23. September 2016

Neue Videos: Kositza, Kaputt, Kanzlerin, COMPACT

von Nils Wegner / 57 Kommentare

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Leicht konnte man in den letzten Tagen wegen des Andrangs auf die IfS-Sommerakademie und des damit verbundenen lauen bunten Lüftchens, das durch Schnellroda wehte, die Medienfront aus den Augen verlieren. Doch hat sich dort dank vieler fleißiger Helfer eine Menge getan:



Als Literaturredakteurin der Sezession, aber auch als regelmäßige Teilnehmerin an den PEGIDA-Schweigemärschen interessiert sich Ellen Kositza sehr für die Gedanken auch "Lückenpresse"-bezahlter Journalisten über Dresden und den dort entstandenen Bürgerprotest. In Peter Richters Dresden revisited. Von einer Heimat, die einen nicht fortläßt finden sich bemerkenswert nachdenkliche Töne des in Dresden geborenen Autors – vor allem über die Art und Weise, wie Politik und Medienbetrieb ganz selbstverständlich Volk und Heimat verunglimpfen. Das übrigens von einem Korrespondenten der Süddeutschen!


Parallel zur Sommerakademie veröffentlichten die jungen Aktivisten von Kontrakultur Halle ein neues, sehr hörenswertes Lied ihres Projekts "Komplott": Ausgehend von der bekannten Parole »Macht kaputt, was euch kaputtmacht« wird dort eine ganze Menge an Fragen aufgeworfen, wer eigentlich wen kaputtmacht und wie.


Auch gibt es mittlerweile die dritte Episode von "Laut gedacht", diesmal mit Schwerpunkt auf die immer zornigere Meinungsmachermafia und politisch-mediale Verstrickungen. Unschönes Thema, aber locker-flockig präsentiert – mit Gastauftritt von Jakob Augstein!


Gleich am ersten Tag nach Akademie und Café Schnellroda reiste Kubitschek nach Berlin, um dort bei COMPACT-Live gemeinsam mit Martin Sellner über die Identitäre Bewegung und ihre jüngsten Aktionen zu sprechen. Dabei fielen selbstverständlich auch einige notwendige Sätze über die Arbeit des Verfassungsschutzes – seine Methoden, Ziele und vor allem seine Funktion als aktives Herrschaftsinstrument.

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (57)

Stogumber
23. September 2016 11:44
Das Anliegen unserer Verfassung war es, die Opposition vor der Regierung zu schützen. Aber vermutlich wird jeder "Verfassungsschutz" damit enden, die Regierung vor der Opposition zu schützen.
Meier Pirmin
23. September 2016 12:24
Von Interesse ist, dass Sellner im Eingang Georges Bernanos zitiert, den christlichen Franzosen, auf den sich die konservative Jugend der Fünfzigerjahre gerne berief, einen kritischen Christen zwischen Stühlen und Bänken. Der Redner trägt auch ein normales Hemd, nicht mehr ein irrlichterndes Kreuzzügler T-Shirt. Weiter ist interessant, dass er seine missverständliche Aussage über und gegen Augstein etwas differenziert, er will ihn nicht mehr oder weniger abstellen, nur benennen, was er vertritt. Was die Berufung auf das Kreuz betrifft, sei es bei Elsässer, sei es bei Sellner, so sollte man nie vergessen, dass das Kreuz seit Kaiser Konstantin dem Grossen und dann bei den Kreuzzügen zum Waffenzeichen pervertiert wurde, später noch im spanischen Bürgerkrieg, jetzt noch im Tal der Gefallenen unweit des Escorial beim Grabmal von Francisco Franco und Primo de Rivera. Nein, damit wollen wir aufhören. Der Rest war eine temperamentvolle Ansprache. Elsässers "Heil Hillary" würde ich indes in dieser Form nicht voll zum Nennwert nehmen, entspricht dem Schlagwort US=SS der 68er Narren. Befasse mich mal nun schon seit der Wahl Kennedys mit amerikanischer Politik. Dass die Veranstaltung wegen dem guten Resultat der AfD von der Euphorie her etwas über der Realität war, sollte man nicht überbewerten. Noch interessant die positiv-kritische Nennung von Rudi Dutschke. In diesem sahen die Rechten, habe es selber erlebt, genau so nur den Fanatiker, so wie Augstein in Sellner ausschliesslich den Fanatiker sehen will. So Hans Habe in der Springerpresse 1967/68, was mich stark beeinflusste. Dutschke muss man vor allem theologisch interpretieren.


Klar, dass man nicht weiss, was Trump bringen würde. In der letzten Foristenserie wurde er wohl nicht zu Unrecht "Schwätzer" genannt. Man spürt bei dieser Diskussion noch stark, zumal bei Elsässer, dass es sich um Ex-Linke handelt. Dies sei rein deskriptiv festgestellt. Der Verfassungsschutz, "der es in Erwägung zieht", entspricht der "Herrschaft des Verdachts", wie es bei den Jakobinern üblich war. Ein Hauptmerkmal des geistigen Terrorismus. So hat Hermann Lübbe in seinem Aufsatz "Freiheit und Terror" (Reclam 1979) den repressiven Terror von oben charakterisiert. Es genügt aber wohl die nüchterne Feststellung, dass der Verfassungsschutz überall, wo es ihn gibt, ein Herrschaftsinstrument ist. Dass einer der Oberverfassungsschützer "im Herzen jüdisch" geblieben sei, hätte ich so nicht zitiert. Gilt ja auch für den Merkelkritiker Broder. So wie Sellner in der Debatte erklärt, wie seine Identitären vorgehen, wird er den politischen Gegner echt einschüchtern, um nicht in Panik bringen. Weil der Gegner und nicht nur dieser dazu neigt, Radikalität mit Extremismus zu verwechseln. Radikalität steht jedoch immer in einem Spannungsverhältnis zum politischen Realismus.
Marc_Aurel
23. September 2016 12:38
Als Literaturredakteurin der Sezession, aber auch als regelmäßige Teilnehmerin an den PEGIDA-Schweigemärschen interessiert sich Ellen Kositza sehr für die Gedanken auch „Lückenpresse“-bezahlter Journalisten über Dresden...


Ich weiß gar nicht, wer den Begriff "Lückenpresse" geprägt hat, aber dieser ist meiner Einschätzung nach nicht treffend und stellt eine Verharmlosung dar.

Lückenpresse würde bedeuten, dass die damit bezeichneten Medien grundsätzlich die Wahrheit berichten und lediglich bestimmte, unbequeme Teile davon unter den Tisch fallen lassen, so dass eine Lücke entsteht - das ist aber nicht, dass was sie tun.

Die Vorgehensweise dieser Medien ist wohl eher so, das zu einem bestimmten Sachverhalt eine politisch korrekte Story konstruiert wird, wobei von vorn herein die Rollenverteilung und das Ergebnis klar sind. Auf dieses künstliche Gerüst, werden dann aus dem Zusammenhang gerissene und verdrehte Fragmente der Realität gemeinsam mit frei erfundene Elementen aufgeklebt. Fertig ist die "gut recherchierte Story", bei der Fakten eher stören.

Die korrekte Bezeichnung für dieses Vorgehen ist lügen und zwar auf eine besonders miese, niederträchtige und skrupellose Art. Der Begriff Lügenpresse wird also völlig zu Recht verwendet und ist, wenn man es genau nimmt, eher noch zu mild gewählt.

Wegner:
Nein. Und das Thema hatten wir schon vor einer ganzen Weile, siehe Kositzas Besprechung von Uwe Krüger. Man macht es sich deutlich zu einfach, von simplen Lügen zu sprechen, wo strategisch viel feiner verfahren wird. Daß die Fassade in letzter Zeit rapide bröselt, ist schlicht eine Folge davon, daß die Meinungsbildner ein wenig eingerostet sind und nicht damit nachkommen, ihre früher gut funktionierenden Schablonen anzupassen.
Julius Fischer
23. September 2016 12:52
Bzgl. dieses "Deutschrappers": Das hat mich etwas verstört, weil ich persönlich doch gerade früher auch diesen "HipHopStil" absolut dämlich fand. Wenn dann wieder irgendwelche Wohlstandskinder nach außen hin auf Dr. Dre, Snoop Dogg, Advanced Chemistry gemacht haben, habe ich diese Widersprüchlichkeit und Dämlichkeit kaum ausgehalten. Bitte hört auf irgendeinem Trend zu folgen, es ist wirklich furchtbar. Ich habe mich damals mit großen Irritationen davon losgesagt und nun wird man selbst hier davon belästigt. Bitte keine Stotterrapstyle & Co. mehr. Überlassen lassen wir das verunsicherten kleinen Lichtern.
Vexillifer
23. September 2016 13:24
@ Fischer:
Ihre bestimmt geradezu wahnsinnig interessante Vita mal beiseite: Die Frage, wie man sein Publikum anspricht, folgt aus der Frage, welches Publikum man ansprechen will. Lesen Sie ruhig mal Kurtagic, da gibt es einiges dazuzulernen. ;)

Gilt übrigens im gleichen Wortlaut für die üblichen Verdächtigen, die hier demnächst (zum x-ten Mal) mit gleichen und ähnlichen Vorwürfen kommen werden. Wer am liebsten die Hände über dem Bauch faltet und aus Geschmacksfragen solche der Legitimität macht, sollte eben das tun, anstatt in die Tasten zu hauen.
Winston Smith 78699
23. September 2016 13:33
Elsässer im Video: Islamisierung als dringlicheres, greifbareres Hauptproblem - Nun, eine anscheinend einzelkämpferisch agierende Gallionsfigur, Held der Islamisierungskritik, schreibt nun:
Wer pauschal alle Türken als nicht willkommen in unserem Land bezeichnet, beweist eine völkisch-rassistische Gesinnung und schlägt damit beispielsweise einem Akif Pirinçci und einer Güner Balci frontal ins Gesicht, die sich bravourös für die Islamkritik einsetzen. 15% aller Türken in Deutschland sind Aleviten, von denen viele eine Meinung wie wir vertreten. Es ist nicht wichtig, wo jemand herkommt, sondern was er denkt, sagt und wie er handelt.

Quelle: http://www.pi-news.net/2016/09/damals-wie-heute-geistige-naehe-zwischen-islam-faschisten-und-national-sozialisten/

Bitte, es geht mir nicht um den Titel jenes Artikels oder irgendeine Konstruktion, sondern um die Frage, warum Islamisierung nicht vorrangig etwas mit der Anzahl der Türken zu tun hat. Warum soll davon abgelenkt werden? Und warum auch noch absichtlich in dieser Wortwahl?

