08. Oktober 2015

Wachstumskritik (V): Überbevölkerung, Reichtum und Technologie

von Felix Menzel / 21 Kommentare

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

jacksonIn meinen bisherigen Beiträgen zur Wachstumskritik ging es noch kein einziges Mal um Ökologie, obwohl fast alle linken und rechten Denkansätze zu diesem Thema mit der Feststellung beginnen, in einer endlichen Welt mit begrenzten Ressourcen dürfe es kein unendliches Wachstum geben. Das ist natürlich richtig, doch es verleitet zu der vorschnellen Schlußfolgerung, wir müßten den Wachstumszwang brechen, um die Umwelt zu retten.

Das daraus resultierende Programm der Wachstumskritiker liest sich dann immer sehr ähnlich: Sie wollen den Menschen einen ökologisch korrekten Konsum verordnen und die Unternehmen dazu zwingen, auf umweltfreundlichere Technologien zu setzen. Überwacht werden soll dies von einem Staat, der einen mehr oder weniger sanften Totalitarismus grüner Prägung anwenden müßte, um zu erreichen, was sich die Theoretiker wünschen.

Praktische Beispiele, wie so etwas am Ende aussieht, gibt es wenige, aber es gibt sie: Das kleine, asiatische Königreich Bhutan, Bolivien und Ecuador haben entsprechende Vorhaben sogar in ihre Verfassungen aufgenommen. Das, was in diesen Ländern erstaunlich erfolgreich an Widerstand gegen die Ökonomisierung aller Lebensbereiche und für den Umweltschutz geleistet wird, läßt sich jedoch aufgrund großer Unterschiede in Bezug auf die Bevölkerungsdichte, technologischen Standards und Durchschnittseinkommen nicht eins zu eins auf die wohlhabendsten Staaten der Welt übertragen.

Insbesondere greift eine Übernahme der Wohlstandsmodelle dieser Länder zu kurz, weil eine wachstumskritische Agenda Deutschlands oder Europas neben dem Umweltschutz noch für ganz andere Probleme Lösungen finden müßte. Welche dies sind, wird ersichtlich, wenn man sich die sogenannte „Ehrlich-Gleichung“ anschaut, die besagt:
Umweltauswirkungen = Bevölkerung x Einkommen (Konsum) x Technologie

Die größte Bedrohung für die Umwelt stellt dabei mittlerweile der westliche Reichtum dar, gefolgt vom weltweiten Bevölkerungswachstum. Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt durch ressourcenschonendere Technologien zu verringern, verspricht dagegen die geringsten Verbesserungen, weil diese sich viel schneller entwickeln müßten, als die Bevölkerung und Einkommen wachsen.

Die Anhänger eines „grünen“ Wachstums machen es sich deshalb deutlich zu einfach. In Erklärungsnöte geraten sie spätestens dann, wenn es darum geht, wie mit alternativen Technologien die Weltwirtschaft bis 2050 um das Fünfzehnfache wachsen soll. Dies wäre schließlich notwendig, damit die dann voraussichtlich neun Milliarden Menschen alle den gleichen materiellen Wohlstand erreichen könnten wie in den OECD-Staaten.

Tim Jackson stellt deshalb in seinem über weite Strecken lesenswerten Buch Wohlstand ohne Wachstum fest:
Die Wahrheit ist, dass es bislang kein überzeugendes Szenario gibt, das für eine Welt mit neun Milliarden Bewohnern stetig wachsende Einkommen mit sozialer Gerechtigkeit und ökologischer Nachhaltigkeit verbindet.

Genau dies ist aber die Position der Weltretter, die leider nicht nur von irgendwelchen unbedeutenden Randgruppen vertreten wird, sondern es bis in die Entwicklungsziele der Vereinten Nationen geschafft hat: Die Vertreter dieser Position wollen einerseits Hunger und Armut bekämpfen, etwas für den Klima- und Umweltschutz tun und zugleich noch die liberalen Freiheitsrechte des Westens verteidigen bzw. sie sogar noch weiter ausbauen, indem etwa ein „Menschenrecht auf Einwanderung“ eingeführt wird.

Dem lediglich ein „Wir schaffen das nicht“ entgegenzuhalten, beweist zwar Realismus, führt uns allerdings nicht aus der allumfassenden Krise, in der wir stecken. Dies gilt sowohl für die ökologischen Probleme, den Umgang mit den Ländern der untersten Milliarde als auch eine kritische Perspektive auf die westlichen Überflußgesellschaften, die maßgeblich dafür verantwortlich sind, daß hierzulande kaum einer mehr zur Verteidigung des Eigenen bereit ist.

Deshalb noch einmal zurück zur „Ehrlich-Gleichung“, aus der hervorgeht, wie schwierig die aus dem Wachstumszwang resultierenden, negativen Umweltauswirkungen mit einer grünen Politik bekämpft werden können. Vielmehr stellt sich die Frage, in welchem Ausmaß sich die Faktoren „Bevölkerung“ und „Einkommen“ beeinflussen lassen.

