12. Mai 2014

Die metapolitische Bedeutung der Conchita Wurst

von Martin Lichtmesz / 58 Kommentare

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

ConchitaPolitik ist Showbiz und Showbiz ist Politik. Das gilt auch für eine so abgehalfterte Nummer wie den Eurovision-Songcontest, der irgendwann mal in grauer Vorzeit so etwas wie eine paneuropäische Idee transportierte, analog zur EWG im Wirtschaftsbereich. Wenn man so will, war der Songcontest, so trivial und seicht er immer schon gewesen sein mag, auf metapolitischer Ebene auch eine Feier der Vielfalt und Einheit der Völker Europas.

Man hatte Vergnügen an der Selbstdarstellung der Länder und fieberte mit wie bei einem Fußballspiel. Ähnlich wie der Fußball mit seinen austauschbaren Legionären ist der Songcontest inzwischen über weite Strecken entnationalisiert und homogenisiert. Während es noch bis in die Achtziger Jahre hinein üblich war, in der Landessprache zu singen, sind heute nahezu alle Beiträge auf Englisch, der lingua franca des Imperium Americanum. Das Personal fällt durch Beliebigkeit und Austauschbarkeit auf, und die oft am Reißbrett, nach rein kommerziellen Gesichtspunkten entworfenen Liedchen und Rennpferdstars sind in der Regel schnell vergessen.

Hinzu kommt, daß die Kunst des "Schlagers", der gepflegten Schnulze, oder wie man einst veredelnder sagte: des "Chansons" schon lange im Verfall begriffen, nur mehr ein bestenfalls nostalgischer Witz ist. Wenn der Song Contest früher in seinen besten Momenten "High Camp" war (ich denke etwa an Udo Jürgens, ABBA, France Gall, Johnny Logan, Waterloo oder die entzückende Nicole, damals in den Goldenen Achtzigern, als die Welt noch in Ordnung war, zumindest für mich), so ist er heute allenfalls "Trash", und als solcher wird der dort dargebotene Totaldreck (da nützt auch die ab und zu wieder hervorgekramte Landessprache nix mehr) wohl auch von den meisten verbliebenen Zuschauern rezipiert, ganz nach dem Motto "so schlecht, daß es schon wieder gut ist".

Meinen letzten Songcontest habe ich 1988 gesehen, im Alter von zwölf Jahren. Damals ging der Austropopper Wilfried mit einer grauenerregenden, sperrholzartigen Nummer namens "Lisa, Mona Lisa" für Österreich ins Rennen. Ich wollte unbedingt, daß mein Land gewinnt, und schaffte es sogar, mir das Lied aus rein patriotischen Gründen schönzulügen, somit die Politik über die Ästhetik und den guten Geschmack siegen zu lassen (das passiert mir heute hoffentlich nicht mehr). Wilfrieds Auftritt wurde zum semi-legendären Desaster, mit "zéro points" für's gedemütigte Vaterland, und ich weinte gar bittere Tränen.

Die Enttäuschung war so traumatisch, daß ich seither nie wieder zugeschaut habe, auch wenn im Folgejahr ein Genie namens Thomas Forstner mit einer Dieter-Bohlen-Komposition immerhin Platz 5 erklomm (nur um zwei Jahre später abermals als Schlußlicht zu enden). 1990 kam dann eine Austro-Piaf namens Simone mit dem zeitgeist-adäquaten Superhit "Keine Mauern mehr" (Platz 10), und in den Folgejahren gleich zweimal hintereinander ein drogensüchtiger Prolo namens Tony Wegas (Platz 10 und 14), der später damit Schlagzeilen machten, daß er alten Damen die Handtaschen stahl (kein Witz). Alles, was nachher kam, ist meinem Trivia-Gedächtnis entfallen.

Jedenfalls gibt es wohl keinen normalen Menschen über zwölf, der den Songcontest in irgendeiner Weise ernst nimmt: das ganze ist, wie gesagt, Camp, Trash, Kitsch, "tongue in cheek", "Kult", und insofern war es konsequent, daß Österreich  2003 einen Kabarettisten mit einem gezielt idiotischen Scheißdrauf-Titel in die Manege geworfen hat. Besagter Alf Poier war auch einer der wenigen, die es wagten, über den diesjährigen Kandidaten, ein Lebewesen, das sich "Conchita Wurst" nennt, zu lästern. 
"Wenn jemand nicht weiß, ob er ein Manderl oder ein Weiberl ist, dann gehört er eher zum Psychotherapeuten als zum Song Contest", so Poier im Interview mit "Die ganze Woche".

"Mit dieser verschwulten Zumpferl-Romantik kann ich nichts anfangen. Wie jemand seine Sexualität auslegt, ist jedem selbst überlassen. Aber dass ständig an die große Glocke gehängt werden muss: 'Ha, wir sind so benachteiligt ... und wir sind eine Minderheit', dieses Gesülze geht mir ordentlich auf den Wecker", echauffierte sich der 47-Jährige im Gespräch mit der Wochenzeitschrift.

Ich habe keine Ahnung, ob und inwiefern Tom Neuwirth alias Conchita Wurst, geboren im Jahr von Wilfrieds epochaler Niederlage, therapiebedürftig ist; dem Vernehmen nach versteht er sich als "Travestiekünstler" und die Wurst als "Kunstfigur", und das ist im Showbusiness ja nun wirklich nicht etwas rasend Neuartiges. Gerade im Hinblick auf den Anlaß ist das "aa scho wuascht", denn der Songcontest ist derzeit ohnehin die nach dem Christoper-Street-Day schwulste Veranstaltung der Welt. Daß Camp und Trash gerade unter Schwulen äußerst beliebt sind, ist allgemein bekannt. Insofern ist "Conchita" im Eurovision-Spektakel bestens aufgehoben.

Hier könnte man die Geschichte stehen lassen, wenn nicht das Wurst-Stück von Anfang an als ein Kulturkampfmanöver inszeniert worden wäre, und Neuwirths Sieg in Kopenhagen nicht abgefeiert werden würde, als hätte eine Marslandung oder ein humanitärer Evolutionssprung stattgefunden. In den letzten Wochen konnte man dem aufsässig gestylten, vollbärtigen Genderbender-Gesicht mit den langen Wimpern kaum entkommen. Die Verantwortlichen im ORF hatten die Wurst ohne den sonst üblichen Publikumsvorentscheid ausgewählt, was auf eine bewußt eingefädelte Sache hindeutet.

Was nun am Outfit der Wurst-Gestalt nicht zufälligerweise ins Auge springt, ist die gezielt disharmonische Kombination von schroff entgegengesetzten Geschlechtsmerkmalen: die fast schon magersüchtig schlanke Figur, die schön gefönten, seidig glänzenden Haare, die großen, stark geschminkten Kulleraugen treffen auf einen dunklen, hypermaskulinen Vollbart.  G'schmackig! Das ist auch gemessen an Transvestiten- und Drag-Queen-Standards ungewöhnlich, und ein optisch ziemlich krasser Eingriff.

Er erzeugt einen ambivalenten Reiz, der auf die meisten Menschen wohl eher unästhetisch und abstoßend wirkt. In einem ganz schlichten, quasi chemischen Sinne: geschlechtliche Reize funktionieren über Polarität, Polarität ist die Bedingung der geschlechtlichen Anziehung; ich kann mir nicht aussuchen, wen ich erotisch abstoßend oder anziehend finde oder nicht.  Das ist eine schlichte Tatsache, eine alltägliche Erfahrung, die jeder Mensch an sich beobachten kann (ich für meinen Teil kann mir die Visage der Wurst keine zwei Sekunden lang ansehen, ohne daß mir physisch schlecht wird), und die über dem ganzen Geschwätz über das Phantom "Homophobie" seltsamerweise völlig ignoriert wird.

Die exquisite, kalkulierte Scheußlichkeit der "Conchita Wurst"-Figur geht weit über das Spiel mit der Androgynität hinaus, wie man es von sexuell ambivalenten Popstars wie David Bowie, Boy George oder Annie Lennox kennt, die man durchaus schön und verführerisch finden kann. Den Geschmack am Grellen, Dekadenten und Paradiesvogelhaften freilich vorausgesetzt, und der ist nicht jedermanns Sache. Aber auch in dieser Sparte ist die Wurst eine eher zwei- bis drittklassige Figur. Der "Glamour" bleibt eine Behauptung, ein bemühtes Klischee, ist wie der an James-Bond-Titel erinnernde Siegersong ein Zitat von einem Zitat, ein Abklatsch von einem Abklatsch.

Das Liedchen mag besser sein als der durchschnittliche Müll, der auf dem Songcontest serviert wurde, wesentlich besser (oder schwuler) als, sagen wir, Thomas Forstners Meisterstück von 1989 ist es aber im Grunde auch nicht. Jedenfalls kann ich hier kein überragendes Talent erkennen; die Stimme ist fast ebenso grauenhaft wie das restliche Gesamtkunstwerk. Sogar der einen Pornowitz suggerierende Name "Conchita Wurst" ist häßlich, mixt das Exotische mit dem Profanen, und auch das wohl mit Kalkül. Grind-o-rama de luxe!

Dafür steht "Conchita Wurst" der Wille zur Provokation, Konfrontation und Polarisierung buchstäblich ins Gesicht geschrieben. So mancher, der den Hype der letzten Wochen mitverfolgt hat, wird wohl zurecht den Verdacht geschöpft haben, daß hier eine Art Testballon oder Lockvogel vorgeschickt wurde, um zu prüfen, ob sich nicht ein paar auswertbare "homophobe" Reflexe hervorkitzeln lassen. Man wollte sichtlich die "Toleranz"-Kapazität des Publikums auf die Probe stellen. Und dazu bedurfte es eines etwas stärkeren Tobaks als üblich, denn Schwule und Transvestiten an sich sind weißgott keine Seltenheit im Fernsehen.

Es muß auch eine Art Test gewesen sein, wie häßlich die Kröte inzwischen sein kann, die man dem Publikum zum Schlucken servieren darf. Was auch relativ widerspruchslos geschah, denn zu einer Kampagne wie dieser gehört die ständig im Raum stehende Drohung, als intolerantes "homophobes" Arschloch dazustehen, wenn man sich den etwaigen Brechreiz in irgendeiner Weise anmerken läßt. Man erinnert sich in Österreich auch noch, mit welchem "Shitstorm" etwa Niki Lauda in die Knie gezwungen wurde, weil er zugab, daß er "schwules Tanzen" im öffentlich-rechtlichen Fernsehen geschmacklos findet.

Alle, wirklich alle Medien, von der als achso "populistisch" und "reaktionär" verschrieenen Kronen-Zeitung aufwärts, beteiligten sich an diesem Spiel, so zu tun, als hätte man hier das Normalste oder wenigstens Coolste auf der Welt vor sich. Diejenigen, die auf "homophobe" Muckser gelauert haben, warteten vergeblich. Da mußte man schon in Facebookseiten oder Kommentarspalten oder meinetwegen ein paar Krone-Leserbriefen stierln. Poiers Stimme war in diesem Klima eine einsame Provokation.

Wer Antennen für den metapolitischen Gehalt der Wurst-Kampagne hatte, konnte ihren Subtext kaum übersehen. Werner Reichel beschrieb es gut auf dem Blog von eigentümlich frei:
Wurst ist ein öffentlich-rechtlicher Werbeträger für die Gender-Mainstream-Ideologie. Ein Staatskünstler durch und durch. Die schrille Kunstfigur soll den Beweis liefern, dass man Geschlechterrollen und -identitäten annehmen und wechseln kann, wie es einem gerade beliebt. Man nutzt den Aufmerksamkeitseffekt, den ein bärtiger Transvestit generiert, um einem möglichst großen Publikum mitzuteilen, dass dies der neuen gesellschaftlichen Norm entspricht.  Die Wurst als leuchtendes Vorbild und Prototyp des neuen Menschen, wie ihn sich die neosozialistischen Gesellschaftsingenieure erträumen.

