19. Dezember 2014

"Glücklich der Staat, der solche Bürger hat!" - AfD-Landeschef Björn Höcke im Gespräch über die PEGIDA

von Götz Kubitschek / 34 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

hoecke

Björn Höcke ist Landeschef der AfD in Thüringen und führt die dortige Fraktion im Landtag. Wir sprachen mit ihm über die PEGIDA, die am kommenden Montag rund 20 000 Teilnehmer zu ihrer letzten Kundgebung in diesem Jahr erwarten.

SEZESSION: Björn, Alexander Gauland war am Montag in Dresden und hat eine friedliche Massendemonstration gesehen, Frauke Petry hat im MDR die PEGIDA verteidigt. Wie ist Deine Position?

HÖCKE: Die Meinungsfreiheit und die Versammlungsfreiheit sind Freiheitsrechte, ohne die es keine Demokratie gibt. Unsere Vorfahren haben diese Rechte oft unter Einsatz ihres Lebens erkämpft. Die Initiatoren und Unterstützer der Pegida üben diese Freiheitsrechte in vorbildlicher Art und Weise aus. Selbst Störaktionen von Provokateuren lassen sie in  beispielhafter Gelassenheit über sich ergehen. Ein Staat kann sich glücklich schätzen, solche Bürger zu haben.

SEZESSION: Nachdem die Nazikeule nicht wirkte, versucht man nun, das Anliegen der PEGIDA als diffuse Angst hinzustellen.

HÖCKE: Bundesinnenminister Thomas de Maiziere wird heute (16.12) in der Presse folgendermaßen zitiert: "Es gibt keine wirkliche Gefahr der Islamisierung unseres Landes." Diese Aussage ist nicht geeignet, einen zentralen Demonstrationsgrund der Pegida in Frage zu stellen. Im Gegenteil  bedeutet sie den Offenbarungseid der politisch-medialen Klasse und der gesellschaftlich immer irrelevanter werdenden Gruppen (Kirchen, Gewerkschaften etc.) dar. "(...) keine wirkliche Gefahr" ist ein Eingeständnis dafür, daß doch ein Restrisiko für eine Islamisierung besteht.
Warum gehen die herrschenden Politiker dieses Restrisiko ein? Ist etwa eine Höherentwicklung Europas durch eine  Islamisierung denkbar? Wohl kaum, denn ich sehe nicht die kulturelle Überlegenheit des Islam oder ein Innovationspotential, das dem Abendland neue Schübe verleihen könnte. Ich sehe also keinen Nutzen am Fortgang einer Entwicklung, die immer mehr Menschen registrieren. Und weil diese Entwicklung für unsere Identität ein bedrohliches Restrisiko birgt, muß sie beendet werden. Dafür zu demonstrieren, lohnt allemal.

SEZESSION: Umfragen ergaben, daß über 50% der Bürger deutschlandweit das Anliegen der PEGIDA für legitim halten, unter den AfD-Wählern sind es sogar 86%. Müßte Deine Partei in Dresden nicht viel offensiver punkten?


HÖCKE: Meines Wissens meiden die Initiatoren die parteipolitische Nähe. Diese Unabhängigkeit bedingt sicher auch den großen Zulauf. Früher oder später muß die PEGIDA dann aber doch die Frage nach dem politischen Einfluß stellen. Demonstrationen verkommen zur Selbstdarstellung, wenn sie nicht mit dem Anspruch auf Veränderung durchgeführt werden. Irgendwann wird das auch für die engagiertesten Teilnehmer zur Belastungsprobe. Da die großen Themen, die PEGIDA aufgreift, Bundesthemen sind, dort aber noch keine direktdemokratischen Einflußmöglichkeiten existieren, bleibt nur der parteipolitische Weg. Anfang 2013 stand die WA 2013 vor derselben Entscheidung und wurde zur AfD.
Ich würde mich freuen, wenn PEGIDA und AfD noch enger kooperierten. Wenn dies offiziell geschieht, verlangt das allerdings etwas Disziplin seitens der PEGIDA-Initiatoren. Manche Redeäußerungen in Dresden und anderswo sind eben nicht mit der gegenwärtigen AfD-Programmatik kompatibel. Auch das muß man sehen.

SEZESSION: Ein Beispiel für die Nicht-Kompatibilität? Fordert die AfD mehr?

