04. September 2015

Ich darf das!

von Martin Lichtmesz / 79 Kommentare

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

TrumpfDas Meisterwerk "Gefährliche Bürger" habe ich bloß kursorisch angelesen; ich kann nur bestätigen, daß es genauso ahnungslos, recherchefaul und strunzeinfältig ist, wie der Ruf, der ihm inzwischen schon vorauseilt. Es ist eigentlich egal, auf welcher Seite man es aufschlägt, die Dummheiten springen einem nur so entgegen wie ein Flohzirkus.

Teilweise liest es sich wie eine Parodie auf die einschlägigen Büchlein, die schon seit Jahrzehnten über die "Neue Rechte" mittels Phrasenrecycling zusammengeschustert werden.

Ich stellte beim Durchblättern pikiert fest, daß Felix Menzel ganze 15mal erwähnt wird, meine weltbewegende Wenigkeit allerdings nur ein einziges Mal, außerdem wurde ich offenbar mit Martin Sellner verwechselt, da mich die Verfasser kess als "neurechten Tausendsassa" titulieren. Im diesbezüglichen Abschnitt wird mir unterstellt, ich wäre so etwas wie ein unverhohlener Totalablehner des Grundgesetzes, was mit einem Zitat "belegt" wird, das etwas völlig anderes aussagt, als die Autoren glauben, daß es aussagt.

Damit war die Nummer für mich erstmal abgehakt. In dieser Rezension des Deutschlandradios fand ich allerdings noch ein paar frappierende Dinge, die ich kommentieren möchte. Der Inhalt des Buches wird so wiedergegeben:
Aus diesem Milieu heraus (AfD, Pegida) mische sich ein verunsicherter Bildungsbürger ganz anders als erhofft wieder in die Politik ein. Er werde zu einem Primitivbürger, ja zu einem "gefährlichen Bürger", der sich aggressiv gegen alles wehre, das ihm gegen den Strich gehe, und anfällig für jedwede Hetze sei. Er zeige sich missionarisch und dogmatisch, rechthaberisch und egoistisch. Der Sinn für Gemeinwesen und Verantwortung, das Selbstverständnis eines Citoyens sei ihm verlorengegangen.

Es ist immer wieder bizarr, derartiges zu lesen, denn damit wird eigentlich, wie jeder Betroffene aus Erfahrung bestätigen kann, ziemlich punktgenau der Charakter des Kreuzzüglers "gegen Rechts" beschrieben: "anfällig für jedwede Hetze", "aggressiv gegen alles, was ihm gegen den Strich geht" und nicht zuletzt "missionarisch und dogmatisch, rechthaberisch und egoistisch."

(Vom "Sinn für Gemeinwesen und Verantwortung", der gewissen Personen gänzlich fehlt, übrigens ganz zu schweigen - aber dazu ein andermal.)

Dies ist ein Phänomen, dem man sehr oft begegnet: diejenigen, die ein Business daraus machen, Andersdenkende zu denunzieren und zu dämonisieren, und die alle ihre Energie hineinstecken, deren Ruf und deren soziale und berufliche Existenz zu vernichten, projizieren in der Regel ihre eigenen charakterlichen Dispositionen und ihr eigenes Verhalten auf ihre Zielscheiben. Dabei schaffen sie es auch noch, ihr moralisch unbeflecktes Selbstbild intakt zu halten, zumal vor sich selber. Das ist ein gruseliger Vorgang, den auch jeder kennt, der schon einmal mit Borderlinern und ähnlichen Persönlichkeitsgestörten zu tun hatte.

Ich habe mich früher lange dagegen gewehrt, weil es mir zu einfach erschien, aber inzwischen bin ich der Ansicht, daß ein erklecklicher Teil der "Meutenfeiglinge und Bratenriecher" (Michael Klonovsky) im buchstäblichen Sinne pathologische Fälle sind. Anders kann ich mir diese Mischung kaum erklären - schiere Dummheit oder Einfalt allein kann es nicht sein: die völlige Gleichgültigkeit gegenüber der Wahrheit, die psychologische Projektion, die Neigung zur Schwarzweißmalerei, die Hemmungslosigkeit, das mangelnde Gewissen etc. Darum ist es sinnlos, mit ihnen zu diskutieren.

In den rechten und konservativen Kreisen, wie ich sie kenne, sieht es jedenfalls eher umgekehrt aus, als Liane Bednarz und Christoph Giesa behaupten: da ist die Zweifelsucht viel verbreiteter als der "Dogmatismus", gegenüber als "moralisch" unanfechtbar auftretenden Heilslehren und Ideologien (Genderismus, Feminismus, Multikulturalismus) ist man skeptisch bis in die Knochen und es herrscht ein ausgesprochener Ekel gegenüber Missionaren, Bevormundern und Einmischern vor, denen man heute eben doch eher auf der linken und politkorrekten Seite des Spektrums begegnet. Außerdem weicht man der Konfrontation mit dem Gegner eher aus. Konservative neigen heute viel eher zu einer Haltung des "leben und leben lassen", und haben meiner Erfahrung nach auch größere Kapazitäten, das Private vom Politischen, die Weltanschauung von der Person, zu unterscheiden.

Ich sage natürlich nicht, daß in den Milieus, die von den Kämpfern-gegen-rechts verteufelt werden, nur Heilige und artige Menschen herumrennen. Ich verwehre mich nur gegen den heuchlerischen Heiligenschein, den sich Autoren dieser Art dabei aufsetzen, als wäre alles Böse der Welt anderswo, nur nicht bei ihnen, zu suchen, und vor allem, als ob es nur in einem politischen Lager allein seine Heimat hätte.

Es ist immer wieder dasselbe Lied einer narzißtischen Selbstpreisung: ihr seid die Aggressiven, damit wir die Friedenstäublein sein können; ihr seid die Menschenfeinde, damit wir die Menschenfreunde sein können; ihr seid die Nazis oder Quasi-Nazis, damit wir die Preisdemokraten sein können; ihr seid die Dogmatischen und Intoleranten, damit wir die Weltoffenen, die ja nur herrschaftsfreie Diskurse führen wollen, sein können... durchsichtiges Marketing in eigener Sache, aber leider fallen genug Leute darauf herein, die selber gerne per se und ohne Anstrengung "zu den Guten" gehören wollen.

Jeder, der polemische Neigungen und einen angriffslustigen Intellekt hat, streitet gern. Und klar, es macht Spaß, recht zu haben und recht zu behalten. Aber man muß wissen, wann Schluß ist. Man muß Dinge auch stehen lassen können. Man muß lernen großzügig zu sein. Man muß die Person, mit der man streitet, von ihren Ansichten abstrahieren können. Genau das ist gewissen Leuten ein Dorn im Auge, und dazu gehören all jene, die etwa vom "Hell-" und "Dunkeldeutschland" sprechen, die Facebook-Kommentatoren denunzieren, die pauschal vor schröcklich "gefährlichen Infiltratoren" warnen, die mit dieser und jener Gruppe identifiziert werden und so weiter.

Wenn es heute totalitäre Bestrebungen gibt, dann kommen sie eindeutig von Links (sie können unter anderen Umständen natürlich auch von anderen Seiten kommen). Die Linke bleibt ihren Gegnern letzten Endes argumentativ unterlegen, weil die Wirklichkeit und die Fakten meistens "rechts stehen". Darum setzt sie auf ihre Ächtung und soziale Isolation. Darum hat sie ein besonderes Interesse daran, auch das Private zu politisieren, Familien zu spalten, Freundschaften und Zusammenschlüsse zu verhindern, soziale Intoleranz (sic!) zu fördern, den Diskussionspielraum einzuengen und seine Grenzen zu verminen.

Ich habe mehrfach Gestalten erlebt, die sich selbst als - wörtliches Zitat - "lupenreine Demokraten" bezeichnet haben, und Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt haben, um diverse "Rechte" aus Lokalen, Vereinen, Gesellschaften oder Veranstaltungsorten zu verbannen. Eine Idee, auf die ich böser Reaktionär noch nie gekommen bin: es ist mir an einem öffentlichen Ort völlig egal, was andere Menschen im Kopf haben, solange sie mich in Ruhe lassen. Aber es gibt Leute, die haben schon Angst, wenn sie wissen, daß ein "Rechter" im selben Raum wie sie bloß atmet.

Warum eigentlich? Sind sie "verunsicherte Bildungsbürger"? Sind sich ihrer eigenen Position so unsicher, daß nicht einmal die Anwesenheit Andersdenkender ertragen können? Haben sie Angst vor einer Art von Infektion? Offenbar ja, und das ganze "Infiltrations"-, "Gefährlichkeits"- und "Tarnstrategien"-Vokabular, das die einschlägige Literatur fast schon genremäßig durchzieht, spricht Bände für die paranoide, an Hysterie grenzende Weltsicht der Verfasser.

Das hat gewisse Ähnlichkeiten mit der Staatsparanoia der Stalin-Zeit, große Ähnlichkeiten mit der "Red Scare"-Epoche Anno McCarthy, und ist außerdem, wie Mathias Brodkorb schon vor Jahren nachwies, "strukturell antisemitisch" (um hier einen besonders hinterfotzigen Begriff der Braten- und Ketzerriecher aufzugreifen).

Vor diesem Hintergrund liest sich folgende Stelle aus der Rezension des Deutschlandradios besonders apart:
Liane Bednarz und Christoph Giesa appellieren an die Zivilcourage ihrer Leser, sich im alltäglichen Gespräch platte Ressentiments zu verbitten, ein "Man-wird-ja-wohl-noch-sagen-dürfen..." mit einem "Nein,-man-darf-nicht!" zu kontern.

Das ist doch zu lustig! Hier wird ja den geneigten Lesern nichts anderes als eine "missionarische", "dogmatische", "rechthaberische" Haltung empfohlen, noch dazu in "alltäglichen" Situationen, als müßte nun jeder zum zivilen Meinungssoldaten werden, der niemals außer Dienst ist.

Wer aber einen Satz mit dem Klischee "Man-wird-ja-wohl-noch-sagen-dürfen" beginnt, zeigt doch erstens, daß er eher zaghaft als rechthaberisch ist, daß er sich schon mal präventiv duckt, daß er also zweitens Repressionen fürchtet, weil er ja sehr wohl weiß, wo heute die Rede- und Denkverbotkeulen hängen. Und wer dennoch den Drang verspürt, sich zu äußern, weiß genau, daß man dazu in der Regel bedeutend mehr "Courage" braucht, als den politkorrekten Aufpasser zu spielen, denn als solcher hat man eben doch eine weitaus größere politisch-medial-kulturelle Rückendeckung hinter sich.

Ich plädiere indes dafür, den Spieß umzudrehen, aber auf intelligente und angemessene Weise. Wir sind keine Linken, keine Gegen-rechts-Kämpfer und keine Antifas. Wir haben keine gedankenpolizeilichen Neigungen, und haben auch keine Lust, den Blockwart oder den Denunzianten zu spielen. Das liegt nicht in unserer Natur, und genau deshalb sind wir nicht links. Wir sind im Gegensatz zu ihnen keine selbstgefälligen, autoritären Maulverbieter, die anderen sagen: "Nein, man darf nicht!" Wir verteidigen uns vielmehr gegen die Flachköpfe und selbsternannten Politkommissare, die alles hassen, was "ihnen gegen den Strich" geht, und die uns zum Schweigen bringen wollen, obwohl sie nicht einmal imstande sind, unsere Argumente zu verstehen, geschweige denn, sie korrekt wiederzugeben.

Aber unsere Waffe sollten nicht lästige Predigten sein, sondern Scherz, Ironie, Sarkasmus und Provokation. Laßt uns im "alltäglichen Gespräch" den Gedankenpolizisten eine lange Nase drehen und ihnen zeigen, daß sie weder Macht noch Autorität über uns haben. Dazu sollte man sich die Floskel "Man-wird-ja-wohl-noch-sagen-dürfen" abgewöhnen, denn wie oben demonstriert, wird das vom Gegenüber nur als Schwäche ausgelegt. Ab jetzt soll man "es" einfach sagen. Es gibt niemanden, der das legitimerweise verbieten oder erlauben "darf".

All dies muß freilich auf die soziale Situation und das Gegenüber abgestimmt werden. Man braucht dabei weder "missionieren" noch "rechthaben" noch "überzeugen". Es genügt oft, auch nur zu signalisieren, daß man auf einer anderen Seite steht - ego non! -, um manche Leute zur Weißglut zu bringen. Wer Lust auf ein Gefecht hat, muß zumeist nur einen kleinen Mucks machen, damit der andere den Fehdehandschuh aufnimmt.  Widerspruch, kritische Fragen, Zweifel säen, manchmal auch Sarkasmus und Humor - alles ist möglich. Ich glaube, daß die Zeit gerade reif dafür ist.

Immer mehr Leute sind verunsichert, beginnen am Überbau zu zweifeln, der Presse zu mißtrauen. Sie suchen Gesprächspartner, mit denen sie offen reden können, ohne daß gleich die Hysteriesirenen losgehen, sie tasten sich voran, ob es noch andere gibt, die noch nicht auf den Hype hereingefallen sind. Diese müssen sich finden und kurzschließen.

Wenn man sich als Aktivist versteht - etwas als Identitärer oder AfD- oder FPÖ-Werber - dann ist es wichtig, daß man genügend Wissen parat hat. Fakten und Argumente sammeln, und immer wieder üben, sie einzusetzen. Die meisten Propagandainfiltrierten haben meiner Erfahrung nach wenig konkrete Ahnung von den laufenden Vorgängen, ihren Ursachen, Hintergründen und Konsequenzen, dafür ein Gehirn, das mit allerlei sentimentalen Generalisierungen verkleistert ist. Irgendwann hat man alle schlauen Klischees gehört, und weiß zu antworten.