Der  Song-Contest-Auftritt von Conchita Wurst wird deshalb als mutiger Kampf für mehr Toleranz und Offenheit inszeniert.  Das funktioniert auch ganz gut. In Kopenhagen sorgt sie/er für Aufsehen, wie der ORF nicht müde wird zu berichten. Nur eines läuft nicht ganz so wie gewollt. Wer „kämpft“, der braucht zwingend auch einen Gegner, einen Feind. Doch daran mangelt es der Wurst und dem ORF. Schließlich rennt man ohnehin nur offene Türen ein.  Schwulsein wird im politisch-korrekten Europa ohnehin von den neosozialistischen Meinungsführern  als cooler, bunter und erstrebenswerter Lifestyle verkauft, ganz im Gegensatz zur miefigen Heterofamilie, der Brutstätte von (häuslicher) Gewalt, rechtem Gedankengut und anderen grauslichen Dingen.

Der ganze Gehalt der Wurst'schen Agenda liegt nach dem Schlagersieg in Kopenhagen offen zutage. Bundespräsident Fischer himself, ein mit Gauck vergleichbarer, rückgratsarmer Parteisoldat und Opportunist ließ verlauten:
Ich gratuliere Conchita Wurst zu ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest! Das ist nicht nur ein Sieg für Österreich, sondern vor allem für Vielfalt & Toleranz in Europa. Dass sie ihren Sieg all jenen widmete, die an eine Zukunft in Frieden & Freiheit glauben, macht ihn doppelt wertvoll. Ein schöner Tag für Österreich! Herzliche Gratulation!

Schau an! Es ging also um "Frieden & Freiheit" und "Vielfalt & Toleranz in Europa" und nicht um die Prämierung einer mittelmäßigen Schnulze in einem schundigen Wettbewerb (einem "Schas" laut ORF-Kommentator Andi Knoll). "Conchita" selber schätzt "ihren" Beitrag zum Fortschritt der Menschheit nicht weniger bescheiden ein. "Ihr" (etwas kryptischer) Kommentar:
This night is dedicated to everyone who believes in a future of peace and freedom. You know who you are - we are unity and we are unstoppable.


Halleluja! Frieden und Freiheit! Na doll! Wer kann da dagegen sein, außer ein paar verwarzte, fossilierte, homohassende Kanaillen??? Wir gehen herrlichen Zeiten entgegen! Dessen ist sich die Presse europaweit sicher:
Wer kann Tränen, Diva-Kleidern und einem Bart widerstehen - und Wursts Botschaft, dass der Sieg allen gehört, die sich "Frieden und Freiheit" wünschen? (Berlingskie Tidende, Kopenhagen)

Eine Ohrfeige für die Homophoben in Europa. (Aftenposten, Oslo)

Ich bin so froh, dass meine Kinder in einer Zeit leben, in der Conchita und nicht Hitler Österreich repräsentiert. (The Independent, London)

Das Lied war nicht schlecht, und ich freue mich, daß es Putin und seinesgleichen den Finger zeigte. (The Guardian, London)

Hinter diesem Bart steckt eine Botschaft der Toleranz. (ABC, Madrid)

Der Leckerbissen des Tages sind aber für mich die Rhapsodien von Karl Fluch im heutigen Standard. Der hatte bereits in der Wochenendausgabe des linksliberalen Flaggschiffs den Songcontest zur "Toleranzprüfung" erklärt, und in Visionen von einer erlösten Welt geschwelgt:

Thomas Neuwirth vermittelt als Conchita Wurst eine Diversität, die für sehr viele (Sag bloß!- M.L.) ein Normalzustand ist. Und wenn es dereinst für alle Normalzustand ist, dann wurde zumindest eine Eurovision Wirklichkeit.

Jeder soll hier zeigen dürfen, was für ein fortschrittlicher Preisdemokrat er ist, denn:
Wie ein schwuler Mann mit Bart in Frauenkleidern die Toleranz in osteuropäischen Ländern auf die Probe stellt, das war britischen Blättern wie dem Guardian Geschichten wert, auch die FAZ und der Spiegel berichteten. Dabei ging es weniger um die Musik, sondern um die Wogen der Entrüstung aus tendenziell wenig toleranten Ländern. Der Kanon: Je autoritärer regiert wird, desto größer ist die Ablehnung. Wer hätte das gedacht?

Da ist unversehens wieder die Katze aus dem Sack gelassen: der Autor tut unter der Hand so, als ob "Toleranz" und die Anerkennung einer Sache als "Normalzustand" ein- und dasselbe wären. In Wahrheit ist aber das Gegenteil der Fall. Etwas, das als "Normalzustand" angesehen wird, muß ja nicht mehr toleriert werden. Den Priestern und Kommissaren des "Toleranz"-Kultes geht es nicht darum, daß eine Sache bloß geduldet wird, sie soll auch innerlich komplett angenommen und assimiliert, die Gefühle und Wahrnehmungen selbst sollen umgepolt werden. Das kann bei abweichenden Sexualformen wegen des Polaritätscharakters der Sexualität aber niemals restlos der Fall sein.

"Conchita Wurst" spielt in dieser kulturpolitischen Agenda die Rolle eines Akklimatisierungsfreaks, der das Publikum nach dem ersten Schock an noch extremere Formen der Geschlechteridentitätsinszenierung gewöhnen soll. Die Frage, die ich mir hier immer stelle, ist: Warum? Wozu? Was erwarten sich Leute wie Fluch von der Erfüllung einer solchen Utopie? Selbst wenn es funktionieren sollte, wozu soll es gut sein? Ich verstehe es nicht.

Wozu die allgemeine Verbürgerlichung der Freaks und Freakisierung der Bürger? Fließen dann Milch und Honig, wird alles regenbogenbunt, sind dann alle glücklicher, bricht der Weltfrieden aus? Ist das realistisch, ist das gesellschaftspolitisch, ist das ästhetisch zu rechtfertigen? Welcher erwachsene Mensch glaubt denn ernsthaft an solche Spinnereien?

Und noch eine, vielleicht blöde Frage: wenn all diese Dinge zum "Normalzustand" würden, ginge dann nicht auch der ganze Spaß und Thrill an der Abweichung und Exzentrik, der Leute wie Tom Neuwirth offensichtlich beflügelt, verloren? Letzter will ja offensichtlich nicht "normal" sein, sondern ein Star, ein Paradiesvogel - und das sei ihm gegönnt. Wenn jede Grenze gefallen, wenn alles "überschritten" ist, wo bleibt dann die Erotik des Überschreitens?

Ich schließe mich hier Jim Goad an:
I remember back when public shaming was largely aimed at the homos. Nowadays it’s the homos and their sob sisters who are eagerly doing most of the “outing” and public shaming. Either way, I’ll pass.
Not that anyone asked, but I preferred gay males when they were cultural outsiders who seemed impossible to offend. Nowadays they scream for mainstream acceptance and get offended at everything. Tsk-tsk, ladies! As outsiders, they used to see clearly through the idiocy of mass-culture moral panics. Now, as they squiggle and squirm to be accepted as “normal” rather than “different,” they fabricate their own humorless moral panics.

BBCH"I preferred gay males when they were cultural outsiders who seemed impossible to offend."

Zurück zur Wurst: Nachdem der "Test" nun bestanden ist, bleiben keine Fragen mehr offen: "Toleranz als europäische Vision" so der pathetische Titel des Artikels auf Seite 2 des heutigen Standards (ebenfalls von Meister Fluch), der die "bärtige Diva" als "umjubelte Symbolfigur" und ihren Triumph als gezielten Affront gegen osteuropäische "autoritäre" Schurkenstaaten wie Rußland und Weißrußland feiert (übrigens wurden die russischen Contest-Teilnehmer in Kopenhagen ausgepfiffen, während die ukranische Vertreterin mit "starkem Applaus" bedacht wurde).

Im Kommentar auf Seite 20 läßt Fluch dann so richtig die Zügel schießen, und bringt das Märchen von der Welterlösung durch allgemeine Totalverschwulung in konzentrierter Form. Das funktioniert nur mithilfe diverser Pappkameraden und Vogelscheuchen. Wie üblich in "Verblendungszusammenhängen" dieser Art stellt er dabei die Realität gleich mehrfach auf den Kopf. Das heißt, er muß als Akt der Widerstands und der Subversion inszenieren, was in Wirklichkeit alle maßgeblichen medialen und politischen Kräfte hinter sich hat:
Jetzt auch noch die Wurst. Als wäre Ö3 mit der wieder einmal entflammten Debatte um einen höheren Anteil heimischer Popmusik im Programm nicht schon genug beschäftigt, sich Ausreden einfallen zu lassen. Nein, jetzt gewinnt Österreich auch noch den Song Contest. Und blöderweise mit einem Lied, das wieder nicht formatradiotauglich ist.

Die Formatierung des Lebens ist aber nicht nur ein Problem von Berieselungssendern wie Ö3. Immerhin, den kann man abdrehen. Schlimm ist es, wenn die Politik die Erscheinungsformen des richtigen Lebens ignoriert oder sie in Formate pferchen möchte, die wie Korsetts wirken. Geformt und eng gebunden von einer Scheinmoral, die das moderne Dasein und seine Diversität nie verstanden hat und es deshalb als beängstigend wahrnimmt.

Strohmann No. 1: "Conchita", die einer kleinen Subkultur entstammt, deren Lebensstil untypisch für die Mehrheit ist, ja die es als dezidierte "Kunstfigur" gar nicht "gibt", wird hier zum Paradigma der "Erscheinungsformen des richtigen Lebens", des "modernen Daseins" und der "Diversität" (stöhn).  No. 2: "Die Politik" "ignoriert" diese "Erscheinungsformen" und findet sie "beängstigend". Das ist eine steile These. Wer soll denn damit gemeint sein? Bundespräsident Heinz Fischer? Der österreichische Nationalrat? Das EU-Parlament in Brüssel? Das Bundesministerium für Bildung und Frauen? Die Familienpolitiker der ÖVP? Die Wiener Sozialinfostellen? Rätsel über Rätsel!

Weiter im Text:
Conchita Wurst ließ einen mit ihrem Sieg beim 59. Song Contest in Kopenhagen ein wenig Hoffnung schöpfen. Denn ihren Triumph verdankte sie nicht nur ihrer Darbietung. Der Zuspruch entsprang einer beispiellosen Solidarisierung mit einem Außenseiter. Die gängigen nationalen Rivalitäten des Song Contest schienen plötzlich weniger wichtig zu sein als das Abschneiden der falschen Dame mit dem richtigen Bart, die von konservativer Seite angefeindet worden war. Das war Millionen weltoffenen Menschen in Europa zu viel. Sie wollten ein Zeichen setzen, und das ist ihnen gelungen.

Na bitte, was für ein Schlachtengemälde: es ging nicht so sehr um die Musik, sondern um "ein Zeichen zu setzen", um das Bekenntnis der "weltoffenen Menschen" in Europa, die sich zu Millionen und Abermillionen solidarisch erhoben haben, und zwar aus empörtem Widerstand gegen nicht mehr erträgliche Anfeindungen von "konservativer Seite", die in dem ganzen Rummel wohl kaum mehr als ein paar Piepser, vorzugsweise aus dem Osten, gewesen sein können, wenn nicht gar wichtige Ingredienzen der Gesamtinszenierung. Und wer nicht mit den "Weltoffenen" mitgejohlt hat, ist implicite ein mieser, rückwärtsgewandter, intoleranter, schlechter Mensch.