HÖCKE: Die Thesen, die ich von PEGIDA kenne, sind vereinzelt unpräzise bzw. erklärungsbedürftig und in der Gesamtschau nicht ganz konsistent. Das vorab.
Und mit einer These wie "PEGIDA ist für sexuelle Selbstbestimmung" kann ich nichts anfangen. Drückt diese These nur die Selbstverständlichkeit aus, daß jeder Mensch in körperlichen Dingen nach seiner Façon selig werden soll oder ist das eine indirekte Kampfansage an die klassische Familie, die die AfD als Keimzelle von Staat und Volk anerkennt? Wenn sich PEGIDA "für die Erhaltung und den Schutz unseres christlich-jüdisch geprägten Abendlandes" einsetzt, dann freut mich das einerseits, andererseits bemerke ich das Fehlen der antiken und germanischen Wurzeln desselben. Ich denke, es muß noch einmal nachgearbeitet werden.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (34)

Martin
19. Dezember 2014 17:02
Da sind aber einige "Reizwörter" (bspw. "germanisch") in den Aussagen von Herrn Höcke - Was wohl Herr Lucke dazu sagen wird?

Aber egal, diesen Aussagen

Früher oder später muß die PEGIDA dann aber doch die Frage nach dem politischen Einfluß stellen. Demonstrationen verkommen zur Selbstdarstellung, wenn sie nicht mit dem Anspruch auf Veränderung durchgeführt werden. Irgendwann wird das auch für die engagiertesten Teilnehmer zur Belastungsprobe.


möchte ich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht zustimmen. Wie soll das enden? "Runder Tisch", ein bisschen Kuscheln, Heiner Geißler als Mediator und am Ende wird Stuttgart21 doch gebaut?

Nein, dass ist deutlich zu früh und in die "Konsensfalle" braucht man nun wirklich nicht ohne Not bereits jetzt zu tappen, nur weil es etwas Medien-Bohey gibt. Warten wir erst einmal ab, wie Pegida nach den anstehenden Feiertagen ins neue Jahr startet und ob es endlich auch im Westen deutlich mehr Teilnehmer werden. Bis auf Weiteres darf es gerne auch etwas "diffus" bleiben - Schillernd finde ich übrigens besser.

Nur einmal zur Erinnerung: Die alte West-BRD hat in den 70er und 80er Jahren - und als Gesamt-BRD auch noch nach Einführung von Hartz IV - ganz andere Demonstrationen mit deutlich größeren Teilnehmerzahlen relativ unbeeindruckt ausgesessen. Gerade die ältere Politikergarde hat entsprechende Erfahrungen und ist daher relativ gelassen. Pegida ist doch eher ein Medienthema und zwar deshalb, weil die offiziellen Medien merken, dass ihnen die Kontrolle, die "Wächterfunktion" ein Stück weit entgleitet und daher auch das ganze Gekreische. Alleine deshalb muss Pegida einfach noch eine ganze Zeitlang "schillernd" weiter machen. Das Medienmonopol muss gebrochen werden, die Gatekeeper in ihre Schranken verwiesen werden und damit wäre unserem Lande schon viel gedient.

Die AfD soll gerne ihre Akzente setzen, aber bitte nicht versuchen, Pegida zu vereinnahmen. Für die AfD gehen bestimmt keine 15tsd Menschen auf die Straße, dass wäre das Ende von Pegida.
Yvonne
19. Dezember 2014 17:10
das Fehlen der antiken und germanischen Wurzeln

Das sind ja erfreuliche Worte! Dazu das Festhalten an der klassischen Familie... Bei der Sezession klingt die AfD immer richtig sympathisch.
Die 19 Punkte der Pegida wirken tatsächlich vollkommen wahllos und spiegeln sicher nicht das wieder, wofür die meisten Demonstrationsteilnehmer auf die Straße gehen. Eine Übernahme der Pegida durch die AfD würde mir allerdings nicht gefallen. Es müssen nicht alle, die dort sind, die gleiche parteipolitische Ausrichtung haben. Es können doch ruhig verschiedenen Lager zusammen kommen, sofern sie ein gemeinsames Ziel eint, nämlich der Kampf gegen die Islamisierung - und eigentlich: gegen die Überfremdung in unserem Land.
Cormeum
19. Dezember 2014 19:28
Genau das ist das "Abendland": Germanische Freiheit, griechischer Geist, römische Gesetzlichkeit und Jerusalemer Metaphysik. Das sind die Zutaten, die Himmelsstürmer mach(t)en. Freut mich, daß Höcke hier exakt wird.
Findling
19. Dezember 2014 19:45
http://kath.net/news/48753 Bischof Schick: Christen dürfen bei 'Pegida' nicht mitmachen ...

