10. September 2013

Daniel S. und Marco G.

von Felix Menzel / 12 Kommentare

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

polizeiAm Sonntag ging es im Tatort und der politischen Talksendung von Günther Jauch um "Jugendgewalt". Ein einziges Mal fiel dabei das Wort "Migrant". Ansonsten wurde um den heißen Brei herumgeredet. Die Realität sieht jedoch anders aus: Im "Fall Daniel S." hat heute der Prozeß gegen den türkischen Haupttatverdächtigen begonnen, der am Tattag angekündigt haben soll, in der Nacht jemand umzubringen. Währenddessen hat in Rosenheim vermutlich ein Kosovo-Albaner den 21-jährigen Marco G. zu Tode geprügelt.

Marco G. aus Bad Aibling ging am Sonnabend mit seinen Freunden auf ein Volksfest in Rosenheim. Danach besuchten sie die Diskothek "Heaven". Gegen drei Uhr standen sie vor dieser Diskothek und rauchten. Ohne Grund attackierte dann vermutlich ein 25-jähriger Kosovo-Albaner Marco G., der nach einem Faustschlag sofort zu Boden ging und mit dem Kopf auf das Kopfsteinplaster aufschlug. Im Krankenhaus starb er schließlich an der Schwere seiner Schädelverletzungen.

Wenige Stunden nach der Attacke konnte die Polizei schließlich den dringend Tatverdächtigen fassen. Er sitzt mittlerweile in Untersuchungshaft. Zur Tatzeit war er definitiv nicht alkoholisiert. Weil er eine Glatze hat, mutmaßte der Merkur zunächst, es könne "eine Verbindung zur rechten Szene" geben. Der Tatverdächtige ist bereits polizeilich in Erscheinung getreten, jedoch mit anderen Delikten. Mehrere Lokalmedien berichten nun heute übereinstimmend, daß es sich bei dem Tatverdächtigen um einen Kosovo-Albaner handeln soll.

Hier geht es zu deutscheopfer.de mit weiteren Fällen.

(Bild: Arno Bachert  / pixelio.de)

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Kommentare (12)

kevinallein
10. September 2013 13:39
interessant die Kommentare....bei "Lokalmedien"
Rainer
10. September 2013 14:08
Noch gestern, Montag, hatte ich die Pressemeldungen der Rosenheimer Polizei gelesen, weil ich den Zeitungsmeldungen nicht getraut habe. In den Polizeimeldungen gab es keinerlei Hinweise über den ethnischen Hintergrund, sondern nur die Täterbeschreibung: Glatze, Kinnbart und kräftiger Körperbau.

Ich bin sofort davon ausgegangen, daß es sich bei demTäter wahrscheinlich nicht um einen einheimischen Deutschen gehandelt hat, wegen der Schwere und Brutalität der Tat und ihrer scheinbaren Motivlosigkeit. Das Fehlen jeglichen amtlichen Hinweises auf einen deutschen Täter hat meinen Verdacht nur noch bestärkt.

Sollte es sich wirklich um einen Kosovo-Albaner handeln, hätten wir wieder einen dreisten Versuch der öffentlichen Desinformation und Täuschung vor uns. Der zusätzliche Hinweis, daß die Polizei einen rechtsradikalen Hintergrund ausschließt, wäre hier noch als zynischer und niederträchtiger Vertuschungsversuch anzusehen. Das gehört inzwischen zum klassischen Spiel der Manipulation, so wie zum Beispiel der Satz: "Denken sie jetzt nicht an einen weißen Elefanten!"
Ertrunken
10. September 2013 15:28
Im Fall von Marko G. hat doch die gesamte Presse bereits darum gebettelt, dass es sich bei dem glatzköpfigen Tatverdächtigen um einen Nazi handeltund endlich wieder die Büchse der Pandora öffnen zu können. Viel zu auffällig die ständige Nennung der Glatze, wenn doch sonst phänotypische Merkmale wohlwollend übergangen werden, besonders wenn es auf eine migrantische Tat hindeutet. Für die Bewertung der Tat, hat der Umstand, dass der Tatverdächtige sich nun als Kosovo-Albaner entpuppte, natürlich keinerlei Auswirkung. Ein ganz "normales" Verbrechen eben wie im Fall Jonny K. oder Daniel S.
Andreas Lange
10. September 2013 16:19
Komisch, ich bin gestern durch die Google-Nachrichten-App auf meinem Smartphone auf den Fall aufmerksam geworden. Die Schlagzeile lautete
"Glatzkopf schlägt brutal zu: 21-Jähriger tot"

