13. Oktober 2016

Strohmann, Bauernopfer, Strohfeuer

von Nils Wegner / 28 Kommentare

Nun ist er also tot, der mutmaßliche "Chemnitzer" Bombenbauer Jaber al-Bakr, und die Bundesrepublik bleibt mit einigen Rätseln zurück. Nicht nur, wie sich der terrorverdächtige Syrer in der JVA Leipzig suizidieren konnte; insbesondere auch die Rolle seiner Landsleute, die Alan Posener (zu dem seit der Mainstream-Studie des IfS alles gesagt ist) bereits zu Deutschlands »ersten syrischen Helden« hochgejubelt hat und denen die SPD Bundesverdienstkreuze umhängen will, bleibt unklar. Was ist nun zu bedenken?

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Für die neue Ausgabe der Sezession hatte ich mich mit dem Charakter des islamischen Terrorismus im allgemeinen und des Islamischen Staats im besonderen als formale Kriegspartei beschäftigt; eine Kategorisierung, zu der staatliche Stellen hierzulande offensichtlich nach wie vor nicht in der Lage sind. Zur Anwendung kam dabei das 1989 vom amerikanischen Militärtheoretiker William S. Lind aufgestellte Theorem einer generationenartigen Entwicklung der modernen Kriegführung – eine frühe Systematisierung dessen, was seit 2001 gemeinhin als "asymmetrischer Krieg" bezeichnet wird, gemäß Lind die 4th-generation warfare oder 4GW.

Zwar stellen die seitdem entstandenen Analysen des wildwüchsigen Klein- und Informationskrieges natürlich in erster Linie Handreichungen zur Verteidigung und Counter-insurgency dar; sie lassen sich jedoch auch im umgekehrten Sinne lesen. So oder so haben die Denkschriften Linds und seiner Mitarbeiter im Militär bislang wenig Niederschlag gefunden, sind aber bei aufgeschlossenen Medienguerilleros sehr wohl auf fruchtbaren Boden gefallen, wie etwa der Schriftsteller Vox Day in seinem Buch SJWs Always Lie über die von ihm mitangestoßene sogenannte "#GamerGate-Kontroverse" in den USA nachzeichnet.

Um es kurz zu machen: Das Staatsversagen, das nun weitläufig diagnostiziert wird, liegt tatsächlich vor. Allerdings nicht – wie neben anderen auch der unvermeidliche Jakob Augstein meint – nur in Sachsen, sondern auf Bundesebene. Die durchgängige Behandlung der akuten Terrorgefahr nach Aktenlage setzt, bei völliger Verkennung des organisiert-unorganisierten Charakters des heutigen Terrorismus und der verharmlosenden Etikettierung des IS als »Terrormiliz«, unser Land unnötigerweise extremen Risiken aus.

Eine entschlossene und konsequente innere Sicherheitspolitik eines tatsächlich wehrhaften Staates sähe anders aus. Und sie ließe auch keine Beweislastumkehr zu wie die, auf die sich die Jubelschreie von Anfang der Woche nach der Festnahme al-Bakrs kondensieren ließen: »Gottseidank sind all diese Leute illegal in unser Land gekommen, um uns bei Problemen zur Seite zu stehen, die wir ohne sie wahrscheinlich gar nicht hätten!« Gleiches gilt natürlich auch für all die tapferen Tastaturritter, die binnen Stundenfrist dem aufgebaumelten Terrordilettanten das erkaltende Händchen hielten:



Es sind jetzt, in den nächsten Tagen, genau drei Dinge abzuwarten:



  1. Wie genau wird was genau über die Lebens- und Todesumstände des Jaber al-Bakr aufgedeckt werden, und wie lange wird sich das in den Medien halten? (Wann kommt der pädagogisch wertvolle Tatort zum Fall..?)

  2. Wie genau wird was genau über die "heldenhaften" Syrer in Leipzig, die der Terrorverdächtige noch kurz vor seinem Tod als Mitwisser denunziert hatte, aufgedeckt werden, und wie lange wird sich das (neben der ihnen angeblich geschuldeten Dankbarkeit und Anerkennung) in den Medien halten?

  3. Was wird, wenn überhaupt, für die Bundes- und Landespolitik aus dieser nebulösen Episode folgen, und für welche politischen Winkelzüge wird der Fall al-Bakr zukünftig als Grundlage herhalten müssen?