Da es hier nicht um unsere eigene Bevölkerung geht, die ja schrumpft, könnte man zunächst meinen, wir könnten diesen Faktor vernachlässigen bzw. sollten uns einfach weiterhin darauf beschränken, Kondome für Afrika zu spenden. Aber das stimmt nicht ganz: Solange Staaten ihre Kinder- und Jugendüberschüsse (Youth Bulges) exportieren können, bestehen für sie keine Veranlassung und kein Anreiz, Maßnahmen zur Geburtenkontrolle einzuführen. Wenn Europa also seine Grenzen offen läßt, zerstört es nicht nur sich selbst, sondern trägt indirekt auch dazu bei, daß die Überbevölkerung weiter voranschreiten kann. Vor dem Hintergrund des hier beschriebenen Problemkomplexes ist es zudem absurd, Regierungen mit Entwicklungshilfe zu unterstützen, die nichts gegen die Geburtenexplosion in ihrem Land unternehmen.

Wenn nun von linker Seite das Argument kommt, die Jugendüberschüsse der Dritten Welt spielten eine untergeordnete Rolle, weil unser eigener Konsum die Hauptursache der Umweltschäden sei, so ist dies ein klassisches Eigentor, da die Menschen, die einwandern, genauso konsumieren wollen wie die Einheimischen. Alle Wachstumskritiker und ökologisch denkenden Menschen müßten allein deshalb für einen sofortigen Einwanderungsstopp nach Europa eintreten und sich darauf konzentrieren, wie die Lebensbedingungen der Migranten in ihren Herkunftsländern verbessert werden können.

Der für uns selbst unangenehmste Teil der Beschäftigung mit den Konsequenzen, die sich aus der „Ehrlich-Gleichung“ ergeben, betrifft jedoch den Faktor „Einkommen“ oder genauer ausgedrückt: den Konsum, den uns unser Einkommen erlaubt: Statt Verzicht zu predigen, der immer nur individuell, aber nie auf freiwilliger Basis kollektiv möglich ist, kommen wir bei dieser Debatte nur voran, wenn wir definieren, was Wohlstand für uns bedeutet, wie er gemeinschaftlich verwirklicht werden kann und welche alternative Politik sich daraus ergeben muß. Dies läuft auf die Frage hinaus, wie wir Deutschen in Zukunft eigentlich leben wollen. Entscheiden wir uns hier für ein individualistisches „Weiter wie bisher“, wird unsere Kultur unabhängig vom Ausmaß der Masseneinwanderung zugrunde gehen.

Anmerkung für die Diskussion: Meine eigenen Gedanken zum Wohlstandsbegriff und den Konsequenzen für eine alternative Wirtschafts-, Sozial- und Familienpolitik erläutere ich noch ausführlich. Ich würde mich dennoch freuen, wenn gerade zu diesem Thema, das ich hier bewußt offen gelassen habe, ein paar kluge Anregungen kämen.

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Kommentare (21)

Erklärbär
08. Oktober 2015 11:38
Die "Ehrlich Gleichung" ist totaler Quatsch! Die funktioniert so überhaupt nicht! Wie schon in dem oberen Abschnitt erwähnt! Technologie wird auf Grund von wirtschaftlichen Interessen ausgebremst (siehe Automobilindustrie) und der Konsum wird durch Einwanderung von Fachkräften künstlich nach oben geschraubt! Das ist das Problem! Die Gleichung müsste ungefähr so lauten Umweltauswirkungen= Bevölkerung x Konsumzwang x (Ineffizienz bedingungsloser Vermarktung x Zeitverzögerung technologischem Fortschritt²). Eine Energiewende ist möglich aber nicht unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten der heutigen Zeit, in der der Fortschritt zurück gehalten wird und das wirtschaftliche Wachstum, entgegen der mittlerweile begründeten wissenschaftlichen Auffassung, unendlich voran zu treiben.
gerdb
08. Oktober 2015 12:05
Man muss nicht die Georgia Headstones bemühen um festzustellen das dieser Planet heilllos übervölkert ist.
Statt den Bevölkerungsrückgang zu benutzen um genannte Gleichung zugunsten einer Gesundung zu nutzen (siehe Japan), lässt man sich hier die Bevölkerungsüberschüsse der Welt mit abstrusen Begründungen, wie bestenfalls punktuellen Arbeitskräftemangels aufdrängen. Dabei steht die nächste Digitalisierungswelle schon in den Startlöchern um auch die Mittelschicht zunehmend überflüssig am Arbeitsmarkt zu machen.
S. D.
08. Oktober 2015 12:50
Dies läuft auf die Frage hinaus, wie wir Deutschen in Zukunft eigentlich leben wollen...


Ich vermute, daß ca. 90 % der "Deutschen" ihre urban-technokratischen Standards wie gewohnt beibehalten wollen und ca. 9 % ein Leben mit Wohlfühl-Bio anstreben inkl. der eingeflogenen Bio-Ananas und dem Thunfisch aus fairem Handel.

Selbst diejenigen, welche sich noch als "Deutsche" außerhalb der reinen Personal-Definition ihres Ausweisdokumentes verstehen, weil sie tiefgreifende Bänder zu ihrem Eigenverständnis als Volk haben, zählen mehr oder weniger zu den 99 % jener, deren Lebensäußerungen ausschließlich (Grenzen fließend) innerhalb der technokratischen Gesellschafts(ver)ordnung stattfinden.

