25. April 2016

Präsidentenwahl: Wende in Österreich

von Martin Lichtmesz / 52 Kommentare

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

DaHofawoars"Österreicher wählten die Veränderung" titelte die Kronen-Zeitung vom 25. 4. diplomatisch über das Ergebnis der österreichischen Bundespräsidentenwahl. Zum ersten Mal in der Geschichte der 2. Republik ist die übliche Schwarz-Rot-Konstellation außer Kraft gesetzt: an der Spitze lag der der blaue Kandidat Norbert Hofer (36,4%), gefolgt von dem quasi-grünen Konkurrenten Alexander van der Bellen (20,4%).

Dagegen erlangten die Kandidaten der SPÖ und der ÖVP, Andreas Khol und Rudolf Hundstorfer nur jeweils 11,2% der abgegebenen Stimmen. Sogar die eher farblose unabhängige Kandidatin Irmgard Griss (18%) lag weit vor den beiden Rennpferden der ehemaligen Alpha-Parteien (letztere wurde aus allen möglichen Gründen gewählt; vor allem diejenigen, die von der Aufmischung des politischen Koordinatensystems desorientiert sind, haben sich einiges von ihr versprochen.)

Deutlicher kann sich wohl kaum ausdrücken, wie wenig Lust das Gros der Österreicher noch auf die üblichen Verdächtigen hat, jenen Typus, der sich die Macht im Land Jahrzehnte lang aufgeteilt hat. Van der Bellen ist in dieser Hinsicht eine Mittel- oder Kompromißfigur. Im Gegensatz zu dem vergleichsweise jungen Hofer (Jg. 1971) ist der ehemalige Chef der Grünen ein allseits bekannter Veteran der österreichischen Politik, verkörpert also eine gewisse Kontinuität im Wandel.

Seine Wahlkampagne setzte ulkigerweise noch stärker als jene des blauen Kandidaten auf "bürgerliche", "heimatliche und "patriotische" Werte und Sentiments mit Slogans wie "An Österreich glauben" (V.d.B. mit Wauzi auf der sommerlichen Alm), "Heimat braucht Zusammenhalt" (V.d.B. vor idyllischer Waldhütte mit Holzzaun (!)) oder "Wir alle gemeinsam" (V.d.B. staatstragend ernst, strictly business). Für eine ähnliche Ästhetik, insbesondere wegen der Präsenz von Hunden, wurde Strache von grüner Seite mit - Na, wem wohl??? - verglichen.

Das hat natürlich einen aparten Beigeschmack: hier wurde für einen Mann geworben, der zwar als "unabhängiger" Kandidat antrat, aber zu den Oberhäuptlingen der Grünen zählt, die mit "Heimat" und Patriotismus bekanntlich bisher wenig am Hut hatten. Demokratie unterscheidet sich eben nur graduell von einem Bordell, und auch Präsidentschaftskandidaten müssen auf den Strich gehen und anbieten, was eben gefragt ist.

Van der Bellen hat kapiert, was das Thema der Stunde ist, und versucht nun, die FPÖ auf der patriotischen Spur zu überholen; das alles ist natürlich eine Verarschung dreistester Sorte. Über "Obergrenzen" in der Flüchtlingskrise will er nicht diskutieren, und auch, was etwa TTIP angeht, hat er sich als äußerst biegsam erwiesen (was ihm auch von der Grünjugend irrigerweise als "rechts" angekreidet wurde.)

Auf den ersten Blick mag es so aussehen, daß die bevorstehende Stichwahl Blau vs. Grün die Polarisierung des Landes im Zuge der "Flüchtlingskrise" widerspiegelt: im Laufe des letzten Jahres sind viele, die es bislang nicht für möglich gehalten hätten, zu den Blauen übergelaufen, während sich die anderen umso verbissener in linksgrüne Dogmatik verschanzt haben. Das hat sich teilweise zu einem Grad verschärft, daß es zwischen Blau und Grün kaum mehr ein "dazwischen" zu geben scheint.

Womöglich sind aber beide Kandidaten Symptome, daß eine Österreich eine "orbanistische" Wende bevorsteht. Van der Bellen bot sich gezielt als Alternative für jene Schichten an, die sich wieder nach dem Schutz der Heimat und einem spezifisch österreichischen "Wir"-Gefühl sehnen, die aber einen eingefleischten inneren Widerwillen gegen die FPÖ verspüren, diejenigen, die sich wohl fragen: "Warum müssen Begriffe wie 'Heimat' und 'Österreich' immer 'rechts' sein?" Daß er sich als Bildungsbürger und Kandidat der "gescheiten" Österreicher  inszeniert, soll wohl ebenfalls bestimmten bürgerlichen, vorwiegend akademischen Schichten schmeicheln. Jedenfalls war sein Appeal um einiges höher als jener des honorigen schwarzen Kandidaten Andreas Khol.

Norbert Hofer auf der anderen Seite hat der FPÖ ein sympathisches, "nettes" Gesicht gegeben. Er wirkt gelassen, seriös und "normal" und vermittelt vielen den Eindruck, daß sich die Zeiten und die FPÖ geändert haben, und nun auch für Schichten wählbar geworden ist, die bisher vor Kontakt mit den Blauen zurückgeschreckt sind. Derselbe Trend zeigte sich auch im sensationellen Überlaufen der respektierten und populären "schwarzen" Bildungsbürgerin Ursula Stenzel  zur FPÖ im letzten Sommer.

Claus Pándi schrieb in der Krone:
Rechts sind mit Ausnahme der Grünen die anderen Parteien auch schon. Die FPÖ ist nicht mehr das Schmuddelkind der Politik. Das ist ein Verdienst von Norbert Hofer. Der Blaue aus dem Burgenland hat den Freiheitlichen ein freundliches Gesicht gegeben. Sein Wahlergebnis bedeutet mehr als Protest gegen die rot-schwarze Dauerregierung.

Pándi deutet hier an, daß sich das "Overton-Window" in Österreich wesentlich nach rechts verschoben hat, wie sich auch Van der Bellen "rechts" weit aus dem Fenster gelehnt hat. Ein Indiz hierfür ist auch das klägliche Scheitern der linken Propagandawelle gegen die Audimax-Performance der Identitären Bewegung. Kein Geringerer als Strache selbst hat sich öffentlich auf die Seite der IBÖ geschlagen.

Wenn nun die mehr oder weniger "identitären" Appelle Van der Bellens ausschlaggebend waren, dann tun die Wähler, die sich davon angesprochen fühlten, gut daran, sie als opportunistische Täuschungsmanöver zu durchschauen.

Unterdessen füllen sich die Facebook-Seiten Österreichs mit allerlei Gejammer und hysterischen Ausbrüchen; besonders im grünen Lager zeigt man sich ziemlich "butthurt". Man könnte richtig schadenfreudesüchtig werden. Die Stichwahl am 22. Mai wird noch spannend werden!