Und vor allem muß man üben, sich niemals in die Defensive drängen zu lassen. Am Ende werden es die "zivilcouragierten" Gouvernanten sein, die als "aggressiv, missionarisch, dogmatisch, rechthaberisch" etc. dastehen.

Neulich telefonierte ich mit einem Freund, der in seinem Umfeld eher ein dissidentes U-Boot ist. Just in unserem Telefonat standen die Grünen vor der Tür, um Asylwerbung zu betreiben. Ich konnte das Spektakel am Telefon mithören - nach fünf trockenen, leicht sarkastischen Sätzen meines Freundes rauschten sie ab. Ihn hat das königlich amüsiert. Endlich mal den Deppen die Meinung sagen! Er erzählte mir, daß schon das Wort "Volk" gereicht hätte, und ihre Mienen verzogen sich, als hätten sie in eine Zitrone gebissen. Solche Erlebnisse können ein wahres Antidepressivum sein.

Zum Abschluß zwei beispielhafte Videos, an denen man einiges lernen kann, allerdings nur für die Anglophonen unter unseren Lesern - pardon an alle anderen. Ich empfehle, auf Youtube einen Blick auf die versammelten "Best of Donald Trump"-Kompilationen zu werfen. Dergleichen hat man weder in den USA geschweige denn in Deutschland schon lange nicht mehr gesehen: Trump löst einen PC-Reifen nach dem anderen, der ihm zum Durchsprung hingehalten wird, in heiße Luft auf: er rudert niemals zurück, entschuldigt sich niemals, geht stattdessen zum Gegenangriff über, legt noch eines drauf, und am Ende stehen die armen "liberals" da wie begossene Pudel und spießige Langweiler.

Mein Lieblingsvideo ist dieses hier:

https://www.youtube.com/watch?v=TPKuYhKanao

 

Eine intellektuelle Variante dieses unerschütterlichen "Frames" (wie man im NLP sagt) ist Jared Taylor, Herausgeber des Magazins "American Renaissance". Taylor hat eine geradezu übermenschliche Ruhe und Geduld, verbunden mit einer vorbildlichen Beherrschung seines Stoffes, die so gut wie jedes einzelne seiner Videos und Podcasts sehens- bzw. hörenswert macht. Besonders spaßig wird es freilich, wenn er gegen ausgesprochene Idioten antritt, wie in diesem Video, moderiert von Takimag-Autor Gavin McInnes:

https://www.youtube.com/watch?v=1oEHP3Q47r4

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (79)

Pack-Deutscher
04. September 2015 23:48
1) Grünsein hat etwas Religiöses. Selbst ohne Tai-Chi, Bachblüten, Achtsamkeits- und Wellnesskult.
Rechts ist der Teufel. Daher auch Dunkeldeutschland. Da hört alles auf.

Wahn.

2) Als menschliche Lehre aus dem Studium blieb mir in Erinnerung, daß diejenigen Dozenten, mit denen man über Fragen der Gerechtigkeit verhandeln konnte - etwa Zensuren - oder die bereit waren, besondere menschliche Notlagen durch extraordinäre Entscheidungen zu berücksichtigen: AUSSCHLIESSLICH ALLE konservativ waren!
Der Ghibelline
05. September 2015 00:59
Der deutschen Linken steht nach dem (1) Überlaufen der deutschen Arbeiterklasse zum Nationalsozialismus und dem (2) Zusammenbruch des real-existierenden Sozialismus mit dem (3) künftigen Scheitern ihres neuen Lieblingsprojekts "multiethnische Gesellschaft" eine erneute große historische Niederlage bevor...

Vielleicht ahnen sie das sich anbahnende Cannae schon und sind deshalb so verbissen, intolerant und haßerfüllt?

Auch wenn ihr Zerstörungswerk unser Volk diesmal bis an den Abgrund treiben wird: Wir nationalen Integralisten werden sie nach einer schöpferischen Pause des Nachdenkens und der tätigen Reue wieder in die Volksgemeinschaft aufnehmen - dort, wo das soziale Element ebenso seinen Platz finden wird, wie das liberale und konservative.
Karl Blomquist
05. September 2015 00:59
Ob die Oligarchie wohl einen Präsidenten Donald Trump zulassen wird?

Denn letztlich ist der Realwirtschaftler Trump mit seinen Vorstellungen ein Gegner der Finanzoligarchie mit ihrer geplanten tollen Neuen Weltordnung.
Und würde ein Präsident Trump dann die Besatzungszügel beim deutschen Rumpfstaat etwas lockern? Würde er die Flutung des deutschen Rumpfstaates mit Mohammedanern abblasen?
Die Geopolitischen Interessen ändern sich ja nicht mit einem Präsidentenwechsel.

Okay, schlechter als die derzeitige Mister President kann Trump auch nicht sein.
Stephan
05. September 2015 01:06
Die Rezension des Deutschlandradios (oh Gott, das gibt's ja auch als Tondatei!) ist anscheinend nur der Buchrücken in indirekter Rede und - man ist ja neutral - Konjunktiv. Ich bin Mitte zwanzig und schon müde von diesem immergleichen Mist, bewundere Ihre Energie, Herr Lichtmesz, den Schwachsinn so eloquent und angemessen polemisch-unterhaltsam auseinanderzunehmen, und ich bedanke mich herzlich.
Andreas Walter
05. September 2015 01:23
Guten Morgen, Martin.

http://krisenfrei.de/wp-content/uploads/2015/09/Packstation.jpg
Konservativer
05. September 2015 01:30
Die Aussage
„Wer als junger Mensch nicht links denkt, hat kein Herz, Wer aber als
älterer Mensch immer noch links ist, hat kein Hirn !“

hört sich für uns ehemalige Linke gut an. Sie beinhaltet jedoch einen Vorwurf an all diejenigen, die in ihren jungen Jahren nicht links waren, weil ihnen unterstellt wird, sie hätten seinerzeit kein Herz gehabt. Das ist eine, wie ich meine, haltlose Unterstellung
Ich sehe dies heute, nach einem Leben voller Irrungen und Wirrungen, in einem anderen Licht.
Ich will es einmal musikalisch ausdrücken:

https://www.youtube.com/watch?v=sSHnsHVvfAo

Turn it all around
And turn it upside down
Notice things

I hadn't seen before
Walking through the door of change

Trying to believe it
I've opened up and broken through all my chains

And I (?)...

(???)

A time to land a hand
A time to understand
Feeling things
I hadn't felt before
Walking through the door of change

Questions I can answer now
The life I had is over now
Nothing strange

And I.... Yeahh...

Und ohne Text folgendermaßen:

Fallen Idols

https://www.youtube.com/watch?v=O3IXlKAGHh4
Tistherion Ireneios
05. September 2015 01:58
"...Jeder, der polemische Neigungen und einen angriffslustigen Intellekt hat, streitet gern. Und klar, es macht Spaß, recht zu haben und recht zu behalten. Aber man muß wissen, wann Schluß ist. Man muß Dinge auch stehen lassen können. Man muß lernen großzügig zu sein. Man muß die Person, mit der man streitet, von ihren Ansichten abstrahieren können. ..."

Sicher doch. Auf der ’Normal-Ebene’ (jenseits der Koryphäen) heißt das: 'Man' muß wissen, daß da ein Anderer mit einer anderen Cortex steht. Ein Anderer, dessen Wahrnehmung anders funktioniert. Wenn der 'Linke' futuristisch-illusionär daherredet, ist das nicht per se 'falsch', sondern eher Ausdruck seines 'virtuellen' Verständnisses von 'Realität', während der 'Rechte' eher vom 'Gang und Gäbe', also den vermeintlich 'tatsächlichen' Realitäten redet. Darin liegt eines der großen Mißverständnisse zwischen beiden. Was der 'Linke' als 'gefährliche Rechte' (neuerdings also vom gefährlichen Bürger) wahrnimmt, ist kaum eine persönlich-nachvollziehbare 'Seinssache', sondern eher ein virtuell vorgestelltes 'Problem', das mit allerlei wüsten Fantasien aufgeladen ist. Es hat aber in der Regel virtuellen Charakter und kann sich nur in wenigen Fällen auf tatsächlich Erlebtes berufen (und wenn, dann die üblichen Neo-Nazi-Klischees). Es wäre mal einen Versuch wert, darüber zu sinnieren, wie man den 'Linken' die Angst vor den 'Rechten' nimmt... . Vielleicht, in dem 'Rechte' die 'Linken' nicht mehr sooo ernst nehmen, wie die 'Linken' sich geben. Was beinhaltet, daß man eine gewisse Souveränität über die linken Phantasmagorien gewinnt und - vielleicht - irgendwann symbolisieren kann, daß da kaum eine reale Angst ist als die Angst davor, nicht mehr nur im Kopf - also in Virtualitäten - leben zu können. Das ist die große Angst des 'Linken': die gedankliche Kontrolle zu verlieren - . Wobei aber jegliche 'körperlich' herausfordernde Strategie (hier wieder der 'Neo-Nazi-Haken'), ihn aus seiner Festung zu bringen, in dem Maße nach hinten los geht, wie sie forciert betrieben wird. Warum also nicht mal zur Abwechslung selbst das 'Deeskalationsprogramm' anwenden? Dieses 'Alles ist gut. Hab' keine Angst'... .

'Rechten' könnte man anempfehlen, einmal ihre eigenen Inhalte als meditatives Spiel zu virtualisieren, sie als reine Dinge, mit denen man leichtfertig spielt, zu behandeln, um zu lernen oder in Erfahrung zu bringen, wie leicht es ist, über Sachgehalte, die Anderen wichtig sind, kalt hinwegzutanzen…(denn nichts Anderes ist die Virtualität).

Dies gilt natürlich nur im ‚nicht-bissigen‘ Raum, wo man nicht überfallen wird von Gesinnungswächtern und man selbst nicht im Begriffe ist, eine Schlägerei vom Zaun zu brechen.

In dem Falle wäre ein saloppes ‚I don't feed suckers!‘ das freilich Angebrachtere - wenn man streitlustig ist.

Ansonsten Zustimmung: "Je suis aussi un Citoyen dangereux". (Natürlich in aller Ruhe... .)
Wanderer
05. September 2015 02:37
"Dazu sollte man sich die Floskel „Man-wird-ja-wohl-noch-sagen-dürfen“ abgewöhnen, denn wie oben demonstriert, wird das vom Gegenüber nur als Schwäche ausgelegt. Ab jetzt soll man „es“ einfach sagen."

Nicht nur das, sondern ein grundlegendendes Selbstverständnis dahingehend zu entwickeln, dass man etwas tut, weil man es kann und die ostentative Moralhypertrophie des politischen Establishments verachtet. Genuin rechts sind Wille zur Macht und Rechtfertigung aus sich selbst heraus.

M.L.:"Wille zur Macht" haben die PC-Polizisten auch, aber hallo..
Hans Faber
05. September 2015 06:29
Seit Jahren höre ich Deutschlandradio, meistens die Kultur-Sparte. Ließ mich davon morgens wecken und an der Arbeit durch den Tag begleiten. Die linke Schlagseite war ertragbar, denn immerhin kamen im politischen Feuilleton auch mal konservative Stimmen zu Wort. Und die Musikauswahl fand ich auch sonst recht anregend. Doch seit einiger Zeit geht mir der Sender regelrecht auf den Zeiger und überstrapaziert bereits am frühen Morgen meine Laune. An der Arbeit nutze ich stattdessen nur noch meinen MP3-Player. Andere Senderwahl ist nutzlos, überall der gleiche Mist: "Flüchtlinge, Flüchtlinge über alles...!". Nach meinem Urlaub besorge ich mir einen gewöhnlichen Wecker - ohne Radio.

Ich muß diesen Müll über die "Demokratieabgabe" leider bezahlen. Aber ich bin nicht gezwungen, ihn auch anzuhören. Aber Danke an Herrn Lichtmesz, daß er sich das antut, um den Quatsch hinterher für uns zu zerlegen.
Meier Pirmin
05. September 2015 07:30
"Gefährliche Bürger". Sich über solches nicht zu sehr aufregen, aber leider nicht total unterschätzen. Ein vergleichbares Buch, in der Schweiz in mehreren Auflagen erschienen, hiess "Unheimliche Patrioten", da war ich, mit Falschangaben, die noch nach Jahrzehnten kolportiert werden, auch drin. Auf die Ausgrenzungswirkung solcher Machwerke kann man sich verlassen. Suggestiv sind in beiden Fällen die Buchtitel. Als ich mich mal bei einem Verleger aus der Suhrkamp-Tradition für eine Publikation vorstellte, lagen "Die unheimlichen Patrioten" auf dem Tisch. Erstaunlicherweise kam ich dennoch zum Zug, vielleicht, weil es auf dem Tisch lag und ich mich dazu äussern konnte.


Trump et hoc genus omne.

Ich bekomme auch schon seit 8 Jahren gleichsam eingeschriebene Mailpost von Sarah Palin und dem entsprechenden Umfeld. Die Hockey-Mum ist nicht bloss das Dummchen, zu dem sie gemacht wurde. Aber wenn man sich nicht bloss mit Nietzsche, auch mit dem amerikanischen Konservativismus seit 1964 befasst hat, lässt man ihr aber auch Trump gegenüber mit der Zeit alle Hoffnung fahren. Die sind nun mal mit Benjamin Franklin nicht zu verwechseln.