Das "Deutsch-Sein" spielt da eine untergeordnete Rolle: Das Wünschen und Wollen der Personaldeutschen ist nahezu identisch mit jenen, die momentan das Land fluten - bestenfalls sind es Besitzverteilungskämpfe. Im wahrsten Sinne: Hier kann nur ein Gott uns helfen, oder dementsprechend ein spirituelles Verbundensein mit eigener Identität - eigener Herkunft und eigener Zukunft. Doch aus der Not heraus wächst auch das Verbindende.
AW
08. Oktober 2015 14:35
Dazu auch interessant Roger Scruton, "How to think seriously about the Planet".
Peter Niemann
08. Oktober 2015 14:48
Zustimmung zu dieser Analyse, gerade auch daß der Konsum die Gesamtsubstanz der westlichen Welt auffrißt: Die Bräuche, die Natur, die Familienstrukturen, die Werte - alles wird vom Konsum verzehrt vom gierigen Monstrum namens Wachstum.
Es gibt nur wenige Möglichkeiten dieses einzugrenzen, freiwilliger Verzicht ist leider kein gangbarer Weg. Die steigende Übergewichtsquoten sprechen eine klare Sprache, abgesehen von den Millionen an Drogen-, Nikotin- und Alkoholabhängige (und Smartphone-Abhängige). Man denke weiterhin an den in der Psychologie bekannten Marshmallowtest, bei dem vierjährige Kinder eine Süßigkeit bekamen wenn sie eine Glocke läuteten, aber gleich zwei erhielten wenn sie eine ihnen unbekannte Zeit warteten bis der Versuchsleiter zurückkehrte. Die meisten Kinder konnten nicht lange genug warten um zwei Süßigkeiten zu erhalten, aber die, die lange warteten wurden später erfolgreicher, waren aber in der deutlichen Minderheit, alles bekannt unter dem Stichwort "Belohnungsaufschub".
Der Mensch kann also nur begrenzt sich selber einengen, manche Gruppen besser, andere schlechter. Deshalb gibt es keine Alternative zum Zwang und zur moralischen Erziehung. Bei ersterem können Steuern, Einfuhrzölle auf besonders toxische Produkte, Verbote von bestimmten Produkten helfen, bei Zweitem Erlernen eines bestimmten moralischen Verhaltens, das z.B. in der Schule vermittelt wird (statt Genderismus vielleicht Naturismus?), Förderung von ressourcenarmen Tätigkeiten wie Wandern, Schwimmen, Lesen, Diskutieren, Singen usf. Die Religion "Konsum" muß durch eine andere ersetzt werden, der christliche Gott gibt so vielen von uns noch viel Kraft und bremst gerade die religiöseren unter uns vor einer exzessiven Ausbeutung der Erde. Er ist aber in den Gläubigen des Konsums erloschen.
Und Dritte Welt: Die oberste Entwicklungshilfe muß Geburtenkontrolle und Bildung sein, alles andere ist falsche Priorisierung; da muß man als Westen hart sein.
Asenpriester
08. Oktober 2015 16:13
Ich hoffe, daß mein Beitrag nicht wieder gelöscht wird, wie so oft bei ökologisch-konservativen Inhaltes.
Herbert Gruhl ist hier als einer der fundamentalsten Spezialisten zu nennen. Ich habe hier einen Vortrag aus dem Jahre 1988 erstmals ins Netz gestellt, der belegt, daß das Wissen der Überbevölkerung speziell in der 3. Welt und das sogenannte 'Wirtschaftliche Wachstum' in der 1. Welt die Ursachen der kommenden Zerstörung der menschlichen Zivilisation darstellen. Junge Aktivisten denken oft, daß die ältere Generation kein Wissen dazu hatte, obwohl einige wenige Parteien (z.B. ÖDP) dieses Allwissen als Grundlage hatten. Achtet bitte auf seine unkomplizierte Ausdrucksweise bei extrem schwierigen Thema :

http://heimattreu-naturkonservativ.npage.de/ist-das-zerstoerte-fliessgleichgewicht-wieder-herstellbar-referat-aus-dem-jahr-1988-von-herbert-gru.html

http://heimattreu-naturkonservativ.npage.de/die-spaetere-bestaetigung-des-referates-und-gruhls-weitsicht.html

http://heimattreu-naturkonservativ.npage.de/warum-die-gruenen-niemals-eine-oekopartei-sein-koennen.html
Marc_Aurel
08. Oktober 2015 17:15
Das wir einen hohen Lebensstandard haben ist ja nicht so sehr das Problem, sondern eher das Produkte so konstruiert werden, dass sie nur eine bestimmte Zeit halten und nicht länger. Die große Masse dessen was produziert wird ist, ist vom Reißbrett weg (mittelfristig betrachtet) Schrott. Die Zeiten, in denen ein Bügeleisen über 3 Generationen hinweg vererbt wurde, sind längst vorbei. Defektes wird nicht repariert, was leicht möglich wäre, sondern einfach weggeworfen und neu gekauft - blanker Irrsinn - Ziel dabei maximales Wachstum.

Endloses Wachstum seinerseits wird ja nur deshalb gepredigt und praktisch angestrebt, damit die Zinsen erwirtschaftet werden können, für die Vermögen, die durch die Dynamik des Zinseszinses exponentiell anwachsen. Genau da liegt der Hase im Pfeffer. Die Hoffnung das der Staat die Wirtschaft oder die Hochfinanz auf Dauer irgendwie bändigen und niederhalten / beschränken könnte, ist illusorisch, so lange das (unendliche) Anhäufen von möglichst viel Vermögen belohnt wird durch den Mechanismus auf dem das ganze System basiert. Das Finanz- und Wirtschaftssystem muss so konstruiert sein, das der Anreiz dazu wegfällt. Im übrigen hebelt dieses Belohnungssytem auch jeglich Form von Demokratie langfristig betrachtet aus, das sich früher oder später immer Vermögenseliten nach oben wursteln, die dann beginnen Einfluß zu nehmen, auch auf die Politik.

