wie immer mit einer gehörigen Prise Humor und Ironie präsentiert. Gefällt ausgesprochen gut..

    Stil-Blüte
    09. Oktober 2017 12:36

    @ Dietrich Stahl

    Ja, auch diesmal wieder, Sie sprechen mir aus dem Herzen. Die Sache der Deutschen muss unbedingt mit ihrer Sprache zu tun haben. Und

    @ Der_Jürgen

    Ihren letzten ironischen Satz hätten Sie sich wahrlich sparen können. Wer nicht versteht, daß die deutsche Sprache kein Nebengleis, sondern 'elementar, grundlegend' ist, der...Ach, was soll's.

    Dem Sonntagshelden Nr. 32 gebührt trotzdem meine Anerkennung. Auch dieser inzwischen etablierten Serie, der ich anfangs kritisch gegenüberstand, ist doch ein Sonntagsheld so was wie ein Sonntagsfahrer, also ein Dilletant, im alten Griechenland privat, also ein Idiot

    Desprecio
    09. Oktober 2017 12:46

    @ "Dietrich Stahl" / 09.Okt.2017, 01:25

    Wie schon des öfteren zum gleichen Anlass an gleicher Stelle:  Vielen herzlichen Dank ! Was ich von der Missachtung, ja sogar Verachtung,  unserer schönen und ausdrucksvollen deutschen Muttersprache gerade in diesem Forum halte, habe Ich an dieser Stelle schon des öfteren zum Ausdruck gebracht. Ich musste feststellen, dass meine Bitten und meine Hoffnung auf Einsicht auf keinen fruchtbaren Boden fallen und auch nicht fallen werden. Mir persönlich fehlt das geringste Verständnis dafür, dass man gerade bei SiN, einem der wichtigsten Sprachrohre der rechten / neurechten Bewegung in der BRD, einer der wenigen Institutionen, in der sich viele der "letzten Deutschen" noch beheimatet fuehlen, glaubt, sich gerade in der Sprache derer verständlich machen zu müssen, die für das groesste Leid in dieser BRD (inklusive der einverleibten ehem. DDR) seit dem Kriegsende verantwortlich sind. Wer sind die Verantwortlichen für die groessten Kriegsschuldluegen, die Umerziehung und all der Folgen, die sich daraus für unser geknechtetes Land seit 1945 bis zum heutigen Zeitpunkt ergeben haben ? Wie man feststellen kann, hat offensichtlich das bis heute anhaltende "Wirtschaftswunder" in dieser USA-Kolonie BRD nicht nur dazu gefuehrt, unsere "Eroberer" zu akzeptieren und zu bewundern, sondern Schritt für Schritt sogar deren Denken und deren Sprache zu uebernehmen. Als Angehöriger der direkten Nachkriegsgeneration habe ich heute noch Bilder meiner zu 80% zerstörten Heimatstadt vor Augen. Erzählungen meiner älteren Angehörigen haben mir schon sehr früh, oft auf drastische Art und Weise, geschildert, wer dafür verantwortlich war. All denen, die meine Argumente leichtfertig abtun werden, sei empfohlen, sich im Bereich entsprechender revisionistischer Literatur einen weitreichenderen Überblick zu verschaffen, als dies der uebliche Nachkriegs-Geschichtsunterricht seit 1945 in BRD-Schulen und -Universitäten möglich gemacht haben dürfte. Wie man ohne Not freiwillig die Sprache seiner Eroberer und Unterdrücker über -nimmt und damit Zug um Zug seine eigene Muttersprache verrät, wird mir auf ewig unerklärlich bleiben. Übrigens: Zu all den Folgen für unser geknechtetes Land,  bereits vor 1945 von den Siegermaechten geplant, zählt nicht zuletzt der zur Zeit laufende Genozid an uns Restdeutschen, dessen Durchführung gerade von der verräterischen Vasallenregierung der BRD organisiert und durchgeführt wird.

