15. Juni 2018

Susanna Feldman und die Hierarchie der Opfer

Martin Lichtmesz / 30 Kommentare

"Ein Mord, der etwas ändern muß: Die 14-jährige Susanna Feldman wird von einem irakischen Asylbewerber umgebracht. ...

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

... Die Tat steht am Ende einer Kette von amtlichen Versäumnissen, Fehlern und Unterlassungen."

Dieses Zitat stammt von der Titelseite der aktuellen Zeit. Das ist ausgesprochen interessant, wenn man sich an den Fall der 19-jährigen Maria Ladenburger erinnert, die von einem afghanischen Asylbewerber umgebracht wurde, der 2015 als ungleiteter minderjähriger Flüchtling nach Deutschland gelangt war.

Anläßlich dieser Tat vergoß der der ehemalige Bundesrichter Thomas Fischer im Dezember 2016 auf Zeit Online beißenden Hohn über die "besorgten und besorgniserregenden Bürger", die der Ansicht waren, daß es sich hierbei nicht um einen "Mord wie jeder andere" handele.

Wieder wird eine "Wende" diskutiert, gefordert, konstatiert oder angekündigt. Gewerkschaftsvorsitzende geißeln eine "verfehlte Flüchtlingspolitik", ein Generalsekretär fordert die Änderung des Pressekodex, Talkshows, Chefredaktionen, Hintergrundanalysten und Welterklärer sprechen über migrantische Morde, fremde Vergewaltigungen, deutsche Pressefreiheit und die Bedeutung der Wahrheit.

Für Fischer alles nur Gelaber, um primitive rassistische Affekte zu kaschieren:

Der Grund, warum die Beschwerdeführer sich so über alle Maßen aufregen, ist weder Mitgefühl mit der Toten und ihrer Familie noch Interesse an der Genese dieses Falls. Es ist vielmehr ausschließlich und ganz allein der Tatsache geschuldet, daß der Beschuldigte Mitglied einer Minderheit ist, deren Aufenthalt in unserem Land auf Angst, Wut, Haß und Ablehnung stößt.

Dem erteilte der rationale, kenntnisreiche Humanist eine scharfe Absage:

Ich teile diese irrationalen, von kenntnisfreier Angst beflügelten Emotionen nicht. Ich finde sie widerlich. Ich bin nicht verantwortlich für das Wohlbefinden und den Quotencheck des Pöbels, sondern für das kleine bißchen Wahrhaftigkeit, das dieses Medium vermitteln kann. Und aus diesem Grunde sage ich Ihnen, liebe empörte Volksgenossen: Lecken Sie mich am Arsch.

Zwei Jahre später hat sich der Mord an Maria Ladenburger zur grenzenlosen Überraschung aller nüchternen Freunde der Wahrhaftigkeit nicht als der bedauerliche Einzelfall erwiesen, den man um der humanitären Sache willen eben gelegentlich mit mürrischer Indifferenz (Herfried Münkler dixit) in Kauf nehmen muß.

In Ahaus tötete ein Nigerianer im Februar 2017 eine 22-jährige Flüchtlingshelferin, mit der er offenbar eine Affäre hatte. "Der zur Tatzeit 27-Jährige soll (...) die Vorstellung nicht ertragen haben, dass sich die Frau einem anderen Mann zuwenden könnte."

Im Dezember 2017 wurde die 15-jährige Mia in Kandel von ihrem afghanischen "Ex-Freund", der 2016 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling eingereist war, erstochen.

Im März 2018 wurde die 17-jährige Mireille in Flensburg von ihrem afghanischen "Ex-Freund", der 2015 als unbegleiteter minderjähriger Flüchtling eingereist war, erstochen.

Im Juni 2018, nicht lange nach dem Mord an Susanna, wurde in Viersen die 15-jährige Iulia von ihrem "Ex-Freund" erstochen. Diese Geschichte weicht etwas von dem Muster der anderen Fälle ab: der Täter ist ein 17-jähriger Bulgare. "Bulgaren" werden auch als Täter einer Gruppenvergewaltigung genannt, die im April stattfand, allerdings jetzt erst bekannt wurde: Acht Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren fielen über eine 13jährige her und filmten sich bei der Tat. Ich wage an dieser Stelle die Vermutung, daß es sich in diesen Fällen womöglich um Roma mit einem bulgarischen Paß handelt, wie im Falle des Berliner U-Bahn-Treters Svetoslav Stoikov.

Hinzu kommen etliche Fälle von Vergewaltigungen und schweren Übergriffen ohne Todesfolge: Zwei afghanische Asylbewerber vergewaltigen eine 16-jährige in Oberbayern (September 2017), ein Asylbewerber vergewaltigt eine Joggerin im Landkreis Rosenheim (September 2017), vier Asylbewerber aus Gambia vergewaltigen eine 21-jährige im Landkreis Sigmaringen (Mai 2018). In Österreich wurden ein somalischer und ein afghanischer Asylbewerber vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen, weil das 15-jährige Opfer "keinen Widerstand nachweisen" konnte. Weitere, auch ältere Einzelfälle, die ich innerhalb von fünf Minuten ergugelt habe, gibt es hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Aus der deutschen Kriminalstatistik (für das Land Brandenburg):

"2017 wurden insgesamt 16.313 nichtdeutsche TV in der PKS erfasst. Das sind 906 bzw. 5,9 % mehr als im Vorjahr. Der Anteil der nichtdeutschen TV an allen ermittelten TV betrug im Berichtsjahr 24,5 %." (...) "Im Vorjahr lag dieser Anteil noch bei 23,0 %." Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung etwa stieg der Anteil noch nicht lange hier Lebender um 11,6 Prozent. Anno 2016 waren übrigens insgesamt 15.407 nichtdeutsche Tatverdächtige ermittelt worden, 21,1 Prozent mehr als 2015. Bemerkenswert war damals der hohe Anstieg nichtdeutscher Tatverdächtiger bei Körperverletzungen: 2.305 gegenüber 1.277 im Vorjahr (hier, S. 58).

Die Welt berichtete am 24. 4. 2018:

Die Fälle von Mord und Totschlag oder Vergewaltigungen und sexuellen Übergriffen haben messbar zugenommen. So wurden beispielsweise 2014 insgesamt 180.955 Gewalttaten registriert, voriges Jahr waren es 188.946. (...) Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger bei Straftaten insgesamt und gerade auch bei Gewaltdelikten ist unverhältnismäßig hoch. Bei Mord, Totschlag und Tötung auf Verlangen liegt die Zahl ausländischer Verdächtiger (1140) nicht mehr weit unter der Zahl der Deutschen (1558), obwohl den zehn Millionen Menschen in Deutschland ohne deutschen Pass rund 70 Millionen Deutsche gegenüberstehen.

Unterdessen können Totschläger "mit dem berühmten existenzveredelnden Hintergrund" (Klonovsky dixit) damit rechnen, daß sie nicht selten mit äußerst milden Strafen davonkommen. Eine Richterin mit anmutig klingendem Doppelnamen und gütig-humanistischem Tantenantlitz (inzwischen von Bernd Zeller malerisch verewigt) verurteilte Ahmed R. (19) zu zwei Jahren Haft auf Bewährung plus Sozialstunden und Anti-Aggressions-Training. Mehr kostet es heute nicht, einen deutschen Familienvater grundlos totzuschlagen, der sich zufällig am falschen Ort aufhält und für einen Obdachlosen oder ähnlich leichte Beute gehalten wird. Die Staatsanwältin hatte auch nur zwei Jahre und acht Monate Haft gefordert.

Die Richterin leitete ihren Urteilsspruch mit einem tiefgründigen Spruch ein: "Der Tod eines Menschen sei endgültig und kein Urteil eines Gerichts könne das ändern."

Die beiden Kinder (9, 13) des Getöteten hatten den Prozess teilweise mitverfolgt. Die Witwe von Thomas K. weinte nach dem milden Urteil bittere Tränen. (...) „Vielleicht gibt es die Erwartung, dass der Täter leiden soll, wie Sie leiden, das steht aber nicht im Fokus des Strafverfahrens“, so die Richterin.

Wer angesichts dieser sozialpädagogisch bemäntelten Monstrosität nicht spontan blanken, glühenden Haß empfindet, muß wohl klinisch tot sein.

