08. August 2016

"Akif auf Achse": gerade kontrovers genug!

von Nils Wegner / 13 Kommentare

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Nachdem Skandalautor Akif Pirinçci mit seinem fulminanten Buch Umvolkung endlich eine neue Heimat beim Verlag Antaios gefunden hatte, lag es nahe, seine gesammelten Beiträge für das Blog Achse des Guten gebündelt aufzulegen. Waren es doch diese Texte, die seinen Einstieg in das politische Schreiben bildeten und ihn so über ein belletristisches Publikum hinaus bekanntmachten. Und war es doch dort, daß Pirinçci erstmals zensiert wurde, weil seine kontroverse Schreibe "zu heiß" schien – Antaios jedenfalls bringt den Autor ungekürzt. Ellen Kositza stellt das Buch im kanal schnellroda vor:



Akif auf Achse vereint alle Achse-Texte des Autors. Hinzugekommen sind vier weitere Essays, darunter der Stein des Anstoßes: »Immer Ärger mit Jonny« entstand im Frühjahr 2013 unter dem Eindruck der Justizfarce gegen den Migrantenmob, der im Herbst 2012 den 20jährigen Jonny "K." Deipabba nahe des Berliner Alexanderplatzes ermordet hatte. Dieser wutschäumende Text Pirinçcis kann mit gutem Recht als Fortsetzung von »Das Schlachten hat begonnen« gelten, der unmittelbar zuvor für ein bundesweites Medienecho gesorgt hatte.

Eben deshalb entschied die Führungsriege der Achse des Guten um Henryk M. Broder und andere, den Text nicht zu veröffentlichen. Offensichtlich hört dort der Spaß an der Kontroverse auf, sobald wirklich essentielle Themen berührt werden – und positives Echo (inklusive Klickzahlen) ist wichtiger, als auch einmal den Finger in die Wunde zu legen.

In der vorliegenden Textsammlung Akif auf Achse erblickt der Text nun also exklusiv das Licht der Öffentlichkeit. Und auch der spezifisch deutsche Zeitgeist bekommt, wie schon in Die große Verschwulung, reichlich sein Fett weg – speziell in Kositzas Lieblingsaufsatz »Applaus, Applaus für den Sitzpinkler«. Film ab!

+ Akif Pirinçci: Akif auf Achse. »Das Schlachten hat begonnen« und andere Texte, Schnellroda 2016. 232 Seiten, 14 Euro – hier einsehen und bestellen!

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (13)

Urwinkel
08. August 2016 13:35
Ha! Akif knallt den Sportis eine rein. Eigentlich sind das (die Stillers) Leute, die mit ihrem posernden Geplänkel an Gitarrensaiten und über Mini-Biersorten backstage gegenseitig über Naziwitze auf die Schenkel klopfend und gedopend - hernach den Superstar simulieren. Ekelhafte Nichtsnutze! Kann man wegklicken.
Ein gebürtiger Hesse
08. August 2016 14:32
"Céline - mochte ich noch nie; Bukowski - las ich als Teenie, merkte aber nach dem siebten Buch, daß er eigentlich immer das Gleiche macht; Pirincci ist definitiv besser."

Ein schönes herzhaftes Urteil, bei dem es geradezu egal ist, ob es "stimmt". Denn der Ton macht hier die Musik, und dieser entstammt der Direktheit und Nonchalance eines vollkommen selbstverantworteten Sprechens. Nichts überzeugt mehr.
Stil-Blüte
08. August 2016 16:35
Ellen Kositza, einfach Spitze!

Jedesmal übertreffen Sie sich und vor allem die Masse der Feuilletonisten. Da bleibt mir nur mehr übrig zu bestellen und hiermit anderen Lesern anzutragen, mir nachzueifern.

Ein Glück, daß Akif Pirinci von der Bonner Universität nicht versch(w)ult worden ist. Stattdessen hat er sich zu Zeiten, als sich die Buchhandlungen noch eine Café-Bar leisten konnten, bei Bouvier vormittags einen Kaffee und im Laufe das Tages Rotwein zu Gemüte geführt; Leseratten, Bücherwürmer und andere Nestbeschmutzer haben sich von ganz alleine eingestellt. So etwas ist stilprägend.

@ Ein gebürtiger Hesse

...eines vollkommen selbstverantworteten Sprechens.

S i e sagen es. Ich habe mich oft gefragt, was Buchvorstellungen von Ellen Kositza zu solch einem Leckerbissen macht: S i e sagt es !
cherusker69
08. August 2016 18:38
Pirincci nutzt eine Sprache die jeder versteht und ich denke das ist auch angebracht. Die Lage ist so ernst das jedes Wort wie ein Vorschlaghammer einschlagen muss. Ich kannte Pirincci vor den berühmten ZDF Auftritt nicht.

Man kann nur hoffen, dass sich seine Bücher reichlich verkaufen. So einen Mann der kein Blatt vor dem Mund nimmt ist ein Segen in unserer sitzpinklergesellschaft. Nur weiter so!
Konservativer
08. August 2016 23:27
Ich habe es begrüßt, daß sich Götz Kubitscheck seinerzeit vor Akif Pirincci gestellt hat, nachdem das hiesige Establishment beschlossen hatte, diesen Mann zu "erledigen". "Erledigt" (mainstreamtechnisch) wurde er nicht wegen des verfälschten Auszugs aus seiner Pegida Rede, sondern weil er Deutschland und die Deutschen liebt, damit auch sich selbst liebt, weil er ein Deutscher geworden ist.
Unser verkommenes, verwahrlostes Establishment "erledigt" einen Mann, der allein mit seinen Steuern mehr für diese Land getan hat, als unser deutschenfeindliches, mafiöses Politikerkartell zusammengenommen.
Der suizidäre Charakter des hiesigen Establishments offenbart sich auch in der Tatsache, daß es bereit ist, Leistungsträger für gewisse Wahnideen zu opfern (Michael Klonovsky nannte das Ethnosuizid).
Möglicherweise hegen diese Leute den Irrglauben, daß ihre Gehälter, Pensionen, Renten etc. pp. nach dem Zusammenbruch von den Strippenziehern finanziert werden. Für einige wenige von ihnen mag das zutreffen, doch die Masse wird mit dem großen Nichts konfrontiert werden, und dann werden sie Augen machen.

