20. Dezember 2016

Morgen Mahnwache vor dem Kanzleramt – ein Aufruf

von Götz Kubitschek / 87 Kommentare

Der Anschlag in Berlin hat unser Land in seiner traditionell friedlichsten Zeit getroffen – vor Weihnachten. Zwölf Tote und fünfundvierzig Verletzte sind die Bilanz eines Angriffs auf Wehrlose.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Die Heuchler in Politik und Medien »trauern« lautstark um die Opfer und »beten« für Berlin – warnen aber gleichzeitig davor, daß es nun »rechte« Gruppierung seien, die den Tod Unschuldiger instrumentalisieren und Wasser auf ihre Mühlen leiten würden.

Ich will hier nicht wiederholen, was wir alles schrieben und sagten in den vergangenen zwei Jahren. Nur soviel:

  • Wir konnten bisher Weihnachtsmärkte besuchen, ohne dabei ein mulmiges Gefühl haben zu müssen.
  • Wir konnten bisher Weihnachtsmärkte besuchen, ohne uns dabei an Betonklötzen und schwerbewaffneten Polizisten vorbeidrängen zu müssen.
  • Wir haben kein Verständnis dafür, daß man mit einer Politik der offenen Grenzen Hunderttausende illegal ins Land holt und darauf hofft, daß »wir« das schafften.
  • Wir hören nun, es gebe keine absolute Sicherheit. Was ist das für ein erbärmliches Geschwätz? Dachte das jemals jemand von uns? Und ist es nicht so, daß es in Deutschland doch recht sicher war, um Welten sicherer jedenfalls als nun?
Gestern Abend feierte die Kanzlerin in ihrem Amtssitz gerade eine Intergrationsparty, als sie die Nachricht von zerstörten Weihnachtsmarkt erhielt. Sie hatte zuvor folgendes gesagt:

Es gibt immer Menschen, die müssen etwas länger überzeugt werden. Es gibt sogar Menschen, die hören gar nicht hin. Dann muss man dann auch einfach seinen Weg weitergehen. Das gehört auch zur Meinungsvielfalt dazu.

Die Welt schreibt weiter:

Frenetischer Applaus. Dann hält die Gäste nichts mehr auf ihren Sitzen. Sie stürmen zu Dutzenden die Treppe hinunter, jeder von ihnen will ein „Selfie“ machen mit der Integrationsbeauftragten der Bundesregierung, Aydan Özoguz (SPD), und mit der Kanzlerin.

Ich haben morgen, Mittwoch, etwas anderes vor: eine Mahnwache für die Opfer des Anschlags, direkt vor dem Kanzleramt, um 18 Uhr. Die Bügerinitiative »EinProzent« ruft dazu auf, ich werde auf jeden Fall dort sein, Alexander Gauland und Björn Höcke haben ihre Teilnahme ebenfalls zugesagt.
Wir werden schweigen und aufs Kanzleramt schauen. Vielleicht brennt dort noch Licht, vielleicht heuchelt es dort noch ein wenig. Hoffentlich muß dort bald jemand seine Siebensachen packen und das große Haus hinterm hohen Zaun verlassen.
Vielleicht lädt man uns zuvor noch ein auf einen Glühwein, denn eines hat uns die Bewohnerin gründlich beigebracht: Zäune und Grenzen lösen keine Probleme, und jeder ist willkommen.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (87)

Rosenkranz
20. Dezember 2016 17:02

Werde morgen auch dort sein und Gesicht zeigen.

Wehrbürger
20. Dezember 2016 17:12
Dieser Aufruf zur Mahnwache morgen ist überaus wichtig. Doch angesichts der Dimension des multikulturellen antideutschen Terrors in Berlin mit mindestens 12 Toten und über 50 Schwerstverletzten muss deutlich mehr geschehen. Es kann jetzt nicht so einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Mein Vorschlag: Alle politisch aktiven Deutschen werden in ihren jeweiligen Heimatregionen aktiv, verteilen Flugblätter gegen den Umvolkungswahn, organisieren vor Ort Mahnwachen und Demos und werden auf sonstige kreative Art und Weise aktiv gegen die von Merkel, Maas, Stegner, Gauck, Roth usw. zumindest mittelbar verursachten Terror-Toten. An Merkels Händen klebt Blut! Wie kann diese Verbrecherin, die die Verfassung gebrochen hat, um Deutschland mit Ausländern zu überfluten und zu überfremden, noch einen Tag länger Kanzlerin sein?! Sie muss nicht nur zurücktreten, nein, sie gehört hinter schwedische Gardinen! Weiters muss eine deutschlandweite Großdemo in Berlin organsiert werden, zu der ohne jedwede Ausgrenzung alle rechten Kräfte erscheinen sollen und müssen. Jeder der gegen die Asylflut ist, muss dort willkommen sein; es dar keine Ausgrenzung geben. Diese Großdemo, zu der dann aber auch wirklich mindestens 10.000 Leute kommen müssen sollte für den 30.12.16 organisert werden; da kann dann noch jeder Urlaub nehmen oder zur Not krank feiern und teilnehmen. Bitte, bitte, lasst es nicht zu dass dieser schwer Terroranschlag nicht genutzt wird um das ganze verkommene verlogene Multi-Kulti-System samt Merkel und er anderen Volksverräter endlich und für immer zum Einsturz zu bringen.
Gustav Grambauer
20. Dezember 2016 17:16

Wir sind erst ab Heiligabend in Berlin, sonst wäre ich dabei. Alle Welt sowie sie selbst und ihre Bagage wissen, wer die Mörderin in mittelbarer Täterschaft ist, nur die meisten Deutschen und insbesondere die meisten Berliner können in ihrer Gehirnwäsche nicht zu dieser simplen Erkenntnis gelangen. Glühwein würde ich von dem ... nicht annehmen.

Was ist eigentlich mit den Opfern? Ich wette, daß in diesen Stunden "Beamte" des BKA, der LKA, der Staatsanwaltschaften oder anderer zwielichtiger Organisationen die Opfer bzw. deren Hinterbliebene heimsuchen, um sie mit § 87ff. StGB zu erpressen, - keine Verbindungen mit andren Opfern bzw. deren Hinterbliebenen aufzunehmen, - in den Traueranzeigen keinen Hinweis auf die Todesumstände anzugeben und - ihre Toten im Stillen zu verscharren.

Immer wie`s politisch beliebt, erinnert sich noch jemand hieran?:

https://www.youtube.com/watch?v=wD3uJ6mQMPY

- G. G.

JensN.
20. Dezember 2016 17:21

Hoffe auf ein zahlreiches Erscheinen und vor allem darauf, dass alles friedlich bleibt. Es ist nämlich davon auszugehen, dass Merkels Willkommens- Jünger auftauchen, um die Mahnwache zu stören.

PigsCan´tFly
20. Dezember 2016 17:41

Das ist eine ausgezeichnete Idee!

Klausi
20. Dezember 2016 18:03

Sehr gute Idee !

War mit den Kindern im Sommer da. Genau da. Leider aus dem äußersten Süden unseres (!!!) Deutschlands ! Von daher morgen nicht zu schaffen . Leider. Widerwärtige Berichterstattung insgesamt.

Ein gebürtiger Hesse
20. Dezember 2016 18:13

Genau die richtige Aktion. Vorbildlich! Werde auch dort sein.

Kevin
20. Dezember 2016 18:34

Die Reaktionen der Politszene und der Medien sind wieder einmal erschreckend, aber waren nicht anders zu erwarten. Wehe einer, natürlich geht es immer gegen die "bösen Rechten", wagt etwas über einen möglichen Täter zu sagen. Der wahre Hass kommt mal wieder von der regierenden Einheitsfront oder dem "breiten Bündniss der Gesellschaft". Nur komisch, dass im persönlichen Gepräch quer durch die Gesellschaft (vom Arbeiter bis zum Vorstandschef, wie heute erlebt...) keiner Verständnis hat für die "mahnenden Worte" der Kanzlerin und ihrer Vasallen inklusve der gleichgeschalteten Medien. O tempora o mores...

Ernst Laub
20. Dezember 2016 18:44

Ich weiss nicht, ob die Deutschen willens sind, mehr Leute auf die Beine zu bringen als Türken, die beispielsweise - in Deutschland wohlverstanden -für irgend etwas oder für jemand (hauptsächlich für Erdogan) demonstrieren.

Ich bin Bürger eines südlichen Nachbarlandes. Würde ich in der Gegend von Berlin wohnen, so würde ich an Ihrer Kundgebung teilnehmen.

P.S. Vergessen Sie das polnische Opfer nicht, das von der Presse vorerst als "Beifahrer", d.h. als möglicher Komplize, beschrieben wurde. Es hätte natürlich dem Merkel-Regime ins Konzept gepasst, wenn der Massenmörder ein Pole oder ein Deutscher gewesen wäre. Übrigens fand zur selben Zeit eine Schiesserei in einer Moschee statt. Der Täter, aus Schwarzafrika stammend, wurde beispielsweise von der Neuen Zürcher Zeitung als "Schweizer" bezeichnet ohne Hinweis auf seinen Immigrationshinergrund. "Korrekt" ist "korrekt".

Fruhstorfer Jens
20. Dezember 2016 19:23

Ich bin Pegida Anhänger und bin montags immer dabei. Ich werde nie vergessen wie Götz Kubitschek im Jahr 2015 bei Pegida sagte, mein Auto steht in der Angela Merkel Strasse und dies ist eine Einbahnstrasse. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen egal welche Bewegung.Wir haben dasselbe Ziel. Auf gehts.

Der_Jürgen
20. Dezember 2016 19:28

Die Trauer um die Opfer verbindet sich mit ungeheurem Zorn auf die Verantwortlichen. Zwischen anderthalb und zwei Millionen mal wurde zwischen Anfang 2015 und Ende 2016 seitens des Regimes das Recht gebrochen, denn laut dem Asylparagraphen hat niemand Anspruch auf Einreichung eines Asylantrags, der über ein EU -Land nach Deutschland gekommen ist - und ohne zumindest ein EU-Land durchquert zu haben, erreicht man Deutschland auf dem Landweg nicht. Diese elementare Tatsache ist den meisten nicht bekannt, und es gilt sie immer wieder zu betonen. 

"Wir bekamen Menschen geschenkt", jubelte die grüne Furie Göring-Eckhardt nach dem Beginn der Flut. Den Opfern von Berlin, um nur sie zu erwähnen, wäre es sicherlich lieber gewesen, wenn dieses Geschenk Deutschland erspart geblieben wäre.

Noch zu der bei Linken und Liberalen sehr beliebten Phrase, man dürfe solche Verbrechen nicht "instrumentalisieren". Dies wagen Leute zu sagen, die immer, wenn einem Immigranten etwas zustösst, gegen die rassistischen Dunkeldeutschen wettern - und dann sehr verstört sind, wenn sich, was meist der Fall ist, herausstellt, dass der Täter kein Dunkeldeutscher, sondern ein anderer Immigrant ist. Ich erinnere an den Fall des Ende 2014 erstochenen Eriträers Khaled. Tausende linker Krakeeler randalierten aus Protest gegen den "Neonazismus" auf den deutschen Strassen. Der wirkliche Täter war ein anderer Eriträer gewesen. 

Hartwig aus LG8
20. Dezember 2016 19:36

Ich würde sagen: Schluss mit den Absagen und Begründungen, man schaffe es nicht, man wohne da und dort. Das ist demoralisierend. Wer nicht kommen kann, der kann nicht kommen. Aus guten Gründen. Aus und Ende. Das muss hier aber nicht ausgebreitet werden!

Ich werde morgen nach Berlin fahren.

Arminius Arndt
20. Dezember 2016 19:37

Mir wären ein paar beherzte Offiziere mit treuen Mannschaften in der aktuellen Situation zwar lieber, aber eine Operation Walküre 2.0 wird´s ja nicht geben.

Von daher muss der Bürger legalen Druck erzeugen - wünsche also der Demo viel Erfolg und hoffe, dass es quer durch die Republik bald ähnliche Aktionen geben wird (an denen ich mich dann beteiligen kann).

Curt Sachs
20. Dezember 2016 19:48

Meine Hochachtung jedem, der sich morgen Abend schweigend vor das Kanzleramt stellt.

Dietrich Stahl
20. Dezember 2016 19:53

Ich werde dabei sein.