Noch interessant waren aber für mich vor 50 Jahren die Bücher des damaligen Präsidentschaftskandidaten Barry M. Goldwater "Why not victory?" und "Das Gewissen eines Konservativen", letzteres Buch auch deutsch erschienen in einem rechten Verlag. Noch enorm stark und aufbauend der Satz von Goldwater, den könnten vielleicht auch die "Identitären" einschlürfen: "Extremismus in der Verteidigung der Freiheit ist keine Sünde, und Mässigung auf der Suche nach Gerechtigkeit keine Tugend." Für mich als damaligen Jungrechten war dieser Satz erweckend, wenngleich als Leser von Josef Pieper dann doch nicht ein langfristiges Lebensmotto, entspricht auch nicht der oft falsch, auch von Lichtmesz, falsch verstandenen Nietzsche-Losung vom "Willen zur Macht".


@Lichtmesz. Ich bitte Sie, Nietzsche nicht zu schänden. In einer Luzerner Vorlesung vom Frühjahr 1979, "Wie deutet Heidegger Nietzsches Satz 'Gott ist tot'?" versuchte ich im Sinn von Heidegger darzutun: Der Mächtigste im Sinn des 'Willens zur Macht' ist auch, wie es Nietzsche deutlich gesagt, "mächtig im Gewährenlassen", sogar der Mächtigste in dieser Sparte. Bei den PC-Polizisten und ihrer inquisitorischen Haltung ist das Gegenteil der Fall. Es gibt bei Nietzsche auch die Formel "Gewährenlassen der Vielfalt", womit er aber garantiert nicht der "bunten Republik" vorarbeiten wollte. Es geht vielmehr um die Sicherheit, die demjenigen zufällt, der im Sinn des "vollständigen Nihilismus" alle Hoffnung fahren liess und die verschiedensten Ideologien, einschliesslich des besonders verabscheuten Nationalismus, als Ersatzreligionen durchschaut hat. Wer da noch auf was hereinfällt, für den ist Gott umsonst gestorben.

@Menzel, Sellner, Lichtmesz. Selbst wenn ich Ihre Nietzsche-Kenntnis noch nicht als ausgereift einschätze, respektiere ich sehr, dass Sie sich in der Tradition der Konservativen Revolution nicht auf dem Begriff "bürgerlich" ausruhen. Im linksliberalen Lager spiegelt man sich, sofern man sich gebildet fühlt, gern als "Citoyen" im Sinn von Rousseau, ohne zu realisieren, was hinter dem Genfer steckt, vgl. noch die Studien von Heinrich Meier, der über eine "rechte", sogar deutschrechte Biographie verfügt. Insofern sind Sie als Antibürgerliche Rousseau näher, sofern Sie dessen Substanz nicht verpassen und auf die jeweiligen Schlagworte herkömmlicher Rezeption nicht hereinfallen. Ich kenne kaum jemanden, der im Alter von vor 40 Jahren schon eine Ahnung von Nietzsche und Rousseau hatte.


@Tistherion Irenaios: "hinwegtanzen" ist, sogar jenseits des Zusammenhangs, den Sie skizzieren, ein wunderbarer Begriff. Von hier aus liesse sich im Sinn von Nietzsche nicht nur weiterphilosophieren, auch weiterexistieren und weiterleben.


@Wanderer. Ja, das Spiesserdictum, "das wird man wohl noch sagen dürfen" ist wirklich das Gegenteil dessen, was Nietzsche aus dem Geist des vollständigen Nihilismus in "Der Wille zur Macht" gemeint hat. Es braucht indes viel, wird nur in Augenblicken erreicht, bis man Souveränität im Gewährenlassen erreicht hat, eine Art Eckhartsche Gelassenheit.


PS. Auf Donald Trump keine Hoffnungen setzen, selbst wenn man ihn wählen würde, eher schon beim älteren amerikanischen Konservativismus (Kirk, Santayana) nach Goldadern suchen, meist verschüttet. Noch interessant: Hillary Rodham, heute Clinton, war 1964 als 17jähriges noch attraktives Mädchen ein "Goldwater"-Girl. Goldwater hat sich in alten Tagen mit Entschiedenheit von Bushs "Moral Majority" abgewandt, fiel jedoch dann bald, wie Reagan, wegen Alzheimer aus. Hillary Rodham begeisterte sich damals an dem Dictum über Extremismus, wäre Merkel/Kasel wohl nicht passiert.
Daisy Trumpel
05. September 2015 08:08
enickmar
Freitag, 4. September 2015, 18:24 (URL) | Kurz-URL
@Joseph von Sternberg
Entstamme auch dem linksalternativen Milieu. Hineingeboren.
Sinneswandel dadurch, daß mir die Frisuren aus der rechten Szene immer besser gefallen haben als die, die ich als Kind getragen habe.
Aber das ist natürlich nur die halbe Wahrheit. Entscheidend war die kognitive Dissonanz. Die Frisuren vereinfachten den Wandel dann noch durch die überlegene Ästhetik ;o)


Die überlegene Ästhetik der Frisur meines Onkels läßt doch hoffen.
Ich habe zu ihm allerdings trotzdem eine kognitive Dissonanz.
Meier Pirmin
05. September 2015 08:19
@Wanderer. Wer sagt "Wille zur Macht" sei genuin rechts, der hat die Praxis des vollständigen Nihilismus, also die Grundlage dieses Begriffs, nicht verstanden. Möglicherweise hat Nietzsche für Sie umsonst gelebt.
Rainer
05. September 2015 08:28
Es gibt sogar bereits einen Fachbegriff für Leute wie Giese und Bednarz und ihre Denkart, nämlich den Dunning-Kruger-Effekt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Dunning-Kruger-Effekt

Das sind geistige Tiefflieger, die sich selbständig denkenden Menschen intellektuell überlegen fühlen. Oder etwas vornehmer ausgedrückt:

Wenn jemand inkompetent ist, dann kann er nicht wissen, dass er inkompetent ist. […] Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, [sind] genau jene Fähigkeiten, die man braucht, um eine Lösung als richtig zu erkennen.“
David Dunning


M.L.: Haha, Bingo!
Joseph von Sternberg
05. September 2015 08:31
the rugged man - das ist doch der Typ mit dem Agent Orange Vater...?

https://de.wikipedia.org/wiki/R._A._The_Rugged_Man:

Dennoch genießt R.A. ein hohes Ansehen und Respekt nicht nur bei den Fans, sondern auch bei Künstlern, mit denen er zusammenarbeitete, u.a. The Notorious B.I.G., Mobb Deep, Tragedy Khadafi, Wu-Tang Clan, Jedi Mind Tricks, Agallah, Sadat X, Prince Paul, Company Flow wie auch mit den Produzenten The Alchemist,


O Gott wenn ich sowas lese ... wird mir übel...
Meier Pirmin
05. September 2015 08:50
PS II: Lichtmesz. Was Sie ausführen in Ihrem gut geschriebenen Essay über die geistliche Kleinlichkeit, den inquisitorischen Habitus der Gesinnungspolizisten gegen "gefährliche Bürger" und "unheimliche Patrioten" (wie ich ergänzend dartat) ist tatsächlich das vollständige Gegenteil der Kraft des Gewährenlassens, wie es Nietzsche in seinem angeblichen Hauptwerk (es wurde bekanntlich nie vollendet) "Der Wille zur Macht" dargetan hat. Ihr Irrtum war aber, den Nietzsche-Begriff "Wille zur Macht" auf die Praxis der Inquisitoren zu interpretieren.

M.L.:Die haben keinen "Willen zur Macht"? I don't think so...


Und @Wanderer: Klar, hat Nietzsche "rechts", besonders den Nationalismus, übrigens auch den Antisemitismus als Ideologie, hinter sich gelassen, wiewohl er nach heutigen Totschlagbegriffen selbstverständlich ein Antisemit war.
Erik Sieven
05. September 2015 09:10
lustig sind auch die Kämpfer gegen Rechts denen es nicht passt auf der Seite der politisch Korrekten zu stehen, die beides haben wollen: der freche Anarchist zu sein und doch auf der Seite der Grundguten zu stehen. So meldet sich Yoko (von dem Komiker-Duo aus dem Fernsehen) in der Bild Zeitung mit einem flammenden Gegen Rechts Appell mit den Worten: man wird ja wohl noch sagen dürfen
Der Klaus
05. September 2015 09:11
Erst gestern wurde ich zeuge wie drei Büromenschen auf der Arbeit einem vierten das Gutsein einbläuten. Er solle doch Stolz sein das Deutschland so toll ist das die alle hier her kommen. Außerdem der übliche Mist. Deutschland schrumpft, Hilfsbedürftige Möntschen, werden alle bald Arbeiten, Facharbeitermangel usw. Interessant war die Körpersprache. Der "Böse" saß vorgebeugt da, während ihm die "Guten" fast ins Gesicht sprangen. Ich überlegte schon beizuspringen, aber da war die Pause auch schon zu Ende, außerdem muss man in einem Betrieb mit Betriebsrat aufpassen seine Meinung zu sagen. Ich habe auch nur einen Zeitvertrag und die bräuchten mich nicht mal entlassen, einfach warten bis der Vertrag ausläuft und weg ist der braune! Da könnte ich nicht mal zum Arbeitsgericht gehen. Mit MENSCH-EN-VER-ACHT-EN-DEN Ansichten wie z.b. keine Kohle für ungeklärte Asylfälle.
Grau
05. September 2015 09:17
@ Wanderer
"Genuin rechts sind Wille zur Macht und Rechtfertigung aus sich selbst heraus."
Beides wird schon vor rechts/links Einordnungen von so vielen beansprucht, dass es heute genuin für gar nichts ist.
Zudem tut man etwas nicht weil man es kann, da wird das Selbstverständnis zum Missverständnis.
Meier Pirmin
05. September 2015 09:47
Korr. die geistige Kleinlichkeit, nicht "geistliche Kleinlichkeit" der Inquisitoren, letztere war eine Eigenschaft der katholischen Inquisitoren gegen Meister Eckhart.
Gustav Grambauer
05. September 2015 09:52
Für mich ist es einfach schade, daß so viele menschliche Beziehungen dadurch blockiert werden, daß man immer genau aufpassen muß was man sagt, um nicht den Gesprächspartner zu überfordern und den Rahmen zu sprengen. Mit unserem Selbstverständnis kann in diesem vergifteten Klima wohl niemand mehr eine Familienfeier, eine Begegnung in der Nachbarschaft oder einen Betriebsausflug so wie früher unbeschwert genießen.

Auf einer tieferen Ebene ist unsere Dosierung (oder Würzung ...) der Worte Ausdruck UNSERES "betreuten Denkens" für die Gesprächspartner, die sich selbst entmündigt haben. Ich erkenne eine besondere Tragik darin, daß ich in dieser Position gegenüber meinem Schwager und meiner Schwägerin bin, die Psychiater und Psychotherapeutin sind und deren Aufgabe es eigentlich wäre, ihrerseits Psychotiker und Neurotiker an der Seele zu heilen.

Die halten uns (meine Schwägerin meine Frau, d. h. ihre eigene Schwester) mit ihrer bis zum Himmel stinkenden Akademiker-Arroganz mit unseren Berufen vonvornherein für niederes Gesindel, was immer wieder unweigerlich an Kleinigkeiten durchbricht. Andererseits "texten" sie uns ohne Punkt und Komma mit ihren Psychosozial-Brocken zu und können insofern, allein weil wir gar nicht zu Wort kommen,

https://de.wikipedia.org/wiki/Widerstand_(Psychologie)

gar nichts von unserer Lebenshaltung und unserer Art der "Reflexion" wissen. Gut so, es soll bis auf weiteres dabei bleiben. Ich gebe zu, daß ich die Groteske der Situation innerlich bis zur Neige auskoste. Aber für meine Frau ist die Verdorbenheit ihrer Schwester jedesmal ein Strich ins Herz.

- G. G.
W. Wagner
05. September 2015 10:06
Lieber Martin,
auch aus diesem Text könnte man doch einen Kaplaken-Band machen, z.B. mit Beispielen zu S. 2, Absatz 2. Das wäre dann ein Bändchen, das man mal an ganz andere Leser weitergeben kann, so wie den Kleine-Hartlage! Es müsste Dir eigentkich gelingen, das so zu verfassen. Ich biete mein Gegenlesen an. ;) Ich wüsste schon auf Anhieb 5 Personen, denen ich es geben würde, weitere kämen hinzu. Meinen Kommentaren kannst Du entnehmen, dass es mir an Material (preisgünstig) zum Verteilen fehlt, ...
Viel Kraft weiterhin, Gruss aus der Ferne

M.L.: Keine schlechte Idee... schaun wir mal.
Sakksa
05. September 2015 10:23
Zitat : "Die Linke bleibt ihren Gegnern letzten Endes argumentativ unterlegen, weil die Wirklichkeit und die Fakten meistens „rechts stehen“."

Das berührt m.E. den Kern der Sache. Wir müssen allerdings erst noch erkennen, dass es im Meinungskampf mit unserem Gegner und in der breiten Öffentlichkeit ( leider ) gar nicht um "die Wirklichkeit und die Fakten" geht, sondern um den Transport des für das eigene Lager gewünschten Gefühls, wie man jetzt wieder beispielhaft am ertrunkenen Kind sehen kann, dessen Foto skrupellos quer durch alle Medien gepeitscht wurde, um die erwünschte Unterstützung des laufenden staatlichen Schleppertums in der Öffentlichkeit zu erhalten. Dem Reaktionär ( da er auf solches nur reagieren kann und nicht in der Vorhand ist ) bleibt nur der hilflose Verweis auf das Recht und der Einwand, dass der Zustrom von Millionen unsere Sicherheit, unseren Wohlstand und unsere Kultur bedrohen. Er argumentiert tatsächlich also meist sachlich, wohl auch ironisch, aber er erreicht die Herzen nicht.