Ich wage die Prognose, daß spätestens nach dem Jahreswechsel kein Hahn mehr nach diesem Affärchen krähen wird. Wahrscheinlicher ist, daß ihn bereits in zwei, drei Wochen eine andere "große Sache" abgelöst haben wird, wie sich auch die anfangs turmhohen Wellen hinsichtlich des "rechten Terrors" in Dresden blitzschnell verlaufen haben. In diesem Fall jedoch wird das Grundmotiv die Bedrohungslage sein, der der Staat nicht Herr zu werden in der Lage ist – und die Bevölkerung soll schließlich nicht in Unruhe leben müssen, denn das ist Gift für die Produktivität (und die Umfrageergebnisse).


Was die Hintergründe des Chemnitzer Bombenbaus und der seltsamen Odyssee al-Bakrs angeht, bleibt abzuwarten, ob sich das vorläufige »Riddle wrapped in a mystery inside an enigma« noch aufhellen läßt. Vorstellbar sind viele Konstellationen, etwa eine "indirekte Aktion" zur weiteren Destabilisierung des Verhältnisses zwischen Volk und Sicherheitsorganen im Sinne Walter Laqueurs – was unsere Medien mehr als begünstigen (und im übrigen auch die Staatsanwaltschaft, in deren heutiger Pressekonferenz die »panische Angst vor Abschiebung« des mutmaßlichen Terroristen nochmals betont wurde).

Nun habe ich zur Bebilderung dieses Texts aber nicht umsonst den brennenden "Wicker Man" aus dem gleichnamigen Film von 1973 hergenommen: Movens des Menschenopfers ist, durch den Tod eines einzelnen die entzürnten oder mißgünstigen Autoritäten (in der Regel Gottheiten) gnädig zu stimmen.

Die deutschen Sicherheitsbehörden haben im Angesicht der Anschläge im Juli dieses Jahres ihr eigenes Gerede vom »verwirrten Einzeltäter« so gründlich desavouiert, daß wohl die meisten Überlegungen zu einem so bedrohlichen Ergebnis kommen wie dem, das der ehemalige Linksradikale und Verleger André Thiele bei Facebook veröffentlichte:


1984 hatte ich mit anderen Genossen aus der radikalen Linken ein Gespräch mit alten Kommunisten aus dem, was von der KPD übriggeblieben und nicht über die DKP korrumpiert worden war, der sog. "tiefen Partei".
Die Frage an uns Junge war: Wie steht ihr zum Terrorismus? Konkret: Was würdet ihr tun, wenn ihr mitbekommt, daß gesuchte RAFler irgendwo ein Waffenlager haben oder sich aufhalten oder treffen? Wir lieferten alle möglichen Antworten à la "niemals verraten". Die Kader hörten sich das ruhig an. Dann sprachen sie: "Nein. Wenn ihr von so etwas erfahrt, dann kommt ihr direkt zu uns. Wir kümmern uns."
Wir frugen natürlich: "Was würdet ihr denn tun?" Und einer sagte: "Beobachten. Hochgehen lassen, dann, wenn es am besten paßt. Den Rest erledigt die Polizei für uns."

Wenn man politisch wirklich etwas aufbauen will, das eine Gesellschaft langfristig transformiert – wenn Sie also WIRKLICH Macht haben wollen, dann müssen Sie die Eigenen ausliefern bzw. erledigen, wenn Sie Ihnen querkommen. Vor allem, wenn die Staatsmacht hinter ihnen her ist und sie de facto geschlagen sind – ausliefern, sofort, bevor Strukturen zerstört werden, die wichtiger sind als die Bauernopfer. Das und nichts anderes ist die Lektion aus der Gefangennahme des syrischen Terroristen durch syrische Landsleute.

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (28)

Erik
13. Oktober 2016 12:04
Die ganze Geschichte ist eh eine äußerst nebulöse Angelegenheit. Bereits der Vollzug wirft Fragen auf. Der vermeintliche Delinquent wird minutiös überwacht, aber der Zugriff durch eine Sondereinheit (!) will nicht gelingen. Hier begannen bereits die Fragezeichen. Dennoch, Herr Wegener, sollten Sie für Annalysen derartiger Affären nicht ihre kostbare Zeit opfern, da eine die andere jagt und, wie beispielsweise auch beim sogenannten NSU, die wahren Begebenheiten sich nur äußerst mühsam ans Tageslicht befördern lassen.
Paul
13. Oktober 2016 12:26
Man braucht schon sehr viel Vertrauen in den Staatsrundfunk, um die Geschichte von den heldenhaften Syrern zu glauben. Sind das jene heldenhaften Männer im wehrtuchtigen Alter, die Heimat und Familie feige zurückgelassen haben?
Es sind Geschichten aus 1001 Nacht, die uns hier aufgetischt werden. Wer das glaubt, glaubt auch an den Weihnachtsmann.
Matthias Grund
13. Oktober 2016 12:47
Die Diagnose Staatsversagen/Kontrollverlust halte ich für falsch, das genaue Gegenteil erscheint mir der Fall. Hierbei wird unterschätzt, dass Unordnung ein wirksames Herrschaftsinstrument ist und viele Türen öffnet. Ich möchte hier mal auf das Buch "Africa Works: Disorder as Political Instrument" von Patrick Chabal verweisen.

