26. Januar 2016

»Es wird nichts besser durch Zuwarten« – die 16. Winterakademie

von Nils Wegner / 20 Kommentare

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

bildSchnellroda lag über das vergangene Wochenende in Eis und Schnee, doch auch das hielt 130 junge Leute aus dem gesamten deutschsprachigen Raum nicht von der Anreise ab. Am frühen Freitagnachmittag eröffnete Dr. Erik Lehnert die 16. Winterakademie des Instituts für Staatspolitik, diesmal zum Thema "Widerstand" – ein großes Wort, das verschiedenste Assoziationen hervorruft. Grundlegend für eine widerständige Haltung sei aber immer das Verhältnis des je Einzelnen zu Gesellschaft und Gemeinwohl.



Auch stelle sich die Frage, unter welchen Bedingungen Widerstand legitim und ob bei zu großer Verhaltenheit infolge fehlenden Leidensdrucks der »Rückzug in die Nische« eine Alternative sei. Ein beispielhafter literarischer Versuch über den Zwiespalt des Widerständlers liege mit Kleists Michael Kohlhaas vor; die Widerstandsfrage sei jedoch auch Thema in verschiedensten konservativ-revolutionären Auseinandersetzungen, so zwischen Carl Schmitt und Ernst Jünger. Die zentralen Faktoren, die es bei jeder Gegenbewegung zu bedenken gebe, seien stets die gleichen: Maßstab, Zeitpunkt, Form, Ziel und mögliche Konsequenzen.

Diese Konstanten bestimmten auch die künstlerische Verarbeitung des Widerstandssujets, womit zu Dr. Michael Rieger übergeleitet werden konnte. Rieger sprach über »Literatur als Widerstandsakt – III. Reich, DDR, BRD« und schlug einen weiten Bogen vom Eingeständnis der politischen Wirkmacht – also potentiellen Gefährlichkeit – von Literatur, das die "Aktion wider den undeutschen Geist" ab April 1933 darstellte, über einschlägige Schriftsteller der Inneren Emigration (Ernst Wiechert, Reinhold Schneider, Jochen Klepper) und ihre kunstvolle Kritik bis hin zum Nachkrieg, seit dem für die DDR Uwe Johnson und Heiner Müller sowie für die BRD Botho Strauß, Peter Handke und Martin Mosebach Beispiele einer schriftstellerischen Verweigerungshaltung gegenüber den Zumutungen der Zeit abgaben.

Eben dieser Zumutungen bildeten den wesentlichen Betrachtungspunkt der anschließenden politischen Lageanalyse Götz Kubitscheks. Kann die Lage im Januar 2016 – unter dem Vorbehalt eines nicht verhandelbaren »Erhalts der ethnokulturellen Identität« des deutschen Volks – planbar sein? Zwei exemplarische Zeitungsartikel der vergangenen Woche, Karlheinz Weißmanns »So günstig wie nie« und »Die wehrhafte Wut des Winkelzahnmolchs« aus der FAS (über den AfD-Parteiphilosophen Marc Jongen), dienten dem Geschäftsführer des Verlags Antaios als Wegweise hin in eine Analyse der allgemeinen gesellschaftlichen Verschärfung.

Nun werde sich abzeichnen, ob das wahrnehmbare Brodeln jenseits der Parteiarithmetik und des »Machterhaltungstriebs der Altparteien« Ausdruck eines »notwendigen Zorns«, einer Thymosspannung, sei oder doch nur einer »amorphen Tendenz« der Bürger entspreche, mit den tagespolitischen Reizen hierhin und dorthin zu treiben. In jedem Fall aber sei nun eine Dynamik in Gang gesetzt, und deren Schwung müßten wir Dissidenten mitnehmen: »Ausweitung der Kampfzone, Erhöhung der Spannung, Vertiefung des Risses« seien nun die dringlichen Aufgaben; rückgebunden, ohne Distanzierungen und ohne Versöhnung mit den Chaos-Verantwortlichen.