Nemo Obligatur
20. Dezember 2016 19:58

Vom Ausland aus gesehen, sagen wir von Großbritannien oder vielleicht Tschechien aus, muss Deutschland seit einiger Zeit das Bild eines Irrenhauses bieten: Die Regierung arbeitet aktiv gegen die Interessen des eigenen Volkes und wird dazu sogar von der Mehrheit unterstützt! Opposition findet nicht statt oder nur randsständig und in kleinen Zirkeln. Solche Mahner und Warner werden allerdings gerne mal von der öffentlichen Meinung platt gemacht. Unterdessen haben es sich Millionen Fremder hier gemütlich gemacht. Viele davon emsig bemüht, durch ehrliche Arbeit ihr Stück vom Kuchen abzubekommen, aber allzu viele, die nicht mit lauteren Absichten ins Land gekommen sind. Die Medien tun sich vor allem im Verschweigen hervor. Und alle zusammen halten sich und das Land wider besseren Wissens sogar für zukunftsfähig.

Zur mutigen Mahnwache wünsche ich einprozent und Götz Kubitschek viel Zulauf. Es sind in Sachen Urheberschaft des Anschlags noch keine ausreichend belastbaren Fakten bekannt. Am Ende kann man da böse überrascht werden. Gedenken wir der Opfer. Über Täter und Verantwortliche wird noch zu sprechen sein.

Aristoteles
20. Dezember 2016 20:10

Ich vermute stark, dass die Merkeljugend morgen nach der Terror-Fahrt in Berlin Gesicht zeigt und eine Lichterkette gegen Räächts bildet. Möglicherweise auch Pyrotechnik --- was aber für die letzten verbliebenen Deutschen kein Hinderungsgrund sein sollte.

E.
20. Dezember 2016 20:21

In erster Linie sollte die Bundeskanzlerin Merkel zurücktreten.

Sie hat wegen der durch sie veranlassten Grenzöffnung und der Duldung millionenfachen illegalen Grenzübertritts von sog. Flüchtlingen ohne erkennungsdienstlicher Maßnahmen die politische Verantwortung zu tragen für all das Leid, welches den Familien der durch sog. Flüchtlinge geschlagener, überfallener, vergewaltigter und ermordeter Opfer der letzten 15 Monate - und der Opfer sebst - entstanden ist.

Es gab in der Bundesrepublik Deutschland Zeiten, da sind Bundeswirtschaftsminister zurückgetreten, weil ihr Briefkopf grob fahrlässig verwendet wurde.

Frau Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel - wenn Sie nur einen Funken von Restanstand haben - Sie sind wiederhholt auf den Amtseid vereidigt worden, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden - treten Sie einfach zurück!

Ihre Zeit ist vorbei! Wir wollen das mit Ihnen nicht schaffen!  

Übernehmen Sie Ihre politische Verantwortung und treten Sie zurück! Genießen Sie Ihre Pension in der Toskana, trinken Sie dort ein Glas Wein mit Ihren Freunden Otto Schily und Joschka Fischer. Wir wollen Sie nicht mehr länger im Amt ertragen!

Sabine
20. Dezember 2016 20:22

WETTEN -- daß die Staatsmedien mit der langen Nase darüber  n i c h t  berichten werden? Wetten!!

Dennoch: HINGEHEN!!

Der_Olaf
20. Dezember 2016 20:26

Das Brandenburger Tor war in den ungewöhnlichen Farben Schwarz-Rot-Gold beleuchtet, während die Politappartschiks wie immer vor roten und grünen Wänden ihren Sermon abgesondert haben. Sie wollen das Land zerstören und sind erschüttert über die jetzige Zerstörung? Das ist mindestens schizo.

Manuel
20. Dezember 2016 21:19

Danke!

Aus NRW
20. Dezember 2016 22:01

Kommt jemand aus NRW und fährt mit dem Auto?

Waldgänger aus Schwaben
20. Dezember 2016 22:05
Die AfD-Fraktion in Berlin muss Fragen stellen:
War Polizei am Ort? Wenn nein, warum nicht? Es wurden in letzter Zeit immer wieder Anschläge auf Weihnachtsmärkte verhindert. Warum war keine Polizei vor Ort, die den Täter hätte verfolgen können?
 
Wurde die Berliner Polizei kaputt gespart? Oder sollte die Bevölkerung nicht durch Polizei auf Weihnachtsmärkten verunsichert werden?
Es ist die Aufgabe der AfD-Abgeordneten hier nachzufragen und nach zu bohren.
Thore
20. Dezember 2016 22:37

Schätzt die rechte/neurechte Szene den Stellenwert des Vorfalls richtig ein? Nach den Anschlägen in Frankreich war es jedem, egal ob Gutmensch oder Patriot, klar, daß das passieren würde. Es war sogar recht wahrscheinlich, daß dafür ein Lkw genutzt werden würde, einfach wegen der erwiesenen Eignung für den Zweck.

Niemand ist überrascht. Es ist eher wie der überfällige Stundenschlag der Uhr. Es ist die erneute Bestätigung der Richtigkeit des eigenen Denkens, so hart es auch sein mag.

Neulich blubberte das Staats-TV irgendwas mit "regionaler Bedeutung". Wißt Ihr was? Die haben Recht. Das ist Berlins Problem. Am 18.09.16 wurde in Berlin eine politische Meinungsumfrage durchgeführt, während alle Fakten bereits wie ein offenes Buch auf dem Tisch lagen, wie eines vom Antaios-Verlag, könnte man sagen. Berlin hat sich klar entschieden. Von Demo-Pilgerreisen nach Berlin halte ich nichts. Laßt die Berliner doch einfach mal in Ruhe über sich nachdenken. Die müssen die Leere spüren, die sich um sie breit macht.

Bertolt Brecht
20. Dezember 2016 22:47

Wirklich, ich lebe in finsteren Zeiten! 
Das arglose Wort ist töricht. Eine glatte Stirn 
Deutet auf Unempfindlichkeit hin. Der Lachende 
Hat die furchtbare Nachricht 
Nur noch nicht empfangen. 

Thomas Müller
20. Dezember 2016 23:03

Aufruf vor dem Kanzleramt zur Teilnahme an der Veranstaltung

hildesvin
21. Dezember 2016 00:08

@ JensN. : Hoffen und Harren macht Narren.

Paracelsus
21. Dezember 2016 00:35

Wie lange soll dieses Ritual eigentlich noch so weitergehen: ein Anschlag mit Zuwanderungshintergrund, öffentliche Bedauernskundgebungen von allen Seiten und die sofortige Warnung vor „den Falschen“, die den Anschlag für ihre Ziele „ausnutzen“ könnten?

Warum funktioniert diese Masche noch immer? Warum ?

Wir erleben eine sanfte Form desselben Systems, welches als Nationalsozialismus bekannt geworden ist: Menschen werden nach ihren politischen Ansichten eingeteilt in die Richtigen und die Falschen. Vor den Falschen wird gewarnt.

Menschen sind also ungleich. Ja, die Falschen sind sogar eigentlich nicht menschlich. Sie gehören nicht dazu. Sie haben nicht die gleichen Rechte. Sie sind aussätzig.

Statt einer menschlichen, einer Trauer-Reaktion, achten die Spürhunde der Nation darauf, dass die Falschen etwas sagen, wofür man ihnen irgendeine Bösartigkeit in die Schuhe schieben kann.

Wenn sich die Falschen nun wieder hinstellen und mahnen – was wird geschehen ? Totschweigen oder kriminalisieren (a la Stegner, Özdemir & Co.)

Was aber müsste nun einmal kommuniziert werden?

Merkel ist schuld? Die Flüchtlingspolitik ist schuld?

Zunächst einmal wäre die Frage nach der Wahrhaftigkeit zu stellen: es ist klar: so wie die Spitzen der Regierungen sich in Betroffenheitspose und –floskeln ergehen: da ist nichts wahrhaftig. Kein ehrliches Wort. Keine Verantwortlichkeit. Vorgetragene Dummheit oder Naivität. („unbegreiflich“, Merkel)

Aber: wie sieht eine wirklich wahrhaftige, menschliche Reaktion aus?

Schweigen vor dem Kanzleramt. Das ist richtig. Dort gehört das Schweigen, das Mahnen, das Wachwerden hin.

„Wir lassen uns nicht spalten!“ Das wäre die Antwort eines selbstbewußten Volkes an eine Regierung, die nie Verantwortung übernimmt, sondern sich die Bösen hält, die für alle Unbill verantwortlich gemacht wird. So wie es gebetsmühlenhaft seit Jahren geschieht: die Eurohasser machen die gute Eurorettungspolitik madig, die Flüchtlingshasser machen die menschliche (!!!) Flüchtlingspolitik madig, die AfD ist daran schuld, wenn Menschen nicht mehr CDU & Co. wählen und eine andere Politik verlangen.

Wieso gelingt es dieser Politikerkaste, die alles würdig-staatsmännische abgelegt hat, die nicht eine abwägende, ausgewogene, wohlüberlegte, kommunizierbare Politik macht, sondern für ihre ichlosen   Handlungen  Einzigartigkeit, also Alternativlosigkeit beansprucht – wieso gelingt es, dies immer weiter zu verschleiern ?

Ich fürchte, das Volk hat zu lange Jahrzehnte geübt, sich zu vergessen, sich anzulehnen an die da oben, untertänigst Ja und Amen zu sagen. Und es hat wie (früher) das Kleinkind vor dem Schornsteinfeger eine unbändige Angst, irgendwie mit „Rechts“ in Verbindung gebracht zu werden. Und darüber übersieht das Volk, übersehen so viele wohlmeindende Menschen, dass sie sich einem sanft-totalitären Herrschaftssystem anvertrauen wie ihre Vorfahren sich der nationalsozialistischen Diktatur unterwarfen. Die Merkel – naaiin, die meint es gut. Es kaaann nicht sein, dass die was Schlechtes will….

Also, mein Rat: schweigen. Und vielleicht singen. Oder summen. Dona nobis pacem.

W. Wagner
21. Dezember 2016 02:15

Bis morgen bzw. bis heute Abend! Dank!

Paracelsus
21. Dezember 2016 07:35

Der Tenor der Propaganda, verdeutscht:

„Liebe Mitbürger! Steht zu Eurer Kanzlerin! Sie ist das Opfer. Fühlt mit ihr, wie sie leidet. Wie sie sich sorgt, um ihre Wiederwahl. Es geht ihr doch nur um Euch, Euch zu helfen. Sie hat schon so viele gerettet: die Griechen, den Euro, die Welt vor der Nuklearenergie… Denkt immer daran: Angela Merkel meint es gut, mit sich und vor allem mit Euch! Fühlt Euch ihr verbunden. Hört nicht auf die Stimmen derer, die Euch von ihr wegziehen wollen. Wendet Euch mit Angela Merkel gegen die, die das Böse für Euch und für die ganze Welt wollen!“

Was aber tut not? – Liebe Mahnwachen-Besucher: Bleibt bei Eurer Menschlichkeit, laßt Eure Herzlichkeit anwesend sein gerade an diesem Ort der Gewaltpolitik. Laßt den Propagandisten der herrschenden Meinung so wenig wie möglich Gelegenheit, Euch zu verteufeln. Zur Menschlichkeit gehört, auch der vielen Opfer weltweit zu gedenken, die der Gewaltpolitik unserer Hemisphäre wegen in den letzten Monaten und Jahren starben, verletzt worden sind oder ihre Angehörigen verloren haben.

Erik
21. Dezember 2016 08:07

E.  / Zurücktreten, sicher. Aber den Lebensabend in der Toskana verbringen während das deutsche Volk sich mit den Folgen der katastrophalen Asylpolitik auseinandersetzen muss?! Nö. Die von ihr verantwortenden Zustände soll Frau Merkel ebenso ausbaden. Zudem: Wie sind die Alternativen nach dem Rücktritt? Schulz, Gabriel ……  Ansonsten wünsche ich viel Erfolg in Berlin.

Erik
21. Dezember 2016 08:46

Sabine: Doch, doch. Jedoch nicht neutral, wie es sich gehören würde. Die etablierten Medien werden vielmehr den Veranstaltern und Besuchern vorwerfen, den Anschlag von Berlin für ihre „braune“ und „menschenverachtende“ Ideologie zu vereinnahmen.

Aristoteles
21. Dezember 2016 09:17

@Paracelsus

"Nationalsozialismus", "nationalsozialistischen Diktatur"

Zum Glück haben Sie mich daran erinnert.

So kurz vor Weihnachten hätte ich's fast vergessen.

CT
21. Dezember 2016 09:45

Ich bin auch dabei! Hoffe Höcke kommt!!

Th Wawerka
21. Dezember 2016 10:11

Bin heute auch mit von der Partie.

