11. Mai 2016

»Landsmann, du bist weniger wert als der Flüchtling!« - Pirinçci im Gespräch

von Nils Wegner / 53 Kommentare

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Im fränkischen Eckental wurden in einem "besseren Viertel" als spontaner Kraftakt brandneue Reihenhäuser hochgezogen – die für die nächsten zehn Jahre "Flüchtlingen" zur Verfügung gestellt werden. Darauf reagieren nicht nur die Anwohner mit Fassungslosigkeit: Auch Akif Pirinçci stellt die Frage nach dem »Warum?«.



In einem brandneuen Interview mit Michael Vogt von quer-denken.tv spricht der Autor von Umvolkung und Deutschland von Sinnen über die »rasende Islamisierung« und ihre Hintermänner.

Es geht jedoch bei weitem nicht nur um die neuen und neuesten Auswüchse der vielfalts- und willkommensbesoffenen Selbstabschaffungsgesellschaft: Pirinçci spricht ebenso über die Mechanismen des Boykotts, das er von Seiten der Medien- und Buchindustrie nach seiner entstellten PEGIDA-Rede vom Oktober 2015 erfahren hat.

Ebenso kommt die schiere Agonie des deutschen Volkes zur Sprache, »das sich ausnehmen läßt, ohne zu murren« – staatlicherseits, und zusätzlich noch von den konkreten Profiteuren der "Flüchtlingsindustrie" über den Tisch gezogen wird. Wenn der Autor über die Erfahrungen seiner türkischen Eltern nach ihrer Ankunft in der Bundesrepublik spricht, vor denen die westdeutsche Politik seinerzeit nicht auf die Knie fiel, dann wird das Ausmaß der heutigen Malaise erst in vollem Umfang klar.

Wie Pirinçci feststellt: »Diese Leute sind krank im Kopf, die sind alle krank im Kopf. Alle Parteien.« Michael Vogt fragt ihn auch nach den Aussichten auf politischen Widerstand in Deutschland und Europa, doch anstatt irgendeine diffuse Hoffnung in die politische Klasse zu setzen, die die Krise zu ihren Zwecken zu instrumentalisieren versteht (»Merkels Willkommensputsch«, wie es Albrecht Goeschel in der aktuellen TUMULT nennt), wird man Widerstand eher bei denen finden, die die häßliche Fratze der "Flüchtlings"krise erkennen. Akif Pirinçcis Umvolkung ist ein Weg dahin, und sein Interview mit Michael Vogt hat deshalb allemal Verbreitung verdient. Film ab!

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (53)

Winston Smith 78699
11. Mai 2016 10:49
Die Sache mit dem PEN-Club ist symptomatisch für die orwellesken (Akif assoziiert hier ja auch, wenngleich in eine andere Richtung) Züge der aktuellen Katastrophe, aber weniger öffentlich auch der Jahre vorher. Institutionen, darunter Betriebsräte, Personalräte der Gewerkschaft, kirchliche Stellen, Ämter, Schulen usw., betreiben genau das Gegenteil ihrer Aufgabe.

Die Aufgabe im eigentlichen Sinne wird zwar gelegentlich noch wahrgenommen, aber tendenziell nur, wenn es um die Interessen der Gleichgesinnten, deren nützlicher Idioten oder der Filzmächtigen geht. Wegen dieser inkonsistenten Aktivität sind sie in ihrem üblen Treiben auch schillernd und schwer zu greifen. Es lohnt sich aber, bei jedem vermeintlich vernünftigen Handeln im Sinne des Namens und der Bestimmung einer solchen Stelle oder Person, ganz genau hinzusehen, ob es nicht entweder einen verborgenen Zweck in die Gegenrichtung oder eine konkret profitierende Person oder Gruppe aus dem eigenen Lager gibt.

Generell erscheint mir die Perversion die Regel zu sein. Obwohl mir das aus bitterer eigener Erfahrung ganz klar sein muß, falle ich jedoch immer wieder unwillentlich in den Glauben an einen Zusammenhang von offizieller Bezeichnung bzw. Bestimmung (siehe Ministerien für Wahrheit und Liebe, Feuerwehr 451) und tatsächlicher Intention und Tat zurück - vielleicht ist dies eine Frucht der Erziehung. Vielleicht aber ist auch die große Verkehrung eine zu surreale/groteske/fürchterliche Annahme, um sie in ihrer Dimension für real zu halten, und irgendein innerer Zensor tut sie als unwahrscheinliche Halluzination ab.

Vielleicht beruht die Hörigkeit und Verblendung bei vielen auf der Zuspitzung: entweder ich glaube das ganze Paket der parafaschistischen Gutmenschenreligion, oder ich beginne zu zweifeln - mit der Folge, dass die psychisch realisierte Aufdeckung nur einer Lüge die nächste und viele andere nach sich zieht. Man ahnt vielleicht unbewußt, dass man sich entscheiden muß zwischen leidigem Funktionieren im Wahn (so lange es eben geht), oder dem Aufwachen aus der Matrix - und damit gleich mit Pauken und Trompeten bei den Totalaussteigern zu landen.

Insofern hat übrigens auch das Sinnbild der Matrix aus dem Film durchaus sehr viel mit den totalitären deutschen Vergangenheiten zu tun und die Reste an sinnvollem Geschichtsbewußtsein in der Breite der etwas älteren gebildeten Bevölkerung arbeiten im Unterbewußtsein und konstruieren dort eine Alles-oder-Nichts-Alternative (rote oder blaue Pille), die in ihrer Schärfe und Klarheit dem Betroffenen gar nicht gewahr ist.
Hanns
11. Mai 2016 12:26
»Diese Leute sind krank im Kopf, die sind alle krank im Kopf. Alle Parteien.«


Dem kann man beim besten Willen nichts hinzufügen.

Ich muß sagen daß in der momentanen Verfassung Deutschlands sich wirklich alles, was ich in bald 60 Jahren meines Lebens gelernt und erfahren habe um 180° gedreht hat.
Alles bisher Gültige gilt nicht mehr, wird verdreht, wird geleugnet.

Wer kann mir dafür eine Erklärung geben?
Großstadtpauker
11. Mai 2016 14:16
re Hanns : es sind die Schulen und "Hochschulen" ; Inkubatoren des Kulturbolschewismus ; Schüler werden aufgehetzt ; zu linksextremistischen Demonstrationen geschickt ; ein gefährliches Amalgam aus Lehrergewerkschaft ; "antifa" und Rotkirche bereitet das neue "revolutionäre Subjekt " ( hier der Schüler , aber auch einfach gestrickte "Lehrkräfte" ) auf den angeblich unvermeidbaren "Endkampf" "GUT" gegen "BÖSE" vor .

Die Stimmung an den "Schulen" in der großen grauen Stadt ist unangenehm . Profilneurotiker bespitzeln Kollegen - es wird "berichtet" und denunziert - Edelsozis überwachen diesen orwellschen Mikrokosmos und verbreiten ihre "Einsichten" im örtlichen Soziwurstblatt und in gewerkschaftlichen Rundschreiben .

Der Verfassungsschutz , so heißt es , vermutet an verschiedenen Schulstandorten "antifa" Zellen , tatsächlich wird sehr viel Schulmaterial für pol. Propagandazwecke verwendet ( Töpferwerkstätten werden umfunktioniert ; Propagandamaterial wird in Schulen hergestellt und dort auch gelagert ) .

Rote Psychosekten sind für Mitläufertypen und Denunzianten hochattraktiv - da aus Sicht der Bolschewisten weder die Arbeiter noch die Angestellten ein geeignetes "revolutionäres Subjekt" konstituieren wird der "neue Mensch" eben in den Rotfrontschulen ausgebrütet .

Bedauerlicherweise interessiert sich die bildungsaffine Mittelschicht nur bedingt für das Problem - sobald die eigenen Kinder eine qualitativ hochwertige Privatschule ( häufig katholisch ) besuchen hat sich das Thema für die Eltern erledigt - Resultat : deutsche Arbeiterkinder ; aber auch die ganz armen Kerlchen aus Problemfamilien werden von Fräulein Doppelnam - Gutmensch verhetzt .

Ein dysfunktionaler "Bildungsbetrieb" vergrößert den kognitiv - intellektuellen Abstand zwischen Arbeiter - und Mittelschichtkindern - der Edelsozi begrüßt die Migranten da diese als Überwachungskapos die deutschen Kinder in Schach halten .

Übergriffige Migrantenkinder lernen schnell : Terror funktioniert - "Kartoffeln" sind Opfer und wir sind die Zukunft .

Gott sei Dank gibt es noch Länder wie Russland , Polen und Ungarn . Wer weiß was die Zukunft bringt ; ich persönlich setze auf technologische Überlegenheit wenn der gesellschaftspolitische GAU kommt .

Bereitet Euch vor .
Peter
11. Mai 2016 15:23
Das Problem heißt antideutscher Rassismus. Zeit, dass wir als Volk zusammenhalten.
Stil-Blüte
11. Mai 2016 16:02
Schön wäre es, der 2. Auflage 'Umvolkung' das o.g. (un-)widerstehliche Interview mit Pirinci als CD beizufügen.