(Und nein: ein Pirincci ist ein deutscher Widerstandskämpfer, er ist so ziemlich das Gegenteil jener Türken, vor denen es mir bammelt, und die Stürzenberger aktuell aus dem Blick zerren will. Pirincci hat, im Gegensatz zu Wendehälsen wie Krah oder Reil, eine Vorleistung gebracht. Krah und Reil hätten etwa sabotieren können, hätten den Whistleblower oder dergleichen geben können, um sich als integrer Frontenwechsler zu qualifizieren ... vielleicht haben sie es ja in der Tat, zum Selbstschutz eben unerkannt - und dies könnte, alternativ zu einer Karenzzeit als postenlose Parteiameise, zur Übertrittsbedingung gebacht werden. Die Wendehälse müßten sich schon erst im eigenen Laden so unmöglich machen wie Akif beim System, die Brücken zurück müssen überzeugend zerstört sein. An Pirinccis Rolle stört mich nur ein wenig, dass auch sein Werdegang auf dem Migrantenstatus als Voraussetzung überhaupt für Systemkritik basierte, ja von dieser Schieflage zehrte - aber dafür kann Akif Pirincci selbst ja nichts.)
cherusker69
23. September 2016 13:37
mit den Wort Lückenpresse kann ich persönlich nicht viel anfangen den wenn Medien Sachverhalte verkürzen und verdrehen kommt schlussendlich auch wieder eine Lüge heraus..

Was den Deutschrapp angeht ist das nicht meine Welt. Mit diesen gestottere kann ich nichts anfangen, es klingt einfach furchbar in meinen Ohren..Vielleicht ist das aber ein Mittel junge Menschen für unsere Sache zu begeistern. Wohl ist mir dabei aber nicht.
Martin Sellner war wieder sehr gut, wie man es von ihm gewohnt ist..Ein Vorbild für die junge patriotische Jugend.
Kobold
23. September 2016 13:42
@Fischer

Du darfst gerne weiter Janker tragend und Wagner hörend Zigarre rauchen.
Menschen unter 40 kratzt das aber nicht mehr.
la vie est belle
23. September 2016 14:29
Danke erstmal an die Jungs, mir haben die Beiträge sehr gut gefallen, weiter so. Ich freu mich drüber.

@Fischer

Jedem das Seine. Der eine kann damit etwas anfangen, der andere braucht eben sein Harfenkonzert im Pullunder. Da gibt es keine Wertung, nur "kleine Lichter" verstehen nicht, dass es nun mal unterschiedliche Menschen mit unterschiedlichen Bedürfnissen gibt. Was kommt als Nächstes?... "Dieses "Internet" setzt sich nicht durch?"
Als Außenwirkung eine ganz schöne Banane, wie wollen Sie denn junge Leute anziehen?
Marc_Aurel
23. September 2016 15:43
@Wegner
Ob man die Unwahrheit, die man vorhat zu verbreiten nun simpel strickt oder mit Geschick und Kreativität professionell verkleidet, es bleibt dennoch die Unwahrheit.

Definition der Lüge aus dem Duden:
bewusst falsche, auf Täuschung angelegte Aussage; absichtlich, wissentlich geäußerte Unwahrheit


Definition der Lüge aus Wikipedia:
Eine Lüge ist eine Aussage, von der der Sender (Lügner) weiß oder vermutet, dass sie unwahr ist, und die mit der Absicht geäußert wird, dass der oder die Empfänger sie trotzdem glauben.


Die Protagonisten in den Leitmedien haben wohl, jedenfalls zum größten Teil - davon gehe ich aus, eine professionelle journalistische Ausbildung hinter sich. Sie wissen also sehr genau, wie echter Journalismus eigentlich zu praktizieren ist. Das sie dessen Grundprinzipien mit Füßen treten, muss ihnen völlig klar sein, wenn auch nur noch ein Funken kritischen Sachverstandes in ihnen ist.

Wie soll man es nennen, wenn beispielweise Zeugen, die man interviewt hat, im Nachhinein Aussagen in den Mund gelegt werden die diese so nie geäußert haben? Wenn in Berichten, etwa über die Ukraine, Odessa, MH 17, Opfer zu Tätern umgeschrieben werden und Täter zu Opfern? Aus der Art wie bisweilen gelogen wird und wie die Lügen konstruiert sind, kann man ableiten das der Lügner die Wahrheit kennen muss.

Die von Krüger genannten Faktoren, wie beispielsweise ein verengter Wahrnehmungshorizont und Selbstzensur, spielen sicher auch eine Rolle, aber nicht selten wird in voller Absicht und in vollem Bewusstsein über die Tragweite und die Folgen, einfach frech dreist gelogen. Das legen zumindest Fakten nahe. Wir alle sind gut damit beraten, die Dinge so zu sehen, wie sie nun mal sind, auch dann wenn sie uns nicht gefallen, anstatt sie so zu sehen, wie wir sie gern hätten.

Ich weiß auch wirklich nicht, warum ich so einem Mainstream Schreiberling eine schöne Brücke bauen sollte, mit deren Hilfe er sich nach einem Umschwung ins Lager der "Systemopfer, die ja nur zeitweilig einen verengten Horizont hatten", retten und aus der Verantwortung stehlen kann.
Andreas Walter
23. September 2016 15:56
Wunderbar wie immer, Frau Kositza. Nicht nur Ihre Präsentation, sondern auch das was Sie präsentieren.

Heftig. Der Hammer wäre da der falsche Ausdruck, weil noch untertrieben. Diesmal hat Komplott den Ton genau richtig getroffen. Fetter Sound, die richtigen Worte, keine Ablenkung durch ein Video. Ein Faustschlag in die arroganten Fressen des Establishments. Hier bleiben keine Fragen mehr offen. Einer lobenden Erwähnung durch Heike Maas steht damit auch nichts mehr im Weg. Hatte an einer Stelle sogar einen Gänsehautmomment. Thymos pur, echter Untergrund. Denn auf Wikipedia kann man euch lange suchen.

Gut, das COMPACT-Video sehe ich mir vielleicht später an, doch leider, mal wieder, der technisch schlechte Ton. Ich habe die Leipziger auf dieses Problem schon mal angesprochen, allerdings nicht Jürgen selbst. Vielleicht stört es aber auch andere Menschen nicht so sehr wie mich.

Kommen wir zu "Laut gedacht". Ganz OK, doch das Problem auch dieser beiden Jungs ist das Gleiche, das ganz Deutschland hat. Denn um wirklich revolutionär Dichten und Denken zu können bedarf es eines freien Geistes. Einseitige Zensur und Gedankenpolizei (der VS) machen es aber auch in Deutschland Andersdenkenden (Freidenkern) so gut wie unmöglich, in der Beziehung die gleiche Meisterschaft zu erlangen wie sie "politisch korrekte" Kabarettisten oder solche in wirklich freien Ländern erlangen können. Diese nicht nur den Deutschen antrainierte Zensurschere im Kopf hemmt daher wirkungsvoll, was das A und O einer jeden echten Demokratie ist. Nämlich nicht nur Meinungsfreiheit zu haben, die hat jeder so oder so, sondern vor allem auch das Recht, diese zum Ausdruck bringen zu dürfen, also die freie Rede. Weil die immer im Hinterkopf ermahnende Furcht (Unsicherheit), man könnte ja etwas strafrechtlich oder "moralisch" nicht zulässiges sagen jeden freien Redefluss hemmt und damit eben in Folge auch irgendwann jeden freien Gedanken- und Assoziationsfluss. Das mag für Diplomaten durchaus das Richtige sein, doch wenn ein ganzes Volk zu Diplomaten wird geht dadurch auch jede Authentizität, Kreativität, Individualität und Identität verloren, gibt es irgendwann überall und von jedem nur noch belangloses Neusprech. Geht also gar nicht, und schon gar nicht in der Kunst. Denn Worte sind noch lange keine Taten. Worin liegt also bei Worten, Informationen, ausgesprochenen Meinungen und Eindrücken, Gefühlen und Überzeugungen der Straf-tat-bestand?

https://de.wikipedia.org/wiki/Neusprech

Denn um jemand zu verhetzen, zu (einer Straftat zu) verführen oder um jemand zu beleidigen bedarf es immer mindestens Zwei. Einer der verhetzt, verführt und/oder beleidigt, und mindestens Einem, der sich verhetzen, verführen oder beleidigen lässt. Doch liegt es in der Macht des Ersten, das Zweite sicher auszuschließen? Nein. Also ist das Wirkprinzip weder eindeutig nachzuweisen und darum auch niemals eindeutig auszuschliessen. Oder springen Sie etwa nackig vom Dach des Bundestags oder ermorden Sie Frau Merkel, Herr Maas, nur weil Sie jemand dazu auffordert? Unsinn. Was soll also das ganze Geschwätz über Ehrverletzung und Verhetzung, Beleidigung? Das sind doch alles lediglich verkappte Herrschaftsinstrumente sogar noch aus dem vorletzten Jahrhundert, die darum abgeschafft gehören. Denn wenn jemand ehrbar handelt, dann wird er auch nicht beleidigt. Nur getroffene Hunde bellen, dass weiß darum auch der Volksmund. Soviel über Psychologie sollte zumindest auch ein Jurist wissen.
KW
23. September 2016 15:56
Ich habe das erste Lied nicht aushalten können und nach wenigen Sekunden abgebrochen. Rap ist die Erfindung unserer Feinde. Wir müssen zu allem das Gegenteil machen, was man uns die letzten 40 jahre aufgedrängt hat.
Exmeyer
23. September 2016 16:41
Presse != Lügenpresse
Pirinci == deutscher (...)
Krahs Austritt == von Sputnik bis Sezession aufgepumpt

Und noch einiges mehr läßt mich nachdenklicher werden.

Kurze Zwischenbeurteilung: Die Sezession hat sich auf einen bestimmten Weg festgelegt. Das ist wohl unumgänglich. Und die Sezession ist auch das beste Pferd im Stall. Ob es sich zum Brauereipferd eignet, wird sich zeigen. Es nimmt nun aktiv Teil an der großen makropolitischen Veränderung.
Zur Parforcejagd war dieses Pferd wohl nicht geeignet. Daß es sich dazu entwickeln würde, und zwar zwingend, habe ich gedacht.