Nimmt man für einen Moment an, dass der Kontrollverlust kontrolliert erfolgt, wird die eigentliche Tiefe der gegenwärtigen Transformation ersichtlich.

In der These Kontrollverlust entfaltet sich die gegenwärtige Lage entgegen den Willen des Staates. Er will eigentlich nicht, kann aber nicht gegensteuern.

In der These kontrollierte Unordnung hingegen haben wir genau die Lage, die "der Staat" erreichen wollte. Die Diagnose lautete dann, dass sich der Staat zu einem Migrationsstaat wandelt, der Zuwanderung gezielt als Mittel zur Umgestaltung der Gesellschaft einsetzt und dessen Daseinszweck die Ermöglichung von Zuwanderung ist.

Die absehbaren Folgen sind rein zufällig deckungsgleich mit auch auf anderen Wegen verfolgten Zielen, die ein postnationales weltoffenes Zeitalter einläuten sollen. Der Staat selbst spielt hierbei nur noch eine vorübergehende Rolle in der Durchsetzung des Migrationsstaates, etwa in der zeitweisen Aufrechterhaltung des Wohlfahrtsstaates als pull-Faktor für Migration, oder in der Durchsetzung einer tiefen Willkommenskultur. Ironischerweise wird also der Migrationsstaat nur noch teilweise ein Staat im herkömmlichen Sinne sein, sondern ein parastaatliches Hybridwesen, in dem etwa über Meinungsfreiheit in einer privatwirtschaftlichen Paralleljustiz entschieden wird (Facebook/Bertelsmann/Arvato).

Hierbei ist es kein Widerspruch, dass die Mehrzahl der beteiligten Akteure nicht zentral gesteuert ist oder die sich immer deutlicher offenbarenden Ziele des Migrationsstaates teilt. In modernen Gesellschaften erfolgt Netzwerksteuerung hauptsächlich dezentral, u.a. über Erwartungserwartungen. Diese müssen gar nicht mal offen ausgesprochen werden, es reicht z.B. schon im Kollegenkreis zu beobachten, wer befördert wird und wer nicht.

Kontrollverlust? Eindrücke aus Rosenheim, wo im vergangenen Jahr 2000 Illegale am Tag beflissenen pseudobehördlich eingeschleust wurden:
http://www.faz.net/aktuell/politik/fluechtlingskrise/fluechtlinge-in-rosenheim-der-ganz-normale-ausnahmezustand-13926023.html
In zwei Reihen stehen die jungen Männer, die Mütter und Väter mit ihren Kindern in einer Ruhe und Diszipliniertheit, dass jede Lehrerin neidisch werden müsste. Im Gänsemarsch geht es ins Zelt. Dort bekommt jeder Flüchtling ein farbiges Band um den Arm, dessen Entsprechung sich an seinem Gepäckstück findet. Eine erste Durchsuchung sorgt dafür, dass niemand etwas dabei hat, was später für Ärger sorgen könnte. Auch eine erste gesundheitliche Versorgung ist möglich. Jeder wird befragt, antwortet nach seinen sprachlichen Möglichkeiten. Siehe oben. Dann macht ein Bundespolizist vor einer weißen Plane ein Foto von jedem Neuankömmling. Der muss ein Pappschild vor sich halten, auf dem die Nummer des Zuges steht, mit dem er gekommen ist. Die Fingerabdrücke werden genommen. Es gibt zu essen und zu trinken. Auch einen Wickeltisch.
Morbrecht
13. Oktober 2016 12:48
Interessant finde ich dem Vorfall vor allem den Versuch, ihn in ein aus Sicht der Verfechter offener Grenzen positives, aber in sich widersprüchliches Narrativ zu pressen. Einseits wird vor einem "Generalverdacht" gewarnt (den niemand so erhebt); anderseits wird auf Grundlage des Handelns der Syrer eine generelle Zuschreibung positiver Eigenschaften gegenüber entsprechenden Migranten vorgenommen, wobei gerade Poseners Hysterie so überzogen wirkt, dass sie diesem Anliegen wohl eher geschadet hat.
Irgendwelche verborgenen Hintergründe würde ich in dem Fall aber nicht vermuten. Das letzte, was die Bundesregierung jetzt braucht, sind weitere spektakuläre Gewalttaten der von ihr ins Land geholten Personen, und zu positiven Geschichten liessen sich auch ohne solche Nebenwirkungen irgendwie erfinden.
Matthias Grund
13. Oktober 2016 13:23
Lückenpresse ist messbar, Sprachmacht ist Deutungsmacht ist Herrschaftsmacht.

