28. Mai 2016

Hirschgeweih! Nationaler Sozialismus! Wie Medien ihr Bestes geben

von Ellen Kositza / 37 Kommentare

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

hirscheNicht erst, nachdem wir Uwe Krügers medienkritische Bücher gelesen, genossen, ja geradezu inhaliert haben, wissen wir, was von den Leitmedien und Deutungseliten zu halten ist. Dafür sind wir zu lange im sogenannten Geschäft. Noch weniger als „völkisch“, „krude“, „rechtsradikal“ sind wir das: naiv.



Ich erinnere mich noch gut an meinen ersten oder zweiten Fernsehauftritt, jedenfalls im ZDF („Länderjournal“), vieltausend Jahre her; ich war ungefähr zwanzig Jahre alt:

Nach der unerfreulichen „Maske“ („Sie wollen Ihren geflochtenen Zopf wohl nicht auflösen? Gott, wie peinlich!“) umarmte mich der Moderator recht herzlich: „Ihr erster TV-Auftritt? Keine Bange, wird gaanz locker!“ Seine erste live-Frage im Studio lautete dann in etwa: „Wie wollen Sie dem Eindruck begegenen, Sie seien antidemokratisch, womöglich gar antisemitisch?“

Also: Man kennt die Pappenheimer längst; ihre Unterstellungen, Insinuationen, Auslassungen. Man könnte sie ignorieren. Nur: Ignorieren sie uns dann auch? Iwo. Macht es einen Unterschied? Ob man sie pinseln läßt, ohne den eigenen Senf dazuzugeben oder ob man abermals den Versuch unternimmt, im Gespräch zu klären, zu begründen?

Nicht immer. Ein (jüngeres und harmloses) Beispiel unter vielen: Mit dem Deutschlandfunkkorrespondenten für Sachsen-Anhalt hat man gesprochen. Gut: eher gezankt, aber egal.

Gesendet hat er letztlich unter anderem, wir würden unseren Töchtern vorschreiben, Röcke zu tragen – was eine einigermaßen krasse Sitte wäre. Wir haben dergleichen nie befohlen, im Netz findet sich sogar ein Eintrag aus meiner Feder, in dem ich beschreibe, wie ich meine Töchter (aus pragmatischen Gründen, aber erfolglos) zu Hosen überreden will. Wir haben mit dem DLF-Mann keine Sekunde über Bekleidung geredet, er wird das faule Gerücht irgendwo aufgeschnappt und abgeschrieben haben.

Zu unserer Pirinncci-Lesung vor zehn Tagen hatte Christoph Richter, jener Reporter, sich angemeldet, war aber nicht erschienen. Was insofern schade war, als daß er die anwesenden Mädchen herzlich gern persönlich zur Röckethematik hätte befragen können. Das Röckeding, nochmal, ist ein völliges Nebenthema, aber es dient ganz gut zur Erzeugung von vagen Stimmungen. Motto: Was ist das für ein Haushalt, in dem Kleidungsvorschriften von annodazumal herrschen?

Gut: Warum gibt sich unsereins überhaupt mit „diesen Leuten“ ab? Hoffnung? Eitelkeit? Taktik? Ach! Zur Zeit kommen auf 10 Anfragen etwa 8 Absagen. Warum mit jener bekanntermaßen einfältigen Tante/ jenem bornierten Onkel sich treffen? SPIEGELfrollein: never!

Kubitschek (an den die Anfragen ja gerichtet sind) täte ohne meine Einflüsterungen viel weniger zulassen. Ich, nennen Sie mich naiv, denke mir: Wir haben erstens nichts zu verlieren, zweitens nichts zu verbergen. Und im Zweifelsfalls wird ohnehin gemäß der geltenden Agenda berichtet. Einer Agenda, die bekanntermaßen längst fadenscheinig geworden ist.

Ein Wochenausschnitt:



1. Nur sehr mittelbar beteiligt. Sehr kluges, ja: gelehriges Gespräch zwischen zwei ZEIT-Redakteuren und Marc Jongen. Bemerkenswert, wie druckreif und überlegt (möchte sagen: überlegen) Jongen, „der philosophische Kopf der AfD“ spricht. Dixit (auf die Frage, ob „Identität“ eine kulturelle, eine staatsbürgerliche oder eine ethnische Kategorie sei) :
„Natürlich hat es zwischen Völkern und Nationen immer Austausch gegeben, natürlich konnte ein Fremder immer deutscher werden, davon zeugen die vielen eingebürgerten Namen von Klonovsky bis Kubitschek. Diese Menschen sind nicht weniger deutsch als andere, oft im Gegenteil. Das kann aber zugleich nicht heißen, dass an innerhalb kurzer Zeit das gesamte Volk durch Afrikaner und Araber ersetzen könnte ohne eine völlige Änderung seines Charakters.“

(Logisch wird das Interview durch ein Hirschgeweih illustriert. Sie können nicht anders.) Küßchen für meinen Gutintegrierten! Von einer Gutintegrierten!

2. Einen Abend lang waren Tuvia Tenenbaum und seine Frau Isi bei uns zu Gast. Tenenboms aberwitziges Buch „Allein unter Deutschen“ war ein Hit, sechsstellige Verkaufszahl. Der Typ ist nicht ohne – auch nicht ohne Chuzpe. Wir hatten zugesagt unter der Bedingung: Wenn gefilmt wird, dürfen wir das Filmen filmen. Lückenpresse: no, thanks!