Keine Ahnung, ob hier linke und rechte ( haha ) Gehirnhälfte ihr Pendant in der Politik und im gesellschaftlichen Meinungskampf finden. Eine organisierte Rechte müßte zunächst in den Grabenkampf um die Herzen einsteigen, den der Linkstrend mit seinen Heeren von Ersatzmüttern und Lehrern in den Medien und sozialen Bereichen besetzt hält. Sie müßte wie diese in den Kampf um die Herzen einsteigen und - um beim Beispiel mit dem Kind zu bleiben - dieses Bild aufnehmen und ihrerseits für sich deuten.

Dies widerstrebt uns, nicht umsonst ist die Obermutter CFR ( zu recht ) eine Hassfigur der Rechten, nicht umsonst werden soziale Berufe in unseren Reihen eher abgelehnt und der des Ingenieurs bewundert. Trotzdem hat aber unser Lager genug kollektive Bilder - z.B. über die Familie und über den Wert jeden Lebens - im Rucksack, um in diesen uns zunächst gar nicht so gut liegenden Grabenkampf z.B. im Gespräch mit Kollegen und Freunden, im Verein und im Internet einzusteigen.
Weserlotse
05. September 2015 11:08
Wieder ein nicht nur aufbauender Beitrag, sondern auch für mich gerade sehr passender.

Gerade dieser Tage hat mir ein langjähriger Bekannter auf via Facebook mit pathetischen Worten die "Freundschaft" gekündigt, weil er meine "völkischen" (es folgten noch mehrere weitere Schreckensvokabeln) Ansichten so "unerträglich" finde -- freilich ohne mit mir jemals über die ach-so-unerträglichen Ansichten diskutiert zu haben; ohne daß ich ihn überhaupt jemals direkt mit meinen Ansichten behelligt hätte. Das Wissen, daß meine Ansichten nicht die seinen sind, erkenntlich unter anderem anhand eines auf Facebook bemögten Beitrags von Karlheinz Weißmann in der Jungen Freiheit, reichte völlig aus. Was für eine feige Socke! Ein Gutes hat es immerhin, wenn man solche Figuren los wird.

Übrigens, falls noch nicht bekannt: ein Beitrag aus der "Prandtl-Prawda", der nicht nur das Ausmaß der Hemmungslosigkeit zeigt, sondern auch, wie recht Sie haben:

Hey! Ihr heimatliebenden Zustandsbewahrer...
Peter B.
05. September 2015 11:12
Lieber Martin Lichtmez,

exzellent analysiert, aber hier sind Sie mir schon zu milde:

Dies ist ein Phänomen, dem man sehr oft begegnet: diejenigen, die ein Business daraus machen, Andersdenkende zu denunzieren und zu dämonisieren, und die alle ihre Energie hineinstecken, deren Ruf und deren soziale und berufliche Existenz zu vernichten, projizieren in der Regel ihre eigenen charakterlichen Dispositionen Deformationen und ihr eigenes Verhalten auf ihre Zielscheiben.


M.L.: Danke, Sie haben recht!
Harald de Azania
05. September 2015 11:12
Verehrter ML,

Perfekt! Sie sind ein meister ( ganz ohne Ironie :-))

"Qui excuse, accuse' Das verstehen oder verstanden noch viel nicht!

"Hit first, hit hard and keep on hitting" Admiral Jacky Fisher.

Und man darf sich vor persoenlichen Unterstellungen, in denen die kulturnihilistische Linke Grossmesiter ist, nicht fuerchten!

Weiters: Es gibt Leute, die sollen schlecht ueber einen denken oder reden. Dieses "Weistum" :-) machte ich mir seit langer Zeit zu eigen und lebe blendend damit!

HdeA
wilhelm
05. September 2015 11:22
"Deutliches Signal gegen Fremdenhass in Finnland: Ministerpräsident Juha Sipilä (54) stellt sein Privathaus für Flüchtlinge zur Verfügung.
In dem Eigenheim in Kempele im Norden des Landes könnten vom kommenden Jahr an Asylbewerber wohnen, sagt er in einem Interview des Senders YLE. Als Politiker wohnt Sipilä normalerweise in der Hauptstadt Helsinki".

Quelle:http://www.bild.de/politik/ausland/fluechtling/die-lage-der-fluechtlinge-an-den-grenzen-europa-ungarn-42462760.bild.html

Herr Gauck, wie sieht´s aus?

Anscheinend haben wir mal wieder ein neues Stadium erreicht. Vom Vorwurf des "Hasses" wird nur noch der frei gesprochen, der freiwillig sein Haus für die "Flüchtlinge" räumt.
Gerald
05. September 2015 11:34
"Dies ist ein Phänomen, dem man sehr oft begegnet: diejenigen, die ein Business daraus machen, Andersdenkende zu denunzieren und zu dämonisieren, und die alle ihre Energie hineinstecken, deren Ruf und deren soziale und berufliche Existenz zu vernichten, projizieren in der Regel ihre eigenen charakterlichen Dispositionen und ihr eigenes Verhalten auf ihre Zielscheiben. Dabei schaffen sie es auch noch, ihr moralisch unbeflecktes Selbstbild intakt zu halten, zumal vor sich selber. Das ist ein gruseliger Vorgang, den auch jeder kennt, der schon einmal mit Borderlinern und ähnlichen Persönlichkeitsgestörten zu tun hatte."

Dazu ein schönes Beispiel aus meiner Nachbargemeinde. Dieser Hr. Rupp, seines Zeichens Gemeinderatsmitglied der "Grünen" im badischen Malsch, brüstet sich damit, einen Busfahrer wg. Tragens eines Thor-Steinar-Hemdes, um Lohn & Brot gebracht zu haben.

http://joergrupp.de/
Fritz
05. September 2015 11:36
Die psychologische Analyse trifft zu. Aber der Begriff des "gefährlichen Bürgers" hat nicht nur einen psychologischen oder rhetorischen, sondern auch einen strafrechtstheoretischen Hintergrund.

Der "gefährliche Bürger" ist die Feindbestimmung des seit einigen Jahren diskutierten sog. Feindstrafrechts (Günther Jakobs): "der Angreifer bleibt dem Begriff nach Person im Recht, Bürger, auch wenn er der Sache nach als gefährlich behandelt werden muß" (http://www.hrr-strafrecht.de/hrr/archiv/06-08/index.php?sz=7). Der Feind entspricht hier dem "inimicus", nicht "dem hostis Schmitts" (ebd.).

Gefährlich heißt in diesem Fall staatsgefährdend aufgrund seiner Unerkennbarkeit als feindlicher Angreifer. Er benimmt sich wie ein Bürger. Nach Jakobs ist die Sicherungsverwahrung (Haft ohne Schuld) das feindstrafrechtliche Mittel der Wahl, um den "klug verwalteten Rechtsstaat" (ebd.) vorbeugend vor Angreifern jeder Art zu schützen.

Das von Lichtmesz angesprochene "„Infiltrations“-, „Gefährlichkeits“- und „Tarnstrategien“-Vokabular" ist demnach zwar auch, aber nicht nur Ausdruck von Hysterie. Anscheinend sollen einer breiteren Öffentlichkeit neue Rechtsformen nahegebracht werden. Welches Feindbild eignet sich dazu didaktisch besser als der "gefährliche Rechte"?
Jürg Rückert
05. September 2015 11:44
Der Artikel ist so lesenswert, dass man ihn zwei Mal lesen kann.
Mit dieser Sorte Linken ist es wie mit Salafisten: Jedes Einlenken wird als Schwäche gesehen und ausgenützt.

Bednarz und Giesa ähneln jenen, die E. Jünger in seinen Pariser Tagebüchern als "Trüffelschweine" bezeichnete: Es gab Naziliteraten, die damit beschäftigt waren in den eigenen Reihen Feinde zu erschnüffeln, um sie dann dem Regime zu überstellen.

Schwierig ist es für Leute wie beamtete Lehrer. Wenn sie eine von ihnen finanziell abhängige Familie haben , müssen sie schweigen und sich verstellen.
Immerhin haben sie noch (!) die Freiheit dem System nicht lauthals Beifall spenden zu müssen.
Eine zwielichtige Methode nannte B. Brecht in "Maßnahmen gegen die Gewalt":
Als Herr Keuner, der Denkende, sich in einem Saale vor vielen gegen die Gewalt aussprach, merkte er, wie die Leute vor ihm zurückwichen und weggingen, blickte um und sah hinter sich stehen - die Gewalt. »Was sagtest du?« fragte ihn die Gewalt. »Ich sprach mich für die Gewalt aus«, antwortete Herr Keuner.
Als Herr Keuner weggegangen war, fragten ihn seine Schüler nach seinem Rückgrat. Herr
Keuner antwortete: »Ich habe kein Rückgrat zum Zerschlagen. Gerade ich muß länger leben als die Gewalt.« Und Herr Keuner erzählte folgende Geschichte ..."
http://www.g.eversberg.eu/DUpdf/BrechtKeuner.pdf
Arminus Arndt
05. September 2015 11:48
Konservative neigen heute viel eher zu einer Haltung des „leben und leben lassen“, und haben meiner Erfahrung nach auch größere Kapazitäten, das Private vom Politischen, die Weltanschauung von der Person, zu unterscheiden.


Für mich ist die Unterscheidung zwischen Privatem und Politischem so gut wie eine conditio sine qua non für einen Konservativen. Das natürliche Voraussetzen, dass es auch Unpolitisches bzw. einen unpolitischen Raum gibt, ist eine Grundeigenschaft des Konservativen, meiner Meinung nach auch des Rechten. Spätestens seit `68 wissen wir, dass es für die Linke nichts Unpolitisches gibt, bis hin zum schlichten Akt des Sex ist bekanntermaßen nach linker Lesart alles politisch und daher auch die permanente Dekunstruktion und der Angriff auf alles Bestehende und Überkommene und die Politisierung unseres Lebens bis in den kleinsten Bereich. Diese Totalität ist ein typisch linkes Symptom und im Wunschtraum eines Kapitalisten gibt es dann auch diese Totalität in den Formen des "Alles ist Arbeit" und der totalen Unterordnung unter Firma, Produktion und Karriere - der bekannte Spruch "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps" ist daher konservativ.

Das Private, das Eigene, das Voraussetzen, dass es auch Unpolitisches gibt und das geäußerte Meinung und Argument nicht zwingend gleich der Mensch als Ganzes ist, der sie äußert, ist der fundamentale Unterschied des Konservativen und Rechten zum Linken und zum Totalitarismus jeglicher Couleur.

Gesinnungskontrolle, wie sie heute wieder in einem wohl kaum dagewesenen Umfang (gut, Internet & Co. erleichtern auch die Kontrolle mehr als jeglicher Staatskontrollfreak es sich je hätte träumen können) Einzug in unser Land gehalten hat, sind einem echten Konservativen fremd und er empfindet diese per se als unanständig.

Der Konservative unterscheidet und ist fähig zur Unterscheidung und damit zur echten Diskriminierung, der Linke dagegen kann nur verurteilen, kann nur binär denken in schwarz und weiß.

M.L.: Ja, das sehe ich genauso. Und das macht es schwierig für uns, auf gleichem Niveau zurückzuschlagen. Auch diese Hemmungen werden ausgenützt...
Innerer Exilant
05. September 2015 12:29
@ Erik Sieven

lustig sind auch die Kämpfer gegen Rechts denen es nicht passt auf der Seite der politisch Korrekten zu stehen, die beides haben wollen: der freche Anarchist zu sein und doch auf der Seite der Grundguten zu stehen. So meldet sich Yoko (von dem Komiker-Duo aus dem Fernsehen) in der Bild Zeitung mit einem flammenden Gegen Rechts Appell mit den Worten: man wird ja wohl noch sagen dürfen


Da haben sie einen wichtigen Nerv getroffen, das ist ein Problem den viele Linke mit ihrem Selbstbild haben. Man hat von der Linken der Vergangenheit diesen Gestus und Habitus des Widerständlers qua Konversion "geerbt" und will sich von diesem wichtigen, liebgewonnenen Identitäsmerkmal nicht trennen. Ist einfach "cooler" der "Kritische" und "Unangepasste" zu sein. Daher sieht sich noch der bürgerlichste linke Spießer in der Selbstbetrachtung irgendwo zwischen Lenin und Rosa Luxemburg gegen die hässliche Fratze der Reaktion auf den Barrikaden kämpfen, dass seine Weltanschauung mittlerweile in quasi gleichgeschalteter Art und Weise aus allen Medien, Bildungseinrichtungen und Staatsorganen schallt und im öffentlichen Raum die einzig "sichere" ist, interessiert ihn nicht. Das muss zumindest bei den klügeren Exemplaren zu einer enormen kognitiven Dissonanz führen.

Bizarrer Weise ist heute der kleine, linksbürgerliche Spießer scheinbar der "kritische" und "unangepasste" Geist. ;)

Hand in Hand geht damit auch die leicht überhebliche Haltung, durch die "richtige" Gesinnung automatisch in den Kreis widerständiger, französischer Intellektueller der vorletzten Jahrhunderwende aufgenommen worden zu sein, während man in Wirklichkeit mit nem Joint in der Fresse im Büro seiner arbeitgebenden Sozialeinrichtung sitzt und mit moralischem Furor Zeitartikel auf facebook teilt. Sowie Millionen anderer "kritischer Intellektueller mit dem Herz am rechten Fleck" zeitgleich mit einem.

M.L.: Am "linken" Fleck wollten Sie sagen...