PatriotischewuffisGrüne Wuffis einst (2007) und jetzt (2016)

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (52)

niekisch
25. April 2016 19:52
Herzlichen Glückwunsch an die FPÖ im deutschesten aller Länder des Heiligen Reiches, unser liebes Dejutsch-Österreich!
JensN.
25. April 2016 19:56
Viel wichtiger ist jedoch - und das Gleiche gilt auch für die AfD in Deutschland - dass im politischen Alltag auch wirklich die entsprechende Politik betrieben wird, die im Vorfeld angekündigt wurde. Es besteht immer die Gefahr, das wichtige und gute Positionen auf dem Altar der "Politikfähigkeit" geopfert werden. Ein ähnliches Thema hatte Götz Kubitschek ja schon nach dem Superwahlsonntag in einem seiner Beiträge behandelt:

"Nach dem Triumph der AfD (2): Das sowieso gefrierende Wasser"

Das muss unter allen Umständen vermieden werden. Die FPÖ war ja um die Jahrtausendwende bereits der Juniorpartner der ÖVP und somit an der Regierung beteiligt. Und wenn ich mich recht erinnere war die damalige Koalition recht schnell zerstritten, ebenso wie die FPÖ- Lager untereinander. Nun, wir harren der Dinge die da kommen...
Waldgänger aus Schwaben
25. April 2016 20:02
Ich habe gestern ab 17:00 mit wachsender Freude die Wahlergebnisse verfolgt. Ein mutmasslich linker Meinungforscher made my day.*) Völlig fassungslos meinte er (sinngemäss):

Die FPÖ ist zwar nach der Zahl der Stimmen in der Mitte angekommen, nicht aber nach ihrem Programm.



*) Zur allgemeinen Kenntnisnahme: Ich setze Anglizismen ironisch-distanzierend kursiv.
Weserlotse
25. April 2016 20:09
Zum Kringeln, wenn sich solche Mensch*Innen (Marieller Müller, wer auch immer das sein mag) zu Wort melden, die überhaupt nicht begreifen, daß sie genau die Art von Arroganz und Selbstüberschätzung verkörpern, die die "Öster Eicher Innen" in Scharen ins gegnerische Lager treiben drüfte.



Nur weiter so, kann man da nur sagen.
Winston Smith 78699
25. April 2016 20:26
Und was bedeutet das für das europäische Mutterland des Desasters?

Nach Paris und Hannover wartete ich kurz auf eine Wende. Nach Silvester wurde sie ausgerufen, vor und nach der Wahl beschworen. Wer hätte in den Tagen nach Silvester noch eine derartige Propagandaschlacht gegen die AfD erwartet? Zu Brüssel erwartete schon niemand mehr ein Innehalten, eine Einkehr. Erreicht wurde eine ernötigte Grensschließung durch Vasallen und der Unfug mit der Türkei - Umwege, die man als aberwitzig aufwändige Maßnahmen sehen könnte, mit denen die Narzisstin wie ein trotziges Kleinkind - ätsch - ja doch recht behalten und Kurs halten darf, während zugleich inhaltlich bedingt nachgegeben wird - womit natürlich kein Problem angegangen ist und man vielmehr auf Gewöhnung des Volkes an die Zustände setzt.

Ist denn da zu erwarten, dass die großen Fresser an den Futtertrögen über die Grenze schauen und nachdenken, anstelle noch ein weiteres Jahr lang alles kaputtzuhauen, was nur geht?

Einerseits gönne ich ihnen ja jede Zuspitzung und die Reaktion darauf, andererseits wünscht man ihnen zu unserer Kinder Wohl ein wenig Einsicht. Letztere könnte aber auch wieder zum Machterhalt beitragen. Falls sie jetzt aber verdächtig gelassen reagieren, sollte dies betreffs der immerzu beschworenen nächsten Wahlen alarmieren.
Fredy
25. April 2016 20:31
Jetzt wird alles besser. Ganz sicher.
Caroline
25. April 2016 20:47
Inmitten von Freunden hier in Wien im 7. Bezirk (österreichweit einzigartig: Absolute für VdB) fern zu schauen, die blasser und more and more pissed werden, je länger der Abend wird, und innerlich zu frohlocken, hat schon was ... Man sprach vom Auswandern, ich schlug Ungarn vor :-).
Jetzt kommen 4 Wochen "antifaschistische Moralkeule (d.h. Angst vor einem Rechtsruck" (Originalzitat "Heute", U-Bahn-Gratiszeitung, die ihre Leser an die Hand nimmt, die ersteres nicht selber verstehen). Konversation mit linksgrüner Freundin: "Die FPÖ hat doch keine Lösungen." "Doch, schau mal beispielweise am Brenner." "Das ist doch keine LÖSUNG!" Da dämmerte es mir: der gebräuchliche linke Spruch, die Rechten hätten "keine Lösungen", bedeutet übersetzt in vernünftige Rede: "sie haben Lösungen, die mir nicht passen".
Mich zipft immer mehr an, dass ich als Deutsche hier nicht wählen kann (außer Bezirk), aber die Staatsangehörigkeit wechseln? Da wähle ich doch lieber vorher noch Merkel ab, und dann ...
Kecker Recke
25. April 2016 21:21
Der Autor spricht genau mein Credo an: Wir werden nicht alleine dadurch gewinnen, indem die dezidiert "rechten" Parteien immer stärker werden, denn die werden niemals die absolute Mehrheit erringen können.

Gewonnen haben wir, wenn "rechte" Grundwerte wie Heimat, Tradition, Grenzen und Volk mit Selbstverständlichkeit von allen Parteien über das gesamte Spektrum als die ihrigen vertreten werden.

Also eine totale Umkehrung der jetzigen Situation, in der die konservativsten Ecken der CDU den linksgrünen Internationalismus übernommen haben und jetzt wie die Borgs als die eigenen Werte verteidigen.

Der Trick bei diesem Einsickerungsprozess ist, daß wir uns auf dem Wege weniger vom Mainstream beeinflußen lassen als der Mainstream uns beeinflußt.

Im Klartext: Wenn die FPÖ zuviele Positionen räumen muß, damit ihre Politik so respektabel erscheint, daß sie auch von ihren Konkurrenten übernommen wird, ist die Verschiebung des Overton-Fensters nur ein Scheinerfolg und eine klare Lagerabgrenzung wie bislang besser, auch wenn das den Verzicht auf Mehrheiten bedeutet.
Kecker Recke
25. April 2016 21:23
Bitte um Korrektur dieses Saztes:

Der Trick bei diesem Einsickerungsprozess ist, daß wir uns auf dem Wege weniger vom Mainstream beeinflußen lassen als wir den Mainstream beeinflußen.
Kecker Recke
25. April 2016 21:33
@ Waldgänger aus Schwaben

"Die FPÖ ist zwar nach der Zahl der Stimmen in der Mitte angekommen, nicht aber nach ihrem Programm."