@ Hanns

Vielleicht so?

Die Umerziehungs-/Umorientierungsgeschichte hat sich im 20. Jhd. beinahe schleichend, unmerklich vollzogen. Erst jetzt kommt es einem zu Bewußtsein als sei es plötzlich geschehen; dabei hat sich das Rad der Geschichte in jedem Jahr nur etwas schneller gedreht. Das Naturgesetz der Kumuluswolken.
Bernhard
11. Mai 2016 16:14
@ Hanns

Ich bin genauso fassungslos. Es gibt nur zwei Möglichkeiten: Entweder sind wir völlig krank im Kopf oder die anderen. Dazwischen gibt es nichts.

Diese Frage wird alleine durch die Realität beantwortet - sofern man sie sehen kann.
nörgler
11. Mai 2016 16:27
Hanns,
Ihr Kommentar könnte von mir sein,bin übrigens vor kurzem 60 geworden.
Als Erklärung fällt mir nur folgendes ein:
Aliens haben leise,still und heimlich diesen
Planeten übernommen.Bitte nicht weitersagen,daß ich ein spinnerter Verschwörungstheorethiker bin. Die Aliengeschichte war natürlich ironisch/satirsch gemeint,aber mach das mal den Leuten in der Klapse klar.(auf diesem Planeten der ferngesteuerten Verrückten)
Mit schizophrenen Grüßen
Nörgler
Olle
11. Mai 2016 17:25
@Hanns. Ich weiß mit den "bald 60 Jahren" nicht so recht.... Wenn man im Westen, jedenfalls in etwas avantgardistischen Regionen der BRD aufgewachsen ist, sieht das Ganze eher wie eine kontinuierlich durchgeführte geistige Okkupation aus. Der entscheidende Umbruch war "68". Danach hat es wenige unbedeutende Rollbacks gegeben, aber im Großen ist es sehr konsequent in die gleiche, falsche Richtung gegangen. So wurde selbst die Wiedervereinigung umstandslos ausgesessen und eingepreist - in eine umfassende Destruktion. Ich habe schon vor 50 Jahren in der Schule fast nur Müll vorgesetzt bekommen. Und schon damals waren die Ausländer und die Müllmänner die wahren Helden. Gut, man konnte laut und deutlich dagegenhalten und das hat man natürlich getan. Aber man kassierte dafür immer wieder abgewertete "Ideologie-Noten" und alle wußten, daß man auf der anderen Seite mit klaren Stellungnahmen für die RAF alle Sympathien auf sich zog.
Also: Für mich ist das Ganze eine Generationensache. Alles 68er und 68er- Prägung bei den jüngeren Wortführern. Die glauben z.T. irgendwo wirklich, daß sie prinzipiell die Guten sind und die anderen alle Nazis.
Clairvoyance
11. Mai 2016 17:41
Die von Hanns angeforderte »Erklärung« könnte folgende Form haben: So, wie es eine sich gleichsam von selber beschleunigende Dynamik der Umvolkung und der Abdankungsbereitschaft gibt (die alles sicher Geglaubte hinwegfegt, Heimatrecht, ethnische Identität und kulturelles Erbe beseitigt), so gibt es spiegelbildlich eine Dynamik der immer weiter um sich greifenden Analyse.

Wo Akif Pirinçci noch Phänomenologe ist, Sarkast, Pamphletist und Nostalgiker, der »verschmorte« Sicherungen beschreibt und blanken »Wahnsinn« am Werke glaubt, wird eine dritte, vierte und fünfte Welle von Analysen am Problem des BRD-Schuldkults weiterarbeiten. Andere Autoren und Redner mit einer weniger gemäßigten Perspektive (in Wahrheit ist der exzellente Essayist Pirinçci so moderat, wie ein gelernter Unterhalter nur moderat sein kann), müssen nun aufs Ganze gehen.

Denn was ist das Ganze? Das Ganze ist die Lügenmatrix von BRD-Kulturlügen. Der absurde Vorgang allein, daß nach dem Mai 1945 wirre und erfundene Propagandalegenden der alliierten Kriegführung einfach weiterbehauptet worden sind (und heute als Schulbuchwissen nachgeplappert werden), muß eben öffentlich als die Fälschung und die Umerziehungsgewalt gekennzeichnet werden, um die es sich handelt.

Das setzt eigenständige Recherche, eigenständige Lektüre, unbefangenen Geist und Mut voraus — also Fertigkeiten und Merkmale, die ganzen Jahrgängen von Pseudo-Intellektuellen, die die BRD-Lehranstalten heranziehen, weitgehend fremd sind. Ich nenne jetzt bewußt keinen einzigen Namen, auch keinen Buchtitel und kein Quellenwerk, weil dieser wesentliche Schritt des Selberdenkens eben nicht übersprungen werden kann.
Siddharta
11. Mai 2016 19:00
Pirincci stellt die Frage nach dem "Warum" und erklärt die Menschen für "krank im Kopf"? Der Maßstab für die Inferiorität der Deutschen ist kein materieller, der sich an der Anzahl von Reihenhäusern messen lässt, sondern ein moralischer. Wenn man vor dem zentralsten aller überflüssigen Mahnmale steht, wird einem das schnell klar. Pirincci ist klug genug, in dieser Richtung nicht zu argumentieren. Die Letztbegründung des Wahnsinns kann man aus diesem Grund bei ihm jedoch auch nicht finden.
Winston Smith 78699
11. Mai 2016 20:17
@ Hanns

Das Gefühl oder den Eindruck, daß so vieles nicht mehr stimmt oder nie gestimmt hat, dass man sich betrogen fühlt und die Welt nicht mehr versteht, teilen bestimmt viele. Nicht wenige hier sind wohl Weltbildwechsler, Lernende. (Man könnte mal eine Umfrage nach den persönlichen Erfahrungen anstellen, die den Einzelnen zum entsetzten Wundern, radikalen Zweifeln, schmerzhaften Umdenken gebracht haben.)

Wer kann mir dafür eine Erklärung geben?

Vielleicht fällt manchem der Versuch einer Erklärung leichter, wenn die Frage spezifischer gestellt ist. Geht es um das, was man in Schulen gelernt hat, oder um das, was man im Leben lernt? Geht es eher um Fakten und Theorien, oder eher um das durch eigene Erfahrung gewonnene Wissen um das Wesen der Menschen?

Brudergrüße ins heil'ge Tirol aus dem fränkischen (sic.) Sudetenland!
Milarepa
11. Mai 2016 20:33
Vorhin mache ich meine Haustür auf und Blicke auf die Strasse.
Just in diesem Moment stolziert ein "Neubürger" mit langem Salafistenbart und Pluderhosen, von enormer Weite, an meiner Haustür vorbei. Diese Arroganz, dieses feiste territoriale Gehabe, verblüfft mich immer wieder und macht mich zornig.
Nein, das gehört nicht zu Deutschland.
Die das meinen sind krank im Kopf.
Nordlaender
11. Mai 2016 20:36
@ Siddharta

"Pirincci ist klug genug, in dieser Richtung nicht zu argumentieren."

Wäre auch vermessen, das von ihm zu erwarten. Warum aber die unentwegten Verweise auf die Geschichte, wie sie uns die Alliierten gelehrt haben, z.B. auf gewisse Einrichtungen, die "leider außer Betrieb" seien?
Hätten es nicht room 101 oder von mir aus Gulag auch getan?

Und wenn sich ganze Massen mit bloßer Polemik ("krank im Kopf") zufrieden geben? Dabei geht es doch ganz konkret um den Erfolg Psychologischer Kriegführung.

Ein ziemlich dickes Brett wird hier gebohrt, ein brilliantes zeitgeschichtliches Dokument, daß u.a. auch auch die enge Verbindung von gewissen Seelen- und Sozialklempnern mit dem militärischen Komplex der VSA verweist

"Das Netz: Lutz Dammbeck und der Unabomber"

https://www.youtube.com/watch?v=fHxRuLT4FIE
Olaf
11. Mai 2016 22:35
@Großstatdpauker
Es müßte statt Kulturbolschewismus m. E. treffender Kulturmarxismus heißen: das wäre auch ein Erklärungsansatz für Hannes. Kulturbolschewismus war zur Zeit der Weimarer Republik, die BRD-Republik ist anders drauf:
http://pi-news.net/wp/uploads/2016/02/Pegida-Dresden-6.2.1667b.jpg

Aber schaut es derzeit nicht so aus, als ob im sogenannten „Mainstream“ Bewegung aufkommt?
http://www.welt.de/debatte/kommentare/article155231636/Angela-Merkel-ist-der-Krise-nicht-mehr-gewachsen.html

Sollte Merkel gehen bzw. gegangen werden – wer kommt dann? Schwarz-grün-rot?? Statt Groko nun also eine jämmerliche Koalition der Verlierer?
Das wäre zweifellos eine weitere Stufe abwärts, aber auch in Richtung Veränderung durch Verschlechterung der Verhältnisse …
Moritz D.
11. Mai 2016 23:02
Wen die Götter vernichten wollen, den machen sie zuerst wahnsinnig... wir müssen völlig wahnsinnig geworden sein.
Arminius Arndt
12. Mai 2016 07:56
Warum aber die unentwegten Verweise auf die Geschichte, wie sie uns die Alliierten gelehrt haben, z.B. auf gewisse Einrichtungen, die „leider außer Betrieb“ seien?
Hätten es nicht room 101 oder von mir aus Gulag auch getan?


