Sezession
1. Oktober 2003

Die Ursprünge des Faschismus

Gastbeitrag

Sowohl in Italien wie in Deutschland glaubten anfänglich rechte „Antifaschisten“ stärker zu sein als ihr Gegner. Die „konservativen Revolutionäre“ hatten sich schwer getäuscht, als sie den revolutionären Jargon des antibürgerlichen Nationalen Sozialismus, nach dem sie selber strebten, wörtlich nahmen.
Der Antifaschismus ist ein Kampfbegriff der Komintern. Sie erklärte jeden Gegner und Feind zum Faschisten. Die Sozialdemokraten wurden zeitweise als „Sozialfaschisten“ diskriminiert. Der Gegner der Kommunisten waren die „Nazis“. Da heute der Antifaschismus als Begriff genauso verwandt wird, wie die Komintern es vor bald achtzig Jahren nahelegte, gehört es zu den extremen politischen Unkorrektheiten den „Nazismus“ bei seinem wahren Namen zu nennen, dem Nationalsozialismus. Der hat eine überraschende Vergangenheit, überraschend nur für dogmatische Sozialisten, die Revolution und Sozialismus für ein linkes „Projekt“ halten.
Die Welt war immer unübersichtlicher als es sich die Ideologen erwarteten, zumal seit dem Ende aller Sicherheiten im fin de siècle. Der Nationalsozialismus ist längst besiegt, der Faschismus hat sich ohnehin erledigt und der Kommunismus ist tot. Ein paar sinnlose Vokabeln wie „Nazi“ und „Faschist“ erinnern an untergegangene Welten, die dennoch für die längst unbürgerlichen Überlebenden Irritationen bereithalten. Sie wollten soziale Sicherheit im nationalstaatlichen Rahmen. Sie wollten sich nicht wie Don Quijote auf das Wagnis des Lebens einlassen. Doch das Leben ist gefährlich, gerade im liberal-verträumten Sozialdemokratismus eines sehr korrekten Antifaschismus der „Besserverdienenden“, der allen „Sozialschwachen“ empfiehlt, sich auf nichts zu verlassen und frohgemut der faschistischen Devise zu folgen: Lebe gefährlich, auf eigene Faust, ohne der postfaschistischen Solidargemeinschaft an Stelle der Volksgemeinschaft lästig zu fallen.


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