Ahmed R. bekam übrigens die gleiche Strafe wie der Arbeitslose, der den Bürgermeister von Altena mit einem Messer gekratzt hatte. Verständlich, denn rechtspopulistische Wut auf höhere Wesen, wie es Politiker sind, darf man nicht einreißen lassen. (Um fair, zu sein, der messerstechende Asylwerber Ahmed A., der in Hamburg "möglichst viele Christen mit heller Hautfarbe töten" - 1 Toter, sechs Verletzte - wollte, kam nicht so glimpflich davon.)

Die Fälle Ladenburger und Feldman (sie hat übrigens "Migrationshintergrund" und ist moldawisch-jüdischer Abstammung) sind die bisher extremsten unter den Attacken auf junge Frauen und Mädchen durch Asylwerber. In beiden Fällen wurde das Opfer vergewaltigt und ermordet. Im Fall von Ladenburger fand die Vergewaltigung statt, nachdem der Täter das Opfer bereits tot glaubte. Weil er aber keine Erektion bekam, penetrierte er die bewußtlose Frau mit der Hand, was ihr schwere innere Verletzungen zufügte. Dann warf er sie in die Dreisam, wo sie ertrank. Ihr Körper wies mehrere Bißwunden auf.

Im Fall Feldman sehen die Details so aus:

Das Mädchen wehrte sich zunächst noch, daraufhin soll sie der Iraker mit einem Ast gewürgt haben. Im Gesicht blutend, folgte sie demnach ihrem Angreifer auf ein Feld, um weiteren Schlägen zu entgehen. Dort sei sie vergewaltigt worden.

Am nächsten Tag habe Susanna gefleht, man möge sie gehen lassen. Doch der bereits Polizeibekannte soll befürchtet haben, dass die 14-Jährige sich der Exekutive oder ihren Eltern anvertraut. Also habe er Susanna von hinten gepackt und gewürgt, bis sie nicht mehr atmete. Am darauffolgenden Tag soll B. zum Tatort zurückgekehrt sein, um die Leiche an einer anderen Stelle abzulegen und mit Zweigen zu bedecken.

Sowohl Marias als auch Susannas Mörder haben ein falsches Alter angegeben, um bei der Einreise Minderjährigenstatus zu erhalten (ebenso der Mörder Mias) . Beide waren schon zuvor strafrechtlich auffällig geworden. Ali Bashar hat vermutlich schon im März eine 11-jährige vergewaltigt. Bashar, dessen Asylbescheid abgelehnt wurde, und der seine Abschiebung über Rechtsmittel monatelang hinauszögern konnte, seilte sich nach der Ermordung Susannas schnurstracks in den Irak ab, in das Land, aus dem er "geflüchtet" war. Inzwischen wurde er mit großen Aufwand nach Deutschland zurückgeholt.

Man muß sich selbst schon enorm in die Tasche lügen, um sich und der Welt vorzumachen, daß es sich hier nur um ein paar statistisch unerhebliche Zerquetschte handelt, daß hier kein Muster erkennbar ist, daß hier kein fatales Problem vorliegt, das mit der Asyl-, Flüchtlings- und Einwanderungspolitik der Regierung zu tun hat.

Hier ist ein Auszug aus dem offenen Brief an Angela Merkel, den Susannas Mutter schrieb, als deren Schicksal noch ungewiß war:

Sehr geehrte Frau Merkel,….. dieser Brief ist ein HILFERUF!!! Ich wende mich mit diesem Hilferuf an Sie, weil ich mich vom deutschen Staat sowie von unserem Freund und Helfer ( Polzei) im Stich gelassen fühle!!! Meine 14 Jährige Tochter Susanna wird seit dem 22.05.2018 vermisst. Seit diesem Tag fehlt von ihr jede Spur….

Warum an Merkel? Warum die Anklage an den deutschen Staat, ehe sie noch wußte, was passiert war?

Die AfD-Fraktion"provozierte" (O-Ton Spiegel) im Bundestag mal wieder aufs Übelste, als Thomas Seitz seine Redezeit nutzte, um eine Schweigeminute für Susanna abzuhalten. Bereits zuvor hatte Leif-Erik Holm auf das "eklatante Versagen der Bundesregierung" verwiesen, "das exemplarisch in diesem Fall zum Vorschein kommt." (Protokoll hier.)

Mehr hat es nicht gebraucht, um die für ihr großes, knuddelweiches Herz bekannte Bundestags-Vizepräsidentin Claudia Roth auf die Palme zu bringen. Man sehe sich unbedingt dieses unbezahlbare, entlarvende Video an. Roth forderte eilig den Abbruch der Schweigeminute. Die von ihren Sitzen erhobene AfD-Fraktion ignorierte sie und schwieg beharrlich weiter. Nun wurde Gemurre aus den anderen Fraktionen laut, Roth forderte Seitz auf, das Redepult zu verlassen und übergab dem SPD-Politiker Carsten Schneider das Wort.

Dieser hub an:

Meine sehr geehrten Damen und Herren! Liebe Kolleginnen und Kollegen! Der Bundestag ist ein Ort der Debatte, aber nicht der politischen Instrumentalisierung von Opfern. Sie sollten sich schämen.
(Beifall bei der SPD, der CDU/CSU, der FDP, der LINKEN und dem BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN – Dr. Alice Weidel [AfD]: Sie sollten sich schämen! Grenzen öffnen! Jeden Tag ein Mord! Fast täglich! Sie haben das alles zu verantworten, was in diesem Land passiert! – Dr. Roland Hartwig [AfD]: Sie haben die Morde zu verantworten!)

Das war natürlich sowohl von Schneider als auch Roth bodenlos geheuchelt, denn "politische Instrumentalisierung von Opfern" geht im Bundestag völlig in Ordnung, wenn es sich um die "richtigen" Opfer handelt. So geschehen am 22. 4. 2015, als dieselbe Claudia Roth im bühnenreifen Tremolo eine Gedenkminute für die Opfer eines Schiffunglücks im Mittelmeer eröffnete (ein schwer überfülltes Schlepperboot war gekentert, etwa 500 Menschen ertranken).

Der Deutsche Bundestag trauert mit den Angehörigen der Opfer, mit ihren Familien, mit ihren Freunden, Freundinnen und allen, die ihnen nahestanden. Wir drücken ihnen unser tief empfundenes Mitgefühl aus.

Warum eigentlich? Weder waren die Opfer deutsche Staatsbürger, noch war Deutschland in irgendeiner Weise für die Katastrophe verantwortlich. Claudia erwähnte das Unglück aber nicht zum Spaß:

Angesichts des großen Leids, das sich beinahe täglich im Mittelmeer ereignet, sind wir – insbesondere wir als verantwortliche Akteure in Politik und Gesellschaft – mehr denn je aufgefordert, alles in unserer Macht Stehende zu tun, damit sich diese tragischen Ereignisse nicht wiederholen. Wir hoffen sehr – das hoffen wir alle –, dass der morgen anstehende Gipfel zur Flüchtlingspolitik Maßnahmen zur Verhinderung derartiger Katastrophen auf den Weg bringen wird.

Das war natürlich keine "politische Instrumentalisierung von Opfern", sondern das ernsthafte und legitime Anprangern eines dringend handlungsbedürftigen Mißstandes, für den die deutsche Regierung aus irgendeinem Grund Verantwortung trage. Der Vorfall wurde im Laufe der Sitzung Gegenstand einer größeren Debatte über die "Flüchtlingskatastrophe im Mittelmeer" (die psychologisch die Grenzöffnung vom September mitvorbereitete).

Zu seiner Ehre sei gesagt, daß Thomas de Maizière, nur wenige Monate vor der Eskalation der "Flüchtlingskrise" mitsamt ihrer Willkommenshysterie, in dieser Angelegenheit deutlich auf die Bremse trat:

Bitte machen wir keine Versprechungen, die wir nicht halten können.
(Zurufe von der LINKEN)
Wir brauchen Emotionen und einen kühlen Verstand. Wir brauchen die Kraft zur Differenzierung für alle diese Gruppen. Es gibt keine einfachen Antworten. Es gibt keine schnellen Lösungen. Es ist richtig, dass sich Europa nicht abschotten darf.
(Ulla Jelpke [DIE LINKE]: Sie tun doch alles dafür!)
Es ist aber genauso richtig, dass Europa nicht jeden aus Afrika aufnehmen kann, der nach Europa möchte.
(Dr. Anton Hofreiter [BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN]: Das ist nicht der Kern der Debatte hier!)
Das übersteigt die Kapazitäten unseres letztlich reichen Europas und gefährdet die Zukunft Afrikas. Beides wollen wir nicht.
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)

Katrin Göring-Eckardt dagegen steigerte sich wie gewohnt zur Hochform:

Diese Menschen aus Syrien, Eritrea, dem Irak, Afghanistan sind auch unsere Toten. Wir kennen noch nicht einmal ihre Namen, und wir haben keine Kerzen für sie angezündet.