Am Samstagmorgen setzte um 09:00 Uhr Dr. Dr. Thor v. Waldstein die Vortragsreihe fort. Seine Ausführungen Widerstandsrecht umfaßten eine eingehende rechtstheoretische Heranführung an das Thema, konkrete Fallbeispiele für die mögliche Geltung des grundgesetzlich verankerten Widerstandsrechts sowie einen flammenden Schlußappell, der – abzulesen am Beifall – seine Mobilisierungswirkung voll entfaltete und eine rege Diskussion nach sich zog. Die juristische Analyse v. Waldsteins wird alsbald als Teil der »Wissenschaftlichen Reihe« des IfS veröffentlicht werden: »Wir Deutsche sind das Volk«. Zum politischen Widerstandsrecht der Deutschen nach Art. 20 IV Grundgesetz in der »Flüchtlingskrise«.
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In der Folge berichtete Rolf Stolz, Mitbegründer der GRÜNEN und seinerzeit Angehöriger des auf dem Weg an die Schalthebel letztlich ausgebooteten nationalneutralistischen Lagers, von seinen persönlichen Erfahrungen – einerseits als Mitglied einer sich betont "widerständig" gerierenden Partei, andererseits mit dem »Widerstand gegen den Widerstand« innerhalb derselben, im Spannungsfeld zwischen einander spinnefeind gegenüberstehenden Interessengruppen und ideologischen Fronten. Der promovierte Psychologe Stolz lieferte dabei zusätzlich eine interessante Typologie der verschiedenen Widerständlerpersönlichkeiten, an der auch mit einem zeitlichen Abstand von rund 30 Jahren kaum zu rütteln war.

Nach Mittagessen und Sportsegment war Martin Sellner, Obmann der Identitären Bewegung in Wien, an der Reihe. Sellner befaßte sich in einer vorbereitenden, theoretischen Erläuterung mit den Lehren aus Hannah Arendts Macht und Gewalt sowie insbesondere Malcolm Gladwells The Tipping Point. Für die Identitären wie für alle Kräfte eines neuen nationalen Aufbruchs der europäischen Staaten bedürfe es daher letztlich einer gelungenen Fusion von »patriotischer Erneuerung« und »patriotischer Eroberung« – Renaissance und Reconquista. Insbesondere die politische Vita Viktor Orbáns sei beispielhaft für eine sinnvolle Verknüpfung von realpolitischem Gestaltungswillen und nationalem Mythos. Den Samstagabend beschloß dann die ausführliche Beschäftigung der Runde mit dem antikommunistischen Widerstand rumänischer Partisanen.

Unter kundiger Anleitung eines Marketingfachmanns wurde am Sonntagmorgen die Frage erörtert, wie eine Prägung von Marken (im Sinne von eingängigen Bildern, Mems, kurz: eine "Kommunikationsergreifungsstrategie") durch die Rechte aussehen und vor allem funktionieren könne. Die neuen Medien und der aktuelle Stand der Kommunikationswissenschaft eröffneten hierzu eine Unzahl möglicher Verfahrenswege, auch wenn letztlich die Bewußtmachung des Kommunikationsquadrats Friedemann Schulz von Thuns und des Watzlawick'schen Postulats »Man kann nicht nicht kommunizieren« am Anfang aller Pläne stehen müsse.

Den Abschluß bildete ein weiterer Bericht aus der Praxis: Dr. Hans-Thomas Tillschneider berichtete von der alltäglichen »Parteipolitik als Widerstandsakt« und insbesondere von den derzeit hervorragenden Möglichkeiten des Wirkens der AfD. Die Entwicklungen seit dem Essener Parteitag und dem Sturz Bernd Luckes, daß die AfD die gegenwärtige Sammlungsbewegung für alle an einem gründlichen Schwenk in der Politik der Bundesrepublik Interessierten sei. Und gerade im Hinblick auf die auch in diesem Netztagebuch gepflegte Analysenkultur bracht Tillschneider geradezu eine Lanze für die Parteiarbeit: Es handele sich bei der weiteren Entwicklung um eine, die man nicht aus der Distanz vorhersagen könne, sondern »handelnd entscheiden« müsse – wer gestaltend tätig werden wolle, müsse sich eben regen, und für ihn persönlich - so Tillschneider - sei der Eintritt in die AfD ein unverzichtbarer Schritt auf diesem Weg gewesen.