Natürlich sind grundlegende Änderungen in diesem Bereich ein fast illusorisch hoch gestecktes Ziel, das würde ich momentan eher hinten anstellen, weil es so ohne weiteres nicht zu machen ist, schon gar nicht mit Vasallenstaaten in Europa, deren Politikdarsteller an der Strippe des transatlantischen Geldadels hängen.

Was die Geburtenraten der dritten Welt angeht: der französische Autor Emmanuel Todd hat in seinem Buch "Weltmacht USA: Ein Nachruf" nachgewiesen, dass die Geburtenrate mit der Alphabetisierung und einer einsetzenden Entwicklung eines Landes ganz von allein auf ein "verträgliches Niveau" abfällt, in so fern Verhütungsmittel zur Verfügung stehen natürlich.
Volker Spielmann
08. Oktober 2015 19:44
Rückt das Kaiserreich China etwa dem Dollar der VSA zu Leibe?

Die Stimmen sind wie so oft geteilt: Die hiesige Lizenzpresse, im Volksmund auch liebevoll Lügenpresse genannt, behauptet, daß das Kaiserreich China nur deshalb so viele VS-amerikanische Dollar verkaufen würde, um den Kurs seines Yuans zu stützen. Im Zwischennetz dagegen ist vielfach zu lesen, daß das Kaiserreich China in Wahrheit sich mit seinem Verbündeten Rußland daran mache den VS-Dollar entweder gleich ganz abzuservieren oder diesem zumindest eine Goldbindung seiner Währung entgegenzusetzen. Nun ist es zwar wahr, daß die Währung der VSA für diese eine ziemliche Schwachstelle darstellt, weil diese nicht von der Wirtschaftskraft des Landes gedeckt wird, sondern der Welt mit Waffengewalt aufgezwungen werden muß - zumindest sagen dies die Spötter und verweisen auf Länder wie Libyen oder Mesopotamien, die stets Besuch vom Onkel Samuel aus Übersee bekommen haben, nachdem sie erklärten, ihr kostbares Öl fortan nicht mehr in wertlosen VS-Dollar zu handeln. Aber ob es China so eilig hat?

Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!
Karin Pfeiffer
08. Oktober 2015 19:53
Die größte Bedrohung für die Umwelt stellt dabei mittlerweile der westliche Reichtum dar, gefolgt vom weltweiten Bevölkerungswachstum. Die negativen Auswirkungen auf die Umwelt durch ressourcenschonendere Technologien zu verringern, verspricht dagegen die geringsten Verbesserungen, weil diese sich viel schneller entwickeln müßten, als die Bevölkerung und Einkommen wachsen.


Dasselbe trug sich während der sog. Industriellen Revolution zu. Der Wohlstand stieg nicht überall zur gleichen Zeit, er erreichte die Unterschichten mit einer Zeitverzögerung. Dies wird von kurzsichtigen Interpreten der Wirtschafts- und Sozialgeschichte auf primitive Art erklärt: mit der Gier der Unternehmer, welchen das Schicksal der Arbeiter gleichgültig zu sein schien. Man lese Roland Baader.

Ein weiteres Problem bildet das Fiat Money. Es ist Ursprung und Motor von Unmoral. Wenn die Eliten - sichtbar für Krethi und Plethi - durch versteckten Diebstahl (Inflation), Lüge, Betrug, Erpressung und Gewalt ihr Einkommen mehren können, dann macht dieses Beispiel Schule. Nicht nur Wohlstand einer freien Marktwirtschaft sickern nach unten, sondern auch Verhaltensweisen ... und dabei ist es gleichgültig, ob diese moralisch "gut" oder "schlecht" sind. Ich setze diese Attribute in Anführungszeichen, weil man sie auch durch "nützlich" und "verderblich" ersetzen könnte. Eigentlich muß, um zu verstehen, ob eine Gesellschaft properiert oder in den Untergang geführt wird.

Bitte eventuelle Flüchtigkeitsfehler zu verzeihen. Ich habe die Grippe, kann aber vom Bildschirm nicht lassen.
UvH
08. Oktober 2015 20:44
Zum Wohlstandsbegriff und den Konsequenzen für eine alternative Wirtschafts-, Sozial- und Familienpolitik:
Was wir brauchen ist eine Gemeinwirtschaft welche die Dinge örtlich, nachhaltig und beständig hält. Wir brauchen eine Gesellschaft, in der Besitz und die Produktion von Waren über eine große Zahl von Familienbetrieben und Genossenschaften verbreitet ist. So eine Gesellschaft ist auf Nachbarschaft, den Familienverband, geringe Staatsintervention und der breitest möglichen Verteilung des Privateigentums als der besten Garantie politischer und sozialer Freiheit ausgerichtet.
Die christliche Soziallehre, insbesondere die katholische Soziallehre unter dem Stichwort "Distributismus", biete hier viele Anhaltspunkte.
Andreas Walter
09. Oktober 2015 02:53
Dazu habe ich gestern schon mal etwas geschrieben, was ich hier gerade wiederholen kann.