Alle Toten sind heute "unsere" Toten, ausgenommen unsere Toten.

Wegen solcher "Provokationen" danke ich dem Herrgott, daß die AfD im Bundestag sitzt und die Rolle der Quälgeister und Erinnyen einnehmen darf. Roth, Schäuble et al. taten so, als ging es ihnen hier um korrekte Abläufe, um die "Würde des Bundestags", um "die Tagesordnung" etc. etc., blablablubb. Es dürfe nicht "auch nur der Anschein einer Instrumentalisierung der Opfer von Verbrechen" entstehen.

Wir aber wissen nur zu gut, daß sie von dieser gerechten "Provokation" bis ins Mark getroffen wurden. Sobald es zur Abwechslung um Tote geht, für die sie wirklich die Verantwortung tragen, und nicht um solche, mit denen sie sich schmücken und andere erpressen können, verstopfen sie sich die Ohren und ihren Anklägern den Mund.

Wie Feroz Khan sagt: Sie sind, wie die Bahnhofsklatscher, die Kirchen, die NGOs, das Parteienkartell, die Journalisten etc., Ali Bashars Komplizen. Und sie wissen es.

„Ein einzelner Abgeordneter darf den Bundestag nicht durch einen eigenmächtigen Aufruf zu einer Schweigeminute für seine Zwecke vereinnahmen“, sagte Schäuble am Donnerstag im Bundestag. Er warnte davor, dass verantwortungsloser Streit zu Hass und einer Eskalation von Gewalt führen könne. „Wir müssen Maß halten, um unser politisches und gesellschaftliches Klima nicht zu vergiften.“

"Maß halten" fordert also derselbe Mann, das für die Aufnahme von Millionen von Schwarzafrikanern plädierte, damit Europa "nicht in Inzucht degeneriere".

Nach dem Mord an Susanna F. begann rasch das übliche Gerangel, wer in dieser Debatte den erhabensten moralischen Standpunkt einnimmt, wer den wahren "moral high ground" für sich beanspruchen darf, der alle Einwände sticht wie ein Joker. Während nun das Establishment aus unserer "rechtspopulistischen" Sicht mal wieder seine ganze verabscheuungswürdige Verlogenheit, Verkommenheit, Minusbeseeltheit und Niedertracht absondert wie einen Giftschleim, ist die Gegenseite nicht minder empört, wie skrupel- und schamlos "die Rechten" das "Opfer mißbrauchen".

Ich sehe die Symmetrie der Vorwürfe, sehe, daß sie genauso entrüstet und zornig auf uns sind, wie wir auf sie. Ich möchte glauben, daß manche von ihnen subjektiv aufrichtig sind, weil ihr moralisches Koordinatensystem anders gelagert ist als unseres, oder weil sie andere Informationen und Erklärungen im Kopf haben.

Aber ich kann ihre Reaktionen beim besten Willen nicht nachvollziehen. Ich kann nicht verstehen, warum sie vor Haß und moralischer Abscheu auf die AfD-Fraktion aus allen Nähten platzen, und nicht auf die Täter, auf Merkel, auf Roth, auf Schäuble. Ich kann nicht verstehen, warum sie nicht imstande sind, glasklare Zusammenhänge zu sehen: Sowas kommt von sowas.

Nun. Ehrlich gesagt denke ich, sie haben nur deshalb so viel Schaum vor dem Mund, weil sie den bohrenden Finger in ihrer Wunde und ihrer moralischen Lebenslüge spüren. Ehrlich gesagt, halte ich die meisten von ihnen wirklich für lupenreine Erzkanaillen, um es freundlich auszudrücken.

Hier ein an Martin Sellner gerichtetes Beispiel:

Hast du Drecksrassist absolut keine Schamgrenze? Opfer für deine rechtsextreme Hasspropaganda missbrauchen? Wird hoffentlich sehr teuer für dich, da die Hinterbliebenen bereits Schritte gegen die Kandel-Demos einleiten, die die Opfer ebenfalls missbrauchen.

Dieser hat völlig richtig bemerkt:

Den Multikultis ist der Tod von #susanna egal. Auch für sie wird es keine Stiftungen und Gedenktafeln geben. Verhindern wir selbst ihren zweiten Tod durch Vergessen. Verbreiten wir 100.000 mobile Gedenktafeln in ganz Deutschland!

Nun aber ganz nüchtern betrachtet: Es geht in einer solchen Debatte letztlich überhaupt nicht darum, wer am wahrhaftigsten und tiefsten betroffen ist, oder wer sich gegenüber den Opfern am pietätvollsten verhält. Es geht vielmehr um die Frage, was die angemessene Reaktion ist, um die Ursachen des strittigen Mißstandes zu beseitigen.

Der Vorwurf der "Instrumentalisierung" zielt vor allem auf die Unterstellung unlauterer Motive, will moralisch diskreditieren. Der Adressat benutze die Opfer lediglich für Demagogie und Propaganda in eigener Sache, wolle daraus ein giftiges Süppchen kochen, verfolge im Hinblick auf die Sache unangemessene Ziele.

Dementsprechend ziehen die getroffenen Hunde, die keinen Zusammenhang zwischen den Taten und der Multikulturalisierungs- und Flüchtlingspolitik sehen wollen, gerade alle rhetorischen und gedankenakrobatischen Register, um die Schlußfolgerungen und Einsichten abzuwehren, die ihnen hochnotpeinlich sind. Ein "Mord als Argument", etwa um die Kanzlerin zu stürzen, sei doch zutiefst fragwürdig, meint etwa Jean-Pierre Ziegler auf Spiegel Online:

Das passiert, wenn man Verbrechen politisiert: Schändlichkeiten werden miteinander verglichen, gegeneinander aufgewogen. Und am Ende steht eine vergiftete Diskussion.

Kommentare wie diese geben sich abgeklärt, sind aber pure Ablenkungsmanöver. Die "Politisierung" an sich ist für diese Leute nie ein Problem. Wir alle wissen, daß diese hehre moralische Pose immer nur dann eingenommen wird, wenn die "falschen" Verbrechen von den "falschen" Leuten "politisiert" werden. Die Lüge ist, daß die Morde an Maria, Mia, Mirielle, Susanna Verbrechen "wie alle anderen" seien, in dem Sinne, daß es sich um "bloße" Kriminalfälle handle, für die es keine politische Verantwortung gäbe. Sie werden in der Regel von denselben Leuten vorgebracht, die diese politische Verantwortung tragen und sich vor ihr drücken wollen.

Wenn man einen Mißstand anprangern und dagegen Widerstand mobilisieren will, ist es selbstverständlich erlaubt, "Propaganda" zu betreiben, um die Öffentlichkeit aufzurütteln. "Instrumentalisieren" tun immer nur die anderen, die auf die Opfer von Mißständen verweisen, die wir nicht sehen wollen und Dinge fordern, die wir für unangemessen halten. Ob diese Propaganda die Grenze des guten Geschmacks überschreitet und zur nackten Manipulation übergeht, wie etwa im Falle Aylan Kurdi, steht wiederum auf einem anderen Blatt.

Die Massenmigration über das Mittelmeer, die tausenden Ertrunkenen und anderweitig Umgekommenen - das ist ein erheblicher Mißstand, der angeprangert werden soll und darf. "Instrumentalisiert" wird er allerdings ab dem Moment, wenn er zur reinen moralischen Erpressung benutzt wird, um uneingeschränkte Masseneinwanderung nach Europa als Lösung aller Probleme zu fordern. Das berühmte, zur Humanitätsikone stilisierte Bild der Kinderleiche am Strand wurde zu keinem anderen Zweck verwendet.

Wie ich in meinen gleichnamigen Büchlein beschrieben haben, existiert im Bereich des Politischen eine "Hierarchie der Opfer". Das gilt wohl für alle politischen Lager.

Die Opfer der sogenannten "Dönermorde" waren für die Politik solange uninteressant, solange man sie im Bereich mafiöser Kriminalität verortete. Erst, als sie einer angeblichen Bande von Rechtsterroristen zugeschrieben wurde, setzten pompöse Staatsrituale ein, die die Opfer in den Rang von Märtyrern der "bunten" Gesellschaft erhoben, und die Täter zum wahren Gesicht des deutschen Normalrassismus erklärten, der nun noch entschiedener bekämpft werden müsse.