Schluß: Vorläufig wird sich meinerseits politisch auf Liegestütze, Laufschuhe, Hanteln und all ihre Freunde beschränkt. Dies mit der Überlegung, die Politik dem Polittypus zu überlassen und eine wenigstens eine gewisse Zeit in den Beobachtungsmodus zu wechseln.
Hartwig aus LG8
23. September 2016 16:49
Geehrte Frau Kositza, wahrscheinlich haben wir das gleiche Interview mit Peter Richter gehört; DLF, Bücherzeit, irgndwann am Nachmittag; ich im Auto unterwegs. Ich kannte und kenne Peter Richter nicht und dachte mir eine Eselsbücke aus, um den Namen nicht sofort wieder zu vergessen, weil ich ein Blick auf das Buch werfen wollte. Nun denn, ich hatte dann nicht nur den Namen vergessen, sondern den ganzen "Vorgang". Jetzt erinnern Sie mich wieder daran - und empfehlen das Buch.
Als PEGIDA-Gänger der ersten Stunde und ganz sporadisch heute noch (das hat in Dresden mittlerweile eine Art Volksfestcharakter, wie ich letztens feststellen konnte - jedenfalls im Vergleich zu den bürgerkriegsähnlichen Exzessen anderenorts), werde ich erneut erwägen, das Buch zu erwerben.
cso
23. September 2016 17:36
Der negativen Kommentare ungeachtet: KOMPLOTT ist der absolte Hammer! Dankeschön dafür.
Winston Smith 78699
23. September 2016 17:43
@ Exmeyer
Von Pirincci und Krah ist in diesem Artikel+Strang nur in meinem Kommentar die Rede, von der Lügenpresse nur im Kommentarstrang, aber Sie beurteilen daraus "Die Sezession". So streiten Sie sich doch mit mir über die Sache und verallgemeinern Sie nicht - ich muß da nicht rechtbehalten, wollte nur meine Sorgen oder Fragen zu Stürzenberger loswerden. Die Figur "Exmeyer" ist in sich ja stimmig und hat vielleicht am Ende aller Tage gegenüber uns Sitzpinklern recht gehabt, aber ein beleidigter Rückzug passt nun gar nicht zu Dirty Harry - und wäre wohl auch schade, vor allem aber ziemlich ... ähm ... feminin?
Martin Lichtmesz
23. September 2016 17:48
Vice says:
https://noisey.vice.com/alps/article/rap-rechts
Johannisthaler
23. September 2016 17:57
@ Marc_Aurel
Natürlich ist der Wunsch groß, mit einem prägnanten Wort wie "Lügenpresse" zurückzuschlagen. Aber es trifft meistens nicht zu und erfaßt nicht den größten, sowie den raffinierteren Teil der desinformierenden Methoden. Die Bezeichnung "systematische Desinformation" ist zwar länger, aber ebenfalls angemessen drastisch.

Falls jemand ein Bsp. für eine Lüge braucht, im letzten Sommer versuchte der Stern Pegida tot zu schreiben:
http://www.stern.de/politik/andreas-petzold/pegida-roechelt-noch-6370674.html

Da wurde behauptet, es kämen nur noch ein paar hundert Demonstranten. Fakt ist aber, daß trotz der Urlaubszeit immer noch annähernd 2000 Leute teilnahmen. Auch wenn dieser "Journalist" sich auf die Ausrede zurückziehen würde, er hätte sich nicht informiert, so mußte ihm zumindest klar gewesen sein, daß er eine haltlose Tatsachenbehauptung als Wahrheit verbreiten will.
limette
23. September 2016 18:12
Die Frage, wie man sein Publikum anspricht, folgt aus der Frage, welches Publikum man ansprechen will

In der Tat geht es nicht darum das ästhetische Bedürfnis einiger zu befriedigen, wenn man politisch wirken will, sondern überlegter zu wirken, auch wenn einem selbst manches nicht gefallen mag.

Hier gilt: Einfach seine Sache durchziehen.
Ein gebürtiger Hesse
23. September 2016 19:01
Das mit dem Rap paßt schon: er steht für ein weiteres kleines Stück Gegnergelände, das von unserer Seite besetzt wird. Dafür muß er einem nicht gefallen (ich selbst habe keine Minute ausgehalten).
Hartwig aus LG8
23. September 2016 19:19
@ Exmeyer

Nicht nur ihre Seltenheit machen Ihre Kommentare wertvoll.
Es gibt die Wenigen, die mit ein paar wenigen Worten Staub aufwirbeln. Auch dann, oder vor allem, wenn kein promptes Feedback folgt.
Exmeyer
23. September 2016 19:30
@ Winston Smith, wissen Sie, ich erkenne den schwierigen Weg des "schmalen Grates" an. Aber er ist nicht meiner. Einen anderen sehe ich in der Theorie, auch dort nur weit unter 1%und in der Realität wohl zero. Das bezieht auf Praktisches wie rein Theoretisches.
Auf Sie bezieht sich das nicht.

Die wirklichen Gegensätze zum "Markenkern" Sezession habe ich zudem nicht ausdrücklich angesprochen, häufig aber angedeutet. Mit denen hadere ich schon länger. Und diese machen sich in der offenen Positionierung zum historischen Nahbereich fest. Wirmer und Stauffenberg. Und beide passen mir überhaupt nicht.

Dabei handelt es sich "nur" um den Grund. Die Anlässe sind mehrere:
Der erste: Die vermehrt zunehmenden Charakterlosigkeiten, v.a. im Kommetariat, die ich am o.g. nahhistorischen Punkt festmache, aber nicht nur.
Der zweite: Ich kann - ganz zugunsten der Sezession und dem schmalen Grat gedacht - gar nicht schreiben, was ich für schreibenswert hielt. Das werfe ich keinem vor. Ist eine zu akzeptierende Tatsache.
Der dritte und entscheidende: Ich bin nun wahrscheinlich nicht gerade von Naivität allzu stark beeinträchtigt. Und mir war klar, wie Realpolitik schon immer funktionierte und funktionieren wird: Bestechung und Erpressung. Das will ich gar nicht verurteilen und finde das sogar in Teilen anziehend (muß ich zugeben, Der Pate Teil 1 läßt grüßen). Ich habe gestern Nacht den Film, der hier empfohlen wurde geschaut.

(Belsøe, Donnerstag, 22. September 2016, 17:59: Wer eine Ahnung bekommen will, (...), der suche auf youtube mal nach „Dokumentation der Machtkonstruktion“. Ein insofern erhellender Film, als einem klar wird um wieviel grösser der explizit nichtöffentliche Teil des politischen Systems ist."

Befreit man den Film von dem antifaschistischen Geseier, so bleibt als Metainformation gut verdeutlicht übrig, wie Politik innerhalb einer bestehenden Machtorganisation funktioniert. Und da lauten die Orientierungsnamen nicht etwa Schmitt oder Machiavelli oder Sun Tsu oder Haushofer, sondern Katharina von Medici.
Natürlich, ein Medici-Staat wird womöglich zusammenbrechen, weil Innen und Außen (siehe Film) verschwimmen (MÜSSEN!) und daher NICHT-Medici-Kräfte von außen (und übrigens auch von von innen) langfristig gewinnen.

Und der schmale Grat ist nicht ein Drittes zwischen "Medici" und "Lykurg", sondern erfordert beide Fähigkeiten. Das ist nur schwer möglich.
Beispiel: Das staatliche funktionale Minimum wird im Bundestag von keiner Partei vertreten, in zukunft von einer, halbherzig. Die Dimension Medicismus ist in Nachkriegseuropa so omnipräsent und so tief, daß ein neuer "Protestantismus" als Bewegung nicht ohne eine schwere Krise des ersteren erfolgreich sein kann. Im Rahmen des bestehenden Ganzen geht das nicht, ohne eingesaugt zu werden.

Ich werde entscheiden, ob der Kommentator Exmeyer den Weg der Sezession mitgeht. Und zwar von der Ersatzbank aus. Bis zum Zapfenstreich der beiden letzten Kommentarstränge, solange werde ich mitplotten.
Winston Smith 78699
23. September 2016 20:28
@ Hartwig aus LG8
Nicht nur ihre Seltenheit machen Ihre Kommentare wertvoll.
Es gibt die Wenigen, die mit ein paar wenigen Worten Staub aufwirbeln.


Wenn das so toll ist, sollten wir es alle tun.
Marc_Aurel
23. September 2016 21:30
@Johannisthaler
In Ordnung, der Begriff Lügenpresse umschließt nicht alle eingesetzten Methoden, dasselbe gilt aber auch für "Lückenpresse" und zwar in noch deutlich größerem Maß. Die von Ihnen vorgeschlagene Bezeichnung "systematische Desinformation" gefällt mir und dürfte das ganze Spektrum abdecken. Allerdings ist sie aufgrund ihrer Länge, wie Sie selbst schon angemerkt haben, etwas sperrig, außerdem bergen solche eher emotionslos-abstrakt-sachlich formulierten Begriffe immer die Gefahr eines ungewollten Schärfeverlustes der Kritik und des Einschläferns der Zuhörer. Das Wort Lügenpresse ist kurz, prägnant und griffig, es lässt sich bei Demonstration gut im Chor rufen und es hat Schlagkraft (ist deutlich/emotional/ärgert die damit Betitelten).
Weltversteher
23. September 2016 21:40
wie wollen Sie denn junge Leute anziehen?


Ganz einfach, indem man unwiderstehlich ist. Geht eh nur so.
Insofern ist der Versuch mit "Jugendsprache", wie schon bei unseren uncoolen Eltern, allenfalls eine Schummelei, die auf die Schnelle ein paar mehr Punkte bringt.
Rorschach
23. September 2016 21:51
Das gefällt mir alles sehr gut!
Die IB, Laut gedacht und besonders das Musikgenre ist m.E eindeutig an die Jugend im Lande gerichtet und das ist auch genau die richtige Zielgruppe, die es heute zu erreichen gilt.
Formate und Positionen müssen rasch besetzt werden und der Gedanke weiter vorangetrieben werden. Bloß nicht auf den "Rechtsruck" ausruhen. Unsere Stunde ist jetzt. Wie Herr Sellner schon sagte: "Man muss das Eisen schmieden, solange es heiß ist."
Hartwig aus LG8
23. September 2016 22:41
@ Winston

Dann schau'n Sie mal am 31.Mai 2015 um 15:00 Uhr im SiN-Kommentariat, ich glaube es war der Dönitz-Strang: Ein einziger Satz, der mir heute noch in den Knochen steckt.
Der König
24. September 2016 00:35
+++ NOT REALLY BREAKING, BUT FUNNY ANYWAY +++

Nicht dass es von gesteigerter Relevanz wäre, jedoch scheint sich das #LaBednarz-Nano-Imperium just in diesem Momente in Luft zu materialisieren...