Denn kein Märchen ohne Feindbild, und das ist schnell gefunden (Strohmann No.3) - Konservative, Christen, Hinterwäldler:
Wursts Sieg wurde auch in Haushalte übertragen, in denen man sich wahrscheinlich bekreuzigt hat, als man ihrer zum ersten Male ansichtig wurde. Doch dieser bunte Vogel mit den langen Wimpern wurde von Europa nicht auf einen der hinteren Plätze verräumt, sondern auf Händen zum Sieg getragen. Wenn das einige Menschen zum Nachdenken angeregt hat, ist das ein weiterer Sieg, den sich die Wurst an die Brust heften darf. Ihr Beispiel zeigt: Homosexuelle sind keine wehrlosen Opfer, die man nach Lust und schlechter Laune diffamieren kann. Denn dann verscherzt man es sich möglicherweise mit sehr vielen Leuten.

Liegt es an mir, oder klingen die letzten Sätze nicht ein klitzekleines bißchen wie eine Drohung? In unseren Ländern wird zwar nicht "autoritär regiert", aber wehe dem Abweichler, der nicht mit den Wölfen heult, mit den Schafen blökt und den Schweinen grunzt - er wird unweigerlich aus der Herde ausgestoßen werden. Um klarzumachen, daß heute beim leisesten "homophoben" Muckser die Rosa Gestapo vor der Tür steht, und man es sich insbesonders mit den Schreiberlingen von rosa Blättern und rosaroten Fernsehsendern und der Zuchtrute der roten "Antidiskriminierungsstellen", äh, "verscherzt", dazu braucht es beileibe keine "Conchita Wurst" - weder in Österreich noch sonstwo in der westlichen Welt, wo "Homophobie" zur Zeit das zweitschlimmste Verbrechen nach "Rassismus" ist, und die hexenjagdartigen Diffamierungen die Schlagseite gewechselt haben.

"Nach Lust und schlechter Laune diffamieren" kann dagegen jeder die sogenannten Konservativen, oder was er dafür hält, und das ganz ohne Folgen, vielmehr mit dem Applaus "sehr vieler Leute", natürlich nur der schicken, fortschrittlichen, "modernen" und  sonstwie maßgeblichen. Und so werden sie wieder über die Bühne gejagt, die Finster- und Buhmänner, die in all dem Hype ohnehin kaum zu hören waren, keinen Mucks von sich zu geben wagten und eher noch beflissen gute Miene gemacht haben.
Das konservative Österreich, das sich sonst mit jeder neugeborenen Kuh im Stall ablichten lässt und jeden Kreisverkehr zur Eröffnung in Weihwasser ertränkt, ist schmähstad. Das muss man nicht überbewerten, aber es ist symptomatisch für das vorherrschende arrogant-ignorante Denken. Gleichzeitig stellen sich jene damit auf eine Stufe mit reaktionären Eiferern in so toleranten Ländern wie Russland, der Türkei oder Weißrussland.

Tiraden wie diese dienen nur dem Theatereffekt und sind ungefähr so sinnvoll und mutig, wie tote Karnickel auszupeitschen.  Sie verschleiern die kaum mehr auf nennenswerte Widerstände treffende Machtfülle der gesellschaftspolitischen Agenda, die hinter dem "Conchita Wurst"-Phänomen stecken. In Wahrheit stehen die Tore sperrangelweit offen und werden kaum mehr verteidigt. Schließlich gerät Fluch endgültig ins Delirium und taucht in eine Parallelwelt ab (Strohmann No. 4):
Was die nicht verhindern können, schweigen sie tot. Eine Kunstfigur wie Conchita Wurst und ihre gesellschaftspolitischen Ansprüche werden stur ignoriert. Es wird nicht erkannt, wofür sie steht, geschweige denn geschätzt. Es gilt immer noch: Es darf nicht sein, was nicht sein darf.

Von "Totschweigen" kann wohl kaum die Rede sein, wenn die Propaganda lauter dröhnt als der Niagarafall. Und: was sind denn nun die "gesellschaftspolitischen Ansprüche" einer "Kunstfigur"(!), die so überlebenswichtig für den Rest der Welt sind, daß sie ein solches Pathos verdienen? Inwiefern beweist ihr Sieg bei einem Kommerz-Schnulzencontest irgendeine Relevanz dieser Ansprüche? Ich bin sicher, darauf könnte Fluch auch keine überzeugende Antwort geben. Hier ist einer besoffen von der Mystik eines epidemisch verbreiteten quasi-religiösen Kultes - anders kann man dieses Phänomen, das sich gegen jede Rationalität gepanzert hat, nicht nennen.

Federvieh wie dieses glaubt immer noch ernsthaft, gegen den Strom zu schwimmen, ohne wahrhaben zu wollen, daß es selbst schon Teil des Stroms ist. Das muß wohl mit den psychologischen Mechanismen linker Selbstbilder zu tun haben. Es ist freilich "symptomatisch" für deren "arrogant-ignorantes Denken", das sie wie immer auf den (echten oder auch nur eingebildeten) Gegner projizieren. Dergleichen steht völlig unverbunden neben widersprechenden Aussagen wie diesen, wo man sich siegesicher gibt, auch noch das letzte "reaktionäre" Widersassengeröll wegzuspülen:
Wurst hingegen vermittelte in den letzten Tagen mehr Lebensgefühl als alle Europawahlplakate zusammen. Dazu muss man weder sie noch ihre Musik mögen. Aber sie steht innerhalb eines Wertespektrums, das für viele in Europa zum Glück schon als selbstverständlich gilt. Der Rest musste das am Samstag zur Kenntnis nehmen.

Das europäische "Wertespektrum" der Zukunft verkörpert sich also in bärtigen Transen im Glitzerfummel, die sich "Conchita Wurst" nennen und Plastikkitsch-Schlager trällern... noch bei Trost? Ich sag schon mal Gute Nacht, Europa. Sonst noch was? Daß diese Blase aus chronischer Tiefenbescheuertheit eines Tages platzen wird, diese Hoffnung gebe ich immer noch nicht auf....

 

 Bild Conchita Wurst: Wikipedia

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (58)

Rumpelstilzchen
12. Mai 2014 15:04
Lieber Herr Lichtmesz,
ich wußte, hoffte und ahnte, dass Sie etwas über die metapolitische Bedeutung dieses Wesens schreiben würden. Etwas, was über den bejubelten "Sieg der Toleranz" hinausgehen würde.
Mir war so elend und beklommen und nirgendwo fand ich Trost.
Mir fiel nur ein Gedicht ein ( etwas abgewandelt):

Arschi bald bei Douglas ( zur Enthaarung)

Ich hab' es getragen sieben Jahr,
Und ich kann es nicht tragen * mehr.
Wo immer die Welt am schwulsten war,
Da war sie öd' und leer.


* tragen = erdulden, tolerieren

Ja, ich ertrage es nicht mehr !!!
Auch nicht mit Ironie oder Sarkasmus !!!
Die ich am besten dort fand:

http://www.der-postillon.com/2014/05/sonntagsfrage-112-was-sagen-sie-zum-esc.html

"Ich bin allgemein misstrauisch, wenn populäre Österreicher auf ihren Bart reduziert werden"

Hat mich auch nicht versöhnt !
Ich empfinde dieses Bild und die Selbstdarstellung dieses Wesens als Blasphemie, als Verhöhnung von Jesus Christus. In seiner Ikonenhaftigkeit erinnert es an orthodoxe Christusdarstellungen:

https://www.google.de/search?q=christus+als+pantokrator&client=safari&hl=de&tbm=isch&tbo=u&source=univ&sa=X&ei=kMVwU-ukOuuL4gTMw4D4Cw&ved=0CDcQ7Ak&biw=1024&bih=672

Die metapolitische Bedeutung eines Weltenherrschers ???
Ich leide mit den Russen.
Ja, Polarität ist die Bedingung geschlechtlicher Anziehung !
Wie singt Maria Magdalena in Jesus Christ Superstar :
I don't know how to love him.
Ich weiß es in diesem Falle nicht.
Venator
12. Mai 2014 15:07
Conchita, Diminutiv von concha, Muschel und der dem Deutschen entsprechende vulgäre Ausdruck.
Wurst dürfte klar sein.
Harald de Azania
12. Mai 2014 15:47
Lieber ML,

Wieso?

1. Lust an der Kulturzerstoerung.

2. Siehe Adorno, Minima moralia, Abschnitt 64, Satz 3 ff und 66, insbesondere die letzten zwei Saetze.(in Abscnitt 66 kommt uebrigens das Wort "neger' vor; na so was).

3. Totale Fellachisierung der Menschen = sichere Herrschaft.

4. Lust am Exhibitionismus.

5. Systematisches "in der Gosse rollen" scheint Geld zu bringen. Die Wurst wird verwurschtet bis der letzte Groschen angesaugt ist.

6. Machtspiele, moralische Erpressung und Demuetigung. Im Grunde sadistisch inspirierte Herschaftsmotivation. Daher waren die 68er also von de Sade so fasziniert.

7. Fanatische Hingabe an die systematische Verbloedung und Verhaesslichung der Welt.

8. Die Wiener "WASt"eln machen es klar: es geht um Subvention, Subvention und noch mehr Subvention, damit Leute, die im pay reelle keine Chance haetten, auch ein warmes Platzerl haben.

9. Durch den excessiven Steuerstaat Subventionierte ( Politiker und Sinnstifter in oeffentlich-rechtlichen Institutionen wie ORF oder gefoerderten Unternehmen wie Zeitungen) subventionieren solche Typen zwecks 1.-7. und wechselseitiger Beweihrauecherung .

10. Es zahlt der hoi poloi. Der hat schon immer gezahlt, aber frueher eben zB das studiolo der Isabella d'Este.Das ist ein unterschied. Vive la difference!

11. Das ganze System lebt bereits seit einiger Zeit von der Substanz. Siehe Carl Schmitt (Buribunken).

12. Was tun? Cara al sol! ZB :-)


Harald de Azania
Joseph von Sternberg
12. Mai 2014 16:05
Daß diese Blase aus chronischer Tiefenbescheuertheit eines Tages platzen wird, diese Hoffnung gebe ich immer noch nicht auf….


Das passiert spätestens dann wenn die Taliban in den Höhlen von Tora Bora diesen Freak auf ihrem Ipad sehen. Die werden dann Denken, warum hier für jeden Meter Landgewinn hunderte Liter von Blut ausschütten, wenn man dort ein Land im Handstreich besetzen kann.

:-)
Joseph von Sternberg
12. Mai 2014 16:10
@ Venator:

Ach Du liebe Zeit - wie abartig.

Naja, das ist der Humor von Pornodarstellern: Monica Roccaforte...

Trotzdem Danke. Denn die Conchita habe ich mit der schwachsinnigen BRD-Synchro der Carmenvariante aus dem Italowestern assoziiert:

http://www.youtube.com/watch?v=FpLMw4dAZCM
Rucki
12. Mai 2014 16:19
Rumpelstilzchen

Mich erinnerten einige Abbildungen dieses Subjekts, Namens "Wurst" an die Schattierungen des Turiner Grabtuchs.