So war es die ersten Minuten lang ein Wettstreit der Kameras. Dann wurden (rasch) die waffenartigen Geschütze niedergelegt. Mit den Tenenbaums haben wir uns großartig verstanden - selbst etwaige Tarnmanöver miteingerechnet. Sind sie Trickster, dann jedenfalls sehr sympathische. Die beiden Kameraleute sagten: „Wir haben ja den FAZ-Artikel über Sie gelesen. Uns war klar, daß wir eine Art Horrorhaushalt betreten. Ein Absurditätenkabinett. Lustig, das ziemlich alles anders ist.“

3. Eine sehr junge WELT-Journalistin wurde empfangen. Typ: intelligente, aufgeweckte Frau urbanen Typs, die wie ihre populären Schreibeschwestern im Geiste viel mit „ja eigentlich“, „irgendwie“ und „für mein Gefühl“ operiert, die sehr up-to-date ist, sich schreibend gern beim Nachdenken zusehen läßt; viel Meinung und Bauchstimmung, wenig wirkliche Haltung,eine klassische weibliche Kletterpflanze. (Braucht ein Gerüst zum Ranken, blüht dann zweifellos recht hübsch; jede Zeitung hält sich eine Ronja von Rönne, eine Antonia Baum etc.) Tollste Frage: „Ist ja vielleicht schön, wie Sie hier leben; Land, Rittergut, viele Kinder, Ziegenhaltung undsoweiter. Aber ist das nicht ziemlich undemokratisch?“ – „???“- „Naja, weil, Sie wollen das ja irgendwie allen anderen vorschreiben. So zu leben wie Sie.“

4. Ein Abend später. Wieder sehr lustig. Zwei kluge Typen. Schon klug, nicht bloß schlau. Kundige Jüngerleser. Aber mit Ticks. Sehen sowohl in Hitler und seiner Anhängerschaft als auch in Frauke Petry sexuelle Neurosen wuchern. Fragwürdige Hinführung, fundiert etwa durch Petrys „konvulsivisches Gelächter“. Sehen in Kubitscheks Arbeit und Handeln ein „Liebesproblem“. Finden, es sei ein „nationaler Sozialismus“, den er pflegt & befördert. Naja. Wir werden es sehen. Heißt, lesen. Es gibt Metapolitik und „Politik dritter Hand“. Schon okay so.

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (37)

Nordlaender
29. Mai 2016 08:47
„Ist ja vielleicht schön, wie Sie hier leben; Land, Rittergut, viele Kinder, Ziegenhaltung undsoweiter. Aber ist das nicht ziemlich undemokratisch?“ – „???“- „Naja, weil, Sie wollen das ja irgendwie allen anderen vorschreiben. So zu leben wie Sie.“

Was sagte dieses spannende Bildungsfrollein wohl zu einem Konditorlehrling? Jedem vorschreiben wollen, Zuckerbäckerware herzustellen, haben wir nicht schon Übergewichtige genug? Und wer soll dann für den Springer Verlach noch Artikel schreiben? Das mit den vielen deutschen Kindern ist tatsächlich problematisch, mit 226,5 Personen auf einem Quadratkilometer wird der Platz dann schon ziemlich knapp für die Einfuhr von "Zukunftsdeutschen" (Martin Gillo, CDU, sic).

https://www.laenderdaten.info/bevoelkerungsdichte.php
Nemo Obligatur
29. Mai 2016 09:59
So allmählich nimmt das ja überhand mit den Homestories aus Schnellroda. Heute morgen in der WamS schon wieder eine. Ziegen, Brot backen, Eheleute, die sich Siezen und die Kinder mit den nordischen Namen - oder war es norwegisch? Immerhin: Ich bemerke eine Tendenz weg von der fassungslosen Verteufelung, so als hätte sich in Sachsen-Anhalt eine Art Colonia Dignidad eingenistet, hin zu einer mehr inhaltlichen, nunja: eine "Auseinandersetzung" ist es sicher noch nicht. Aber das wird auch schon noch.
Bernhard
29. Mai 2016 10:12
Die Herleitung einer Abstammung von Familiennamen ist in vielen Fällen falsch.

Die Geschichte des Deutschen Ostens zeigt z.B. wie quasi "über Nacht" ganze Grupppen von Deutschen polonisierte Namen erhielten.

Ein "Salomon" z.B. kann ein Hugenottennachkomme, wie auch ein Jude sein.

Europide, die nach Deutschland gekommen sind und genetisch sehr verwandt sind, können natürlich in den Folgegenerationen deutsch werden, zumal sie sich in aller Regel im deutschten Genpool vermischen und quasi ihre alte Identität auch phänotypisch mehr oder weniger auflösen.

Deutscher ist grundsätzlich nur, wer deutsche Vorfahren hat. Alles andere ist Unsinn.
Wilhelm II.
29. Mai 2016 11:02
Kubitschek (an den die Anfragen ja gerichtet sind) täte ohne meine Einflüsterungen viel weniger zulassen. Ich, nennen Sie mich naiv, denke mir: Wir haben erstens nichts zu verlieren, zweitens nichts zu verbergen.

Respekt und Glückwünsch zu dieser Haltung - Sie senden damit nicht zuletzt auch einen Appell an im Verborgenen Gleichgesinnte. Schon darum sind solche "Homestories" (was für ein grässliches Wort) ebenso wichtig wie nötig...
Rene
29. Mai 2016 11:32
Im aktuellen SPIEGEL-Magazin ist zweiseitiger Artikel über diesen COMPACT-Konbgress gedruckt worden. Herr Kubitschek ist mit einem Bild abgedruckt, Bildunterschrift "AfD-Vordenker".
Ein Fremder aus Elea
29. Mai 2016 11:35
Nun ja, aus liberaler Sicht ist jede Selbstverpflichtung undemokratisch.

Das Problem ist das ganze Lügen, falsch Benennen, das darauf basierende Denken, welches den es Denkenden betrügt...

"Repräsentative Demokratie"... kann ich jemanden, den ich nicht kenne, repräsentieren?

Nach meiner Auffassung dessen, was repräsentieren bedeutet, nein.

Das einzige, was ich repräsentieren kann, ist das Parteiprogramm.

Aber auch das ist ja nicht wirklich bindend, also was genau repräsentieren unsere Parlamentarier?