Kleine Diskursanalyse SPON:
Chemnitz lief am Samstag, Sonntag und Montag trotz akuten Fahndungsaufrufs so lange auf den hinteren Plätzen, bis ab Montagabend/Dienstag das Narrativ "gute Syrier" gespielt werden konnte - schlagartig wurde es zur Schlagzeile, teils mit mehreren Artikeln gleichzeitig an der Spitze. Bis dahin vorne: Trumps Frauengeschichten (bis zu drei Artikeln gleichzeitig), Samsung-Akkus, die Krise der Fluggesellschaften.

Am Dienstag/Mittwoch hatte man den Spieß bereits umgedreht:
1. Deutschlands Bringschuld gegenüber Syriern für ihre Wachsamkeit und Loyalität. Gut, dass wir unsere Syrier haben, sonst hätte es gekracht. Ich fühle mich an Boatengs Wahl zum Fußballer des Jahres erinnert, weil er sein eigenes Eigentor verhindert hatte.
2. Deutschland muss mehr für Integration tun. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/deutschland-fluechtlinge-kontrollieren-ist-sinnvoll-kommentar-a-1116277.html

Donnerstag: 4 von 5 Schlagzeilen zu Chemnitz, neues Narrativ: Behördenversagen, unverhohlener Rechtsverdacht(http://www.bundestwitter.de/thema/nichtschonwiederSachsen).

Es verläuft nach Schema F, wie schon in Köln, Ansbach usw.

Was wir über unsere Gesellschaft, ja über die Welt, in der wir leben, wissen, wissen wir durch die Massenmedien (...) Andererseits wissen wir so viel über die Massenmedien, dass wir diesen Quellen nicht trauen können.

- Niklas Luhmann
Monika
13. Oktober 2016 13:29
Die Ehe ist ein Versuch, zu zweit mit den Problemen fertig zu werden, die man allein niemals gehabt hätte.


Ohne die Hintergründe zu kennen, fällt mir nur auf, wie die Medien Deutschlands die Ereignisse um die Syrer kommentieren.

Eine Presseschau im focus ist übertitelt:
Die Guten und die Bösen - unter Flüchtlingen genau wie unter Deutschen

http://www.focus.de/politik/deutschland/so-kommentiert-deutschland-jaber-albakr-die-guten-und-die-boesen-unter-fluechtlingen-genau-wie-unter-deutschen_id_6053452.html

Man spürt deutlich die Erleichterung der verschiedenen Zeitungen , dass es auch gute Flüchtlinge gibt.