Interessant sind die Leserkommentare! Die fromme Herde sieht viel klarer als die angepassten Bischöfe Schick und Marx.
Stil-Blüte
19. Dezember 2014 21:03
@ Cormeum
Recht haben Sie! schon lange hat mich der einseitige Begriff 'jüdisch-christliches Abendland' irritiert. Ich würde das Abendland weiter fassen, weiter (zurück)gehen: Wendisch/slawisches Siedlungsgebiet, das Germanische allemal, römisches Recht, antike/griechische Philosophie, kulturell aufbereitet in italienischer Renaissance und deutscher Klassik, Christentum sowieso, jüdische, osmanische Einflüsse. Aufklärung, Atheismus, Kommunismus. Und - vergeßt nicht die Mauren in Spanien.

Das klingt vielleicht in der saloppen Aufzählung wie die vielzitierte 'Vielfalt'. Nein! Es ist und war eine unglaubliche Leistung, Fremdes als Eigenes anzueignen, sich Fremdes einzuverleiben. Jetzt aber ist es Zersetzung, Auflösung, Auslöschung.
Albert
19. Dezember 2014 21:23
Endlich!

Endlich verweist auch mal jemand auf die germanischen Wurzeln unserer Kultur. Das wurde aber Zeit. Herr Höcke ist mir der sympathischste in der AfD.
Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
19. Dezember 2014 22:15
Das Begriff christlich-jüdisches Abendland allein ist schon unsinnig, weil das Judentum gestaltend nur insofern auf Abendland einwirkte, als dass das Christentum aus dem Judentum hervor ging. Eine eigenmächtig prägende Wirkung des nachchristlichen Judentums, etwa durch Spinoza, auf das Abendland sehe ich nicht.

Dies gilt auch für die germanischen und antiken Wurzeln des Abendlands. Die Antike und die germanische Kultur, etwa in der Rolle der Frau bei den Germanen, haben nur durch die Vermittlung des Christentums, welches sie mitformten, das Abendland geprägt.

Also bleiben wir beim christlichen Abendland. Vom christlichen, jüdischen, antiken, germanischen Abendland zu reden, wäre lächerlich.

@Findling
Vergessen wir über den Äußerungen der gegenwärtigen Bischöfe nicht die Verdienste der katholischen Kirche um die Abwehr der islamischen Expansion.

Ich verweise z.B. auf die Zweite Wiener Türkenbelagerung und die Rolle des Papstes beim Zustandekommen des Bündnisses zwischen Polen Und Deutschland oder die Seeschlacht von Lepanto

Das Mittagsläuten fordert heute noch die Gläubigen auf, für die Abwehr der Türkengefahr zu beten.
Cormeum
19. Dezember 2014 23:27
@Stil-Blüte
Die Mauren und Osmanen würde ich jetzt nicht mit einbeziehen. Die haben das Abendland eher so geprägt, wie der "Blanke Hans" das Friesland. Es waren schon Feinde. Die Mär vom glorreichen Al Andalus ist globalisitsche Propaganda. Man sollte die eigene kulturelle Herkunft auch nicht so sehr ahistorisch "vervielfältigen", daß am Ende belangloses Wischiwaschi rauskommt.

Ich kann die Fokussierung auf das Christliche bei der Beschreibung des Europäisch-Eigenen schon nachvollziehen, denn das Christentum war immer der einigende Bezugsrahmen, der sich um die anderen westlichen Elemente spannte. Der Grund, weshalb man heute mehr das Germanische und Antike betonen sollte, ist, daß die Diversitätspropagandisten ("Abrahamiten") unser christliches Schild zu einem Werkzeug der Zersetzung umgeschmiedet haben.
Katholischer Sezessionist
20. Dezember 2014 08:52
Danke an den schwäbischen Waldgänger und Cormeum.

Gegen die "Abrahamiten " hilft der Glaube an den dreifaltigen Gott.

"Der ' Monotheos', der bloß ein personaler Gott des Islam und der Aufklärung ist, ist eine Reduktion, welche die Anmaßung der menschlichen Vernunft an die Offenbarung vorgenommen hat. Ihn gibt es nicht. Der Gott, den 'es gibt', ist der Dreieinige."