Da sie an orthodoxe Chriustusdarstellungen erinnert werden, und auch einige meiner Bekannten ähnliches aufgefallen ist, denke ich, dass dies kein Zufall ist sondern Absicht.

M.L.: Stöhn.
Gustav Grambauer
12. Mai 2014 16:28
"Diejenigen, die auf homophobe Muckser gelauert haben, warteten vergeblich."

Oh, Schirinowski hat gleich ein "ZEICHEN GESETZT" hihihi:

http://www.spiegel.de/kultur/tv/wurst-triumph-beim-esc-russische-politiker-werden-ausfaellig-a-968777.html

M.L.: Ich wußte gar nicht, daß die alte Wodkaflasche überhaupt noch lebt...

Klar, wir sind so weit, daß die erdrückende Mehrheit den vor Männlichkeit strotzenden Persianerträger als Verkörperung Satans ansieht und die Trash-Chimäre als das strahlende göttliche Licht.

Bei mir selbst beobachte ich eine früher nie für möglich gehaltene Entwicklung: die Hinwendung zum Osten, ja: einen regelrechten Sog dorthin, im Sinne des Findens von geistigem Schutz. Ich war lange nicht mehr so ergriffen wie beim Anschauen des Festakts zur Wiedereingliederung der Krim. Seit ich den Russischen Bären wie etwa in dieser Gestalt

http://www.youtube.com/watch?v=E6C3DmGVdB0

auf meinem Radar habe (wobei er, so mutet es an, wohl in seinem Leben noch nie ein Wörtchen der Rechtfertigung für irgendetwas verloren hat), wird mir erst so richtig plastisch, mit was für Hündchen wir es bei der kompletten westlichen Intelligenzija zu tun haben, bis hin zu Sarrazin, ja sogar bis hin zu Sloterdijk - und mit ganz, ganz wenigen Ausnahmen, die tatsächlich reaktionär sind.

Erst bei der Frage, inwieweit dies mit der Verseuchung durch verrottetes angelsächsisches Denken und inwieweit dies wiederum mit dem Liberalismus ergo metahistorisch rohrkrepierendem Bürgertum zu erklären ist, würde ich einen METAPOLITISCHEN Einstieg erkennen können, hierbei wiederum könnten die kurzen Hinweise von Dgin sehr hilfreich sein.

Ich werde noch konkreter: der Nexus von "Aufklärung" im Sinne der Philosophie und "Aufklärung" im Sinne der Sexualpädagogik ist schon delikat ...

- G. G.
Carsten
12. Mai 2014 16:30
"Die Verantwortlichen im ORF hatten die Wurst ohne den sonst üblichen Publikumsvorentscheid ausgewählt"

Noch Fragen?

Was sie wohl nächstes Jahr rankarren? Eine schwarze mongoloide Lesbe im Rollstuhl?

"Daß diese Blase aus chronischer Tiefenbescheuertheit eines Tages platzen wird, diese Hoffnung gebe ich immer noch nicht auf…."

Danke! Ich auch nicht! Ansonsten bliebe nur eine Alternative:
Islam, erlöse uns! Und das wär' auch nicht so doll...

M.L.: Wo ist Khomeini, wenn man ihn braucht???
Frankstein
12. Mai 2014 16:35
Martin Lichtmesz spricht uns aus der Seele. Mir umsomehr, als ich 1988 schon ein paar Jahre älter war. Manchmal glaubte ich mich als letzten überlebenden Quastenflosser, bis ich erfuhr, dass weitere Exemplare existieren. Dieses Wesen soll wohl, wie angemerkt, eine Verbindung zum allseligmachenden Heiland herstellen. Mich erinnert es mehr an die rührend naiven Votiv-Darstellungen. Und ganz entfernt an das Alien aus dem Film "Das fünfte Element". Überhaupt könnte SETI sein Suchprogramm einstellen, die Aliens sind mitten unter uns. Und immer wieder, wenn ich Nachrichten lese oder höre, kommt der Gedanke " Sie leben !". Ich hoffe nur, ihr Überleben auf unserem verseuchten Planeten ist nicht von Dauer.
ene
12. Mai 2014 16:53
@ Rumpelstilzchen

Wenn es hinter der ganzen Geschichte ein "Programm" gibt, dann hat es mit Reaktionen wie der Ihren seinen Sinn und Zweck erfüllt: Sie kommen nämlich "ins Rotieren". - Eine Belanglosigkeit ist kein Grund zur Verzweiflung! Solche Frauendarsteller gab es schon immer, manche auf beachtlichem Niveau. Das scheint nun hier ja nicht der Fall gewesen zu sein.
Ansonsten: davon geht das Abendland nicht unter, es macht sich nur lächerlich.

M.L.: Wahrscheinlich beides!
Gonzague de Reynold
12. Mai 2014 16:56
Die übliche Salamitaktik. Von der Toleranz über die Akzeptanz zur Dominanz (inklusive Rechtfertigungsdruck auf die Vertreter der „überlebten Anschauung“). Man fühlt sich auf alle Fälle fatal an die Geschichte mit den Negationen der drei Bejahungen in Donoso Cortés‘ Rede über die Diktatur erinnert …

Dem kleinen Inquisitor in mir fällt zum Thema Wurst eigentlich nur noch soviel (im hiesigen Dialekt) ein: „E Wurscht ghört amene Stäcke über’s Füür“. Ja, ich weiss, das ist böse. Und natürlich auch nicht so gemeint. Aber solch plakativer Agitprop provoziert zuweilen wirklich über Gebühr …
Hartwig
12. Mai 2014 17:35
Ich kenne auch noch die Zeit, als halb Europa vor dem Fernseher saß; und in den frühen Neunzigern dann ganz Europa. Aber dem damaligen Format, als es tatsächlich hätte interessant werden können, liefen im Westen die Zuschauer weg. Seither wird diese Veranstaltung immer mehr zum Zirkus. Bei solchem Hype bleibt immer ein wenig hängen - Stefan Raab und seine Clowns (Gildo Horn), zungenküssende Russinnen auf der Bühne, und dieses Jahr die Frau mit Bart.
Aber konsequenterweise bedeutet SEZESSION auch, sich von solchem Schund abzuwenden. Je weniger Kenntnisnahme, desto besser. Runter mit den Einschaltquoten. Aus der Fernseher. Und @Rumpelstilzchen hätte weniger zu leiden. Und Sie, Herr Lichtmesz schreiben es ja selbst: Den Guten, Besseren und Toleranten fehlen bei dieser Show die Nörgler und Gegner. Ein wahrhaftiges "Schweigen im rechten Walde" würde dieser Inzenierung noch mehr Wirkung nehmen.

M.L.: Als ob es irgendjemandem auffallen würde, wenn es "im rechten Walde" (mal wieder) schweigt.... Im Gegenteil, wir müssen jetzt den Mund aufmachen, weil es sonst niemand tut.


In einer Woche denkt sowieso kaum mehr einer dran.
Wirkliche Politik wird zur Zeit in der Ukraine gemacht. Trotz massiver Propaganda unserer MSM erhält der Antiamerikanismus eher Zulauf. Ein gutes Zeichen.
ingres
12. Mai 2014 17:46
"Karl Fluch .... hatte bereits .... in Visionen von einer erlösten Welt geschwelgt: "

Das Erstaunliche im gesellschaftspolitischen Bereich ist ja, dass es zu jeder sinnvollen Meinung eine (auch grenzenlos) absurde Gegenmeinung gibt, die zusätzlich auch noch rein formal, sinnhaftig formuliert werden kann. Natürlich zersetzt die Verschwulung der Gesellschaft eben diese, aber man kann sie eben auch als Eurovison anpreisen. Insofern steht das Absurde im Bereich der Gesellschaft leider mit dem Sinnvollen auf einer Stufe, weshalb ja mit Argumenten meist nicht viel auszurichten ist. Das ermöglicht es den Vertretern des Absurden ihre Position immer weiter zu treiben. Und genau das ist vermutlich der eigentliche Antrieb. Diese Leute können auf dem einmal eingeschlagenen Weg der Absurdität nicht mehr zurück. Also muß es immer weiter vorwärts gehen bis die Sache an der Realität zerbricht. Dass sie auch noch an ihren Unfug glauben steht noch auf einem anderen Blatt.
Rumpelstilzchen
12. Mai 2014 17:52
@ene

Hinter der ganzen Geschichte steht schon ein Programm, bzw. vor der ganzen Geschichte:

http://books.google.de/books/about/Europas_Seele_ist_die_Toleranz.html?id=I04rMgAACAAJ&redir_esc=y
Dies ist schon weniger eine Belanglosigkeit.
Vielleicht ist das Abendland auch schon untergegangen ? Und keiner hat's gemerkt. Dies Wesen ist auch kein Frauendarsteller, sondern allenfalls ein Selbstdarsteller. Da gibt es Besseres:
http://m.youtube.com/watch?v=REe78CgHngo

Bin auch nicht am rotieren, sondern "leide" manchmal ob des Irrsinns.
Freue mich über jeden Mit-leider, sprich Sym-pathisanten.

Ex oriente lux !
Reichsvogt
12. Mai 2014 17:55
Wenn man glaubt es geht nicht mehr kommt von irgendwo ein Lichtmesz her...Dank dass er uns mit der Medienpropaganda nicht allein läßt!
rautenklause
12. Mai 2014 18:43
Und dann hat noch - so berichtet der FOCUS - die deutsche Jury dem Siegertitel keine Punkte geben wollen und wird nunmehr heftig angefeindet ... eher souverän in diesem sh*tstorm ... Sido [!]

http://www.focus.de/kultur/musik/eurovision-song-contest/esc-2014-conchita-wurst-jury-sido-sido-sexuelle-gesinnung-spielt-ja-alles-keine-rolle_id_3837045.html

M.L.: Ja, es ist schon eigenartig, wie die Gesinnungserpressung jetzt im Nachhinein auf Touren läuft... die Deutschen lassen halt keine Gelegenheit zum Auto-Bashing aus...
ene
12. Mai 2014 18:43
@Rumpelstilzchen,

alles schon mal dagewesen - und so weit ist es ja wohl bei dem Gesangswettbewerb nicht gekommen:


http://25.media.tumblr.com/tumblr_ltdzpaEhuL1qbno3ao1_500.jpg
Bundschuh
12. Mai 2014 19:42
Das Problem an diesem Würstchen ist doch, dass er es nicht kann. Die Nummer ist so ein submediokerer Mist, wie staatstragende Kunst des Sozialismus es immer ist. Aber: Was nicht mehr "underground", sondern "mainstream" ist, wird bald nicht viel mehr "cool" sein als etwa ein Poster von Kim Jong-un, zu dem wir alle jubeln müssen.

Eine Transe, die 1963 ohne Staatspromotion wirklich groß, abseitig und Stolz auf sein Außenseitertum war und sich sicher nicht oder jedenfalls mit "Stil" und gegegen mehr Geld für den ESC prostituiert hätte - Jackie Shane - hier:
https://www.youtube.com/watch?v=0pmqG8x3DH8
Ob er schwul oder hetero ist, weiß man bis zum Ende des Stücks anders als bei der bräsig platten Choriza nicht wirklich.
Nordlaender
12. Mai 2014 19:58
Wie habe ich als rechter Reaktionär doch immer die bunte Vielfalt geschätzt, das Exzentrische, Schrille, auch Abseitige geachtet.
Iggy Pop and the Stooges z.B., David Bowie natürlich und die Cramps sowieso, aber auch echte Außenseiter, Paradiesvögel, die aus der Umgebung schlechterer und schlechtester Kneipen und Kaschemmen oder der Welt des Schaustellergewerbes mit all seinen Schießbuden und Geisterbahnen nie so recht hinausgelangt sind.
Und nun also so staatstragende seichte Gestalten wie ein gewisser Herr Oliver Knöbel ("Olivia Jones"), ein angepaßter BUNT-Bürger, der gerne öffentlich Damenbekleidung trägt, artig hofiert von den Vielfaltspinseln, versehen mit dem Prädikat "volkspädagogisch wertvoll".
Nicht der Heterosexuelle ist pervers, sondern diese Gesellschaft, in der er (als Gehirnträger nunmehr nur noch körperlich) lebt.