Jetzt muß ein Rechter endlich auch mal eine gute Tat vollbringen, damit es heißt:
die Guten und die Bösen - unter Rechten genauso wie unter ??? (Deutschen, Flüchtlingen, Menschen )
Morbrecht
13. Oktober 2016 14:08
@Matthias Grund
Es mangelt m.E. an solcher grundsätzlichen Analyse der Vorgänge hinter dem Geschehen. Die Gegenkultur beschränkt sich hier noch zu sehr auf bloße Empörung, reagiert dabei nur und bleibt zu oft an der Oberfläche der Dinge. Die große Transformation, die an Europa und der ganzen Welt vollzogen wird, ist bislang nur in Ansätzen beschrieben und verstanden worden. Alles Handeln muss ins Leere gehen, solange man das Umfeld nicht begreift, in dem man sich bewegt.
Winston Smith 78699
13. Oktober 2016 14:12
Wenn ich zurecht hoffe, dass das Chemnitz-Leipziger Chaos eine ähnliche Ursache hat wie die schrottreifen Tornados und manch andere Kuriositäten, dann seien wir stolz auf diesen Widerstand auf höchstem Niveau, er paßt zu den Deutschen.
Erik
13. Oktober 2016 14:56
Monika: Das nicht alle Zuwanderer per se schlecht sind, ist sicher dem Gros der Deutschen auch bereits vor dem Auftritt der vermeintlich zivilcouragierten Syrer klar gewesen. Musste man also wirklich so ein Schauspiel inszenieren, um Teile der Fremden in ein positives Licht zu rücken? Wenn man die Artikel der Chemnitzer Lokalzeitung „Freie Presse“ liest, in denen Anwohner zur Wort kommen, scheint nun eher das Gegenteil eingetreten zu sein. Bedingt durch den vermeintlichen Bombenbastler scheinen nun nämlich die meisten Chemnitzer Bewohner restlos die Schnauze voll zu haben, dabei interessiert es wiederum herzlich wenig, dass es einige Syrer zu geben scheint, die ganz gerne mal prallgefüllte Portemonnaies im Fundbüro abgeben.
Ammianus Marcellinus
13. Oktober 2016 16:03
Sicherlich wäre es absurd, Migranten generell menschliche Tugenden abzusprechen. Ich halte es für durchaus denkbar (bei einer gewissen Grundskepsis), dass sich die Geschichte im Wesentlichen so abgespielt hat, wie dies von den Medien berichtet wurde. Möglicherweise wollte sich der Terrorist lediglich rächen, als er diejenigen Syrer der Mitwisserschaft bezichtigte, die ihn an die Polizei ausgeliefert hatten.
Ebenso offensichtlich ist, dass ein nicht unerheblicher Teil der irregulären Migranten schlicht und ergreifend eine Bedrohung für die öffentliche Ordnung sind. Wir haben jetzt nach Ansbach und Würzburg innerhalb weniger Monate den dritten ernsthaften Versuch eines Terroranschlags, begangen durch Immigranten aus islamischen Ländern. Wenn man das auf die Zukunft hochrechnet, dann ist es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einem Blutvergießen kommt, wie es in Frankreich schon zur Gewohnheit wurde. Alle Umfragen aus den bereits stärker islamisierten Gesellschaften wie Frankreich oder Großbritannien zeigen, dass zehn bis zwanzig Prozent der moslemischen Einwanderer die Länder hassen, in welche sie eingewandert sind. Hier soll zusammenwachsen, was nicht zusammen gehört.
Stil-Blüte
13. Oktober 2016 16:21
Der Casus macht mich Lachen, wäre die Lage nicht zu ernst. Ich versage es mir, die offensichtlichen Ungereimtheiten von Anfang an aufzuzählen. Wenn man das Szenario von Widersprüchlichkeit zu Widersprüchlichkeit verfolgt hat, kann man nur zu dem Schluss kommen - das ist böse Absicht, mehrere Fliegen mit einer Klappe zu schlagen und gleichzeitig ein Ablenkungsmanöver zu starten. Wovon? Davon, daß wir Deutschen mit sog. Aufklärung(!)sflugzeugen kurz davor stehen, in den Krieg nach/gegen Syrien zu ziehen. Die Lage ist ernst.
Baerchen
13. Oktober 2016 16:22
Ein misstrauischer Mensch würde sich doch die sogenannten "Helden" mal etwas genauer ansehen, besonders jetzt wo der mögliche Hauptbelsatungszeuge tot ist.
Rudolf
13. Oktober 2016 16:43
Baerchen, glauben Sie ernsthaft, daß die zuständigen Sicherheitsbehörden die "Helden von Paunsdorf" nicht eingehend unter die Lupe nehmen werden?
Alt-Badener
13. Oktober 2016 17:16
Eigentlich lohnt es sich gar nicht, über all die Possen, die hier im Lande geschehen, Worte zu verlieren.
Eines dürfen wir aber sicherlich festhalten: Wenn in der Industrie, dem Handel, dem Handwerk, kurzum, im ganzen wertschöpfenden Gewerbe so gearbeitet würde wie hierzulande in der Politik und in den meinungsführenden Gazetten, dann käme garantiert kein Flüchtling zu uns, wir wären auf dem Stand eines zentralafrikanischen Chaotenstaates. Ein Wunder unserer Zeit ist es, dass dieses Land überhaupt noch funktioniert.
Als kleines Beispiel sei mit Claudia Roth genannt. Eine absolute Versagerin, zu nichts zu gebrauchen, rutscht auf eines der höchsten Staatsämter im Lande. Und diese Person wundert sich noch darüber, dass sie äußerst unfreundliche Mails, Apps, Twitters und was sonst noch bekommt. Wenn ein Staat von Versagern, gescheiterten Existenzen etc. regiert wird, braucht man sich nicht über all diese Possen und Entscheidungen zu wundern, die in diesem Staatsgebilde alltäglich sind.
Willkommenskulturlos
13. Oktober 2016 17:42
Warum soll sich ein gläubiger Moslem selbst umbringen -
Selbstmord (ohne Ungläubige zu töten) ist in Islam ja „haram“?
https://www.welt.de/politik/article1429665/Auf-Selbstmordattentaeter-warten-keine-Jungfrauen.html
Zumal ihm nichts Schlimmes gedroht hat (es ist ja „nichts passiert“) – höchstens ein Paar Jahre im deutschen Gefängnis, von denen er wie üblich nur die Hälfte absitzen müsste (wenn überhaupt).

Was da wirklich abläuft, wissen wir nicht und werden wahrscheinlich nie erfahren.
Das Ganze kann man aber nur als BIZARR bezeichnen.