R. Guardini

"Ehe Abraham war, bin ich" ( Johannes 8,58)

Das Heidnische und Germanische sollte auch ein Christ manchmal betonen.
als Gegengift gegen die salbungsvoll labernden Zersetzer.
Haha:

http://www.metacafe.com/watch/8603403/torfrock_rollos_taufe/
Roman
20. Dezember 2014 09:01
Höcke wird immer besser.
Czernitz
20. Dezember 2014 10:41
Der Begriff jüdisch-christliche Kultur oder christlich-jüdisches Abendland ist eine Phrase. Er ist ein Kadaver. Zu unser aller Glück haben wir keine jüdische Kultur. Bereits die Gründer des Christentums haben die Wurzeln zum Judentum rigoros gekappt. Als dann die christliche Idee über seine Phasen der Hellenisierung, Romanisierung und Germanisierung Eingang in Europa fand, wurden weitere jüdische Elemente verworfen.
Anders ist es im Islam. Der arabische Gott wurde nahezu 1:1 aus dem jüdischen geklont. Er ist ähnlich unduldsam, strafend, rachsüchtig, bösartig, infam und totschlägerisch. Abgesehen davon, daß das Christentum längst überwunden ist, daß seine Repräsentanten nur noch Kulissenschieber sind, sollte man mit der jüdisch-christlichen Phrase, die manche wohl als Bauchpinselei gegenüber den Juden aussprechen, endlich Schluß machen.
Walter Martinez
20. Dezember 2014 11:29
Am immer mal wieder auftauchenden Zusatz "-jüdisch" sollte man sich in der Debatte nicht zu sehr aufhängen. In meinen Augen ist das immer nur eine Art Schutzschild gegen Vorwürfe des Antisemitismus. Auf Seiten der Juden geht man darauf ja auch eigentlich nie ein. Der ZdJ hat natürlich, wie erwartet, die Muslime jetzt auch in Schutz genommen. Da können noch so viele Rabbiner in Deutschland von Anhängern des Islams traktiert werden. Es müsste da noch viel härter kommen. Ausnahme des ganzen ist vielleicht Broder.
Das ist meine Sicht von weit außerhalb, da ich die üblichen Exponenten aus dem pi und pro-Lager nicht persönlich kenne.
Mich selbst stört der Zusatz nicht, er macht mich aber auch nicht sonderlich an.
Nebeneffekt: So manche unerwünschte Person wird sich vom Zusatz abgestossen fühlen, was dann zur sozialen Hygiene der Demonstration beiträgt.
Stil-Blüte
20. Dezember 2014 13:56
@ Cormeum
Das ist wahr: Osmanen und Mauren waren Feinde, Eroberer des Abendlandes. Nichtsdestoweniger haben sie uns ebenso geprägt wie die Römer, die ja auch Besatzer waren. Und denen macht man das römische Recht auch nicht zum Vorwurf. Ebensowenig wäre die epochenprägende Architektur der Mauren zu verleugnen.
'Ahistorisch' und 'belangloses Wischiwaschi' ist das ganze Gegenteil dessen, was ich zum Ausdruck bringen wollte: Den großen Bogen den wir schlagen, wenn wir vom jüdisch-christlichen Abendland sprechen, spart leider einen Großteil unseres Gewordenseins aus. Die enorme Leistung an den Schnittstellen aus fremden Kulturen Gewinn zu ziehen, was der eigenen Charakterbildung dienlich ist, ist mit dem Ähnlichen, der Amikanisierung, am Ende der Fahnenstange angekommen. Der eigene Gestaltungwille, die eigene Aneignung, die Auswahl zählt und nicht - wie, geistig seit der reeducation,, materiell seit dem Schengener Abkommen - willkürliche Überflutung. Es ist ein großer Unterschied, ob ein Volk Fremdes freiwillig übernimmt oder es ihm willkürlich aufoktroiert wird.

@ Waldänger (e. B.) aus Schwaben
Dank für die Präzisierung

'...weil das Judentum gestaltend nur insofern auf das Abendland einwirkte, als daß das Christentum aus dem Judentum hervorging
Hühnerbaron
20. Dezember 2014 17:30
Das Judentum hatte mehr als prähistorischen Einfluss. Seit der römischen Besatzung gab es Juden in Süddeutschland. Dass Juden auch später noch kausalen Einfluss auf die Situation hatten, an dem wir uns gerade befinden, war bisher unstrittig. Die jüdischen Schriftsteller, Wissenschaftler, Unternehmer, Krämer, Bettler, Diebe, Rechtsanwälte, Ärzte, Politiker, Rabbiner etc. haben dieses Land mehr geprägt, als jede Moschee in Al Andalus es je könnte. Dass das Judentum für viele nur noch Geschichte war, ändert nichts daran, dass zumindest noch in der Vorgänger Generation (also nicht zu Augustus Zeiten) jüdische Tradition gelebt wurde.
Die mohammedanische Baukultur Spaniens ist übrigens geklaut. Die Vorlage sind die Kirchen des Ostens, die maurischen Baumeister waren bestenfalls Konvertiten.
"Zeig mir doch, was Mohammed Neues gebracht hat, und da wirst du nur Schlechtes und Inhumanes finden wie dies, daß er vorgeschrieben hat, den Glauben, den er predigte, durch das Schwert zu verbreiten.“
Kaiser Manuel II. Palaiologo
Tillich
20. Dezember 2014 17:57
"Wie wir im Nachgang zur Sendung erfahren haben, handelt es sich bei einem der Demonstranten, die wir vor Ort in Dresden interviewt haben, um einen Reporter von RTL. Dieser Fakt war uns nicht bekannt. Im Interview äußerte er u.a. seine Sorgen bezüglich der Zahl der Türken im Straßenbild und des Bürgerkriegs in Syrien. Der Mann hat sich nun bei uns gemeldet und beteuert, dass er eigentlich anderer Ansicht sei und dass diese Aussagen nicht seiner Meinung entsprächen."