Den Opfern des Terroranschlags vom Breitscheidplatz hingegen wurde nur ein Bruchteil dieser Aufmerksamkeit zuteil (was den sog. "NSU" betrifft, so ist das etablierte Narrativ von A-Z faul. Auch Cato hat dazu einen guten Artikel gebracht.)

Als 2015 der eriträische Asylwerber Khaled Idris Bahray erstochen wurde, wurde augenblicklich verkündet, daß die Tat „rassistische“, wahrscheinlich von Pegida inspirierte Motive habe. In Berlin, Potsdam und Leipzig fanden "antifaschistische" Kundgebungen und Mahnwachen für den Ermordeten statt, während in Dresden ein Trauermarsch unter dem Motto „Im Gedenken an Khaled I. – Rasssismus tötet immer wieder“ organisiert wurde. Als sich herausstellte, daß der Mörder ebenfalls ein Asylbewerber war, sank das Interesse und Mitgefühl der engagierten Antirassisten am Schicksal Khaleds rapide.

Umgekehrt sind Mahnwachen für Maria Ladenburger, Mia Valentin und Susanna Feldman von Antifanten, die zu solchen Gelegenheiten so sicher aufkreuzen wie das Amen im Gebet, teilweise gewaltsam gestört worden - im Namen des "bunten Deutschland" (auch ein Gedenken für das muslimische Opfer eines Ehrenmordes wurde von ihnen gestört).

Abschließend also dies: Ja, die Linken und Multikulturalisten haben recht, wenn sie sagen, daß die Taten und Opfer von Asylanten und Migranten unter "Rechten" (oder wen sie dafür halten) und Multikulturalismusgegnern häufig heftigere Emotionen hervorrufen als die Opfer reiner Kriminaltaten. Hinzu kommt, daß kriminelle Asylbewerber und Migranten die ihnen gewährte Gastfreundschaft aufs Gröbste mißbrauchen und verletzen, was ihre Tat noch erschwert und den Zorn auf sie steigert.

Reine Kriminaltaten können ebenfalls erschüttern, erzürnen und erschrecken, aber man steht ihnen hilflos gegenüber, muß ihre Existenz letztlich hinnehmen, will man nicht an ihnen verzweifeln. Die Taten von Asylbewerbern und Migranten verweisen jedoch auf umfassendere, tiefersitzende Probleme, den Gesamtkomplex der Masseneinwanderung, auf das Dasein unserer ganzen Gesellschaft, wie wir sie bisher kannten, und sie sind nicht über uns gekommen wie Naturkatastrophen, sondern sind die Folge benennbarer politischer Entscheidungen.

Die Linken und Multikulturalisten selbst verhalten sich in der emotionalen Gewichtung nicht anders, wenn es um die Opferklassen geht, die ihrer eigenen politischen Agenda nahestehen. Im Gegensatz zu ihnen habe ich aber selten gehört, daß Rechte die Opfer "rechter Gewalt" (die ziemlich selten geworden ist) abfeiern oder rechtfertigen. "Rechte" Gewalttäter zählen wir vielmehr zu den größten und verwerflichsten Feinden unserer Sache.

Es ist allerdings nicht die Authentizität oder Intensität der Emotionen, die zählt, und auch nicht die Lauterkeit der Motive aller, die sich hier engagieren. Entscheidend ist, daß ein objektiv bestehender Mißstand erkannt und behoben wird. Es muß etwas getan werden.

Die Opfer von Ausländer-, Migranten-, Flüchtlings-, Asylwerbergewalt sind objektiv das Resultat staatlichen Versagens, utopistischer Politik und des fahrlässigen Imports von Täter- und Gefährdergruppen im Namen einer "Menschlichkeit", die bereit ist, Leib und Leben der eigenen Staatsbürger aufs Spiel zu setzen. Leib und Leben seiner eigenen Bürger zu schützen, sollte allerdings oberste Priorität eines Staates sein, gemäß des deutschen Amtseides: "Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden..."

Wenn dieselben Politiker, die diesen Eid geschworen haben, die neun angeblichen "NSU"-Morde und die Toten im Mittelmeer als Argument benutzen, um die Multikulturalisierung Deutschlands weiter voranzutreiben und jede Form der Selbstbehauptung zu ersticken, dann ist es legitim, ja notwendig, jedes einzelne Opfer migrantischer Gewalt in die gegenüberliegende Waagschale zu werfen - wobei wohlgemerkt Gewalt und Verbrechen beileibe nicht die einzigen gewichtigen Gegenargumente gegen diese Politik sind (das entscheidende ist das Verbrechen des Bevölkerungsaustausches.)

Wer das Problem mit dem Verweis relativiert, daß doch auch Deutsche diese und jene Verbrechen begangen hätten oder immer wieder begehen würden, baut ein Strohmannargument auf. Niemand behauptet ernsthaft, daß es unter Deutschen nur edle Menschen gäbe und unter Flüchtlingen und Einwanderern nur Verbrecher, Vergewaltiger oder Terroristen. Es geht nicht um die Ehre oder Unehre bestimmter Gruppen; es geht darum, konkrete Probleme zu erkennen, zu lösen, Entscheidungen zu treffen, damit es nicht noch mehr Opfer gibt.

Man kann ganze Kontingente von importierten Problemen und Verbrechen nicht dadurch leugnen, daß man auf ohnehin schon vorhandene hausgemachte Probleme und Verbrechen verweist, als ob dies bewiese, daß es keinen Handlungsbedarf gibt. Wer die Straftatenstatistiken in individuelle Einzelfälle aufdröselt, und aus Angst vor "Diskriminierung" nur mehr Individuen sehen will, wo in Wahrheit ganze Muster, Trends und Tätergruppen deutlich erkennbar sind, der "differenziert" nicht, wie er glaubt, sondern vernebelt die Lage zu einer Nacht, in der alle Katzen grau sind.

Daß man "etwas ändern" muß, daß es bei diesem "Einzelfall" nicht bleiben wird, war den Realisten schon nach dem Mord an Maria Ladenburger klar - in der Tat schon lange vorher. Die dutzenden Toten, Verletzten, Geschändeten seit ihrem gewaltsamen Tod sind Folge einer andauernden feigen, ideologischen Blindheit, die ein Ende haben muß.


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.


Kommentare (30)

Ein gebuertiger Hesse
15. Juni 2018 08:45

"Alle Toten sind heute 'unsere' Toten, ausgenommen unsere Toten."

Der Satz des Jahres (und vieler, vieler anderer Jahre seit - 2015? 1968? 1945?).

Fritz
15. Juni 2018 10:39

Hervorragende Analyse, eigentlich nichts hinzu zu fügen.

Ich denke es macht Sinn, die Multikulturalisten zu der Aussage zu bewegen, dass ein paar dutzend tote und vergewaltigte Deutsche aus ihrer Sicht kein Gewicht haben gegen die Rettung von mehr als einer Million Menschen in Not. So denken sie, aber sie vermeiden, es auzusprechen. Man sollte sie dazu zwingen.

quarz
15. Juni 2018 10:47

"daß es bei diesem "Einzelfall" nicht bleiben wird, war den Realisten schon nach dem Mord an Maria Ladenburger klar - in der Tat schon lange vorher"

Dass es auch in der Hinsicht nicht gutgehen kann, war mir spätestens in dem Moment klar, in dem ich die Bilder von leicht bekleideten jungen Frauen und Mädchen sah, die an Bahnhöfen den massenhaft eintrudelnden verdutzten Testosteronpaketen mit hunderttausendfachem Frauendefizit ekstatisch zujubelten.

nom de guerre
15. Juni 2018 11:19

Besser kann man es nicht auf den Punkt bringen!

marodeur
15. Juni 2018 12:41

Uns wird ja immer vorgeworfen, dass Empörung und Wut nur vorgespielt sind. Für meinen Teil muss ich ehrlich sagen, dass ich immer wieder schockiert bin über das flächendeckende Ausmaß der Einzelfälle und über die bodenlose Brutalität der Täter. Wir diskutieren im Bekanntenkreis häufig, wann und warum wir vor vielen Jahren in die "rechte Ecke abgedriftet" sind. Es gibt verschiedene Theorien. Ich meine mittlerweile, dass es in meinem Fall die pure Angst vor Barbarei war. Ich hatte immer das Gefühl, dass Migranten aus Nahost regellos, unberechenbar und brutal vorgehen - eher wie Tiere. Ein Blick, eine falsche Geste genügten für eine Eskalation. Das schien zumindest während meiner Jugend sonst niemanden groß zu verunsichern und darüber sprechen, durfte man so oder so nicht. Man sah sich halt vor. Die unfassbare Verrohung und Brutalisierung durch Masseneinwanderung trifft daher meine Urängste. Ein Psychoanalytiker würde konsequenterweise fragen, ob die Sorge um Identität, Heimat und Kultur nicht vorgeschobene Argumente sind. Teil der Therapie ist in jedem Fall die Entwicklung einer gewissen Härte. Gleichzeitig kommt die mentale Ausbildung hinzu, um nicht selbst in Barbarei zu verfallen. Die Sezession-Ausgabe zum Thema Gewalt sei jedem ans Herz gelegt.