Für wen sich also entscheiden, wenn man sich noch einen Rest von Geschmack bewahrt hat? Den militanten Flügel der Spass- und Pornoguerilla oder die kulturelle Bereicherung aus der islamischen Welt?

Ich feme .... äh ... schäme mich keineswegs für die Wahl, die ich hier träfe.

Verbal gibt es keine angemessene Antwort mehr darauf, wenn ein unverbesserlicher Ewigheutiger weitere Toleranzpunkte in sein Rabattmarkenalbum klebt, seine Zustimmung zu diesem Hansus Wurstus äußernd, ich übe mich gerade im kontrollierten Rülpsen. Wenn das aber nicht hinhauen sollte, werde ich eben dem Toleranzbewegten von nebenan mit einem unverhohlenen Gähnen begegnen müssen.
Stil-Blüte
12. Mai 2014 20:00
Wann stehen die (? das !) Gender... am Kiosk und fordern: 'Bitte ein Wurst ' mit...

P. S. Mir ist beim Hochschaukeln des 3. Geschlechts/der Geschlechtslosigkeit selber schon mehrmals schwindlig geworden.
Lichtmesz, Meister des verbalen Höhenrausches, uns Bloggern und am allermeisten mir selbst möchte ich zurufen, nein, eintrichtern: Spring/t nicht auf jede Schaukel! Es ist beabsichtigt, daß wir böse auf die Nase fallen.
Thomas Wawerka
12. Mai 2014 20:25
Warum? Wozu? Genau das frage ich mich auch. Ich finde darauf nur eine Antwort: Die sogenannten "Tabubrüche" sind ein kommerzialisiertes Ritual. Show, die mit dem "Kitzel des (vermeintlich) Verbotenen" spielt. Das funktioniert natürlich nur, weil noch ein Bewusstsein für die konservative Wertordnung vorhanden ist - und das ist ja erstmal nicht die schlechteste Nachricht. Ohne dieses Bewusstsein ließe sich Herrn Neuwirths Performance nicht als "Tabubruch" verkaufen (und einen solchen soll es ja wohl darstellen, trotz der vielen Beteuerungen, das alles sei "ganz normal").
Ich denke, hier bilden mediales Marketing und bürgerlicher Voyeurismus (in gemilderter Form) eine ideale Einheit. Das Produkt "Conchita Wurst" kann nicht wegen der Qualität der Musik verkauft werden, sondern weil es dem Zuschauer die Möglichkeit und den Lusteffekt des Spannens bietet. Damit ist "Conchita Wurst" eine Kunstfigur der Pornoindustrie - und das ist aus meiner Sicht auch schon alles. Und wie's eben so ist, es muss immer neuer Stoff her, immer ein neuer, wenn möglich noch exotischerer "Tabubruch". Die "Feuchtgebiete" sind schon inkulturiert, alles verbraucht sich so schnell und befriedigt nur für kurze Zeit den Voyeurismus. Übers Jahr interessiert sich auch für "Conchita Wurst" keiner mehr, dann gibts den nächsten Aufreger.
Solange man sich darüber aufregt, erreichen die Marketingstrategen ihr Ziel. Denen ist es doch egal, ob die Performance von Herrn Neuwirth bejubelt oder abgelehnt wird: Beides ist Aufmerksamkeit, "harte Währung".
Persönlich empfinde ich dieses stetige Antriggern des Voyeurismus, den Dauerzustand der pornografischen Verführung, den Appell an die niederen Instinkte sehr entwürdigend. (Ich bilde mir ja nicht ein, ein besserer Mensch zu sein und diese niederen Instinkte nicht zu haben.) Da soll nicht mein Sinn fürs "Gute, Wahre und Schöne" gefördert werden, sondern das Ekelhafte aus mir herausgekitzelt werden, das Gaffen und Spannen. Es erscheint mir wie ein permanenter Kampf um die Deutungshoheit über mich selbst - über das, was mich zum Menschen macht, bzw. welche Art Mensch ich bin, bzw. sein will oder soll. - Insofern ist es schon eine Frage der "Bildung" und der "Kultur" und damit eine Frage der Weiterexistenz des Abendlands, auch wenn Herrn Neuwirths Performance vielleicht mehr Symptom als Ursache des Verfalls ist.
Mir fallen immer öfter die alten christlichen und ritterlichen Tugenden ein, bei diesem Beispiel die "Keuschheit". Früher hielt ich Keuschheit für das Relikt einer moralinsauren Welt. Mir ist aber klar geworden, dass diese Tugend etwas mit meiner persönlichen Würde und Ehre zu tun hat, mit Selbstbestimmung und, wie gesagt, Deutungshoheit übers eigene Leben bzw. Menschsein.
Ich denke, dass es nichts bringt, sich über "Conchita Wurst" aufzuregen. Man zündet das Feuer der Kritik an, und der Schein des Feuers fällt auf das Phänomen und erleuchtet es umso heller, und wenn das Feuer abgebrannt ist, hinkt man schon wieder fünf Schritte hinter dem nächsten Phänomen her, dass die Budenzauberer für uns aufstellen. - Besser ist es, nicht auf diesen Budenzauber hereinzufallen, gar nicht darauf zu reagieren, sondern eine eigene starke Position zu haben, sie stark zu vertreten; nicht zu diskutieren, sondern zu sein. Und Unterstützung zu suchen ...

Ich überlege z.B., ob ich einem Ritterorden beitrete. Es klingt ulkig, ich weiß, aber bei genauerem Hinsehen und genauerer Überlegung bietet mir das vielleicht ein wenig mehr Behausung in einer Lebenswelt, die sich in einen permanenten CSD zu verwandeln droht.

M.L.: Fragen Sie mal Axel Stoll, ob er sie bei den Templern aufnimmt...
Harald de Azania
12. Mai 2014 20:28
Solche Excesse laden zum lesen ein: Carl Ludwig von Haller, Satan und die Revolution. Passt perfekt!

Lieber ML: Wo ist ein Franco, wenn man ihn braucht?

HdA
t.gygax
12. Mai 2014 20:36
Gestern Abend in den Nachrichten Propaganda " Sieg für die Toleranz/ Sieg für die Menschenrechte / Not to racism / no to putin " heute den ganzen Tag auf jedem Sender im Auto " Menschenwürde/ Toleranz/ Respekt/ Genialer Interpret "usw....

Ich höre nicht mehr zu, das ist alles so idiotisch, so saublöd, so abstoßend, aber irgendjemand steuert das Ganze. Mir erzählt doch niemand, dass diese Figur durch Eigeninitiative in diese Show geraten ist.

Nein, da zieht jemand an den Fäden im Hintergrund, und das dient konkreten Zwecken...weiteres im Schlusskapitel von Kositzas "Gender ohne Ende", die schon vor Jahren prophetisch ahnte, was auf uns zukommt. Jetzt ist es da.
Gustav Grambauer
12. Mai 2014 20:41
Gonzague de Reynold

"... (inklusive Rechtfertigungsdruck auf die Vertreter der "überlebten Anschauung"). Man fühlt sich auf alle Fälle fatal an die Geschichte mit den Negationen der drei Bejahungen in Donoso Cortés‘ Rede über die Diktatur erinnert ..."

Zu Zeiten Cortés` waren die Extremitäten des Abendlandes kalt, heute ist dessen Herz kalt. Aber niemand findet sich, um den Kadaver zu bestatten: seine Fäulnisgase ersticken weite Teile der Welt. Die "Entwicklungs"-Spinner beschwören in diesen Tagen gern die Zusammenarbeit mit dem Osten. Sehen wir die Ukraine lieber als neue Berliner Mauer, die Rußland vor diesen Ausdünstungen schützt!

Zurück zum Faden. Bald legen "Arbeitskollektive" wieder Unterschriftenlisten für ihre "Beschäftigten" aus, natürlich wieder "für den Frieden", diesmal allerdings unter Berücksichtigung des 68er-Mottos "das Private (- das eigene Schlafzimmer -) ist politisch". Bereits heute wimmelt es im sogenannten "Personalwesen" (sic!) von hochindoktrinären "Codes of Conduct", "Codes of Ethics", "Mission Statements", "Policy Guidelines" und "Team Building Goals".

Und wehe wer nicht unterschreibt. Hier die zarten Anfänge dieser Entwicklung in sexueller Hinsicht:

http://www.blick.ch/news/schweiz/neue-stop-aids-kampagne-so-viel-sex-wie-nie-zuvor-id2846609.html
http://www.lovelife.ch/de/

Genau genommen steht dahinter - wie damals - wieder die Frage: "du bist doch für den Weltfrieden, oder etwa nicht?!". Denn die Umzüchtung, Verschwuchtelung, Entwurzelung, Atomisierung, Pädagogisierung und Entkultivierung wird als Weg zur ewigen Befriedung des weißen Mannes angesehen.

Martin Lichtmesz

Vorige Woche hat er seinen "Tigr nach Lugansk verschenkt.

http://www.youtube.com/watch?v=5tn8mEk6r8I

Interessant übrigens die Farben des Liberalismus und zugleich der Ukraine: Blau und gelb. Herr Weißmann, übernehmen Sie:

http://karlheinzweissmann.de/symbolkunde.html

- G. G.
Der Demograph
12. Mai 2014 20:49
Es wurde hier schon oft besprochen aber es haut mich einfach immer wieder um: mit welcher Hartnaeckigkeit die große Mehrheit mit Einheitsmeinung glaubt gegen irgendetwas zu kaempfen. Heute morgen in der Uni waren wieder diese Plakate "ich bin schwarz wenn Du was gegen Schwarze hast, "ich bin schwul, wenn Du was gegen Schwule hast etc." ueberall aufgehaengt, und das auch in der linkesten alter Fakultaeten (obwohl eh alle Fakultaeten links sind). Darauf diese Porträts von Leuten die in gewohnter belaemmerter "ich zeige Gesicht" Manier abgelichtet wurden. Und das in der Uni, einem Ort wo man außer mir wohl so gut wie niemanden findet der tatsachlich etwas gegen die besagten Gruppen hat, und selbst ich habe nicht einmal wirklich was gegen diese Gruppen.
Oder die Sache mit den NBA Team Besitzer Sterling, wo auch wieder alle so stolz waren auf die Basketballer die ein Zeichen gesetzt haben, gegen Rassismus natuerlich. Was bei dem Lob nur immer vergessen wird, dass der Antirassismus den maechtigsten Mann der Welt, die gesamte US regierung, die US Army, Hollywood, alle große Medien etc etc hinter sich hat.
-
Meine persoenliche Theorie warum Leute wie der Standard Kommentator schreiben was sie schreiben ist dass man es heute einfach so macht. Ich glaube nicht dass diese Leute eine Agenda verfolgen, und auch sonst niemand, ich glaube auch nicht dass irgendjemand an einer NWO strickt, schon gar niemand in geheimen Kreisen. Das ist einfach so in der Welt, so wie man sich im 19. Jdh duelliert hat und alle ueberzeugt waren das muesste so sein. Ich stelle mir das vor, weil ich selbst in bestimmten sozialne Situationen den Drang verspuere etwas angepasstes zu sagen, also einfach im sozialen Spiel zu funktionieren. So wie man die sprachchen Marotten einer Zeit annimmt ob man will oder nicht so nimmt man glaube icb die Inhalte mit auf.
Im Grunde sind das alle temporare Verruecktheiten und das aendert den Lauf der Welt nicht. In 500 Jahren kuemmert es keinen Menschenmehr wie wacker im 21. jdh Homophobie bekaempft wurde.
Problematisch wird es eigentlich erst dann wenn Demographie ins Spiel kommt, da haben diese ganzen Ideologien Konsequenzen, aber das ist ein anderes Thema
Gustav Grambauer
12. Mai 2014 21:34
Nachtrag:

Gerade im Zusammenhang mit der hier in Rede stehenden Farce:

"... Umzüchtung, Verschwuchtelung, Entwurzelung, Atomisierung, Pädagogisierung und Entkultivierung ..."