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/Kontaktversuch-Luegenpresse-trifft-Pegida-,pegida136.html
Tom Prox
20. Dezember 2014 18:05
In der AfD ist m.E. noch nicht eindeutig geklärt, wie man sich zur PEGIDA stellen möchte.

S. a. der immer noch in FDP - Gefilden dümpelnde Henkel , der ständig vor PEGIDA warnt , sowie bestimmte AfDler rausschmeißen möchte, die in seine Denkweise nicht passen. Und jetzt der eher patriotische Höcke , der PEGIDA als möglichen Kooperationspartner sieht, was ich auch im strategischen Sinne für wert - und nutzvoll hielte für die zukünftige Durchschlagskraft der AfD.

PEGIDA braucht auf die Dauer einen parlamentarischen Arm, der die unglaublichen Beleidigungen und wüsten Beschimpfungen von PEGIDA-Teilnehmern durch Rotgrüne und Linksradikale auf der politischen Bühne strikt zurückweist.
Cormeum
20. Dezember 2014 19:09
@Stil-Blüte
Sicher haben die Mauren dem sich neu formierenden Abendland viele Perlen des Orients gebracht, ihre Architektur ist wohl eine davon. Von den Osmanen indes hatten wir allenfalls die Marschmusik. Der sich bildende Westen, das waren ja im Grunde christianisierte Germanenfürsten, die durchaus ehrfürchtig auf das große Erbe des Mittelmeers und der Levante sahen.

Das Problem ist nur, daß wir uns heute in einer Situation befinden, in der die Geschichte usurpiert werden soll, um ins globalistische Narrativ zu passen. Der überzeichnete Mythos von Al Andalus spielt da eine herausragende Rolle. Der Islam soll integraler Bestandteil Europas sein und diese religiöse Kastengesellschaft des Mittelalters soll als Vorbild einer "toleranten, weltoffenen, vielfältigen, bunten... etc. etc." Gesellschaft sein.