Eine große Zahl der Deutschen befindet sich in einer "Hotel California" ähnlichen Situation

Some dance to remember
Some dance to forget


We are all just prisoners here of our own device.
In their masters' chambers, they gathered for the feast
Stab it with their steely knives but they just can't kill the beast


Es gab und gibt keine Psychohygiene fürs Volk - und so taumeln sie ihrem Untergang entgegen, auch wenn manche damit kämpfen.

Nordlaender,
in ihrem Kampf gegen die regelmäßige Evozierung des Untoten auch durch Rechte, haben Sie Vorbildcharakter.

Mein Fazit:
Hilft alles nichts, salopp formuliert müssen wir endlich mal die Birne frei bekommen, die Analysecouch verlassen und nach vorne schauen.
Nordlaender
12. Mai 2016 09:18
@ Arminius Arndt

"Hilft alles nichts, salopp formuliert müssen wir endlich mal die Birne frei bekommen, die Analysecouch verlassen und nach vorne schauen."

Sie meinen also, man könne die Aufarbeitung der Aufarbeitung ohne fachmännische Hilfe bewältigen? Mein lieber Schwan!

http://www.taz.de/!5046013/

"Die Konferenz Aussöhnen mit Deutschland liegt nun ein Jahr zurück und hat nichts an ihrer Aktualität verloren. Die Rolle Deutschlands in der Welt und in Europa steht neu auf dem Prüfstand. Pegida und eine beunruhigende Fremdenfeindlichkeit zeigen, dass unaufgearbeitete und unbewusste kollektive Erinnerungen einer Willkommenskultur im Wege stehen, auf welche Menschen in Not in unserem Land hoffen."

https://www.youtube.com/watch?v=kQ0l5Qk6DtU
Gustav
12. Mai 2016 09:54
@ Hanns

Es gibt eine Sorte

Es gibt eine Sorte im deutschen Volk,
die wollen zum Volk nicht gehören;
sie sind auch nur der Tropfen Gift,
die uns im Blute gären.
Und weil der lebenskräftige Leib
sie auszuscheiden trachtet,
so hassen sie nach Vermögen ihn
und halten ihn gern verachtet.
Und was für Zeichen am Himmel stehen,
Licht oder Wetterwolke
sie gehen mit dem Pöbel zwar,
doch nimmer mit dem Volke.

Theodor Storm, Heiligenstadt den 19. Januar 1864

Wer kann mir dafür eine Erklärung geben?

Leseempfehlung:

Hans-Dietrich Sander
WESEN UND VERWESEN DER BUNDESREPUBLIK

http://www.hpatzak.de/homeupwigrd/wesen_verwesen_brd.pdf
ene
12. Mai 2016 10:17
Hanns,

was man im letzten Spätsommer erleben konnte, würde ich als Massenhysterie beschreiben. : Eine bedeutende Zahl von Menschen schwingt sich darauf ein ("besoffen" habe ich hier öfter gelesen), die Entwicklung erreicht einen Höhepunkt, es erfolgt unweigerlich der Absturz auf den Boden der Tatsachen. Ich habe es selbst erlebt, wie vormals ganz vernünftige Personen (nicht der Typ "naive 21jhr. Studentin") nur noch mit erregter Stimme sprachen, keine anderen Probleme mehr hatten als "helfen" zu wollen - und vor allem absolut nichts hören wollten, was gegen ihren seltsam gesteigerten und überdrehten Zustand gerichtet war. Nicht mehr ansprechbar.
Die Selbstreflexion, die Reflexion überhaupt war hinweggefegt.
Der Schreck darüber, einige mir vertraute Menschen so "verwandelt" zu sehen, sitzt mir heute noch in den Knochen.
Warum ich das nicht "mitfühlen" konnte, lag u.a. daran, daß ich dem Fernsehprogramm nicht gefolgt bin (mangels Empfangsgerät). Die Betroffenen haben Fernsehbilder wie eine Droge konsumiert. Das gestand mir auch neulich eine ältere Frau, die durch Alter und Lebenserfahrung zu den klardenkendsten Personen gehört, die ich kenne: "Ich habe ja tagelang nur noch vor dem Fernseher gesessen und geweint."

Wer so drauf ist, sollte dringend alle "Aus"-Schalter betätigen und an die frische Luft gehen. Gilt auch für das Internet, übrigens!
Exmeyer
12. Mai 2016 11:02
Noch @ Nordlaender

Ich betrachte das Bild von Gesine S. in dem von Ihnen verlinkten taz-Artikel "Aussöhnen mit Deutschland" oder gar den derzeiten Bundesvorsitzer. Daneben stelle ich mir die Person vor, die als Größter Untoter aller Zeiten diejenige war, die am häufigsten das Deckblatt der Spiegel-Illustrierten zierte.
Wie müßte alleine aufgrund der Physiognomie und gesundem Bauchgefühl eine hypothetische Wahl zum Bundespräsidenten ausfallen?

Wir leben in Zeiten, in denen das Häßliche obsiegt. Aber nicht von Natur aus. Sondern weil alle Kräfte und Mächte gleichzeitig an der Disgenese dieser Welt arbeiten. Dächte man sich diese Einrichtungen weg, sie würde einfach einen "normalen" Gang gehen.
Deren Mittel ist ja recht einfach und durchschaubar: Umdrehen der Verhältnisse. D.h.: Häßliches und Unfunktionelles mit Gewalt als die Norm und Ästhetisches und Funktionelles mit Gewalt als "primitiv" oder "das Böse" darstellen.
Primitiv. Und wer darauf reinfällt, ist doch nicht ebenbürtig.

Andererseits sind die Apologeten der Disgenese ja ebenfalls eine uralte, ja fast schon natürliche Herausforderung. Als "Oberpreuße" ich den Preußen allerdings wenig dafür dankbar, daß sie die jahrhunderte/jahrtausende alten Standardverfahren zur Eindämmung der Apologeten der Disgenese wegemanzipiert haben.
Damals war es ein Fehler. Nach 1945 ist es Prinzip.

Sie verstehen, daß ich unter "Aussöhnen mit Deutschland" persönlich etwas ganz anderes verstehe. Es ist mir ganz nach der taz bis heute unmöglich, mich mit den "Aussöhnlern" zu versöhnen. Unerträgliche Vorstellung. Und diese machen in der wahrgenommenen BRD-Welt die Mehrheit aus. Mit denen versöhnen? - Daß ich nicht lache.

Würde ich reale Politik betreiben wollen, so müßte man sich mit den gemäßigten Aussöhnlern wohl irgendwie aussöhnen. Das ist mir allerdings nicht gegeben.
Pit
12. Mai 2016 11:03
Warum passiert es? Machtgründe:

Gruppe = stark. Einzeln = machtlos.
Identität = Gruppe, Zusammengehörigkeit

-> daher: zerstöre die Identität = zerstöre die Gruppe = zerstöre die Macht des Gegners, mache den Gegner machtlos

DARUM dürfen wir keine Weißen sein, keine Identität als Weiße haben, darum wird Weiße Identität diffamiert und dämonisiert.

Ich will, daß wir Weißen uns als Gruppe verstehen, und unser Gruppenintresse vertreten: und das ist FORTZUBESTEHEN ! DAS ist das entscheidene Interesse jeder Entität, DAS wird uns verweigert im White Genocide !
Nordlaender
12. Mai 2016 12:28
@ Exmeyer

"Wir leben in Zeiten, in denen das Häßliche obsiegt. Aber nicht von Natur aus. Sondern weil alle Kräfte und Mächte gleichzeitig an der Disgenese dieser Welt arbeiten. "

Gibt nun schon jede Menge gutdraufe wie auch spannende vierzig-, fünfzig- und sechzigjährige Jugendliche. Der schönere Ausdruck unterscheidet (lat. discriminare) den Sprecher von dem gar zu Saloppen und dem radebrechenden Welschtümler.

Der ewigheutige Fortschrittler muß in irgendeiner Form, ob nun über sein Gewand (Tragen der Nietenhose als Demokratenuniform), seine Körpersprache oder seine Sprache die Geste "Ich bin wie du!" ableisten. Es stimmt den Ressentimentanfälligen froh, wenn er da einen führenden Politiker sieht, der sich kaum besser ausdrücken kann als er selbst. Eine schönes Gefühl, im Grunde hätte man selber an dessen Stelle auftreten können. Nichts Neues seit Platon ("Der Staat"), Demokratie muß eine Abwärtsspirale nach sich ziehen.