Ehrlich beantwortet doch wohl jene Leute, mit welchen sie sich treffen, welche sie kennen, mit welchen sie reden, denen sie zuhören.

Korrekte Bezeichnung also: "Repräsentative Lobbyokratie".

Ist diese Regierungsform für mich besser, als wenn DIE SITTE verbindlich herrscht?

Nein, ist sie nicht.

Immer schön auf dem Boden bleiben, gerade wenn man sich "Antaios" nennt, nie vergessen, daß die Realität in der Anschauung und nicht in Begriffen liegt.
Walter Risotto
29. Mai 2016 11:45
„Ist ja vielleicht schön, wie Sie hier leben; Land, Rittergut, viele Kinder, Ziegenhaltung undsoweiter. Aber ist das nicht ziemlich undemokratisch?“ – „???“- „Naja, weil, Sie wollen das ja irgendwie allen anderen vorschreiben. So zu leben wie Sie.“
Ach so ist das. Nun gut, es scheint aber Schlimmeres zu geben als solche Wohnrichtlinie. Es wird allerdings ein gewisser Rittergutmangel auftreten, wenn demnächst 82 Millionen Deutschlandbewohner auf Rittergütern leben müssen. Ich schlage daher vor, einfach jedes Bauernhaus und auch jedes sonstige Haus als Rittergut zu bezeichnen, dann klappts mit der Verteilung auf dieselben. Wenn also demnächst im nun mal offenbar unvermeidlichen Vierten Reich (alle schreiben, es ist kaum mehr aufzuhalten), wenn also demnächst im Vierten Reich Diktator Kubitschek dem Volk seine neufaschistische Wohnrichtlinie verkündet, folglich alle aufs Rittergut müssen plus Kindersegen plus Zopfzwang plus Ziegenhaltung usw., und Wohnraumministerin Kositza für die rigide Durchführung sorgt (war ja mit Erich und Margot ganz ähnlich), nun dann aber bitte nur mit Ziege optional. Ich vertrage es nämlich nicht, wenn eine Ziege mich ansieht, wegen dieser seltsam ovalen Pupillen, die die haben. Und aus Ziegenprodukten mache ich mir auch nichts. Ich würde daher auf dem mir zugewiesenen Rittergut lieber zwei Rindviecher halten, Männlein und Weiblein. Deren Nachwuchs würde nämlich für regelmäßigen Nachschub an Wiener Schnitzel sorgen, das wäre neufaschistisches Landleben ganz nach meinem Geschmack. Und was ist übrigens mit Namen? Habe gehört, "altgermanische Namen" wären ebenfalls Bedingung oder zumindest ratsam im Vierten Reich? Bin da leidenschaftslos, aber wo ist die Grenze zwischen einem altgermanischen Namen und einem neugermanischen Namen? Will da nichts falsch machen. Ach du liebe Güte, was sehe ich da gerade, weil ich mich nach germanischen Namen umschaue? Auch "Adolf" ist ein germanischer Name. Na dit is ja fascho-germanisch vom Feinsten, aber dit war ja klar. Also das nicht, ich nenne mich dann alt- oder neugermanisch einfach Horst, weil der Name bedeutet (sagt das allwissende Internet): Der Schützer der Wohnstätte. Und darum geht es ja, denn wenn ich schon auf einem Rittergut sitze, dann will ich da auch meine Ruhe haben. Ein Nachname ist ja dann nicht mehr nötig, denn die gabs bei den alten Germanen nicht, also z. B. Horst Kramp-Karrenbauer oder so, so hieß damals keiner, brauchten die auch nicht, denn es gab ja keine Post und folglich hatte auch niemand einen Briefkasten mit Namensschild usw. Siezen tu ich meine Frau aber nicht, das ist mir zu neumodisch, ich Erze noch, freilich nicht zu verwechseln mit dem seltsam-vertrauten sachsen-anhaltinischen Erzen, von dem hier neulich die Rede war, mein Erzen ist noch den Rangunterschied wahrend, à la 1750, also z. B. sage ich dann zu meinem Weib: "Hole Sie mir noch von der selbstgestampften Butter", "Hat Sie heute morgen alle Schnecken im Garten aufgesammelt?", "Wann wird Sie endlich das Kalb schlachten?" usw. Wie dem auch sei, ich sehe mich auf dem Rittergut schon ganz urig (ohne Urigkeit ist es ja sinnlos) in groben grauen Wollsocken herumlaufend, im Winter die Füße auf einem selbsterlegten Bärenfell ruhend, am prasselnden Kamin sitzend, zufrieden blätternd in meiner signierten Ausgabe von „Mein Kampf“ (mit Goldschnitt), dabei gemütlich E-Zigarette rauchend, das Telefon auf einem selbstgehäkelten Telefondeckchen, der Keller randvoll mit Eingemachtem, die Möbel selbstgezimmert, die Jagdflinte hängt an der Wand, daneben mehrere Achtzehnender und sogar ein sprechender Pferdekopf ("Oh du Falada, da du hangest...."), Frau und Kinder stecken Tag und Nacht in schlesischen Dirndeln usw. Wer das alles undemokratisch findet, dem schleudere ich voll gerechtem Zorn das altbekannte Zitat entgegen : ..................................................................................................................................................................................................................... (hier kann jeder Leser ein beliebiges Zitat einsetzen, allerdings werden Zitatgeber von Heidegger, Carl Schmitt oder Klaus Kinski bei der Rittergutzuteilung möglicherweise bevorzugt. Danke.)
Der zweckmäßige Meyer
29. Mai 2016 11:46
„Naja, weil, Sie wollen das ja irgendwie allen anderen vorschreiben. So zu leben wie Sie.“

Die redet wirklich so? Die beherrscht den Kausalsatz nicht?