    Heinrich Brück
    09. Oktober 2017 15:06

    @ Dietrich Stahl

    Leben wir in einem deutschen System? In Polen gab es die Aktion "Rosenkranz an der Grenze". Wir sind schon zwei Generationen weiter in der Zukunft; was den Polen noch alles blühen kann, sehen sie im Westen. Für den gegenwärtigen Zustand des Westens gibt es keine Frakturschrift, dafür hat die politische Neuinstallation gesorgt. Die Überwindung hat als Kollateralschaden auch den Spaß im Programm. Was Wessels immerhin als Hintergrundmusik und Aktion schafft, deutsch zu bleiben und die deutsche Sprache zu würdigen, ist lobenswert.

    Ralf Kaiser
    09. Oktober 2017 17:15

    Einige Bemerkungen an unsere Sprachhüter, die vielleicht vor der eigenen Türe kehren sollten:

    @ Stil-Blüte

    Dilettant  mit einem L und Doppel-T, nicht umgekehrt.

    @ Desprecio

    Vielleicht entscheiden Sie sich mal, wie Sie die Umlaute schreiben wollen. Mal mit Pünktchen, mal mit E, das nervt mit der Zeit ganz schön.

    deutscheridentitärer
    09. Oktober 2017 18:49

    Es ist ein auf vielen Feldern zu beobachtendes Phänomen, dass diejenigen, die eine besondere Sicherheit in einer Sache pflegen, sich demonstrativ Sachen erlauben, die normalerweise gegenteilig assoziiert sind. So zum Beispiel der Intellektuelle, der sich für den "proletarischen" Fußballsport begeistert, oder der Mann, der sich seiner Maskulinität so sicher ist, dass er diesen Umstand durch das Kultivieren eines weiblichen Zuges untermauern will. In diesem Sinne kann sich der vom Identitätszerfall unberührte deutsche Jugendliche Anglizismen erlauben, die sonst als peinliche Kulturlosigkeit zu interpretieren wären.

    Dietrich Stahl
    09. Oktober 2017 21:02

    Meine dritte Wortmeldung zum aktuellen Sonntagshelden. Warum? Es ist die Sache wert. Bevor ich aber noch einmal auf die Sprachdiskussion eingehe, ein paar Worte zum Umgang miteinander. Leider spiegeln sich im SiN Forum Mechanismen des links-liberalen „Diskurses“ [für mich ein Un-Wort] mit den Rechten. Anstatt zu argumentieren, wird die Diskussion auf die persönliche Ebene gezogen – meist bis hin zu persönlichen Angriffen. Ein gutes [eher wohl schlechtes] Beispiel liefert @ Ralf Kaiser mit seiner Wortmeldung: „Einige Bemerkungen an unsere Sprachhüter, die vielleicht vor der eigenen Türe kehren sollten“ Hinzu kommt erstens der dissonante Ton: „Vielleicht entscheiden Sie sich mal“, zweitens ist kleinliche Fehlersuche kein Ersatz für Argumente [es gibt in Herrn Kaisers Wortmeldung kein einziges]. „Eine Million Fliegen können sich nicht irren“, verzeihen Sie mir bitte den drastischen Einstieg in den zweiten Teil meiner Wortmeldung. Jochen Klepper beschreibt in seinem Roman „Der Vater“ auch den Kampf von Friedrich Wilhelm I gegen die damalige kulturelle Hegemonie des Französischen. Die antike Kultur ist ein anderes Beispiel dafür, daß woanders das Gras grüner wächst. Die Faszination für das Fremde bis hin zur Selbst-Vergessenheit ist wie die Zerrissenheit deutsches Wesensmerkmal. Das wird von den Gegnern des deutschen Volkes für ihre Ziele kaltblütig und systematisch ausgenutzt. Heute sind die Produkte Hellywoods [werter Herr Kaiser, das „e“ ist kein Schreibfehler sondern beabsichtigt] und der okkult/satanischen Bewußtseinsindustrie [Rock/Pop, Mode, bildende Kunst etc.] tägliche Nahrung der meisten Deutschen. Der Wolf frisst auch gerne tonnenweise Kreide, wenn er nur endlich zur finalen Mahlzeit kommt. Rückbesinnung und Fokussierung auf das Eigene sind heute überlebens-notwendig. Insbesondere ist die Wiederentdeckung unseres vielleicht größten Schatzes, der deutschen Sprache, eine der aktuell wichtigsten Aufgaben für die Deutschen, denen ihre Kultur, ihre Heimat und das Wohlergehen des deutschen Volkes am Herzen liegen.