Den Anfang machte, in gewohnt bescheidener Zurückhaltung, Dr. Liane herself:
https://www.facebook.com/liane.bednarz/posts/10154467211819223

Frauen, da draußen, lasst Euch nicht fertigmachen. Das schreibe ich in einem Moment, in dem ich das selber mal wieder sehr erlebe. Durch Leute wie Hans Hütt, leider auch durch Armin Nassehi. Wir Frauen werden als hysterisch, überambitioniert, kritikunfähig und letztlich intellektuell unfähig oder als jemand dargestellt, der auf Knien dankbar sein muss, in einer intellektuellen Zeitschrift vorkommen zu dürfen (obwohl Nassehi mich sehr kurzfristig selbst darum gebeten hat).
Ich bin das satt, ebenso wie Jenna Behrends das satt hat. Und deshalb erzähle ich jetzt ausnahmsweise mal von mir. Ich habe ein Einser-Abi, ich hatte vier Stipendien, Konrad-Adenauer-Stiftung (2 Mal), DAAD, und DFG. Ich war die erste Frau, die der berühmte Gesellschaftsrechts-Professor Peter Ulmer je für einen Dissertations-Preis vorgeschlagen hat, ich habe zwei Prädikatsexamina in Jura und ich spreche sechs Sprachen.
Kurz, ich bin es satt, wie ein Dummchen dargestellt zu werden und ich lasse mir das auch nicht mehr gefallen. Weil all die Errungenschaften nichts bringen. Sie werden uns weiter fertigmachen. Aber damit muss Schluss sein. Generationen von Frauenrechtlerinnen told us better.
Danke, Jenna Behrends!



Armin Nassehi himself quotete dann zurück:
https://www.facebook.com/privatuset.inordinatus/posts/1829287633951009

Das ist die Reaktion darauf, dass ich gewagt habe zu sagen, dass sie jede Kritik an ihrem Buch als Frontalangriff auffasst und es deshalb immer zu diesen merkwürdigen Debatten kommt. Jetzt ist das alles erklärbar. Da hilft auch kein Einset-Abi, was immer das ist.



Die Blutkrätsche kam wenig später vom Co-Bürger und ex-Bednarz-Gesellschafter Christoph Giesa:
https://www.facebook.com/christoph.giesa/posts/10154527007747311

Oh Gott, wie ich mich für diese Person schäme. Der schlimmste Fehler meines Lebens, ihr die Tür geöffnet zu haben, um sich "Autorin" nennen zu dürfen. Ich habe noch nie so viel Unehrlichkeit erleben müssen. Seit über einem Jahr muss ich nun ertragen, wie sich Frau Bednarz mit einem Buch brüstet, zu dem sie nicht nur fast nichts beigetragen hat, sondern dessen Erscheinen sie fast verhindert hätte.
Als sich herausstellte, dass sie mit ihrer Kanzlei einen Teil der Menschen vertritt, über die "Gefährliche Bürger" aufklären sollte, setzte sie gegen den Verlag durch, dass Teile zensiert wurden. Als ich auf einer Veranstaltung dieses Thema ansprach, forderte sie den Veranstalter auf, den Mitschnitt zu zensieren und drohte mit rechtlichen Schritten. Ihre hysterischen Ausraster sind Legion; niemand ist vor ihnen sicher, auch nicht der Arbeitgeber oder der Verlag. Jeder, der sie wirklich kennenlernt, wendet sich nach und nach von ihr ab. Man wünscht ihr jemanden, der ihr hilft, indem er ihr den Facebook-Zugang wegnimmt. In ihrem Sinne, aber auch im Sinne der Mitwelt.
Wenn ich mir einen Menschen aussuchen dürfte, mit dem ich die Begegnung rückgängig machen könnte, es wäre Frau Bednarz. Und das hat nichts, aber auch gar nichts mit Sexismus zu tun, sondern mit der absoluten Unerträglichkeit ihrer Person, dieser Mischung aus Überheblichkeit und Unfähigkeit, Kritikunfähigkeit und Hysterie. Wer erlebt und gesehen hat, was ich erlebt und gesehen habe, kann mich verstehen. Wer es nicht erlebt und gesehen hat, dem kann ich nur wünschen, dass er nicht auch in die Nähe der Gefahr kommt, es erleben zu müssen. More to come. Ich werde nicht länger schweigen.



Einzig ihr Busenfreund, Landolf-Ladig-Jäger und AK Andreas Kemper hat sich zur Stunde noch nicht betroffen präsentiert.

Die "A"-Celebrities sind damit wohl einstimmig aus Liane's Geschäftsmodell ausgestiegen.
Es bleiben ihr also noch die GEZ-C-Celebrities und ihr Beton-Kommentariat.

[to be continued...]
Paule
24. September 2016 01:22
Hallo @exmeyer,
wer nicht vor hat zu kämpfen, braucht auch nicht zu üben.

Warum besorgen Sie sich nicht ein weiches Sofa, einen guten Roten und eine Zigarre, nehmen einen Enkel auf den Schoß und erzählen dem ein Märchen?

Mann, oh Mann! Muß man Ihnen erst sagen das, wenn man auf schmalen Grat wandelt, froh ist, wenn ab und zu einer kommt und mal für eine Verbreiterung sorgt?
Ja, ist es nicht der Lauf der Dinge das jeder schmale Grat einmal Endet, durch Tod oder das der Grat die Ebene erreicht?

Wir brauchen alle, wenn wir das, dass wir hier als den Versuch unser letzte Chance zu nutzen begonnen haben, zu Ende bringen wollen oder doch auf den rechten Weg.
Wie dieser aussehen soll müssen wir im laufenden Gefecht bestimmen.
Dabei brauchen wir den Spartaner, aber auch den Odysseus und die Medici oder anders: den Ritter und Metzger, den Spaten und die Feder, das Schwert und die Axt, das Recht und Vergebung, vereint zum Erhalt und Gedeih unser Volkes.

Desertion ist in diesem Fall Furcht vor dem Erfolg, den Angst vor der Niederlage kann es nicht sein, die kommt beim Weglaufen, Aufgeben, Stille halten sowieso und sie trifft alle, auch die Schnellsten und die an der Seitenlinie, gleichermaßen. Unser Gegner wissen besser als wir selber zu wem gehören, da gibt es kein Pardon.

Ist das ein Fehdehandschuh? Nein, freundliche Aufmunterung! :-)

Mit freundlichen Grüßen
Paule

PS: Da es hier bisher nicht erwähnt wurde hier der Link zur Höcke Rede vom 21.09.16 in Erfurt.

Diese Rede ist m.M.n. wegweisen und ist spektakulär, wie sein Auftritt mit Deutschlandfahne bei Jauch.

Er zeigt dass die Zeit des „Postfaktischen“ (Merkel) eben nicht angebrochen ist.
Er begeistert sein Publikum, laut Anwesenden etwa 3000 Personen, mit Fakten und macht daraus tiefe Emotionen. Er tut das was wir hier diskutieren.
Er nennt es die „neue soziale Frage“ . Seht es euch selber an...
Paule
JeanJean
24. September 2016 08:25
Wie kommt Peter Richter darauf, in den USA sei die Einwanderung nicht weißer Massen keine heilige Kuh und weshalb wird das Märchen des freien Amerika bei uns unentwegt und ungeprüft wiederholt?

Seit der Änderung des Einwanderungsgesetzes in den USA, das seit den 60ern die nicht weiße Einwanderung forciert und mal als als heilige Lehre aus der Vergangenheit (LOL), mal als Wachstumsmotor und nun auch offen als Werkzeug zur Vernichtung des weißen Amerika propagiert wird, wurde Kritik an der Flutung nicht anders als bei uns , als rassistisch - KKK - und nazistisch diffamiert. Dass das US Strafrecht anders als in Europa, Kanada und Australien noch kein Gedankenverbrechen kennt, bedeutet nicht, dass es keine Verfolgung, Einschüchterung oder offizielle Gleichschaltung in Politik, Medien und den Bildungsanstalten gibt.

Das Projekt des "White Genocide" ist kein deutsches und entspringt nicht der deutschen Ideenwelt. Dass diversity strength sei wurde in den USA den weißen Schulkindern bereits eingetrichtert, als das Wort Vielfalt bei und noch einen guten, harmlosen Klang hatte.

Sich des Deutschseins bewusst zu sein sollte nicht dazu führen, sich selbst in ein Tal der Ahnungslosen einzuschließen in dem man von deutschen Problemen und deutschen Lösungen träumen kann oder Wahlen in Deutschland größte Bedeutung haben.

"Deutschrapper" - das ist auch so eine Sache. Vor einigen Jahren bereits las ich bei "PJ media" den Beitrag eines ex-Kommunisten und neocons, in dem sehr zufrieden darauf hingewiesen wurde, dass das weiße Amerika keine Musik mehr habe. Nach der Übernahme der Folk Musik durch - nunja - hat das weiße Amerika keine Musikkultur und keine Stimme mehr innerhalb der alles überflutenden US ansässigen Musikindustrie. Wie weit die marktbeherrschende schwarze Musik authentisch ist, sei dahingestellt. Für Schwarze wie für Weiße ist Rap gleichermaßen zerstörerisch. Wo stünde BLM ohne den musikalischen Lärmteppich, der die aggressiven Potenziale schwarzer Jugendlicher vervielfacht?

Mir ist klar, dass seit Kriegsende jede Generation, zunächst nur im Westen, unter der durch die Musikindustrie für sie erschaffenen musikalisch kulturellen Lenkung aufwächst, sie sogar oft für das Produkt und Lebensgefühl ihrer Generation, gar für Rebellentum hält und freiwillig oder der Unentrinnbarkeit geschuldet psychologisch beeinflusst wird. Sich klar zu machen, dass man fremde Spielregeln befolgt, wenn man versucht eigene Gedanken und eigenes Empfinden in den vorgefertigten fremden Gefühls - Schablonen auszudrücken, kann da wirklich nicht schaden. Es ist keine Frage des Geschmacks. Es ist die Frage danach, wie und ob man überhaupt unter gegnerischen Regeln, das gilt auch für die PC Sprache, Eigenes entwickeln und transportieren kann oder ob man sich schlichtweg völlig an das Fremde verliert. Musik ist Ausdruck der Spiritualität der Völker, Werkzeug zu ihrer spirituellen Vereinheitlichung und auch Kontrolle. Wir können sehen, wie sie heute eine der wirksamsten Waffen der Globalisierung geworden ist.
Karl Brenner
24. September 2016 08:33
Eine schöne Sammlung!