Schweigen - das finde ich wichtig. Ich wähnte, die Herren Gauland und Höcke würden politische Reden halten. Ich finde es aber wichtiger, dass dies keine AfD-Veranstaltung ist, sondern eine Mahnwache der Bürger. Des Volkes. Des gemeinen Mannes.

Zieht euch warm an und bringt Gläser für Teelichter mit!

Wir wissen nicht, was heute passiert - in Berlin ist ja mittlerweile alles denkbar. Vielleicht wächst die Menge jener, die schweigend Gesicht zeigen, von Minute zu Minute an und wird ein Lichtermeer. Vielleicht kriegen wir eine Abreibung. Vielleicht gibt es weitere Tote. Unvorstellbar? Nicht wirklich ... Nichtsdestoweniger: We shall not be moved - just like a tree standing on the water, we shall not be moved!

Monika
21. Dezember 2016 10:39

O-Antiphon 21.Dezember

O Oriens,
splendor lucis aeternae,
et sol justitiae,
veni, et illumina
sedentes in tenebris
et umbra mortis.
O Aufgang,
Glanz des ewigen Lichtes,
du Sonne der Gerechtigkeit,
komm, o Herr, und erleuchte uns,
die wir sitzen in Finsternis
und im Schatten des Todes.

In Gedanken dabei

Monika

Hanns Timm
21. Dezember 2016 11:01
Danke, danke für die Organisation und Durchführung dieser spontanen Aktion. Wenn es von der Krim nicht so kompliziert wäre (Flüge wegen unsäglichen EU-Sanktionspolitik nur noch über Moskau möglich) würde ich teilnehmen. So nur meine herzlichen Wünsche und laßt Euch nicht unterkriegen. Wir werden gewinnen und die freie Welt wieder herstellen. Крымский партиза́н Республика Крым
thotho
21. Dezember 2016 11:01

Eine opulente Multikultifeier abzuhalten, währenddessen (dem Vernehmen nach) einer ihrer Illegalen in einen Adventmarkt rast, ist an Zynismus nicht zu überbieten. Irrwitzig.

 

Meier Pirmin
21. Dezember 2016 12:46

@Wawerka. Mit Ihnen bin ich der Meinung, dass in wirklich kritischen Situationen keine Reden gehalten werden sollen. Kommt dazu, dass es vorigen Sommer etwa aus AfD-Kreisen gelegentlich nach Anschlägen voreilige schlecht informierte kontraproduktive Statements gab. Würde Sie, Herr Wawerka,  im nächsten Jahr lieber im Bundestag sehen als - wie von einigen Bloggern gewünscht - an der Spitze einer religiös-konservativen Sondergruppe. Die Geschichte des Parlamentarismus kennt bedeutende Theologen oder zumal ehemalige Theologen, was in der Regel die klügere Option ist. @Paracelsus. Bereits wurde ich gefragt, ob ich unter diesem Pseudonym hier publiziert hätte. Ist natürlich nicht der Fall. Würde Ihnen eher Klarnamen empfehlen, dafür aber den Beitritt zur Dresdener Bombastus-Gesellschaft. Politisch ungebunden, herrscht dort nichtsdestotrotz und erst recht ein guter unabhängiger Geist im Sinne von Luthers Freiheit des Christenmenschen.  

PS. Mit Wawerka würde ich leider nicht mehr ausschliessen, dass es früher oder später auch mal Tote im eigenen Lager geben wird. Auf öffentliche Anerkennung kann aber dann wohl keiner rechnen, der sich diesem Risiko aussetzt.

Coon
21. Dezember 2016 13:07

Vom 16.09.: Bundeskanzlerin Merkel hat sich dafür ausgesprochen, syrische Flüchtlinge mit staatlichen Darlehen beim Erwerb einer deutschen Fahrerlaubnis zu unterstützen. Im rbb-Inforadio sagte die Kanzlerin: „Wir haben neulich im Kabinett diskutiert, dass das Umschreiben einer syrischen Fahrerlaubnis in eine deutsche 500 Euro kostet. Und natürlich hat ein Flüchtling nicht sofort 500 Euro. Also hilft da vielleicht ein Darlehensprogramm. Wenn man dann verdient, kann man diese 500 Euro zurückzahlen, es werden überall Kraftfahrer gesucht.“

W.mann
21. Dezember 2016 13:10

zu weit weg von uns, aber wir verfolgen das mit großem Interesse und Sorge

Santa Claus
21. Dezember 2016 13:13

 zu weit weg von uns, aber tolle Aktion. Wir sind gedanklich bei Euch und hoffen das es so viele wie möglich werden.

Super Aktion

yps
21. Dezember 2016 13:35
Bin leider auch aus NRW, waren gerade letzten Mittwoch noch zum Merkelmusswegmittwoch in Berlin und auch genau auf dem attackierten Weihnachtsmarkt! Heute werden wir es nicht schaffen nach Berlin zu kommen - es ist einfach zu weit... Schade! Aber wir sind bei Euch und werden ein Lichtlein ans Fenster stellen! Hoffentlich kommt halb Berlin und mischt die Murksel auf! Irgendwann muß das Volk doch wach werden...
Nordlaender
21. Dezember 2016 13:59

@ Paracelsus

"Wir erleben eine sanfte Form desselben Systems, welches als Nationalsozialismus bekannt geworden ist: Menschen werden nach ihren politischen Ansichten eingeteilt in die Richtigen und die Falschen. Vor den Falschen wird gewarnt."

Wenn IHR das so erlebt, dann liegt das vielleicht daran, daß IHR aus argumentativem Notstand heraus dem Feind eben den Schnäuz anbappen müßt. Den Feind zählen Sie übrigens zu den Falschen.

Politik ohne die vorherige Klärung des Wir - bzw. des Die? Wie soll das gehen? Für mich ist Broder z.B. ein Falscher, wenn er das weiße, heterosexuelle Europa gerne aufgeben möchte.  Oder eine bestimmte Genossin Volkskommissarin, der Mitteldeutschland zu weiß ist.

"Menschen sind also ungleich."

Ja, selbstverständlich sind die Exemplare der Art homo sapiens ungleich, was denn sonst?

"Ja, die Falschen sind sogar eigentlich nicht menschlich."

Aus meiner Sicht ist jeder Massenmörder immer noch ein Mensch."

"Sie gehören nicht dazu. Sie haben nicht die gleichen Rechte."

Jede gesunde Gemeinschaft konstituiert und tradiert sich über permanente Diskriminierungen. Wer der Gemeinschaft förderlich ist, wird aufgewertet, wer der Gemeinschaft schädlich ist, wird abgewertet und gegebenenfalls ausgegrenzt.

Selbstredend haben Menschen nicht die gleichen Rechte. Warum sollte ich z.B. einen Anspruch darauf haben, in Japan einwandern zu können und dort eine Staatsbürgerurkunde zu erhalten?

"Sie sind aussätzig."

Wenn ein Mensch aus einer Gemeinschaft ausgeschlossen wird, ist er nicht aussätzig. Wer z.B. wegen der Abhaltung langer Reklamen für den Libertarismus aus einem Sozialistenverein hinausfliegt, wird er sicher einen Weg zu einer anderen Gemeinschaft finden, wo er freudig begrüßt wird.

Reconquista
21. Dezember 2016 14:23

No hay naciónes sin patriotas;
los patriotas de todo el mundo somos hermanos.
Es gibt keine Nationen ohne Patrioten;
Patrioten aus der ganzen Welt sind Brüder.

Meine Gedanken sind bei den Familien der Opfer,
auch wenn ich heute nicht dabei sein kann.

Aristoteles
21. Dezember 2016 14:52

@Meier Pirmin

"dass es früher oder später auch mal Tote im eigenen Lager geben wird"

Was meinen Sie mit dem eigenem Lager?

Da Ihnen der Glaube an das Ethnische fehlt, gehöre ich nicht zu Ihrem "eigenen Lager", wenn ich heute Abend auf die Straße gehe.

Grüne Hölle
21. Dezember 2016 15:58

wäre gerne dabei, ist aber zu weit. Ich hoffe auf zahlreiche Teilnehmer, es wäre schön wenn sich viele spontan anschließen würden.

Meier Pirmin
21. Dezember 2016 16:44

@Aristoteles. Sie sehen richtig, dass ich nicht "an das Ethnische glaube", das wäre so pervers wie "Glaube an den Sozialismus". An Menschenwerk sollte man grundsätzlich nicht glauben. Allenfalls gilt für mich "Credo in remissionem peccatorum". "Tote im eigenen Lager" war für mich als Beobachter eine Beschreibung in Form einer Befürchtung, nicht automatisch eine bedinungslose Solidarisierung. Wenn Herr Wawerka auf der Kanzel den "Glauben an das Ethnische" verkündigen würde, wäre ich tatsächlich so wenig "in seinem Lager" wie ich mich hätte mit dem germanischen Christentum von weiland Dr. Bergmann identifizieren können, der seinen Doktortitel aber immerhin einer Studie über den Franzosen Guyau verdankte.  Ich bin aber vollständig überzeugt, dass im Geiste der O-Antiphon von @Monika und der Teelichter von @Wawerka bei der vorgeschlagenen Aktion nicht bedingungslos ein pervertierter Nationalismus bestätigt würde, hoffentlich im Gegenteil; das Letztere wäre im Normalfall wohl nur die Unterstellung der Gegner und Feinde. Der aus Stagira stammende Grieche Aristoteles forderte für die Qualität des Polis-Bürgers seinerseits kein ethnisches Kriterium, sondern die Gemeinschaft der Freien und Freigekauften im System eines regimen mixtum, was in der Tat,  @Nordländer, differenzierte Ungleichheit mit einschliesst. Dass Aristoteles allerdings eine Sklavenhaltergesellschaft noch als Bedingung der Existenzmöglichkeit von Freien gesehen hat, ist wohl historisch zu erklären. Gemäss seiner Ethik verdienten jedoch die Sklaven eine Behandlung, die den Ansprüchen der Nikomachischen und Eudemischen Ethik entsprach. Die Fähigkeit zur Freiheit setzt im höchsten Grade Klugheit, Gerechtigkeit, Tapferkeit und am Ende vor allem das Mass voraus. "Untergehende Völker verlieren zuerst das Mass", schrieb Adalbert Stifter im Geist des alten Österreich, das hätte Grillparzer ebenfalls sagen können. Fanatismus, gleich welcher Art, macht freiheitsunfähig. Dass bei der Demonstration geschwiegen wird, hat in diesem Fall den mutmasslichen Vorteil, dass die Demonstrierenden ihrerseits sich nicht noch gruppenspezifisch voneinander abgrenzen müssen.

@Nordländer. Sie haben recht. Es ist absolut verdummend und in jeder Hinsicht unhistorisch, dem Feind jeweils den Schnauz unter die Nase zu malen.

W. Wagner
21. Dezember 2016 19:24

Für so kurz angekündigt, war es richtig voll, viel Jugend und gute Musikauswahl. Kompliment!

Baybars
21. Dezember 2016 22:33

@E.: Warum die Forderung nach Merkels Rücktritt ? Lasst sie doch ihren bitteren Weg zu Ende gehen. Merkel ist doch seit geraumer Zeit, etwa seit dem Kölner Sylvester, viel mehr Getriebene als Gestaltende. Sie kann jetzt nicht zurücktreten, denn es wäre das offene Eingeständnis ihres Scheiterns und nähme ihr jede Möglichkeit zu versuchen, ihren Ruf noch zu polieren bzw. zu retten und sich selbst einen nicht zu peinlichen Abgang offenzuhalten. Merkel kämpft um das Bild, das sie einst in den Geschichtsbüchern abgeben wird. Deswegen hält sie eisern durch bis zur Bundestagswahl. Und die Chancen stehen nicht schlecht, dass sie auch danach noch Kanzlerin bleibt. Aber: die widrigen Umstände, derer sie sich erwehren muss, werden exponentiell zunehmen:

1. Trump und Putin werden sich gegen sie und das zerstrittene und schwache Europa in einer Männerfreundschaft verbünden;

2. es wird weitere Anschläge und Vergewaltigungen durch Migranten geben, wozu es zu immer weiteren öffentlichen Anfeindungen gegen Merkel von "Leuten, die schon länger hier leben" kommen wird;

3. die Inflation steigt an, die Wirtschaftsdaten sind dann nicht mehr so rosig;

4. Seehofer wird sie immer weiter in die Enge treiben.

Also die Zukunft wird ungemütlich für Merkel als Kanzlerin, und diesen Kelch wird sie bis zur Neige austrinken müssen, denn sie kann es sich schlichtweg nicht leisten, einfach abzutreten, weil die Schwierigkeiten zu groß werden. Sie muss die Suppe auslöffeln, die sie sich selbst eingebrockt hat. So gesehen wird, wie im klassischen Drama, die Heldin letztlich nicht Opfer böser Umstände oder ruchloser Meuchler, sondern ihres eigenen Charakters und ihrer Handlungen. Dieses Schauspiel kann man doch genießen.