Weil technischer Fortschritt Unabhängigkeit und Wohlstand für alle bedeuten würde, für einige wenige aber Konkurrenz und damit Gewinn- und Machtverlust. Ökonomie sei die Verwaltung der Knappheit, bekam ich im Studium der Wirtschaftswissenschaften gleich als erstes beigebracht. Doch was passiert da, wo es keine Knappheit mehr gibt? Da gibt es nichts mehr zu verwalten, zu steuern, zu lenken. Totaler Kontroll- und Machtverlust, Verlust all ihrer Privilegien und Reichtümer also für die, die sie jetzt noch in Händen halten. Wer etwas von Kernkraft versteht wird relativ schnell begreifen, was für gewaltige Veränderungen der Welt jetzt bevorstehen. Denn die Chinesen und Inder sind schon dran.

https://www.youtube.com/watch?v=k6BXvw6mxtw

https://www.youtube.com/watch?v=qLk46BZfEMs
Exmeyer
09. Oktober 2015 11:16
Man gehe durch sein Haus und schaue sich um. Man klettere auf den Dachgipfel seines Hauses und beschaut von dort seinen Garten und die Nachbarn. Man gehe von dort, setze sich in einen Hubschrauber und beginne einen Rundflug, erst über die Umgebung des Hauses, dann die weitere Umgebung, dann bis zur maximalen Flughöhe. Anschließend besteige man eine Transall und läßt die Heckklappe öffnen und begebe sich auf einen Rundflug. - Man STELLE SICH VOR, was dort sein SOLLTE und was nicht. Ich bin sicher, daß man mit vielen Menschen eine recht ähnliche Idealvorstellung teilt.

Bis dahin handelt es sich um einen intuitiven Ansatz. Und bis dahin kommt auch ein "Grüner". Was aber die Voraussetzung dieser gewünschten Welt wäre, das geht dann für 95% doch zu weit. Selbst wenn man hier zu technischen und realpolitischen ergebnissen käme, bleibt es nur eine pseudo-politisches Wunschbild. Dieses Wunschbild ist insoweit politisch, als es eine bildliche Kraft entfaltet, welche Menschen in ihrem Denken und Fühlen und Wollen zu beeinflussen vermag und es sich insofern um AgitProp handelt. Also in diesem Zusammenhang steht die Frage nach der "Wirtschaft"! Agitprop.
Das ist alles ganz nett, wahrscheinlich ist diese Form von AgitProp auch notwendig. - Aber selbst die Bundeskazlerin, mit einer satten 2/3-Mehrheit im Bundestag und Bundesrat ausgestattet, könnte Ziele und deren Voraussetzungen nicht installieren, vielleicht über Jahrzehnte langsam etwas anstoßen. Vielleicht. Wäre da nicht die Realität, beispielsweise namens Daimler-Benz oder Siemens oder Deutsche Bank. Sei es in Form von ausländischen Globalisten und andere Staaten, besonders Groß- und Weltmächte, die die eine von einer hypothetischen Mehrheit im Staat getragenen Wunschvorstellungen mit allen Mitteln bekämpfeten. Das haben wir 1914 und ab 1933 gesehen. Und ich meine, das sehen wir am Beispiel von Volkswagen auch heute. Selbst die Massenmirgation sehe ich in diesem Zusammenhang. Den Umgang mit Rußland ebenfalls.

Deswegen stelle ich quasi eine (rhetorische) Gegenfrage: Was wollen Sie mit der Frage nach Wachstum und Kritik erreichen? AgitProp? Also die Erzeugung eines positiven "politischen" Ziels? Ziele, die weit über die negative Ziele, Verminderung der Masseneinwanderung und Überfremdung, Verhinderung der Zerstörung der Lebensgrundlagen alleine in Mitteleuropa, wenn nicht der Welt, hinausgeht? Das gelingt, wenn man Wunschvorstellungen und analytische Befähigung der meisten Menschen zusammenbringt.

Oder!
Oder geht es um kleine Ansätze. Eher nicht "politisch" gedacht, sondern real?
Die Entwicklung einer Blaupause, die vervielfältigtwerden kann. Die umsetzbar ist. Machbar. Für viele, wenn auch nicht für alle. Eine Art Entwicklung von open-source-Quellcode. Oder um es mit historischem Bezug anzusprechen: Eine Art "Reformation". Von unten. - ????????????

Meiner Meinung nach, sind beide Ansätze erforderlich. Sie müssen zusammen passen. Aber sie haben, wie oben dargestellt, verschiedene Ziele. Wunschwelt (die es nie geben wird) aber magische Anziehungskraft entwickeln kann (das machte den Erfolg der Grünen, vor allem in der Großstadt aus) UND realer Ansatz. Vile Menschen suchen doch nach solchen und sind natürlich völlig überfordert damit. "Paleo"-Lifestye, "Schrot&Korn"-Lifestyle, "vegan&vital"-Lifestyle, urban&medienschwuchtel-Lifestyle, Hipster-Scheiß oder sonstwas.

Der Blog von Thomas Schmidt, " http://ernstfall.org " ging den Weg, auf der Suche nach realen Ansätzen. (Hoffentlich geht es dort eines Tages weiter!) Der Name Thomas Hoof steht für reale Umsetzungen im wirtschaftlichen Bereich. Ich nenne diesen Ansatz "self-reliance". Der englische Begriff ist m.E. nicht direkt übersetzbar, sondern (wie so häufig) bedeutungsverschoben.