Klasse formuliert. Die Mittewähler müssen beim Programm der FPÖ ankommen, nicht umgekehrt. Sonst wäre es nur ein Pyrrhussieg.
niekisch
25. April 2016 21:44
"Es besteht immer die Gefahr, das wichtige und gute Positionen auf dem Altar der „Politikfähigkeit“ geopfert werden."

@JensN: es kann auch etwas Anderes geschehen: daß man sich unüberlegt zu weit vorwagt. So wohl beim Thema "Islam" seitens der AfD. Da herrscht ein solches Gestrüpp an Rechtsvorschriften und Meinungen, daß man sich darin verfangen kann. Eine hervorragende Steilvorlage auch für Islamisten aller Art und die Antifa sowie Gutmenschen, die AfD rechtzeitig vor der Bundestagswahl derart zu kriminalisieren und bürgerliche Kreise abzuschrecken, daß es wieder mal 4,7 oder 4,9 % und damit keinen Erfolg gibt. Im Gegensatz zu Österreich gibt es hierzulande keine schützenden nationalen Milieus, die einen Cordon um die AfD bilden können.
Waldgänger aus Schwaben
25. April 2016 21:52
So und jetzt was zum Artikel, der ja "zur Debatte gestellt" ist.
Erstmal Dank an den Autor für die österreichische Innenansicht - felix austria ist schon ein Stück weiter.

Zur Befindlichkeit der Linken, las ich am Wochenende irgendwo was von "Angstlust", die das Verhältnis deutscher Linker zur AfD kennzeichnet. Da ist was dran.

Viele deutsche Linke gründen ihr Selbstbild auf der sicheren Überzeugung, dass sie damals im Widerstand gewesen wären. Nur der "Fluch der späten Geburt" ist es, der sie zu verhinderten Widerstandskämpfer macht. Die Phantasie, dass die Rechten an die Macht kommen, macht ihnen Angst, aber sie ziehen auch Lustgewinn aus der Vorstellung dann "in den Widerstand gehen" zu können.
Falls ich recht habe, werden wir mit dem Erstarken der AfD in Deutschland, zunehmenden Linksterrorismus sehen.
Peter Niemann
25. April 2016 22:00
Ich hoffe, dasz Norbert Hofer die Wahl gegen den gruenen Kandidat Alexander van der Bellen verliert - mir scheint, dasz es zu einer massiven Rezession ab diesem Jahr kommen wird und dann sind die metaphysischen Chancen groeszer eine nachhaltige und rechte Wende in Oesterreich herbeizufuehren bei der naechsten Praesidentschaftswahl, sonst wird Hofer und die FPOe ggf. verbrannt werden im Rahmen der Rezession. Daher druecke ich die Daumen, so paradox das klingt, dasz er bei der Stichwahl verliert.
niekisch
25. April 2016 22:04
"werden wir mit dem Erstarken der AfD in Deutschland, zunehmenden Linksterrorismus sehen."

Das, Waldgänger, war schon 1969 so, als damals gegen die NPD ein regelrechter Bürgerkrieg entfesselt wurde. Das Ergebnis war der Nichteinzug in den Bundestag.
Olle
25. April 2016 22:21
@Niekisch: Ernst Niekisch hätte Deine Ermahnung garantiert ganz anders ausgerichtet, und zwar diametral entgegengesetzt; das war sein Markenzeichen!
Aber gut: Wie weit man sich taktisch einer "Politikfähigkeit" anbequemt, ist eine wichtige Frage, die sehr genau von Fall zu Fall beantwortet werden muß. In der aktuellen Lage sollten wir da nicht zu behäbig urteilen. Wir kommen aus finsteren Zeiten, aber die Situation hellt sich rapide auf, wie sich nicht nur am österreichischen Wahlergebnis ablesen läßt. Mein persönliches Gefühl ist, daß Frau Storch richtig gehandelt hat. Inhaltlich natürlich sowieso, aber eben auch taktisch. Wen interessieren die "Rechtsvorschriften und Meinungen" des mainstreams denn noch wirklich? Ich glaube, daß es hohe Zeit ist, in jeder Hinsicht etwas zu wagen. Sonst wird man spätestens übermorgen ganz uninteressant sein! Wir schreiben 1812.
Winston Smith 78699
25. April 2016 22:27
Die Propaganda beginnt zu reagieren - gerade beim Kleber folgendes Argument: auch der bereits erfolgte Rundumschwenk der Regierungspoiitik in der Flüchtlingspolitik hat nichts gegen diese Wahl gebracht. Suggeriert wird mehreres: a) Machterhalt durch Vernunft bzw. Umsetzung des politischen Willens des Souveräns ist nicht zu erwarten, also lieber gleich gar nicht nachdenken oder aufs Volk hören. b) Lieber noch so lange auf Linie wirksam bleiben, wie es irgendwie es geht. c) Die Wähler haben's nicht kapiert, sind dumm. d) Hofer hat nichts mehr zu tun, alles ist bereits getan. e) Kein Grund für Hofer, die Regierung abzusetzen, die ist ja bereits umgeschwenkt. ...

Nun aber Rechtsintellektuelle vor und das Argument griffig zerlegen, damit die JF schnell was Sinnvolles schreiben kann.
Michael Schlenger
25. April 2016 23:29
An den Waldgänger aus Schwaben:

Auch wenn's a bisserl abseits des Themas ist: Am besten distanziert man sich vor unüberlegtem oder auch absichtlichem Gebrauch von Anglizismen durch Gebrauch der eigenen Sprache.

Meine Vorschläge für deutsche Synonyme zu "you made my day":
"Sie haben mir den Tag versüßt."
"Sie haben meinen Tag gerettet."
"Sie haben mir ein tierisches Vergnügen bereitet".
"Das hat mich ungemein gefreut"
"Das war mir ein diebisches Vergnügen."
usw.

Sie sehen: Im Deutschen haben wir viele solcher Möglichkeiten, Begeisterung auszudrücken. Die von mir in mancherlei Hinsicht durchaus geschätzten Briten müssen mit deutlich weniger Varianten auskommen.

Warum (vorgeblich ironisch, eher aus Bequemlichkeit) kopieren, was man mit etwas Überlegung selber besser kann?

Michael Schlenger
Waldgänger aus Hessen
Peterparlerprag
25. April 2016 23:38
Glückwunsch an die FPÖ. Aber, nehme Sie sich in Acht ! Möge Sie einen Blick werfen auf die Plakate der grünen Philister in Baden-Württemberg. "Dem Land verpflichtet" dichtete dieser bigotte Haufen und "Verantwortung und Augenmaß", alles mit dem netten Onkel mit dem grauen Bürstenhaarschnitt. Wir wissen wie`s ausging.
Also, Obacht, Ernst nehmen, das sind wirklich fiese Charakter und Meister der Mimikry. Das gilt`s zu demaskieren. Viel Erfolg !