Kreuz-Berg
21. Dezember 2016 22:33

Danke! Es war ein bewegender Abend. 

 

E.
21. Dezember 2016 23:05

@ Baybars: Dieses "Schauspiel" könnte auch ich genießen, wenn es nur ein Drama im Theater wäre. Oder wohl eher eine Tragikkomödie. Tatsächlich geht es um Deutschland, um die Zukunft unseres Landes. (Nicht nur) Merkel muss weg.

Nordlaender
21. Dezember 2016 23:19

@ Meier Pirmin

"An Menschenwerk sollte man grundsätzlich nicht glauben."

Ohne an das Werk ganz bestimmter und ausgesuchter Exemplare des homo sapiens zu glauben, wäre ich aufgeschmissen. Ohne Vertrauen könnte ich nicht existieren.

Ihnen speziell kann ich leider nicht mein absolutes Vertrauen schenken, da ich mißtrauisch bin, weil Sie hier unentwegt dermaßen viele Stichpunkte in die Debatte einbringen, daß schon aus rein quantitativen, nämlich zeitökonomischen Gründen, niemand es ableisten könnte, auch nur auf einen Bruchteil dieser Themen angemessen einzugehen.

´"Sie sehen richtig, dass ich nicht "an das Ethnische glaube", das wäre so pervers wie "Glaube an den Sozialismus"."  

Ein Kolumbianer hatte mal angemerkt, daß der Dummheit nicht etwa eine falsche Idee zugrundeliege. Vielmehr sei es so, daß der Dummkopf jemand ist, der die Reichweite seiner Idee nicht annähernd einschätzen kann.

Grundsätzlich kann ich weder der Idee des rassischen, biologischen Bestimmungsfaktors des homo sapiens nichts absolut Böses zuordnen, noch der Idee, daß es zwischen dem starken Löwen und dem siechen einen gewissen Ausgleich geben müßte.

Daß Sie mir in Sachen Anprangerung der Seuche des Hortspieles ("Schnäuzanbappen") recht geben, erfreut mich sehr.

Wünsche Ihnen dann noch ein frohes Julfest!

Rosenkranz
21. Dezember 2016 23:27

Die Verantstaltung war sehr würdevoll. Nach einer sehr kurzen Eröffnung hat nur der Pfarrer Wawerka eine herzerwärmende Predigt gehalten. Alle anwesenden Politiker redeten nicht zu uns Anwesenden. Die Antifa war auch dort, die Störungen (Sprechrufe) waren recht schwach und verstummten zeitweise. An- und Abreise verliefen absolut unproblematisch für mich. Vielen Dank an die Organisatoren.

Die lange Anreise aus dem Norden hat sich für mich gelohnt. Es waren auffällig viele Journalisten (auch aus dem Ausland) vor Ort. Nach anfänglicher Ablehnung hatte ich dann zum Schluß doch noch mit einem Journalisten von der Zeit online geredet. Das Gespräch verlief sehr freundlich. Bin gespannt was dieser draus macht, der er sich nur Notizen in sein Heftchen geschrieben hat. 

Paracelsus
22. Dezember 2016 00:23

@Nordländer @Aristoteles @ Meier Pirmin:

Ich bin erstaunt, wie schnell es geht, dass hier potentielle Freunde belehrend übereinander (mehr oder weniger) herfallen. Ich betrachte mich nicht als Ihr Feind und auch die linken Andersdenkenden nicht als meine Feinde. Die Erinnerung an den nationalsozialistischen Impuls in Deutschland beziehe ich nicht zum Zwecke des Anschwärzens in meine Überlegungen ein, sondern weil ich es schlicht für sachgerecht halte. Eine Wertschätzung für den ganz anders denkenden Menschen ist (für mich) immer weniger erlebbar in den medial vermittelten Diskussionen. Seit nunmehr Jahren wird beispielsweise bei den Schau-Gesprächsrunden im Öffentlich-Rechtlichen der AfD-Mensch als „Schornsteinfeger“, vor dem man Angst haben soll, vorgeführt. DAS gelingt bei der Mehrheit der Wähler offenbar glänzend, siehe die Wahlergebnisse 2016. Für eine gesunde Entwicklung des deutschen Gemeinwesens wäre es aber erforderlich, dass wieder eine Achtung vor der Pluralität der Anschauungen und Meinungen und ein differenziertes Sprechen darüber, welche Ideen für ein besseres Leben und Zusammenleben in den Menschen leben, notwendig. Von Seiten der Meinungsmacher ist nach den bisherigen Erfahrungen nur eine Fortsetzung zu erwarten. Denn, logisch, dies stabilisiert die Macht der aktuellen Machtinhaber. Leider ist der Opponent in der Gefahr, selbst diese Macht stabilisierend zu wirken, indem er ohne es zu wollen und oft ohne etwas entsprechendes getan zu haben von den Medien zum Feindbild gemacht wird. 2016 gab es da zwei prominente Begebenheiten: Petrys  angebliche „Schießbefehl“-Äußerung und Gaulands angebliche Boateng-Abwertung. Deshalb ist es eine riesige Aufgabe, standhaft zu bleiben und dabei so wenig als möglich Anhaltspunkte für die Gegner zu bieten. Es ist eigentlich ein Märtyrer-Geschehen, im geistigen Sinne.

Vielleicht kann das eine bzw. meine Antwort auf die wiederholt an diesem Ort geäußerte Frage nach dem was zu tun sei sein: geistig zu leuchten, standhaft seine eigene Menschlichkeit bewahren und widerstehen.

Wie schwer dies ist unter den anstürmenden Parolen der sog. Antifaschisten sein kann, vermittelt heute abend das RT-Video von wohl zwei Demos.   

thotho
22. Dezember 2016 01:11

Kurze Nachschau:

"Man muss dem Rad auch in die Speichen fallen, wenn Unschuldige bedroht seien. Er sagte, Christen hätten die Pflicht zum Widerstand, wenn Unschuldigen bedroht seien und ihnen Gewalt geschehe. Wie solle man nun Widerstand leisten? Zum Beispiel in dem man beharrlich darauf hinweise, dass es in diesem Land nicht mehr so weiter gehen könne. Es seien politische Fehlentscheidungen gefallen, diese müssten und könnten rückgängig gemacht werden, mahnt der Pfarrer."

http://www.epochtimes.de/politik/deutschland/afd-mahnwache-vor-kanzleramt-mit-pfarrer-christen-haben-pflicht-zum-widerstand-a2006186.html

Sie sollten eine christliche Splittergruppe bilden, Herr Pfarrer Wawerka. Der Klerus in mir bekannten Gemeinden ist, mMn, seit Jahren auf Abwegen.

Meier Pirmin
22. Dezember 2016 07:18

@Danke Wawerka. Sie verdienen, von Deutschlands Gläubigen zur Kenntnis genommen zu werden. Ich beharre auf der Meinung, dass Sie möglicherweise in einem deutschen Parlament überdurchschnittlich ernst genommen würden und insofern dort auch beruflich eine neue Erfüllung finden könnten, so weit Sie anders, wie der Gymnasiallehrer Höcke, unter der Zumutung eines Berufsverbotes leben müssten. @Nordländer. Weihnachten ist für mich nicht das "Julfest", welches vor einem Dreivierteljahrhundert einen durchaus sektiererischen Charakter ausstrahlte, was damals Reinhold Schneider auch zu sagen wagte. Um mich nicht der Zumutung einer oft zum Widerspruch herausfordernden Predigt auszusetzen, besuche ich am Heiligen Abend die lateinische Psalmen-Komplet der Zisterziensermönche von Altenryf (Hauterive), deren verstorbenem Abt ich meine Biographie von Klaus von Flüe gewidmet habe.

Erik
22. Dezember 2016 07:57

Nachbetrachtung: Ob es sich bei zirka hundert konservative Persönchen, die den Worten eines Pfarrers lauschten und so stillen Protest artikulierten, um eine angemessene Reaktion auf den Terror von Berlin handelte, mag ich stark zu bezweifeln. Egal. Die Aktion der Identitären wiederum, war genau die Antwort, die erfolgen musste. Gratulation. Unabhängig wie man nun in allen Einzelpositionen zu den Identitären stehen mag, deren Aktionen sind jedoch inhaltlich und in der Ausführung durchweg positiv. Bravo.

Monika
22. Dezember 2016 09:12

O-Antiphon 22. Dezember

O Rex Gentium,
et desideratus earum,
lapisque angularis,
qui facis utraque unum:
veni, et salva hominem,
quem de limo formasti.


O König der Völker,
den sie alle ersehnen.
Du Eckstein, der das Getrennte eint.
Komm, o Herr, und befreie den Menschen,
den du aus Erde erschaffen hast.

Waldgänger aus Schwaben
22. Dezember 2016 09:16

Leider konnte ich nicht dort sein - zu weit weg und andere Verpflichtungen. Der Abend gestern gab mir trotzdem Hoffnung. Zum einen die Aktion vor dem Kanzleramt zum anderen der Verlauf der gestrigen betrieblichen Weihnachtsfeier.

Ich wartete ab, ob jemand den Anschlag in Berlin zur Sprache bringen würde. Bei unserer Weihnachtsfeier sind neben den Mitarbeitern auch Gäste anderer Firmen eingeladen. Ein hoher Manager eines bedeutenden old-economy Dax-Konzern eröffnete die Diskussion.

"Der Attentäter von Berlin saß vier Jahre in Italien im Gefängnis."

Ich, unmittelbar in der Nähe sitzend, erwähnte den Mord in Freiburg, wo der mutmaßliche Täter ja auch schon in Griechenland verurteilt wurde. Davon wusste er offenbar nichts. Insgesamt war ich erstaunt über die das Ausmaß des Nichtwissens über aktuelle politischen Ereignisse. Einer, ein Merkel-Unterstützer, wusste nicht mal, dass es einen Anschlag in Berlin gegeben hatte.

Dann der Manager weiter:

"Ich bin ja nicht für Pegida und so, aber..." und er kritisiere die Flüchtlingspolitik Merkels. Überwiegend stieß er auf Zustimmung. "Wir können nicht die ganze Welt retten", etc.

Als ein junger Ingenieur meinte, dass Terroranschläge zum allgemeinen Lebensrisiko gehören, entgegnet ihm der Chef seines Chef-Chefs (oder so): "Sie haben noch keine Kinder. Wenn man Kinder und Enkel hat wie ich, für die man verantwortlich ist, sieht man das anders."

Danach fand der Mann noch einige lobende Worte für Trumps Wirtschaftspolitik. "Die USA wird in den nächsten Jahren einen boom erleben." Den Euro verteidigte er aber vehement.

Insgesamt überwog die Ablehnung Merkels und ihrer Politik am Tisch. Langsam, sehr langsam, frisst sich unsere Sicht der Dinge in die Mitte der Gesellschaft - um mal in der Sprache des Gegner zu sprechen.

Frohe und gesegnete Weihnachten alle.

Ein gebürtiger Hesse
22. Dezember 2016 09:42

Eindringliche und bewegende Worte des Pfarrers, ergreifende Musik, pietätvolle Stille unter den Teilnehmern - genau das Richtige nach dem Anschlag. Dank an alle.

Morbrecht
22. Dezember 2016 09:51

@thotho

"Sie sollten eine christliche Splittergruppe bilden..."

Ich bin zwar nicht angesprochen, weise aber auf einen alternativen Ansatz hin: Anstatt immer neue christliche Splittergruppen zu bilden, könnte man sich auch der seit 2000 Jahren  bestehenden Kirche anschließen, die in ihrer Tradition und der geschaffenen Substanz so stark ist, dass auch ein Linker an der Spitze sie nicht zerstören kann. Die zahllosen Splitterkirchen hingegen stehen und fallen mit ihrer Führung.