Gratis Anerkennung für Trottel sozusagen.
ene
05. September 2015 12:29
Sakksa

"bleibt nur der hilflose Verweis auf das Recht"

Nicht nur! Warum so abstrakt? - Es bleibt auch der Hinweis auf die Lebens- und Wohnsituation des Gesprächspartners ("wann wart Ihr eigentlich das letzte Mal in -? Urlaub einfach mal im Ruhrgebiet nicht nur immer in der Toskana! (Mit Verweis auf die dortigen Sehenswürdigkeiten, die es gibt. -) Mal ganz ehrlich: es gibt Super-Altbau-Wohnungen in Neukölln - habt Ihr daran schon mal gedacht, dorthin zu ziehen?" ) , die Frage, warum die Kinder denn in einer konfessionellen Schule eingeschult worden sind, wo die Eltern doch bekennende Atheisten sind, dafür würde man sich jetzt mal echt interessieren usw. usw. - Das Leben solcher Gesprächspartner bietet in der Regel eine Fülle von Ansatzpunkten! Zwischen der Lebenspraxis und den vorgetragenen "Bekenntnissen" klaffen oft Abgründe. - Dies ist leider im Berufsleben nicht so richtig anwendbar, ich sehe es ein.

Im übrigen vermute ich, es gibt unterdessen nicht wenige Leute, die auf einmal feststellen, daß sie wohl "rechts" sein müssen - und dabei einfach nur die Ansichten immer noch vertreten, die vor etwa 20ff. Jahren als völlig normal und unspektakulär angesehen wurden....
Sternenfrau
05. September 2015 12:40
"Man wird ja noch ...."

Nein, man wird bald nicht mehr, sonst kann es Menschen den Job kosten, wenn - wie in Österreich 2016 - der "Verhetzungsparagraph" eingeführt wird:

https://manpowerbetriebsrat.wordpress.com/2015/08/07/entlassung/

Hier der linke Standard:

http://derstandard.at/2000018722025/Neue-Regeln-fuer-Hetze-gegen-Minderheiten

Betreiber von Blogs, Facebookseiten, wo sich kritische Bürger sammeln, wo sie ein Ventil für ihren Frust, ihre Sorgen finden, werden somit vom System ausgegrenzt und als "gefährliche Bürger" denunziert.

Zu jenen Unliebsamen gehört auch jemand wie A.Unterberger, ehem. Chefredakteur der (ehemals) bürgerlichen Presse, der ein Blogtagebuch führt, das von sehr vielen gelesen wird. Ob sich die Regierung eigentlich bewusst ist, wie viel aufgestauten Frust diese Blogs kanalisieren?
Die Politiker könnten so gesehen dankbar sein, dass es diese gibt.

Bei Unterberger (mit dessen Meinung ich im übrigen öfter nicht konform gehe - siehe Ukraine z.B.) kann man jetzt von immer größer werdender Befürchtung der Tagebuchmitglieder lesen, dass ab 2016 der Maulkorb noch enger geschnallt wird, man somit schnell mit einem Fuß im Gefängnis ist.

Die Linken haben es geschafft, den totalitären Staat zu etablieren,
zumal man aus der Praxis weiß, dass Hass- und Gewaltaufrufe von Links (siehe Aktionen gegen den Akademikerball in Wien) keinerlei Konsequenzen haben, und sie sich selbst durch diesen neuen Paragraphen schlingeln werden (die Justiz wird`s ermöglichen, hat es auch bis jetzt geschafft).

Solange es noch nicht so weit ist, darf man auch noch klar und deutlich sagen, dass Merkel spinnt, siehe hier:

http://www.andreas-unterberger.at/2015/09/die-spinnt-die-merkel/#comment-398425


P.S.

Vor kurzem hat eine Freundin - eine der wenigen, die von früher noch über ist - gemeint: "Ich kann mir nicht verzeihen, dass wir mal so blöd waren und diesen Grünen zum Aufstieg verholfen haben..."

Ich verstehe vielmehr nicht, wie es Menschen geben kann, die jetzt noch immer die Linken wählen, wo doch so offensichtlich ist, wohin es geführt hat und wem sie wirklich zu Dienste stehen.
Dr. K.
05. September 2015 12:41
Ein sehr schöner und lehrreicher Artikel ... Es herrscht heute eine Angst vor, bei freier Meinungsäußerung seine Existenz zu verlieren und gesellschaftlich stigmatisiert zu werden, wie sie für eine klassische Tyrannis nicht typischer sein konnte. Mehrmals habe ich kürzlich in der eigenen Familie und aus Berichten von Bekannten den Spruch "Bitte sag so etwas nicht vor den Kindern" gehört, wenn sich jemand gegen das Prinzip offene Grenzen ausspricht. Man hat offenbar Angst, die Kinder könnten relegiert werden oder Abgesandte der Gedankenpolizei vor der Haustür erscheinen, weil sich die Kinder in der Schule freimütig äußern.
Gustav Grambauer
05. September 2015 13:10
Das Prinzip der Spaltung von "öffentlich" und "privat" ist eine kultugeschichtliche Episode, die hier begann:

"Publicum ius est quod statum rei Romanae spectat, privatum quod ad singulorum utilitatem" (- Ulpian, Dig. 1, 1, 1, 2 ergo Inst. 1, 1, 4)

und sich eigentlich bereits erschöpft hat. Insofern ist die brachiale Art der Durchbrechung dieses Prinzips seit 1968 und mit der "Rattenplage der Kommunikation" (Strauß) nur der "Kalte Waschkappen" wie Wagandt immer sagt.

Auf der Basis von "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps" konnte selbst während der Blütezeit dieses Prinzips niemand Pfarrer, Lehrer, Arzt, Apotheker, Richter, Notar oder Politiker werden - bürgerliche (!) Honoratioren-Berufe - was für ein feines Paradoxon übrigens.

Ein Björn Höcke wäre politisch erledigt, wenn er sich im Privatleben die kleinste Entgleisung oder auch nur Abweichung von seinen politischen Maximen leisten würde. Allein hier zeigt sich, daß dieses Prinzip nichts mit "links" oder "rechts "zu tun hat.

Klar lebe ich auch nach dem Motto "Dienst und Dienst und Schnaps ist Schnaps". Ich weiß aber sehr um die Janusköpfigkeit. Einerseits ist es nur noch ein Luxus, andererseits ist es eine Form meiner Notwehr gegen all die Zudringlichkeiten.

Wer heute einen "Honoratiorenberuf" hat, muß von seinem Berufsethos her für "alle" mitdenken, also auch für "Refjudschiis". Ein ganz wichtiger Aspekt der Auseinendersetzung in ihrer ethischen Dimension, der selbst hier bei SiN soweit ich mich erinnere noch nie beleuchtet wurde.

- G. G.
Volker Spielmann
05. September 2015 13:29
Ob es der nordamerikanische Wilde Donald Trumpf wohl ernst meint?

Bei den nordamerikanischen Wilden scheint ja zur Zeit ein Zwergenaufstand der Minderreichen gegen die wahrhaft Reichen zu toben, zumindest versuchen die Minderreichen im Staat auch etwas zu sagen zu haben. Dafür werden sie natürlich von der Presse und den politischen Handpuppen der wahrhaft Reichen ordentlich durch den Dreck gezogen. Als Beispiel dafür seien die Gebrüder Koch, die noch nicht einmal die Marktspinnerei der Teepartei fördern dürfen, die doch der Waschschinkenübereinstimmung der wahrhaft Reichen, entspricht. Nun will Donald Trumpf zum Staatschef gewählt werden und verspricht dabei dem Volk nichts geringeres als eine wirtschaftliche Revolution. Er will nämlich die Handelsverträge mit China, Mexiko oder Kanada neu verhandeln, um so die VSA gleichsam zu reindustrialisieren und zudem endlich die illegale Einwanderung über Mexiko unterbinden, wobei er auch von der dadurch verursachten Kriminalität spricht. Sollte er dies ernst meinen und gewählt werden, so lebt er gefährlich.

Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!
Arminius Arndt
05. September 2015 13:42
@G. G.,
Zwei Anmerkungen:

Ein Björn Höcke wäre politisch erledigt, wenn er sich im Privatleben die kleinste Entgleisung oder auch nur Abweichung von seinen politischen Maximen leisten würde.


Björn Höcke ist bereits erledigt, allein aufgrund seiner Reden im Landtag. Ihn schützt lediglich sein rechtlich formaler Status als Abgeordneter und dass es noch ein paar Leute bei der AfD gibt, die ihn stützen. Sobald er kein Abgeordneter mehr ist, kann er seine Karriere als Lehrer vergessen - Schulleiter wird er sicher nicht mehr werden. Darauf wette ich einen Schnaps.

Wer heute einen „Honoratiorenberuf“ hat, muß von seinem Berufsethos her für „alle“ mitdenken, also auch für „Refjudschiis“.


Das ist eine zutreffende IST-Beschreibung aber kein Indiz für ein "Soll" konservativer Vor- und Einstellungen und auch kein Widerspruch zu meinen weiter oben genannten Thesen. Das es ein Privates gibt und auch nach wie vor geben soll, ist einer der Punkte, mit denen man argumentativ heute noch punkten kann, denn eine klammheimliche Angst, dass man sich irgendwo mal, wenn auch ungewollt, verplappern könnte oder das dies durch die eigenen Kinder passieren könnte, macht sich spürbar breit. Das Konservative per se auch einen unpolitischen Raum denken können und bejahen ist mittlerweile ein wesentliches Argument, um andere für sich gewinnen zu können, denn wenn den Leuten mittlerweile etwas permanent auf die berühmten Nüsse geht, dann ist es die Penetranz, mit der ihnen eine "attitude" (önglisch natürlich ausgesprochen) zu bekennen abverlangt wird. Der Gesinnungsterror, der zur Zeit stattfindet, die Belästigung bis in private Rückzugsräume ist eine der wenigen Chancen, die - zur Abwechslung einmal optimistisch gedacht - das Blatt zum wenden bringen können.
Gustav Grambauer
05. September 2015 13:44
Nqchtrag:

Je mehr ich`s durchdenke, desto mehr wird mir auch klar:

"Ich denke für 'alle', also auch für „Refjudschiis“, damit gehöre ich zu den Harems-Honoratioren (oder schleime mich an diese heran). Und wer nicht für 'alle' denkt, steht deshalb in der Harems-Hckordnung unter mir."

Na, da haben wir doch den Kern der "Pack"-Zuschreibung ...

Und wie könnte es anders sein: Gabriel ist Lehrer.

- G. G.
Andreas Walter
05. September 2015 13:45
@Gerald

Thor Steinar? Das tragen doch nur noch Leute, die zur Kleiderkammer der Caritas gehen oder als ebensolche Kleiderspende in Afrika erhalten haben. Die Firma wurde bereits vor 7 Jahren nach Dubai verkauft, ist schon lange deswegen kein "Neonazi" Label mehr. Was ja eh Schwachsinn ist und wohl nur in der Phantasie von selbsternannten Nazijägern Erregung auslöst.
Lars Geier
05. September 2015 14:09
Vielen Dank für diesen Beitrag. Nicht zum ersten Mal, seit ich JF, Sezession und im Moment"Tristesse Droite" lese, spüre ich so einen Schauer, der mir über den Rücken läuft, eine wachsende Erkenntnis, mich langsam der richtigen Seite zuzuwenden. Ich weiß, das bedeutet Kampf gegen vieles, das mir lieb und teuer geworden ist, nicht zuletzt Kampf gegen die eigene Angst und die immer wieder aufkommende Mutlosigkeit, wenn man mit seinen Ansichten keine Anerkennung findet oder sogar abgelehnt wird. Es macht Mut zu wissen, dass man nicht allein in diesem Kampf steht.
Monika
05. September 2015 14:23
@Daisy Trumpel
Die Ästhetik der rechten Frisur findet man auch bei Geert Wilders.
Die linken Zausel haben dagegen keine Chance:

https://m.youtube.com/watch?v=tuA7g0588aQ
Jürg Rückert
05. September 2015 14:33
Wilhelm:
„Deutliches Signal gegen Fremdenhass in Finnland: Ministerpräsident Juha Sipilä (54) stellt sein Privathaus für Flüchtlinge zur Verfügung.

So wird es bei uns kaum laufen, im Lande Brechts wird es anders geregelt, 2. Teil der Geschichte frei nach Bert Brecht (aus: Maßnahmen gegen die Gewalt):

„In die Wohnung von Herrn Biedermann, der nie gelernt hatte Nein zu sagen, kam eines Tages in der Zeit der Illegalität eine Flüchtlingssippe, die zeigte einen Schein vor, welcher ausgestellt war im Namen derer, die die Stadt beherrschten, und auf dem stand, dass ihr gehören solle jede Wohnung, in die sie ihren Fuß setzte; ebenso sollte ihnen auch jedes Essen gehören, das sie verlangte; ebenso sollte ihnen auch jeder dienen, den sie sähe.“
Im Gegensatz zum glücklichen Ende in Brechts Kalendergeschichte („wusch das Lager, tünchte die Wände, atmete auf“) ist hier ein happy end gänzlich ausgeschlossen.
Nur durch meine Auflösung kann ich / muss ich beweisen, dass ich ohne "Fremdenhass" bin. Meine von den "Pastoren des Glücks" unterstellte Fremdaggression bei Verweigerung der "Willkommenskultur" kann ich nur durch Eigenaggression sprich Suizid aufheben.
Wir werden wirklich ein Tätervolk: Die letzte Patrone ist für uns!
Ein gebürtiger Hesse
05. September 2015 14:37
@ Lars Geier

"... spüre ich so einen Schauer, der mir über den Rücken läuft, eine wachsende Erkenntnis, mich langsam der richtigen Seite zuzuwenden."