Die Menschen beschäftigen sich Tag für Tag, mindestens 60h/Woche, damit, ihr Leben in den Griff zu bekommen. Arbeiten, Pendeln, im Stau stehen, Kinder zur Schule bringen, wieder abholen, Kochen, Waschen, Essen, Arztbesuch, wenn man Grippe hat. In der Restzeit ist man erledigt. Im Idealfall treibt man noch Sport, liest was anständiges, gärtnert am Wochende ein bißchen oder fährt mit den Kindern in das nächste Mittelgebirge zum Wandern.
Mit Mitte sechzig, Kinder sind außer Haus, man kann die Einliegerwohnung vermieten, sich einen Camper kaufen und durch Europa gurken, im Winter ins Ötztal, im Sommer nach Skandinavien, dazwischen mal in den Urlaub fliegen. Ansonsten sind Garten und Haus im perfekten Zustand. Krebs, Chemo, noch ein paar Jahre und aus. Oder Schlaganfall, Heim, Alzheimer und aus. Dann ist es perfekt gelaufen. Die Menschebn teilen sich in drei Teile: Die die das (und mehr) machen können, diejenigen, die das gerne machen können würden. Und der Dritte Teil. Der weiß, daß das mit Glück wenig zu tun hat. Und mit der Realität auch. Denn alles, was hier konsumiert wird, wird von anderen geschaffen. ALLES! Wirklich 100%.

Auf Suche nach anderen Ansätzen, seien diese wirtschaftlich oder politisch (im praktischen und engeren Sinne), bei denen Konsum und Produktion näher zusammen liegen, auch der "Konsum" und die "Produktion" (Schaffung und Erhaltung) der Verhältnisse, sollte man sich begeben. Unser Leben und Überleben ist von uns selbst eben nicht abhängig sondern von unbekannten anderen. Das Schicksal eines jeden hängt von einer Vielzahl von Menschen und Organisationen ab, die er nicht kennt und niemals kennelernen könnte, weltweit. Unser Zustand in Deutschland hängt u.a, daß überall auf der Welt "Volkswagen" gekauft werden.

Deswegen unterscheide ich: "Überfluß und Wohlstand" und "robustes Überleben und Funktionieren - auch in Krisen". Letzteres könnte man als "Minimal-Funktion", "Survival", oder "Default". Situationen, in denen die dünne Schicht mit dem ganzen Überfluß-Gegenständen und Überfluß-Lebensstrukturen zum Überleben nichts mehr beiträgt.
Man benötigt einerseits "Survival"-Strukturen, wenn man in einer eventuellen Krise nicht auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Hillfe, die es sowieso nur geben wird, wenn die Krise oberflächlich bleibt.
Zweitens muß man - nun in globaleren zusammenhängen gedacht - den ökonomischen Rahmenbedingungen gerecht werden. Thomas Hoof und "Peak-Oil", sicher kein "ewiges Wachstum", halbwertszeit von schuldenbasierten Fiat-Geld-Systemen. Schleichender Verlust funktionierender staatlicherer Strukturen aufgrund der notwendigerweise (auf Dauer) exponentiell zunehmenden Staatsschulden und der Zinseszinslast. In Folge wahrscheinlich: Zunahme von kriminellen, religiösen, politischen (gerade mit außenpolitischen Zusammenhängen) und wohl auch wirtschaftlichen Konflikten, selbst ohne Krise!

Wer als einzelner auf die VORHANDENEN langsamen Entwicklungen und auf die MÖGLICHEN schnellen, krisenhaften reagiert und entsprechend beginnt, real unabhängiger zu werden von Fremdstrukturen, baut aktive Selbst-Verantwortungsstrukturen auf und existenzielle Abhänigkeiten ab.

Die gärtnerische oder kleinlandwirtschaftliche Teil-Selbstversorgung wäre ein Ansatz, wie es eine kleine Bürgerstreife zur Verhinderungen von Einbrüchen und sexuellen Straftaten ist.

Zum Zusammenhang: Die Antwort auf die großen Fragen der weltwirtschaftlichen Entwicklung sollte man nicht (nur) "top-down" ("Ende des Wachstums", "Peak-Oil", "Kriege um Ressourcen") betrachten, sondern als Anfangspunkt eine bottum-up-Betrachtung wählen. Von den Bedürfnissen der (deutschen) Menschen her, bei den existenziellen angefangen.

Persönlich: Ja, ich liebe 300+PS Autos und unbezahlbare Technik im Allgemeinen. Aber jeder Golf-II-Diesel, Uralt-Hilux, Mercedes 230 und Alt-Traktor oder Unimog-1,5-Tonner läßt mich strahlen! Mittelalterliche Bauweise, Handwerk und Landwirtschaft besitzen eine magische Anziehungskraft.
Weshalb? Weil sie robust sind. Sie halten. Sie sind reparierbar. Nicht effizient, nicht effektiv - in Zeiten des Überschusses. Aber "reliable", nicht "over-engineered". Sie funktionieren in Zeiten der Krise. Sie machen Dich unabhängig von der Werkstatt und dem Diagnosegerät.

