05. Juni 2016

Ein Potpourri an Bildern ...

von Nils Wegner / 10 Kommentare

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

... wurde zum Wochenende in Auftrag gegeben, und derzeit ist es wirklich ein leichtes, dem nachzukommen. Im Laufe der Woche ist einiger Augenschmaus zusammengekommen, der besonders der Leserschaft dieses Netztagebuchs ans Herz gelegt werden kann, und so kommen wir denn am besten ohne Umschweife zur Sache.



Zuallererst einmal ist es eine große Freude, ankündigen zu können, daß auf dem IV. Staatspolitischen Kongreß in Schnellroda neben den bereits angekündigten Vorträgen der Zeichner Ralph Oertel eine Auswahl seiner Werke präsentieren wird. Oertel ist derjenige Künstler, der bereits die edition nordost-Auflagen von Fernaus Hauptmann Pax und Langes Die Leuchtkugeln so grandios illustriert hat; passend zum Kongreßthema »Im Weltbürgerkrieg« wird es also voraussichtlich photorealistische Soldatenportraits und -szenen geben. Da aber auch eine Vielzahl von Protagonisten der Konservativen Revolution zum Repertoire Oertels zählen, sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Indessen waren die jungen Hallenser Aktivisten von Kontrakultur nicht untätig und haben nach dem Zaunbau in Schöngleina ein weiteres Großprojekt abgeschlossen: In einem sehr ansehnlichen Musikvideo wurde jetzt »der Klang der Reconquista« vertont! Und anstatt sich nun möglicherweise darüber zu ereifern, daß der Musikstil dem Inhalt nicht angemessen sei, ist es deutlich ergiebiger, im Text die literarischen Einflüsse auszumachen – da steckt einiges von Antaios drin. Und so sehen denn auch die Reaktionen aus, wie über ein paar Ecken hereinkam:



Um die Reconquista ging es auch den Identitären in Leipzig anläßlich des Katholikentags. Der Herr Bundesjustizminister mußte hingegen erneute Gebietsverluste hinnehmen: Nach dem eiligen Abgang in Zwickau ist man auch im Havelland gegen seine fortwährende Verunglimpfung der eigenen Arbeitgeber aufgestanden. Es lohnt sich, genau hinzusehen: "EinProzent" schläft nicht!

Und zu guter Letzt: Falls Sie sich gefragt haben sollten, was der schelmische Frosch da oben zu suchen hat, so sollten Sie unbedingt bei Gelegenheit in die verrückte Welt der anglophonen "Alternative Right" eintauchen. Etliche Mitleser hier verweisen ja bereits immer mal darauf. Einen sehr launigen, knapp fünfminütigen Überblick gibt es seit der Jahreskonferenz der US-Zeitschrift American Renaissance: Zu den Klängen des wohl bekanntesten Lieds von Billy Joel stellt sich die "Szene", die in den letzten Monaten einen mächtigen Aufwind erlebt hat, selbst vor – gekrönt von einem Auftritt des AmRen-Gründers Jared Taylor am Saxophon. Ob man das schon "Popdissidenz" nennen kann? Entscheiden Sie am besten selbst:

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (10)

Großstadtpauker
06. Juni 2016 00:10
aha ... Hauptmann Pepe , Philosoph und Ratgeber aus dem krautchan-Universum dekoriert den aktuellen Text .

Ich konsumiere regelmäßig die frivolen Texte aus der Internetzschmuddelecke ; Pepe könnte durchaus ein Symbol für den subkutanen Widerstand werden .

Gelingt es uns im Alltag den freudlosen roten Spießer zu entlarven wird der politisch wirksame Widerstand leichter umsetzbar .
Rainer Möller
06. Juni 2016 08:51
Zum Thema "Billy Joel" - ich warte immer noch darauf, dass ein Musiker die besten deutschen politischen Songs der älteren Generation für uns adaptiert: "Über sieben Brücken musst du gehn" und "Am Grunde der Moldau wandern die Steine"; zwei Lieder, die vor allem das aktivieren, was die Rechte am dringendsten braucht: Ausdauer und Zähigkeit.
Gustav Grambauer
06. Juni 2016 14:28
Rainer Möller

Zu "Über sieben Brücken" gibt es die wildesten Verschwörungstheorien - in der Richtung, daß dieses Lied speziell als insgeheime Hymne für die "bewaffneten Organe" lanciert worden sei. (Fraglich ist dabei noch, ob eigentlich nur für die Berufskader, "sieben" würde dabei pars pro toto für drei (UaZ), 10 (BU), 15 (Fähnrich) und 25 (Offz.) Jahre stehen. Jedenfalls wurde das Lied vor allem von denen gesungen, und zwar meist kurz vor dem allabendlichen Vollrausch, höre: "Manchmal bin ich schon am Morgen müd'".) Wie dem auch sei, seitdem hieß die NVA im Volksmund "die Asche". Geht man Zeile für Zeile durch, dann taucht man genau in die Stimmung in einer NVA-Kaserne der 80er Jahre ein, und besonders in den Berufsunteroffiziers-, Fähnrich- und Offiziersstuben.