Nordlaender
22. Dezember 2016 10:03

 @ Paracelsus

"Die Erinnerung an den nationalsozialistischen Impuls in Deutschland beziehe ich nicht zum Zwecke des Anschwärzens in meine Überlegungen ein, sondern weil ich es schlicht für sachgerecht halte."

https://de.wikipedia.org/wiki/Godwin%E2%80%99s_law

"Seit nunmehr Jahren wird beispielsweise bei den Schau-Gesprächsrunden im Öffentlich-Rechtlichen der AfD-Mensch als „Schornsteinfeger“, vor dem man Angst haben soll, vorgeführt. DAS gelingt bei der Mehrheit der Wähler offenbar glänzend, siehe die Wahlergebnisse 2016. "

1) Die BUNTE Demokratie war zwingend auf eine neue Partie angewiesen. Die Inszenierung der Streitkultur im Wahrheitsmedium drohte vor leeren Stuhlreihen stattzufinden, denn so aufregend war es nicht mehr wie noch zu Zeiten von FJS, der je nach Coleur als guter bzw. böser Bulle hervorragende Dienste geleistet hat.

2) Nach dem Gesetz der populären Kultur sind schlechte Nachrichten gute Nachrichten.

3) Das Wahrheitsmedium ist intelligent. Wenn die AfD vor Publikum gepiesackt wird, sind empörte Solidarisierungen mit einkalkuliert.

4) Die Wahrheit findet nur im magischen Wahrheitsmedium statt. Was dort nicht gesendet wird, ist nicht wahr. So wird ein Rahmen gesetzt, als "rechts" gilt, was von der AfD kommt, als "links", was die Linkspartei darbietet.

Alles findet innerhalb der Integrationsmatrix statt. Die AfD setzt sich für Zuwanderung und Gewährung von politischem Asyl ein, auch für den Verbleib in der NATO und der EU, linke Bewegungen, die scharfe Kritik an der Migrationswaffe üben, kommen nicht vor.

"Für eine gesunde Entwicklung des deutschen Gemeinwesens wäre es aber erforderlich, dass wieder eine Achtung vor der Pluralität der Anschauungen und Meinungen und ein differenziertes Sprechen darüber, welche Ideen für ein besseres Leben und Zusammenleben in den Menschen leben, notwendig."

Ziel des BUNTEN Regimes ist der Abriß unseres Deutschlands. Eine kontroverse Debatte kann innerhalb einer Gemeinschaft fruchtbar sein. Aber zwischen einem Deutschen, der will, daß sein Volk überlebt und z´.B. einem Christdemokraten kann es keine Gemeinschaft geben. Stell dir vor, es ist Krieg, und niemand bekommt es mit.

"Deshalb ist es eine riesige Aufgabe, standhaft zu bleiben und dabei so wenig als möglich Anhaltspunkte für die Gegner zu bieten."

Das wäre so, als schaltete man den "Derrick" an, Horst Tappert tränke gemütlich seinen Kaffee mit Harry, und es geschähe überhaupt kein Verbrechen. Wer soll die Langeweile eine ganze Stunde denn aushalten? Es muß den Bösewicht geben, irgendetwas findet sich immer, was man dem Schurken anhängen kann.

"Wie schwer dies ist unter den anstürmenden Parolen der sog. Antifaschisten sein kann, vermittelt heute abend das RT-Video von wohl zwei Demos. "

Splitter im Auge des anderen? Ist es kein Antifaschismus, wenn Godwin herhalten muß, um den jetzigen Zustand zu beschreiben? 

 

 

 

Nordlaender
22. Dezember 2016 10:11

@ Meier Pirmin

"Weihnachten ist für mich nicht das "Julfest""

Für mich auch nicht. Habe mich nicht darauf bezogen. "Weihnachten" ist etwas anderes als das Julfest.

".... welches vor einem Dreivierteljahrhundert einen durchaus sektiererischen Charakter ausstrahlte, was damals Reinhold Schneider auch zu sagen wagte. "

Und täglich grüßt das Murmeltier? Mich langweilt diese Rückbesinnungsendlosschleife. Cui bono?

 

Meier Pirmin
22. Dezember 2016 10:16

Der Bericht auf www.epochtimes.de ist beeindruckend und bestätigt, dass und wie es Wawerka richtig gemacht hat, im Prinzip auch der verantwortungsfähige  Hauptverantwortliche Kubitschek. Auf Formeln wie "Globalfaschismus" wie generell das Faschismusschlagwort hätte ich auf den Transparenten ebenso verzichtet wie auf "Merkel muss weg", wenn dann schon die Gruppe so klein und "erlesen" war. Wie schon gesagt sollte man den Offenbarungseid der Bundestagswahlen abwarten und einfach darauf beharren, dass es für das Ereignis in Berlin selbstverständlich eine Verantwortung der für die Richtlinien der Politik Beauftragten gibt. Ein differenzierter Kommentar von mir im Blog einer Schweizer Lügenpresse mit dem Hinweis auf Kubitschek und Wawerka als Beispiel einer nicht nur legalen, auch öegitimen friedlichen Demonstration wurde im Gegensatz zu plumprechten Wortmeldungen (ohne Namenennungen) bei Newsnet nicht geschaltet, weil nichts so sehr ärgert wie eine differenzierte Stimme und weil es nicht so leicht ist, mich einfach ins extremistische Lager abzuqualifizieren. Ich weiss es zu schätzen, dass meine Wortmeldungen hier im neu gestalteten Blog trotz einiger Zumutungen in der Regel ernst genommen werden und in den neueren Ausgaben kaum mehr unterschlagen wurden.   

Aristoteles
22. Dezember 2016 10:26

@Meier Pirmin

Ihre Ausführungen zu Aristoteles --- geschenkt.

Da ich daran glaube, dass 3 + 3 = 6 ist, und diese Rechnung ein Menschenwerk ist, mögen Sie mich für pervers halten. Ich halte jedenfalls meine Kinder nicht für pervers, wenn sie lernen und glauben, dass 3 + 3 = 6 ist.

Ihre Aussage, dass Sie nicht an das Ethnische glauben, haben Sie neulich überhaupt nicht im religiösen Kontext gemacht, sondern im politischen (Föderalismus usw.). Was soll also dieses Geschwurbel?

Ohne Glauben an die eigene Familie und an das eigene Volk gibt es kein Überleben für Volk und Familie. Insofern halte ich Ihre Haltung für menschenverachtend, völkermörderisch, antisemitisch und gottlos. Gottlos, weil Gott für das Leben steht und zwar auch für das Leben der Familien und Völker.

Jeden Juden, der sich vor zweitausend Jahren zur Wehr setzte gegen ein Credo, das den Glauben an das Überleben des eigenen Volkes als nichtig einstufte und möglicherweise sogar von römischen Psychological Operators geziehlt eingesetzt wurde, um die Aufständischen niederzuhalten, zähle ich in MEIN LAGER.

Vorschlag: Helfen Sie den Armen aus Ruanda und Uganda, nehmen Sie ein paar Afrikaner bei sich zu Hause auf, ist doch sicherlich noch ein Platz frei in der Multi-Kulti-Schweiz zu Hause auf dem Sofa, singen Sie gemeinsam mit ihnen 'We are the World':

http://www.spiegel.de/video/berlin-fluechtlinge-und-berliner-singen-we-are-the-world-video-1730199.html

Vexillifer
22. Dezember 2016 10:36

Applaus, Paracelsus. "Standhaft bleiben und keine Angriffspunkte bieten" – hat ja die letzten sieben Jahrzehnte schon hervorragend funktioniert. Wieso schlagen Sie nicht noch vor, man solle in die CDU eintreten, um sie über die nächsten dreißig Jahre zu unterwandern?

Echt nicht zu fassen, wie merkbefreit es hier manchmal zugeht.

Hartwig aus LG8
22. Dezember 2016 10:37

"Wer lesen kann, ist klar im Vorteil." - diesen dümmlichen Spruch muss ich auf ein Schild schreiben und mir wohl selbst vor die Nase halten.

Bin gestern aus ungewohnter Richtung (Potsdam) nach Berlin angereist - und - wohin denn sonst - zum Breitscheidplatz gefahren. War etwas verspätet, also ca 18:30 vor Ort. Keine Mahnwache, kein Höcke und kein Kubitschek. Stattdessen zunächst nur ein Auflauf von augenscheinlich linken Demonstranten zu sehen. Nach ein paar Minuten auch die Handvoll Patrioten gesichtet, die dort eine Vorort-Demo abhielten.  Habe mich dann darunter gemischt, immer noch davon ausgehend, dass das die Mahnwache ist.

Als ich dann per Anruf aufgeklärt wurde, war es für's Kanzleramt schon zu spät. Bin dann einfach noch eine Weile unter zumeist schwarz-weiss-roten Farben am Platz geblieben.

 

Aristoteles
22. Dezember 2016 10:46

Zur Veranstaltung gestern:

Mal wieder zeigte die globalfaschistische BRD ihre hässliche Fratze.

Schon von Weitem hörten wir, als wir uns der Veranstaltung näherten, kreischende Studentinnen-Stimmen und lautes Geschrei. Sind wir hier richtig, fragten wir uns, als wir die etwa 500-1000 Teilnehmer hinter den Absperrzäunen eingepfercht sahen. Drum herum die Buntrassisten der Merkeljugend, die von der Polizei extra nah herangelassen wurde, damit diese gegen jeden menschlichen Anstand stören und krakeelen konnte. Anstatt also den Kindern Anstand beizubringen, auf das Versammlungsrecht zu verweisen und die Krakeeler bei weiterer Zuwiderhandlung in Gewahrsam zu nehmen, ließ die Merkel-Polizei die Merkel-Jugend weiterkrakeelen und weiterjaulen. Wer schon öfter auf Demonstrationen war, kennt den monotonen Stumpfsinn: "Pegida - Faschistenpack, wir haben euch zum Kotzen satt", "Es gibt kein Recht auf Nazi-Propaganda" --- und das alles, während gerade die Trauermusik lief. Völlig hirnfrei rief plötzlich einer aus der Merkeljugend: "Hee, hier ist ja gar nichts los, macht mal was, mir ist langweilig" --- wie gesagt, während gerade die Trauermusik lief!

Das ist die buntrassististische BRD-Kultur in ihrer Reinform.

Ansonsten war die Veranstaltung ein Erfolg. Fast genauso viele Journalisten wie Teilnehmer; ich wurde nacheinander von einer Französin, einem Russen, einem Italiener und einer Japanerin interviewt. Man kann nur hoffen, dass ein Signal an die Völker der Welt geht. Schließlich kam eine ZDF-Tante, die man schon von Weitem als verbiesterte Deutsche ausmachen konnte. Ich sagte, dass die Raute aus einem Rechtsstaat einen Unrechtsstaat gemacht hat --- keine Ahnung, ob das gesendet wurde.

Meier Pirmin
22. Dezember 2016 11:01

@Aristoteles, aber nicht Aristoteles. Bei ihren Anwürfen kennen Sie offenbar meine lebenslange Arbeit als Volkskundler nicht. Ob es wohl etwas nützt, wenn ich abermals auf das Schweizerzeitmagazin vom November 2016, im Internet abrufbar, hinweise mit meinen Ausführungen über Grenzen seit 1400 und seit 1815 (Wiener Kongress), jenseits lächerlicher linker oder rechter Ideologien? Für den Kulturhistoriker gelte es, die Dinge zu sehen wie mit einem Abstand von 150 oder 500 Jahren. Das ist das Gegenteil von Verharmlosung. Frei von jeglichem Fanatismus. Jenes Sendegefäss entstand auf Anregung von Dr. U. Schlüer, weil ich kurz zuvor vom Schweizer Fernsehen ausgeladen worden war.

Nordlaender
22. Dezember 2016 11:14

"Mal wieder zeigte die globalfaschistische BRD ihre hässliche Fratze."

Zu meiner Zeit war es noch klar wie Kloßbrühe, was ein Faschist ist.

Treffen sich zwei Gammler, der eine Gammler kommt gerade vom Friseur, ordentlicher Kurzhaarschnitt, Kurt-Eisner-Bart ab.

Sagt der eine Gammler zu dem anderen Gammler: "F-A-S-C-H-I-S-T !!!"

Heute sind wir alle Faschisten, vom Linksfaschisten und Globalfaschisten bis zum AfD-Faschisten.  Eine Partei findet die andere "doof" (Synomym für "faschistisch").

Dietrich Stahl
22. Dezember 2016 11:15

Eine bewegende Mahnwache, dem Anlass angemessen.

Es waren viel mehr Menschen als ich erwartet hatte. Leise Unterhaltungen. Eine nachdenkliche Atmosphäre. Norwegische und eine finnische Fahne, neben viel Schwarz-Rot-Gold und einem Reichsadler. Nur wenige Antifas, die nur sporadisch versuchten zu stören.