Die Geschichte stinkt bis zum Himmel
und zwar nach einer Inszenierung,
bei der allerdings alles so schief gegangen ist, dass man die Notbremse ziehen musste.

Diese Geschichte ist für die Regierung sehr sehr peinlich
und deshalb wird sie vermutlich sehr schnell aus den Medien verschwinden,
wie schon „fremdenfeindliche Anschläge“ von Dresden (von Antifa?) oder „Brandanschläge“ auf Asylheime von Vorra / Tröglitz (Versicherungsbetrug) aus dem medialen Gedächtnis verschwunden sind.

Es sei denn, die untergetauchten syrischen Helden sind auch Terroristen und bringen ihre Mission zum Ende – dann werden wir über den Knall und die Opferzahl informiert.

Was bei dieser Geschichte wirklich Angst macht:
WIE SCHNELL DIESER STAAT DEGENERIERT.
Heinz Obst
13. Oktober 2016 21:40
@Rudolf - Donnerstag, 13. Oktober 2016, 04:43 PM

"Baerchen, glauben Sie ernsthaft, daß die zuständigen Sicherheitsbehörden die „Helden von Paunsdorf“ nicht eingehend unter die Lupe nehmen werden?"

Unsere heutige Preisfrage lautet:
Wer steuert eigentlich die zuständigen Sicherheitsbehörden?
der Dachs
13. Oktober 2016 22:15
Ich sehe die Sache nicht so um tausend Ecken herum.
Der Mann wollte bomben, ganz sicher mit Hintermännern.
Die Kollegen ließen ihn hochgehen, weil seine pure Existenz dank Fahndungsbilder eine Gefahr für sie geworden war, sie selber aber als seine Denunzianten fürs erste am besten getarnt. Ihn zu ermorden, wäre die schlechtere Lösung gewesen, weil dann erst recht, und nach Hintermännern, gefahndet worden wäre.
Er hat sich erhängt, weil ihm klar war, daß er als 'Versager' sozial sowieso bereits tot war, er nach einer Freilassung wohl definitiv gemeuchelt worden wäre, von den Kollegen.
Die Kollegen werden aus ihrem Bereich alles Verdächtige entfernt haben bevor sie die Polizei riefen. Und jetzt dürften sie wohl nicht mehr zu finden sein; neuer Paß versteht sich von selbst.

Bei der deutschen Polizei und Justiz dagegen steht zu befürchten, daß sie noch gar nicht hinreichend mit der rücksichtslosen verbrecherischen Denkstruktur solcher Kreise rechnen, die hier ad maiorem Allah gloriam ihre ganze Intelligenz investieren.
Das ist die Sorte wie die Drogenerpressungen früher in der Türkei:
Ahnungsloser Tourist kriegt vom Hotelier Drogen im Zimmer versteckt, Polizei greift Touristen ab, Hotelier streicht die ausgeschriebene Belohnung ein. Polizist wartet, ob vom Touristen Bestechungsgeld aus Angst vor türkischem Knast kommt. Kommt es, wird überlegt, ob man mehr fordert, mit der Drohung, ihn wg. Bestechung sonst erst recht zu verknasten. Usw. usw. Ich fürchte, diese orientalischen Abgründe sind, zumal im biederen Mitteldeutschland, noch nicht standardmäßige Erwartungshaltung.
Die Interessen von Politik und L-Prese kommen natürlich obendrauf.
bran
13. Oktober 2016 22:50
Ich stimme willkommenskulturlos zu. Der Selbstmord ist innerhalb des logischen Systems des sunnitischen Islams sinnlos.
Ich würde aber nicht als das Beunruhigendste Werten, wie schnell dieser Staat degeneriert, sondern eher wie schnell er REAGIERT.
hildesvin
13. Oktober 2016 22:56
@ Ammianus Marcellinus: Da sind wir wohl gegenteiliger Ansicht:
Die richtig heftigen Terroranschläge, ob tatsächlich stattgefunden, oder angeblich geplant, geschehen ausschließlich nicht nur mit dem Wissen, sondern mit der aktiven Unterstützung der hochwohllöblichen Obrigkeit.
Wer anders wähnt, muß sich den Vorwurf einer gewissen geistigen Schlichtheit gefallen lassen.
eulenfurz
13. Oktober 2016 23:04
PPQ hat das Drehbuch knapp zusammengefaßt, die eigenwillige Rechtschreibung geht hoffentlich als Zitat hier durch die Zensur:

für mich die faszinierendeste geschichte der saison: al-bakr weiß ende september noch nicht, wie sprengstoff geht. er sucht zwischen 1. und 5. oktober nach herstellungsrezepten. hat am 7. oktober dann schon eingekauft und 1,5 kilogramm APEX fertig gerührt. flieht am 8. 10. unter den augen von 700 polizisten mit "fehlender Körperspannung und schlurfendem Gang", lässt aber seinen sprengstoff zurück. er wird am 10.10. von freiwilligen gefasst. bezichtigt die häscher am 11.10., seine terrorhelfer gewesen zu sein. und stirbt am 12.10. unter dauernder beobachtung im gefängnis. nein, kein studio nimmt dir dieses drehbuch ab.
philos
14. Oktober 2016 00:36
@Marcellinus