Das handelnde Entscheiden und entschiedene Handeln war denn auch die Quintessenz des gesamten Wochenendes, für jeden an seinem Platze; denn, um mit Martin Sellner zu sprechen: »Jetzt gilt's!« Und hinsichtlich des entschiedenen Handelns zur Teilnahme an den Staatspolitischen Akademien des IfS spricht es für sich, daß abermals rund ein Drittel der jungen Zuhörer zum ersten Mal dabei war. Es geht voran!

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (20)

Thomas Friedrich aka Friedfertig
26. Januar 2016 12:37
Vielen Dank für den ersten Bericht über die Themen der Veranstaltung.
Man wird sicherlich auch aus der Ferne noch inhaltlich über all das näher diskutieren können.

Vorab möchte ich kurz einen Aspekt ansprechen, der einigen möglicherweise nebensächlich oder gar abseitig erscheinen könnte:

"Unter kundiger Anleitung eines Marketingfachmanns wurde am Sonntagmorgen die Frage erörtert, wie eine Prägung von Marken (im Sinne von eingängigen Bildern, Mems, kurz: eine „Kommunikationsergreifungsstrategie“) durch die Rechte aussehen und vor allem funktionieren könne."

Das ist m.E. ein extrem wichtiger Aspekt. Hier besteht für uns noch erheblicher Nachholbedarf.
Anders ausgedrückt: es besteht noch Raum für Optimierung ...

Gut, dass bei der Akademie auch dieses Thema auf die Tagesordnung genommen wurde.

Botschaft, Marke, Bilder:
Absolut notwendig für jedes erfolgreiche Agieren.

Konkret (im Kleinen gesagt):
Wenn ein Motiv, ein Bild erst einmal von einer Botschaft erfüllt ist, fällt
1. deren Verbreitung wesentlich leichter, und
2. spricht es auch andere Sinne an, wodurch die Verankerung der Botschaft im Bewusstsein des (potentiellen) Empfänger besser gelingt, was
3. die weitere Verbreitung weiter erleichtert und beflügelt (es erleichtert das "Jeder kann etwas tun", und wenn es nur Aufkleber wären).

Massen erreicht man durch Bilder.
Andreas
26. Januar 2016 20:37
Servus,

nicht böse sein, prägt mal Marken und diskutiert aus der Ferne.

Ich setze dann meine Hoffnung lieber auf sog. Russlanddeutsche.

Und wenn ich mir die aktuellen Demonstrationen so ansehe, scheint das keine schlechte Strategie.
AGIS
26. Januar 2016 20:41

Die gegenwärtigen gesellschaftlichen Veränderungen in Deutschland stellen sich objektiv als eine humanitäre Katastrophe von bisher nicht gekanntem Ausmaß dar. Insoweit ist es legitim, gleichsam von einem singulären Ereignis zu sprechen, welches zwangsläufig die materielle sowie die immaterielle Lebensgrundlage der deutschen Menschen, beispielsweise seien die Aufrechterhaltung des deutschen Sozialstaats oder diejenige der deutschen Kultur genannt, zerstören wird – wenn diese nicht endlich, und zwar kollektiv, gegen eine im Wortsinne ausgesprochen inländerfeindliche Politik, die dies zu verantworten hat bzw. nach wie vor konsequent fördert, aufbegehren werden: Aktiver Widerstand ist gefordert, jetzt! Ohne »Wenn« und ohne »Aber«!

Ebenso ist es längst schon an der Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen, welche die deutsche Volksseele in dieser so schwierigen Zeit auf das Unerträglichste belasten: In der überwiegenden Mehrheit drängten im Jahre 2015 – der Plural ist sprachlich gerechtfertigt – Millionen von Menschen in unser Land, indem sie wissentlich und willentlich geltendes Recht und Gesetz, vgl. in concreto die einschlägigen Bestimmungen des Aufenthaltsgesetzes, brachen – und die deshalb eindeutig als das zu bezeichnen sind, was sie nun einmal sind: als Straftäter nämlich!