Eine gute Rede von Thomas Wawerka. Nur eines, das aber halte ich für wichtig:

Sie sprachen wiederholt von Ohnmacht, dass wir ohnmächtig seien. Ganz deutlicher Widerspruch. Diese Haltung ist kontraproduktiv.

Die Mahnwache gestern war ein kraftvoller Akt des Widerstandes. Gerade die Disziplin der Teilnehmer, ihre Nachdenklichkeit und der Respekt vor den Opfern werden nachwirken.  

 

Meier Pirmin
22. Dezember 2016 11:49

@Nordländer. Ich treffe mich mit Ihnen in der Forderung nach einer sauberen Nomenklatur. Friede ist Herrschaft eines sauberen Sprachgebrauchs, Bedingung von Wahrheitsfähigkeit. Das scheint mir wichtiger als ideologisches Hickhack. Zumal der Begriff Faschismus zunehmend in inhaltsleere Beliebigkeit abgleitet. Das Minimum wäre, dass man Nolte selig halbwegs ernst nähme. @Stahl. Die Ohnmacht wäre schon dann überwunden, wenn man, wie zuvor schon mal dargetan, sich an das Gesetz der kleinsten Aktion halten würde. Für Lordkanzler Thomas Morus war dies bereits das schweigende Nichteinverständnis mit der Machtpraxis seines Königs. Dass er dafür geköpft wurde, machte ihn zum bedeutendsten Oppositionellen seiner Zeit. Zorniges oder demütiges Schweigen ist allemal ratsamer als ungeprüfte Mutmassungen oder Glaubensbekenntnisse rauslassen oder Glaubensbekenntnisse der Gegenseite mit eigenen Glaubensbekenntnissen zu beantworten.

Nordlaender
22. Dezember 2016 12:06

"Ich treffe mich mit Ihnen in der Forderung nach einer sauberen Nomenklatur. Friede ist Herrschaft eines sauberen Sprachgebrauchs, Bedingung von Wahrheitsfähigkeit." 

Zum Ewigen Krieg gehört u.a. auch der Kampf um die Definitionshoheit über die Begriffe. Wer die Faschismusdefinition der Bolschewisten übernimmt oder z.B. auch die Rassismusdefinition durch Bronstein ("Trotzky"), hat schon verloren.

"Das scheint mir wichtiger als ideologisches Hickhack."

"Ideologie" ist ein populäres Synonym für die mißliebige Weltanschauung des Gegners.

Ein Subjekt betrachtet von seinem Standpunkt aus die Welt, dazu gesellen sich Ideen, bis sich ein zusammenhängendes Bündel solcher ergibt, eine Ideologie. Und das Schlömme: Diesen Ideenschatz setzt der Ideologe dann nicht zum Wohle der gesamten Menschheit ein, sondern der Gruppe, der er sich zugehörig fühlt.

Die Ideologie der Ideologiefeindschaft findet immer mehr Anhänger. Ich behaupte mal, im Rahmen der Politik gibt es ausschließlich verschiedene Streitparteien mit unterschiedlichen Ideologien.

Als Nichtideologen lasse ich nur jemanden durchgehen, der sich als reiner Privatmensch nicht um die Angelegenheit der Polis kümmert, ausschließlich seinen Steckenpferden nachgeht.

 

 

Das scheint mir wichtiger als ideologisches Hickhack.

Aristoteles
22. Dezember 2016 12:53

@Nordlaender

Angenommen ein Zweikampf: Der Gegner ist absolut überlegen, besitzt die besseren Waffen, kann alleine über diese Waffen verfügen (Medienmonopol). Sie kämpfen nur mit Fäusten und Beinen, der Gegner hat ein Messer. Plötzlich stolpert dieser, fällt hin, verliert sein Messer. Bevor er es aufheben kann (wahrscheinlich hat er noch weitere Waffen unter der Jacke) können sie das Messer an sich nehmen. Nehmen sie es dann nicht, nur weil sie vorher ein Kämpfer mit eigenen Waffen (Fäusten, Füßen) waren und es für statthaft hielten, kein Messer zu benutzen?

Auch der "Populismus" ist eine Waffe, die sich umdrehen lässt:

http://reich-sein.eu/wp-content/uploads/2012/11/reichtum-fuer-alle.jpg

Dietrich Stahl
22. Dezember 2016 12:55

@ Meier Pirmin - Ohnmacht.

Genau mein Punkt:

Kleinste, bewusste [gewaltfreie] symbolische Akte des Widestandes haben starke Wirkung, liebe Waldgänger.

P.S. An die Redaktion. Gibt es noch die Möglichkeit über "Einfügen" Text, Webadressen usw. hier einzufügen. Das wäre hilfreich.

Baybars
22. Dezember 2016 13:20

@ E.: Natürlich geht es um Deutschland.

Aber Fakt ist doch: Wenn Merkel abtritt, ändert sich nichts. Entweder verliert Merkel die Wahl und es kommt ein SPD-Kanzler (Schulz oder Gabriel), oder Merkel gewinnt 2017 wieder und übergibt dann 2018/19 z.B. an Flinten-Uschi oder sonst eine/n ihrer Getreuen. Aber die jetzige Politik wird, mit ein paar kosmetischen Korrekturen (z.B. mehr Viedoüberwachung an öffentlichen Plätzen usw.), weitergeführt.

Zwei Dinge bestimmen die Zukunft:

1. Die von Merkel durch ihre Einladungskultur geschaffenen Tatsachen sind im Prinzip unumkehrbar. Mehr als 1 Mio "Flüchtlinge" sind im Land. Selbst wenn man ab morgen niemanden mehr hereinlässt (das wird unter keinem Bundeskanzler passieren) und selbst wenn man alle erkannten "Gefährder" und Gewaltverbrecher in ihre Heimatländer abschieben kann (ebenso unrealistisch), wird es durch die hier Verbleibenden immer noch zu Gewalttaten, Vergewaltigungen, Terroranschlägen kommen. Das Kriminalitätspotential ist unumkehrbar angestiegen. 

2. Ein Großteil der autochthonen Deutschen, vielleicht oder wahrscheinlich, sieht die Dinge zu rosig, hofft, mit besserer Polizeiausstattung, mehr Wohnungen, besserer Schulbildung, Arbeitsplätzen für "Flüchtlinge" usw. würde man die Dinge schon in den Griff kriegen. "Besonnen sein und sich nicht seinen bisherigen Lebensstil von Einzeltätern kaputtmachen lassen", wie es so schön heißt. Die Mehrzahl wählt immer noch CDU, SPD, Grüne, Linke. Merkel ist doch kein Einzelsymptom, sondern sie wird von breiten Schichten der Bevölkerung und den Medien gestützt. Merkel hätte sich nie so lange halten können, wenn es nicht so wäre. Alle Kriminalität von Migranten könnte nichts ausrichten, wenn der überwiegende Teil der Bevölkerung Merkels Politik und Politikstil nicht akzeptieren würde. Eine Gesellschaft fault immer von innen her.

Und deswegen: Auch wenn Merkel abtritt und Gabriel (z.B.) kommt, macht das keinen Unterschied. Es wird noch Jahre so weitergehen.

W. Wagner
22. Dezember 2016 15:56

Es war doch kaum Antifa da und bei Beginn der Musik verstummte sie. Und die Polizei funktionierte perfekt: Als ich ankam, liefen 2 Demoteilnehmer über die rote Ampel, kein Auto in Sicht. Polizist scharf: "Es ist noch Rot!" 

Beim  nächsten Mal bin ich wieder dabei - schade, dass man von der Aktion der IB nicht früh erfahren hat.

Antiphonso
22. Dezember 2016 16:12

Da man leider im anderen Thread nicht mehr kommentieren kann, ein OT Hinweis: Die Aktion ist zumindest breitbart einen Artikel wert:

http://www.breitbart.com/london/2016/12/22/merkel-must-go-populists-hold-candlelight-vigil-berlin-victims/

Nordlaender
22. Dezember 2016 16:17

"Die Deutschen können sich nicht abschotten."

DIE Deutschen? Was für ein Landsmann sind Sie?

"Die Probleme dieser Welt sind auch unsere Probleme und wir müssen uns damit auseinandersetzen."

MÜSSEN deshalb, weil wir Deutschen keinen eigenen Staat besitzen.

Sabine
22. Dezember 2016 16:20

@Erik

Nun, leider hatten Sie Unrecht und ich lag richtg: die Staatsmedien als Hauptmachterhaltungsmittel der Gefährderin Dr. Merkel schwiegen ...

Leider auch kein Mucks von der "JF. Wochenzeitung für Debatte" -- das ist sehr, sehr enttäuschend!

Herr Stein: überwinden Sie Ihren konservativen Affekt gegen den friedlichen politischen Aktivismus -- Sie selbst haben sich doch einmal eine Graswurzelbewegung gewünscht. Wie soll die aber entstehen ohne wagemutige Aktivisten!!

Meier Pirmin
22. Dezember 2016 18:54

@Nordländer. Ideologie ist nicht eine beliebige Angelegenheit, sondern politisch und politologisch längst definiert, seit dem Marquis de Condorcet im 18. Jahrhundert, aber auch durch die Diskussionen der Links- und Rechtshegelianer um die "deutsche Ideologie" im 19. Jahrhundert.

Unter Ideologie im weiteren "machiavellistischen" Sinne sind nach Lübbe ausgeklügelte Betrugsstrategien zu verstehen. Im engeren Sinn geht es um die Autosuggestion und den Selbstbetrug der handelnden Gruppe, dies kann natürlich weltanschauungsübergreifend zutreffen. Die Selbstbetrüger handeln am ungeniertesten und glauben als Gutmenschen der Welt und natürlich der eigenen Gruppe damit noch einen Gefallen zu tun. Das lehrreichste Beispiel aus dem politologischen Anfänger-Unterricht ist die Äsop-Fabel vom Fuchs, der von Spatzen beobachtet wird, wie er nach hochhängenden Trauben springt, diese jedoch nicht erreichen kann. Seine Aussage: "Die Trauben sind viel zu sauer" ist im doppelten Sinn zu verstehen:

a) Der Fuchs will, um sein Gesicht zu wahren, das "Publikum" täuschen, auch die Vögel davon abhalten, sich gütlich zu tun. Hier geht es im engeren Sinn um die Ideologie als Betrugstheorie.

b) Der Fuchs will sich selber über die Unerreichbarkeit der Trauben hinwegtäuschen, also sich trösten, zugleich einen allgemeinen Glaubenssatz über die Trauben installieren. Da die Trauben ihm unzugänglich bleiben, soll dies mit der "richtigen" Begründung auch für alle anderen Lebewesen gelten. Im Minimum ist der Traubenkonsum zu vergällen. Es geht um eine übergreifende Weltanschauung, die Trauben betreffend. In diesem Fall liegt eine nach innen und aussen komplett ausgebildete Ideologie vor mit Anspruch auf Hoheit über die Auslegung der Wirklichkeit. Da objektiv nicht feststeht, ob die Trauer wirklich nicht sauer seien bzw. umgekehrt, kann der Inhalt einer Ideologie durchaus wahr sein. Es handelt sich aber um eine konsequente Instrumentalisierung, durchaus in identitätsbildender Absicht. Abweichende Meinungen gelten als Ketzerei und dürfen auf keinen Fall öffentlich werden.

Um es zusammenzufassen: Ideologische Systeme dienen sowohl, im massenpsychologischen Sinn, der Fremdtäuschung als auch der Selbsttäuschung zum Zweck der Identitätsstabilisierung und allenfalls der gruppendynamischen Abgrenzung im Rahmen eines gesicherten Weltbildes. Die vollständige Täuschung ist zwar hochpathologisch, aber möglicherweise weniger gefährlich als die Täuschung durch den bewussten Betrüger. Der letztere verfügt über eine unbeschränkte Freiheit beim Instrumentalisieren des Betrugs. Ein Beispiel ist vielleicht Voltaire mit der Aussage: "Wenn es keinen Gott gäbe, müsste man ihn erfinden." In der Geschichte des deutschen Antisemitismus gibt es den Satz, von dem ich selber nicht sagen kann, von wem er stammt: "Wenn es den Juden nicht gäbe, müsste man ihn erfinden." Diese These war aber zum Beispiel einem reinen Machttechniker wie Himmler durchaus zuzutrauen.