Prinzip: Signalfälschung
Mimikry bewirkt durch ihre spezifischen Gestalten und Farben eine Täuschung auf Seiten der Signalempfänger – gleichsam ein „gefälschtes“ Signal.
Heinrich Brück
26. April 2016 01:47
Die Linken als Widerstandskämpfer?
Millionen Abtreibungen in den letzten Jahrzehnten, schon deswegen würde der "zunehmende Linksterrorismus" eine Lappalie sein.
Und wer soll diesen Widerstand finanzieren? Die Abgetriebenen?
Die Linken sind bis zu einem gewissen Grad nützliche Trottel, mehr
nicht. Eine Herrschaft in der Zersetzung des Eigenen. Selbstmörder (meinetwegen traumatisierte).
Funktionierende Herrschaft ist immer rechts, und damit nachhaltig.
"Das indogermanische reg als sprachgeschichtliche Wurzel stand eigentlich für geradeaus, aufrichten, recken, geraderichten und wurde auch für das Gute, Wahre und Vollkommene angewandt. Die Verwendung derselben Wortwurzel für die Richtung „rechts“, richtig und das Recht existiert unter anderem auch im Englischen (right), im Französischen (droit), im Spanischen (derecha), in den slawischen Sprachen (Polnisch: prawo, Tschechisch: pravo, Russisch: право) und im Persischen (rast)."
(sagt wiki)
Und jetzt müssen die Linken sich wirklich anstrengen, sonst wird es langweilig.
Das Volk verzeiht so ziemlich alles, aber muß es hassen, verzeiht es nichts mehr.
Der linke Generationenbetrug scheint den Nochnichtabgetriebenen aufgefallen zu sein, so deren Steuerversprechen auch einer anderen Politikerwahl anheimfallen kann.
Habe neulich eine Deutsche (ein germanisches Prachtweib) sehr aufrecht und gelassen auf den Bus warten sehen, was schon deshalb im Vergleich auffallend war, weil sie keine sichtbare Last auf den Schultern trug. Ist dieser Stolz einmal gegeben, spielt die Angstlust keine Rolle mehr.
Befreiung, und danach Aufbau. Und was dann alles möglich ist, davon träumen die Götter (nur dieses Mal die eigenen).
Andreas Walter
26. April 2016 04:04
Ja, die grünen Kommunisten setzen wie nach Lehrbuch gnadenlos auf Emotionen und haben auch ihrer Tradition gemäss keine Probleme damit zu lügen, die Wahrheit selbst um 180 Grad zu verdrehen.

https://www.youtube.com/watch?v=f5_jqk6GscA

Daran, an die Emotionen zu appellieren, auch den Wähler wie den Gegner emotional anzusprechen kommt man deshalb nicht vorbei. Das hat etwas mit den Denkmustern des menschlichen Gehirns zu tun. Fakten interessieren nicht.

Ihr habt jetzt also noch 4 Wochen Zeit, auf euren Bauch zu hören. Menschen verdrängen zudem gerne unangenehme Gefühle und Wahrheiten, ihre Engste, wollen darum lieber schöne Bilder sehen, Harmonie vorgegaukelt bekommen.

Die Plakate sind daher perfekt durchdacht, einschliesslich Opa, auf dessen "Weisheit" man sich in der Not und Gefahr verlassen kann. Das kleine Van (von) soll dazu nochmals den uralten, traditionsbewussten Adel vorgaukeln, der bis heute mit seinen ewigen Werten überdauert hat (wie der schottische Adel in Braveheart macht er das übrigens auch oft durch Verrat und Intrige).

https://www.youtube.com/watch?v=WzDe3xi5CJg

In der Tat darum das gleiche Trugbild wie in Baden-Württemberg. Der "nette" Onkel, der erfahrene, weisshaarige, weise alte Mann der weiß, worauf es jetzt ankommt.

https://www.youtube.com/watch?v=9CCUyBkSKhA

Doch Pustekuchen. Der will auch nur seine Privilegien schützen und Macht.

Wer auf so eine plumpe Lügenpropaganda hereinfällt kann darum nur ein Idiot sein, ein Träumer, ein Einfaltspinsel. Eine Partei aber, die das ganze Volk offensichtlich für blöd hält gehört vom Volk aus ihren Bioläden und Ökovillen vertrieben. Die nehmen sich nämlich selbst zu wichtig und das Volk nicht wichtig genug.

Denn auch wo Vereinte Nationen drauf steht, da steckt die NWO dahinter:

"Alexander Van der Bellen ist auch einer der Vizepräsidenten der überparteilichen Österreichischen Gesellschaft für Außenpolitik und die Vereinten Nationen (ÖGAVN).[22]" Wikipedia, 26.04.2016, 03:00, Alexander Van der Bellen

Seine Familie wandert und flüchtet bereits seit 1700 durch Europa, kann man auf Wikipedia lesen, und was ihn am meisten interessiert sind die Finanzwissenschaften. Ersteres finde ich recht seltsam, für einen Adeligen.
Müllkutscher
26. April 2016 07:08
"Konversation mit linksgrüner Freundin: „Die FPÖ hat doch keine Lösungen.“ „Doch, schau mal beispielweise am Brenner.“ „Das ist doch keine LÖSUNG!“ Da dämmerte es mir: der gebräuchliche linke Spruch, die Rechten hätten „keine Lösungen“, bedeutet übersetzt in vernünftige Rede: „sie haben Lösungen, die mir nicht passen“."

Sehr gut formuliert!!!
Müllkutscher
26. April 2016 07:15
"Falls ich recht habe, werden wir mit dem Erstarken der AfD in Deutschland, zunehmenden Linksterrorismus sehen."

Haben wir doch schon längst. Wird nur staatlicherseits nicht verfolgt. Das System verfolgt lieber ein paar Halbwüchsige, die Böller in Asylheime und linke Autos werfen als Terroisten von rechts. Da kommt dann die GSG9 angeflogen und zerstört bei den medienwirksamen Hausdurchsuchungen in Freital gleich mal die Wohungen der Verdächtigen. Aber was soll`s.

Während die Gegenseite von links echten Terroismus ausübt. Zielgerichtet werden Gaststätten, Kraftfahrzeuge, Arbeitgeber, Wohungen, Zusammenhänge ausgespäht und auf vielfältigste Art und Weise angegriffen. Das Einschlagen von Auto- und Fensterscheiben und das tägliche Abfackeln von Autos und Reisebussen, das weder von den Mainstreammedien noch von uns selbst noch groß thematisiert wird, sind da leider nur die Spitze des Eisberges.