Auch wenn dabei auf der Grundlage der derzeit geltenden gesetzlichen Regelungen regelmäßig zwar nicht von Verbeche(r)n im strafrechtlichen Sinne gesprochen werden kann, so dürfte doch unstreitig sein, dass schon aufgrund der zahlenmäßigen Dimension dieser Vergehen eine erhebliche Bedrohung für die innere Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland ausgeht – potenziell durchaus von jedem einzelnen Grenzbrecher. (Allein damit wäre ein sofortiger Politikwechsel sachlich begründbar.)

Ganz abgesehen von der mehrere Hunderttausende umfassenden »Gruppe von Ausländern«, welche seit dem Sommer des vergangenen Jahres illegal die Grenzen Deutschlands überschritten hat und danach unmittelbar »abtauchte«, die also faktisch im Untergrund lebt, ohne dass sie über eine gesicherte Lebensgrundlage verfügte: Es bedarf keines Studiums der Kriminologie, um zu erahnen, dass dieses Heer von Straftätern sich gegenwärtig über weitere Vergehen und dann auch tatsächliche Verbrechen »ernährt«.

Es ist in diesem Zusammenhanghang völlig inakzeptabel, wenn innerhalb der politischen Klasse bzw. auf der Seite der ihr zuarbeitenden sogenannten Leitmedien etwa von einer allemal notwendigen Integration von Migranten gesprochen wird: Denn dadurch wird das Bild vermittelt, als sei bereits ein abschließendes Urteil in Bezug auf einen zukünftigen dauerhaften Aufenthalt von Millionen Illegaler in Deutschland gegefällt – noch gelten rechtssaatliche Prinzipien in unserem Vaterland!

Überhaupt entlarvt sich das sogenannte Neusprech, gepflegt von den zitierten einflussreichen politischen sowie journalistischen »Kreisen«, als eine einzige Farce: Unterschieden wird nicht mehr zwischen Deutschen und Nicht-Deutschen, zwischen Inländern und Ausländern, zwischen sich legal und sich eben illegal in Deutschland aufhaltenden Menschen fremdländischer Herkunft. Vielmehr wird geradezu jeden Tag gebetsmühlenartig von der (noch) führenden politischen Klasse betont bzw. von den sogenannten Leitmedien wiederholt, dass es neben den ethnisch Deutschen besonders solche mit Migrationshintergrund gäbe, die zitierten Illegalen werden darüber hinaus allesamt »sanftmütig und liebevoll« als Flüchtlinge bezeichnet, für die das Deutsche Volk angeblich eine wie auch immer geartete Verantwortung trüge.

Unterstellte Heinrich Mann in seinem Werk »Der Untertan« (1914) dem deutschen Menschen im Kontext der eurpäischen Völker eine fast schon pathologische Hörigkeit der Obrigkeit gegenüber, so kann diese Eigenschaft den Deutschen – bedauerlicherweise – heute erst recht attestiert werden: Die Zahl der Mutigen, welche etwa in Dresden wöchentlich auf Straßen und Plätzen gegen die aktuelle Regierungspolitik demonstrieren, ist im Verhältnis zum Gesamtvolk sehr gering. Erstrebenswert ist (bewusster Indikativ!), dass ein »Ruck« durch Deutschland ginge und zumindest Hunderttausende sich den angedeuteten Demonstranten anschlössen.

Noch dominieren die Stimmen besonders westdeutscher realitätsferner Sozialromantiker, welche eindeutig geprägt worden sind durch die noch bis in die Gegenwart andauernden Umerziehungsmaßnahmen der Amerikaner gegenüber den Deutschen nach dem Zweiten Weltkrieg: Unter dem Deckmantel der Option ihrer »Wiedereingliederung in die Gemeinschaft der Völker« wurden sowohl ihr Nationalstolz als auch überhaupt ihr Bewusstsein für die deutsche Nation systematisch zerstört. Zumindest scheint es so, denn die Anzahl derjenigen im Westen, welche sich durch die politische Aufrichtigkeit und den persönlichen Mut zum Widerstand der Mitteldeutschen »anstecken« lassen, steigt von Tag zu Tag.