Bei der Flüchtlings- und Zuwanderungsproblematik werden ihrerseits Wahnmodelle konstruiert, etwa die "Bereicherungs"-Theorie. Ehrlich gesagt sind nun aber auch die Kritiker einer solchen mutmasslich absurden Politik nicht davor gefeit, ihrerseits ideologische Modelle aufzustellen. Sich konträr ausschliessende Modelle können nach den logischen Axiomen von Aristoteles und Leibniz nicht gleichzeitig wahr sein, aber wohl gleichzeitig falsch. Als die abgefeimtesten Ideologen gelten wohl diejenigen, die genau wissen, dass die nach aussen verkündeten Vorwände "gutzumeinenden" Handelns falsch sein müssen. Nichtsdestotrotz werden die entsprechenden Lügen zumindest bis zu den nächsten Wahlen aufrechterhalten.

Nordlaender
22. Dezember 2016 22:05

@ Meier Pirmin

"Die Selbstbetrüger handeln am ungeniertesten und glauben als Gutmenschen der Welt und natürlich der eigenen Gruppe damit noch einen Gefallen zu tun."

Gut (für das eigene Anliegen) ist immer der jeweilige Parteigenosse, mit dem man die gleiche Weltanschauung teilt. Die Bösen sind die Meinungsgegner. Verwendet man als Gleichnis die Balz, nimmt der Eunuch, der Geschlechtsneutrale, freilich am Ewigen Krieg nicht teil.

"Ideologie (.... eigentlich "Ideenlehre) steht im weiteren Sinne bildungssprachlich für Weltanschauung. Im engeren Sinne wird damit zum einen auf Karl Marx zurückgehend das "falsche Bewusstsein" einer Gesellschaft bezeichnet, zum anderen wird in der amerikanischen Wissenssoziologie jedes System von Normen als Ideologie bezeichnet, das Gruppen zur Rechtfertigung und Bewertung eigener und fremder Handlungen verwenden."

https://de.wikipedia.org/wiki/Ideologie

So sehr die Ideologie der Ideologiefeinde auch aktuell in Mode ist, wäre es doch eine hagebüchene Verkürzung, behauptete man, daß "Ideologie" ausschließlich negativ und pejorativ konnotiert ist.

"Der Fuchs will sich selber über die Unerreichbarkeit der Trauben hinwegtäuschen, also sich trösten, zugleich einen allgemeinen Glaubenssatz über die Trauben installieren. Da die Trauben ihm unzugänglich bleiben, soll dies mit der "richtigen" Begründung auch für alle anderen Lebewesen gelten."

Jedem gesunden Organismus innewohnend ist der Wille zur Macht. Streben manche Universalisten die Weltmacht an (Menschenrechtsimperialismus z.B.), reicht es anderen Ideologen, die Seinigen von seiner Weltanschauung zu überzeugen (Partikularismus).

"Da objektiv nicht feststeht, ob die Trauer wirklich nicht sauer seien bzw. umgekehrt, kann der Inhalt einer Ideologie durchaus wahr sein."

Korrigiere das mal: "Trauben".

Objektivität gibt es nicht. Eine Ideologie ist immer intersubjektiv, eine Setzung als Kür des Willens einer bestimmten Gemeinschaft. Wahrheit gibt es nur in Bezug auf ein intersubjektiv gesetztes System, mit Hilfe dessen etwas verifiziert werden kann.

"Es handelt sich aber um eine konsequente Instrumentalisierung, durchaus in identitätsbildender Absicht."

Zu jeder Gemeinschaft gehört auch eine Saga, die der Bekräftigung der Zugehörigkeit dienlich ist.

"Um es zusammenzufassen: Ideologische Systeme dienen sowohl, im massenpsychologischen Sinn, der Fremdtäuschung als auch der Selbsttäuschung zum Zweck der Identitätsstabilisierung und allenfalls der gruppendynamischen Abgrenzung im Rahmen eines gesicherten Weltbildes."

Ohne anfängliche Setzungen, die nicht tagtäglich hinterfragt werden, bleibt nur noch Orientierungslosigkeit. Ohnmacht im Nebel. Mit dem Ziel der Wehrkraftzersetzung beim Feind kann Dekonstruktion sehr nützlich sein.

"Die vollständige Täuschung ist zwar hochpathologisch, aber möglicherweise weniger gefährlich als die Täuschung durch den bewussten Betrüger."

Den Feind zu pathologisieren ist billig. Hatten wir schon mal in der Geschichte, beim Genossen Dschugashvili ("Stalin").

"Der letztere verfügt über eine unbeschränkte Freiheit beim Instrumentalisieren des Betrugs. Ein Beispiel ist vielleicht Voltaire mit der Aussage: "Wenn es keinen Gott gäbe, müsste man ihn erfinden."

Daß Voltaire ein ausgeprägter Judenfeind war, ist Ihnen aber bekannt? Ich beziehe mich mal auf Manfred Kleine-Hartlage: Sinnlos, etwas zu denunzieren, weil es ein Konstrukt sei, wie es die Kulturmarxisten gerne zu tun pflegen.  Alle unsere Kategorien sind gesellschaftliche Konstrukte. Von Bedeutung ist ganz allein, ob ein Konstrukt einer Gemeinschaft dienlich oder abträglich ist.

"In der Geschichte des deutschen Antisemitismus gibt es den Satz, von dem ich selber nicht sagen kann, von wem er stammt: "Wenn es den Juden nicht gäbe, müsste man ihn erfinden." Diese These war aber zum Beispiel einem reinen Machttechniker wie Himmler durchaus zuzutrauen."

Es wird einem österreichischen Politiker des letzten Jahrhunderts nachgesagt. "Du solltst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten."

Ihre Instrumentalisierung der Juden zur Untermauerung ihrer Ideologiefeindlichkeit nenne ich - um hier im Rahmen der Höflichkeit zu bleiben - mal geschmacklos. Weiter kommentiere ich das nicht.

"Ehrlich gesagt sind nun aber auch die Kritiker einer solchen mutmasslich absurden Politik nicht davor gefeit, ihrerseits ideologische Modelle aufzustellen."

Nur mutmaßlich? Sie sind sich also nicht sicher? Es ist alles andere als absurd, wenn der Feind seine Agenda systematisch vorantreibt.

Ansonsten haben Sie das richtig erkannt: Jeder macht mal Fehler.

"Sich konträr ausschliessende Modelle können nach den logischen Axiomen von Aristoteles und Leibniz nicht gleichzeitig wahr sein, aber wohl gleichzeitig falsch."

Dem ist nicht so. Es sei denn, beide Modelle teilen als Referenz das gleiche System. 

"Als die abgefeimtesten Ideologen gelten wohl diejenigen, die genau wissen, dass die nach aussen verkündeten Vorwände "gutzumeinenden" Handelns falsch sein müssen. Nichtsdestotrotz werden die entsprechenden Lügen zumindest bis zu den nächsten Wahlen aufrechterhalten."

Warum sollte im Krieg dem Feind das mitgeteilt werden, was man tatsächlich mit ihm zu tun gedenkt?

(schweißgebadet) Die Kürze hat wohl für Sie so ganz und gar keine Würze?

Paracelsus
22. Dezember 2016 22:23

@Nordlaender

Vielen Dank für Ihre Gedanken, die Sie den meinigen widmen.  Danke auch für den Hinweis auf Godwins Gesetz. Den Wikipedia-Artikel verstehe ich so, dass meine Charakterisierung der gesellschaftlichen Wirklichkeit als verwandt mit dem besagten Unsagbaren in Ordnung geht. Zitat Wikipedia: „Weil Godwin den im Usenet weitverbreiteten Diskussionsstil, seine Diskussionsgegner mit Nazivergleichen zu diskreditieren, unlogisch und anstößig fand, richtete er das Gesetz als ein Gegen-Mem ein.“ – Mir ging und geht es nicht um meine „Diskussionsgegner“, sondern eine gesellschaftliche Wirklichkeit. – Selbstverständlich muss meinem Gedanken niemand zustimmen; ich habe andererseits jetzt keine Veranlassung, ihn ausführlich zu begründen.

Mir scheint Ihre Erwiderung also nicht zutreffend. Grundsätzlich möchte ich zu bedenken geben, dass es für einen gedeihlichen Gedankenaustausch mittels des Mediums des Internet besonderer geistiger Wachheit bedarf; die Kommunikation ist durch die Technik rein auf die Wortbedeutungen reduziert, so dass Mißverständnisse sehr leicht möglich sind, wenn man nicht hellwach aufpaßt.-

Ihre Analyse über die Bedeutung der Mediendiskussion für die bunte Republik ist interessant. Sie verweist auf ein (an dieser Stelle jedenfalls) Ungesagtes, worum es eigentlich zu gehen hätte. Letzteres würde man erkennen können, wenn man sich von dem Medienzirkus nicht mehr beeindrucken läßt.

Ich kenne „Derrick“ nicht, weshalb mir das Bild nicht vollständig klar wird. Sie scheinen sagen zu wollen, dass der Bösewicht für das mediale Theater einfach unentbehrlich ist. – Das mag sein. Mein Gesichtspunkt war aber nicht, was das mediale Theater braucht, sondern was die Kämpfer für den Geist brauchen, um vom medialen Drachen nicht zermalmt zu werden. Das Ausschneiden meines Satzes „Deshalb ist es eine riesige Aufgabe…“ ist eben schlechter Zitierstil. Im Zusammenhang mit der medial weit verzweigten Verteufelung Gaulands als angeblicher Boateng-Beleidiger und Petrys als angebliche DDR-Grenzschutzbefürworterin ist mein Gedanke auf die menschlichen Qualitäten gerichtet, die den Drachen (wieder ein schlechtes Godwin-Bild für den Gegner Staat???) überwinden läßt. – Entsprechend kam ich auf den Märtyrer-Gedanken; die christlichen Märtyrer, die an der von ihnen erkannten Wahrheit festhielten trotz der Quälerei, der man sie aussetzte. –

@Alle Ich bin überzeugt, dass die Fehlentwicklung der hiesigen Zivilisation solches „Märtyrer“-Bewußtsein braucht, und, im Übrigen, dass es sich immer mehr auch zeigt. Zum Beispiel am 21. Dezember bei einer Mahnwache für die Opfer des Anschlages vom 19.12.2016, vor dem Kanzleramt. Deshalb: großes DANKE an die Ideengeber, Organisatoren und Teilnehmer. Was ich davon hören konnte, übersteigt alle Erwartungen. Danke an Herrn Pfr. Wawerka. Ja, Bonhoeffer ist genau der richtige Stichwortgeber. Danke für die tief zu Herzen gehende Arie „Erbarme Dich…“ . 

Pirmin Meier
24. Dezember 2016 07:47

@Nordländer. Was ich machte, war ausschliesslich Strukturanalyse. Auf der Basis von Wikipedia kann man natürlich nicht diskutieren, bloss dümmer werden als man schon vorher war. Bei der tiefsinnigen Geschichte vom Fuchs, die in Lehrbüchern noch ausführlicher und differenzierter dargestellt ist, geht es natürlich nicht um die "Trauer", sondern um die Trauben. Kant, ebenfalls ein grosser Ideologiekritiker, sprach zwar einmal von der "Trauer", die ihn erfülle angesichts des Bösen, das in guter Meinung vollbracht werde. Ein grosses Stück Ideologiekritik durch den Königsberger! Das sind eben die durch Ideologiekritik zu kritisierenden Wahnvorstellungen! Das hat nichts mit Pathologisierung des Gegners zu tun. Kommunismus, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Islam, Glaube an das bessere Jenseits, Glaube an das Gute im Menschen, Glaube an den Segen offener oder total geschlossener Grenzen beruht nun mal auf Wahnvorstellungen, das kann geduldig und streng logisch analysiert werden und wird von den Intelligenten des jeweiligen Lagers in der Regel auch irgendwann noch erkannt.

Zur Täuschung des Ideologen über die Wirklichkeit gehört auch noch ein anderes Beispiel bei Äsop: Ein Knabe röstet lebende Schnecken und interpretiert dabei das Zischen der Schneckenleiber: "Wie kann man nur", sagt er, "wenn das Haus brennt, noch Lieder singen!" Interessant ist dabei, wie die Ideologie ihm die Sicht auf das mutmassliche Leiden der Schnecke verstellt, man sieht aber noch etwas anderes: die moralische Disqualifikation des Opfers durch den Quäler. Dass der Knabe aber natürlich etwas essen will, ist auch klar. René Descartes, seinerseits ein Ideologe des Schlachthauses, hat philosophisch das Leiden der Tiere wegbewiesen.