Nein, ich fahre nicht mit einem Golf-II zur Arbeit. Ich fahre mit einem Auto zur "Arbeit", das durch die Arbeit auch finanziert und unterhalten werden kann. Arbeit und modernes Auto gehören zur Überschuß-Welt. Diese Welt kann man nicht abschaffen, auch nicht für sich selbt, wenn man nicht zum Einsiedler, der dann die Grundssteuern auch nicht bezahlen kann, werden will. Aber man kann sie in die Schranken weisen. Auf den Platz auf den sie gehört: Diese Überschuß-Welt sorgt für NICHTS existenzielles, schon gar nicht, wenn es drauf ankommt. Sie stellt zwar irgendwie und irgendwo diese Güter durch irgendjemand her. Aber in einer Krise ist man davon abhängig. Das eigene Leben hängt davon ab, daß alle Zähnchen ineinandergreifen.

Diese Überschuß-Welt ist durch die Makrofaktoren angeschlagen, sie "müßte" oder "sollte" sich nicht ändern. Sie wird sich ändern.

Man benötigt neben dieser Überschuß-Welt eine weitere, eine komplementäre, in der die Selbstverantwortung beginnt Raum zu greifen. Und das fängt im Kopf an: Ich kaufe gerne ein. Dagegen ist nichts auszusetzen. ABER! Ich will nicht von Aldi&Edeka abhängig sein. (Dieser Gedanke ist der Anfang vom Anfang.)

An diesem Gedanken ist das "noch zu schreibende Buch" aufzuhängen.
Gustav Grambauer
09. Oktober 2015 12:54
In der letzten Woche sind ein paar Beiträge von mir nicht erschienen, es wurde auch eine höhere Anzahl erschienener Beiträge auf der Hauptseite als unter den jeweiligen Aufsätzen angezeigt - deshalb weiß ich nicht, ob meine bescheidenen Gedanken bei der Übertragung elektronisch "verschluckt" oder der Zensur zum Opfer gefallen sind. Wie dem auch sei, da ich die diesbezügliche Verständigung für nicht unwesentlich halte, habe ich sie gespeichert, und nun würden sie sogar noch viel mehr Beitrag zur hiesigen Diskussion sein:

Es geht um die Positionierung gegenüber dem Projekt der "Neuen Seidenstraße".

Das Achsen-Ereignis der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts hatte nichts mit Lenin oder Hitler zu tun (schon eher - indirekt - mit Stalin), es war Roosevelts New Deal.

Banken haben keine Panzer und Raketen (das wird sich im Laufe des 21. Jahrhunderts noch ändern); noch bedürfen sie in kritischen Phasen, in denen Krieg für sie Verlockung oder auch nur letzter Ausweg ist, des Staates. Dafür lassen sie sich vom Staat - zeitweise - ans Schlaffittich nehmen (wie dazumal mit dem Glass-Steagall Act, der nur im Rahmen der Kriegsstrategie angemessen interpretierbar ist). Zum Pakt gehört, daß der Staat eine Renaissance der klassischen Kultur einleitet, massive Stimuli für Geburten ("Kanonenfutter") setzt, das Erziehungssystem und die Naturwissenschaften wieder in Form bringt, die Wirtschaft realisiert und zentralisiert sowie in gigantische Infrastrukturprojekte investiert. Die Beute aus den entsprechend führbaren Kriegen wird anschließend geteilt, dem verdanken die USA u. a. ihr "friedliches" Raumfahrtprogramm, guckstu hier:

http://www.kopp-verlag.de/Unternehmen-Patentraub-1945.htm?websale8=kopp-verlag&pi=111606

Wir kennen die Abmachungen zwischen Wall Street und U. S., Inc. über die Laufzeit des New Deal nicht, die selbstverständlich hinter gepolsterten Türen getroffen worden waren. Ich könnte mir vorstellen, er sollte 30 Jahre laufen. Daran anknüpfend könnte ich mir vorstellen, daß Kennedy 1963 die Frist einseitig verlängert sehen wollte und dafür sterben mußte. (Dennoch hat der Impuls des New Deal die Welt noch weitere 30 Jahre, also bis in die frühen 90er Jahre hinein, getragen und damit den Zusammenbruch der klassischen Moderne aufgeschoben.)

Jetzt mit dem Ende der Postmoderne steht zu befürchten, daß sich die "Zivilisation" für den Rückfall in die Moderne entscheidet, mit allen Konsequenzen der keynesianischen Vergewaltigung von Natur und Wirtschaft, Vermassung, Zentralisierung, Gleichschaltung und Totalüberwachung (mir ist klar, daß die "Aufklärungs"-, "Bildungs"- und "Entwicklungs"-Spießer jetzt aufschreien werden: letztere ist in einer "harmonischen Gesellschaft" á la Xinping noch viel besser zu gewährleisten als auf dem Tiefpunkt der US-Dekadenz).

Womöglich stehen wir also kurz vor einem New Deal 2.0, diesmal auf globaler Ebene und diesmal mit frischem Kapital, nämlich von der BRICS-Entwicklungsbank. "Ordo ab Chao" heißt nicht, daß die Akteure von "Ordo" und "Chaos" dieselben sein müssen.

Ob die "Zivilisation" aus den Ruinen ihrer "Failed States" kriechend nur wieder wie ein Pawlowscher Hund in den Gegenreflex verfällt (die Parallelen zu den 1920er Jahren sind unverklennbar) oder sich diesmal auf das Organon besinnt, entscheidet sich in Moskau. In der Hinsicht äußerst interessant war bereits die Abfolge Putin 1.0 - Medwedjew - Putin 2.0 zu deuten, denn Putin ist offen für beide Varianten. Kreml-Astrologe müßte man sein!!!