Tatsächlich muss klar sein, dass das Grundgesetz als Verfassung weder durch Gott gegeben ist noch in Ewigkeit einen Anspruch auf Gültigkeit besitzt: Wenn also der Souverän zeitnah den Entschluss umsetzen sollte, sich neu zu verfassen, dann wäre dies nicht nur legitim im weiteren Sinne, sondern auch ein legaler Akt der Selbstbestimmung eines Volkes. Juristen, die es freilich gewohnt sind, zu fabulieren »Das Bundesverfassungsgericht sagt ...«, mögen dies bestreiten. Doch die Geschichte lehrt uns, dass ein Souverän das Recht auf Freiheit besitzt.

Ohnehin sprechen gleich eine ganze Reihe essenzieller Gesichtspunkte dafür, dass sich die repräsentative Demokratie in Deutschland überlebt hat. Kein einziger Grund existiert (mehr), der gegen eine direkte Demokratie spräche: Angefangen bei der Wahl des Bundespräsidenten durch das Volk bis hin zu Volksentscheiden ist das Gegenteil der Fall; das heutige Deutschland ist nicht Weimar!

Obwohl mir das Verlinken von Youtube-Quellen eigentlich ein Graus ist, möchte ich trotzdem an dieser Stelle einen entsprechenden Verweis hinterlassen:

https://www.youtube.com/watch?v=-BCrL8kDRdI

Ganz gleich, ob der Name der jungen Dame, die in zwanzig Minuten in beeindruckender Weise auf den Punkt bringt, »was Sache ist« in Deutschland, nun korrekt ist oder nicht; ganz gleich, ob ihr Facebook-Account zensiert worden ist oder nicht – sie wirkt absolut authentisch und treibt einem beim Anschauen des Videos beinahe die Tränen in die Augen!

(...)Admin: Danke, Agis, am nächstes mal ein bißchen knapper, bitte!
Mortzeck, Manfred
26. Januar 2016 20:53
Es fehlt längst an einem übergreifenden Symbol für den Widerstand
in ganz Deutschland, ja vielleicht für Europa. Keine Frage, daß bereits
vor 100 Jahren oder mehr dieses erkannt und genutzt wurde. Solche
Symbole sind mehrfach wirksam, z.B. identitätsstiftend, gemeinschaftsstiftend oder dienen allgemein der Verbreitung der Inhalte
des Widerstands oder dem gegenseitigen Erkennen der Zugehörigen.

Ich würde gerne vorschlagen, daß wir einen kleinen Wettbewerb ausschreiben, um endlich ein vereinigendes Symbol der Widerstandsbewegung zu kreieren und zu installieren.
Mortzeck, Manfred
26. Januar 2016 21:03
P. S. Ein solches Symbol, erst einmal bekannt, hat dann auch direkte
und praktische Wirkung und kann die Bewegung verstärken. Man kann es auf Hauswände mittels Schablone aufbringen, an Fahrzeuge anbringen,
auf Geldscheine stempeln, als Aufnäher an Kleidung anbringen usw.
Die Erkenntnis, nicht allein mit seiner Verzweiflung zu sein, würde viele
bestärken und ihnen Kraft geben.
Monika
26. Januar 2016 21:41
Von ihrem Amt sowie ihrer Geschlechtslosigkeit abgesehen, schienen lange Zeit kaum Ähnlichkeiten oder gar Verbindungen zwischen A. Hitler und A. Merkel zu bestehen. Mittlerweile dämmert es vielen, dass es eine womöglich fundamentale, ins Metaphysische reichende Allianz zwischen den beiden geben könnte insofern, als die heutige Kanzlerin den letzten Willen des Führers, das Verschwinden der Deutschen, zwar nicht direkt exekutiert – das erledigen sie durch ihre Kinderwunscharmut allein –, aber immerhin kolossal beschleunigt. Beim Umkreisen der Frage, was derzeit eigentlich und warum passiert, kam mir noch eine Affinität, ein Konnex, eine bislang eher übersehene geistige Wahlverwandtschaft der beiden eigenschaftslosesten deutschen Staatsführer in den Sinn: Beide waren bzw. sind Verehrer des Linksextremisten Richard Wagner, Bayreuth-Pilger, weihevoll Ergriffene (er gewiss weit kenntnisreicher als seine Nachfolgerin), beiden war bzw. ist als Topos und Option ein Finale namens Götterdämmerung geläufig, in welchem der komponierende Revolutionär und Großutopist die bisherige Welt, speziell die bürgerliche Gesellschaft, auf der Bühne dem Untergang in den Fluten und Flammen des Gerichtstages übergibt. Der deutsche Führer brachte bekanntlich die bislang eindrucksvollste Realversion dieses Großreinemachens zustande, und seine komplementäre Nachfolgerin Brünnhilde Merkel ist gerade dabei, starke Scheite zuhauf schichten zu lassen am Rand des Rheins, um das, was damals übrigblieb und sich rappelte, neuerlich einer „glodernden Lut“ (E. Stoiber) bzw. eben doch einer Flut zu überantworten, welche sich über den gesamten Kontinent zu ergießen anschickt (mehr hier).