Kositza: Erstens hab ich's aus dem Gedächnis zitiert. Zweitens beherrscht sie vermutlich den Kausalsatz. Drittens rede ich manchmal auch so, weil, manchmal entwickelt sich das Denken erst beim Reden. Viertens sind wir auch das nicht: kleinkariert.
Thomas Wawerka
29. Mai 2016 12:08
Nemo Obligatur: nunja: eine „Auseinandersetzung“ ist es sicher noch nicht. Aber das wird auch schon noch

Vergessen Sie's. Seit Jahren warte ich darauf, dass es überhaupt mal zu dem Punkt kommt, an dem man sich inhaltlich auseinandersetzen könnte. Kommt es aber nicht. Und wenn doch, so ist da beim Gegner nur - Leere. Deshalb auch das ganze Geschrey. Horror vacui.
Stil-Blüte
29. Mai 2016 13:41
@ Dank für die lebendige Berichterstattung aus der Provinz.

ad 'Rock': Ich erinnere mich daran, daß die 'toten Hosen' für Frauen von Ihnen hinterfragt wurden. Warum auch nicht? Inwieweit bei Ihnen zu Hause eine Kleider-Ordnung (Vorschrift) männlich - weiblich - kindlich bevorzugt wird, wäre nur passend zur konservativen Namensgebung, Lebensweise und Gesinnung. Es ist doch einfach schön, wenn Mädchen/Frauen Kleider und Röcke tragen. Oder?

@ Bernhard

Die Geschichte des deutschen Ostens zeigt z. B. quasi 'über Nacht', deutsche Gruppen polonisierte Namen erhielten.


Wann und unter welchen Umständen hat das stattgefunden? Ich kenne es nur von den Deutschen in Amerika (Müller wurde Miller usw.)
Waldgänger aus Schwaben
29. Mai 2016 13:55
Dei Lückepresse läuft heute mal wieder zur Höchstform auf
Gauland beleidigt Boateng: "Leute wollen ihn nicht als Nachbarn"
Dazu gab es dann eine fette Schlagzeile in der Frankfurter heute.



Petry entschuldigt sich
zu Recht übrgens, wenn die Aussage öffentlich so gefallen wäre. Ist sie aber nicht.

Petry: "Herr Gauland kann sich nicht erinnern, ob er diese Äußerung getätigt hat."
Also hat Gauland diese Äusserung nach jetzigem Stand nie autorisiert. Sie kann in einem Hintergrundgespräch so gefallen sein oder so ähnlich oder auch gar nicht. Beweise oder eine Bestätigung gibt es derzeit nicht.

Bevor die F.A.S das als Schlagzeile verwendet, hätte die Aussage von Gauland autorisieren lassen müssen.
Kirche im Dorf
29. Mai 2016 13:57
Apropos "Filmen filmen": Es wäre sicher ein Spaß und sehr ergiebig, alle diese Gespräche aufzunehmen und den Ergebnissen gegenüberzustellen. Bei aller Gedächtniskunst Kositzas steht hier ja mal wieder Wort gegen Wort, was bei der anderen Feldpostnummer gerne betont wird. Siehe auch den heutigen Fall von Gauland vs. FAZ. Es muss ja wohl möglich sein, so etwas vereinbaren zu können - evtl mit entsprechend langer Sperrfrist. Ich habe mal ein Interview heimlich aufgezeichnet. Es fühlt sich schon gut an, sowas für den Fall der Fälle zu haben.
Ein gebürtiger Hesse
29. Mai 2016 14:17
Fortan bei Besuchen der Lückenpressler "das Filmen zu filmen", also eigene Tapes bei den Gesprächen mitlaufen zu lassen, ist höchst geraten und sollte zur Selbstverständlichkeit werden. Alexander Gauland mag sich das Gleiche heute auch sagen: http://www.pi-news.net/2016/05/gauland-ich-habe-boateng-nicht-beleidigt/
Wenn die FAZ nun ihrerseits das Dementi Gaulands dementiert, indem sie behauptet, "die Aufzeichnungen" der Journalisten belegten seine Aussagen, wird interessanterweise nicht gesagt, WIE aufgezeichnet wurde, mit technischer Apparatur oder schriftlich, wobei in letzterem Fall der Willkür natürlich Tür und Tor offengestanden haben. Nein, bei solchen Gesprächen braucht man klar überprüfbare Dokumente, ansonsten drehen die Frolleins und Männleins einem das Wort im Mund herum.
Herr K.
29. Mai 2016 15:11
@kositza

...man verzeihe mir bitte den Vergleich, aber es ist in etwa wie folgt:

Wenn Sie auf der Strasse einen Hundehaufen finden, dann lassen Sie ihn ja auch einfach liegen.
Im Falle der Systemschreiberlinge nehmen Sie den Haufen in die Hände, studieren ihn ausgiebig und schreiben dann im Artikel: "Schaut mal, da wäre ich fast reingetreten."

Am Ende stinkt alles. Anstatt auf die Hundehaufen zu schauen ist es sinnvoller den Weg zu sehen und zu gehen.

Das ist alles.

Kositza: Nö, Ihr Vergleich ist es, der (ein wenig nur) stinkt! Systeme sind doch keine so starren Gebilde, oder? Und ein "Systemschreiberling" hat vielleicht nur weniger Abwehrkräfte als einer, der nicht für's "System" schreibt.Vielleicht ist der Hundehaufen, dem es auszuweichen gilt, ja gar keiner. Sondern ein eigentlich hübsches Pflänzchen, daß nur deshalb halbverdorrt auf dem Bürgersteig wuchert, weil irgendwelche Typen mit ihren Kleingärtnergiftflaschen dauernd die Fugen reinhalten wollen. Kann das Blümlein nichts dafür, daß Kurzsichtige es für einen Hundehaufen halten.
Thomas Wawerka
29. Mai 2016 15:41
Rene: Herr Kubitschek ist mit einem Bild abgedruckt, Bildunterschrift „AfD-Vordenker“.