"... der Vater gewöhnt sich an Gleichberechtigung mit seinen Kindern und hat Furcht vor seinen Söhnen. Der Sohn hat weder Ehrfurcht noch Scheu vor dem Vater und den Eltern. So ist er frei! Der Metöke gilt soviel wie der Bürger und der Bürger soviel wie der Metöke, ebenso auch der Ausländer. ...
Der Lehrer fürchtet ... die Schüler und schmeichelt ihnen; die Schüler achten Lehrer und Erzieher gering. Überhaupt, die Jüngeren stellen sich den Älteren gleich und treten gegen sie auf, in Wort und in Tat. Die Greise setzen sich zu den Jungen und sind freundlich und gefällig. Sie richten sich nach ihnen, damit man sich ja nicht für unliebenswürdig und herrisch hält. ...
Den höchsten Grad hat die allgemeine Freiheit, die sich in solchem Staate entwickelt, aber dann erreicht ... , wenn die gekauften Sklaven und Sklavinnen nicht weniger frei sind als ihre Käufer. Wie weit es mit der Gleichberechtigung und Freiheit im Verhältnis der Frauen zu den Männern und der Männer zu den Frauen dann geht, hätte ich fast vergessen zu sagen. ...
Wer es nicht sieht, glaubt es nicht, wieviel freier hier die Tiere gehalten werden als anderswo. Die Hündinnen sind, wie das Sprichwort sagt, nicht anderes als Herrinnen. Pferde und Esel gehen ganz frei und stolz einher und schlagen nach dem Vorüberkommenden, wenn er Ihnen auf dem Wege nicht Platz macht. Und so wird eben alles durch und durch frei!"
Und was die Hauptsache von dem allen ist: die Seele der Bürger wird schwächlich! Sie erzürnen sich und können es nicht vertragen, daß man nur ein wenig Unterordnung von ihnen verlangt. Am Ende beachten sie dann ... auch die Gesetze nicht mehr, weder die geschriebenen, noch die ungeschriebenen. Es soll keiner in irgendeinem Sinne ihr Herr sein."

Der Staat, achtes Buch, XIV
Langsax
12. Mai 2016 14:22
Heinrich Hoffmann von Fallersleben:

Der deutsche Philister, das bleibet der Mann
auf den die Regierung vertrauen noch kann
der passet zu ihren Beglückungsideen
der läßt mit sich alles gutwillig geschehn

Befohlenermaßen ist er stets bereit
zu stören, zu hemmen den Fortschritt der Zeit
zu hassen ein jegliches freies Gemüt
und alles, was lebet, was grünet und blüht

Sprich, deutsche Geschichte, bericht es der Welt
wer war doch dein größter berühmtester Held
Der Deutsche Philister, der Deutscheste Mann
der alles verdirbt was man Gutes begann

Was schön und erhaben, was wahr ist und recht
das kann er nicht leiden, das findet er schlecht
so ganz, wie er selbst ist, so kläglich, gemein
hausbacken und ledern soll alles auch sein

Solange der Philister regieret das Land
ist jeglicher Fortschritt daraus wie verbannt
denn dieses erbärmliche feige Geschlecht
das kennet nicht Ehre, nicht Tugend und Recht

Du Sklav der Gewohnheit, du Knecht der Gewalt
käme dein Simson, o käm er doch Bald
Du Deutscher Philister, du gräßlichste Qual
o holte der Teufel dich endlich einmal

Doch leider hat Beelzebub keinen Geschmack
an unsern Philistern, dem lumpigen Pack
und wollten sie selber hinein in sein Haus
so schmiß der die Kerle zum Tempel hinaus)

8. Juni 1843

und vertont:
https://www.youtube.com/watch?v=F8q-b2baH4g

Wenn wir die Philister nicht fortjagen, dann werden WIR untergehen!
Hanns
12. Mai 2016 18:47
@allen Kommentatoren

sage ich herzlichen Dank für viele Hinweise, Anregungen, Ideen!!!

Und ich sehe, nicht nur ich habe ein Problem mit den derzeitigen Zuständen in meinem Heimatland. Auch wenn ich dort nicht mehr lebe(n muß).

@Winston Smith 78699
Die Grüße gebe ich sehr gern zurück :-)
Und das Heil'ge Tirol ist tatsächlich noch etwas "heiler". Vor allem wenn wir ab nächster Woche einen neuen Präsidenten Hofer haben.

@Gustav
Vielen Dank für die Leseempfehlung :-)

@ene
Wer so drauf ist, sollte dringend alle „Aus“-Schalter betätigen und an die frische Luft gehen. Gilt auch für das Internet, übrigens!

Ich habe seit 20 Jahren kein Fernsehgerät mehr. Ja, Massenhysterie wie früher bei einem Rockkonzert…vielleicht ist es das.
Hanns
12. Mai 2016 20:26
@Gustav

Ich habe den Text gelesen.

Und dann unter Wikilügia gelesen, daß Hans-Dietrich Sander ein rechtsextremer Publizist sei.

Ja, der Text zeigt einiges auf. Von vielen Einzelheiten habe ich schon vor Jahren gelesen, aber nicht so im Zusammenhang.
Zu Anfang mochte ich diese Einzelheiten nur schwer glauben. Aber inzwischen bin ich von den beschriebenen Zuständen überzeugt. Gerade weil es so gut zu den Geschehnissen der letzten Monate und Jahre paßt.

Und es bestärkt mich nachträglich in meinem vor ca. 7 Jahren gefaßten Beschluß, aus diesem Staat auszuscheiden. Damals war es mehr Instinkt und Viertelwissen. Was ich dann auch konsequent durchgezogen habe. Bis es mit der Zeit etwas "schwieriger" wurde und mich veranlaßte, vor 3 Jahren Deutschland für immer zu verlassen.

Daher interessiert mich das Geschehen "eigentlich" nur noch am Rande. Aber Deutschland war und ist vielleicht noch immer ein bißchen "Vaterland"...
Aber auch das "Vaterland" kann mich nicht dazu verleiten in diesem durch abartige Hochverräter zerstörtem Konstrukt weiter zu leben und diese Machenschaften auch noch mit meiner Hände Arbeit zu finanzieren.

Ich wünsche Ihnen alles Gute.
niekisch
12. Mai 2016 20:47
„Pirincci ist klug genug, in dieser Richtung nicht zu argumentieren. Die Letztbegründung des Wahnsinns kann man aus diesem Grund bei ihm jedoch auch nicht finden.“
@Siddharta: Leider werden wir uns mit der Letztbegründung beschäftigen müssen. Zumindest E i n e r hat es schon getan und die beiden Texte „Manifest der abendländischen Front“ und „Was tun?“ verfaßt. Er nennt das Mysterium des Geistes, das am überflüssigen Mahnmal in Beton gegossen ist.
Wenn wir die Wahrheit nicht aussprechen, dann erstickt uns die Lüge.
Stil-Blüte
12. Mai 2016 20:57
Auffällig, jedenfalls für mich, wie wir Deutschen doch alles, was mit 'Arbeit' (etym. ursprünglich Mühe, Plage) zu tun hat, aufnehmen. 'Tag der Arbeit/er' - NS, DDR. Im Westen nach dem Kriegmit Mitscherlichs (?) Aufforderung zur 'Trauerarbeit'; kam doch alles Übel von der Unfähigkeit, nicht etwa zu trauern, sondern von der Unfähigkeit zur 'Trauerarbeit'.

Weiter: Jedweder Therapeut fordert sein Gegenüber irgendwann einmal auf, 'an sich zu arbeiten'; jeder Physiotherapeut bringt uns bei, an unserem Körper, unserem Gewicht, unserem Bauch 'zu arbeiten'

Und ohnehin von höherer Stelle gefordert, Geschichte/Vergangenheit/Holocaust/ Kolonialzeit permanent 'aufzuarbeiten'. Alle naselang insistiert irgendeine Instanz, unsere Kindheit, unsere Ehe, unsere Probleme ebenfalls 'aufzuarbeiten'. Und auf den Ämtern werden Nachfragen, Anträge, Absagen mit 'wir arbeiten dran' verschoben.

Gibt es eine Beziehung zu Jüngeres 'Arbeiter'?

@ Nordlaender
Danke für 'Das Netz' von Lutz Dammbeck. Sehr komplex

Kein Land, das sich besser als Experimentierfeld zur Psychologischen Kriegsführung eignet als Deutschland Achtundsechziger, Frankfurter Schule - erst von oben, dann Masseneinwanderung von unten: Wir arbeiten dran, wir verarbeiten das, wir arbeiten am Menschen, wir arbeiten 'hart'.
Herr K.
12. Mai 2016 21:05
...ob die x-te Analyse der Situation die erhoffte Wende im Revoltieren gegen den Austausch bringt - weiß ich nicht.
Ich fände es sinnvoll, gemeinsam zu definieren, WAS man den nun will. Dann kann man auch überlegen, WIE man dort hinkommt...