Ein tatsächlich mit islamischem Hintergrund durchgeführter Terroranschlag brächte die Regierung gegenwärtig in arge Bedrängnis. Im besonderen würden die üblichen Verharmlosungsmechanismen sicher funktionieren wie gehabt, im allgemeinen aber kann sie einen solchen Vorfall nicht brauchen. Man müßte mit dem Knall schon arbeiten können, d.h. es müßte irgendwo in Leipzig oder Dresden oder sonstwo in "Dunkeldeutschland" der Mordbrand auflohen; die Medien wären sicher umgehend eifrig dabei zu verbreiten, daß hier nur ein "verwirrter Einzeltäter" Rache genommen hat an den finsteren Naziossis und diese letzlich selbst schuld seien, da sie mit ihrem "Hass" die wunderbunte Willkommensparty ruiniert haben. Verlassen könnten sich die Hintermänner auch auf den fehlenden Zusammenhalt in Deutschland. Wen in NRW würde schon kümmern, wenn weit weg sächsiches Gedärm an eine Wand spritzt?

Viel wahrscheinlicher ist meines Erachtens jedoch leider das Szenario, in dem nächstes Jahr, vielleicht vier Monate vor der Wahl, vielleicht auch früher, ein paar staatlich gelenkte Dorfglatzenprolls einen oder mehrere Flüchtlinge zu Tode bringen, wobei die Initiatoren peinlich genau darauf achten werden, daß es dabei wirklich Schutzsuchende trifft. Was dann kommt, kann sich jeder ausmalen.

Während ich diese Zeilen schreibe, erschrecke ich darüber, daß es kaum mehr eine Sauerei gibt, die ich den Machthabern nicht zutraue. Wohin sind wir nur gekommen?


Im aktuellen Fall frage ich mich, wieso jetzt schon die nächste NSU-Räuberpistole abgefeuert wird. Die Meldungen bis zum Montag werden sicher interessant bis unterhsltsam.
s0litud3
14. Oktober 2016 01:33
Ein Vertreter der SPD, Johannes Kahrs, will also den Syrern, die bei der Festnahme von Dschaber/Jaber al-Bakr/Albakr mitwirkten, das Bundesverdienstkreuz zuerkennen.
http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article208411485/Spaetes-Lob-von-de-Maiziere-fuer-die-Leipziger-Fluechtlinge.html
Ein ähnliches Narrativ erzählen momentan viele, die die beiden Syrer, die vom jüngst Verschiedenen des Wissens um seinen Tatplan bezichtigt wurden, als Helden gelungener Integration feiern wollen.
Sie verkennen, dass die Anzeige (und konsequenterweise auch die Auslieferung) des mutmaßlichen Terroristen Dschaber al-Bakr, keinesfalls eine Heldentat, sondern in Deutschland geradezu eine Selbstverständlichkeit ist. Dschaber al-Bakr plante nämlich mit hoher Wahrscheinlichkeit die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat (§ 89a StGB).
https://www.tagesschau.de/inland/festnahme-terrorverdaechtiger-103.html
Die Nichtanzeige einer solchen Straftat wäre gemäß § 138 Abs. 2 Nr. 1 StGB für die (vorläufig) festnehmenden Syrer strafbar gewesen, womit sie gewissermaßen gar keine andere Wahl hatten, als ihren Landsmann den deutschen Behörden anzuzeigen, da sie ansonsten einer Freiheitsstrafe von bis zu 5 Jahren oder einer Geldstrafe ausgesetzt gewesen wären.
Die beiden Syrer nun als „Helden“ einer gelungenen Integration zu feiern und ihnen das Bundesverdienstkreuz zuzuerkennen, hieße, all jene, die von den mörderischen Absichten anderer erfahren hatten und dies zu Anzeige brachten, zu deklassieren, weil sie nun einmal keine zugewanderten Syrer waren, an denen es aus Sicht der Zuwanderungsbefürworter ein positives Exempel zu statuieren gilt. Heuchelei ist kein Wort mehr dafür. Es ist schlichtweg infam.
Erik
14. Oktober 2016 09:43
Philos: Dieses Szenario ist gut denkbar. Siehe hierzu den Anschlag auf Jo Cox, durch welchen meines Erachtens den EU-Gegnern der Wind aus den Segeln genommen werden sollte. Es kam jedoch anders. Wichtig ist in diesem Zusammenhang Gegenstrategien zu erörtern. Es muss kritisch geprüft werden, wie weit man gehen kann / sollte. Dies soll natürlich keineswegs heißen, dass auf inszenierte Übergriffe durch vermeintliche „Dorfglatzen“ nun inszenierte Übergriffe durch vermeintliche Asylanten folgen sollen. Dennoch muss überlegt werden, wie man ggf. derartige Inszenierungen abfedern kann. Was ist möglich und was vertretbar. Empfehlenswert hierzu sind die sogenannten 36 Strategeme von Tan Daoji, welche bei taktischen Überlegungen durchaus zum Einsatz kommen sollten.
Nils Wegner
14. Oktober 2016 11:30
Wenn alle Stricke reißen, kann man sich ja bekanntlich nicht einmal mehr aufhängen – zu lachen gibt es gelegentlich trotzdem nochmal etwas.