Ahnungslos durch die Nacht ... :-D
Ein gebürtiger Hesse
29. Mai 2016 16:07
@ Kirche im Dorf

Great minds think alike ... ;-)

Nein, aber wirklich: solange die FAZ bloß behauptet, daß es da "Aufzeichnungen" gäbe, die Gaulands schröckliche Aussage belegten, heißt das gar nichts. Jeder Depp kann alles behaupten. Das Problem dabei: da alle Kartellmedien die Behauptung heute verbreiten, mag es genügend Leute geben, die sie unbesehen glauben. Womit der täglichen AfD-Disse mal wieder Genüge getan wäre ... Oder doch schon nicht mehr? In Österreich etwa glaubt bereits (mindestens) das halbe Volk die FPÖ-Diffamierungen schon nicht mehr. Wenn das kein Grund zur Hoffnung ist.
stefanvolker
29. Mai 2016 16:24
Vielleicht sollte man mal wieder seinen Goethe zur Hand nehmen:

»Sag mir doch, von deinen Gegnern
Warum willst du gar nichts wissen?«
Sag mir doch, ob du dahin trittst,
Wo man in den Weg geschissen?
Arminius Arndt
29. Mai 2016 16:59
Aufgrund des Diskussionsverlaufs sei an § 201 StGB f erinnert.

Im Übrigen ist es schlicht widerlich, wenn Leute andere Leute mit dem alleinigen Vorsatz aufsuchen, irgendetwas aus ihrer subjektiven Sicht Verfängliches zu finden oder aus den wenigen Fundstücken, die sie in jedem Fall mitnehmen können, zu konstruieren.

Aber selbst der Albrecht-Clan, der jahrzehntelang als konsequent abgeschottet gegenüber Medien galt, hat es nicht geschafft, dass nunmehr Schmutz über ihn verbreitet wird.

Von daher, gebt den Affen Zucker. Das der Name Kubitschek nur noch als Verunglimpfungsreferenz im Sinne, spielt nicht mit den Schmuddelkindern, in der Presse verwendet wird, wird immer wieder deutlich, zuletzt hier:

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/afd-rechte-wollen-kontaktsperre-zu-pegida-ignorieren-a-1094511.html

So, so, konspirative Treffen mit - Oh mein Gott! - Kubitschek UND seiner Frau jeweils höchstpersönlich ... Das vierte Reich scheint unmittelbar bevor zustehen!
Rainer
29. Mai 2016 18:57
Ich habe es hier schon einmal geschrieben, aber niemanden hat es scheinbar interessiert. Wie auch im aktuellen Fall Gauland/ Boateng zu sehen, sollten Interviews mit der Presse grundsätzlich nur gegen Zahlung einer Kaution in Höhe von mehreren tausend Euro geführt werden, die im Fall einer verfälschenden oder verzerrten, wahrheitswidrigen Berichterstattung dazu verwendet wird, gerichtlich gegen die Presseorgane vorzugehen. Das hätte auch eine ungemein disziplinierende und erzieherische Wirkung auf lügende und hinterfotzige Journalisten. Vorbild ist hier die ungarische Jobbik-Politikerin Krisztina Morvai, die das schon seit Jahren so praktiziert.
niekisch
29. Mai 2016 19:01
"Petry entschuldigt sich zu Recht übrgens, wenn die Aussage öffentlich so gefallen wäre"

Sei es, wie es will: auf jeden Fall wird jetzt die ethnische Zusammensetzung der deutschen Nationalmannschaft diskutiert werden.
Waldgänger aus Schwaben
29. Mai 2016 20:11
@Ein gebürtiger Hesse

Es hiess auf der faz Seite, dass die Aufzeichnungen der beiden Interviewer übereinstimmen, also sind es wohl Schriftliche. Beweiskraft eher gering.
Wie dem auch sei, auf derselben Seite steht, dass Gauland drauf verzichtet hat, Zitate zu autorisieren.

"Wie es ebenfalls bei Gauland üblich ist, bat er nicht darum, Zitate aus dem zur Veröffentlichung bestimmten Teil der Unterhaltung vorgelegt zu bekommen."

Das halte ich für einen Fehler. Gerade heute.

@Kositza
Das Bild von der Rankhilfe für Autor_innen brachte hier auch schon mal, aber in Bezug auf rechte Autoren, die immer irgendwelche linken Texte brauchen, an denen sie wachsen und reifen können.
Corvusacerbus
29. Mai 2016 20:33
Vielleicht erleben Sie, liebe Frau Kositza, noch, wie sich einer von denen, der jetzt nicht anders konnte, als hirschgeweihig mit Vorurteilen zu jonglieren und Sie zu denunzieren (nennen wir ihn "Hirschgeweiher"), bei Ihnen meldet und nachdem er festgesteilt hat, selber denken führt ja zu eigenen Erkenntnissen und Fragen, Ihnen diese Fragen stellt und dann das entsprechende Interview tatsächlich zum Erkenntnisgewinn seiner Leser beiträgt. Bleiben Sie bei Ihrer klugen Offenheit den Medienleuten gegenüber. Nicht wegen meiner Hoffnung auf Besseres, sondern weil schon jetzt, jenseits der manchmal ärgerlichen Details, Schnellroda zum Symbol für die spannende Rechte geworden ist. Viele werden neugierig auf die metapolitische Alternative in Deutschland, gerade junge Leute, und das ist viel und es kann noch viel mehr und besser werden ... the times they are a-changin'.
Andreas Walter
29. Mai 2016 21:00
Sie sind eben ein Frau, Frau Kositza.

Hahaha, aber eine Deutsche. Die hören manchmal etwas schlecht, auf ihre Männer.

Man kann nicht alle Probleme durch teilen, durch mit-teilen, durch reden lösen, Mädels, bei allem verständlichen Wunsch nach Harmonie, Ruhe, Frieden und Liebe.

(...)