und wurde von mehreren Lokalmedien übernommen.
Selbst ich hegte, obwohl ich solchen Meldungen naturgemäß eher skeptisch gegenüberstehe, die Befürchtung, es habe wieder irgendein besoffener "rechter" Glatzkopf zugeschlagen. Ich befürchtete deshalb, daß im Vorfeld der Wahl schon wieder die üblichen Rituale über die Mattscheibe flimmern würden: Kommunale Angestellte und Beamte, die gemeinsam mit einigen Mitarbeitern der staatlich geförderten Integrations- und Sozialindustrie sowie den unvermeidlichen (und oftmals zumindest indirekt ebenfalls aus öffentlichen Geldern alimentierten) linksautonomen Antifagruppen, also der nicht wirklich zivilen "Zivilgesellschaft", wieder "Gesicht zeigen" und "ein Zeichen setzen".

Den Hinweis, daß es sich um einen Kosovo-Albaner handelt, habe ich der Kommentarspalte der AZ München entnommen; außerdem stellen noch zwei reine Netzportale die gezielt mißverständliche Ursprungsmeldung richtig. Der Rest der unbedarften Medienkonsumenten dürfte immer noch glauben, es handele sich um eine deutsche "Glatze", was automatisch mit "rechts" assoziiert wird.

Und noch ein Nachtrag zum Thema Schweine-, äääh, "Qualitätsjournalismus":
Die inhaltsgleichen E-Mail-Portale web.de, GMX und 1und1.de titelten heute früh "Breivik-Partei landet auf Platz 3". Gemeint war die norwegische Fortschrittspartei, die Breivik 2007 verlassen hatte, weil sie ihm zu gemäßigt war. Seit dem Mittag bekommt man den journalistisch unsauberen und verleumderischen Begriff auch beim Staatsfersehsender MDR präsentiert. Die "Demkokratieabgabe" ist doch wirklich was feines...
Rumpelstilzchen
10. September 2013 17:21
Eigentlich ist jede Debatte und jeder Kommentar überflüssig.
Schon wieder ! Wie schrecklich !
Nachdem selbst seriöse Zeitungen fast ent-täuscht reagierten, weil der glatzköpfige Totschläger kein rechtsradikaler Deutscher war (dies wäre übrigens kein Grund zur Genug-tuung !) , dachte ich kurz:
So können Kriege beginnen. Provokationen durch sinnlose Gewalt.
Wann wird endlich reagiert, damit nicht "zurückgeschossen" werden muß.
Vor meinem geistigen Auge kam es zu einem deja vu Erlebnis:
"Abgeordnete! Männer des deutschen Reichstages !
Seit Monaten leiden wir alle unter der Qual eines Problems........."
Ich gestehe, man kann Angst bekommen.
Luise Werner
10. September 2013 18:23
Mal etwas zum Tatort, weil das hier der Aufhänger ist. Diese so beliebte Krimi-Serie entpuppt sich mittlerweile komplett zum Volkserziehungsfernsehen; man könnte zynisch sagen, zur Herausbildung eines "gesunden" Volksempfindens.
Die älteren DDRler werden sich neben des "Polizeirufes" noch an die Fernsehserie "Der Staatsanwalt hat das Wort" erinnern. Meist standen nicht die Ermittlungen im Vordergrund, sondern Täter und ggf. Opfer. Am Ende saß dann als Sprecher ein leibhaftiger Staatsanwalt vor der Kamera, so etwa wie beim Wort zum Sonntag, bewertete das ganze aus Sicht des sozialistischen Staates und redete dem Fernsehvolk ins Gewissen.
Wenn es bei ARD/ZDF so weiter geht, haben wir das bald auch (wieder).
JensN.
10. September 2013 19:27
Und es wird nicht der Letzte gewesen sein, der durch das eingewanderte Mordgesindel zu Tode kam. Passieren wird natürlich nichts, wie immer. Kein zu enger Bundeshosenanzug aus dem Kanzleramt, kein Gauck(ler) aus Schloss Bellevue wird eine Trauerrede halten und die sofortige Ausweisung fordern, keine "bunte, demokratische und weltoffene Zivilgesellschaft" wird empört sein und ein "Zeichen setzen" wie es so schön heisst. Überall werden fortlaufend irgendwelche Zeichen gegen irgendwas gesetzt, nur da, da wo es wirklich notwendig und auch gewissermaßen mutig wäre, da traut sich diese jämmerliche Bagage nicht aus ihren Löchern.