http://www.der-postillon.com/2016/10/jva-leipzig-feuer.html
Valjean72
14. Oktober 2016 16:30
@Willkommenskulturlos
Die Geschichte stinkt bis zum Himmel
und zwar nach einer Inszenierung, ...


Es ist doch bemerkenswert, dass bei allen vergangenen Terroranschlägen, die Täter den Sicherheitsbehörden bekannt waren und am Ende getötet wurden: Charlie Hebdo, Bataclan, Nizza .. ich kann sie gar nicht mehr alle aus dem Gedächtnis aufzählen.

Und in Leipzig nun ein Suizid. Eine leichte Abweichung des Drehbuches also; aber am Ende mit dem gleichen Ergebnis: Es gibt keine Befragung und somit keine Aussagen über Tathergang, Netzwerk usw.

Natürlich können die Machtstrukturen keinen großen Anschlag mit vielen Opfern "brauchen", da sie sonst riskieren müssten, dass ihnen der Laden um die Ohren fliegt.

Aber mit einer steten und unterschwelligen Terrorgefahr, auch gespeist durch platzierte Meldungen von verhinderten Anschlägen und ab und an ein kleiner "realer" Anschlag erhöht die gesellschaftliche Akzeptanz Einschränkungen der Bürgerechte zuzustimmen.

Frankreich wird seit den Attentaten von "Charlie Hebdo" per Notstandsverordnung regiert.

Die FAZ meldete in diesem Zusammenhang am 30.07.2016

Nach Terror-Attacken
In Frankreich herrscht für immer Notstand

(Quelle: http://www.faz.net/aktuell/politik/kampf-gegen-den-terror/frankreich-fuer-immer-notstand-14354358.html)


Randbemerkung: Interessant ist auch das Bild unter dem Header.
Magnus Göller
16. Oktober 2016 16:28
Erst durfte der anerkannte Herr Syrien-Edelflüchtling – vermutlich von unserem Geld – ganz bequem hin- und herreisen, dann erwischte man ihn nicht richtig, dann wurde er von Heldenkompatrioten verschnürt an die Polizei ausgeliefert, dann hatte man keine Zeit für ihn, der Dolmetscher war zu teuer, die Sache zu unwichtig, dann machte er an Licht und Steckdose herum, dumm, erhängte sich endlich an einem Hemd, was eine besondere Leistung, und nun droht sein Bruder den Auslieferern aus Syrien heraus mit arabischer Rache: gar kein Terrorist sei sein Bruder niemals nicht gewesen, nur ein paar böse Imame in Berlin, die hätten ihn zu verhetzen versucht, ja, und als Flüchtling wolle er nach Deutschland kommen, die deutsche Polizei als Mörder seines Bruders daselbst zu verklagen.

Man hat einen, mit gefährlichem Sprengstoff, der einen Flughafen angreifen wollte, sagt man, endlich: Und da lässt man den drei Tage in der Zelle verlümmeln, Gesprächsbedarf besteht anscheinend nicht, und endlich, was für eine feine Fügung, hat er sich am dünnen Wams aufgehanget.

Was für eine Räuberpistole.

Welch Absurdistan.
Andreas Müller
16. Oktober 2016 18:38
In Frankreich wundert man sich überwiegend über die "Märchen", die die deutsche Politik den Bürgern auftischen kann:
https://hintermbusch.wordpress.com/2016/10/16/ein-maerchen-aus-deutschland/
Ellen Kositza
16. Oktober 2016 21:50
Danke, Ende!

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