Roman
29. Mai 2016 21:06
@Kositza: Ich habe inzwischen festgestellt, dass bei absurden Vorwürfen die Strategie des Scheinrückzugs am besten funktioniert. Man greift sich das Absurdeste im Absurden raus, gibt es zu und setzt noch einen drauf. In ihrem Falle wäre es wahrscheinlich so: "Ja, ich bin dafür, dass man alle Leute zwingt ein Rittergut zu besitzen. Was selbstverständlich undemokratisch ist, aber ich bin halt autoritär. Einmal im Monat muss es natürlich auf eine Wildschweinjagd gehen. Alternativ könnten wir natürlich darüber reden, alle Menschen in die Städte zu pferchen und sterilisieren zu lassen. Das wäre ja dann der Ausdruck wahrer Demokratie".

Man muss den Unsinn des Gegenübers einfach nur Wiederholen und genauso wie er zuvor Scheinzusammenhänge konstruieren. Wenn er dann anfängt zu sagen, dass es so nicht gemeint hat, hat man schon die Positionen umgekehrt. Er muss dann erklären, wie es "richtig" verstanden werden soll.

Der ganze deutsche Journalismus, ja die gesamte deutsche Debattenkultur basiert auf der Aufforderung, zu beweisen, dass man kein Kamel ist. Ja, ich bin ein Kamel und ich finde es "super", dass sie gerade feststellen, ich sei einer.
Großstadtpauker
29. Mai 2016 22:19
Flugblätter drucken und den Bürger direkt informieren ; funktioniert wunderbar ; Aufwand ist hoch , aber man erreicht die Leute . Jeder Leser produziert 1000 Flugblätter / Monat und verteilt diese in seinem Stadtteil ,ganz einfach (tm) .
Gustav Grambauer
29. Mai 2016 22:43
Gerade hat Bruun Laursen eine Übersicht der Arbeitsschablonen der Gegenseite veröffentlicht.

Schon die ersten drei Argumentationsfiguren sind längst Selbstläufer. Sie schlagen wohl jedem hier mehrmals wöchentlich entgegen, selbst aus dem Munde von völlig uneingeweihten Mitläufern, die sie per Dauer-Wiederholung ankonditioniert bekommen haben und wie periphere Geräte auf Knopfdruck als Output ausspucken:

http://new.euro-med.dk/20160529-luzifers-rezept-25-desinformations-regeln-um-jegliche-wahrheit-uber-seine-nwo-auseinander-zu-nehmen.php

- G. G.
Monika
29. Mai 2016 22:49
Die Hunde bellen, doch die Karawane zieht weiter.

Die Lage ist viel zu ernst, um sich mit dem Gebell der Deutungselite zu beschäftigen. Hier ein wirklich ernstzunehmender Beitrag:

http://www.welt.de/kultur/literarischewelt/article155752745/Der-Islam-wird-unsere-Gesellschaft-aufsprengen.html


Eine Banalität am Rande:
Hirschgeweihe sind im Moment ein großer Dekotrend, allerdings in der veganen Ausführung:
http://t.ladenzeile.de/moebel/accessoires-wanddeko-hirschkopf/
Herr K.
29. Mai 2016 23:45
@roman
au ja, das klingt nach einem guten kniff. nicht deckeln, sondern spiegeln. das kann u.u. auch recht humorvoll werden, a la: "ja, natürlich hasse ich ALLE menschen, das zeigt ja auch wie unrassistisch ich bin." wäre nur zu gut, wenn selbst leute wie fr. petry das tun würden. zu lustig, wie dann die presse überschäumen würde.

@kositza
nun gut, ein ungelungener vergleich. ich halte ihre absicht des aufklärens auch grundsätzlich für eine durchweg ehrenhafte. ob die "besucher" von faz und co. ebenso ehrenhaft sind, wage ich zu bezweifeln. vermutlich kommen die eher um auch nur ein fitzelchen zu finden, an dem sie dann K&K "entlarven" bzw. die richtigkeit ihres wertesystems bestätigen können. und wenn dann nix ge-funden wird, dann wird eben er-funden (wie sie selbst berichten). aber vielleicht haben sie ja doch irgendwann erfolg und schelten mich zurecht einen narren!
Gustav Grambauer
30. Mai 2016 01:39
Hat eigentlich hier jemand den neuen Akteur auf dem Spielfeld auf seinem Radar?

http://vollnormaltv.de/2015/10/29/wir-sind-deutschland-reportage-27-10-2015-von-eingeschenkt-tv/

Vor allem "Vordenker der AfD" sollten sich mit dieser in diesen Tagen exponentiell anwachsenden, perspektivisch noch sehr schwer einzuschätzenden Kraft im Hinblick auf Synergien und Unvereinbarkeiten für die Querfront / Souveränitätsbewegung u. a. geistig auseinandergesetzt haben. Diese Bewegung wird ruck-zuck operative Formate finden, um an die Hebel der Macht zu kommen, viel schneller als die AfD auf die Beine kam, viel schneller als Compact mit Drucken und Schachtschneider mit Klagen hinterherkommen wird. (Letzteres und noch vielmehr wird jetzt sowieso von der Dynamik eingeholt.)

Für das System taucht diese Bewegung wahrscheinlich völlig überraschend auf, sie hat - äußerlich - nichts mehr mit Hippies, Truthern, Piraten, althergebrachten Grundeinkommens-Aktivisten, Indigo-Pädagogen, StaSeVes usw. zu tun, obwohl sie deren Destillat ist. (Besser gesagt ist sie das Destillat der Enttäuschten von dort, insofern werden auch die ursprünglichen - bösartigen - Initiatoren geschockt sein, wenn jetzt deren Abtrünnige die Versatzstücke derer Zersetzungs- und Versklavungsprogramme offen auf Marktplätzen in den Dienst der Bewegung für die auch formelle Souveränität Deutschlands stellen.)