Sie @Nordländer haben das Problem der Ideologie leider nicht verstanden. Es ist grundlegend. Studieren Sie mal die Hegelsche Rechte. Auch die Beispiele, etwa "wenn es den Juden nicht gäbe, müsste man ihn erfinden", sind strukturell. Ich habe in der Voltairebibliothek in Genf nicht nur die Werke, auch die Briefe Voltaires, eines bedeutenden Ideologiekritikers, fast vollständig gelesen. Warum sollte er sich nicht auch unfreundlich über die Juden und die Muslime geäussert haben? Ist doch normal. Was soll das? Ideologisches Denken stellt nun mal bei jedem Menschen und jeder Gruppe ein Problem dar, man nimmt es entweder zur Kenntnis oder dann eben nicht. Natürlich hat die Ideologie auch eine Funktion, z.B. Vertröstung beim Sterben, vgl. Feuerbach, ebenfalls ein bedeutender Ideologiekritiker. Auch das Materialismusproblem und weite Teile der Dogmatik aller Religionen sind ideologisch zu verstehen. Wir alle sollten dasjenige an unserem Denken, was mutmasslich mit Wahnvorstellungen zu tun hat oder dann mit dem verkappten Guten oder Bösen, reflektierend bedenken, das wäre vielleicht ein Stück Weihnachtsfrieden.

PS. Was die offizielle Politik nicht nur Deutschlands in den letzten Jahren über die Einwanderung abgesondert hat, war natürlich im Sinn meiner obigen Ausführungen hochideologisch. Das Ideologische daran zu analysieren, so wie auch die deutsche Philosophie das Ideologieproblem immerhin behandelt hat im 19. Jahrhundert und später (Lübbe), wäre Aufgabe politischer Bildung und Politik für Anfänger. Auch Carl Schmitt hat das Ideologieproblem noch gut behandelt, mit Ausnahme des blinden Fleckes in der eigenen Sache. @Paracelsus/Wawerka. Der wirkliche Paracelsus, mit dem ich mich 40 Jahre lang fast täglich befasst habe, schrieb 1531 in St. Gallen eine Pathologie des Märtyrertums und lehnte diese Art sich wichtig zu machen wie kaum ein zweiter mit guten Gründen ab. Von Bonhoeffer würde ich vor allem Klaus noch hoch einschätzen, der bis 1943 in die "Weissen Blätter" schrieb von Karl Ludwig von Guttenberg.  Dietrich wäre aufgrund von Weitergabe von Nachrichten an den Feind auch in der Schweiz als Landesverräter erschossen worden. Er war selber seinerseits ein Ideologe und wohl nur ein mittelmässiger Theologe. Sein bekanntes Kitschlied von den guten Mächten macht mir grosse Mühe, weil gute Mächte ein rein ideologische Konstruktion sind. Vgl. noch Masse und Macht von Elias Canetti. Ideologiekritik muss flächendeckend sein oder sie wird nicht sein. "Die Theologie ist ein Fehler", sagte Popper in diesem Zusammenhang. Was Theologie trotzdem noch sein kann, kann man allenfalls im wunderbaren Buch "Winter in Wien" von Reinhold Schneider nachlesen, wo es auch ein paar schöne rabenschwarze Texte zu Weihnachten gibt. Schneider schrieb übrigens auch in den "Weissen Blättern", war deren bedeutendster Autor. "Winter in Wien" war sein grosser Abschied vom ideologischen Denken, in seinem Fall vom Monarchismus und vom Pazifismus. Es war ein Weg ins Eckhartsche Nichts, wie es Ida Friederike Görres interpretierte. Heilige Nacht.

Nordlaender
24. Dezember 2016 14:46

„Weil Godwin den im Usenet weitverbreiteten Diskussionsstil, seine Diskussionsgegner mit Nazivergleichen zu diskreditieren, unlogisch und anstößig fand, richtete er das Gesetz als ein Gegen-Mem ein.“ – Mir ging und geht es nicht um meine „Diskussionsgegner“, sondern eine gesellschaftliche Wirklichkeit. "

"Es besagt, dass im Verlaufe längerer Diskussionen, beispielsweise in Use-Newsgroups, mit zunehmender Dauer die Wahrscheinlichkeit, dass jemand einen Nazi-Vergleich einbringt, sich dem Wert Eins annähert." (wikipedia)

Kann den vollständigen Eintrag beim besten Willen nicht so lesen, daß damit immer nur gemeint ist, dem unmittelbaren Kontrahenten in der Diskussion eins auszuwischen. M.E. geht es generell darum, dem politischen Gegner den ollen Kaugummi 33-45 unter den Couchtisch zu kleben.

"Grundsätzlich möchte ich zu bedenken geben, dass es für einen gedeihlichen Gedankenaustausch mittels des Mediums des Internet besonderer geistiger Wachheit bedarf; die Kommunikation ist durch die Technik rein auf die Wortbedeutungen reduziert, so dass Mißverständnisse sehr leicht möglich sind, wenn man nicht hellwach aufpaßt.-"

Habe keine große Lust, wenn jemand ungeniert herumhitlert, lange darüber nachzudenken, warum er das tut.

"Ich kenne „Derrick“ nicht, weshalb mir das Bild nicht vollständig klar wird. Sie scheinen sagen zu wollen, dass der Bösewicht für das mediale Theater einfach unentbehrlich ist. – Das mag sein. Mein Gesichtspunkt war aber nicht, was das mediale Theater braucht, sondern was die Kämpfer für den Geist brauchen, um vom medialen Drachen nicht zermalmt zu werden."

Ein Herr und Kämpfer muß zunächst einmal wissen, was er wirklich will. Das ist dann die ganze Miete, ohne allergeringste Abstriche. Natürlich kann der Filmliebhaber dann immer noch mit seinen Freunden ins Konzert gehen statt ins Lichtspieltheater (Kompromiß), aber wenn das Begehren seiner Freunde bereits Ausgangspunkt und damit Zentrum all seines Empfindens ist, ist er eben kein Herr und Kämpfer.

Sie können ein Angebot des Wahrheitsmediums - z.B. einen Kriminalfilm oder ein Politstreitspektakel bei Anne Will in Modus A und in Modus B sehen.

In Modus A regen Sie sich höllisch darüber auf, wie mies Gauland behandelt wird oder Sie packt das Grauen vor dem Mörder im Krimi.

In Modus B können Sie eiskalt analysieren, wie das Wahrheitsmedium die ganze Inszenierung aufgebaut hat. Das geht aber nur, wenn Sie den Gefühlsschalter halbwegs auf die "Aus"-Position gedreht bekommen oder zumindest noch einmal einen Abstand aufbauen können zu Ihren Gefühlsreaktionen.

"Im Zusammenhang mit der medial weit verzweigten Verteufelung Gaulands als angeblicher Boateng-Beleidiger und Petrys als angebliche DDR-Grenzschutzbefürworterin ist mein Gedanke auf die menschlichen Qualitäten gerichtet, die den Drachen (wieder ein schlechtes Godwin-Bild für den Gegner Staat???) überwinden läßt. – Entsprechend kam ich auf den Märtyrer-Gedanken; die christlichen Märtyrer, die an der von ihnen erkannten Wahrheit festhielten trotz der Quälerei, der man sie aussetzte. –"

Godwin hat etwas sehr Konkretes formuliert. Hat mit dem Drachen (eine sympathische Metapher) ganz genau gar nichts zu tun.  Märtyrer wären diese Personen dann, wenn Sie z.B. erklärten, daß Staaten sich durch Grenzen definieren und das Grenzen nur dann solche sind, wenn deren illegale Überschreitung durch überzeugende Androhung von Gewalt verhindert wird.

Wenn Sie Rechte wären und sich unmißverständlich für eine weitgehende Einheitlichkeit in biologischer (nicht kultureller!) Hinsicht stark machten.  Das Wahrheitsmedium hingegen ist intelligent, läßt die Rechten nicht vorkommen, setzt stattdessen auf die Rolle des Bösen Bullen und dieser wird dann als angeblich "Rechter" hochsterilisiert. So wird der Rahmen des (gerade noch) Erlaubten gesetzt.

@ Alle: Den Betreiber der "sezession" sei gedankt für ihre ganze wertvolle und unermüdliche Arbeit, dieses vorzügliche Forum, wünsche allen ein schönes Weihnachtsfest.

Nordlaender
27. Dezember 2016 10:39

"Kommunismus, Nationalsozialismus, Antisemitismus, Islam, Glaube an das bessere Jenseits, Glaube an das Gute im Menschen, Glaube an den Segen offener oder total geschlossener Grenzen beruht nun mal auf Wahnvorstellungen, das kann geduldig und streng logisch analysiert werden und wird von den Intelligenten des jeweiligen Lagers in der Regel auch irgendwann noch erkannt."

Nach binärer Logik gäbe es nur "1" oder "0" - z.B. total offene Grenzen oder total geschlossene.

https://de.wikipedia.org/wiki/Eristische_Dialektik

Wer einen gesunden Menschenverstand besitzt, weiß, daß es Ihn schnell in den Wahnsinn triebe, wenn er sein Haus gänzlich öffnete für jedermann, wenn er es gänzlich schlösse ebenfalls. In salopper Sprache nennt sich der Winkeladvokatenkniff solcher törichten Verabsolutierung auch "Himmel-und-Hölle-Spiel.

Ein Anti-Irgendein-Volk allein transportiert absolut keinen Informationswert.

Der Kurde z.B. haßt die Türken

a) aus reiner Bosheit (gäbe es sie nicht, müßten sie erfunden werden)

b) angemessene Reaktion auf Bosheit der Türken

c) Türken sind zwar böse, die Reaktion der Kurden ist jedoch übertrieben.

"Zur Täuschung des Ideologen über die Wirklichkeit gehört auch noch ein anderes Beispiel bei Äsop: Ein Knabe röstet lebende Schnecken und interpretiert dabei das Zischen der Schneckenleiber: "Wie kann man nur", sagt er, "wenn das Haus brennt, noch Lieder singen!""

Ihr Mitempfinden mit einem jeden lebenden Wesen adelt Sie. WIRKlichkeit ist das, was in dem jeweiligen Organismus WIRKt. Wenn Sie als guter Mensch den Schmerz eines jeden mitempfinden, er dadurch auch Ihre WIRKlichkeit ist, stellt Sie das hoch über die meisten anderen. Wobei das natürlich keine Ideologiekritik sein soll, denn der wahre gute Mensch ist schließlich selbstlos.

"Natürlich hat die Ideologie auch eine Funktion, z.B. Vertröstung beim Sterben, vgl. Feuerbach, ebenfalls ein bedeutender Ideologiekritiker."

Jede Ideologie hat eine Funktion. Sie ist ein Weltanschauungssystem, das dem Vorteil der Gruppe dienlich sein soll, die Anhänger dieser Ideologie ist. Die nationalistische Ideologie ist z.B. Mächten abträglich, die Anhänger der universalistischen Menschenrechtsimperialismus sind und staatsübergreifend ihre Macht ausüben wollen."

"Auch das Materialismusproblem und weite Teile der Dogmatik aller Religionen sind ideologisch zu verstehen. "

Dogmatik wird heuer genauso falsch interpretiert wie Ideologie. Jedes System bedarf seines Sockels der Lehrsätze (Dogmen).

Interessant ist auch der Dekonstruktivismus.  Gelingt es dem Dekonstruktivisten, den Ideenschatz seines Feindes ernsthaft zu diskreditieren oder sogar gänzlich zu zerschlagen, dann punktet er.

"Was die offizielle Politik nicht nur Deutschlands in den letzten Jahren über die Einwanderung abgesondert hat, war natürlich im Sinn meiner obigen Ausführungen hochideologisch. Das Ideologische daran zu analysieren, so wie auch die deutsche Philosophie das Ideologieproblem immerhin behandelt hat im 19. Jahrhundert und später (Lübbe), wäre Aufgabe politischer Bildung und Politik für Anfänger."

Die Ideologie der Beförderer einer neuen Ordnung der Welt (BUNT-Bolschewisten) läßt sich als moderne Ideologie der Ideologiefeinde lesen. Antagonismen, die Unvereinbarkeit verschiedenen Ideologien, führen zum Krieg. Der Ewige Frieden (Kant) ist nur dann erreichbar, wenn alle partikulären Ideologien beseitigt werden, alle sich in der weltumspannenden Ideologie der Ideologiefeindschaft vereinen.

"Ideologiekritik muss flächendeckend sein oder sie wird nicht sein. "Die Theologie ist ein Fehler", sagte Popper in diesem Zusammenhang."

"Die offene Gesellschaft und ihre Feinde". George Soros ("Open Society Foundations") ist ein Schüler Poppers. Unmittelbare Konsequenz des Wegfalls der Ideologien ist Weltoffenheit.

 

 

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.