Klonovsky tag 28

Die bürgerliche Gesellschaft ergibt sich lustvoll dem Untergang. Der einzige Widerständige wird hinausgeführt. Und derBürger klatscht.

http://www.focus.de/politik/videos/bei-auftritt-in-halle-ich-habe-angst-familienvater-unterbricht-merkel-rede_id_5239518.html
Heiko Sprang
27. Januar 2016 07:52
@ Manfred Mortzeck
Das Symbol für Deutschland gibt es eigentlich schon: Die Wirmer-Fahne. Der Stauffenberg-Schwur formuliert auch schön den geistigen Kern unseres heutigen konservativen Widerstandes. Das Symbol müßte halt häufiger gebraucht werden, es müßte allgegenwärtig werden.
Hartwig aus LG8
27. Januar 2016 08:59
@ Mortzeck @ Sprang

Symbole:
Wie wir seit PEGIDA wissen, ist mittlerweile sogar die Nationaltrikolore schwarz/rot/gold zum subversivem Symbol geworden. Das gilt auch für die Wirmerflagge. Wie Kubitschek einst sinngemäß schrieb, so entsteht ein Symbol rein faktisch durch seine Verwendung. Niemanden sollte sorgen, wo, wann, wie ein solches Symbol schon mal verwendet wurde und ob man sich mit all dem zu 100 Prozent "identifizieren" kann.