(In der Hinsicht haben sie aus dem Nichts heraus schon der AfD, die sich davor noch wie die Jungfer ziert,

https://www.youtube.com/watch?v=Yph-PAJxOkQ

den Rang abgelaufen.)

Die Argumentationen sind - so wie 1989 die Kerzen für die SED - für Unvorbereitete völlig überrumpelnd, nicht nur inhaltlich sondern auch durch die entwaffnende Selbstsicherheit und den Stil. Allein die Interviewpartnerin steht mit nie gesehener Gelassenheit haushoch über der Ebene, auf der Ausgrenzungsspielchen noch möglich waren. Jede Nazi-Keule würde bei denen nur noch ins Leere gehen. Heikochen, Stegner und Kahane stehen DENEN nur noch als Kinderclowns gegenüber. Die Frau läßt durchblicken, daß sie als Mensch spricht, d. h. nicht als Person, und daß sie den justitiablen Unterschied ganz genau kennt. (Darin liegt das Geheimnis der eigentlichen Stärke, auch der moralischen Stärke, dieser Bewegung: hunderttausende kennen mittlerweile diesen Unterschied, jetzt ist Deutschland damit am punctum saliens.)

Das politische Bewußtsein ist - bei aller für uns haarsträubenden Verwirrung in den entscheidenden Fragen (die sich aber ja noch klären kann) - enorm hoch, und zwar in bisher unvorstellbaren Größenordnungen konzentriert und potenziert: weit, weit über die 5.000 (!!!) Teilnehmern schon bei den ersten Demonstrationen hinaus liegt ihre weitere Stärke in ihrer dichten elektronische Venetzung.

Wenn sie sich immun gegenüber Manipulationen, Unterwanderungen usw. halten können, dann haben sie sehr bald effektive Filter für die Wahrheit und zackige Willensbildungs-Routinen, um politisch Nägel mit Köpfen zu machen.

Ich finde diese Bewegung äußerst spannend: während die Franzosen mit ihrer stumpfsinnigen CGT gegen das System kämpfen kehren die Deutschen einfach dem System den Rücken - und besinnen sich einfach auf sich selbst.

- G. G.
Peter Niemann
30. Mai 2016 02:51
Man darf den Journalisten nicht allzu böse sein wenn sie die von ihnen beobachtete Welt so drehen wie sie sie sehen wollen. Klar, sie verzerren und das ist auch angesichts der Nachteile, die sie für die hierdurch verzerrt dargestellte Menschen verursachen auch eine Schweinerei, aber biologisch gibt es einfache Erklärungen für ihr Verhalten.

Ich möchte nicht in große Details gehen, aber kurz anmerken daß zwei Faktoren ausschlaggebend für ihr Verhalten sind und vieles erklären können. Übrigens kann man sich auch hierdurch selber besser verstehen: Laut diversen Zwillingsstudien ist man zum Schluß gekommen daß knapp 40-60% (wohl eher 55-60%) der eigenen politischen Einstellung genetisch determiniert ist. Quelle für eine Übersichtsarbeit die ich auf die Kürze fand z.B. Hatemi P et al, Behavior Genetics, 2014 (44): 282-294.

Darüberhinaus gibt es reihenweise Studien die aufzeigen, daß mit zunehmendem Alter ab Anfang 20 eine Verknöcherung vieler Gewohnheiten eintritt, arbeite derzeit an einer Arbeit (ggf. wird es ein Buch) die peripher diese Thematik anspricht.

Viele Journalisten kommen aus eher - aus heutiger Sicht so zu bezeichnen - antinationalen bzw. fremdgruppenaffine Ideologien und sind im mittleren bis fortgeschrittenen Alter, entsprechend kann man von ihnen nichts weiter als Voreingenommenheit erwarten. Etwas Mitleid mit diesen erblindenden Menschen habe ich schon (auch wenn manche wirklich boshaft sind).

Abschließend noch: Ich finde es gut, wenn Kositza und Kubitschek sich immer wieder ihnen aussetzen, denn man ist Teil eines Systemes und profitiert von steter Interaktion.
eulenfurz
30. Mai 2016 15:00
Schrecklich, das mit den Röcken, dabei wollen die Fortschrittlichen doch alle Konstrukte aufbrechen. Und die Vornamen haben K. & K. Ihren Kindern wahrscheinlich auch noch aufoktroyiert - wenn das mal nicht für die Wahrheitspresse der nächste Faschismusskandal aus Schnellroda wird ...
Roman
30. Mai 2016 17:20
@Herr K: Wenn man anfängt zu verneinen, ist es schon gefühlt ein Eingeständnis der Schwäche. Absurde Fragen oder Vorwürfe sollten zwar auf den Erzeuger zurückfallen, tun sie aber in der Realität nicht. Dazu sind leider die wenigsten Menschen geschult worden. Gerade auf das Publikum wirkt das verheerend. "Es muss ja was dran sein, sonst würde die Frage so nicht gestellt werden. Diese billigste Art von Polemik funktioniert fast immer, weil man sich nicht dagegen verteidgen kann: "Haben sie ihren morgendlichen Schnapsverbrauch schon um die Hälfte reduziert? Oder ist das ein Gerücht?"

Ich habe auch die Vertreter der Seeession so in Interviews auflaufen gesehen. Man kann dem Absurden nicht mit Ernsthaftigkeit begegnen. Sicherlich kann man die ganz hohe Schule betreiben und alle dummen Vorwürfe auf eine ironische Art und Weise "zugeben". Das ist aber nicht nötig. Solche Fragen kommen meist in einem Schwarm aus Unsinnigkeiten. Da greift man sich was Hanebüchenes, aber zugleich halbwegs Harmloses raus. Hier wäre es das Rittergut gewesen. Dann die "gute" Position übertrieben zustimmend wiederholen. Damit ist die Fragestellung und die "Alternative" der Lächerlichkeit preisgegeben.