Das dürfte eine höchst intensive Phase sein, in der Sie da stecken. Sie ist einigen der hier Lesenden wie Schreibenden wohl bekannt. Man hört in ihr die sozusagen das Gras wachsen und die Flöhe husten, die alten wie die neuen. Doch haben Sie keine Furcht: der Schauer, den Sie spüren, bekräftigt die Wichtigkeit Ihrer Entwicklung. Er sagt Ihnen, daß etwas Wesentliches geschieht. Meinen Glückwunsch! Nehmen Sie einfach weiter Tuchfühlung auf mit der neuen Sphäre und alles weitere wird folgen.
Gustav Grambauer
05. September 2015 14:38
Arminius Arndt

Höcke habe ich sinnbildlich für jeden beliebigen konservativen oder rechten Politiker im In- oder Ausland gemeint. Unabhängig davon steigen seine Chancen in der Politik je mehr sich die Situation zuspitzt. Sisw schreiben unten sogar selbst, daß sich das Blatt wenden kann.

In Bezug auf Ihren zweiten Absatz hatte ich ja geschrieben, daß ich mir das Motto „Dienst und Dienst und Schnaps ist Schnaps“ selbst "aus Notwehr gegenüber all den Zudringlichkeiten" zu eigen gemacht habe (was ich selbstverständlich auch jedem anderen zugestehe und angesichts der Totalitarismen unterstütze). Aber Meier Pirmin schreibt z. B. viel von Meister Eckart, auf dessen Unwiderstehlichkeit Sie sich nicht einlassen könnten, wenn Sie das Motto "Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps" über einen gewissen taktischen Gebrauch hinaus auf Ihr Leben anwenden würden. Und da entgeht ihnen schon etwas ...

- G. G.
Meier Pirmin
05. September 2015 15:16
@Lars Geier und Dr. K. Was Sie bekennen, verstehe ich sehr gut, geht menschlich, geistig in die Tiefe. Sollte trotzdem nicht bedeuten, dass man sich intern nicht in Frage stellen lassen kann, ein wohliges Gefühl von "wir Pack" scheint nicht nötig. @Innerer Exilant. Der "Joint in der Fresse" steht für eine Ausdrucksweise, die Ernst Jünger (Verfasser von "Drogen und Rausch") nicht gebraucht hätte, weil er im Sinn von Nietzsche seiner Sache sicher war und solche primitive verbale Aggressionen nicht nötig hatte. Man müsste sich wohl eine geduldige und gewaltlose Betrachtungsweise aneignen, die nur dem reinen Phänomen gilt. Das könnte einen mit der Zeit unbesiegbar machen.

@Grambauer. Als Lichtmesz mal notorisch englisch zitierte, erhielt er eine negative Reaktion, aber beharrte darauf. Ich schlug dann vor, lateinisch zu zitieren, das sei ebenfalls sehr intetnational, was ich indes mehr als Spass meinte, wurde aber dann zu einer Denkpause aufgefordert. Sie haben es nun verdienstlicherweise nachgeholt. Wir sind mit unserem Latein noch nicht am Ende. Gratulamur!
Joseph von Sternberg
05. September 2015 15:34
Mir fällt noch was zu The Rugged Man ein: einmal wollte ich von einem Whigger Kumpel (oder sagt man da Homey) seinen ganzen Hip-Hop haben. Also kam er mit seiner Festplatte vorbei - da war auch R.A. oder was auch immer dabei. Ich war eigentlich mehr an diesen kranken JudenPimps interessiert: Ill Bill und Nekro. Als er bei mir ist sieht er an die Wand - und sagt entsetzt: Du hast ein Bild von Mussolini? Ich sag: Jo... Er: Noch ganz sauber? Neben dem Mussolinibild war ein Maobild. Ich sagte, der hat aber noch viel mehr umgebracht. Er brachte irgendein schiefes Argument hervor.

Man muss sich das geben: er bringt mir Musik von:
So wurde Necro unter anderem bei einem Open-Mic-Auftritt in New York vom größtenteils schwarzen Publikum ausgepfiffen, weil er mit einem Charles-Manson-T-Shirt auf der Bühne stand.


Später hat er mir noch die Neuverfilmung von Fight for your right to party gezeigt - mit den tausend Star Cameo Auftritten in 15 minuten...

Lange Rede kurzer Sinn: Die Leute die mit 40 noch eine 16Jährigen Mentalität haben, haben längst ihre Fähigkeit durch denken zu Überzeugungen und Handlungen zu steuern.
Dort wo andere ein Gewissen haben, haben die Til Schweiger.

Bei R.A. ist das üble seine schwarze Ghetto Kultur. In Deutschland gibt es glaube ich Fler. Diese Leute zu sehen ist wie einen zeitgenössischen PC sehen, der mit MS-DOS läuft und auch noch stolz darauf ist.

Bei Colin Flaherty habe ich gehört, daß Neger ihre Freunde mobben wenn sie lesen, weil YT so was macht. Interessiert sich ein Schwarzer für den Unterricht, dann ist er nicht authentisch, sondern ein Onkel Tom oder Urkel. Authentisch aber ist ein Pimp, Musikproduzent, aspiring Rapper oder Drogendealer.

Das ist Fatal - diese Verpubertierung nimmt auch bei Weissen zu - die Hipster die McInnes sehen werden sich ärgern aber nicht nachdenken. Die Teenager werden auf der Seite von R.A. sein. UNd das ist das Problem. Nicht die Intelligenz gibt den Ausschlag, sondern die gerechten Gefühle - oder auch die verbale Inkontinenz, die ein Indikator für diese sein sollte.

Ich hab mir das folgende mal zusammen mit Assies angesehen. Ich war wirklich überrascht wie diese Leute Nina Hagen für authentisch gehalten haben ... in deren hysterischen Zorn. Als ich dabei zugesehen habe - habe ich mich echt für die Alte geschämt. Ebenso wenn ich R.A. sehe. Eigentlich sollte ich mich freuen wenn sich Idioten zum Affen machen. Aber wahrscheinlich glaube ich nicht das Menschenwürde ein dispositionsfähiges Gut ist.

Was aber für uns hier zählt ist: die kulturtrend setzenden Schichten kommen von unten - vorbei ist´s mit Schiller und Goethe - unsre Lyrik wird von Whigger und Nigger geschrieben. Das aber heisst, daß Überlegung und bessere Argumente nichts mehr zählen, weil die von YT stammen und deshalb per se rassistisch sind.
Joseph von Sternberg
05. September 2015 15:38
Upps hab den Nina Hagen Link vergessen - wie die Assis die gaanz Authentisch fanden.

zum fremdschämen:
https://www.youtube.com/watch?v=0zlwKhMx8Jw
Gustav Grambauer
05. September 2015 16:41
Sakksa

Ich hatte nur auf so etwas gewartet:

http://www.pi-news.net/2015/09/aylan-vater-zur-beerdigung-zurueck-nach-syrien/

Nicht einmal über die Todesumstände wäre ich mir sicher, man kann auch da "arrangieren" was man braucht. Das Bild war vonvornherein nur arrangiert und um die Welt gejagt worden, um uns zu verhöhnen.

"Nur der Vater überlebte" (während Mutter und kleiner Bruder ersoffen): ein - zusätzliches - Signal der Demütigung und Spaltung an die moslemische Welt.

- G. G.
Jürg Rückert
05. September 2015 17:12
Herr Lichtmesz,
Ärger und hilflose Wut – das Lebensgefühl eines Deutschen, dem die Vernunft nicht abhanden kam und der den Brandgeruch bereits in der Nase hat.
Die emotionale Dissonanz ist gewaltig. Helfen wollen ist Menschen eingeboren. Wer einige Episoden von den mit versteckter Kamera aufgenommenen Reihe „just for laughs“ sah, war immer wieder überrascht über die große Hilfsbereitschaft von Menschen aller Hautfarben.
Wenn ich aber, um das Boot des anderen vor dem Sinken zu bewahren, eine Planke aus meinem eigenen Boot herausschlagen muss, dann werde ich vor eine tödliche Alternative gestellt.
Mein Pastor macht mich an: „Mein Sohn, nimm die Spitzhacke und reiße das deutsche Haus nieder. Ein viel schöneres, ja ein himmlisches Jerusalem, wird dann über uns kommen. Bitte nicht mit mürrischem Gesicht. Begeisterung: Der Herr weidet mich auf grünen Auen ...“ Sein eigenes Haus reißt er wohlweislich nicht ab.
Die Parole „Wir lieben uns alle“ ist als Feigenblatt zu klein, um die dahinter stehenden Lügen zu decken.
Die Willkommenskultur ist der Aufruf zum kollektiven Suizid der Völker des Abendlandes!
Die Dummheit, Verantwortungslosigkeit, Treulosigkeit aber auch die bewusste, skrupellose Täuschung der europäischen Völker durch falsche Hirten aller Art, führt zu Verweigerung, Entbindung von Treue, aber auch Hass auf diese verräterischen Leitfiguren.
Es gibt keine 1000 %! Wenn das eine zunimmt, muss das andere abnehmen! Wir können nicht 20 Kanzler haben: Er ist türkisch oder deutsch! Basta!
Die herein drängenden Jungbullen mimen das unter die Räuber gefallene Opfer. Die Samariter-Deutschen eilen ihre historische Schuld gegenüber der gesamten Menschheit zu tilgen. Sie werden in kurzer Frist von den „gesund Gepflegten“ niedergeschlagen und ausgeraubt werden.
Wir, die Sehenden, finden nicht einmal im Ansatz Verständnis für unsere Sorgen und Bedenken geschweige denn die Möglichkeit, eine Flüchtlingspolitik mit Augenmaß zu gestalten. Wir werden einfach niedergemacht. Die Rache des Schicksals trifft leider immer alle!
Der_Jürgen
05. September 2015 17:21
Von den antikapitalistischen und antiimperialistischen Idealen ihrer Väter haben sich die heutigen Linken - von Ausnahmen wie dem Querdenker Jürgen Elsässer abgesehen - längst verabschiedet. Sie sind längst zu Handlangern des Finanzkapitals und zu Laufburschen einer mörderischen Supermacht geworden. Ihr zentrales Ziel ist die Abschaffung des eigenen Volkes, der Grosse Autausch, der ihnen gar nicht schnell genug gehen kann.

Eine Diskussion mit diesen Leuten ist unmöglich. In punkto Dogmatismus, Verbohrtheit und Hass gegen Andersdenkende laufen sie jedem Salafisten und jedem Taliban mühelos den Rang ab. Ihr intellektuelles Niveau ist gleich Null. Da sie nicht logisch denken können, vermögen sie es nicht einmal, die gröbsten Widersprüche in ihrem eigenen Weltbild zu erkennen.

Einerseits trommeln sie eifrig für Feminismus, "fortschrittliche Familienformen", Schwulenrechte und Gender Mainstreaming, andererseits geht ihr animalischer Hass auf das eigene Volk und dessen Tradition so weit, dass sie das Entstehen einer islamischen Parallelgesellschaft, deren Ideologie und Praxis ihren eigenen "Werten" förmlich ins Gesicht schlägt, begrüssen. Dass sie, kämen in Deutschland und Europa eines schönen Tages die Islamisten an die Macht, sofort um einen Kopf kürzer gemacht würden, wollen und können sie nicht kapieren.

Bei aller vernichtenden Kritik an diesen Linken dürfen wir freilich nicht vergessen, dass sie lediglich die Speerspitze des Systems darstellen. Wer, wie die Leute von PI, ständig über die "Rotgrünen" jammert, den sollte man daran erinnern, dass weder Merkel noch de Maiziere noch Gauck Rotgrüne sind. Der Unterschied zwischen CDU-CSU-SPD einerseits und den Grünen und der Antifa andererseits entspricht etwa dem zwischen Cholera und Pest: Die Pest mag ja noch schrecklicher sein, aber die Cholera ist ebenfalls schrecklich.

Sieht Martin Lichtmesz noch einen grundlegenden Unterschied zwischen den linken Jammergestalten, die er in seinem Artikel beschreibt, und den Journalisten von der Mainstream-Lügenpresse? Für mich ist der Unterschied nur noch graduell.

M.L.: G'hupft wie g'sprungen!
Marcus Junge
05. September 2015 17:36
Karl Blomquist

"Ob die Oligarchie wohl einen Präsidenten Donald Trump zulassen wird?"

Das ist gar nicht so wichtig, schon andere Präsidenten haben gesagt, sie seien gar nicht so machtvoll wie immer dargestellt und könnten kaum etwas ändern. Das wird auch Trump, sofern er es werden sollte, dann erfahren müssen, gerade auch dann, wenn "seine" Partei nicht mit ihm ist, also die Senatoren deren Stimmen er braucht. Aber vielleicht werde ich ja auch überrascht und die Angst vor Trump führt zu einem "unerwarteten, natürlichen Tode" des Kandidaten. Obwohl ich derzeit immer noch dazu neige Trump als U-Boot zu betrachten. Der ausgeschickte Provokateur (er kommt ja aus dem Herz der Finsternis, also der (Geld)Machtelite), der dem Volk nach dem Maul redet und es damit einfangen soll, dann aber doch die bekannte Politik machen wird.
Marcus Junge
05. September 2015 17:43
Ich will nur ganz kurz einen Punkt aufgreifen und diesen so zusammenfassen:

"Die Linken sind unterlegen, da die Wahrheit rechts steht und damit auch die Fakten" & "Den Linken sind die Fakten egal, weil sie keine haben".

Dann einfach mal das hier ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=tBHMzCOn2Sk

Joko und Klaas, die 2 "Intellektuellen" von Pro 7. Titel des Machwerkes ist dann auch "Das wird man wohl noch sagen dürfen #mundaufmachen | Circus HalliGalli" und sie sagen auch was zu "Fakten", wie der gelernte Linke damit umgehen soll.