Herr Kubitschek hat völlig recht.
Der Verfassungsschutz ist in der jetzigen Form zu einem Instrument der etablierten Parteien geworden. Damit hat er seine öffentliche Wirksamkeit und seine Glaubwürdigkeit verloren. Wenn man hört, das die NPD in NRW systematisch von diesen Leuten aufgebaut worden ist, und das dies in aller Munde ist, dann ist zu verstehen, daß die Politik nun dieses Instrument (VS) in Form einer "Alles-oder-Nichts" Vorwärtsverteidigung mißbraucht.
Der VS war ursprünglich ein sinnvolles Instrument. Da die aktuellen Regierungen reihenweise Verfassung und Gesetze brechen, ist es folglich logisch, daß sie auch diese Institution zu einem Instrument ihrer Verfassungsfeindlichkeit verbiegen.
hubschrauberpilot
24. September 2016 14:35
@Jeanjean hat recht, das ist die erste tiefere Einsicht hier im Gommendariad betreffs der Gefühlsmaschine Musik und ihrer Rolle im globalen Umformungsprozeß. Wer räppt, huppt im Gestell herum, um mal in der hier beliebten Weise zu heideggern. Aber lasst die Jogend mal räppn, wenn das heute kuhl ist. In der ganzen globalisierten Music würde ich selbst allerdings den alten Rock der weiszen heterosexuellen Männer oder die Elektro-Mugge von Kraftwerk etc als Ausgangspunkt vorziehen, jedenfalls dem Nachahmen der Niggaz wit Attitude und tha Nation of Islam vorziehen. Aber wie jesacht: im Gestell bleibt det nur noch Jeschmacksache.
Winston Smith 78699
24. September 2016 14:55
@ Hartwig aus LG8

Bevor ich also den Versuch wagen will, mich auch zurückzuziehen, möchte ich noch möglichst kurz und kunstfrei meinen vermeintlichen Erkenntnisstand nennen:

Wenn an „Dokumentation der Machtkonstruktion“ was dran ist, wie steht es dann mit dem Märchen vom "Plünderland" (Audiobook)? Und wenn da auch was dran ist, wie kann das funktionieren? Das Calhoun-Experiment (hier auch bei Molyneux) habe ich schon einmal erwähnt (und kam damit nicht gut an), und es steht in Zusammenhang mit einer offiziell längst eingeschlafenen Denkschiene, einstmals populär durch Desmond Morris ("Menschenzoo"). Ich frage lieber erst gar nicht, wer diesen Zoo leitet, und wer die Wärter sind, denn immerhin bin ich ein minder erkenntnisfähiges Zootier. Was aber geschieht mit jenen abseitig stehenden und zumindest vage an all dieser freien Wildnis zweifelnden Viechern, die zwar noch akzeptieren, dass eventuell gar die dressierten, sich etwas schlauer wähnenden Tiere selbst noch Wärter der vermeintlich dümmeren sind (so dass der ganze Laden fast von selbst läuft), denen aber Spekulation über Außerirdische, Illuminaten oder Ähnliches als Ober-Tiergärtner nicht zum Frieden im Gehege ausreicht? Goodreads (neben tvtropes meine bevorzugte Assoziierkrücke; ich sage so etwas nur, damit andere es auch nützen können) verweist mich von Morris aus auf den Autor Arthur Goldwag, der in "Isms & 'Ologies All the Movements, Ideologies and Doctrines That Have Shaped Our World" distanziert allerle Weltanschauungen und Erklärungsmodellen wie Gewürze abhandelt, als seien Kombinationen dieser Ideen die gehobene Form von RTL, Prominews und Fußball, für die möchtegernschlauen Aufwachtiere. Eine unter den -Ismen und -Ologien zu findende Wahrheit wird nicht mehr angenommen - gut, nichts Neues, aber was zunächst als ein äußerst nachzeitiger Postmodernismus daherkommt, findet einen anderen Rahmen durch weitere Schriften und Engagements von Arthur Goldwag. Für den Namen dieses Autors kann ich nichts, der Verweis kam von Goodreads - soll ich es deshalb verschweigen?

Hoffentlich war das lakonisch genug. Verabschiede mich, bis ich was wirklich Berichtenswertes finde.
Monika
24. September 2016 15:47
Klage
....
Sprich mir vom Tod, von ihm geweihten Gedenken,
Vom steten Genügen,
Da man nichts weiß mehr von Haß oder Liebesverschenken,
Und schalem Vergnügen.....


Comtesse Anna de Noailles


@König
Frauen, da draußen, lasst Euch nicht fertig machen

Liane Bednarz

Es steht Frauen nicht an, sich ihrer intellektuellen Meriten zu rühmen.
Schon bei Männern wirkt das lächerlich, bei Frauen gar abstoßend.

Was mich als Frau wirklich "fertig" macht, ist, wenn Kinder in Schulen fast zu Tode geprügelt werden.
Der Gutmensch
24. September 2016 19:35
Ach, Winston ...

falls es Sie trösten sollte - ich habe jeden Tag Angst und am meisten davor, dass sie sich als Furcht erweisen könnte.

Bei der Geschichte vom Plünderland gehe ich nach zwei Absätzen nicht mehr mit; nicht aus einer -ogie heraus, sondern - jedenfalls bilde ich mir das ein - weil da etwas grundsätzlich nicht zutrifft. Etwas, worüber es müßig wäre zu debattieren, das ist nicht darstellbar und wird es zu meinen Lebzeiten nicht mehr sein.

So und im übrigen: Den von Ihnen gezeigten Ansatz halte ich für alles andere als "tot". Der ist offensichtlich sehr lebendig, so eifrig, wie auf unseren Instinktknöpfen herumgedrückt wird. Wie gesagt - ich habe jeden Tag Angst. Und fürchterlichen Grund dazu, denn ich lebe in einer Gegend, wo DAS da einfach jedem passieren kann: http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/berlin-unter-piraten-14449725.html

Und wieso kann DAS jedem passieren? Wegen der ganzen -ismen und -ologien, die keine Gesellschaft mehr notdürftig zusammenhalten, sondern nur noch Raubtiere bedienen sollen. Im übrigen gilt auch für alle anderen selbstverständlich weiter: "Und ewig lebt im Menschen das Tier."


Ihr Gutmensch.
Simplicius
24. September 2016 22:46
@ Marc_Aurel und @ cherusker69 und @johannistaler

Stichwort „Lügenpresse“ oder „systematische Desinformation“: Natürlich haben Sie recht. Voll und ganz.

Man könnte auch von „zweckdienlicher Verlogenheit“ reden, ein Begriff, der mir vor einiger Zeit beim Durchblättern von F. Nietzsche ins Auge gefallen ist.

Ein kleines, alltägliches Anschauungs-Beispiel von heute Morgen auf t-online:

Schlagzeile: Fremdenhass wird zum Problem.

>> Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat vor Schäden für die deutsche Wirtschaft gewarnt, sollte die Ausländerfeindlichkeit in Deutschland weiter um sich greifen. "Es ist noch gar nicht so lange her, dass wir im Ausland für unsere Willkommenskultur gefeiert wurden. Das ändert sich gerade. Jetzt zeigt sich ein anderes Bild", sagte Kramer der "Passauer Neuen Presse". <<


Dieses einseitige, bedrohliche Bild wird überall in den Hauptstrommedien vorwurfsvoll gegen die ausgemachten (rechten) Schuldigen, wie insbesondere die angeblich so fremdenfeindlichen Sachsen, Pegida und die AfD, als die aktuelle Realität in Deutschland präsentiert!

Doch mit nur ein bisschen Ehrlichkeit in der Wahrnehmung der Realität müsste doch jeder nicht ganz verblödete Journalist erkennen, dass genauso gut in der anderen Richtung nicht nur ein Körnchen Wahrheit zu finden ist:

Nämlich, dass etliche (Nachbar-)Länder schockiert sind von der selbstherrlichen Merkel‘schen Asylpolitik (man schaue nach Ungarn, Polen, Tschechei, Russland; in den USA nicht nur Donald Trump; und der überraschende Ausgang der so lauthals beklagten Brexit-Abstimmung hat sicher auch mit der britischen Ablehnung gegen die europäische "no border"-Politik von Merkel-Deutschland zu tun, etc.).

Diese Länder können und sollten eigentlich dankbar sein, dass sich in Deutschland eine politische Kraft gegen die verheerende Merkel'sche Politik formiert.
Lutz
25. September 2016 01:24
Sehr treffend:
4 video GK 49:23: Der VS wird sich – wie so viele andere Behörden, Politiker und moralische Instanzen - selbst bis zur Kenntlichkeit entstellen“ … „und entlarven“
Der_Jürgen
25. September 2016 09:51
@Exmeyer

Ich fände es bedauernswert, wenn Sie sich zurückzögen - Ihre Kommentare wirken immer wieder befruchtend. Mir geht es in mancher Hinsicht wie Ihnen; auch ich kann aus wohlbekannten Gründen in zeitgeschichtlichen Fragen oft nicht Klartext schreiben, weil dies die von mir über alle Massen geschätzten Hausmeister in Gefahr brächte. Dies ist aber, wie Sie ja selber ganz richtig festhalten, der Eintrittspreis, den man heute für die Teilnahme an einer öffentlichen Debatte zahlen muss.

Der gewaltige Unterschied zwischen Sezession und anderen rechten oder halbrechten Blogs wie PI, Mannheimer, Achse des Guten, Tichys Einblick etc. ist jedoch nicht nur das steile Niveaugefälle, das sich nicht bloss in den Autorenbeiträgen, sondern erst recht in den Kommentaren niederschlägt (bei PI bestehen diese zu 95% aus inhaltsleerem Gequatsche oder aus Schlagwörtern), sondern auch die Tatsache, dass die staatlich vorgeschriebenen Lügen hier bei Sezession aus den eben erwähnten Gründen zwar nicht ausdrücklich bestritten, aber auch nicht, wie es z. B. Stürzenberger oder Mannheimer tagtäglich lustvoll tun, noch nachgeplappert und die Ketten, in denen Deutschland liegt, dadurch noch enger geschnallt werden.

Man in der BRD immer noch sehr viel sagen, solange man nicht gerade vom Staat oder einem linken Arbeitgeber abhängig ist, und diese Freiheit gedenke ich, wie so viele andere auch, zu nutzen, so lange sie noch besteht. Dazu kommt, dass ich bei Sezession immer wieder auf wichtige Veröffentlichungen hingewiesen werde, von denen ich sonst nichts erführe. Bei PI etc. findet man gewiss nützliche Infos über die neusten Ausschreitungen der Kulturbereicherer oder Koranverse, welche die Intoleranz des Islam zum 100.000. Mal enthüllen, aber das war es dann schon.