Es hört keiner, es sieht keiner, es weiss keiner und darum wird dieser erneute Mord irgendwo unter "ferner liefen" in den nächsten Tagen abgehakt sein. Wie schrieb Götz Kubitschek vor ein paar Wochen so treffend:

"Zu viel Geld, zu wenig Mut, zu wenig Not, zu wenig Ausweglosigkeit, zu viel weiße Scham, historische Last, zu viel Raum, zu wenig Volk."

Und man sollte noch dazufügen: Zuviel Desinteresse und damit verbunden ein geringes Wissen über politische Vorgänge.

Im Falle Daniel S. gab es zumindest in Hannover von nationalen Aktivisten eine Kundgebung, auf der ganz klar zu den ethnischen Hintergründen der Täter Stellung bezogen wurde. Es waren Ausländer, keine wie so schön heisst "Deutschen mit Migrationshintergrund", sondern ganz einfach Ausländer.

Ausländer, die ganz genau wissen, das bei dieser Täter/ Opfer- Konstellation die Bestrafung vor Brd- Gerichten äusserst milde ausfallen wird. Die wissen, das in dem gegenwärtigen politischen Klima dieser elenden Bundesrepublik alleine schon das Hinweisen auf deutsche Opfer mit Ungläubigkeit und dem allseits beliebten Rassismusvorwurf kommentiert wird.

Die körnerfressende Gilde steht wie "ein Mann" hinter den ach so armen, an den Rand unserer Gesellschaft gedrängten Migrationshintergründlern und wird schon dafür sorgen, das die Debatte über Ausländergewalt (die in einem gesunden Staat auch Taten nach sich ziehen würde) im Sande verläuft. Es ist also an uns, für Aufklärung zu sorgen, wer diese Verbrechen und aus welchem Grund begangen hat.
Marcus Junge
10. September 2013 22:15
Luise Werner

In England wurde doch im letzten Jahr auch eine Krimiserie "verbessert", damit Ausländer da den ihnen gebührenden Platz bekommen, als hilfreicher Polizist und armes Opfer der englischen Nazis. Leider hab ich den Namen dieser Serie vergessen, aber sie soll vorher zu "britisch" gewesen sein.
Nick N.
11. September 2013 10:05
Lieber Markus Junge,

hieß die von Ihnen erwähnte Fernsehserie nicht „Inspector Barnaby", in England unter dem Titel „Midsomer Murders" bekannt"? Wenn ja, verlor auch vor ein paar Jahren der Regisseur, ein Mann namens Brian True-May, seine Stelle. Der Grund: Er betonte in einem Interview das „Englishness" der Serie und meinte, Migranten wären da unangebracht, da sie die Wirklichkeit des englischen Landlebens nicht wahrheitsgemäß widerspiegeln würden.
Helmut Poenicke
11. September 2013 10:22
Mitteldeutsche Zeitung vom 07.09.2013:

Gelungen ist, wie umsichtig der Krimi sein Thema nimmt. Darsteller Edin Hasanovic war froh, dass die Täter im Film Konstantin Auerbach und Achim Wozniak heißen, also deutsche Namen haben. "Hieße meine Rolle Mohammed oder Ali, hätte ich sie nicht spielen wollen, weil das eine Ansicht fördern würde, die verzerrt und falsch ist". (MZ-Zitat Ende)

Danke, Edin! Weiter solche Lügenrollen für Dich.
Helmut Poenicke
11. September 2013 10:32
Nachtrag: Eben habe ich an die OB der Stadt Rosenheim eine Anfrage per
eMail folgenden Wortlautes gerichtet:

Sehr geehrte Frau Oberbürgermeister,

wird es in Rosenheim anläßlich des Todes von
Marco G., der offensichtlich von einem Ausländer
umgebracht wurde, eine Gedenkveranstaltung geben?

Ich bin dankbar für eine Information, um meine Zeitplanung
entsprechend gestalten zu können.

Danke, freundliche Grüße
Helmut Poenicke

Ich werde an dieser Stelle über die Antwort informieren
Helmut Poenicke
16. September 2013 10:36
Ich habe von der Stadtverwaltung Rosenheim Antwort auf meine anfrage erhalten: ...

"...Wir können Ihnen versichern, dass auch wir von den Ereignissen tief betroffen sind.

Dem Gedenken an Marco G. wird sich die Stadt in der nächsten Sitzung ihrer Gremien selbstverständlich widmen.

Um Ihre persönliche Betroffenheit über Marcos tragischen Tod auszudrücken, hat Frau Oberbürgermeisterin Bauer ebenso wie Herr Bürgermeister Schwaller die Einsegnungsfeier besucht. ..."

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