Hier hätte die AfD mal in den Parlamenten reichlich zwecks parlamentarischer Aufarbeitung zu tun!
Waldgänger aus Schwaben
26. April 2016 07:52
@Michael Schlenger
Das ist ein weites Feld. Meine Kinder lieben es zu "chillen", aber ich soll das bitte nicht "judgen" (von englisch: to judge im Sinne von beurteilen, werten)

Im Zimmer einer meiner Töchter fand ich jüngst einen Spruch von Nietzsche auf einem Merkzettel:

„Wer mit Ungeheuern kämpft, mag zusehn, dass er nicht dabei zum Ungeheuer wird. Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“

Allerdings auf englisch!

So zu harren und was zu tun indes und zu sagen,
Weiß ich nicht und wozu Deutsch in dürftiger Zeit?

Zum Glück ist mein geschätzter Hölderlin eher unübersetzbar.

Es bleibt halt die Ironie und das Harren auf ein revival des Deutschen

@Heinrich Brück
Es läuft in Österreich und hoffentlich auch bald Deutschland auf eine Entscheidungsschlacht, jetzt hätte ich fast showdown geschrieben, hinaus. Die Seelenlage des Feindes zu verstehen, kann kriegsentscheidend sein. Wäre eine Debatte auf SiN wert.
Rumpelstilzchen
26. April 2016 08:57
Aber Herr Lichtmesz,

Norbert Hofer soll der FPÖ ein sympathisches Gesicht gegeben haben ?
Sie werden sich auch noch wundern ! Sie kennen wohl noch nicht sein anderes Gesicht, seine " arrogante, aggressive Seite, die manchmal aufblitzt."
siehe da:
http://www.welt.de/politik/ausland/article154737893/Hofer-Sie-werden-sich-noch-wundern.html

Dieser Mann hat leider kein anderes Gesicht, weshalb man ihn auch den "Deppenwolf" nennt. Des Video hätt mei Dag gemacht:

https://m.youtube.com/watch?v=pLkzHS62KAs

Danke, Herr Schlenger, für die Synonyme. Ich hatte es mir verkniffen, darauf hinzuweisen.

Winfried Kretschmann hat leider auch kein anderes Gesicht.
Aber sein eines gefällt den Leuten. Er kann seine Mao-Bibel ganz einfach in seinem Bücherschrank stehen lassen, wenn sich B&B ( blond und blauäugig) von der FAZ zur home-story ( finde ein gutes deutsches Wort !) einfinden.
Und Pol Pot war auch nicht so schlimm wie die Wehrsport-Gruppe Hoffmann, gell, Herr Kretschmann ?
Taurec
26. April 2016 09:08
Van der Bellen ist nicht adelig. Das niederländische "van" deutet nur in seltenen Fällen auf Adel hin. Selbst wenn es in seinem Falle zuträfe, hätte sich der Adel im Laufe der Jahrhunderte seit 1700 wohl zur Unkenntlichkeit ausgedünnt, was man ihm meines Erachtens auch ansieht.
Chrs
26. April 2016 09:21
Haben wir nicht vorher alle gehört Van der Bellen sei der Favorit, Hofer knapp dahinter. Warum wurden wir belogen von den Demoskopen? Warum sagt keiner, dass man sich ganz gewaltig geirrt habe.
bazille
26. April 2016 09:50
@Caroline
ich leihe Ihnen meine Stimme am 22.Mai. Sie sagen mir ob ich Hofer wählen soll oder nicht. Bin in Österreich wahlberechtig.
lg
Bazille
Nordlaender
26. April 2016 09:54
@ Waldgänger aus Schwaben

"Es bleibt halt die Ironie und das Harren auf ein revival des Deutschen"

Witzigkeit kennt keine Grenzen, Witzigkeit kennt kein Pardon, so heißt es.
Aber auch "Ein BISSCHEN Spaß muß sein" (mehr jedoch nicht).

Finde eine derartige Welschtümelei ausgesprochen unlustig und unappetitlich. Auf eine Wiederkehr unserer schönen deutschen Muttersprache müssen wir nicht harren, wir können uns einfach unserer Begriffe bedienen.
Gegendarstellung.
26. April 2016 11:01
@ Waldgänger aus Schwaben

»Viele deutsche Linke gründen ihr Selbstbild auf der sicheren Überzeugung, dass sie damals im Widerstand gewesen wären.«

Das Schönste ist und bleibt der nachholende Widerstand innerhalb der staatlich subventionierten Einheitsfront im »Kampf gegen Rechts«.
Christ
26. April 2016 11:04
@Waldgänger:
"Die Seelenlage des Feindes zu verstehen, kann kriegsentscheidend sein. Wäre eine Debatte auf SiN wert."
Dazu empfehle ich ganz dringend das Kaplakenbändchen von Manfred Kleine-Hartlage: Warum ich kein Linker mehr bin.

Ich befürchte aber fast, dass man den Transformationsprozess von Links nach Recht selbst durchlaufen haben muss, um die Seelenlage des "Feindes" nachzuemfpinden.
Reaktionär (Julius)
26. April 2016 11:07
Van der Bellen steht ganz weit links, wird aber aus wahltaktischen Gründen als heimatverbunden und traditionsbewusst präsentiert. Um die hirntoten „bürgerlichen Schichten“, bei denen die Grünen seit vielen Jahren reüssieren, anzusprechen, wird er seit jeher als moderat, bürgerlich (was ja von der Herkunft stimmt, manche halten ihn irrtümlich offenbar gar für adelig) und intellektuell präsentiert. (So wird er zB von den linken Medien, die üblicherweise geradezu demonstrativ akademische Grade ignorieren, sehr häufig als "Professor" angesprochen, obwohl er seit 17 Jahren karenziert ist. Bei anderen, die ebenfalls Professuren inne hatten, wird dies geflissentlich übergangen.)
Er gibt sich als unabhängig, doch steht hinter ihm die geballte Finanzkraft, die Organisation und die Infrastruktur der Grünen.
Die Wahlkampagne Van der Bellens war und ist ein einziges Täuschungsmanöver, und zwar, das muß man leider sagen, sehr gut gemacht: Die Linken und Sozialisten aller Schattierungen wählen ihn - vor allem in der nun anstehenden Stichwahl - ohnehin, er muß daher im ländlichen, bürgerlichen und im weitesten Sinne heimatverbundenen Milieu werben. Darauf fallen leider sehr viele hinein.
In der Stichwahl wird sich alles "gegen rechts" verbünden. (Erinnert sein an Houellebecqs „Unterwerfung“.) Van der Bellen wird - wieder aus wahltaktischen Gründen, um zu potentielle Wähler zu mobilisieren - von den ganz überwiegend linken Medien jetzt als Außenseiter bezeichnet, ist aber in Wirklichkeit der haushohe Favorit. Genau jetzt werden im Land und international die Propagandamaschinerien angeworfen, bis zum Wahltermin 22. Mai werden die Medien – kaum hingegen die Kandidaten selbst – aus allen Rohren schießen. Die Wochen bis zur Stichwahl werden das Land möglicherweise wieder so polarisieren wie seinerzeit der Anti-Waldheim-Feldzug der Sozialisten und der ihnen gehorsamen Medien. Aus diesem Grund wird das Ergebnis dieser Präsidentschaftswahl für das jeweils siegreiche „Lager“ ein Pyrrhussieg sein wie seinerzeit für Waldheim, insbesondere für Hofer: Es wird das unterlegene Lager geeint, motiviert und letztlich sogar gestärkt daraus hervorgehen, was sich auf die in der Praxis viel wichtigere Nationalratswahl spätestens 2018 auswirken wird. Deswegen kann die erwartbare Niederlaqe Hofers von der FPÖ, die sich dann weiterhin als Fundamentalopposition präsentieren können wird, leicht verschmerzt werden.
Alles in allem geradezu ein Lehrbeispiel für die Idiotie des gesamten Systems.
niekisch
26. April 2016 12:36
@Olle:

Ernst Niekisch war geistig radikal und konsequent, blickte dennoch immer auf die zu erwartenden Folgen. REr hat die Fernwirkungen seiner Ziele bedacht. Das ergibt sich aus seinen Reden und Schriften.

Und die AfD muß ebenso handeln und immer 6 Kardinalpunkte berücksichtigen:

1. es gibt in der BRD die innere Glaubensfreiheit.
2. es gilt zusätzlich die sog. äußere Glaubensfreiheit (Art.4 GG)
3. der Islam ist ein System innerer Glaubensfreiheit.
4. der Islam beinhaltet äußere Glaubensfreiheit, Art. 4 GG)
5. der Islam enthält ein Rechtssystem ( Scharia)
6. dem Islam ist ein quasi -staatlicher Herrschaftsanspruch immanent.

Lauern da keine rechtlichen und poilitsch - weltanschaulichen Fallen?

Darauf aufmerksam zu machen bedeutet keine cunctation!
Reaktionär (Julius)
26. April 2016 13:37
Dazu passend, soeben veröffentlicht:
Van der Bellen plakatiert auch für die Stichwahl "Heimat" - Gewissen, Heimat und Kraft
http://derstandard.at/2000035757485/Van-der-Bellen-plakatiert-auch-fuer-die-Stichwahl-Heimat

Kein anderer dürfte es wagen, sich solcher Sujets zu bedienen.
Monika
26. April 2016 14:16
1.Eine Wende auch im Kommentar der FAZ.
Rechts, aber nicht rechtsextrem....
http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/europa/praesidentenwahl-in-oesterreich-erfolg-fuer-fpoe-norbert-hofer-14199044.html

2.Heute waren in unserer Stadt zahlreiche Laternenmasten mit Aufklebern der Identitären versehen. Und mit 1 Prozent-Aufklebern. Und ich war das nicht.

3. Beim Durchblättern der Frauenzeitschrift "Brigitte" im Café auf die Kolumne "Problemzonen" von Ildiko von Kürthy gestoßen. Thema:
Wo ist meine Heimat ? Und warum hört die Sehnsucht nach ihr niemals
auf ?
abgeschrieben :
....Heimat ist da, wo die die Namen auf den Grabsteinen Geschichten erzählen...." es gehört zur anthropologischen Grundausstattung, dass Menschen sich in ihrem Revier sicher und zugehörig fühlen wollen" ....Manche Firmen versuchen, sich die Sehnsucht nach Heimat zunutze zu machen und bieten sich ihren Arbeitnehmern quasi als Heimatersatz an - denn nur wer sich verbunden fühlt, ist bereit, Verantwortung zu übernehmem. Der Heimatlose ist leichter auszubeuten.....

an Tagen wie diesen möchte man an eine Zeitenwende glauben...
Hanns
26. April 2016 15:06
@Reaktionär (Julius)

Gewissen!!!??? (auf einem Plakat)

Wo will er denn das versteckt haben!!!???

Einen gewissenloseren Politiker hat Österreich seit Jahrzehnten nicht zu bieten!
Stogumber
26. April 2016 15:19
Generell gibt man sich wieder "deutsch", patriotisch, auch gerne "freiheitlich-demokratisch". Substanziell ist das nicht, sondern rein konjunkturbedingt. "Märzgefallene" eben.
Man wird aufpassen müssen, um die ehemals offenen Antideutschen an das zu erinnern, was sie früher gesagt haben.
Heinrich Brück
26. April 2016 15:57
Reaktionär,
Van der Jeansträger wählen - klar! Sonst: http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4939292/Van-der-Bellen-will-Vereinigte-Staaten-von-Europa
Die österreichische Lockerheit könnte ausschlaggebend sein. Tierlieb ist er auch, verrät schon der Name; familienfreundlich natürlich auch, hat zwei Söhne mit seiner Ex; grün wie es gefällt, wenn es sein muß auch überparteilich. Kann er auch Walzer tanzen?
Ihr braucht hoffentlich keinen Politiker in der Hofburg, schließlich haben wir in Schloß Bellevue auch keinen.
Die Österreicher mögen doch die Deutschen, deshalb baue ich auf den Nachahmungseffekt.
Ben
26. April 2016 16:13
Ich habe neulich auch Einprozent-Aufkleber und welche von pi-news.net entdeckt. Auch dies erfreute mein Herz. Und jetzt noch Österreich.
In Tirol oder in Südsachsenanhat ein Landgut kaufen und im Familienverbund hinziehen. Dort wid mans am längsten aushalten können.
Trouver
26. April 2016 16:21
Lieber noch so lange auf Linie wirksam bleiben, wie es irgendwie es geht


das ist wihl das Beste dran: daß es irgenwann doch nicht mehr geht.
piccolomini
26. April 2016 17:42
@Ben, der Landgut Aspekt hört sich interessant an (ist hier - wenn ich mich recht erinnere - schon mal kurz angesprochen worden).

Falls sich da praktisch etwas (Immobilie, Grund+Boden, Bauplatz, Siedlung, Gemeinschaft etc.) Konkreteres auftut, wäre mit-interessiert...

Denke, das wäre ein interessante praktische + strategische Anlage (nicht nur des Geldes ...)

LG Picco
Andreas Walter
26. April 2016 17:52
Der Hofer soll einfach so bleiben wie er ist.

Lediglich diese eine, potthässliche, grüne Krawatte, die gehört in den Müll.

Und was denn sonst als eine Glock, als Österreicher? Etwa eine Makarow?

Das der Bello kein Adeliger ist weiß ich, doch wissen auch alle Österreicher, was für vaterlandslose Gesellen, Glücksritter, Fähnchen im Wind die van der Bellows sind, schon immer waren?