Wahrheitssucher
15. Juni 2018 13:19

@ nom de guerre

Ihr Satz bringt es auf den Punkt! Herr Lichtmesz, Sie sind ein begnadeter Schreiber!

Sara Tempel
15. Juni 2018 14:30

Für mich ist es geradezu Ekel erregend mit welcher Überheblichkeit etablierte -wie linke- PolitikerInnen, einschließlich Feministinnen und deren Medien, das - von Ihnen, Herr Lichtmesz, treffend dargestellte - Problem leugnen. - Nicht nur die hierfür verantwortliche Politikerrige, sondern auch die in deren Sinne Unrecht verbreitende Justiz, muß eines Tages zur Verantwortung gezogen und angemessen bestraft werden!

MartinHimstedt
15. Juni 2018 14:56

Das Urteil und die Begründung im Falle des getöteten Vaters hört sich an wie aus einem Science-Fiction-/Fantasy-Roman.

Welchem auch nur durchschnittlich gebildeten und durchschnittlich informierten Menschen ist so etwas noch irgendwie zu vermitteln? Und letztlich ist es auch klar rassistisch, nur halt in die andere Richtung: Hätte ich in diesem Alter jene Tat begangen, wäre die Strafe deutlich härter ausgefallen, einfach nur deshalb, weil ich Deutscher bin, gebildet und aus gutem Elternhaus stamme. In letzter Instanz hätte man noch entdeckt, dass ich die Sezession im Abonnement habe und – Schwupps! – Höchststrafe (irgendeinen Migrationshintergrund wird man beim Opfer schon ausmachen können).

Die Begründung der Sozialpädagogen, auf welche sich hier – mutmaßlich – das Urteil stützt, ist einfach nur hanebüchen: Wenn auch nur 1% aller Menschen ohne jegliche Perspektive, Hartz IV Bezieher et. al. töten würden: Deutschland wäre längst im Bürgerkrieg versunken.

Und ja, es gibt eine Hierarchie der Opfer.

Was den NSU betrifft, so sind sich die denkenden Menschen jedweder politischer Couleur eigentlich einig (vgl. Jung & Naiv: Folge 345, wenn ich nicht irre). Was ansonsten gespielt wird, ist lediglich für die uninformierte Masse (also 90% der Gesellschaft).

Brettenbacher
15. Juni 2018 17:55

"Unterdessen können Totschläger .... damit rechnen, daß sie nicht selten mit äußerst milden Strafen davonkommen. Eine Richterin ..... verurteilte Ahmed R. (19) zu zwei Jahren Haft auf Bewährung plus Sozialstunden und Anti-Aggressions-Training. Mehr kostet es heute nicht, einen deutschen Familienvater grundlos totzuschlagen, ......."

Vergleichend lesen wir heute in der Badischen Zeitung S.5:
"Wegen einer tödlichen Attacke nach einem Fußballspiel in Karlsruhe ist ein 22-Jähriger zu neun Jahren Haft verurteilt worden. (.....) der Mann hatte einem 35 Jährigen Besucher nach einem Spiel des Karlsruher SC im November einen Faustschlag ins Gesicht versetzt. Das Opfer, nach dem Fausthieb sofort bewußtlos, schlug hart auf dem Asphalt auf. Zwei Tage später erlag der 35-Jährige im Krankenhaus einem schweren Hirntrauma."

Stresemann
15. Juni 2018 18:02

Claudia Roth scheint mir phänotypisch Diejenige zu sein, die zu keinen echten, an ihre Person und ihre Erfahrungen gebundenen Emotionen mehr fähig ist. Eher von außen induzierte Pseudo-Regungen. Wenn im Blick auf die Einzelfälle Wut, Ekel, Abscheu,... aufbrechen, dann ist das doch positiv. Genau so positiv, einen Weg zu finden, der nicht in die eigene Verrohung führt. Sublimation kann nur dann stattfinden, wenn ich mich der Wirklichkeit, meinem Selbst und meinen Emotionen stelle. Bein den elitesken Politik-Schauspielern solle es noch sublim wirken. Aber es ist, was es ist: Ein Kaperle-Theater.

Andreas Walter
15. Juni 2018 19:07

"Alle Toten sind heute 'unsere' Toten, ausgenommen unsere Toten."

Absolut richtig, Martin, und das sogar schon seit 70 Jahren. Weil Deutsche nur Täter sein dürfen, niemals aber Opfer. Hat mit dem 2. Weltkrieg zu tun, an dem ja Deutschland angeblich allein schuld gewesen sein soll.

Seemann
15. Juni 2018 21:29

Herr Lichtmesz,vielen Dank für diesen großartigen Text. Es kann einem nur noch schaudern vor diesen Leuten. "Alle Toten sind heute 'unsere' Toten, ausgenommen unsere Toten."So ist es lieber Herr Lichtmesz, besser kann man es nicht mehr schreiben. Das Kaplaken Büchlein kann ich absolut empfehlen.

Der_Juergen
15. Juni 2018 21:54

Ein hervorragender Artikel, der alles Wesentliche sagt. Für die linken Heuchler-Horden kann man nur Abscheu und Ekel empfinden.

Sehr wichtig scheint mir auch, dass ein Autor von Sezession endlich das Thema der angeblichen NSU-Morde aufs Tapet bringt. Irrtum vorbehalten, war dies bisher nicht der Fall (während Elsässer den monströsen Schwindel mehrmals zur Sprache brachte; der AFD sei dringend angeraten, es ebenfalls zu tun). Wer sich umfassend über diese Frage informieren will, dem sei das Buch "Das NSU-Phantom" von Kai Voss ans Herz gelegt.

M.L.: Ich habe seit 2011 darüber geschrieben, z.B:
Hier (2011)
Hier (2013)

Noch ein Irrtum, den ich zu berichtigen empfehle: Khaled Idris Bahray war kein Syrer, sondern ein Eritreer, ebenso wie sein Mörder.

deutscheridentitaerer
15. Juni 2018 22:03

Obwohl ich mir die Lektüre von Lichtmesz' Artikeln normalerweise als besonderen Höhepunkt für den Feierabend aufhebe, habe ich diesen nur überflogen.

Meine mentale Verfassung hat in den letzten Jahren zu sehr durch die Beschäftigung mit diesen Verbrechen und meiner ohmächtigen Wut darüber gelitten.

Die bundesweit aufsehenerregenden Fälle der letzten zwei Jahre sind dabei keineswegs eine qualitativ neue Erscheinung, zum Beispiel in diesem wenig beachteten Fall (nur einer von vielen):

"Oralverkehr, Analverkehr, immer wieder, auch mehrere Männer gleichzeitig. Einmal sei ihr eine Flasche in die Vagina gestoßen worden, einmal eine Faust: "Wenn man sich vorstellt, was diese 17-Jährige über sich ergehen lassen musste - da kann einem nur schlecht werden", sagte der Richter. Und dass er sich ein Signal des "Bedauerns" von den Angeklagten gewünscht hätte. Diese - alle sechs mit türkischem oder arabischen Migrationshintergrund - hatten zuvor 15 Verhandlungstage lang geschwiegen und nahmen am Mittwoch ihren Freispruch auch ohne erkennbare Regung entgegen."

https://www.taz.de/!5124648/

Nun ist es meiner Meinung nach sehr verständlich, sich über auf den ersten Blick grotesk milde Urteile zu empören. Das Problem liegt aber woanders. In der Rechtswissenschaft werden mit durchaus überzeugenden Gründen keine Vergeltungstheorien mehr vertreten, sondern nur noch präventive Straftheorien.

Auch aus diesem Gesichtspunkt ist freilich fraglich, wie die teilweise grotesk täterfreundlichen Strafen ihrer genereller oder indivdueller Präventionsfunktion gerecht werden sollen.