    Desprecio
    09. Oktober 2017 21:12

     @"Ralf Kaiser"/09.10.17, 17:15

    Wenn einem die Argumente fehlen, ............................................... Mit Kritik musste ich in der anglophilen, oft sogar von Anglomanie befallenen BRD-Umwelt rechnen. Ich hatte diese allerdings auf der sachlichen Ebene erwartet. Dies nur zur kurzen Erklärung: Da ich zur Zeit nur über ein Tablet und ein Smartphone verfüge, müssen Sie, wie leider auch ich selbst, noch eine Weile mit meiner mangelhaften Rechtschreibung zurechtkommen. Da beide Geräte nicht über alle Buchstaben bzw. Umlaute oder auch nur über ein scharfes "S" verfügen, fällt die jeweilige Schreibweise beider Geräte, von mir selbst nicht beeinflussbar, recht willkürlich aus. Mir selbst, als überzeugtem Anhänger der Rechtschreibung vor den sog. Rechtschreibreformen,  fehlt ganz besonders das scharfe "S", um z.B. Nebensätze in meinem Sinne korrekt einzuleiten. Solange die Herrscher der Zeilen bei SiN meine Schreibweise akzeptieren, werde ich Sie mit Freude weiter "nerven".

    Klaus D.
    10. Oktober 2017 09:18

    @ Dietrich Stahl

    Ihr kämpferischer Einsatz für die deutsche Sprache gefällt mir, auch ich bemühe mich, englische Begriffe zu vermeiden. Klar, englisch ist Weltsprache, auf Reisen sowieso, und in vielen Unternehmen in D ist englisch sogar offizielle Konzernsprache. Trotzdem - je tiefer ich in historische und politische Zusammenhänge eintauche, desto verhaßter wird mir alles englische! Aber - alles ist vergänglich. Wie wurde denn zur Zeit des Barock in Europa gesprochen? Wer was auf sich hielt sprach französisch. Wie viele französische Wörter und Begriffe sind in die deutsche Sprache übernommen worden, kaum zu zählen. Seien wir noch froh über englisch - welche kommende Weltmacht (und damit ihre Sprache) ist bereits sehr deutlich am Horizont auszumachen - China ...

    Ralf Kaiser
    10. Oktober 2017 10:39

    @ Desprecio

    "Wenn einem die Argumente fehlen, ..."

    Wieso? Was ich kritisieren wollte, habe ich kritisiert. Mit dem Rest habe ich kein Problem. Ich bin nur der Meinung, daß jemand, der solche sprachlichen Standards wie Sie anmahnt, gewisse Anforderungen an sich selbst stellen sollte. Und seltsamerweise hat es mit den Umlauten ja nun ganz gut geklappt. Zur "von Anglomanie befallenen BRD-Umwelt" zähle ich ganz sicher nicht. Im übrigen müssen Sie mich nicht in Anführungszeichen setzen. Es gibt hier auch Leute, die den Mut haben, ihren eigenen Namen zu verwenden.

    Andrenio
    10. Oktober 2017 13:51

    Zur Sache: Hut ab vor den Streitern von Halle (bewuśst kein chapeau)! Seit de Gaulle spätestens gibt es im öffentlichen Raum Frankreichs einen Kampf gegen Anglizismen: Ordinateur statt Computer. Im Radio darf bis heute die Anzahl englisch getexteter Titel einen bestimmten Prozentsatz nicht überschreiten. Man weiß in Frankreich woher der Wind weht. in Litauen geht es noch weiter: Wer in den Medien die litauische Sprache fehlerhaft benutzt, bekommt eine Geldstrafe, zumindest in den Staatssendern. Neulich stand ein Werbebus für Nachwuchs auf unserem Marktplatz: 100% in englisch. Ganz unten, klein gedruckt stand: Arbeitgeberverband der Metallverarbeitenden Industrie.