Das er als Flüchtling vor allem Anwalt der Flüchtlinge, aber nicht der Österreicher sein wird? Das er ein Internationalist ist, ein Agent der Vereinten Nationen? Jesus, bewahre Österreich. Österreich den Österreichern.

Palatschinken statt Lahmacun.

Germknödel statt Döner.

Kaiserschmarrn statt Erdogan.

(Bitte selbst erweitern, Patrioten, das schöne Wien steht auf dem Spiel. Gott, was liebe ich diese Stadt, obwohl ich nur einmal im Leben dort war)

https://www.tape.tv/falco/videos/vienna-calling?hl=de
Arkanthus
26. April 2016 18:28
Daß ein Grüner sich "patriotisch" gibt, zeigt, daß in Ö dergleichen nie ganz verpönt gewesen ist. Als Wende würde ich ich jedoch nicht den Zustand bezeichnen, wenn das Kind schon im Brunnen ist.
bussard
26. April 2016 18:35
Das "van" de, ist ein niederländischer Namensbestandteil, kein Adelstitel.
Die Vorfahren des Alexander van der Bellen sind angeblich 1700 aus den Niederlanden nach Russland ausgewandert, sein Vater floh 1917 nach Estland, 1940/41 dann von dort ins deutsche Reich, und von einem deutschen Flüchtlingslager kamen die Eltern nach Wien. Nach Einmarsch der Roten Armee dort, floh man nach Tirol. Drei oder mehr Ehen hat der Mann hinter sich. Mindestens einen Parteiwechsel. Sehr bewegtes Leben! Und dabei noch eine Bilderbuchkarriere, aussergewöhnlich priviligiert, wie nur wenige.
Er scheint Österreich nicht zu lieben, aber Präsident mit leistungslosem Salär wäre er schon gerne.
Unsteter Zeitgenosse, man sieht es ihm an.
Der_Jürgen
26. April 2016 19:28
Ja, auch ich freue mich über den Erfolg Norbert Hofers. Ja, auch ich hätte, wäre ich österreichischer Bürger, für ihn gestimmt. Ja, auch ich hoffe, dass er sich in der Stichwahl gegen den falschen Fuffzger van Bellen durchsetzen wird.

Dennoch kann ich den Optimismus mancher Sezessionisten nicht teilen. Dass Hofer, genau wie Strache, das Verbotsgesetz, auf dessen Grundlage unschuldige Menschen wie Wolfgang Fröhlich (bisher 10 Jahre in Haft, weitere 3 Jahre sollen noch folgen) eingekerkert werden, ausdrücklich unterstützen, ist für mich ein Warnsignal.

Wer sich durch ein Bekenntnis zu diesem skandalösen Gesetz bei den Mächtigen anbiedert, dem ist zu misstrauen. Man wende nicht ein, Hofer und Strache betrieben kluge Verschleierungspolitik, um dann nach ihrer Wahl freie Hand für eine wirklich nationale Politik zu haben. Wer meint, den Teufel überlisten zu können, zieht stets den kürzeren, denn an Schlauheit kann kein Hofer und kein Strache dem Leibhaftigen das Wasser reichen.

Und wer in einer so fundamentalen Frage einknickt, bei dem muss davon ausgegangen werden, dass er auch in anderen einknicken wird.

Wie jedermann kann auch ich mich irren. Sollte dies wider Erwarten der Fall sein, wird sich niemand mehr darüber freuen als ich. Aber ich glaube nicht an die Reformierbarkeit des Systems und nicht an einen echten Wandel durch Wahlen.

Dass eine europäische Revolution nicht von einem relativ kleinen Land wie Oesterreich ausgehen kann, versteht sich von selbst. Am besten wäre es, sie begönne in Frankreich, einem Land, das immerhin Atomwaffen hat und nicht so leicht wie Oestererreich oder die BRD mit der Nazikeule niedergeknüppelt werden kann.

Der eine oder andere Sezessionist wird mich jetzt als den Dreizehnten beim Tisch betrachten, der den frohen Gästen in die Suppe spuckt. Aber es heisst realistisch bleiben. Ich erinnere mich noch, wie enthusiastisch einige meiner italienischen Freunde anno 1994 reagiert haben, als die aus dem neofaschistischen MSI hervorgegangene Alleanza Nazionale einige Minister stellen durfte. Schon bald entpuppte sich diese Partei dann als treue Handlangerin der amerikanisch-zionistischen Neuen Weltordnung.
Nemo Obligatur
26. April 2016 19:39
Ja, da brennt den Altparteien gewaltig der Kittel. In Österreich ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit, bis deren um die Grünen erweitertes Kartell zusammenbricht. In Deutschland wird es etwas länger dauern, weil der Michel nach seiner, wie viele Jahre sind es inzwischen?, Umerziehung noch ein wenig verschüchterter und verhuschter daherkommt. Aber die Absetzbewegungen und Auflösungserscheinungen sind doch unübersehbar. Selbst die Schockwellen aus Wien nagen am Fundament des kleindeutschen Parteienkartells. Vielleicht wird dessen Ende ganz banal sein, indem die CDU oder die SPD irgendwann mangels Masse nicht mehr überall zur Wahl antritt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass es in 10 Jahren so weit ist. Sie sind beratungsresistent, diese Altmeiers, Stegners und Maas', die Roths und Göring-Eckhardts, die Lindners und vor allem die Merkels in diesem Lande. Woanders ist man übrigens schon weiter. Mit Behagen habe ich vorhin den aktuellen Kommentar von Berthold Kohler gelesen. Da will sich wohl ein altgedienter Pegida-Beschimpfer und AfD-Zurechtweiser kurz vor dem Untergang noch ins letzte Rettungsboot flüchten. Mal sehen, wen der noch alles mitbringt.
Olle
26. April 2016 20:45
@ Niekisch
Also, ich will Dir Dein Pseudonym ja nicht madig machen. Und radikal war Ernst Niekisch ja wirklich irgendwie. Aber "konsequent" war er höchstens hinsichtlich seines Willens zur opportunistischen Selbstinterpretation seiner Biographie, etwa so wie Arnolt Bronnen. Ob er an irgendwelchen " Fernwirkungen" interessiert war? Was wären wohl die eher unmittelbaren Auswirkungen seines "Heerlagers von Vlissingen bis Wladiwostok" gewesen? Niekisch war so einer wie Otto Strasser. Vor der Geschichte ist er durch die Treue Ernst Jüngers und die Kunst Webers gerettet worden. Inhaltlich war Hitler für ihn aber deshalb ein Verhängnis, weil er gerade nicht radikal genug war! Am Ende war das große Ziel eine Rente - der "bürgerlichen" BRD.
Deine juristischen Hinweise sind ohne Frage relevant. Ich glaube aber daß die Haltung des Regimes in Rechtsfragen während der vergangenen Jahre den ganzen juristischen Bereich derartig desavouiert hat, daß mit solchen Hinweisen politisch auf absehbare Zeit kein Staat mehr zu machen sein wird. Merke: Rechtlich gesicherte Strukturen sind ein kulturelles- und kein existentielles Derivat.
Waldgänger aus Schwaben
27. April 2016 08:15
Den klügste Kommentar, Auswesende natürlich ausgegschlossen, zur Wahl In Österreich fand ich in einer internationalen

Presseschau
"Lidove noviny", Prag:

"Norbert Hofers Triumph ist ein weiteres Steinchen im Mosaik, das sich Aufstand gegen die Eliten nennt. "

Ja, wir müssen die großen Linien sehen. Trump Triumph heute nacht, gehört genauso dazu wie der Erfolg Hofers.