"Am Grunde der Moldau" wurde in der DDR durch Gisela May bekannt gemacht. Wir haben die May scherzhaft "Ulbrichts Rache an Brecht" genannt. In der Tat wurde sie als der Typ "grundsolide, biedere, kreuzbrave Kulturhaus-Estradensängerin" ("Botschafterin des Sozialismus") - und damit war sie alles andere als der dreckige, laszive Spelunken-Typ, den sich Brecht gewünscht hätte - an die Carnegie Hall und an die Scala "delegiert". Der Eisler hatte schon Chuzpe und den dazugehörenden hintertriebenen Humor ...

Hier versucht sie, sich ein bißchen "brechtisch"-versaut zu geben, z. B. mit dem "ha" von "Pra- ha-g", es gelingt ihr aber nicht, ist m. E. auch besser so:

https://www.youtube.com/watch?v=YRcb3-6ck7I

- G. G.
ulex
06. Juni 2016 16:07
Kleine Anmerkung zu Schöngleina:

Die Bürgermeisterwahl in dem Örtchen war ja dieses Wochenende, 20% der Stimmen gegen den Amtsinhaber sind's geworden.

Vor ein paar Jahren hätte dies noch Schlagzeilen gemacht, man erinnere sich an lokale NPD- oder Rep-Hochburgen wo es Schnappatmung gab wenn mal ein Kandidat die 10% übersprungen hat - heutzutage ist dies "im Osten" vermutlich keine grosse Sache mehr, wobei auch hierzulande natürlich das Problem ist genügend Leute zu finden die bereit sind sich mit Namen und Gesicht in die erste Reihe zu stellen, insofern natürlich Hochachtung vor dem Einsatz.
herr k.
06. Juni 2016 17:33
Dankeschön für die vielen wichtigen Infos, vor allem der Patriot freut sich gerade über seinen neuen Hammer, mit dem er was Schönes basteln kann.
In diesem Sinne, viel Freude beim Widerstand!
Loukas Notaras
06. Juni 2016 17:39
@ ulex: 20 Prozent? Wenn das unter den idealen Bedingungen Mitteldeutschlands ein Erfolg sein soll, muß ich weinen. Der Leidensdruck ist bei vielen Wählern offenbar noch nicht groß genug.
ulex
06. Juni 2016 20:24
Das Dorf hat lt Wikipedia 455 Einwohner und der ehrenamtliche Bürgermeister hat keinerlei Budget oder Befugnisse soweit ich weiß - dass dort etliche Bürger dem Argument "nicht zuviel anlegen" folgen lässt sich mE durchaus nachvollziehen.

In Sachsen werden zB Fördermittel an Gemeinden (auch mit FW und CDU-Bürgermeister) die nicht brav genug Neubürger aufgenommen haben zum letztmöglichen Termin 2020 ausgezahlt, ging hier durch die Medien.

Insofern: Was viel und was wenig ist mag jeder für sich selbst beurteile - im Westen tritt man auf Gemeindeebene oft ja garnicht an weil die dort erforderlichen 3-8% ausser Reichweite sind.

Aber ja - ich hätte mir gewünscht dass auch über solche Ergebnisse offensiv berichtet wird.
Nero
07. Juni 2016 03:39
@ Großstadtpauker

Schauen Sie doch mal bei dem US-Amerikanischen Äquivalent vorbei...
4chan /pol/ schwierig unter den ganzen shitpostern die Diamanten zu finden, aber es ist amüsant.

Ich mache das gerne, weil es einfach gut tut Gedanken austauschen zu können. Da merkt man einmal wirklich was freie Meinungsäußerung bedeutet und wie es das denken anregt.
Großstadtpauker
07. Juni 2016 21:14
re Nero : ja , da gucke ich auch ab und an rein ; ist mir aber zu trumplastig .

hin und wieder findet man gute Beiträge .
ojeee
09. Juni 2016 18:02
>ist mir aber zu trumplastig .

Dann vielleicht /pol/ auf 8chan, dort ist man etwas erwachsener als auf dem 4Kanal.

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