Auch der Hype um den sufisch angehauchten Schriftsteller Navid Kermani übrigens, der mit Preisen nur so überschüttet wird, ist hier einzuordnen. Dessen Hauptaugenmerk gilt der "Islamisierung" europäischer und deutscher Kulturgrößen ("Goethe war Moslem" usw.) bei gleichzeitiger Verächtlichmachung des Christentums ("Das Kreuz ist Götzenwerk" o.ä.). Die Geschichte ist der Kampfplatz um die Zukunft. Das sollte man verstehen.
Rudolf Stein
20. Dezember 2014 22:51
Herr Höcke sollte sich um die AfD Thüringen und um ein Bündnis mit der CDU Thüringen kümmern. Welchen Weg die PEGIDA geht, hängt davon ab, wie schnell man auf Demonstrationszüge von Hunderttausend kommt. Ab dieser Zahl, vielleicht auch in mehreren Städten gleichzeitig, stellt sich die Frage des Runden Tisches von allein. Das haben wir doch nicht alles vergessen? Bei Hunderttausend friedlichen Bürgern mit Kindern auf der Straße beginnt der Schwarze Block unwirksam zu werden und diese Massen mit Wasserwerfern oder Schlimmerem davon zujagen, das trauen sie sich nun doch nicht. Das hat sich nicht einmal die DDR getraut.
Roman
21. Dezember 2014 10:40
Bündnisse mit der CDU nur dann, wenn weitestgehend AfD-Forderungen durchgesetzt werden.
Hartwig
21. Dezember 2014 12:20
Man muss ein paar Wochen nach vorn schauen. Was kann passieren? Schlimmenfalls erstarrt alles zu einem Ritual mit sinkendem Erregungs- und Mobilisierungsfaktor. 20000, 10000, 6000, Tendenz einschlafend. In anderen Großstädten ein paar Hundert, ebenfalls nicht expandierend.
Im guten Fall kommt es zu weiterem Wachstum, nicht nur in Dresden. Aber auch das geht nicht endlos, Montag für Montag. Desahlb muss PEGIDA die Fähigkeit entwickeln, anlassbezogen mobilisieren zu können.
Wenn die AfD irgendeinen Zweck zu erfüllen hat, dann muss sie jetzt schlüssige politische Ziele bzgl. Einwanderung bzw. deren Steuerung bzw. Verhinderung entwickeln und (wenn auch nicht ausschließlich) der politische Arm von PEGIDA werden.
Heinrich Brück
21. Dezember 2014 16:20
Auf das erste Jahrtausend GERMANIA kann kein Deutscher jemals
freiwillig verzichten. Und genau dieses Jahrtausend soll durch
die Umvolkung gekappt werden. Das Christentum existiert auch im
Orient, aber das Fundament ist sichtbar ein anderes.
Jüdisch als Zusatz ist Einschmeichelei, leider wegen Hitler, mehr nicht,
denn beide Seiten reden aneinander vorbei. Der Zentralrat kann
getrost ignoriert werden.
PEGIDA läßt sich nicht provozieren, entlarvt die Lügner, wirkt deshalb
sympathisch. Die deutsche Frage wahrheitsgemäß auf der
Tagesordnung, im Kampf für das Unersetzbare der Unersetzbaren,
und hoffentlich auch zukünftig ohne intellektuelle Überladung.
Die Deutschen kämpfen nicht allein, die Russen kämpfen den gleichen
Kampf. Schon merkwürdig.
Wer hat die Macht über das Geldsystem?
Warum Putin die russischen Bodenschätze mit Papiergeld bezahlen
läßt, anstatt mit Gold, zeigt ein Geldsystem der austauschbaren Sklaven
und nichtersetzbaren Herren; eine amerikanische Fed-Welt in der ein
monetärer Darwinismus, fern jeder Freiheit und Kultur der einzelnen
Völker, die Zukunftsvorstellungen der Marionettenvölker bestimmen
möchte.
Alter Sachse
21. Dezember 2014 19:37
20.12.2014 14:04 Uhr
@Redaktion, was ist der Grund für die Nichtfreischaltung meiner Bitte?

Kositza: Wenn ich richtig sehe, hatten Sie gestern gefragt, ob PEGIDA am 29. spazieren wird. Wurde bereits gestern von Wegner beantwortet: Das werden die Pegida-Leute wohl morgen bekanntgeben.
Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
21. Dezember 2014 22:25
Ich lese gelegentlich die Kommentare auf den pegida-facebook-Seiten.

Die Stimmung kocht hoch, vor allem auf Seiten der pegida-Gegner sprüht der pure Hass aus den Kommentaren. Eine besonders widerliches Beispiel hier:

Antifa: Brandbomben auf Dresden

Von interessierter Seite wird inzwischen mit klassischen Mitteln der Desinformation gearbeitet, wie man sie z.B. von der Stasi kennt. In München wurde für morgen, den 22.12 eine angebliche PEGIDA-Demonstration angemeldet und gestern wieder abgemeldet, weil die zu erwartende Teilnehmerzahl zu gering sei.
Die PEGIDA-Hauptseite und "zertifizierte" Ableger wie BAGDIA wussten nichts davon

Durch dieses Anheizen der Stimmung wächst täglich die Gefahr, dass es zu Anschlägen oder Attentaten gegen PEGIDA kommt.

Aber auch eine gewaltsame Reaktion von Seiten der PEGIDA-Anhänger kann nicht ausgeschlossen. Wird die Stimmung weiter angeheizt, wird es letztlich Zufall sein, auf welcher Seite zuerst die Sicherung eines Extremisten durchbrennt.

Eine verantwortungsvolle politische Führung müsste jetzt deeskalieren.
Statt dessen jeden Tag neue Meldungen, wer nun wieder als Teil welchen breiten Bündnisses, betont hat, dass in Deutschland kein Platz sein darf für Rassismus und Ausländerhass, und wir Menschen in Not zu uns kommen willkommen heißen müssen.
Thomas Wawerka
21. Dezember 2014 22:49
"Das Begriff christlich-jüdisches Abendland allein ist schon unsinnig, weil das Judentum gestaltend nur insofern auf Abendland einwirkte, als dass das Christentum aus dem Judentum hervor ging."