Ich persönlich halte von Farben aber nicht so viel.
Seit 1812 gibt es nur ein Symbol, was uns Deutsche begleitet (grundsätzlich auch schon hunderte Jahre zuvor): Ein Tatzenkreuz, genannt das Eiserne Kreuz.
Heidnische und (daraus abgeleitete) christliche Symbolik finden sich in ihm wieder. Es ist das deutscheste aller Symbole.
Die Soldaten der Befreiungskriege wurden damit geehrt; getragen wurde es von den Kriegern von Sedan, den Soldaten des ersten Weltkrieges und des zweiten Weltkrieges; ist heute etwas abgewandelt das Hohheitszeichen der Bundeswehr, des Ehrenkreuzes der BW; sogar das Bundesverdienstkreuz hat seine Grundform. Christliche Orden verwenden es. Es prangt in seiner Grundform sogar auf den Kleinbussen der Malteser und Johanniter.
Das eiserne Kreuz sollte unser Symbol sein.
Sunson
27. Januar 2016 16:25
Die Wirmer-Flagge ist als Symbol des patriotischen Widerstands besser geeignet als das Weihekreuz/Tatzenkreuz/Ritterkreuz usw. weil es das schwarze Kreuz des Deutschen Ritterordens mit den Farben der Stauferkaiser, in heraldisch richtiger Anordnung (nach maximalem Kontrast) vereinigt.
Damit wird eine historische und tiefenpsychologische Verbindung mit der Hochzeit der deutschen Geschichte hergestellt.
Symbole welche dem Eisernen Kreuz ähneln, werden von viel zu vielen Menschen heute als zu martialisch empfunden, weil sie eben vor allem mit dem bekanntesten deutschen Kriegsorden assoziiert werden.
Die Wirmer-Flagge hat psychologisch eine aktivierende Wirkung, durch den roten Grund und eine stabilisierende und harmonisierende durch das Kreuz, ohne das deshalb an Ängste gerührt wird, wie beim EK.
Ich bin auf den Demonstrationen in Erfurt oft gefragt worden, was denn das für eine Flagge sei, ob das was mit Norwegen zu tun hätte.
Die Assoziation welche die Wirmer-Flagge auslöst, ist also zweifellos positiv und das ist, neben den anderen genannten Fakten, wichtig um ein Symbol massenkombatiebel zu machen.
Mortzeck, Manfred
27. Januar 2016 22:03
Ja, ich hatte auch den Eindruck, daß das Ritterkreuz ein ganz tolles Symbol sein könnte, aber es ist vielleicht zu allgemein und hat ein zu breites Bedeutungsspektrum und läßt sich einer konkreten Bewegung nicht eindeutig zuordnen. die Wirmer-Flagge ist zu unbekannt und ist ja schon durch die Pegida-Bewegung besetzt.
Möglicherweise wäre ein neues Symbol nicht ganz abwegig, mir fallen da
2 Möglichkeiten ein: der Erfurter Dom als Silhouette oder auch das
Kyffhäuser-Denkmal. Das wären sehr bekannte Zeichen, leicht reproduzierbar und gut verständlich.
Sunson
28. Januar 2016 10:54
Ich finde nicht, daß die Wirmer-Flagge von der Pegida-Bewegung besetzt ist.
Dieses Zeichen hat das Zeug, Symbol des ganzen deutschen patriotischen Widerstands zu werden.
Es vereinigt in sich, auf Grund seiner Herkunft vom Deutschen Ritterordens und den Stauferkaisern, übrigens auch all das, wofür Kyffhäuser und Erfurter Dom stehen.
Massentaugliche Symbole müssen einfach strukturiert sein und schon vom Weiten erkannt werden.
Auch dürfen sie nicht erst mental gedeutet werden müssen, sondern müssen direkt auf die Emotionalität einwirken.
Mortzeck, Manfred
28. Januar 2016 12:39
Ich stimme Dir vollkommen zu, nur ist die Flagge eben bisher noch
weitgehend unbekannt, ich weiß nicht, wie das schnell zu ändern wäre.

Darüber hinaus müßte man Vertreter aller nationalen, patriotischen, widerständigen Organisationen und Gruppierungen einladen zu einem Treffen, bei dem endlich ein abgestimmtes und strukturiertes Vorgehen besprochen werden kann, wo auch solche formalen Aspekte mitdiskutiert werden könnten.
Die Frage ist, kriegt man das hin, wer leitet sowas und wo kann es statt-
finden. Notfalls könnte das auch im Ausland stattfinden.
Bethmann
28. Januar 2016 16:37
@ Mortzeck @ Sprang etc.:

Wie wäre es mit dem Doppeladler des Alten Reiches? In schwarz auf goldenem Grund? Ein treffendes Symbol für das tausendjahrealte Deutschland.
(erforderlich)
28. Januar 2016 23:10
.... Wirmer-Flagge ? ich finde/fand jegliche Art Symbole immer irgendwie etwas "miefig-prollig" (Kastagnetten aufm TV) UND: gefährlich; denke, der distinguierte Leser versteht. ... Fand mich nach Lektüre von J. Wirmers Ende dann eher ganz schön mikrig; ein verkopfter Leser, eine blasse Made nur. .... dann doch lieber etwas prollig, dachte ich und erkannte den Anteil der/meiner Er-Ziehung. Seit vorigen Herbst ist mir ´das´ egal. (gibts bei Freund g in allen Größen/Auflösungen >> Drucker hat jeder >> bißchen transparente Folie) .... ab damit in die Heckscheibe. Auf einmal grüßen Leute, die man "nur vom sehen" kennt .
;-)
Mortzeck, Manfred
28. Januar 2016 23:23
Bethmannn auch ein guter Vorschlag, duchaus tragfähig, auch das Brandenburger Tor ist bestimmt national aufgeladen und sofort verständlich.
Sunson
29. Januar 2016 12:07
Angesichts der Lage, ist die lange und breite Erörterung von Symbolen eigentlich fast ein Unding, eine Verschwendung von geistigen Kapazitäten, eine Diskusion im Efenbeinturm, in dem sich gerade rechte Intellektuelle so wohl fühlen.
Es bleibt festzuhalten, Männer machen Geschichte durch Taten, nicht durch Symbologie und diese Männer setzen auch die Zeichen, die sie für die Richtigen halten.
Die Symbolfrage wird also, zusammen mit dem Kampf ums Dasein des deutschen Volkes, quasi fast nebenbei, erledigt.
Mortzeck, Manfred
29. Januar 2016 20:38
Nein Sunson, so einfach ist es nicht, Symbole sind total wichtig und ganz und gar kein Unding, denk einfach mal an den römischen Kaiser Konstantin
der 312 am Ponte Molle die Schlacht gegen Maxentius gewann, zuvor hatte er das Monogramm Christi auf die Schilde seiner Kämpfer setzen lassen, den Sieg in der Schlacht hat man diesem Entschluß zugeschrieben. Die Bedeutung der Symbole kann gar nicht überschätzt werden. Den Begriff der Tat kannst Du nicht so stark eingrenzen.
Sunson
30. Januar 2016 19:35
Die überhaupt nicht zu unterschätzende Bedeutung der Symbole verkenne ich als (politischer) Hermetiker nicht im Gerinngsten.
Deshalb habe ich ja in dieser Sache auch das Wort ergriffen.
Nichts desto trotz, es kommt in erster Linie auf den Durchsetzungswillen an.
Auf den überragenden Mann, so wie Konstantin einer war.
Einem solchen wird auch zur rechten Zeit das rechte Symbol bewusst.
Dazu kommt noch, dass es den Regeln der Heraldik entsprechen sollte, um gut zu sein.
D.h. das symbolisierte sollte auf einfachstmögliche Weise dargestellt werden und die Anordnung der Farben, wenn solche denn überhaupt Verwendung finden, denn schwarz-weiß entspricht der ersten Regel prinzipiell am Besten, sollte nach höchstmöglichem Kontrast erfolgen.
Letztere Regel wurde, trotz der Mahnung von namhaften Heraldikern, von den deutschen Demokraten bei der schwarz-rot-goldenen Flagge nicht beachtet.
Man könnte sagen, dementsprechend waren und sind auch ihre Ergebnisse 1848, 1918-32 und 1949 bis heute.
rautenklause
31. Januar 2016 17:09
Hans Domizlaff hatte sich schon in der Weimarer Republik Gedanken darüber gemacht, was "Corporate Identity" für den Staat markentechnisch bedeuten würde und dies 1932 in "Propagandamittel der Staatsidee"eindrucksvoll dargestellt. So führt er im Kapitel "Symbol der Staatsidee" aus:

"Wenn ein moderner Kaufmann sich ein Firmensignet von einem Künstler entwerfen läßt, dann wird er erstens auf den Ausdruck einer möglichst hohen Tradition des Unternehmens - soweit diese überhaupt vorhanden ist - Gewicht legen. Zweitens wird er den entscheidenden Wert auf die Gegenständlichkeit des Signets legen,also auf die Darstellung oder Formung einer einprägsamen und erinnerungsstarken Bild-Idee. Fachlich ausgedrückt heißt das: Sinnfälligkeit und gaphischer Reiz. Zum dritten kommt es darauf an, daß sich das Signet möglichst von anderen Signeten unterscheidet und den Stempel der Einzigartigkeit trägt."


und

"Das Symbol eines Volker muß fast wie ein Fetisch wirken,aber wenn dieser Fetisch so gut wie keine charakteristische Gestaltung und keinerlei graphische Idee aufweist, dann eignet es sich nicht zum Gegenstand wirklcher Verehrung"


Beispiele aus dem Buch und Domizlaffs Vorschlag

rautenklause
31. Januar 2016 17:10
Beispiele aus dem Buch und Domizlaffs Vorschlag

http://die-alte-rautenklause.tumblr.com/image/138413264823

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