Was den getöteten Familienvater angeht, so habe ich mich mit dem Fall nicht beschäftigt, gebe aber zu bedenken, dass einem Faustschlag immer ein Tötungsrisiko anhaftet, eine Tötung vom Täter aber fast nie beabsichtigt ist.

Zudem war der Angriff meinen Informationen nach nicht grundlos, sondern Folge einer verbalen Auseinandersetzung.

Ich schreibe das, um die Unerträglichkeit dieses Geschehens, dem man ohnmächtig gegenübersteht, zu mindern.

(Es gibt allerdings durchaus die Variante des "sportlichen" Jagens auf Weiße ohne jede vorangehende "Provokation" - wer sich den Tag verderben will soll hierzu nur "knock-out-game" googeln).

Der Richter, der als Herr über seine Emotionen strikt nach den Gesetzen Recht spricht, ist eine überaus achtenswerte Figur - allerdings nur, wenn er auch tatsächlich einen inneren emotionalen Widerstand überwinden muss, und der Sache nicht sowieso gleichgültig gegenübersteht, wie man es bei der hässlichen Richterin irgendwie vermutet (vermutlich zu Unrecht, wenn wir ein Mindestmaß an Menschlichkeit unterstellen).

Unke
15. Juni 2018 23:20

Da hält der Inhalt nicht, was die Überschrift verspricht.
Deswegen mal Klartext:
1. Der Mörder von Susanna wäre niemals mit einer Sonderoperation vom Irak wieder nach Deutschland geholt, wäre das Opfer keine Jüdin gewesen.
2. Es ist erst dann etwas passiert, wenn es einem Juden passiert. Beispiel: sog. alternative Medien berichteten in den USA über Knockout Games. Die (durchweg jüdisch dominierten) Mainstream Medien verhöhnten die alternative Berichterstattung als psychotisch, bis – ja, bis es einen Juden traf. Dann war die Aufregung groß. (Erinnert mich sehr an –das hier; das Opfer war Sie-wissen-schon.)
3. Extrapoliert auf den öffentlichen „Diskurs“ bedeutet das: erst wenn es die Auserwählten aufgreifen ist es ein Thema. Der gemeine nicht Auserwählte hat sich gefälligst die Nase am Panoptikum der öffentlichen Gegebenheiten plattzudrücken – bzw. andachtsvoll den Ausführungen auswärtiger Hohepriester zu lauschen. Oder, wie ich es mal ausgedrückt habe: „der Hegelianische Diskursraum wird vom kulturmarxistischen Hegemon aufgespant“.

Michelle
16. Juni 2018 00:05

Ein brillanter Artikel von einem brillanten Autor. Der Text liegt schwer im Magen. Wer ihn liest, sollten ihn teilen, wie das neudeutsch-englisch heißt, posten und übermitteln; an Journalisten, Abgeordnete, NGOs, Pfarrer, Bischöfe, Bekannte.

heinrichbrueck
16. Juni 2018 01:04

"In der Rechtswissenschaft werden mit durchaus überzeugenden Gründen keine Vergeltungstheorien mehr vertreten, sondern nur noch präventive Straftheorien."

Schon das Recht kommt aus Rom, und jetzt sitzt diese römische Hure über Araber zu Gericht. Vergeltungstheorien geben nur im eigenen Volk einen Sinn, wenn die Gesetze nicht mehr über irgendwelche erfundenen Personen Geltung haben, Ausländer können damit schwerlich gemeint sein. Dann muß aber auch das Recht volkseigen sein. Deutsches Recht, germanisch der Ursprung in seiner Herkunft. Paßt aber nicht so gut, denn die Multikulturalisten wollen Systemangehörige. Ahnenschänder.
Das Christentum hat am römischen Recht auch verloren. Die heterogene Systemvisage der Richterin zeigt eine Gleichgültigkeit, die komplett über das Christentum triumphierte, gleichzeitig das römische Recht in einer unglaublichen Pervertierung Anwendung fand. Was nicht zusammenpaßt, wird passend gemacht. Man sollte aber gut hinschauen, wer auf der untersten Stufe den Platz einnehmen durfte.

ML: Einen gröberen Unfug habe ich hier selten gelesen.

Brettenbacher
16. Juni 2018 08:37

@
deutscheridentitaerer:
"....und der Sache nicht sowieso gleichgültig gegenübersteht, wie man es bei der hässlichen Richterin irgendwie vermutet .."
Das tut sie nun sicherlich nicht, "der Sache" gleichgültig gegenüberstehen. Vielmehr quillt die Qualle über von wabernder Mütterlichkeit. Und dies ist kein Einzelfall.

sokrates399
16. Juni 2018 08:46

Der hoffentliche nicht zu pathetische Versuch eines poetischen Kommentars:

In allen Wäldern war Ruhe,
Als drei da wurden geschlachtet;
Heucheln, Trauergetue,
War ja nicht der eigene Bauch!
Spürtest du je einen Hauch,
Daß unser Alles mißachtet?
Daß es bald würde Brauch,
Daß frei schwingen alle Messer
Ungestört, immer kesser
Leben machte zum Vogelschiß
Ihr Gott, den Glauben ziehend zur Erde:
Von wegen: Stirb und werde!

In fremder, dunkler Nemesis
Brüllen die Vöglein im Walde:
Vergrößert den Riß!
Auf daß da schwiege balde
Deren Genesis,
Die uns mutierte zur Halde
Ihrer Düsternis.

Ellen Kositza
16. Juni 2018 09:33

Aufschrift: "Deutsche Opfer": "In Oberhavel fallen seit Tagen schwarze Kreuze am Wegesrand auf. Keiner weiß, was sie bedeuten."
Man hat sie zügig entfernt.

https://www.maz-online.de/Lokales/Oberhavel/Zehdenick/Holzkreuze-am-Wegesrand

Der_Juergen
16. Juni 2018 09:38

@Martin Lichtmesz

Vielen Dank für Ihren Hinweis auf Ihre Artikel zum "NSU" aus den Jahren 2011 und 2013. Damals kannte ich Sezession noch nicht.

Alveradis
16. Juni 2018 10:13

Wie Unke hatte ich auch einen ganz anderen Artikel erwartet und möchte hier nur noch hinzufügen, dass die Rückholung des vermutlichen Täters für deutsche Behörden doch sehr untypische erfolgte und sogar an der irakischen Regierung vorbei, wohl ausschließlich durch Handeln kurdischer Kräfte, die in der Neuordnung des Raumes rund um Israel eine wichtige Rolle spielen.
Das Vorgehen wirkt doch eher wie eine Entführung, nicht wie eine rechtlich abgesicherte Rückholung. Es ist, so finde ich, egal was man dem Täter wünscht, jede staatliche Willkür gefährdet am Ende uns alle und in diesem Fall ist es auch durch die Missachtung der irakischen Zentralregierung diplomatisch heikel.

Während es natürlich, richtig und angesichts unserer Lage auch befreiend ist Wut zu empfinden, darf das nicht zu einem dauerhaften hilflosen Wutmodus führen, der manipulierbar macht. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass eine Stimmung von Hysterie erzeugt wird, eine Beeinflussung stattfindet, die ich hier leider nur etwas schwammig an den Äußerungen des US Botschafters Grenell und Steve Beannons festmachen kann. Grenell beriet in der Bush Zeit die UN Botschafter der USA bei der öffentlichen Darstellung des "Krieges gegen den Terror" und auch die Bannon Mercer Verbindung kann man sich näher anschauen, wenngleich es dort zwischenzeitlich Knatsch gab.

Ich denke nicht, dass es vom Thema zu weit weg führt, wenn ich die Leser anrege sich die Aktivitäten von Cambridge Analytica (inzwischen umbenannt), Black Cube und Psy Group anzusehen, weil ich denke, dass es wichtig ist, die Möglichkeiten professioneller Wahrnehmungs- und Bewusstseinssteuerung im Zeitalter Sozialer Medien zu kennen. US Botschafter Grenell hat übrigens selbst ein Unternehmen zur Wahrnehmungssteuerung gegründet,Capitol Media Partners, international strategic media and public affairs consultancy und wie wir sehen konnten, ist er in der Lage politische bzw. Medien- "Ereignisse" recht gezielt selbst auszulösen.