Der Aufstand gegen die globalisierungsfreudigen Eliten ist ebenfalls global. Die meisten Aufstände sind historisch gesehen gescheitert. Dieser hat gute Chancen eine Ausnahme zu werden. Denn was mich an ihm hoffen macht, ist dessen Breite. Er hatte kein geografisches Epizentrum, von dem er ausging. Er gibt auch keine abgrenzbare soziale Schicht, die ihn trägt, etwa Studenten und akademisch gebildete, urbane jungen Erwachsenenen unter dreißig. Er ist im wahrsten Sinne des Wortes ein "breites Bündnis".

Die deutsche Rechte muss, wenn sie Teil dieses Bündnisses sein will, das Denken in nationalen Kategorien überwinden. Der Pegida-Demonstrant hat mit mit dem texanischen tea-party Anhänger mehr gemein, als mit dem rot-grünen Oberstudienrat, der ein paar Häuser weiter wohnt, oder dem Antifa-Schläger, der meint gegen den Faschismus zu kämpfen, wenn er im Rudel einzelne Pegida-Demonstanten zusammen schlägt.
Es geht nicht ein Riss durch unser Volk, wie Götz Kubitschek mal meinte. Der Riss ist global. Es gibt die Aufständischen und es gibt die Eliten, die ihre Macht bewahren und erweitern wollen - und deren Hilfstruppen.

Die Eliten agieren hilflos. Der vom marxistischen Denken geprägte Teil meint, dass der Aufstand auf ökonomischen Entwicklungen beruht, und dass er mit "Sozialprogrammen" wie Rentenerhöhungen, Bau von billigen Wohnungen und höherem Mindestlohn zu bekämpfen sei. Der Aufstand gewann aber nicht Fahrt in der Wirtschaftskrise 2008 / 2009. Im prosperierenden Baden-Württemberg bekam die AfD aus dem Stand 15%, während das gebeutelte Griechenland eine jämmerliche Linksregierung wählte und behielt, die sich willig den globalen Eliten unterwarf.

Ein anderer Teil der Eliten meint, dass der Aufstand eine Folge mangelnder Bildung und Aufklärung sei und nun auf verstärkte Volkserziehung setzt. Was davon bei den Zöglingen, die bei weitem nicht so einfach strukuriert sind, wie die AgitProp-Kommissare meinen, ankommt, ist einfach nur Dauerberieselung, die nach kurzer Zeit nur noch anödet.
A.H.
27. April 2016 08:28
Ich muss auch aufpassen nicht "schadenfreudesüchtig" zu werden. ;-)
emil
27. April 2016 16:11
@ Reaktionär (Julius)
Danke für die ausgezeichnete Analyse - das trifft es wirklich haargenau!
Genau Ihrer Ansicht!
Erzreaktionär
27. April 2016 16:35
Wende in Österreich?! Es ist einfach erschütternd, daß ein Volk, das einst das Glück hatte, von den Habsburgern beherrscht zu werden, heute allen Ernstes bereit ist, solches Gesindel zum "Staatsoberhaupt" zu wählen...
thotho
28. April 2016 18:46
Die erreichten Prozentwerte der Kandidaten (Hofer landete tatsächlich bei 35,1) differieren leicht von den hier angegebenen. http://www.salzburg.com/nachrichten/dossier/bundespraesidentschaftswahl-2016/sn/artikel/briefwaehler-ausgezaehlt-hofer-351-prozent-hundstorfer-vor-khol-193629/

Mein Problem an dem Ganzen: Hofer müsste viel mehr auf die Heimatabschaffer hinweisen, die die Grünen bei uns sind. In Wahrheit - und das bezeugt jede grünverseuchte Beteiligung auf Landes- oder Stadtebene - sind sie gegen unser Volk, unsere Traditionen und im Prinzip gegen unsere ganze (physische und psychische) Existenz.

Es ist deren doch seit Jahr und Tag offen und mit Stolz zur Schau getragene "Raumvergessenheit" (Brumlik), die es doch in Wahrheit für jedermann offenkundig werden lässt, dass "Heimat" und "Grün" keine Verbindung haben. Zumindest keine, die tragfähig und zukunftsträchtig für unser Volk und unser Land ist.

VdB erklärte unlängst, Heimat könne geschenkt und empfangen werden. Dass er "Nimmt dein Flaggerl fürs Gaggerl" ablehne, stimmt also nur vordergründig. Über die Hintertür meint er dasselbe.
Caroline
28. April 2016 20:50
@ bazille
Ich fand in der österreichischen Zeitung "Die Presse", folgendes:

Zieht Hofer wiederum in die Hofburg ein, könnte der Proteststimmen-Effekt verfliegen: Geht er als Bundespräsident eine nicht so aktive Rolle ein, wie er es im Wahlkampf versprochen hat („Sie werden sich wundern, was alles gehen wird“), könnten die Wähler ihn als Teil des Polit-Establishments sehen und zum Teil ihr Vertrauen in FPÖ-Versprechen verlieren.


Das ist genau der Punkt: aus strategischen Gründen könnte es nicht so schlau sein, ein Bundeskanzler Strache wird dann unwahrscheinlicher. ABER: ich halte nichts von wahltaktischen Überlegungen in einer so simplen Entscheidung wie VdB vs. Hofer, denn allen Ernstes VdB zu wählen, um vielleicht für 2018 Strache den Weg zu bereiten ... nein, lieber jetzt den Schockeffekt ausnützen.
Also bitte ich Sie, für mich den Hofer zu wählen.
Ich erfreue mich an den Gesichtern einiger Mitmenschen in diesen Tagen, die mich fragen, oder aber ungefragt als Konsens voraussetzen, ob ich eh VdB wähle/gewählt habe, und ich verneine. Ich würde gern zu den 35% gehören, die eine unfreundliche linksfaschistische Wiener Kampflesbe ihres Lokals verweisen wollte
, und die jetzt gewaltig Muffensausen bekommt ...

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