Darf in der Liste der Videos zu diesem Artikel eigentlich nicht fehlen. Sofern er es liest und es nicht kennt: Herr Lichtmesz, nehmen Sie sich die 4min dafür!
enickmar
05. September 2015 18:37
Zu Trump ist zu sagen, daß man erstens natürlich geteilter Meinung darüber sein kann, ob seine Haarpracht als Frisur oder eher als Mop bezeichnet werden sollte und zweitens er seine Show, die er abzieht, wahrscheinlich genauso wenig ernst meint wie Obama seine Show von damals. Was nicht heißt, daß die Show - im Gegensatz zur Frisur - nicht trotzdem gut gemacht ist.

http://russia-insider.com/sites/insider/files/trump-hair.jpg
Monika
05. September 2015 20:52
Lieber Herr Lichtmesz,
Seien Sie nicht traurig, daß Sie mit Martin Sellner verwechselt wurden. Sie sind auch ein Tausendsassa. Mit flotter Frisur.
Es gibt wirklich schlimmere Verwechslungen. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen: http://www.merkur.de/politik/titanic-vergleicht-toni-gruenen-hofreiter-anders-breivik-meta-3135304.html

Und zu den totalitären Bestrebungen der Linken:
Einem totalitären System entspricht auch immer ein totalitärer Charakter. Diesen totalitären Charakter hat z. B. Alexander Sinowjew in seinem Buch
"Kommunismus als Realität" beschrieben. Sozusagen die kleinste Zelle des Systems. Um Erfolg zu haben gilt für den sog. Kommunalen Menschen die Verhaltensregel:
Die Talentlosigkeit muß die Gestalt einer echten Begabung annehmen,
die Niederträchtigkeit die Gestalt der Tugend,
das Denunziantentum die Gestalt der Kühnheit und Ehrenhaftigkeit und
die Verleumdung diejenige einer heiligen Wahrheit.


In dissidenter Literatur aus Osteuropa ist der linke Charaktertyp wunderbar beschrieben.
Innerer Exilant
05. September 2015 23:50
@ Meier Pirmin

Oh Gott, Verzeihung, ich wollte mit meiner rüpelhaften Wortwahl auf keinen Fall Sozialdienstmitarbeiter, Gesichter oder Marihuanazigaretten in den Dreck ziehen und distanziere mich von allem was ich gesagt habe aufs Schärfste. Gewalt, vorallem auch verbaler Natur, ist auf keinen Fall zu tolerieren. Desweiteren trete ich mit sofortiger Wirkung von allen öffentlichen Ämtern zurück und werde drei Monatsgehälter an eine Stiftung zur Förderung von Sozialdienstmitarbeitern, Gesichtern und Marihuanazigaretten spenden.

Außerdem, ahm, naja, bin ich nicht Ernst Jünger.

Welch Sophisterei . . .
peter789
06. September 2015 00:00
Aber unsere Waffe sollten nicht lästige Predigten sein, sondern Scherz, Ironie, Sarkasmus und Provokation. Laßt uns den Gedankenpolizisten zeigen, daß sie weder Macht noch Autorität über uns haben.

Genau so ist es! Danke Lichtmesz!!!
Radbot
06. September 2015 01:23
Herr Lichtmesz, wieder ein wunderbarer Artikel!
Jared Taylor bewundere ich schon lange. Vor Jahren wurde er noch in sehr populäre US TV Sendungen eingeladen, daraus ein besonderes Schmankerl hier ab ca. Minute 5.50:
https://www.youtube.com/watch?v=49gp3NLWkVU
@Lars Geier
Es geht mir ganz ähnlich wie Ihnen.
Ich habe heute "Tristesse Droite" erhalten und bin schon fast durch, es läßt mich nicht los ...
Urwinkel
06. September 2015 01:41
An "von Sternberg":

Lange Rede kurzer Sinn: Die Leute die mit 40 noch eine 16Jährigen Mentalität haben, haben längst ihre Fähigkeit durch denken zu Überzeugungen und Handlungen zu steuern.
Dort wo andere ein Gewissen haben, haben die Til Schweiger


Etwas krude formuliert, aber nein ihr beschriebener Charaktertyp hat Laurel & Hardy-Poster an der WG-Zimmerwand zu hängen (Dick & Doof) und sie kichern über jeden alten Slapstick-Witz bei Vorführung der ollen alten Filmsequenzen aufs Neue. Nun soll keiner zum Lachen in den Keller verzischen; die Filme sind numal komisch, aber die Infantilität der Charaktere macht sich schon bemerkbar, wenn man mit solchen Leuten zu tun hat.

Die hören auch gerne Jazzmusik (ihre intellektuelle Ebene). Etwas womit man mich in der Tat jagen kann. Es gab mal einen Film mit Gérard Depardieu in der Hauptrolle. Sehts mir nach, wenn ich den Titel an der Stelle unterschlage. Er erschien gegen Ende der 70er Jahre. Er (Jazzfreund) und seine pubertierende Filmtochter urlaubten an der Côte d'Azur. Sie nervte ihn mit Jungsgeschichten und heimlichen Abhauen, er nervte Sie mit Jazzmusik. Ein Zitat daraus ist mir hängengeblieben: "Du, Papa: Deine Musik nervt nur noch - deine Tröten klingen wie Staubsauger, lass das bitte." Dem Papi gefiel das natürlich nicht. Aber weils eine Komödie war, konnten beide darüber lachen.
Treverer
06. September 2015 09:12
Viele interessante Anregungen.
Befürworter der Masseneinwanderung frage ich immer gerne lapidar, ob sie ihren Kindern auch beigebracht haben, jeden in die Wohnung zu lassen, der anklopft (oder auch nicht).

In persönlichen Gesprächen, natürlich nicht im Internet, stellt man immer wieder überrascht fest, wie tiefsitzend (und realistisch) die Ängste sind, daß die gescholtenen Einwanderungskritiker nur mit einem Bruchteil ihrer Prognosen recht haben könnten.
Faust
06. September 2015 09:51
Nota bene:

Gegenwärtig ist der öffentlich-rechtliche Rotfunk meines Erachtens wieder massiv in erzieherischem Auftrage unterwegs. Nicht nur, dass auf den Hauptsendern kein anderes Thema als der Flüchtling von Bedeutung zu sein scheint, nein, auch auf den Nebenkanälen laufen zur Zeit erstaunlich viele Nazi-Dokumentationen. So, als wolle man dem Volk vor Augen halten, was passiere, wenn es nicht bei der veröffentlichten Moral verbliebe und die Invasoren mit offenen Armen empfinge. Keine Chance dem "Primitivbürger".

@ Lars Geier, Radbot

So wie Ihnen erging es mir auch vor einigen Jahren, als ich das Netztagebuch der Sezession und in der Folge die weiterführende Literatur entdeckte. Die wohligen Schauer, die sich beim Lesen einstellten, wurden bei mir dadurch ausgelöst, dass alles, was ich bis dahin in Bezug auf Gesellschaft und Politik dachte und fühlte, plötzlich auf ein intellektuelles, geistiges Fundament gestellt wurde. Ich denke, so werden es viele empfunden haben, die sich nicht von frühauf mit der intellektuellen Seite von Politik und Metapolitik beschäftigt hatten.
Der Gutmensch
06. September 2015 10:47
Aber man muß wissen, wann Schluß ist. Man muß Dinge auch stehen lassen können. Man muß lernen großzügig zu sein.


Man muss Diziplin halten; das ist etwas ganz anderes als Großzügigkeit, lieber M. L.

Nicht-satisfaktionsfähige Ausbrüche kann man kontern, indem man sich in Bibelzitate (hat 89 hervorragend funktioniert) oder eben Kunst flüchtet (Gedichte rezitieren; das scharfe Schwert der Satire, so man es handhaben kann und vom Gegner nur verbaler Ärger zu befürchten steht).

Echte Fehlvorstellungen des anderen - und von denen gibt es genug - sind knochentrocken (möglichst mit Zitaten anderer und Gegenfragen) zu beantworten.

Beides nur unter der Voraussetzung, dass es sich mutmaßlich lohnt; das Gegenüber also vielleicht doch lernfähig ist. Da wird es verdammt eng mittlerweile, so eng, wie ich es in meinem Leben jedenfalls noch nicht erlebt habe. Die Götzen des Sozialismus haben deutlich weniger geistigen Tribut gefordert; der Dia-Mat bot den Geschulten auch viele Ausreden, die heute gar nicht mehr ziehen: Die Leute sind nämlich verrückt geworden und der Vorwurf wird gnadenlos konstruiert, weil der Vorwerfende skrupellos nach Macht giert.

Hier mal ein Beispiel: Ein pathetisches, aber doch harmloses Gedicht vom unsäglichen Johannes R. Becher, vertont von Kurt Weill und gesungen von Ernst Busch - na, wäre doch gelacht, wenn wir den Heutigen daraus keinen Nazi-Vorwurf stricken könnten (man beachte den 2. Kommentar):

https://www.youtube.com/watch?v=ihIPLVACS10

(Ich halte es übrigens durchaus für möglich, dass Gauck auch DAS im Sinn hatte, als er von dem "dunklen Deutschland" sprach. Das würde ihm jedenfalls mehr entsprechen, als nur ein westliches Klischee bedient zu haben.)

Im Rahmen aufgezwungener Gespräche sollte man m. E. bedenkenlos lügen, wenn Schweigen keine Option ist.

Der Gutmensch.
Roman
06. September 2015 11:50
Man sollte Liane Bednarz öffentlich fragen, ob sie schon zumindest einen Flüchtling bei sich zuhause in ihrer Wohnung in München aufgenommen hat.
Urwinkel
06. September 2015 12:59
Man sollte Liane Bednarz öffentlich fragen, ob sie schon zumindest einen Flüchtling bei sich zuhause in ihrer Wohnung in München aufgenommen hat.


Sie werden vielleicht lachen, und vielleicht bleibt ihnen Ihr Lachen auch im Hals stecken: Es gibt Alte und Jungspunde, die ihre nichtsnutzigen Kinder zugunsten einer Ideologie verneinen und kicken. Til Schweiger als Promi ist dagegen noch harmlos. Der ist nur ein Symptom. Der Feind sitzt in der eigenen Familie. Aber vielleicht hat nicht jeder Kommentator solch einen gehässigen Vater wie meine Wenigkeit. Mit Verlaub: Über Sprüche in Hinsicht auf Selbstaufnahme lachen die Typen nur. Ich kann sie nicht mehr hören. Andererseits machen mir diese Rumeiernden auch keine Angst mehr. Mut haben. Die wollen nur spielen. Die gehen sogar in Casinos, in dem Irrglaube dick zu gewinnen. Trotz des Alters völlig Plem plem. Not my cup of tea.
Waldgänger
06. September 2015 13:29
Herr Lichtmesz, ich bewunderte ja Ihre Kraft und Geduld, sich den Verlautbarungen und Ergüssen einer intellektuell blockierten und sektenhaft geistig-erstarrten Gegenseite überhaupt noch zu widmen.

Vielleicht gibt es bei Ihnen doch noch gewisse uneingestandene Reste von Hoffnung auf geistige Ernsthaftigkeit und intellektuelle Erreichbarkeit bei jenen Linken, weil sie doch auch ein Hirn haben? Nun, ein Hirn zu haben reicht nicht.

M.L.: Nö, ich tu das vor allem für uns, und für alle, die sich gegen den Einfluß dieser Gestalten zu immunisieren suchen. Und da kommen immer wieder neue nach...



Überschätzen wir nicht das intellektuelle Potential.

Ich muss gestehen, dass ich diese Kraft und Geduld zur Analyse des geistigen Irr- und Flachsinns nicht mehr habe, da die Erfahrung des politreligiös Fanatischen, die Erfahrung des geistig vollkommen Unbeweglichen so stark geworden ist, dass sich eine Debatte ebenso sehr erübrigt wie mit den Anhängern einer verbohrten Sekte.
Und wie bei jeder fanatischen Sekte haben die Dogmen zugleich etwas Bizarres und Pathologisches.

Man gewinnt viel Zeit für lohnende Dinge, wenn man den Deutschlandfunk, die tagesschau, die Süddeutsche oder den Spiegel wirklich nicht mehr anklickt ... oder bestimmten Leuten nur noch mit einem mitleidigen Lächeln und "Ja, ja, ist schon gut ... ?!" begegnet

Man sollte sich daher den fanatischen Anhängern unserer linksextremen Leitkultur in ähnlicher Weise nähern, wie man es bei verbohrten kleinen Kindern, psychisch Kranken oder bei Dementen tut. Diese Leute sind geistig nicht satisfaktionsfähig. Sie sind hinter die Aufklärung zurückgefallen.
Willkommen im neuen deutschen Mittelalter!
Helgi Knartr
06. September 2015 15:00
@ Waldgänger

"Sie sind hinter die Aufklärung zurückgefallen."

Kaum richgtig. Im Gegenteil: Sind scheußliche Nachgeburten der Auflärung.

"Willkommen im neuen deutschen Mittelalter!"

Was um Himmels willen, Waldgänger, haben Sie für eine Vorstellung vom Mittellalter? Da kommt kein "neues deutsches Mittelalter", sondern es droht der Abbruch der bisherigen Geschichte.
Peter M. Messer
06. September 2015 15:35
Herr Lichtmesz, Sie haben völlig Recht: Man sollte endlich Scherz, Witz und Sarkasmus zur Anwendung bringen. Ich frage mich allerdings spätestens seit dem letzten Artikel von Lutz Meyer zum Thema Entfremdung, warum man dazu überhaupt ausdrücklich auffordern muss. Es gab in Unterdrückungssituationen wie Drittem Reich und DDR immer einen politischen Witz, der sich ganz von selbst gebildet hat und der auch nicht den Zugang zu Medien oder Kleinkunstbühnen brauchte. Angesichts der totalen Dominanz der Abschaffer müsste der doch längst entstanden sein. Aber außer ein paar Karikaturen und Videos von Dr. Proebstl und vom Clown gibt es nichts. Wieso? Warum sind Rechte und Konservative nicht zu entsprechenden Produkten in der Lage? Liegt es daran, dass man dazu eine gewisse Agressivität braucht, die eben fehlt, wenn man zwischen politischer Position und Person unterscheidet? Ist man zu gehemmt? Fehlt die Fähigkeit zu "normexzentrischem Verhalten", zum Distanzieren von und Spielen mit Verhaltenserwartungen und Regeln, wenn man völlig auf das Einhalten von Gesetzen gepolt ist, seien es das positive Recht oder angeblich "ewige" Gestze? Ist die Unfähigkeit zur politischen Komik also Symptom einer viel tiefergehenden Schwäche?
Sternenfrau
06. September 2015 16:31
Ich erlaube mir an all`die traurigen Herzen hier einen kleinen Gruß zu schicken.