"... und VERHÖHNUNG des weißen Mannes ...".

- G. G.
Deutschländerwürstchen
12. Mai 2014 21:42
Lieber Herr Lichtmesz,
vielen Dank, daß Sie sich Tag für Tag durch die Schund- und Lügenmaschinerie quälen. Ich persönlich ertrage es einfach nicht mehr.

Eine Frage noch. Wenn müssen meine Kinder mehr fürchten. Marylin Manson oder die besagte Wurst?

M.L.:Wie bitte? Am schlimmsten bin immer noch ich selber.
Sicarier
12. Mai 2014 21:57
Mein Beileid, Herr Lichtmesz, gilt Ihnen speziell als Österreicher. Was schrieb noch Frank Lisson in der "Verachtung des Eigenen": man müsse mal untersuchen, warum dieses kleine Land so viele überspannte Persönlichkeiten hervorbringe. Haben Sie eine Theorie ?

M.L.: Nein, aber eine Theorie, wie Lisson zu der Beobachtung kommt... ;-)
Realist
12. Mai 2014 22:06
Ich sehe es als ein Zeichen einer weit fortgeschrittenen, erfolgreichen inneren Sezession an, daß ich erst durch diesen Beitrag Kenntnis von Namen, Erscheinung und Sangesdarbietung dieses Kunstproduktes erlange.

Muß ich nun, der Logik folgend, die Lektüre der SiN einstellen, um diesen wünschenswerten Prozeß weiter voranzutreiben? Das wäre in der Tat sehr schade, aber diese Wurst hätte ruhig an mir vorbeigehen können.

M.L.: Sorry.
Trouver
12. Mai 2014 22:13
Es gibt zwei Arten von den Baertigen: Bunt u. Weiss.

Der Bunte heisst Bushido und verewigt den Wowereit im "Stress ohne Grund".

Der Weisse ist Tom Neuwirth, ein Opfer auf dem Altar der Pervertierung des Maennlichen in Europa.
Martin
12. Mai 2014 22:23
Nachdem die BLÖD heute ein bisschen Einblick in das Abstimmungsverhalten von Publikum und Zuschauern gegeben hat, darf man feststellen, dass die Zuschauer der Veranstaltung nicht unbedingt alle gay waren, da angeblich die Damen aus Polen mit den tiefen Ausschnitten in der Zuschauergunst (im Gegensatz zu der der Juroren) recht gut abgeschnitten haben sollen ... :)

Ansonsten ist mir das ganze recht egal, auch der Polit-Bohei, der darum gemacht wird. Was mich daran genervt hat war nur, dass ich unseren Kindern im Vorschulalter, die das in den Kinder-Nachrichten gesehen haben, dann auf einmal irgendwas erklären musste, worauf ich eigentlich bei Kindern in dem Alter überhaupt keinen Bock habe - Ich hab mich dann mit "verkleideter Mann", "das gibt es auf Theaterbühnen ab und an" raus geredet ... und das ist es eben: Als Erwachsener ist einem das im wahrsten Sinne "Wurst". Das die Pelzbacke damit aber kleine Kinder verwirrt und man als Eltern dann in Erklärungsnöte gebracht wird, scheint allen egal zu sein und wehe, man sagt mal was von Jugendschutz ... (OMG!)
Nordlaender
12. Mai 2014 22:25
@ Der Demograph

"Im Grunde sind das alle temporare Verruecktheiten und das aendert den Lauf der Welt nicht. In 500 Jahren kuemmert es keinen Menschenmehr wie wacker im 21. jdh Homophobie bekaempft wurde."

Die zentrale Frage scheint mir zu sein, ob es uns Weiße in hundert Jahren noch gibt und falls ja in welcher Form.
Die Verrücktheiten eines modernen "Schütteltanzes" (Wiesengrund, sic, er und sie tanzen auseinander!) oder der Kürzung der Rocksäume dürften nichts mit dem zu tun haben, was jetzt geschieht. Elvis hat ein wenig mit der Hüfte gewackelt, der damals noch aktive schwarze Lude Snoop Doggy Dogg hat bei einem Unterlabel von WARNER-Brothers Gewalt verherrlicht und unerträgliche Texte gegenüber Frauen abgelassen.
Mich interessiert es auch nicht, was eine von dem EU-Mitbegründer Coudenhove-Kalergi erwünschte braune Bevölkerung dann in fünfhundert Jahren treibt oder auch nicht.

Diese ganze Demographie-Geschichte ist reine NWO-Propanda, denn die Macht oder Ohnmacht eines Volkes hat sehr wenig mit der Anzahl der Mitglieder zu tun und sehr viel mit der Verfügungsgewalt über die Waffen.
(Von der Atombombe über konventionelle Waffen bis zu Hollywood und überhaupt dem Einfluß auf die Medien und somit die allgemeine Bewußtseinsbildung).
Magnus Göller
12. Mai 2014 23:20
Schwul, schwuler, am schwulsten: Bald beginnen die echten Verteilungskämpfe.
Jeder Mann, von dem vermutet werden kann, dass er schon einmal eine Frau angemacht hat - oder sich von ihr anmachen ließ - , kommt auf eine "watchlist". Und der, dem gar nachgewiesen, dass er seine Perversion schon einmal - oder, horribile dictu, gar mehrmals - bis hin zum tatsächlichen Verkehr hinansteigerte, der ist sowieso draußen aus der Gesellschaft der anständig Aufständigen.
Oder auch drin, wenn er frech wird: nämlich im Umerziehungslager.
Die haben nicht ein Rad mehr ab; auf drei Rädern oder auch auf zweien oder gar einem kann man nämlich noch fahren, wenn man's kann.
Corax
13. Mai 2014 00:26
In unaufhaltbarer Dämlichkeit sprach Conchita Wurst also den Satz: „We are unstoppable.” aus.

Auf gut Deutsch heißt das:

„Die Narretei in ihrem Lauf
hält weder Ochs noch Esel auf.“
Waldgänger aus Schwaben
13. Mai 2014 00:29
Welche Lieder werden bleiben aus unseren Tagen?
(unbekannt)

Herr Lichtmesz, Respekt da haben Sie wohl eine Nacht durchgearbeitet.
So eine ausgefeilte Analyse nach einem Tag.

Das Ikonenhafte an der Wurst ist mir auch sofort aufgefallen. Lange Haare, Bart, sanfte Augen - das erinnert an eine Christusikone.

Dei Verhöhnung christlicher, besonders orthodoxer Gläubiger mag ein willkommener Nebeneffekt sein, doch ich denke die Wurst ist vorallem der jämmerliche Versuch ein Feldzeichen zu errichten, hinter dem sich die Gläubigen der Toleranz, Buntheit und Vielfalt sammeln sollen.

Im Osten droht der böse Russe (vor allem sind die US- und EU-Profite bedroht) und im Inneren droht die Wahl zum EU-Parlament zum Desaster zu werden.

Wenn das System schon auf solche Gestalten zurückgreifen muss, kann das Ende nicht mehr ferne sein.

Der Mensch hinter der Wurst, der tut mir leid. In wenigen Jahren wird er vergessen und einsam sein. Ruhm dauert heute nur noch eine Viertelstunde.
antihunkebunk
13. Mai 2014 00:53
Erleichternden Dank für diese Philippika, verehrter, wortgewaltiger M.L.!
Martin Lichtmesz
13. Mai 2014 05:23
Interessant - aber diese bescheuerten Bärte sind wohl gerade der letzte Schrei in der Szene?

https://scontent-a-vie.xx.fbcdn.net/hphotos-prn1/l/t31.0-8/10355511_280127952160790_8811774119038288704_o.png
Nordlaender
13. Mai 2014 07:07
"Bundespräsident Fischer himself, ein mit Gauck vergleichbarer, rückgratsarmer Parteisoldat und Opportunist ließ verlauten:

Ich gratuliere Conchita Wurst zu ihrem Sieg beim Eurovision Song Contest! Das ist nicht nur ein Sieg für Österreich, sondern vor allem für Vielfalt & Toleranz in Europa."

Kultur braucht Politik, Politik braucht Kultur. Konrad Adenauer und Benny Quick oder Ted Herold, Kiesinger und Manuela oder Drafi Deutscher?
Nein, so viel Menschlichkeit hat es damals leider noch nicht gegeben. Umso erfreulicher, wenn heuer ein christlich-sozialer BUNTER Innenminister um einen Eingliederungspreisträger (Bushido) herumschwänzelt, diesen an der Schulter begriffelt oder ein anständiger sozialer Demokrat und BUNTER Präsident aus unserem Nachbarland solche freundlichen Worte für diesen Kulturschaffenden aus dem Vielfaltsbaukästlein zusammenstellt.

@ Waldgänger aus Schwaben

"Der Mensch hinter der Wurst, der tut mir leid. In wenigen Jahren wird er vergessen und einsam sein."

Frage mich, ob dieser Herr Wurst sich so viel Intoleranz überhaupt schon verdient hat in seinem Leben. Und Sie sorgen sich ganz persönlich um dessen Zukunft. Mitgefühl ist aber wirklich eine sehr harte Retourkutsche!
Harald de Azania
13. Mai 2014 07:09
Nur im Irrenhaus bestehen alle darauf, "normal" zu sein.

Gegen Ordnung, Ortung und Grenzen. Cui bono ?

HdA
ex-oriente-lux
13. Mai 2014 07:40
Was mich umtreibt ist die Frage, - wie reagiere ich, wenn so ein Wesen vor mir auftaucht? Lachen, weinen, ignorieren, Psychater empfehlen?
Was mache ich, wenn ich zu einer Homo-"Hochzeit" eingeladen werde? Krank melden? Absagen unter der Angabe der Gründe und dabei einen guten Bekannten verlieren? Lieber doch verbiegen und gratulieren?

Am liebsten würde ich das Kind in "des Kaisers neue Kleider" spielen und rufen: "der Kaiser ist doch nackt/bescheuert".
Falk K.
13. Mai 2014 09:01
Was vielen in dem Rummel um diese Wurst aber entgangen ist: in der Übertragung bei der ARD
wurde die Gelegenheit genutzt die GEZ noch etwas schön zu reden. Nach Lied 17 (?) sagte der Moderator sinngemäß: „..in einigen Ländern wird die Übertragung jetzt durch Werbung unterbrochen...“. Tja, Sie meine lieben Zuschauer haben das Privileg für diesen Schmonz zu zahlen.