    Cacatum non est pictum
    10. Oktober 2017 14:01

    Die deutsche Sprache wird an den Anglizismen nicht zugrunde gehen. Auf Dauer werden sich die brauchbarsten englischen Lehnwörter im Sprachschatz etablieren, der Rest wird verschwinden. So ist es auch den französischen Spracheinflüssen des 18. Jahrhunderts ergangen. Von ihnen sind heute nur noch Rudimente vorhanden. Deutsch wird weiterleben - englische Modewörter hin oder her. Mich stört die ausufernde Ersetzung von etablierten deutschen Begriffen durch englische zwar auch; aber das ist eben ein kulturelles Phänomen unserer Gegenwart. Die Deutschen haben sich der US-amerikanischen Kulturindustrie schon recht bereitwillig an den Hals geworfen. Kritik würde ich da eher im eigenen Lager üben, als - in diesem Falle - auf die sogenannte Reeducation zu schielen. Das Bewusstsein und der Kampf für das Eigene sind der Schlüssel zu allem!

    Was der deutschen Sprache meines Erachtens viel größeren Schaden zugefügt hat, war die Rechtschreibreform. Sie hat geradezu zersetzend gewirkt. Heute gibt es kaum noch jemanden, der die Rechtschreibregeln ordentlich beherrscht. Es fängt ja schon mit der Frage an, ob man die herkömmlichen oder die neuen Regeln anwendet. Die meisten Leute vermischen beides, und wer wollte es ihnen bei dieser Unübersichtlichkeit verdenken. Ich habe mich entschlossen, wieder zur alten Rechtschreibung zurückzukehren; allerdings muss ich dafür einige Regeln komplett neu erlernen, die mir als Kind und Jugendlicher schon in Fleisch und Blut übergegangen waren.

    @Dietrich Stahl

    Heute sind die Produkte Hellywoods [werter Herr Kaiser, das „e“ ist kein Schreibfehler sondern beabsichtigt] und der okkult/satanischen Bewußtseinsindustrie [Rock/Pop, Mode, bildende Kunst etc.] tägliche Nahrung der meisten Deutschen. Der Wolf frisst auch gerne tonnenweise Kreide, wenn er nur endlich zur finalen Mahlzeit kommt.

    Danke, dass Sie darauf hinweisen. Ich kann nur jeden ermutigen, sich mit dem Komplex Satanismus/Pädophilie/Transsexualität in den von Ihnen erwähnten Kreisen (und nicht nur in denen!) gründlich zu beschäftigen, denn das hat enorme politische Implikationen. Es ist zwar unappetitlich, aber es öffnet einem kolossal die Augen.

    @Desprecio

    Gehen Sie mit dem amerikanischen Volk nicht ganz so hart ins Gericht. Die britischen (See-)Streitkräfte und als deren Nachfolger die Streitkräfte der Vereinigten Staaten sind als Werkzeuge benutzt worden, um die Eine-Welt-Phantasien der finanzkräftigen Strippenzieher im Hintergrund zu verwirklichen. Die Sowjetunion war ein ebensolches Werkzeug (hier ist Dialektik gefragt). Die Geopolitik der letzten 200 Jahre, insbesondere die des 20. Jahrhunderts, hat allen Völkern nur massiven Schaden zugefügt, auch den Amerikanern. Profititiert haben die Aasgeier im Hintergrund und einige ihrer Marionetten, sonst niemand. Und die freuen sich natürlich darüber, dass man ihre satanischen Winkelzüge einem Staatsvolk zuschreibt und nicht ihnen selber.

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