Man verzeihe mir den unorthodoxen Vergleich: Es ist wie auf dem Spielplatz. Jemand hat einem etwas weggenommen. Jetzt kann man natürlich darüber philosophieren, wie das geschehen konnte, die gewiefte Technik beschreiben, mit der das geschah und fordern es wieder zu bekommen etc. Es ist ja auch ungerecht und nicht in Ordnung, dass das passiert ist. Stimmt.
Man kann aber auch überlegen, wie man es zurück bekommt und dann gut aufbewahrt. ABER: es erstmal zurückbekommen.
Kaliyuga
13. Mai 2016 00:04
Dem Hanns:

Sie sehen das Echo Ihres Beitrags.

Nach Herder ungleichzeitig das Gleichzeitige.

Ihre Erfahrung ließ sich, für Deutsche wohl doch überraschend, vor wenigstens 15 Jahren für wacheres Gemüt bereits mühelos in italienischen Metropolen machen.

„Non riconosco più il mio quartiere“, so eine Mailänder Schriftstellerin zu Beginn des Jahrtausends im Corriere della Sera. Und das Quartier dieser Dame war vormals eines der eleganteren der Stadt, just etwas nördlich der bekannten Piazzale di Loreto, an der maßlos gewordenes Volk 1945 den schon toten Mussolini kopfüber hängen ließ.

Um diese Zeit, es war der Herbst 2001, half ich, etwa ein Stadion südlich, am pulsierenden Corso Buenos Aires einer alten Blinden über die Stufen der Metropolitana hinauf und über die Straße. Das Gespräch fiel dabei auf die Zeit. Sie, die Blinde, die nichts mehr sah, aber wohl umso mehr spürte, meinte, das Fieber, das uns nun schüttle, müsse doch auch wieder vergehen.

Noch ist nicht die Zeit. Die Invasoren haben kraft unserer eigenen Dekadenz weitere Viertel erobert. Mein ehemaliges, nach einem der größten Geister in der Nachfolge des Gekreuzigten benannt, ist heute: indisch. Vordem aber meinte meine alte Nachbarin, in einer Mischung aus Unbehagen und einem leichten Anflug von Stolz: È una scelta. Die moderne Frau könne nun eben zwischen Mutterschaft und carriera wählen. Der alte Schuster gegenüber machte das, in der Weisheit eines einfachen, nicht weiter verbildeten Arbeiters am fahl gewordenen Mann fest. Sein Laden ist längst zu.

Was bleibt? Das Gebet, das durchdringt, (selbst) Ernst Jünger gibt hier Hinweise; die Schönheit im Leuchten der Augen eines Kindes; das Einnehmende, mit dem sich eine Frau ihr volles Haar richtet, am Morgen die Blumen in der Vase arrangiert oder im Vorbeigehen im Nicht-herschauen und Niederschauen eben herschaut; der Ernst, mit dem ein Trupp von Männern eine Turbine montiert oder ein schweres Kabel legt; der Arzt, der am spartanischen Schreibtisch, im Gegenlicht eines Nebeltags das Vermögen ins Eigentliche der menschlichen Natur mitbringt und Gabe hat, die Metaphysik der Geschlechter aufzufassen. Der an den Rollstuhl gebundene und von diesem Joch gereinigte Priester, der in der Predigt von Männern berichtet, die heute mehr als die Frauen, sich vor seiner Kirche bekreuzigten.

Im Infinitesimalen der Keim zur Gesundung.
Frank
13. Mai 2016 00:41
Ich habe als junger Mann von 17 Jahren die Erfahrung der Obdachlosigkeit machen müssen, was in einem tiefen und nunmehr über 20 Jahre andauernden ideologischen Konflikt zwischen meinem Vater (ehem. radikaler 68er, nunmehr gutbürgerlich "linksintellektuell") und mir begründet liegt.
Jedenfalls eskalierte die Situation dergestalt, dass ich mich zu Zeiten der Anfänge des Balkankrieges auf der Straße wiederfand, wo ich mehr oder minder ein dreiviertel Jahr verbrachte. Nicht immer war es möglich bei Freunden oder Bekannten unterzukommen, sodass ich wortwörtlich auf der Parkbank schlief.

In dieser Zeit machte ich selbstredend auch Erfahrungen mit den Sozialämtern und der Tretmühle, in welcher sich jemand "ganz unten Angekommenes" befindet. Ohne Aussicht auf Verbesserung der Situation.

Auch damals wurden Neubauten für Flüchtlinge, Aussiedler usw. hochgezogen, für Deutsche war kein Platz. Ein Sozialamtsmitarbeiter brachte sein Unverständnis zum Ausdruck und verstand die Sachlage nicht. Mir, als jungem deutschen Obdachlosen, war ihm nicht zu helfen möglich, während in Sichtweite Ankömmlinge in Neubauten einquartiert wurden. Ich traf ihn Jahre später zufällig wieder, an seinem Unverständnis hatte sich nichts geändert.
Alternativ konnte er mir damals nur eine Obdachlosenunterkunft anbieten, was ich jedoch ablehnte, da ich die Verhältnisse kannte. Ich habe diese zuvor einmal reinigen sollen, damit ich meinen Tagessatz von seinerzeit (erinnerungsweise) etwa 17 DM erhielt, verweigerte jedoch den Dienst, nachdem ich dort Kot (nicht nur) von Ratten und deutlich benutzte Unterwäsche vorfand. Meine Bemerkung, dass erstmal der Kammerjäger vorstellig werden solle, wurde abfällig von einem anderen Beamten kommentiert und von diesem letztendlich als "Arbeitsverweigerung" ausgelegt - was zur Folge hatte, dass ich kein Geld erhielt.
Es wurden auch damals Reisebusse mit Flüchtlingen zum Amt gekarrt, man war ähnlich bemüht wie heute. Zum Beispiel auch an jenem Tage, an welchem mir der Tagessatz verweigert wurde. Die Nacht habe ich hungrig in der Eingangshalle einer Sparkasse verbracht. Ich gehe nicht davon aus, dass die Ankömmlinge sich in einer vergleichbaren Situation befanden.

Natürlich machte mich das wütend, natürlich trug es nicht dazu bei, dass ich meinen Frieden mit der Verlogenheit dieses Systems und seinem Establishment machen konnte. Bis heute nicht, da ich u.a. durch die Erfahrungen in dieser Zeit äußerst sensibilisiert bin. (Den Aus(f?)stieg schaffte ich nebenbei nur durch einen guten Freund, der mir Obdach und vor allem eine Meldeadresse bot.)

Diese Sensibilisierung führt dazu, dass ich auch die heutige Situation sehr deutlich wahrnehme und daher weiß, dass sich schlußendlich nichts verändert hat. "Unsere" Abgestürzten, ob selbstverschuldet oder situativ bedingt, sind die in jeder Form Abgehängten. Sie gelten als faktisch überflüssig, wohingegen sich jede Form der Hoffnung und Energie in "den Neuen" bündelt. Derjenige, der im Hamsterrad der Ellenbogengesellschaft - oder der Konformität - nicht Tritt zu halten weiß, wird gnadenlos aussortiert und sich selbst überlassen. Der Aufwand, sich um seinesgleichen zu kümmern, ist größer, als "die Neuen" wunschgemäß zu formen und in die folgsame Spur zu bringen.

Ich bin heute Vater zweier Töchter, beruflich durchaus gut aufgestellt. Aber ich weiss, wie schnell es wieder vorbei sein kann. Kündigung, Schicksalsschlag, Schlaganfall, psychischer Zusammenbruch o.ä. - in meinem Bekanntenkreis kann ich all das beobachten (und leider nur bedingt helfen). Der Absturz kommt schneller und brachialer als man sich vorstellen mag. Und wahrlich: Das angebliche Netz, welches einen dann auffängt, ist löcherig - und (sehr) durchlässig.

Aber was kümmert's: Beklatschen wir "die gesunden Neuen", die künftige Hoffnung.

Und nein, ich finde keinen Frieden mit diesem System und seinen Pharisäern!
Hanns
13. Mai 2016 12:14
@Kaliyuga

Was bleibt? Das Gebet, das durchdringt, (selbst) Ernst Jünger gibt hier Hinweise; die Schönheit im Leuchten der Augen eines Kindes...


Vielen Dank für Ihren Beitrag, die hoffnungsvollen Sätze!

@Frank

Und nein, ich finde keinen Frieden mit diesem System und seinen Pharisäern!


Der letzte Satz ist die Quintessenz die wir alle ziehen sollten.
Friede den Hütten! Krieg den Palästen!
„Der Hessische Landbote“
Georg Büchner

Heute mehr gültig denn jemals zuvor!
Valjean72
13. Mai 2016 13:01
@Frank:

Vielen Dank für den geschilderten Einblick.

Und nein, ich finde keinen Frieden mit diesem System und seinen Pharisäern!


Das geht mir ebenso. Zwar bin ich als alleinverdienender Familienvater ins System eingebunden aber Identifikation mit den herrschenden Zuständen und Strukturen ist keine (mehr) vorhanden.
Exmeyer
13. Mai 2016 13:18
@ Nordlaender

"Demokratie muß eine Abwärtsspirale nach sich ziehen."