Ein letzter Punkt. In punkto Stauffenberg und Verschwörer des 20. Juli stehe ich auf Ihrer Seite und nicht auf derjenigen der Hausherren, aber ich kann mühelos akzeptieren, dass sich ein Patriot auf Stauffenberg beruft. Wie Pirmin Meier kürzlich richtig festhielt, würde dieser heute vom Verfassungsschutz beobachtet.

@Winston Smith
Da ein Mensch Ihrer Bildung ständig "etwas Berichtenswertes" finden wird, dürfte Ihre Abwesenheit in der Kommentarspalte zum Glück nicht von sonderlich langer Dauer sein. Sie gehören hier einfach dazu, genau wie Exmeyer.
Winston Smith 78699
25. September 2016 10:10
@ JeanJean

Die Okkupation der Folkmusik - das geht in der Tat überall, wo sprachlich kommuniziert wird. Bei Techno und dessen Vorläufern hat das nicht funktioniert, dafür wurde dann die Veranstaltung zum Politevent gemacht - auch der normale "Rave" als Teil einer hedonistischen Gegenkultur, die für den Alltag aber Entpolitisierung vorsah. Leichter läßt sich argumentieren, dass Rap eben gar keine Tonkunst ist, sondern Vortragskunst (vergleichbar mit Poetry Slam), als für das Gegenteil. Die für den deutschen Markt anfänglich unabdinglichen melodischen Elemente, etwa bei Fanta4, und auch allerlei instrumentales Beiwerk, wodurch Hiphop sich solide Werkzeuge aus House und anderen Abkömmlingen der elektronischen Musik borgt, sind wesensfremde Schmiermittel für das im Kern schwer Erträgliche. Dies alles auszusprechen wird allerdings von den ideologisierten Lehrplänen zusehends tabuisiert; im Gegenteil wird zum Beispiel durch die Kampagne für Boomwhackers als "Musikinstrument" Unkultur per Dekret gleichgesetzt mit Kunst; schlimmer noch: Art und Umfeld dieser neuesten Musik zielen auf eine Welt, in der herumgesprungen und auf Körperteile geklatscht, Rohre wie Waffen geschwungen und geschlagen und Parolen geplärrt werden, was mich immer an Kriegstänze in Afrika oder den Film "Mad Max" denken läßt. Sport und Musik sollen sowieso immer wieder amalgamiert werden - natürlich hat das Eine von sich aus Elemente des anderen, aber diese Verbindung schadet vor allem der Musik. Allein schon das von Melodien und Harmonie abgelöste Rhythmuskeklatsche ist (außer als sehr fortgeschrittene Übung für z.B. Semiprofis) pädagogischer Unfug, denn beim Singen oder sonstig instrumentellen Musizieren wird Rhythmik viel besser mitgelernt, weil sie einen Sinnzusammenhang hat, ähnlich wie eine (besonders eine alte) Sprache am besten über ganze Sätze (spannende natürlich) gelernt würde als mit Tabellen von Konjugationen und Deklinationen. Ein gelernter oder erfahrener Musiker, der weiß, dass es in der Praxis zum Beispiel darauf ankommt, Melodien wirksamer zu gestalten oder funktionale Akkorde und Abläufe zu finden, also nach weitgehend (nicht gänzlich, nicht einmal weitestgehend) klar formulierbaren Gesetzen zu arbeiten, den Kindern nicht vorwiegend Irrelevantes oder Falsches beibringen will, bekommt hier Probleme.

Die Okkupation der Folkmusik erinnert mich an das Eindringen von Entferntem, Fremdem in manche linke Verbindung: waren es in den 70ern und vielleicht 80ern irgendwelche Bewegungen in Südamerika, die man aber aus der Entfernung nicht beurteilen konnte (vielmehr nur über die auftauchenden Abgesandten), so kamen seit den 90ern, noch vor PC und BLM, verstärkt der ganze Bereich um Homosexualität und die Solidarisierung mit irgendwas Arabischem (weil gegen USA) hinzu. Argument dafür ist natürlich der Internationalismus, die EINE Welt der EINEN brüderlichen Menschheit ... Bemerkenswert aber, dass die ersten Abgesandten immer von Mitgliedern "hier mal mitgebracht hallo - ja hi ..." worden sind. Nur dass solches Einbringen der Abgesandten nach meiner Beobachtung immer über weniger denkscharfe Mittelsmänner, geschieht, die selbst nicht dem engsten Leistungskreis angehören, sondern sich als Türöffner vielmehr erst Bedeutung verschaffen können, und dadurch auch geeignete Objekte für Instrumentalisierung sind. (Robert Greene widmet der Strategie, sich an die Zurückgesetzten als willige Werkzeuge zu halten, in den "48 Gesetzen" einige Gedanken - was ist eigentlich mit Friedrich Merz passiert?)


(Diese Verwässerung oder Verunreinigung oder Verunkenntlichung der genuinen Anliegen etwa von deutschen Studenten aus unteren Schichten erinnerte mich an den Niedergang von vormals erquickenden Freundeskreisen - einer guten Clique etwa, in der viele interessante Unternehmungen liefen - durch zusehends ungebildetere, anders gelagerte Mentalitäten, bis dann die Treffen geistlos und langweilig wurden ... so wie - bildlich beispielhaft gemeint - in der Rockmusik in den späteren 60ern zugleich mit der Politisierung das Südlich-Primitivere Einzug hielt, über Mexikaner und neue, farbigere Bands etwa - auch mal auf Kosten der Qualität; von der Entwicklung seit den 90ern ganz zu schweigen.)
Der Gutmensch
25. September 2016 12:11
@Monika

Christoph Giesa

Und es steht auch gewiss keinem Manne an, sich in dieser furchtbar ungalanten Art und Weise über eine Frau zu beklagen, der er höchstpersönlich die "Tür zur Autorenschaft" geöffnet hat. Und darüber hinaus ist es gewiss nicht schicklich, jede Parodie gleich für bare Münze zu nehmen (aber das passiert mir auch öfter; das liegt nämlich an unseren geschlechterbedingt mangelhaften intellektuellen Kapazitäten).

Der Gutmensch, eigentlich abgemeldet.
Andreas Walter
25. September 2016 13:54
Bei Focus wird heute übrigens auf diesen Artikel verwiesen:

http://www.huffingtonpost.de/2016/09/22/dm-gruender-goetz-werner-war-fur-pfefferspray-einfuhrung-bei-drogeriemarkt-dm_n_12134320.html?utm_hp_ref=germany

Der subtile Krieg, der in und um unser Land stattfindet ist so falsch und so verlogen, so dermassen hinterfotzig, dass es zu gar nichts anderem kommen kann als irgendwann zu einer Explosion der Gewalt. Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Weil diese Leute unmögliches verlangen. Niemand lässt sich gegen seinen Willen missbrauchen, wehrlos machen. Was diese Leute darum betreiben, die Globalisten und die Linken, ist Missbrauch an Menschen, Missbrauch auch am Deutschen Volk, sich dagegen zu wehren Bürgerpflicht.

Die Deutschen sind einfach zu gutmütig, zu geduldig, zu friedliebend, warten darum immer zu lang', bis dann die Hölle losbricht, die Nacht der langen Messer kommt. Was müssen das daher für Menschen sein, die andere derartig in die Ecke treiben, in die Ohnmacht drängen. Das kann nicht gut gehen. Da gebe ich euch Brief und Siegel drauf. Denn eine Sache ist es, über Wutbürger zu lästern, oder sie zu kritisieren. Eine andere jedoch sich mal zu fragen, woher denn diese Wut kommt, und ob sie nicht vollkommen berechtigt ist.
Winston Smith 78699
25. September 2016 14:42
@ Der_Jürgen

Das mit der Bildung ist doch Quark; ich kann nur halbwegs googlen und widme mich nahezu durchgängig dieser Sache, weil ich sonst kaum mehr etwas im Leben habe als mein Bedürfnis an Vergeltung an der SPD, von Besuchen der Kinder abgesehen. Denn deren Zukunft wird gerade gemeuchelt, mein Volk und meine Sprache werden nach einer jahrtausendealten Geschichte vernichtet - und das ausgerechnet zu meiner Lebenszeit, so eine Schande! Mit solcher Besessenheit (oder vergleichbarer Vorgeschichte) kriegte das, was Sie vielleicht meinen, jeder hier hin. Im Nachhinein gibt man auch jedem recht, der vor einem der Weltkriege sich solcherart vermeintlichen Wahn erlaubt hat, und fragt sich vielmehr, warum nicht mehr Leute verzweifelt vor dem Höllensturm warnten. Was mit der Rede vom Ende Europas, vom Ende einer Welt vor dem ersten Weltkrieg (etwa von Karl Kraus und Jakob van Hoddis) eigentlich gemeint sein könnte, offenbart sich in größerem Umfang vielleicht erst jetzt, wie wenn der unrettbare Patient nur vorübergehend noch und mit Schmerz- und Bewußtseinsdrogen benebelt wie als Zombie, am Leben eralten worden ist.

Oder es soll eben so aussehen! Apropos: die lästigen 95% bei PI kommen meiner subjektiv begründeten Meinung nach durch tendenziöse (nicht strafrechtlich motivierte) Zensur zustande, so dass dieses Portal zu manchen Zeiten (und nicht immer) als orwellscher 3-Minuten-Hass und daher als Druckventil, zur Kanalisierung und zur Inzenierung der "richtigen" Gegenmeinung fungiert. Wenn hingegen hier bei SIN mal was nicht durchgeht, ist das nie manipulativ - im Gegenteil eher wohlmeinend.