Willkommen in der Breitbandverdummung!
Rumpelstilzchen
13. Mai 2014 09:01
Es ist unfassbar, unglaublich, faszinierend, irritierend, was an metapolitischen Deutungen und Be-deutungen "jener niederen Wesen, die wir verehren" ( Dr Murks ) möglich ist.

1. Die Conchita Wurst der Weltreligionen

http://tapferimnirgendwo.com/2014/05/09/die-conchita-wurst-der-weltreligionen/

2. Conchita Wurst unsterblich

http://christenheit.wordpress.com/2014/05/12/conchita-wurst-unsterblich/

3. Was Conchita Wurst mit behinderten Menschen verbindet

http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=14946

Dort ist auch zu lesen:

Zumindest erwähnen möchte ich das Phänomen der Mehrfachbetroffenheit und somit Mehrfachdiskriminierung. Das heißt zum Beispiel: Ein behinderter Migrant oder ein schwuler Moslem oder eine lesbische sehbehinderte Frau. Diese Menschen haben es in Beruf und Alltag oft doppelt schwer. Diskriminiert von der Mehrheitsgesellschaft, abgelehnt und angefeindet von den eigenen Communities. A' la "Jetzt sitzt er ohnehin schon im Rollstuhl, und dann auch noch schwul!" Folgender Gedanke ist mir in den letzten Tagen gekommen: Was wäre gewesen, wenn Conchita Wurst in ihrer glamourösen Erscheinung noch zusätzlich eine sichtbare Behinderung gehabt hätte? Eine echte Diva im Rollstuhl zum Beispiel.


Auch ich bin mehrfachbetroffen und mehrfachdiskriminiert:
Als kleinwüchsiges, verschrumpeltes Rumpelstilzchen. Lesbisch bin ich zwar nicht, finde aber trotzdem keinen Mann.
Abgelehnt werde ich auch in der eigenen Community als katholische Monarchistin, die mit heidnischen Rechten im Clinch liegt. Und beim Wahl-O-Mat stimme ich zu 70 Prozent mit einer Partei überein, die ich nicht wählen will und darf. Eine solche Diskriminierung ist das . Bin die Fragen nochmals durchgegangen und habe etwas manipuliert. Jetzt kann ich wählen.
Ich ertrage die Ausgrenzungen nicht mehr. Vielleicht zerreiße ich mich demnächst. Und ersteige nicht wie Phönix aus der Asche.
Hartwig
13. Mai 2014 09:03
Die Welt befindet sich im Party-Modus; die Party ist im vollem Gange, der Höhepunkt ist nah und das Ende noch nicht absehbar. Anders kann ich das nicht mehr einordnen. Ich kenne "gebildete" Leute, die den ESC nicht nur anschauen, sondern sich einen Jucks daraus machen, den übelsten Freak und die schlechteste Nummer zu pushen. Das nennen sie dann "Verarsche" und glauben, in gewissem Sinne widerständig zu sein. Gepaart wird das mit einer Mischung aus Zynismus und Infantilität und natürlich Spasssss. (Man erinnere sich an den deutschen Beitrag "Piep piep piep, ich hab euch alle lieb" von Gildo Horn, produziert von Raab.) Zielscheibe dieser Verarsche ist fast immer das Bürgerliche, Konservative, Etablierte und Ernsthafte - und in den Augen dieser Blindgänger ist genau das dass Mächtige und Herrschende, gegen das man nur noch mit Zynismus und Verarsche ankomme.
Für solche Leute sind kampfbereite bewaffnete Männer in Uniformjacken, die auf einer richtigen Barrikade stehen und Worte wie Kämpfen, Volk und Blut in einem Satz verwenden, Dämonen aus einer anderen Zeit, die doch endlich aufhören sollen weil sie verdammt noch mal die Party stören.

M.L.: Jedem der Kitsch, der ihm behagt...
John Haase
13. Mai 2014 09:39
Uhoh, Harald Glöckler ist wohl homophob.

Ich werde nie verstehen, wie es die kleine Minderheit von Homosexuellen geschafft hat, die öffentliche Meinung so komplett zu hacken. Das sind vielleicht zwei Prozent der Bevölkerung, wenn man die Bi-Sexuellen und Unsicheren noch dazurechnet allerhöchstens vier, obwohl die Lobbies natürlich gerne mehr angeben (nach der im Artikel verlinkten offiziellen Wien-Seite sind 180000 Wiener schwul - das wäre mehr als jeder Zehnte!).
Wie also hat es diese Minderheit geschafft, daß ihr kleines Anliegen fast zum Schibboleth geworden ist für die richtige Weltanschauung? Sage mir, wie du zur Homo-Ehe stehst und ich sage dir, ob du ein fortschrittlich denkender Demokrat oder ein reaktionärer Kotzbrocken bist.

Ich persönlich find den Neuwirth selbst nicht einmal so schlimm. Ein (wahrscheinlich) Schwuler entwirft eine Drag-Kunstfigur und tritt damit als Unterhalter auf - sowas gibt es in jedem Varieté-Theater. In mir erregt das Gesicht seiner Figur zwar auch Ekel, aber bitte, wer's sich anschauen will, mein Gott, macht doch. Solche bizarren Sachen gab es schon im Kaiserreich, von früheren Zeiten mal ganz zu schweigen, die waren damals deutlich weniger "konservativ", als viele heute glauben. Früher wurde sowas dann aber nicht so völlig unproportional abgefeiert.

Also woher kommt dieser Medienhype? Der Medienhype, der dazu geführt hat, daß am Ende der Neuwirth wegen seines Bartes und trotz seiner Stimme diesen Wettbewerb gewonnen hat.

Ich gebe mal eine Theorie ab, vielleicht ist zumindest was wahres dran:
Ich vermute, daß das Thema Homosexualität vielen ehrlichen und nicht völlig verblendeten linken Journalisten und Politikern ein Ventil ist, einen Teil ihrer Ideologie offensiv, ohne schlechtes Gewissen und ohne Furcht vor Repressionen abzufeiern. Es ist ja nun so, daß eben diese Ideologie mit der Wirklichkeit immer weniger zu tun hat. Auch ein linker ehrlicher Journalist sieht und fühlt instinktiv, daß es weder seinem Land noch seinen Vorstellungen von Vielfalt etc. gut tut, wenn man Millionen und Abermillionen von völlig unintegrierbaren Ausländern hereinholt. Auch linke Journalisten haben Kinder, um die sie am Wochenende nachts bangen, weil in mittlerweile jeder deutschen Großstadt die Innenstädte nachts von Migrantengangs terrorisiert werden. Darüber darf unser linker Journalist aber nicht schreiben, sonst verliert er seinen Job, seine Freunde und seine Reputation. Aber den ganzen Kram noch hochschreiben, das will er nun auch wieder nicht, denn soweit möchte er sich ob seiner eigentlichen Ehrlichkeit nicht verbiegen lassen. Homosexualität bietet sich als Ablaßventil für die entstehende Frustration an: es entspricht seiner Ideologie perfekt, ebenso wie der Ideologie der herrschenden Klassen und es kollidiert auch nicht mit seinen Instinkten: an Schwulen wird die Heimat nun wirklich nicht zugrunde gehen und sie terrorisieren auch nicht nachts die Innenstädte und treten junge Männer ins Koma.

Ein wackeliger Erklärungsversuch, zugegeben, aber der beste, der mir einfällt.
Frankstein
13. Mai 2014 10:00
Man könnte zur Tagesordnung übergehen, wie Der Demograph es vorschlägt = nach mir die Sinthflut!
Man könnte es spassig abtun, wie Günther Nenning = die Wiener ( Österreicher) sind eh' alle Moluschkeln!
Dann sind wir aber wieder mitten in der Spaß- (Spastiker-)Gesellschaft. Die mit Brot und Spielen bei Laune gehalten wird. Brot allerdings ist ausgegangen, bleiben die Spiele. Wie sagt schon die jüdische Verheißung= der Mensch lebt nicht vom Brot allein ! Allerdings war das nur die Erkenntnis, dass die Speisung bei 50 Millionen Unberührbaren im christlichen Sinne versagen muss. Alles hat mit Allem etwas zu tun und es ist nicht realistisch, die Dinge differenziert zu betrachten. Wer also das Würstchen aus dem Gesamtkontext löst, ist ein Realitätsverweigerer. Ein Tagträumer, ein Verdränger , er macht sich die Welt, so wie sie ihm gefällt. Nordlaender hat absolut recht, wenn er derartige Begebenheiten mit dem Überleben unserer Rasse verknüpft. Hier und heute wird entschieden, ob es sie in 500 Jahren noch gibt. Und wer anders als wir kann diese Entscheidung treffen? Eine jede Zeit erfordert Entscheidungen, ja-nein, schwarz-weiß, gut-schlecht, du-ich. Davonschleichen gilt nicht, es gibt tausend gute Gründe für unser Hiersein. Und Dauerschlaf ist keine gute Entschuldigung. Allenfalls als Vorbereitung zum großen Finale.
"Den Todesschlaf, der ihre stolze Stirn umnachtet,/ Den mutverlaßnen Geist, der keiner Botschaft achtet.
Nicht Mahnung hilft,noch Zuspruch; keine Drohung schreckt./Den müden Lebenswillen, den nicht Hoffnung weckt.
Und wenn, von kräftiger Hand geschüttelt, nicht belebt,/ Auch der und jener träge wohl den Nacken hebt,
So siehst du ihn geschloßnen Auges traurig lauschen./ Dem Windeswehen und dem Regenwogenrauschen,
Siehst frischen Gram ihn schöpfen, neuen Ekel schenken./ Und Berge Trübsals in vermehrtem Schlaf ertränken.»
(Carl Spitteler : Olympischer Frühling)
Aber das sollte Vergangenheit sein, die Zukunft ist jetzt zu gestalten und jeder ist aufgerufen.
"Jetzt schüttelt Genesis, die unbarmherzige, feige,/ Die allem feind ist, was da krankt und geht zur Neige,
Ihr steinern Haupt. Die Welt erbebt. Ein Abgrund klafft /Durch den Olymp, und die entthronten Götter rafft
Der Berge Strudel in die Unterwelt. Lawinen/ Verfolgen sie, und Spottgelächter speit nach ihnen.
Indes als Freier nach der neuen Fürstin Schloß/ Ein frischer Göttertrupp entsteigt dem Erebos."
( ebenda)
Wer wollte sich diesem Ruf entziehen und als ewiger Versager in die Geschichte eingehen ?

M.L.: Meinen Sie etwa, das sei Ihrer freien Entscheidung überlassen?
eulenfurz
13. Mai 2014 10:10
Sportfest am letzten Wochenende, mehr als tausend Deutsche , eine Handvoll Holländer, viele Kinder. Alles im Freien, Licht und Sonne. Athletische Männer, schlanke Frauen. Bei den anstrengenden Übungen: Schweiß und Tränen, Erschöpfung und Freude, Erleben des eigenen Körpers und der Natur.

Und in der Parallelwelt dieses glimmrige Fernsehfestival mit androgynen Zwitterwesen und geschminkten Zirkusnarren, ein Ritus aus der Hölle, via Mattscheibe übertragen zu den physisch und psychisch verfetteten Verhausschweinerten.

Noch hat jeder die Wahl für eine der Parallelwelten! Mensch oder Vieh, wo stehst Du? Die Gender-Ideologen können von ihren Pyrrhus-Siegen schwärmen, wie sie wollen - ihre Welt ist künstlich und lebensuntüchtig, sie wird zwangsläufig früher oder später untergehen.