Demokratie ist Vorwand, Abwärtsspirale der Zweck. Schon immer. Von immer den gleichen.
Sie verstehen gewiß, weshalb ich immer auf Seiten der Aufwärtsspirale stehe. Es ist mir dabei gleich, ob der Adler auf Brust oder Ärmel gestickt ist. - Das wirkliche Gegenteil zur Nietenhose.
Und wenn der Adler gar nicht zu finden ist, so wäre es mir auch gleich - solange es sich um eine Aufwärtsspirale handelt.
Handelt es sich aber nicht. Und zwar gar nicht. Grundsätzlich nicht.

Ja, dem Dank für den Hinweis auf Dammbeck kann ich mich nur anschließen. Nicht deswegen, weil man all dies nicht wußte, sondern weil Dammbeck diese Thematik (auch über Fuchsberger) so breit und unbetroffen, beobachtend Dritten näherbringt.

Ja, der Verrat ist tief. Er IST die Bunterepublik.
Hanns
13. Mai 2016 13:33
@Valjean72

Zwar bin ich als alleinverdienender Familienvater ins System eingebunden aber Identifikation mit den herrschenden Zuständen und Strukturen ist keine (mehr) vorhanden.


Danke, für diese klare Erkenntnis.

Das heißt, in Deutschland kann man weder seine Meinung noch die Wahrheit sagen.
Das nennt man dann Meinungsfreiheit und Demokratie!


Und genau darum sind die von mir im zweiten Kommentar angefragten Zustände so wie sie sind. Genau aus diesem Grund.

Ich danke Gott, daß ich nicht in der gleichen Lage wie Sie bin sondern vor 3 Jahren Deutschland verlassen konnte und mich jetzt in einem tatsächlich freien Land einer halbwegs gelassenen Lebensweise erfreuen kann.

Sie tun mir leid (das meine ich alles andere als sarkastisch!) und ich wünsche Ihnen alles Gute.
ene
13. Mai 2016 13:58
Stilblüte,

versuchen Sie einmal probeweise, die von ihnen genannten Formulierungen in eine andere Sprache zu übersetzen! dann wird diese Obsession noch deutlicher.
Übrigens: "Leistung" ist auch so ein Wort. Überall "Leistung".
Nordlaender
13. Mai 2016 15:12
@ Exmeyer

"Ja, dem Dank für den Hinweis auf Dammbeck kann ich mich nur anschließen. Nicht deswegen, weil man all dies nicht wußte, sondern weil Dammbeck diese Thematik (auch über Fuchsberger) so breit und unbetroffen, beobachtend Dritten näherbringt."

"Das Netz" geht manchen Dingen schon sehr gründlich nach, nähert sich der Tiefe des Wiesengrundes. Habe den Eindruck, daß Kurt Levin, der Gestalttherapie und Gruppendynamik in die Wege geleitet hat, im Vergleich zu den führenden Figuren der Frankfurter Schule so gut wie unbekannt ist.
Diese Gruppendynamik findet ja nun keineswegs nur in den Praxen irgendwelcher Seelenklempner statt, sondern ist in alle möglichen Bereiche eingedrungen, die Kirchengemeinden, die Quasselrunden in den Wahrheitsmedien, den Schulunterricht (berühmte Stuhlkreisreihe), die Parteien (Latex-Politikerin in der CSU). Gruppendynamik strebt gezielt Vernichtung von Verbindlichkeit an, züchtet
isolierte Subjektivität heran. Zusammengehalten werden die herausisolierten Atome nun, in dem man ihnen die weibliche Tugend der Kommunikation als Wert an sich verhökert.
Valjean72
13. Mai 2016 17:22
@Hanns:

Sie tun mir leid (das meine ich alles andere als sarkastisch!) und ich wünsche Ihnen alles Gute.


Nein, nein es besteht überhaupt keine Veranlassung Mitleid mit mir zu empfinden.

Ich lebe und arbeite seit nunmehr 10 Jahren im benachbarten Ausland für eine deutsche Firma, habe eine Vielzahl deutscher Kollegen, Mitarbeiter und auch die Firmenleitung ist überwiegend deutsch.

Beruflich bin ich über Lieferanten- und Kundenbeziehungen sehr stark mit deutschen Firmen "vernetzt" und familiär sowieso nach wie vor. Die Vorstellung zurückzukehren habe ich nie abgelegt, es war auch nie mein Ziel gewesen auszuwandern, es reizte mich schlicht die berufliche und auch die persönliche Perspektive.

Es ist aber so, dass ich mich hüte meine Auffassungen zu Politik und Weltgeschehen beim kleinen Gespräch in der Kantine, Geschäftsessen oder nach Verhandlungsgesprächen gänzlich kund zu tun. Gelegentlich äußere ich hie und da ein kritisches Wort, auch um zu verstehen zu geben, dass es durchaus andere Auffassungen gibt als in der veröffentlichten Meinung breit Getretene. So wissen die Menschen, die beruflich viel mit mir zu tun haben zumindest, dass ich der offiziellen Politik (BRD/EU/USA) kritisch gegenüberstehe. Insgesamt allerdings gibt man sich vorsichtig und so geht es wohl vielen Menschen.

Eine Ironie dabei ist, dass ich früher evtl. aufpassen musste nicht als „Sozi“ zu gelten, durch all zu viel Verständnis für Arbeitnehmerbelange und einer kritischen Position zur volkswirtschaftlichen Wachstumsfixierung. Heute gilt es eher nicht als Rechter (=Rechtsradikaler) und Rassist zu aufzufallen.

Aber auch ich merke eine Veränderung um mich herum: der Welcome-Refugees-Wahn ist zum größten Teil verschwunden. Da sich aber alle mehr oder weniger im beruflichen Hamsterrad befinden, begnügen sie sich neben leichter Zerstreuung mit dem Konsumieren der Massenmedien.
Ein grundsätzliches Reflektieren oder Hinterfragen findet in meinem beruflichen Umfeld nicht statt.
Freier Mensch
13. Mai 2016 18:13
Das Problem sind die Medien die den Leuten immer und immer wieder das Bild von dem bösen bösen rechten Pack vermittelt. Ich habe gerade eine Diskussion gesehen (WDR ist der Islam gefährlich) dort war das Bild ganz klar. Die Leute haben Angst vor dem Islam, aber noch mehr vor den rechten.

Das ist es also, die Medien schüren das und die sind es auch schuld. Die Massenhysterie kommt nur von den Medien. Viele schauen nur ARD ZDF und werden jeden Tag bearbeitet. Böse Rechte, gute linke und tolle Grüne welche deutschland in wirklichkeit abschaffen wollen. Das weiss aber keiner oder will keiner sehen. Ich frage mich immer wieder, wer wählt Grün? Wer ist so dumm?
Warum sieht keiner was los ist. Und ich fühle mich alleine gegen 1,5 Mil. Araber. Was soll ich nur tun? Warum geht keiner auf die Strasse?

Denkt mal nach, das Problem sind die Medien, die gilt es zu stürzen.
tOm~!
13. Mai 2016 20:26
Der Landsmann Niklas P. ist tot.

Totgetreten von deutschsprachigen Migranten-Bengeln.

Keiner weiß wie nahe mir das geht.

Diesem unschuldigen Opfer widme ich die Bach-Kanate BWV 21, möge sein Opfer nicht umsonst gewesen sein.

Natürlich dürfen aufRECHTE Bürger jetzt daraus kein politisches Kapital schlagen, das wird mit Respekt vor den Angehörigen untersagt.

Sei es drum. Ich trage seit heute Mittag einen ähnlichen Haarschnitt, wie mein Großvater vor über 70 Jahren.
Stil-Blüte
13. Mai 2016 23:53
@ Nordlaender
Diese Gruppendynamik findet ja nun keineswegs nur in den Praxen irgendwelcher Seelenklempner statt, sondern ist in alle möglichen Bereiche eingedrungen...


Das stimmt! Und schlimmer als gedacht, da es unseren Alltag als Angebot, Hilfe, Heilung, well-ness infiltriert. 'Kommunikation' zu ignorieren, ist nicht so leicht, hat sie sich doch bis in den letzten Winkel unseres Lebens und unserer Sprache unbemerkt eingeschlichen.

Unbemerkt? Etliche Signale wie Kommunikation/kommunizieren, bipolare Störung, burn-out , Trauma, Stress, Gruppendynamik, Stuhlkreis, Esoterik, Helfersyndrom, machen mich stutzig. Ich wünschte, ich würde sie besser wahrnehmen. Eine rote Liste nichtssagender, ganz flach gehaltener Begriffe und Muster, vor denen ich mich (und andere sich) hüten sollten, wäre das was?
Nordlaender
14. Mai 2016 12:28
@ Stil-Blüte

"‚Kommunikation‘ zu ignorieren, ist nicht so leicht, hat sie sich doch bis in den letzten Winkel unseres Lebens und unserer Sprache unbemerkt eingeschlichen."

"Eine rote Liste nichtssagender, ganz flach gehaltener Begriffe und Muster ..."