Möge er Euch einen Moment der Erholung bereiten:

https://www.youtube.com/watch?v=nRhzSh2bEcI
Karl Blomquist
06. September 2015 18:43
Auch Propagandavokabeln des Gegners sollte man nicht ungeprüft übernehmen

Beispiel 1: „Deutscher Sonderweg“
Eine Propaganda-Vokabel der psychologischen Kriegsführung der USA gegen Deutschland. Diese psychologische Kriegsführung wird auch Umerziehung genannt. Sie verfolgt den Zweck, den Besatzungsstaat BRD leichter unter Kontrolle zu halten. Propaganda-Vokabeln des Feindes wie „Deutscher Sonderweg“ sollte man also nicht ungeprüft übernehmen, um diesen Unsinn nicht auch noch zu unterstützen – sondern analysieren und verstehen, was der Feind damit bezweckt.
Die Propaganda-Vokabel „Deutscher Sonderweg“ ist bspw. im Zusammenhang mit der von den USA betriebenen Flutung Deutschlands mit Mohammedanern ist erst recht fehl am Platz, denn sie unterstellt implizit, dass es sich bei der Flutung um eine deutsche Entscheidung handeln würde. Aber Deutschland ist nicht souverän. Die Macht im Besatzungsstaat BRD haben die USA. Und auch die EU, über die sich viele so beschweren, ist bekanntermaßen nur eine US-Filialholding.

Beispiel 2: „Historische Verantwortung Deutschlands“
Was für eine historische Verantwortung überhaupt?
Der WK I war ein Angriff Englands, Russlands und Frankreichs auf Deutschland. England wollte 1914 die deutsche Handelskonkurrenz und Flotte zerstören, Russland die Meerengen der mit Deutschland verbündeten Türkei erobern zwecks Zugangs zum Mittelmeer, und Frankreich die deutsche Provinz Elsass-Lothringen ein zweites Mal besetzen. Die USA sind 1917 auf der Seite der Angreifer in den Krieg eingetreten, und daher ebenso Angreifer.
Deutschland hatte noch nicht einmal ein Motiv, und Kaiser Wilhelm II zu 100 Prozent recht:

MITTEN IM FRIEDEN ÜBERFÄLLT UNS DER FEIND.

Was danach kam, waren lediglich Folgewirkungen.
Meier Pirmin
06. September 2015 20:00
@Innerer Exilant. Wenn Sie wüssten, wie fern ich den Leuten bin, in deren Nähe Sie mich rücken wollen, ja wie verhasst ich in jenen Kreisen zum Teil bin. Es würde sich aber tatsächlich lohnen, das meisterhafte Buch "Drogen und Rausch" von Ernst Jünger zu studieren, eine unglaubliche Lektüre. Er machte zum Beispiel mit LSD-Erfinder Hofmann Selbstversuche. Jünger liess sich in vorbildlicher Weise durch die Politik, die keineswegs in seinem Sinne lief, das Leben verderben. Seine Meisterschaft bestand in der Kunst der Betrachtung. Am meisten bewundere ich ihn, wie er im 3. Reich Nerven behielt.
Urwinkel
06. September 2015 21:28
@Innerer Exilant. Wenn Sie wüssten, wie fern ich den Leuten bin, in deren Nähe Sie mich rücken wollen, ja wie verhasst ich in jenen Kreisen zum Teil bin. Es würde sich aber tatsächlich lohnen, das meisterhafte Buch „Drogen und Rausch“ von Ernst Jünger zu studieren, eine unglaubliche Lektüre.


Ich bin mir recht sicher, daß Jünger Ihnen darin widersprechen würde. Soviel Lob von sich weisen würde. Das Buch war ein Blaupause für ihn selbst und seine Leser. Erreichte Interesse bis in linke Kreise hinein. Zu "studieren" gibt es darin nicht viel (wenn doch, sagen Sie es mir). Also bitte keine falschen Spuren legen, M.P. Der Rest zwischen I.E. und Ihnen ist nicht mehr mein Problem.
Andreas Walter
06. September 2015 21:32
Manipulation der Medien und damit der Massen in Echtzeit (unmittelbares Monitoring der Zuschauerreaktionen, um diese noch während des Sendungsverlaufs gezielt in Echtzeit beeinflussen zu können) wurde soweit mir bekannt das erste mal 1992 durch Hill+Knowlton Strategies im Auftrag von Tom Lantos praktiziert (unteranderem auch die herzerweichende Brutkastenlüge), was dann zum Krieg gegen Saddam Hussein in Kuwait geführt hat:

https://www.youtube.com/watch?v=yaR1YBR5g6U

Doch die Zeit ist seit dem nicht stehen geblieben und darum möchte ich auf eine "neue" Strategie aufmerksam machen, mit der jetzt Krieg auch gegen uns geführt wird:

http://www.nytimes.com/2011/04/21/opinion/21iht-edgreenhill21.html?_r=0

Auch ein genauer Blick in den Lebenslauf dieser Dame, die auch schon Professorin an diversen renommierten Universitären der VSA war, macht einem recht schnell deutlich, dass es sich hierbei nicht nur um eine Idee oder ein Hirngespinst handelt, wie die FAZ noch 2011 schreibt, sondern etwas wofür sich seit dem sehr viele Leute interessiert haben, wobei das Department of Homeland Security der VSA oder John F. Kerry, derzeit Aussenminister der VSA, noch die für uns bekanntesten Namen sein dürften:

http://cisac.fsi.stanford.edu/sites/default/files/staff/3225/Kelly_Greenhill-CV.pdf

Ich bin der Meinung, dass man die deutsche Bevölkerung dringend auf diese zugegeben wirklich abseitige Form der Massenmanipulation und Kriegsführung aufmerksam machen sollte, die eine ernste Gefahr dadurch auch für Deutschland darstellt, die wir nicht noch länger wie schon bereits 2011 unterschätzen sollten:

http://www.faz.net/aktuell/politik/politische-buecher/migration-erpressung-die-neue-superwaffe-1609116.html
Waldgänger
06. September 2015 22:01
@ Helgi Knartr

Nun, die Kant´sche Aufforderung, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen, kann ich nicht so schlimm finden. Wir tun doch hier in der SiN nichts anderes - im Gegensatz zu jenen, die sich eben nicht mehr ihres Verstandes bedienen ...

Dass die heutigen Linken eine bizarre, ja "scheußliche Nachgeburt" dessen sind, was im 18. Jahrhundert begonnen hat, kann man wohl so sehen.
Der Begriff "Mittelalter" hat für mich hier nur die Bedeutung, dass ich damit eine irrationale Zeit meine.
Oder sehen Sie das MA als eine Zeit des freien frischen Geistes.
Albi aus Amerika
06. September 2015 22:01
Lieber ML und alle Mitleser,

ich möchte mich herzlich bedanken fuer den großartigen Link zum Video mit Jared Taylor, von dem ich bis gestern noch nie gehört hatte. Es ist eine wahre Freude zu sehen, wie der Whigger (oder auch Wigga) sich in grotesker Blödheit zerlegt. Mein amerikanischer Mann, der eigentlich sonst immer alle/s kennt, hatte auch noch nicht von Taylor gehört. Vielleicht liegt es auch daran, daß wir schon mehrere Jahre nicht mehr fernsehen.

Ich lese hier schon seit ein paar Monaten still mit und erfreue mich fast jeden Tag an den Beiträgen und den gehaltvollen Kommentaren. Habe oft gedacht, ich sollte 'mal mittun, doch dann war es manchmal schon "Badeschluß", oder ich habe mich geniert, weil mein einst wirklich beherrschtes Deutsch nicht mehr ganz frisch ist. Ja, wirklich, man vergißt die Muttersprache in der Fremde, wenn man sie nicht pflegt (im Sinne von "benutzt").

@Waldgänger Sie haben vollkommen recht, man muß sich dem Einfluß der MSM komplett entziehen, wenn man den Verstand beisammen halten will. Ich habe das zuerst von jemand 2007 empfohlen bekommen und es nicht gleich kapiert. Es stimmt aber! Auch hier bei uns laufen ja alle Propagandamaschinen wie geschmiert, Tag und Nacht und auf allen Kanälen. Wer sich dem nicht entzieht, wird blöd, man muß es leider so sagen! Wenn man sich alternativ informiert, so wie wir hier, hat man mehr vom Leben!

ML hat recht, wir müssen über den Dingen stehen, nicht in den Strudel (Sog) geraten, nicht mitmachen! Nein, so hat er's nicht gesagt. Mit Humor und Sarkasmus reagieren, das ist es, was die "Guten" aus der Fassung bringt. Mit Leichtigkeit darangehen, nicht mit Biestigkeit, auch wenn's schwerfällt angesichts der Lage.

Fand die Idee sehr gut, einfach 'mal halblang machen, Dienst nach Vorschrift, und auch einfach 'mal zuhause bleiben und nicht zur Arbeit gehen, falls man im ÖD beschäftigt ist oder Beamter ist. (Kann sein, daß der Kommentar unter einem anderen Artikel stand, weiß ich jetzt nicht mehr). Ich weiß, ich hab' leicht' Reden, bin ja in sicherer Entfernung. Aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben, daß dieser Kampf gewonnen werden kann.

Bin derzeit nicht zuhause und schreibe auf einem Tablet, bitte daher evt. Tippfehler zu übersehen bzw zu entschuldigen.
M. Degen
06. September 2015 23:11
Sehr gut geschrieben!

@Sternenfrau

https://www.youtube.com/watch?v=r0Ng4jPsCVM

Das passt noch etwas besser zu den meisten Deutschen. Die junge Künstlerin sollte es aber etwas leiser und langsamer spielen, damit wirklich alle einschlafen und niemand aufwacht.
Helgi Knartr
07. September 2015 09:19
@ Waldgänger, 22.01 Uhr

Ach, Waldgänger - wer wird denn Kant nicht von Herzen zustimmen wollen? Aber die sog. Aufklärung ist janusgesichtig. Und die "scheußlicchen Nachgeburten" haben - nicht nur meines Erachtens - ganz intensiv mit der Aufklärung zu tun (Sie scheinen's ja doch auch nicht völlig anders zu sehen).

"Mittelalter irrational"? Wieso? Allenfalls vom neuzeitlichen Rationalsmus her betrachtet. Sollte man eher nicht. Historische Betrachtung heißt, Geschichtliches aus seiner Epoche heraus zu verstehen. "Jede Epoche ist unmittelbar zu Gott", sagte wohl Leopold v. Ranke einmal, sinngemäß.

Warum habe ich in puncto Mittelalter überhaupt interveniert? Ich sag's: Ich mache Spagat, breiten Spagat: Ich stehe mit einem Bein im Jetzt (gewiß mit derselben Befindlichkeit wie Sie), mit dem andern im Mittelalter, von Tag zu Tag. Hängt mit meiner momentanen Arbeit zusammen. Fühle mich wohl dabei. Wenigstens dabei.
Hühnerbaron
07. September 2015 13:45
Eppur si muove!
Galilei

@Waldgänger:
Da hier vorwiegend Geisteswissenschaftler unterwegs sind, wird die Aufklärung bei SiN leider etwas verkürzt auf die Moralphilosophie von Lessing, Herder, Rousseau und Konsorten bezogen.

Dass die Aufklärung die empirischen Naturwissenschaften, die Evolutionstheorie und den modernen Realismus hervorgebracht hat und hier letztlich die meisten Autoren und Kommentatoren aufklärerischer (trockener) Denken als die sich in quasi religösem Wahn befindliche Gegenseite, wird jedenfalls nicht mit Priorität erwähnt. So macht man sich in etwa die Methodik der anderen zu Nutze, die der deutschen Geschichte eine Zielrichtung auf Hitler verpassen. Linke Geschichtswissenschaft: Das Kaiserreich hat Hitler verantwortet.
SiN: Die Aufklärung hat Merkel zu verantworten. Dies ist insoweit tragisch, als niemand ernsthaft hinter das empirische Kausalprinzip zurück kann (es ist die Wahrheit, einfach selber ausprobieren - das ist der Mut, den Kant meinte)- dessen Offenlegung ist aber die Hauptleistung der Aufklärung und nicht des Mittelalters oder der Moderne.
Helgi Knartr
07. September 2015 15:28
@ Hühnerbaron

"Kausalprinzip" -als ALLEINIGES Prinzip? Ist Kind des Rationalismus und der Aufklärung. Engführung, Tunnelblick. Mit Fogen. "Niemand kann ernsthaft dahinter zurück"? Hinter das Prinzip gewiß nicht, aber hiner die Alleingültigkeit vielleicht DOCH.

Ich empfehle zu diesem Komplex das jüngste Buch des Philosophen Robert Spaemann: "Das teleologische Denken."

Mit Gruß an Martin Lichtmesz. Den Unverzichtbaren.
Martin Lichtmesz
07. September 2015 19:10
Karawane zieht weiter, Dank an alle Teilnehmer! I'll say "anchor baby" ...

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