[Planet der Affen]
RL
13. Mai 2014 10:12
Die größte Provokation heutzutage wäre dann ein weißer heterosexueller Macho, ich denke da an Sean Connery in den ersten James Bond Filmen.
Rauchend, Wodka Martini trinkend, frauenverführend und gewalttätig.

Hansi Hölzl war ein ähnliches Kaliber.

Es lebe der Dandy!
Ellen Kositza
13. Mai 2014 10:27
Auch die Süddeutsche Zeitung geht in ihrem "Streiflicht" heute auf die inszenierte Ähnlichkeit des Wurstes mit Jesus ein. Im Bild "Christus im Ährenfeld" eines Josef August Untersberger bspw. sähe der Nazarener aus, "als wolle er noch vom Feld aus nach Kopenhagen aufbrechen und dort unter dem Decknahmen Cochita W. den Eurovision Song Contest" bestreiten. (...) In der Tat ist man sich jetzt dank Frau Wursts Lied und vor allem Performance sicher, dass es mit der Diskriminierung abweichender Verhaltensmuster bald ein Ende hat und dass auch der Weltfriede über kurz oder lang hereinbricht - eine Wunderheilung nicht alltäglichen Kalibers."
Johannes P.
13. Mai 2014 10:36
Doch was soll man tun, wenn man der metapolitischen Analyse zustimmt, aber Kitsch toll findet und "Rise like a Phoenix" der geilste Song des Abends war? Alle möglichen Leute wollen den Wettbewerb politisch vereinnahmen, aber ich will mir die Freude dadurch nicht vermiesen lassen, auch auf die Gefahr hin, daß ein paar Linke es überinterpretieren und in Triumphgeheul ausbrechen.

M.L.: Na, nix "soll man tun".
Schicht im Schacht
13. Mai 2014 10:52
Dem war nicht zu entkommen, nirgendwo.
Höhepunkt: das scheinbar aus dem Nichts aufgetauchte, aus Qualtingers Feder stammende und von Deix gecastete Kurzdrama " Die Wirtin von Mitterndorf ".
Erste Szene: ein Flughafen bei Starkregen, ein Empfangskomitte
( Anlegung: hintergründig ! )
Zweite Szene: Eine Gaststube in Mitterndorf, deren Wirtin mediengerecht
eine Cabanossi ( dünne, schnittharte Rohwurst ) auf Conchita tauft, in der
Hoffnung, zukünftigen Pilger am Ehrwirths-Weg, mit diesem Produkt Labung zuteil werden zu lassen.
( zusätzliche Requisite: ein Bundespräsident, beliebig...).
Dritte Szene: " Guglhupf ". Kamera verweilt auf einem Bilde des einstigen
kreisrunden " Narrenturms " des alten Wiener AKH`s.
( Publikum vom Off ins Out ).

Kaum erholt, was lese ich: Brotmann Keszler lechzt schon nach Wurst und wienert die Rathausbühne unter dem Transgender-Plakat " Garten der Lüste ". Au Backe, diesmal wirds echt heftig, ohne wenn und aber.

Nachdenklich stimmt mich nur, dass die Kunstfigur inzwischen ja nicht mehr die Wurst ist, sondern zukünftig Thomas Ehrwirth sein wird, wenn er als Vorprogramm der Village People oder The Sweet für ein Sandwich und nen Schnaps durch Provinzkaschemmen tingelt, während bereits die Wursthaut zur unentrinnbaren Panzerung erstarrt ist. Ich trinke Jägermeister weil ich wurscht bin ??? Erinnert mich an einen ehemals linken Pfaffenfresser der Journaille, der dann zwecks der Liebe und Pflege,
die ihm anscheinend in normalen Spitälern abging, in einem katholischen Ordenshospiz verstarb . Seine Frau soll sich danach auch katholisch taufen haben lassen.
Weiters hege ich die billige Hoffnung, dass, um einen Vergleich aus dem Motorsport oder auch dem Strassenverkehr zu bemühen, meist hopplajetztkommich Bleifusspiloten ihre aufgemotzten Hecktriebler
dann nicht um die Kurve kriegen.
Biobrother
13. Mai 2014 10:55
Und nur die unverbesserlichen Bösböcke der Reaktion wollen sich dieser postmodernen Allversöhnung verweigern, typisch. Was sagt man dort eigentlich zum Auftritt der melkbereiten Waschfrauen aus Polen? Ist das auch eine Gefährdung des Abendlandes oder zumindest ein neuerlicher Tiefpunkt auf der nach unten offenen Niveauskala?

M.L.: Ist das eine ernsthafte Frage, oder wollen Sie bloß geistreich sein?

Die Ähnlichkeit von Conchita mit bestimmten volkstümlich-kitschigen Herz-Jesu-Darstellungen wurde übrigens auch anderenorts bemerkt. Ob dieser optische Eindruck wohl ein Zufall oder Absicht war?

http://www.freitag.de/autoren/tsckaer/jesus-wurst-superstar

http://renepaulhenry.free.fr/conchita_jesus.jpg

http://sphotos-h.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-frc3/t1.0-9/10256182_703609149680471_2409472717747911971_n.jpg

M.L.: Ich kann diese widerlichen Bilder und Vergleiche nicht mehr sehen. Jetzt haben wir's zur Kenntnis genommen, bitte keine Kommentare mehr dazu.
Joseph von Sternberg
13. Mai 2014 10:57
Bin jetzt wieder im Barock gelandet:

das hier ist fast so schwul wie ES:
http://www.youtube.com/watch?v=piYvb6wtjZY

Trotzdem gibt es viele, die das für den Höhepunkt unserer Kultur halten - während zumindest in unserem Milieu Einigkeit besteht, daß wir einen Tiefpunkt nach dem Anderen erreichen. Was ist die Differenz. Immerhin steckt im Perfüm von Louis XIV eine Menge schwuler und transvestitischer Dunst - nicht mal vor Verstümmulungen schreckte man zurück - so wie heute Transen Hormone fressen und den UNterleib umoperieren lassen, hat man damals zu Wackersteinen und Schere gegriffen.

M.L.: Na... ich seh da aber kulturell eine ordentliche Differenz.
Andreas R.
13. Mai 2014 11:05
Auch ich schaue mir dieses abartige Kuriositätenkabinett schon lange nicht mehr an. Wie schon im Artikel angemerkt, war der Wettbewerb früher mal eine ganz angenehme Abwechslung, auf der zwar keine hohe Kunst geboten wurde, aber die doch immerhin etwas Geschmack und Niveau hatte. Die Interpreten sangen Lieder, in denen sich oftmals auch der nationale Charakter zum Ausdruck kam. Das war echte Vielfalt, die auch einen Reiz zum anschauen bot. Heute dagegen nur noch Einheitsbrei. Man spürt, das die vielgepriesene "Vielfalt" in Wahrheit nur noch eine Monokultur ist. Ich vergleiche das immer mit den einzelnen Nationalgerichten. Jede Nation hat ihre eigenen, distinktiven Köstlichkeiten und Nationalgerichte zu bieten die - separat genossen - einen kulinarischen Genuss darstellen. Rührt man dagegen alle Nationalgerichte in einem großen Topf zusammen, kommt nur noch eine ungenießbare Pampe heraus die Brechreiz hervorruft.

Ich habe mir den Siegersong auf Youtube angehört. Das Lied selber finde ich so übel nicht, aber der Interpret mit seinem Auftreten und seinem absichtlich abstossenden Namen wirkt, als würde jemand eine bizarre Parodie auf ein existierendes Lied singen.

M.L.: Richtig, der Name allein schon ist eine grindezza maximale...

An der Straßenbahnhaltestelle habe ich gerade einen Anschlag gesehen, der lokale Seniorenverein veranstaltet einen musikalischen Abend mit UFA Liedern. Eintritt 3 Euro. Schön und gut. Wer singt? Man ahnt es schon... irgendein Travestiekünstler namens Lulu...

Ich hatte niemals etwas dagegen, das es spezielle Bars und Etablissements gibt in denen Leute die solche Neigungen haben etwas finden, was ihrem Geschmack entspricht. Aber langsam nimmt es überhand, nirgendswo kann man diesem Dreck mehr entkommen, selbst die Liederabende für Senioren werden jetzt von Tunten "künstlerisch" bereichert.

M.L.: Das gab's schon im Feldtheater der Wehrmacht...
Nordlaender
13. Mai 2014 11:10
@ Biobrother

"Und nur die unverbesserlichen Bösböcke der Reaktion wollen sich dieser postmodernen Allversöhnung verweigern"

Ja.

"Was sagt man dort eigentlich zum Auftritt der melkbereiten Waschfrauen aus Polen? Ist das auch eine Gefährdung des Abendlandes"

Ja.

"oder zumindest ein neuerlicher Tiefpunkt auf der nach unten offenen Niveauskala?

Nein. (Unten ist unten.)
ene
13. Mai 2014 11:27
Seit über 30 Jahren habe ich diese Sendung nicht mehr gesehen - mir hat nichts gefehlt. Es gibt ein Knöpfchen mit der Aufschrift "Aus".
Hier haben wir die Erscheinung, daß die Analyse bei weitem interessanter ist als das Phänomen selbst.
Ich staune, mit welchem Masochismus sich offenbar viele sich so etwas ansehen. Wir oft wurde der Name hier jetzt genannt? 50 Mal? Auf diese Weise prägt er sich ein. Ist das angemessen?
"Aktive Nichtbefassung" ist auch eine Lösung.
Peter Niemann
13. Mai 2014 12:30
Was wir erleben ist das Fortschreiten und die Weiterentwicklung der Symptome einer Krankheit, die den gesamten Westen, in Nuancen unterschiedlich national ausgeprägt, erfaßt hat.Symptome wie Sexualisierung, Hedonismus, Konsum, paranormales Verhalten, Autoritätenzerstörung, Entchristianisierung, intellektuelle Homogenisierung zu Ungunsten der Elite etc. stammen alle vom gleichen Krankheitsherd. Doch was ist die Diagnose? Die Vermassung bzw. Verschweinung des Menschen? Seine durch aggressivste Ressourcenausbeutung ermöglichte Instinktorientierung und -befriedigung? Das Entfesseln seiner perversen Kräfte und damit eine Regression? Und was die Therapie? Oder gibt es überhaupt eine? Bis diese Antworten gefunden werden werden noch allerlei Würste, Flüchtlingsbereicherungswanderungen, Homophobiekampagnen etc. über uns spülen...
Inselbauer
13. Mai 2014 13:15
Ich habe irgend eine vage Ahnung davon, dass die krampfhafte Popularisierung der sexuellen Grenzgänger in der Massenkultur etwas mit der Stimmung von Kriegen oder unmittelbaren Vorkriegszuständen zu tun hat. Die Leander ist dafür ein Beispiel, überhaupt die Travestie im Zweiten Weltkrieg. Das ist eng verbunden mit Musik ("es wird immer weitergehn/ Musik als Träger von Ideen") und der schwülstig aufgebrezelten Präsenz von "Stars". Zumindest gehört das zur historischen Erzählung.
Dekadenz muss das nicht sein.
Es passt zumindest perfekt zur Situation, in der sich das Imperium befindet.
Der alte schwule Händel hat so was gern gemacht, wenn wieder mal Gemetzel anstanden, schrieb er seine pseudoantiken Opern ohne Anständ in Ritterkitsch um.
Danke übrigens für die Erinnerung an Forstner und Simone. Damals dachte ich, ich muss schwul werden, weil Forstner so fesch war und Simone so hässliche Knie hatte.
Martin Lichtmesz
13. Mai 2014 17:15
Badeschluß!

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