- G. G.
Rumpelstilzchen
09. Oktober 2015 13:45
Auch eine Art der Überbevölkerung:
http://www.nzz.ch/newsticker/westdeutsches-bundesland-niedersachsen-1000-fluechtlinge-in-100-einwohner-ort-untergebracht-1.18627203
Da vergehen einem alle Visionen.
Thomas Schramm
09. Oktober 2015 18:46
Ein sehr guter Grundsatz-Beitrag zur Debatte.

Wir können ewig versuchen die Symptome zu bekämpfen.

Die Fragen für den Menschen sind meiner Meinung nach: - Wie verstehe ich das Leben? Was ist der Sinn des Lebens? Gibt es Gott? Wie wirkt er in der Schöpfung? Woran erkenne ich ihn? Was bedeutet das für mich?

Nur um mal die Richtung anzudeuten.

Ein Volk oder auch eine Nation sind ein Teil der Schöpfung in dem der einzelne Mensch wirkt und für sich das Umfeld formt.

Handelt er im Einklang mit den unveränderlichen "Gesetzen" der Schöpfung wird ihm das Werk gelingen - wenn nicht, dann sind die Ergebnisse so wie wir sie in unserer Gesellschaft sehen.

Dann gehört der Wille und der Mut dazu, es zu erkennen und sein Handeln den Erfordernissen anzupassen.

Dann kann ein Gott uns retten, denn seine ewigen "Gesetze" wirken sofort.
Der Mensch kann und muß nicht alles machen aber das erforderliche tun.

Danke für die Anregungen durch diesen Beitrag von Herrn Menzel.
Andreas Walter
10. Oktober 2015 21:58
Hier, was zum lachen:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/ttip-kommentar-ich-bin-nicht-rechts-aber-gegen-ttip-a-1057182.html

Wie gross doch die Furcht bei denen sein muss, einfach nur für sich selbst zu sein. Sie ahnen noch gar nicht, wie deutsch sie eigentlich im verdrängten Schatten sind. Aber es geht ihnen noch zu gut. Biohühnchen möchten sie essen, nicht Chlorhühnchen. Sehr Elitär, die neuen "Kommunisten".
nörgler
11. Oktober 2015 05:05
@Erklärbär
Sie sprechen zu Recht von zurückgehaltenem Fortschritt,was wie Sie richtig feststellen auf Profitinteressen zurück zu führen ist.Die Frage ist nur,wie erklärt man dies dem durchschnittlichem
RTL/Barbara Salesch Gucker?Unmöglich,meine ich mal.
nörgler
11. Oktober 2015 05:14
Marc_Aurel
Chapeau.Sie haben mit Ihrem Kommentar den Nagel auf den Kopf getroffen,finde ich.
Belsøe
11. Oktober 2015 08:04
Wer keinen Dreck fressen will, soll es also erst mal schlechter haben? Begreifen Sie eigentlich, wem und was Sie da das Wort reden?

Ich lache überhaupt nicht darüber. Die sind sechsstellig angetreten für (auch eine Form von) Souveränität. Wenn man sie dafür für jedermann durchschaubar zu diskreditieren versucht - um so besser! Ich freue mich, daß Deutschland wieder solche Demos zustande bekommt. Wer das nicht tut, also Sie z.b. - DEM geht es zu gut.
Knut
12. Oktober 2015 18:36
Solange Staaten ihre Kinder- und Jugendüberschüsse (Youth Bulges) exportieren können, bestehen für sie keine Veranlassung und kein Anreiz, Maßnahmen zur Geburtenkontrolle einzuführen.

Vor dem Hintergrund des hier beschriebenen Problemkomplexes ist es zudem absurd, Regierungen mit Entwicklungshilfe zu unterstützen, die nichts gegen die Geburtenexplosion in ihrem Land unternehmen.


Geburtenkontrolle darf dann aber nicht bedeuten, dass es zu Zwangsabtreibungen kommt oder sie irgendwie anders gefördert werden (siehe Chinas "1-Kind-Politik"). Verhütungmethoden können auch frühstabtreibend wirken (So habe ich gelesen, dass selbst die gemeine Anti-Baby-Pille die schon befruchtete Eizelle sterben lassen kann [Nidationshemmung]. Selbst nach dem Absetzen dieses "Medikaments", ja sogar dann für eine Weile verstärkt noch [weil der erste Verhütungsmechanismus wegfällt]). Laut der Enzyklika "Humanae Vitae" ist (künstliche) Verhütung sowieso gegen die Natur. Ich halte es da eher mit der Quiverfull Bewegung und Psalm 127,3

Siehe, Kinder sind eine Gabe des HERRN, und Leibesfrucht ist ein Geschenk.
Monika
13. Oktober 2015 08:25
Danke für diesen Beitrag, der grundsätzliche Fragen stellt.
Fragt sich, ob wir Europäer noch lange Zeit haben, eine Lösung zu finden und umzusetzen. Oder ob wir von den Ereignissen überrollt werden. Und die Politik mit anderen Mitteln fortsetzen müssen.
Europa steht nach zwei großen Kriegen vor der historischen Aufgabe, mit einem Heer an "strukturell Überflüssigen"( Zygmunt Baumann) zivilisiert umgehen zu müssen ohne selbst unterzugehen.
Mit Durchhalteparolen ist es nicht jedenfalls nicht getan.
http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/ab-einer-gewissen-zahl-von-migranten-bricht-jedes-asylwesen-zusammen/story/23432728

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