Aber das Establishment hat es nicht geschafft, Akif Pirincci zu "erledigen", denn dankenswerterweise verlegt nunmehr Götz Kubitscheck die neuen Bücher von ihm.
Ich habe "Umvolkung" gelesen und sage hier: es ist ein großer Wurf, ein Augenöffner, eben ein sehr gutes Buch.
"Akif auf Achse" habe ich heute geordert und freue mich bereits sehr darauf.
Der_Jürgen
09. August 2016 09:12
Akif Pirincci ist ein Mann fürs Grobe, aber solche Männer benötigen wir genau so wie die hochgebildeten Rechtsintellektuellen, an denen bei sezession kein Mangel herrscht. Akif bringt die Dinge immer wieder drastisch auf den Punkt. Man lese etwa seinen herrlichen Artikel bei PI über Sawsan Chebli und ihren familiären Hintergrund (ihr Vater ist seit 46 Jahren in Deutschland, kann praktisch kein Deutsch, ist sogar in seiner arabischen Muttersprache Analphabet und hat 12 oder 13 Kinder gezeugt; fürwahr ein stupendes Beispiel für gelungene Integration!)

http://www.pi-news.net/2016/08/akif-pirincci-voll-die-integration/#more-527487

Erfreulich ist, dass Akif in letzter Zeit weitgehend ohne jene Fäkalsprache auskommt, die viele Leser aufs stärkste irritierte. Offenbar hat der Antaios-Lektor ein ernstes Wort mit ihm gesprochen.

Weiter so, Akif! Wir brauchen Sie.
Bran
09. August 2016 13:04
Nun, ich bin kein grosser Freund von Pirinci, auch wenn ich ihn dafür achte, dass er noch immer nicht eingeknickt ist. Aber sein immer wieder durchschimmerndes Tourette-Syndrom stört mich halt einfach. Nichts gegen derbe Sprache am richtigen Ort, aber ein Übermass ist halt ein Übermass.
Dennoch empfehle ich ebenfalls nebst dem vom Jürgen empfohlenen Artikel auch denjenigen "Mehr Fremdenfeindlichkeit wagen", in dem er ebenfalls gewisse Dinge für Leute, die noch im Traumland leben, nett auf den Punkt bringt.
Winston Smith 78699
09. August 2016 17:07
@ Der_Jürgen
Dienstag, 9. August 2016, 9:12 (URL) | Kurz-URL

Sie verlinken auf PI. Den Schulterschluß der letzten kritischen Portale fand ich immer gut. Etwa seit der letzen Terrorwoche sind bei PI allerdings merkwürdige Veränderungen zu spüren.
Brandenburger Sandstein
09. August 2016 21:12
Wann hört denn endlich diese lächerlich durchschaubare Überhöhung des werten Herrn Akif auf? Der Typ spricht weder grammatikalisch sauberes Deutsch, noch ist der Inhalt wirklich neu. Er provoziert kalkuliert - und das ist schon alles was ihn auszeichnet. Weder gehört er zu einer geistigen Elite noch ist er wirklich Intellektueller. (...) Projekte wie 1% bringende, knüpfen sie dich genau die Bande, die das System zerstört sehen will: familiär, regional, umfeldbezogen. Jede Tour mit Akif verhindert wirklichen Aufbau.
Meinung aus Berlin Wedding/gelebter Widerstand.

Kositza: Mann, dabei könnten Sie gerade sauberes Deutsch und Kommasetzung von AP lernen!
Der_Jürgen
10. August 2016 08:32
@Winston Smith

PI ist eine wichtige Informationsquelle über den täglichen Irrsinn. Es hat in bezug auf die USA einen erfreulichen Lernprozess durchgemacht. An seiner prozionistischen Haltung hält es gegen alle Vernunft fest, vermutlich weil es von einschlägigen Kreisen gesponsort wird. Die Zionisten wollen ja immer die Opposition gleich mitkontrollieren. Bei Elsässer und sezession gelingt ihnen das freilich nicht.
Eveline
10. August 2016 12:01
Sämtliche Rechtschreibreformen dienten dazu, uns von unserer Mitte noch ein Stückchen fort zu bewegen.
Ein großer Kenner der deutschen Sprache ist für mich Erhard Landmann.

Nach der Wende wurde der Ossi bombardiert mit der westdeutschen Befindlichkeit, die da lautete : " Der Türke ist mein bester Freund", von Talk Show zu Talk Show....klingelte es durch das Land.

Ich habe davon einen Knacks ? zurückbehalten und bin äußerst vorsichtig geworden.
Solution
10. August 2016 20:40
Akif Pirincci wird von mir mit etlichen Bücherkäufen unterstüzt - auch wenn ich seine speziell libertären Positionen nicht teile und mir klar ist, daß er grundsätzlich nichts gegen Einwanderung hat. Ansonsten ist die Lektüre mit der "härteren" Sprache ein Genuß. Das paßt in unsere verkommene Zeit und ist eine gute Möglichkeit an Leute heranzukommen, die sonst nicht erreichbar sind.
Götz Kubitschek
12. August 2016 09:09
finito.
gruß! kubitschek

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