Berichtenswert für Widerständler: Umberto Eco, Die Fälschung und der Konsens (1978); über asymmetrische Vorgehensweisen, Machtfundamente, Angriffspunkte.
Andreas Walter
25. September 2016 18:54
@Winston Smith 78699

Weil das Warnen nichts nützt, Winston. Diese bittere Erfahrung musste auch schon Heinrich Mann machen. Als Kind habe ich mal folgenden Film gesehen:

https://www.youtube.com/watch?v=XkXuF2tMY1U

Fragen Sie mal Menschen auf der Strasse ob die wissen, wer Heinrich Mann ist, oder Cassandra. Oder Der Untertan. Den Untertan gibt es nämlich nicht nur unter Patrioten, doch das konnte Mann 1914 noch nicht wissen. Haben die sich eigentlich jemals getroffen, Mann und Solschenizyn? Aber wir kennen sie eben beide. Beide Seiten, und wozu sie fähig sind. Denn sie lassen sich ja keine andere Wahl.
Bran
25. September 2016 22:24
Exmeyer: Lassen Sie das mit dem Rückzug. Das ist lausig. Typen wie ich, die ein klein wenig jünger sind als sie, profitieren von ihren Einträgen. Ich habe wegen ihren Einträgen auf anderen Foren die Discorsi gelesen obwohl ich dachte, mit dem Principe sei alles gesagt. Ich habe mich mit Clausewitz etc. auseinandergesetzt, weil sie da gute Gründe dafür nannten.
Sie sind eine Inspiration. Sicher nicht nur für mich. Das ist IHRE Verantwortung. Nehmen Sie sie wahr. Für Gewichte und Dauerläufe ist da dann sicher auch noch Zeit.
marodeur
25. September 2016 23:17
Nichts gegen das ordentliche Lied von "Komplott", aber da fehlt mir noch die geniale Idee, der gezielte Tabubruch oder einfach ein Schuss Humor. Der letzte gelungene konservative Rap, den ich noch im Ohr habe, war "Ich hab Polizei" von Böhmermann. Da wurde mit einer einfachen Idee ein große Wirkung erzielt. Für die Polizei war das eine Zeit lang eine Art inoffizielle Hymne,
Exmeyer
26. September 2016 09:07
@ hartwig, bran, der_Jürgen, Winston, Paule

Zwei Überlegungen.
Erstens: Zumindest bei den ersten Dreien ist es kein Zufall, daß ich bei Ihren Beiträgen immer blind zustimmen könnte. Selten, daß sich mal ein kleiner Widerspruch in einem Nebengebiet ergebt. Würden wir uns in einem Kaminzimmer oder an einem Grillplatz treffen, wir müßten überhaupt nichts Politisches bereden. Wir können gleich übergehen, über Reales zu bitterlich zu streiten: die besten Srücke am Schwein (Läppchen), die besten Autos (Subaru?!) oder das beste Bier (gar nicht so einfach...). Ich vermute, so etwas liegt an einer ähnlichen Verdrahtung. Apros Verdrahtung: Scheint so, als ob jemand von Ihnen einen "guten Draht nach oben hat". Gestern gabs einen Bänderriß beim Fußball. Es geht gleich zum Röntgen. Scheint eher übel zu sein. Also Laufen und ähnliches dient derzeit nicht als Ausrede für eine Abwesenheit.
Deutlich zu Winston: Bleiben Sie! Sie haben mit meinem Rückzug nicht das geringste zu tun. Auch wenn Ihre Genarallinie mit der meinen kaum deckungsgleich sein dürfte, so schreiben sie doch Interessantes.

Zweitens:
Nun, ich bleibe auf der Nordseite vom schmalen Grat, die Mehrheit von der Südseite. Und oben (ich finde das gerade nicht) hat jemand sinngemäß geschrieben, ich gehörte hier zum Kommentarsinventar. Und genau diese beiden Punkte gehen für mich nur schwer zusammen. Der eine oder andere wertet das als Rückzug. Das trifft nur aus dem Blickwinkel des Kommentarbereiches zu. Aber, es handelt sich eher um eine Gegenreaktion auf die Postulierung des schmalen Grates: Also eine zunehmende Pointierung meinerseits.

Nun denn: Die Entscheidung, ob die Abstinenz dauerhaft ist oder vorübergehend bleibt, ist offen. Und da ich mein eigener Stabschef bin, wird hiermit festgelegt, daß diese am Jahresende gefällt wird. Und berücksichtigt wird dabei auch, daß es hier eine Art inhaltlichen Gegenwind geben sollte, alleine um die Balance auf dem Grat zu erhalten, sowie daß hier einige Leute schreiben, denen man sich verbunden fühlt. Dazu gehören einige Autoren und einige Kommentatoren.

Übrigens: Einen wesentlichen Punkt habe ich nicht genannt. Und der zieht die auf dem Grat Balancierenden sanft, aber beständig, nach Süden.
Petrus Urinus Minor
26. September 2016 14:52
Einen zum Gehen entschlossenen zum Bleiben bewegen zu wollen, wäre unmännlich. Dies mag das erste Mal sein, dass ich mich der Exmeyerschen Argumentation in diesem Punkt bediene. Hier passt's (mir).

Ergo argumentiere ich mit Eigennutz. Ich stimme Exmeyer in seiner vor ihm hergetragenen Härte so gut wie nie zu. Wahrscheinlichkeit - und trotz meiner hier fast ihresgleichen suchenden Radikalität der Bewertung der Situation - wäre ich gar kein Rechter ,wenn es nicht um die Existenz meines Volkes ginge. Zu unterschiedlich das Temperament.

Allerding benötige ich, der nicht links des Grades steht im Lager der Behäbigen (im Gegenteil), aber auch nicht rechts des Grades steht im Lager der "Bummsfallaristen", doch ganz offen zugegeben des Exmeyers.

Denn auch wenn ich ihm in seiner Härtebejahung so gut wie nie zustimme, prüfe ich das Arguemt ständig - und stelle fest, dass der Exmeyer unter den gegebenen Bedingungen fast immer recht hat. Dies bedeutet nicht, dass ich dies bejahe. Tatsächlich hoffe ich, eine Gemeinschaft unter absoluter Erhaltung meines Volkes eines Tages zu Bauen, in der der Exmeyer nicht mehr recht zu haben braucht. Dafür müssen aber Positionen abgeklärt werden - wieviel Exmeyer in einer solchen Gemeinschaft unersätzlich ist und wieviel eben nicht.

Dafür benötige ich - ganz persönlich den Exmeyer.
Hartwig aus LG8
26. September 2016 15:57
1)
@ Exmeyer verkörpert in diesem Forum (und wahrscheinlich ganz generell) eine Art äußere Schmerzgrenze, an die man eigentlich nicht gelangen will, die aber ggf. unvermeidlich wird.
2)
In einem Internetforum geht es um Worte. Wieviel Mumm hinter einer Figur wie z.B @Hartwig aus LG8 tatsächlich steckt, wird sich erweisen müssen. Wie drücke ich es aus, um nicht gleich wieder gerüffelt zu werden: @Raskolnikow ist derjenige, der mir mit seinen Beiträgen den Unterschied zwischen posauntem Wort und vollbrachter oder unterlassener Tat aufzeigt.
3)
Jeder hat einen Rahmen, innerhalb dessen er agieren kann. Dieser Rahmen ist zwar keine ewige Konstante, aber mein Rahmen ist eine sechsköpfige Familie, deren Vorstand ich bin. Dieser Rahmen hindert nicht, an sich selbst zu arbeiten, aber er umreisst mir recht klar die Grenzen für die Arbeit nach Außen.
4)
Männer wie Kubitschek haben nicht nur einen Namen, sondern für alle ein Gesicht; ein Gesicht, welches auch der Gegner kennt. Das ist eine Rahmenerweiterung, die er für sich, aber auch stellvertretend für andere geleistet hat.
5)
Im Lichtmesz-Strang wird über Leute geschrieben, die "Schmerzgrenze" und "Rahmen" für sich anders definiert haben; vielleicht der eine oder andere ganz und gar unreflektiert. Das sind auch unsere Männer ... nicht die Geringsten!
Winston Smith 78699
26. September 2016 17:11
@ Andreas Walter

Vielleicht sollte man sich aus ökonomischen Gründen darauf einigen, dass das Ausbleiben einer Antwort auf gewisse Tips einfach ein Dankeschön bedeutet und somit keine Enttäuschung hervorrufen braucht. So etwa zu diesem Film. Noch bin ich mit dem nicht weit, aber die Folkgruppe im Zugabteil hat mir das Herz erwärmt - dieses Lebensgefühl, Erinnerung daran, auch nur an die Imagination einer intelligenten Aussteigerszene läßt mich manchmal etwas abschalten. Natürlich ist Rockmusik, auch gute Popmusik, und auch Folk an sich politisch (Robert Schumanns Miniatur aber erst recht, würde Adorno sagen) - es geht aber um das geistige Niveau, um die Möglichkeit zu alternativen Deutungen, zu Widerspruch. Den Niedergang empfinden wir wohl erst bei Eindeutigkeit, reiner Funktion, Beschränktheit, Endlichkeit.
Übrigens landete ich im Frühjahr 2014, nach meinen Erlebnissen mit System und SPD, unter anderem auch bei Heinrich Mann und Solschenizyn, ohne aber bereits zu wissen, warum, und wie das genau zuzuordnen wäre. Zum anständigen Lesen hatte und habe ich gleichwohl nicht die Ruhe.
Hesperiolus
26. September 2016 17:47
@ Exmeyer

Mit den Worten eines etwas abseitigen, Ihnen aber womöglich bekannten Österreichers, angefragt, nur "um die Zeichen zu deuten",als Mitlesender, hier zwischen Norden und Süden, jenen immerhin dezent angedeuten Punkt zu verstehen, warum Sie - vorübergehend nur, das möge Ihnen gewünscht bleiben - nordwärts in "Schluchten und Schatten" abgehen und vorher "hoch vom Kamm" noch einmal grüßen, "wo die Wege sich scheiden"; vermute ich den wohl richtig in der ghibellinischen Abscheidung zum Nordischen Gedanken? Doch erscheint mir die Gratsicherheit von Sezession und Schnellroda, gerade in punctis puncti unseres häresieangefochtenen Volkes, als das erstaunlichste, gesunde und zuversichtliche Zeichen dieser - "guten, wahren und schönen" - Rechten. Möge sie Kurs halten!
Meier Pirmin
26. September 2016 19:02
@Exmeyer u. Co. Was den von Ihnen verwiesenen Film "Dokumentation der Machtkonstruktion" betrifft, geht es hier nebst anderem um die bekannten Ladenhüter betr. den Schweizer Waffenfabrikanten Bührle, der an einer speziellen Art der Praxis der Neutralität sogar noch Geld verdiente. Die Filmemacher hätten mich auch fragen können. Dass die Schweiz schon sehr früh, nach dem 1. Weltkrieg, an Deutschland Waffen lieferte, war das eine, diese Sachen sind mir auch von der Geschichte Schaffhausens, die ich erarbeitet habe, gut bekannt, und hochmoralistisch wird ins Feld geführt, dass die Schweiz um 400 Millionen Waffen an das 3. Reich geliefert hat, es war tatsächlich die Proportionalität der Neutralität, weil sie den andern auch geliefert haben und weil sie selber überleben wollten und tatsächlich erfolgreich überlebten, was nun mal zählt, abgesehen davon, dass wir bei der Flüchtlingsaufnahme trotz der Zurückgewiesenen so weit gingen, wie es für das Interesse des Landes irgendwie zu verantworten war. Dies schliesst Unrecht im Detail nicht aus. So ging das nun mal, wir hatten damals eine Regierung, welche die Interessen der Schweiz mit bedingungslosen Opportunismus vertreten hat und so das eingeklemmte Land aus dem Krieg rausgehalten. Lieber keine Moral als eine Moral, die ein Land kaputt macht, wobei ioch trotzdem nicht gleich sage "wie heute"!, obwohl man nahe dran ist. Das Einzige, was man mich an dieser Bührle Geschichte als Forscher über die Geschichte der Todesstrafe in der Schweiz empört, ist, dass man 1942 bei Luzern zwei Unteroffiziere erschossen hat, von Kollegen nach Militärjustizurteil hingerichtet, weil z.B. einer einem deutschen Agenten eine Handgranate weitergereicht hat, deren Modell wohl in keiner Weise für den weiteren Verlauf des 2. Weltkriegs relevant war, das waren die sogenannten Landesverräter.