Es funktioniert auch schon deswegen wunderbar, weil man solche Menschen mit der Nase auf deren Denken in Extremen stösst. Dann sind sie ohnehin nicht gewohnt, wenn Jemand nicht sofort Alles leugnet.

Hat nicht unbedingt nur mit Politik zu tun. Lässt sich auf andere Bereiche genauso gut übertragen. Menschen sind selten in der Lage ihre Position richtig zu artikulieren, oder Fragen vernünftig zu stellen.

Beispiel Gauland: An sich hat er nur gesagt, dass eine "bunte" Nationalmannschaft keine Rückschlüsse über die Befindlichkeiten gegenüber Schwarzen zulässt. Ist sogar ein Klassiker der Linken, den Ich so etliche Male gehört habe. Ein schwarzer Spieler unterstreicht sogar den Rassismus, weil die Hautfarbe nur beui überragenden Leistungen akzeptiert wird, usw. Die FAS und er Rest der Meute mussten es natürlich zum Skandal machen. Was Jupiter erlaubt ist, ist für das Rinvieh noch lange nicht erlaubt.

Gauland musste hier natürlich wieder anfangen sich zu rechtifertigt. Er habe nicht beleidigen wollen. Was hängem bleibt, ist die angebliche Beleidigung. Entweder humoristisch antworten oder zumindest auf die Doppelmoral hinweisen. "Der Verweis auf mögliche fremdenfeindliche Haltungen ist noch keine fremdenfeindliche Haltung. Ich kann aber natürlich verstehen, dass man ein linker Student mit Rastas sein muss, um solche "Weisheiten" von sich zu geben. Ich wollte halt auch Mal". Irgendwas, nur nicht rechtfertigen.

Im Übrigen rollt Trump das Feld in den USA gerade genau deswegen auf. Es wird sich nicht entschuldigt. Man setzt immer noch einen drauf.
Rumpelstilzchen
30. Mai 2016 18:58
das war wohl die sehr junge Weltjournalistin:
http://www.welt.de/kultur/article155766994/Der-Verleger-der-Neuen-Rechten-auf-seinem-Rittergut.html



Putziger Text:

die heimliche Faszination für das Rittergut und dessen öminöse Bewohner
kann nur durch einen Besuch bei Mc Donald entzaubert werden....

O schaurig ist's nach Schnellroda zu gehn,
Wenn es wimmelt vom Heidenrauche,
Sich wie Phantome die Bewohner drehn
Und die Ziege Knabbert am Baume.....


etc. pp
.......
Allmählich lichtet die Straße sich,
und drüben, neben der Weide,
Mac Donald flimmert so heimatlich,
die Journalistin steht an der Scheide.
Tief atmet sie auf, zum Rittergut zurück
Noch immer wirft sie den scheuen Blick:
Ja, in Schnellroda war's fürchterlich,
O schaurig wars bei den Beiden !
hildesvin
30. Mai 2016 20:36
Schade, war es wirklich zu starker Tobak? Bleiben wir trotzdem Freunde. Politik, heißt es, ist nun mal ein schmutziges Geschäft.
@Großstadtpauker: Flugblätter, Graffiti, Aufkleber, mache ich alles, ebenso wie Protestwählen, nur erhoffe ich mir davon im ungünstigsten und wahrscheinlichsten Fall nichts, im günstigsten soviel wie drei Sandkörnchen in ein riesiges Schiffsgetriebe. Von gewaltiger Wirksamkeit im Volke kann gar nicht die Rede sein.
Ja, im September werde ich die auch wählen, aber einfach machen die es einem gerade nicht.
Gustav Grambauer
30. Mai 2016 20:37
Helga Zepp-LaRouche legt nach, diesmal mit einem Foto von Kubitschek, das offenbar nach Tavistock-Art wie die Deutschen Wochenschauen nachträglich dunkel eingefärbt wurde:

http://www.bueso.de/
http://www.bueso.de/node/8624

- G. G.
H. M. Richter
30. Mai 2016 20:49
@ Rumpelstilzchen
"das war wohl die sehr junge Weltjournalistin"
___________________________________


Danke für den Hinweis - inzwischen habe ich den Artikel von Hannah Lühmann gelesen.

Er ist anders als andere, - das läßt hoffen in Zeiten jounalistischer Heimtücke und Niedertracht.

Die Verunsicherung, die aus ihm spricht, weckte eine Erinnerung:

Zu DDR-Zeiten gab es bei strikt staatstreu erzogenen Atheisten oftmals eine ähnlich anmutende Verunsicherung, wenn sie erstmals einer lebendigen und freundlichen christlichen Familie begegneten.

Die waren ja ganz anders als gedacht.
(Mal abgesehen von den "christlichen Vornamen" ...)

Die sprachen ja gar nicht von "Gott und Teufel", sondern setzten sich beispielsweise für die Erhaltung der Natur und den Schutz der Umwelt ein, auch wenn sie dies "Bewahrung der Schöpfung" nannten.

Manchmal - und gar nicht so selten - setzten bei diesen Begegnungen Prozesse des Umdenkens ein, die sehr weit führen konnten ...
kW
31. Mai 2016 07:31
Lieb Bernhard, ich hasse auch die Kringel,die gemacht werden auf die Frage, wer Deutscher ist. Ein Franzose würde ganz selbstverständlich antworten, wer französische Vorfahren hatte. Ich vermute, daß die Gentechnik sogar gemauert wird, weil man vielleicht den Urstamm ermitteln könnte, aber das ist bei dem angestrebten Menschenbrei alles bäh. Stämme, Völker, Familien müssen auseinandergerissen werden, so steht es auf der Agenda, und selbst das Geschlecht soll egal werden. Daher die Abneigung dieser Typen gegen Zöpfe und Röcke. Am glücklichsten sind sie, wenn wir in ihrer Uniform herumlaufen, den Jeans.

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