"Dynamiken", die sich irgendwie zu entwickeln scheinen, sind kritisch zu untersuchen, will man nicht einfach nur mitgerissen werden. Ich will hier keine Kaltherzigkeit verbreiten, stimme den Aussagen des Artikels oben zu und sehe insgesamt die dringende Notwendigkeit sich trotz aller Gefühle immer wieder in die Position des fragenden Beobachtens zu bringen.

deutscheridentitaerer
15. Juni 2018 22:03
"Obwohl ich mir die Lektüre von Lichtmesz' Artikeln normalerweise als besonderen Höhepunkt für den Feierabend aufhebe, habe ich diesen nur überflogen.
Meine mentale Verfassung hat in den letzten Jahren zu sehr durch die Beschäftigung mit diesen Verbrechen und meiner ohmächtigen Wut darüber gelitten."

Ein Zustand, der mir nicht fremd ist! Es hat inzwischen allerdings eine so verengte Fokussierung auf Flüchtlingskriminalität stattgefunden, dass ich das schon bemerkenswert finde. Brutalität und sexuelle Gewalt kamen bereits mit den ersten türkisch arabischen Migranten zu uns und wenngleich die geringere Zahl der Migranten natürlich auch eine geringere Zahl an Gewalttaten verursachte, ist das Phänomen wirklich nicht neu, die Verengung auf die Zeit nach 2015 falsch und die Amnesie scheint mir einer Eskalation der Stimmung und der platten "Merkel muss weg" Kampagne in die Hände zu spielen, was im Ergebnis eine Ablenkung darstellt. Für mich scheint das ein Fall von "Perception Management" zu sein den ich durchaus mit dem oben angerissenen Thema in Verbindung bringe.

"Nun ist es meiner Meinung nach sehr verständlich, sich über auf den ersten Blick grotesk milde Urteile zu empören. Das Problem liegt aber woanders. In der Rechtswissenschaft werden mit durchaus überzeugenden Gründen keine Vergeltungstheorien mehr vertreten, sondern nur noch präventive Straftheorien."

Parallel zum neueren eher sozialarbeiterischen Ansatz in der Rechtsprechung ist mit der zu uns aus den USA herüber gekommenen Critical Race Theory und den abgeleiteten Kritischen Rechtswissenschaften eine weitere Veränderung in Gang gesetzt worden die das Zeug hat, trotz unveränderter Gesetze, das zu Grunde liegende Rechtsgefüge und unser Rechtsempfinden auf den Kopf zu stellen. Man kann sich da sehr rasch einlesen um zu sehen, dass sich unterhalb der öffentlichen Wahrnehmung, der Wut und dem Unverständnis, ein leninistischer Begriff von Rechtsprechung einschleicht, der die Tat selbst in den Hintergrund stellt, während der politische Status, die Herkunft (bei uns ethnische Zugehörigkeit) von Opfer und Täter , also das Wer Wen, in den Mittelpunkt rückt.
Die "Critical Race Theory", der seit langer Zeit verwissenschaftliche anti- weiße Rassismus spielt natürlich auch in der öffentlichen Darstellung des "knock out games" und anderer Gewaltkriminalität gegen Weiße eine Rolle.

Eine sichtbare Folge der kritischen Theorie sehen wir in der Hassgesetzgebung, (ein von der Anti- Defamation League des B'nai B'rith entwickeltes Konzept ) die bei uns längst als nicht weitreichend genug bezeichnet wird. Opferhierarchien und kollektive Täteridentität werden zunehmend in Gesetze gegossen.

So, nun habe ich wieder weniger einen Kommentar geschrieben und eher eine Sammlung von Suchbegriffen zusammengestellt aber ich hoffe, dass es den einen oder anderen Leser inspiriert tiefer hinein zu schauen.

Nordlicht
16. Juni 2018 17:51

Sehr geehrter Herr Lichtmesz,

an einer Kleinigkeit möchte ich mäkeln, gleich am Anfang: Ist die PKS-Statistik nicht die gesamtdeutsche, sondern die des Landes Brandenburg?

Einzelne Zitat-Aussagen fand ich in diesem Link:

https://mik.brandenburg.de/media_fast/4055/PKS_2017_BB_Auswertung.pdf

Die Zahl der Tatverdächtigen Nicht-Deutschen in Deutschland liegt bei knapp 600.000, die der Zuwanderer bei 167.000 (- siehe https://www.bka.de/SharedDocs/Downloads/DE/Publikationen/JahresberichteUndLagebilder/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung/KriminalitaetImKontextVonZuwanderung_2017.html?nn=62336)

Corbeau
16. Juni 2018 18:20

"Reine Kriminaltaten können ebenfalls erschüttern, erzürnen und erschrecken, aber man steht ihnen hilflos gegenüber, muß ihre Existenz letztlich hinnehmen, will man nicht an ihnen verzweifeln."

Ich finde an Ihrem Artikel wirklich alles überzeugend. Bis auf den eben zitierten Satz. Den kriminellen Monstrositäten muss man zumindest geistig nicht hilflos gegenüberstehen, wenn man bereit ist, die Erkenntnisse der Persönlichkeitspsychologie des 20. Jahrhunderts zur Kenntnis zu nehmen, genauer die Erkenntnisse zur Entwicklung der Persönlichkeit im familiären und näheren sozialen Umfeld. Das Problem der modernen 'linken' deutschen Justiz liegt darin, dass sie diese Erkenntnisse seit längerem nicht mehr ignorieren kann und in verständlicher Reaktion im Täter auch das Opfer seiner Sozialistion sieht.

Die Rechte ärgert sich auf der anderen Seite zurecht darüber, dass für diese Justiz die Opfer dieser Täter nur allzu oft unwichtiger zu sein scheinen als der Täter. (Dies gilt ganz besonders, wenn sie ermordet wurden, also im Gegensatz zum Täter ja nicht mehr leben, d.h. wenn man den Standpunkt der von Ihnen angeführten "fürchterlichen Richterin" mit dem Doppelnamen mal ins Merkelsche übersetzen würde "jetzt halt schon mal tot sind").

Eine solcherart psychologisch aufgeklärte Justiz kann letztlich Menschen überhaupt nicht mehr guten Gewissens verurteilen. Wenn man um den frühkindlichen und kindlichen Opferlebenslauf der meisten Gewalttäter weiß, muss es einem auch schizophren erscheinen, sie für das, was nach den Erkenntnissen der Persönlichkeitspsychologie aus ihnen gemacht wurde, sozusagen doppelt zu bestrafen. So laviert Justizia denn mehr oder weniger haltlos dahin und ist mal auf dem einen, seit längerem aber schon auf dem anderen Auge ziemlich blind, was, wie gesagt, die Rechte zurecht beklagt.

Gibt es einen Ausweg aus diesem Dilemma ? Meiner Meinung nach nicht auf dem Gebiet der Justiz sondern nur durch eine radikal neue, rechte, präventive Sozial- und Familienpolitik. Die Rechte ist ja die einzige politische Bewegung, welche gegenwärtig die Familie und das, was in der Familie geschieht, noch ernst nimmt, allerdings leider, wie ich es sehe, auf eine weniger konservative als rückständige Weise. Konsequent wäre mAn hier -ganz allgemein gesagt- eine Politik der radikalen finanziellen und sozialen Förderung und Unterstützung der Familie und damit der positiven Prozesse, die in der Familie ablaufen sollen und können, um Kinder zu positiven Persönlichkeiten werden zu lassen. Umgekehrt aber auch die Sanktionierung der möglichen späteren Delinquenz an der Wurzel: nach großflächiger Aufklärung der Eltern über ihre Pflichten und Möglichkeiten und Formen, ja von Bestrafung der Eltern für grob Ihrer Aufgabe unangemessenes Verhalten.

Ich bin mir bewusst, welche Irrwege sich hier auftun können, aber es wäre ein neuer Weg, wenn man sich nicht mit der Verzweiflung über die Verbrechen und/oder mit den Absurditäten der heutigen Justiz abfinden will.

Lotta Vorbeck
16. Juni 2018 18:20

@Unke - 15. Juni 2018 - 11:20 PM

"Deswegen mal Klartext: ..."

____________________________

Eine Abschiebung des irakischen Kriminellen war seit rund drei Jahren angeblich unmöglich.

Nachdem er das Mädchen umbrachte, konnte er ungehindert [sic!] per Linienflug ausreisen.
Man erinnere sich in diesem Zusammenhang, wie ansonsten mit den Daten von Flugpassagieren verfahren wird, noch bevor sich diese überhaupt im Flugzeug befinden.

... und weil dem mädchenmordenden Fluchtsimulanten in seinem Heimatland, dem Irak nunmehr die Todesstrafe droht, wird er auf Steuerzahlerkosten eiligst ins bunte BeErDe-Irrenhaus zurück expediert.