Merkwürdig deucht mich jetzt aber schon, dass Sie, Exmeyer, zwar auf den genannten Film aufmerksam machten, dass aber, wenn ich von Leonardo Conti und von Nanna Conti etwas von meinen Forschungen andeute, die brutal "progressive" Gesundheitspolitik im 3. Reich betreffend, notabene ohne meinen Beifall, dass dies dann unterdrückt wird, vielleicht auch, weil ich stets unverfroren sage, dass man sich bei der Geschichtsschreibung über diese Zeit selbstverständlich nie bloss an offizielle Versionen halten soll. In dem Punkt denke ich wohl ähnlich wie _derjürgen und @Exmeyer, mit dem Unterschied, dass ich nichts verteidigen muss und auch der Meinung bin, dass die eine Geschichtspolitik nicht einfach durch eine andere ersetzt werden soll, weil nämlich sonst die Wahrheit so oder so auf der Strecke bleibt. In meiner Dissertation von 1973/78 steht: "Sollte es Goethe abermals auffallen, dass man vom moralischen Standpunkt keine Weltgeschichte schreiben kann."
Urwinkel
26. September 2016 20:10
marodeur:

Nichts gegen das ordentliche Lied von „Komplott“, aber da fehlt mir noch die geniale Idee, der gezielte Tabubruch oder einfach ein Schuss Humor. Der letzte gelungene konservative Rap, den ich noch im Ohr habe, war „Ich hab Polizei“ von Böhmermann. Da wurde mit einer einfachen Idee ein große Wirkung erzielt. Für die Polizei war das eine Zeit lang eine Art inoffizielle Hymne,


Ihr Kommentar endet an der Stelle. Rap ist kein Spaß, auch wenn es nach außen hin so aussieht (oder sich anhört - n.b.: das ist was für die Jazzkantine-Wohlfühldeppen). Kennen Sie die ehemalige Sonntagsnachmittagsradiosendung auf RBB Radio Eins (Böhmermann und Schulz?). Denen Beiden war kein Witz und jede Zote zu platt um sie ÖR-alimentiert rauszuplappern. Nach der Erdogan-Provokation Böhmermanns haben die Programm-Chefs einen selbstpalavernden Comedy-Türken gesetzt. Das ist nicht lustig. Kabarett und Satire wirken heute allgemein abtörnend.
Exmeyer
26. September 2016 20:30
@ Hartwig: Die Radikalität der Gedanken entspricht, glaube ich, nicht der Radikalität meiner Person. Die bewegt sich zwischen umgänglich, lustig, ernst und selten: hart.
Ansonsten ist nachdrücklich den Punkten zuzustimmen. (Zum Mumm (oder Leichtsinn?) verhelfen auch ein paar Schnaps und Bier - zumindest bei mir, historisch. Und zwei Kisten Weinbrandbohnen vielleicht auch? Lassen wir uns den Mumm nicht gegenseitig ausreden! Ich bin da überaus zuversichtlich. Nicht nur Alkohol, sondern auch Einsicht, schiere Not und Zorn sind ganz gute Hilfsmittel, die sich von selbst anbieten, wenn es erforderlich ist. Und das Selbstbild - Ehre genannt ist nicht zu unterschätzen.)

@ Petrus Urinus Minor: Ich halte alles, was Sie äußern, inclusive Ihrer Vorstellungen (im Besten Sinne) für normal und erstrebenswert, auch aus meiner Sicht! Wieviel Lykurg dazu erforderlich ist, weiß ich selbst nicht. Weder 100%, noch 0%. Wenn ich die Amischen sehe, geht vielleicht auch 0%???

@ Hesperiolus: Selbst unter Zuhilfenahme von Googlehoopfs Freunden konnte ich Ihre Andeutung nicht vollständig auflösen. Um gerichtlichen Hinweis wird gebeten.
Um im Bild zu bleiben: Der Exmeyer schaut von Norden auf die K&K-Wandergruppe, nicht mit Ärger oder sowas, sondern mit einer Leberknödelsuppe und nem Bier auf der Hütte. In der Sonne. Und Füße hoch.
Simplicius
26. September 2016 21:20
Es ist dazu ja eigentlich schon alles gesagt, und vieles auch diesmal wieder ist gut gesagt. Muss ich da auch meinen Senf dazugeben? Ja, wie am Stammtisch, ich möchte meine Zustimmung geben, möchte auch zeigen, dass ich dazu gehöre. Kommunikation ist wichtig.

@ Exmeyers Kommentare
haben für mich immer etwas männlich-preußisches ausgestrahlt. Ein wichtiges Element in diesem Blog.

Schade, dass er hinter die Kulissen geht.

Ich führe ja keine Analysen, wer sich wann, wie geäußert hat. Ich lese den jeweiligen Leitartikel und was sich darunter im Kommentarbereich findet. Und wenn ich dann Zeit habe, und es aus mir heraus will, oder ich einfach nur „danke“ sagen möchte, für manche treffende Kommentare, dann äußere ich mich.

Warum ich mich in dem Kreis richtig fühle?
Habe am Wochenende in „Die Spurbreite des schmalen Grats“ geblättert und gelesen. Kannte natürlich bereits 90 Prozent der Artikel. Aber war schon wieder alles einleuchtend, motivierend und teilweise schmerzhaft.

Eigentlich kann ich mit fast allen, die hier kommentieren, einen gemeinsamen Nenner finden.

Hauptsache, es kommt was ins Rutschen. Und zwar bald. Um sinngemäß mit G. Kubitschek zu sprechen: Heraus aus dem Siechtum, dem Latenten, dem Erdulden.

Oder wörtlich: „Die Zuspitzung der Begriffe und die Kennzeichnung der Gegner: Das sind unsere Aufgaben.“

Daran will ich mich hin und wieder beteiligen.
Exmeyer
26. September 2016 21:27
@ Meier Pirmin

Mit dem Hinweis auf den Film wollte ich lediglich auf die Art der "Realpolitik" hindeuten, in dessen Strudel man sich automatisch begibt, wenn man real an den Fleischtöpfen beginnt zu kratzen. Frahm (Brandt)/Fritz Reuter waren ja auch keine Kinder von Traurigkeit, was deren Intrigen gegen Schumacher angingen. Sagen wir mal so: Zumindest Brandt war via amerikanischer Geldzahlungen erpressbar.

Um aus dem Geschäftsbetrieb BRD (Helmut Schmidt) eine Veranstaltung zu machen, in der das Ideelle und in diesem Zuge sogar das Funktional-Moralische eine wesentliche Bedeutung hat, bedürfte es eines quasi- oder direkten religösen Überbaus. Der ist - außer den Salafisten - auch nicht erkennbar. Das kann nur aus einem Zusammenbruch heraus erfolgen. Geistig-Moralische Wenden? Mit einer Petry??? Selbst wenn. Das ist - vermute ich - objektiv ausgeschlossen.

Wir leben in dieser Welt Katharina von Medicis. Und mit dieser Macht, ob sie nun als gebende oder drohende oder zuschlagende Macht daherkommt, ist lediglich situativ bedingt. Auf neun Anständige wird sich in jedem Bereich auch ein Medicinist finden lassen.

Übrigens: Meiner Erinnerung nach ist der Schweiz ja nichts vorzuwerfen. Und wenn: Peanuts. Selbst HS30, Strauß, Adenauer & Co. Alles nur Peanuts, wenn man es einzeln betrachtet. Nur dabei handelt es sich um das Fundament der BRD, ihre DNA. So funktioniert sie.
Exmeyer
26. September 2016 21:38
Noch: Ob irgendeine Wahrheit am Ende irgendwo herauskommt bezweifle ich schon ganz praktisch deswegen, weil man ja immer nur Bruchstücke zusammenzimmern kann. Manchmal mag es besser, manchmal gar nicht gelingen.
Aber in diesem Fall gibt es nunmal nur eine offizielle Marschrichtung. Und da ich da nicht mitmache, weil dort, wo es kritisch wird, ist ein StGB-Riegel davorgeschoben, von den weichen Konsequenzen, die bereits um Längen früher greifen, wollen wir gar nicht erst sprechen.
So mag es damals vielleicht Dinge gegeben haben, die selbst mir nicht passen würden. Vielleicht! (Das soll nicht heißen, daß ich Ihre Erkenntnisse dazu nicht ernst nehmen würde.)
Ich werde diese aber nicht weiter beachten, weil sie im Rahmen des Ganzen schon nicht mehr einzuordnen wären, ohne den sanktionierten Bereich sachlich ermitteln und ansprechen zu können.

Würde mich das Thema reizen, so würde ich mit Energie in die USA blicken. Denn dort denke ich, wird man überaus fündig.
Der_Jürgen
27. September 2016 08:37
@Pirmin Meier

Wir haben ja unsere Meinungverschiedenheiten, aber was Sie über die jüngere Schweizer Geschichte schreiben, trifft den Nagel auf den Kopf. Ich habe mich in Zusammenhang mit dem verlogenen "Bergier-Bericht" mit dem Kapitel der an der Grenze Zurückgewiesenen befasst und, gemeinsam mit Kollegen, auch darüber publiziert. Die offizielle Version, welche die damalige Schweizer Regierung in ein möglichst trübes Licht tauchen will, hält einer kritischen Überprüfung nicht stand, aber eine kritische Überprüfung ist eben offiziellerseits nicht erwünscht.

Ja, bei der Revision der Geschichte muss man sich davor hüten, einfach mechanisch das Gegenteil von dem zu sagen, was offiziell behauptet wird, sonst ersetzt man eine Geschichtsklitterung durch eine andere. Ideologische Vorlieben haben hier keinen Platz. Diese auszuschalten ist nicht leicht, denn der Historiker ist ja, wie schon Hutten, "ein Mensch mit seinem Widerspruch".

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