"Epic fail", würde meine Tochter sagen.
Rüdiger Braun
22. Dezember 2014 07:47
Das mit den Wurzeln ist eine schwierige Sache, die es lohnt zu diskutieren. Jedenfalls gab es eine Christianisierung des Abendlandes, eine Judaisierung hingegen nicht. Das vormalige kulturelle Leben wurde dabei assimiliert.
Meines Erachtens handelt es sich also zumindest im deutschsprachigen Raum um germanisch-christliches Abendland.
Nix gegen die Juden und die jüdische Kultur, die war und ist aber kaum mehr als schmückendes Beiwerk. Dieses Chanukka-Gefeiere ist doch eine Modeerscheinung ohne jegliche gesellschaftliche Tradition, reine Popokriecherei genau wie das von oben befohlene Zuckerfest-Gedöhns.
H. M. Richter
22. Dezember 2014 08:43
Das Begriff christlich-jüdisches Abendland allein ist schon unsinnig, weil das Judentum gestaltend nur insofern auf Abendland einwirkte, als dass das Christentum aus dem Judentum hervor ging. [Waldgänger (e. B.) aus Schwaben]


Dieser Gedanke greift zu kurz und ist falsch.

Altes und Neues Testament sind vom Judentum losgelöst gar nicht verstehbar.
(Auch war Jesus kein Christ. Jude war (und ist) er schon.)


______________________________________________


Vor dem heutigen Abend frage ich mich, wann zuletzt in Deutschland Weihnachtslieder von mehr als 15.000 Menschen gemeinsam gesungen worden sind ...
Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
22. Dezember 2014 08:46
„Epic fail“, würde meine Tochter sagen.

Epic fail kann auch nicht jeder. Da braucht es schon eine gewisse Fallhöhe, zu der man erst mal aufgestiegen sein muss. Gruß an die Tochter.
Katholischer Sezessionist
22. Dezember 2014 10:01
Dazulernen als Demütigung
Unter dieser Zwischenunterschrift schreibt Ines Kappert in der taz am 15.12.14:
"Auch die Pegida-Anhänger misstrauen den Eliten, auch sie fühlen sixh ausgegrenzt, wenn nicht materiell, dann doch symbolisch. Auch ihnen fehlt die Wertschätzung und sie fordern mehr Resonanzraum, auch sie haben ihre Heimat verloren, wenn auch nur im übertragenen Sinn.
Ungewollt haben sie mit dem Prototyp des geflüchteten Menschen einiges gemeinsam und müssen sich umso heftiger abgrenzen."


Und Thorsten Hinz schreibt in der JF am 21.12. 14:

Die Demonstranten wehren sich dagegen, daß die normative Kraft eines globalen Bevölkerungsmanagements ihr Heimatrecht außer Kraft setzt.


Das heißt aber konkret: Alle, die nicht in irgendeiner Form vom globalen Bevölkerungsmanagement profitieren, sitzen schlussendlich in einem Boot.
Über die Konsequenzen daraus ist zu reden.

______________________________________________
Vor dem heutigen Abend frage ich mich, wann zuletzt in Deutschland Weihnachtslieder von mehr als 15.000 Menschen gemeinsam gesungen worden sind …

@Richter

Das Singen von Weihnachtsliedern von mehr als 15.000 Menschen außerhalb der Kirchen kommt der Wiedergewinnung von Heimat gleich !
Daß dies im im entchristlichten Osten beginnt, spricht für sich.
Pegida entfaltet seine Kraft als außerparlamentarische Opposition und zugleich als Kirche von außen. In dieser Verbindung liegt Sprengkraft .
Diese lässt die Mächtigen erzittern !
Gott ist in den Schwachen mächtig.
Hartwig
22. Dezember 2014 10:14
Man kann die Dinge auch sehr einfach und klar aussprechen. So wie dieser hier:

http://www.sz-online.de/nachrichten/sie-haben-kein-recht-sich-hier-festzusetzen-2997815.html
Katholischer Sezessionist
22. Dezember 2014 10:36
Ergänzung
Treffer für Pegida
Die evangelische Kirche kritisiert das Singen von Weihnachtsliedern durch Pegida. Aber islamische Lieder sollen in Kirchen gesungen werden .

http://www.kath.net/news/48773
Carabus violaceus
22. Dezember 2014 11:44
Das Abendland wurde neben dem griechisch-römisch-germanisch-slawischen Kulturerbe vom Christentum geprägt. Der Hinweis auf eine "jüdisch"-christliche Kultur ist aber eine Konstruktion. Natürlich haben Juden neben anderen Minderheiten schon immer in Europa gelebt und gearbeitet. Ein Einfluss auf die geistigen Wurzeln halte ich aber für herbeiphantasiert. Wäre dem wirklich so, müssten auch andere Minderheiten zur Verteidigung des europäischen/deutschen Erbes herangezogen werden - z.B. das "sorbisch"-christliche Deutschland oder die vielen auf dem Balkan lebenden Roma usw.