Lotta Vorbeck
16. Juni 2018 18:24

@Ellen Kositza - 16. Juni 2018 - 09:33 AM

Aufschrift: "Deutsche Opfer": "In Oberhavel fallen seit Tagen schwarze Kreuze am Wegesrand auf. Keiner weiß, was sie bedeuten."
Man hat sie zügig entfernt.

https://www.maz-online.de/Lokales/Oberhavel/Zehdenick/Holzkreuze-am-Wegesrand

Aus dem Text der Meldung zitiert:

# "Keiner weiß, wo sie herkommen, keiner weiß, was sie bedeuten: Seit Tagen fallen schwarze Kreuze am Wegesrand auf."

# „Uns sind diese Fälle bekannt“, sagt der stellvertretende Zehdenicker Bürgermeister Dirk Wendlandt. „Aber wir haben keine Informationen über den Hintergrund.“

# "Polizeibeamte stellten am Mittwoch in der Oranienburger Straße in Gransee und in der Ravensbrücker Dorfstraße in Fürstenberg je ein schwarzes Holzkreuz fest, teilte die Polizei am Mittwoch mit. „Wir haben es sofort entfernen lassen“, sagt Undine Wunderlich, Sachgebietsleiterin des Ordnungsamtes der Stadt Fürstenberg/Havel. In Gransee gab es eine Info an das Ordnungsamt, die Polizei entfernte das Kreuz. „Ob es noch mehr sind, kann ich nicht sagen, denn nicht jeder wendet sich an uns, sondern gleich an die Polizei“, sagt Raik Zisick vom Ordnungsamt."

Ach, iwo, keiner weiß, was die Kreuze bedeuten [sic!].

Eine - wie die allsommerlich wiederkehrenden Kornkreisgeschichten - völlig rätselhafte Angelegenheit - gelle!

Polizei und Ordnungsamt sind sofort tätig geworden. Ging von den Kreuzen eine Gefahr aus? Bestand im Zusammenhang mit diesen hölzernen Kreuzen der Verdacht einer Straftat? Warum ist dieser MAZ-Textbeitrag nicht - wie sonst üblich - mit dem Namen des Autors gezeichnet?

Fragen, über Fragen ...

Während der ersten Juniwoche publizierte eben diese unter "Märkische Allgemeine firmierende Provinzpostille, deren Auflage seit 1998 um fast 51% sank, als deren Herausgeber von 1991 bis 2005 Alexander Gauland fungierte - gleich zwei Beiträge bezüglich

# AfD-Chef Gauland beim Baden die Klamotten geklaut

AfD-Chef Alexander Gauland hatte etwas Abkühlung im Heiligen See bei Potsdam gesucht, da stahl ihm ein Unbekannter am Ufer die Klamotten – ein Foto zeigt Gauland nur mit Badehose und Schuhen bekleidet. Der AfD-Chef stellte Strafanzeige, jetzt ermittelt der Staatsschutz. Gauland war zuletzt wegen der „Vogelschiss“-Affäre massiv in die Kritik geraten.

05.06.2018 - https://www.maz-online.de/Nachrichten/Panorama/Beim-Baden-Unbekannter-klaut-AfD-Chef-Gauland-die-Klamotten

# Unbekannter bestiehlt Gauland beim Baden

„Kein Badespaß für Nazis!“ soll der Dieb gerufen haben, als er dem AfD-Chef während seines Bades die Sachen vom Ufer stahl – der Staatsschutz ermittelt nun. Der AfD-Chef stellte eine Strafanzeige.

06.06.2018 - https://www.maz-online.de/Lokales/Potsdam/Unbekannter-stiehlt-AfD-Chef-Alexander-Gauland-beim-Baden-die-Kleidung

... ein kompromittierendes Photo, welchen den exHerausgeber der "Märkischen Algemeinen" in Badehose zeigt inclusive.

Andreas Walter
16. Juni 2018 20:09

@Alveradis

Danke, Alveradis, dass Sie das ansprechen. Das wo von auch Sie hier schreiben ist so unfassbar, dass der normale Verstand das einfach nicht wahrhaben möchte.

Doch es "passieren" Sachen, die gar nicht passiert sind, andere wiederum geschehen, ohne dass es überhaupt jemand mitbekommt, und über Gefühle manipuliert man Menschen.

Die Brutkastenlüge hat ja bereits funktioniert, und das schon vor fast 30 Jahren, 1990. Facebook aber wurde erst 2004 gegründet, übrigens in Cambridge, Massachusetts. Amazon 1994, eBay 1995, Google 1998, Wikipedia 2001, YouTube 2005, Twitter 2006, WhatsApp 2009.

Besonders "Künstler" sind am Thema Virtuelle Realität sehr interessiert, denn mit Art-ifizieller Realität beherrscht man das kollektive Bewusstsein und damit die Welt. Ganz ohne Bomben, ganz ohne Gewalt, passiert genau das was man will.

@Alle

Was die juristische Debatte betrifft reicht es die Frage in den Raum zu stellen, warum wohl die Sharia so extrem brutal ist.

Also Auge um Auge, Zahn um Zahn. Im Fall Ali in 12 Stunden alles vorbei, keine weiteren Kosten, keine weiteren Fragen. Die Exekution auf YouTube veröffentlichen, die vollen 12 Stunden. Ein Mann, der auf seine Henker wartet, doch niemand kommt. Denn wer wollte so etwas aus unserem Kulturkreis machen.
Darum 100 Jahre für so ein Verbrechen und einen Strick dazu in die Zelle gelegt. Wir sind ja keine Unmenschen. LSD-Therapie ist in so einem Fall zu unsicher, weil laut Leary trotzdem 20% Rückfallquote.

Wenn nämlich Abschreckung tatsächlich nicht funktionieren würde, sehr gegehrte Judikative, warum haben dann manche Staaten sogar Kernwaffen? Lasst euch darum auch von Juristen niemals beeindrucken oder veräppeln. Das ist heute auch nur eine weitere, autoritäre, elitäre Gruppe wie auch schon der Klerus und der Adel, heute auch noch der Geld-, Ruhm- und Machtadel, viele (Meta-)Schlangenölverkäufer.

Mittels Bewusstseinskontrolle.

Ostelbischer Junker
17. Juni 2018 09:16

@ Corbeau:

Gerade, dass die Justiz Kenntnisse der Persönlichkeitspsychologie besitzt, macht deren Urteile so verwerflich. Ich schätze, dass 90 % der Gewalttäter pathologisch im Sinne des DSM 5/ ICD 10 sind.
Als selbst betroffener einer dort aufgeführten Störung, die bei männlichen Personen häufig zu Gefängniserfahrung führt kann ich nur sagen: Diese Justiz verhöhnt diejenigen, die darum kämpfen, ihre Mitmenschen zu schützen, im Zweifelsfall die Gewalt lieber gegen sich richten, anstatt wie Ali seine Affekte blutig auszuleben. Bedeutet in der Konsequenz: besorg dir eine Störung und tret weiter auf Köpfe ein.

deutscheridentitaerer
17. Juni 2018 10:56

Ob eine "schlimme Kindheit" wirklich der alles erklärende Schlüßel für Gewaltverbrechen ist, möchte ich bezweifeln.

Ich hatte eine geradezu mustergültige Kindheit und habe mich zeitlebens sehr gerne geschlagen. Zuletzt hat mir das eine Bewährungsstrafe eingetragen, die in Kombination mit einer veränderten familiären Situation ihre abschreckende Wirkung nicht verfehlt hat.

Es war nie mein Ziel jemandem bleibende Schäden zuzufügen; das es dazu allerdings nicht gekommen ist, war das Glück, das niemand auf eine Bordsteinkante gefallen ist o.ä.

Ich halte auch grundsätzlich die weit überwiegende Mehrheit der Menschen, Männer wie Frauen, in Situationen emotionaler Erregung, die keineswegs außergewöhnlich sein müssen, zum Gewaltverbrecher zu werden. Dazu braucht es keine psychsichen Abnormalität, es ist doch geradezu im Gegenteil als ständig verfügbare Möglichkeit tief im Menschen verankert.

heinrichbrueck
17. Juni 2018 14:40

ML: Einen gröberen Unfug habe ich hier selten gelesen.

Stimmt.
Meine Stimmung steht vor einem leeren Marterpfahl der Indianer, dieser wiederum in einem Museum. Inhaltlich nicht mehr Sezession. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt, von der Intention her unmöglich, würde eine Überarbeitung nur die Form verändern. Feuerpause.