Ganz im Gegenteil.Kommunikation ist ein überaus konkretes Format der Psychologischen Kriegführung mit dem Ziel der Zersetzung, der Zerstörung von Ordnung, das man unbedingt einer Tiefenanalyse unterziehen sollte. Im Reiche der Kommunikation verschwinden zur Gänze virile Akte wie z.B. die des Befehlens, Überzeugens, des Missionierens (des Verkündens einer Botschaft), des Hauens und Stechens im Rahmen gravierender Meinungsverschiedenheiten. Es gibt damit keine sichtbaren Subjekte mehr, keine Träger von Macht, die zur Verantwortung gezogen werden können.

Die Kommunizierer werben für das Containment. Selbiges impliziert, daß ich mich mit meinem Gegenüber nicht etwa streite, sondern
einen inneren Raum für ihn und seine Ideen einräume, der auch aufrecht erhalten bleiben soll, wenn das Gespräch zunächst einmal beendet ist. Diese Methode konsequent befolgt führt dazu, daß allmählich alle anständigen Demokraten in allen anständigen Demokraten wohnhaft sind, alles wird Eines und löst sich damit auf. Optimale Bedingungen für die tatsächlichen Inhaber von Macht, die Obersten der Hierarchien nach Auflösung aller Hierarchien.

Gut, daß wir mal darüber geredet haben!
tOm~!
14. Mai 2016 13:02
Natürlich dürfen aufRECHTE Bürger jetzt daraus kein politisches Kapital schlagen, das wird mit Respekt vor den Angehörigen untersagt.


Genau dort tritt die extreme Verlogenheit der BRD zu Tage. Als nämlich wackere Patrioten in Clausnitz einen Bus mit Asylbewerbern blockierten, sprang im ganzen Land eine mediale Hetzjagd an und kein noch so kleiner Möchtegern-Journalist war sich zu schade, diese Aktion für den Wahlkampf auszuschlachten.

Würden Deutsche sich an "Flüchtlingen" vergehen und einen von ihnen aus Rache abmurksen, würde diese Nachricht überall in den Tagesthemen auftauchen und man würde versuchen maximales politisches Kapital daraus schlagen. Da würde keiner nach den Hinterbliebenen fragen, sondern darauf noch hinweisen, dass die noch im tiefsten Afghanistan hocken und jetzt im bösen Deutschland ihr Kind verloren haben.

Das ist die BRD im Jahre 2016. Krieg gegen das eigene Volk, von lebensmüden Gutmenschen, die den Ethno-Suizid herbeiwünschen, unbewusst gefördert und gedeckt und von der politischen Klasse und Medienschaffenden, als Auftrag durch die Besatzer, bewusst und skrupellos ausgeführt.
Hanns
14. Mai 2016 13:24
@tOm~!

Lieber tOm~!

Ich danke Ihnen für diesen Kommentar.
Es zeigt mir, daß neben so alten Trotteln wie mir auch noch einige wenige jüngere Deutsche nicht total verloren sind.

Aber es sind zu wenige, viel zu wenige. Halten Sie durch!

PS: Höre mir gerade die Bach-Kantate an.

Erster teil

1. Sinfonia
2. Chorus: Ich Hatte viel Bekümmernis in meinem Herzen
3. Aria (Soprano): Seufzer, Tränen, Kummer, Not
4. Recitativo (Tenor): Wie hast du dich, mein Gott
5. Aria (Tenor): Bäche von gesalznen Zähren
6. Chorus: Was betrübst du dich, meine Seele

Zweiter teil

7. Recitativo (Soprano, Bass): Ach Jesu, meine Ruh
8. Aria (Duet, Soprano, Bass): Komm, mein Jesu, und erquicke;
Ja, ich komme und erquicke
9. Chorus [+Chorale]: Sei nun wieder zufrieden, meine Seele
10. Aria (Tenor): Erfreue dich, Seele, erfreue dich, Herze
11. Chorus: Das Lamm, das erwürget ist
Hanns
14. Mai 2016 13:31
@Valjean72

Danke für die Antwort. Ich kenne diese Verhältnisse selbst aus meinem eigenen "früheren" Leben ganz gut.
Und verstehe Ihre Lage und ein ganz bißchen vielleicht Ihr Leben.

Aber:

Wie schön und wie natürlich könnte - nein müßte - es in einem Land mit angeblicher Meinungsfreiheit doch sein, wenn Sie Ihre Gedanken und Meinungen auch äußern könnten.
Und darüber mit Andersdenkenden sich austauschen könnten.
Ohne postwendend Freunde, Bekannte, Aufträge oder den Job zu verlieren.

Meinen Sie nicht auch?

Aber wie Sie schon gesagt haben, geht das ja nicht...

Ich empfinde das als sehr schade bzw. als Schande für ein angeblich aufgeklärtes und freies Land.

Aber Deutschland 2016 ist alles, nur nicht frei und aufgeklärt!
Andreas Walter
14. Mai 2016 13:32
Habe ich dir nicht schon vor ein paar Monaten bei der JF Trost zugesprochen, Akif, und prophezeit, dass in den nächsten Monaten Dinge in Deutschland passieren werden, wegen denen dein "Skandal" schon bald in Vergessenheit geraten, eine Nichtigkeit sein wird?

http://www.mdr.de/mediathek/mdr-videos/a/video-17422.html

Weil Deutschland nämlich ein Land ist, in dem nicht wahr werden darf, was nicht wahr sein soll.

Weil die Deutschen mit einer gewaltigen Lüge leben, die Wahrheit dadurch aber immer wertvoller, teurer wird. Auch, sie zu unterdrücken. Spiegelgesetze.

Sorge (fürchte) dich darum nicht. Es ist schon immer alles wieder ins Lot gekommen, und kommt darum auch diesmal wieder ins Lot. Naturgesetz.
Andreas Walter
14. Mai 2016 14:02
Jörg Baumann scheint sich nämlich nicht so ganz auf dem neusten Stand der Technik zu befinden. Mit GPR wurden in den letzen Jahren selbst noch im Tal der Könige in Ägypten mehrere neue Gräber entdeckt, die jetzt alle nach und nach erforscht werden sollen:

http://www.nicholasreeves.com/item.aspx?category=events&id=160

Auch ein Kriegsbeil kann nämlich erst dann endgültig begraben, wenn wirklich Frieden ist. Das war eben auch schon 1918 nicht der Fall, und auch 1945 war ein mit viel Gewalt erzwungener Frieden.

Oder hat Deutschland auch nur ein einziges mal ein Friedensangebot von den Alliierten während des Kriegs bekommen? Warum eigentlich nicht? Hab' zumindest noch nie davon gehört.
tOm~!
14. Mai 2016 17:40
@Hanns

Nichts zu danken.

Ansonsten müsste ich mich auch bei Langsax bedanken, der Hinweis auf das Fallersleben-Gedicht war eine tolle Anregung, gibt noch so unglaublich viel zu entdecken, daß es leicht fällt, den ganzen neumodischen, hauptsächlich aus den USA importierten oder inspirierten Dreck, zu meiden.

In nächster Konsequenz betrifft das natürlich auch McDonalds, Coca Cola und Starbucks, oder allgemein Produkte von Großkonzernen, die die Globalisierung mit allen Mitteln fördern.

Dazu noch die Glotze auslassen und die Volksverdummung nicht mehr an sich ranlassen. Irgendwo muss man schließlich mit dem Widerstand beginnen.

Und zur klassichen Musik zu finden, ist neben Literatur, sicherlich der beste Weg um sich zumindest geistig zu befreien.
Kaliyuga
15. Mai 2016 00:12
Werter Hanns,

(secondo Giovanni Battista o invece Apostolo?)

da Sie ja wiederholt vom „Heiligen Land Tirol“ schreiben, das sich von Fieberbrunn bis nach Reutte und von Kufstein bis Salurn erstreckt, und dabei jüngst auch Bezug auf den anstehenden zweiten Wahlgang zum Bundespräsidenten der Zweiten Republik genommen haben:

Der Herr, der just auf jenen Wahlplakaten ein unzureichend gefülltes Hemd mit vom Nikotin verfaulten Zähnen abgibt, auf denen er gerade einmal nicht die „Heimat“ usurpiert, sondern von „Kraft“ redet, am 11. Mai antwortete er doch in einer auf „DeinemKanal“ („in vier Sekunden kannst du (sic! Als ob wir uns kennten und mögen) zum Video wechseln“) erscheinenden Diskussion im Raiffeisen-Forum Wien mit seinem Kontrahenten Hofer, auf die Frage, ob er „gläubig“ sei, verquast, nicht vorhandenes Wissen vorgebend:

„Den Glauben an den einen, großen, womöglich (sic!) persönlichen Gott hab‘ ich verlorn‘, aber ich glaube an die Botschaft des Neuen Testaments“. Nicht als ob das nicht schon genug belastbarer Widerspruch in sich selbst wäre, kaum zehn Minuten später belegt er, proaktiv, und dabei pseudo-paulinisch mit den Mißlichkeiten der natürlichen Ehe kokettierend, von sich aus auf die „Homoehe“ eingehend, im Licht seines eigentlichen Unglaubens seine Mißachtung des hier wesentlichen Römerbriefs.