2010 sprach der damalige Bundespräsident Christian Wulff in gutmenschlicher Manier davon, dass nun endlich auch "der Islam zu Deutschland gehöre". Daraufhin erwiderte CDU-Fraktionschef Kauder, der Islam könne nicht Teil des Grundgesetzes sein, wohl aber das "jüdisch-chrsitliche Erbe".
Wie gesagt, beides klingt arg konstruiert. Die jüdische Philosophin Almut Sh. Bruckstein Çoruh sagte daraufhin:

"Die christlich-jüdische Tradition sei eine Erfindung, eine „posttraumatische Konstruktion“... Erst nach 1945 habe ein jüdisch-christlicher Dialog begonnen – und dessen Trennlinien hätten ziemlich genau jenen zwischen muslimischen und christlichen Überzeugungen heute entsprochen."

Siehe hier: http://diepresse.com/home/panorama/integration/602223/Islamdebatte_Christlichjudisches-Erbe-Eine-Konstruktion

Der Professor für Theologie Friedrich Wilhelm Graf argumentiert: "Die Formel vom „christlich-jüdischen Erbe“ wurde vor allem nach 1945 zwecks politischer Korrektheit geprägt" - was der Realität wohl am nächsten kommen dürfte.
Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
22. Dezember 2014 13:27
@Katholischer Sezessionist

Gott ist in den Schwachen mächtig.

Ja es sieht ganz aus, als ob der Heilige Geist mal wieder nicht den Dienstweg einhält.
Die Kirchen gerade im Osten werden immer leerer, 80% der Menschen sind konfessionslos in Sachsen, und 15000 oder eher mehr singen nun zusammen Weihnachtslieder.

Der Vorschlag islamische Lieder in Kirchen zu Weihnachten zu singen, zeigt wie sehr sich die Elite vom Volk entfernt hat.
Die haben keine Ahnung was da los wäre.
Ich hoffe doch sehr, die Kirchen sind noch so weit geerdet, dass sie diese Idee nicht umsetzen.

Geschähe so etwas in meiner Gemeinde, stände ich zwar aus Ehrfrucht vor dem Allerheiligsten nicht sofort auf und verliesse die Messe. Aber fortan würde ich eine längere Fahrt zur Messe in Kauf nehmen zu einer traditionalistischen Gemeinde.
Stil-Blüte
22. Dezember 2014 14:20
@ Hartwig
Danke für den Tip. Es gibt doch noch Journalisten, die ihr Handwerk verstehen und Geschäftsleute, die vorausschauend sind. Hätten wir die Fähigkeit zur Vor-Sorge - was für ein schönes plastisches Wort - nicht, hätte es in Deutschland nie die Gesellschaftzsmodelle Rente, Schul-Pflicht (!), (Kranken-)Versicherung, Kindergeld (seit 1935?) gegeben, die wir uns nun schleichend aushöhlen lassen. Ist den Politkern nicht klar, daß auch jede Wahl auf einem vorausschauenden Versprechen und Vertrauen die die nächsten vier Jahre beruht?

Es ist der Beachtung wert, daß die Politiker dazu aufrufen, die Ängste der Menschen ernstzunehmen, nicht die Tatsachen, nicht die Menschen selbst. Als seien sie allesamt Hasenfüße, Verirrte im dunklen Wald, der Einbildung unterliegend. Und - sie wollten, die Menschen 'abholen' als seien sie Kinder, die an der Hand genommen werden müssen. Nun sagt Gabriel - das haben ihm seine Einflüsterer, genannt Berater, geraten: 'Wir müssen den Menschen entgegengehen. Waaas? Das hat das sog. Bündnis schon die ganze Zeit gemacht.

Morgen, am 22. 12. 2014 werden in der 'Alten Försterei' in Berlin ca. 27.500 Anhänger von FC-Union Berlin (ausverkauft!) Weihnachtslieder singen.

@ Katholischer Sezessionist
Damit gibt sich der Protestanismus schon wieder einen selbst einen Schuß (in den Ofen).. Gandenschuß? Er hat nicht mehr die geringste Ahnung, was den Menschen trägt. Die umgekehrte Wiederholung: 'Deutsche Kirche' (staatstreu) - 'Bekennende Kirche' (Gewissensfreiheit)?
Trouver
23. Dezember 2014 04:18
Bischof hin oder her; mit Ungeduld warte ich auf das muslumische Lied in einem buntesrepublukanischen Tempel. Annonciert wurde das Happening durch Politik und EKD.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.