Schließlich bringt er auch noch jenen Sophisten „mit einem“, wie er, der Herr van der Bellen eben meint, "etwas komplizierten Satz“ (der Verneinungsstruktur wegen; ein wahrer Professor freilich, sofern er nicht durch Gleichheitsideologie zu seinem Amt kam, versteht ihn zweifellos bereits eine Nanosekunde nach Lektüre bzw. Gehör) zu Wort, der sich seit einigen Jahren auf dem Stuhl Petri als „guter Mensch“ inszeniert und für sog. „Menschenrechte“ eintritt. Lange abschüssige Piste von Ignatius von Loyola bis Carlo Maria Martini und Jorge Mario Bergoglio.

In Summe: der Grüne erscheint als stumpfe, wenig wache, mit eher durchschnittlicher Auffassungsgabe begabte Person, ein „Professor“, eben nach heutigen Maßstäben und Kriterien. Ergebnisspiegel jahrzehntelang betriebener Negativauslese.

Geschlossen werden soll aber mit einem Erlebnis, eigentlich „ad infinitum“ und als solches schillernd. Die aufgeweckte, allenfalls Vierjährige fiel mir heut‘ in der Stadt von ferne schon ins Auge. Beleg der Ge-danken zweier meiner Lehrer, J. Ortega y Gasset und J. Pieper, wonach die Lebendigkeit der Schöpfung sich auch heute nicht erschöpfen könne, es sei denn, der Schöpfer selbst nehme sie zurück. Eine Stunde später begibt es sich, die Säkularen würden es in wahrscheinlichkeitstheoretischer Arroganz und in ihrer Unkenntnis des Pascal „Zufall“ nennen, daß just diese Kleine mit ihren blonden Zöpfen mich auf einer Parkbank umturnt („complimenti signorina!“, bei meinem an einen Holzknecht alter Prägung erinnernden, recht grimmigen, vollbebarteten Aussehen). Bei ihrem Garnen stürzt sie, mei, Diarndl! Ich heb‘ das weinende Kind auf und übergeb‘s den Armen seiner von entfernt herbeieilenden Mutter. Nach einigen Minuten, wieder in „Strahlungen III“ des Ernst Jünger vertieft, hüpft das Wesen heran und moniert stolz, es habe geblutet. Zum Beweis wird mir, ohne weiteres das Hosenbein hochrollend und ohne Scheu in die Augen schauend, das Knie gezeigt, das freilich keine Spur von Körperflüssigkeit aufweist. Frühes weibliches Täuschungsmanöver? Nicht umsonst auch Verweis auf ihren jüngeren männlichen Spielkameraden, der "so komisch" sei. Schon verlässt sie mich und ist, freilich ganz in Nachahmung des vorgebenden Männlichen auch „so komisch“.

Die Wasser schwellen im Fluß, neuer Regen naht auch, überaus heiter verlaß‘ ich die Kinder und ihr Spiel, darin sich spiegelnd eine ganze wahre, unverfälschte Welt. Was braucht man, eigentlich, die Medien, um die Welt zu verstehn?
Hanns
15. Mai 2016 13:43
@Kaliyuga

Lieber Kaliyuga!

Ja, der von Ihnen so gut beschriebene alte Mann wird jetzt von allen Seiten in den Himmel gehoben. Ich will jetzt nicht von meinem Goslarer "Freund" Siggi reden.

Heute in der Tiroler Tageszeitung eine Aufzählung aller berühmten und berüchtigten Unterstützer dieser Canaille, wohlweislich und ausdrücklich mit dem Hinweis, wer gestern wieder neu für ihn aufgetreten ist und heute... und morgen auftreten wird. Ach nein, das wissen sie ja noch nicht.

Dann einige Seiten weiter unter den so sauber ausgewählten "Leserbriefen", 3 Stück an der Zahl, alle sehr langatmig (ca. 1/2 Seite in Summe), die natürlich alle 3 in aufopferungsvoller Pathetik auf die massive Bedrohung Österreichs und der Welt bei einer Wahl Norbert Hofers hinweisen.
Und "natürlich" keine Gegenstimmen bei den Leserbriefen. Aber das resultiert ja sowieso aus der Dummheit und Primitivität der Hofer'schen Wähler. Die können ja lt. Aussagen von "bedeutenden" Kunstschaffenden sowieso nicht bis Drei zählen...

Aber ich verspreche Ihnen eines: all diese Verdummung und Veräppelung der österreichischen Wähler wird nur ein Ergebnis bringen:

60% der Stimmen für Hofer. Und sei es nur aus Protest, Instinkt, Wut oder allem zusammen.
thotho
15. Mai 2016 16:29
im Großen ist es sehr konsequent in die gleiche, falsche Richtung gegangen


Noch ist nicht die Zeit.


Es ist wohl dem eigenen Horizont geschuldet, zu denken, mein Gott, wie schlimm kann es noch werden. Gut war es in den letzten Jahrzehnten in vielerlei Hinsicht noch nie. Das, was der Masse (damit aber unserem Volk) als "gut", "wahr", "zukunftsträchtig" etc. verkauft wurde, beschleunigt, in meinen Augen, unseren Untergang. Das Volk, in der Zwischenzeit davon begeistert, wähnt sich im Aufstieg, während es an Haupt und Gliedern krankt.

Und das Heil‘ge Tirol ist tatsächlich noch etwas „heiler“. Vor allem wenn wir ab nächster Woche einen neuen Präsidenten Hofer haben.


Ich wähle Hofer, ich bezweifle aber, dass das auch nur irgendetwas ändert. Ich wünschte es, aber seien wir realistisch. In Österreich gibt es seit 1945 eine "rechte" (wie man so schön sagt) Partei, die die Großparteien vor sich her treibe (wie man so schön sagt). In Wahrheit aber ist es in Wien gleich wie in Hamburg.
Hier erhebt sich also die Frage, ob die Oppositions- und Protestpartei (wie man so schön sagt) ein Widerhaken im System ist oder viel mehr Teil von ihm.
Zeitlupe
16. Mai 2016 11:30
Was Frank mit 17 erlebt hat,  ist immer noch brandaktuell.

Kürzlich im Hamburger Sozialamt. Schnippische Antwort auf die Frage eines Neu-Wohnungslosen aus besseren Verhältnissen: "Ihr Platz ist jetzt auf der Straße!" Anderswo ist der Ton freundlicher, aber das Ergenis dasselbe:"Wir haben nichts!"

Dies gilt interessanterweise nicht für die in Massen  illegal eingereisten Wohnungslosen. Vergleiche werden mit Hinweis auf die Unterschiedlichkeit der Verfahren abgewehrt. Ein Schoßhund ist eben nicht nur ein Hund.

Und da lädt das Auswärtige Amt mit roter Schrift nach Deutschland ein:

"Important Information for Syrian and Yemeni Citizens applying for National Visas !

Please take note that Syrian citizens , who have been living in Malaysia for a MINIMUM OF 6 MONTHS , can also apply for a national visa at the German Embassy Kuala Lumpur . Applicants who are currently living in Syria need to apply for their visas at German Embassies in Turkey or Lebanon .

Yemeni Citizens, who have been living in Malaysia for a minimum of 6 months , can apply for a national visa at the German Embassy in Kuala Lumpur . All others are advised to apply for their visas at German Embassies in the region (e . g . Gulf States , Saudi Arabia) .

This new rule will be implemented for appointments made after 05 . 01 . 2016 . Appointments, which have been made earlier , will still be available .

An application for a Schengen- Visa is possible at the German Embassy in Kuala Lumpur for Syrian and Yemenite citizens regardless of their domicile.

http://m.kuala-lumpur.diplo.de
A.H.
16. Mai 2016 12:01
Vielen Dank für das tolle Gespräch mit Herrn Pirinçci.
Ich bin das ein ums andere Mal in zustimmendes Gelächter ausgebrochen.
Leider habe ich es jetzt erst geschafft es anzusehen.
Ansonsten hätte ich gestern, beim Stadrundgang durch Berlin Köpenick und das besagte Rathaus, den Herrn Stadtführer zu den abgehangenen Aktzeichnungen befragt. ;-)

Mag sein Stil nicht jedem gefallen. Geschenkt.
Inhaltlich bringt er es auf den Punkt und seine "Bücherverbrennung " ist ein Skandal.
Welcher natürlich am verblendet, betreut denkenden Konsumenten vorbei geschieht und nickend toleriert wird.
Welch ein Armutszeugnis für diese.
Stil-Blüte
16. Mai 2016 18:35
@ Nordlaender

Kommunikation ist ein überaus konkretes Format der Psychologischen Kriegsführung mit dem Ziel der Zersetzung, der Zerstörung der Ordnung...


Ja, doch. Doch im Alltag wissen diejenigen, die 'kommunizieren' rein gar nichts von dieser Gefahr. Daher plädiere ich weiterhin für ignorieren, meiden.

..., das man unbedingt einer Tiefenanalyse unterziehen sollte.


Analyse ja, Tiefenanalyse nein.

Gut, daß wir mal darüber geredet haben.


Top! Dieser Satz gilt.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.