Ein Potpourri an Bildern …

... wurde zum Wochenende in Auftrag gegeben, und derzeit ist es wirklich ein leichtes, dem nachzukommen.

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

Im Lau­fe der Woche ist eini­ger Augen­schmaus zusam­men­ge­kom­men, der beson­ders der Leser­schaft die­ses Netz­ta­ge­buchs ans Herz gelegt wer­den kann, und so kom­men wir denn am bes­ten ohne Umschwei­fe zur Sache.

Zual­ler­erst ein­mal ist es eine gro­ße Freu­de, ankün­di­gen zu kön­nen, daß auf dem IV. Staats­po­li­ti­schen Kon­greß in Schnell­ro­da neben den bereits ange­kün­dig­ten Vor­trä­gen der Zeich­ner Ralph Oer­tel eine Aus­wahl sei­ner Wer­ke prä­sen­tie­ren wird. Oer­tel ist der­je­ni­ge Künst­ler, der bereits die edi­ti­on nord­ost-Auf­la­gen von Fern­aus Haupt­mann Pax und Lan­ges Die Leucht­ku­geln so gran­di­os illus­triert hat; pas­send zum Kon­greß­the­ma »Im Welt­bür­ger­krieg« wird es also vor­aus­sicht­lich pho­to­rea­lis­ti­sche Sol­da­ten­por­traits und ‑sze­nen geben. Da aber auch eine Viel­zahl von Prot­ago­nis­ten der Kon­ser­va­ti­ven Revo­lu­ti­on zum Reper­toire Oer­tels zäh­len, soll­te für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Indes­sen waren die jun­gen Hal­len­ser Akti­vis­ten von Kon­tra­kul­tur nicht untä­tig und haben nach dem Zaun­bau in Schöng­lei­na ein wei­te­res Groß­pro­jekt abge­schlos­sen: In einem sehr ansehn­li­chen Musik­vi­deo wur­de jetzt »der Klang der Recon­quis­ta« ver­tont! Und anstatt sich nun mög­li­cher­wei­se dar­über zu erei­fern, daß der Musik­stil dem Inhalt nicht ange­mes­sen sei, ist es deut­lich ergie­bi­ger, im Text die lite­ra­ri­schen Ein­flüs­se aus­zu­ma­chen – da steckt eini­ges von Antai­os drin. Und so sehen denn auch die Reak­tio­nen aus, wie über ein paar Ecken hereinkam:

Um die Recon­quis­ta ging es auch den Iden­ti­tä­ren in Leip­zig anläß­lich des Katho­li­ken­tags. Der Herr Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter muß­te hin­ge­gen erneu­te Gebiets­ver­lus­te hin­neh­men: Nach dem eili­gen Abgang in Zwi­ckau ist man auch im Havel­land gegen sei­ne fort­wäh­ren­de Ver­un­glimp­fung der eige­nen Arbeit­ge­ber auf­ge­stan­den. Es lohnt sich, genau hin­zu­se­hen: “Ein­Pro­zent” schläft nicht!

Und zu guter Letzt: Falls Sie sich gefragt haben soll­ten, was der schel­mi­sche Frosch da oben zu suchen hat, so soll­ten Sie unbe­dingt bei Gele­gen­heit in die ver­rück­te Welt der anglo­pho­nen “Alter­na­ti­ve Right” ein­tau­chen. Etli­che Mit­le­ser hier ver­wei­sen ja bereits immer mal dar­auf. Einen sehr lau­ni­gen, knapp fünf­mi­nü­ti­gen Über­blick gibt es seit der Jah­res­kon­fe­renz der US-Zeit­schrift Ame­ri­can Renais­sance: Zu den Klän­gen des wohl bekann­tes­ten Lieds von Bil­ly Joel stellt sich die “Sze­ne”, die in den letz­ten Mona­ten einen mäch­ti­gen Auf­wind erlebt hat, selbst vor – gekrönt von einem Auf­tritt des AmRen-Grün­ders Jared Tay­lor am Saxo­phon. Ob man das schon “Pop­dis­si­denz” nen­nen kann? Ent­schei­den Sie am bes­ten selbst:

Nils Wegner

Nils Wegner ist studierter Historiker, lektorierte 2015–2017 bei Antaios, IfS und Sezession und arbeitet als Übersetzer.

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Kommentare (10)

Großstadtpauker

6. Juni 2016 00:10

aha ... Hauptmann Pepe , Philosoph und Ratgeber aus dem krautchan-Universum dekoriert den aktuellen Text .

Ich konsumiere regelmäßig die frivolen Texte aus der Internetzschmuddelecke ; Pepe könnte durchaus ein Symbol für den subkutanen Widerstand werden .

Gelingt es uns im Alltag den freudlosen roten Spießer zu entlarven wird der politisch wirksame Widerstand leichter umsetzbar .

Rainer Möller

6. Juni 2016 08:51

Zum Thema "Billy Joel" - ich warte immer noch darauf, dass ein Musiker die besten deutschen politischen Songs der älteren Generation für uns adaptiert: "Über sieben Brücken musst du gehn" und "Am Grunde der Moldau wandern die Steine"; zwei Lieder, die vor allem das aktivieren, was die Rechte am dringendsten braucht: Ausdauer und Zähigkeit.

Gustav Grambauer

6. Juni 2016 14:28

Rainer Möller

Zu "Über sieben Brücken" gibt es die wildesten Verschwörungstheorien - in der Richtung, daß dieses Lied speziell als insgeheime Hymne für die "bewaffneten Organe" lanciert worden sei. (Fraglich ist dabei noch, ob eigentlich nur für die Berufskader, "sieben" würde dabei pars pro toto für drei (UaZ), 10 (BU), 15 (Fähnrich) und 25 (Offz.) Jahre stehen. Jedenfalls wurde das Lied vor allem von denen gesungen, und zwar meist kurz vor dem allabendlichen Vollrausch, höre: "Manchmal bin ich schon am Morgen müd'".) Wie dem auch sei, seitdem hieß die NVA im Volksmund "die Asche". Geht man Zeile für Zeile durch, dann taucht man genau in die Stimmung in einer NVA-Kaserne der 80er Jahre ein, und besonders in den Berufsunteroffiziers-, Fähnrich- und Offiziersstuben.

"Am Grunde der Moldau" wurde in der DDR durch Gisela May bekannt gemacht. Wir haben die May scherzhaft "Ulbrichts Rache an Brecht" genannt. In der Tat wurde sie als der Typ "grundsolide, biedere, kreuzbrave Kulturhaus-Estradensängerin" ("Botschafterin des Sozialismus") - und damit war sie alles andere als der dreckige, laszive Spelunken-Typ, den sich Brecht gewünscht hätte - an die Carnegie Hall und an die Scala "delegiert". Der Eisler hatte schon Chuzpe und den dazugehörenden hintertriebenen Humor ...

Hier versucht sie, sich ein bißchen "brechtisch"-versaut zu geben, z. B. mit dem "ha" von "Pra- ha-g", es gelingt ihr aber nicht, ist m. E. auch besser so:

https://www.youtube.com/watch?v=YRcb3-6ck7I

- G. G.

ulex

6. Juni 2016 16:07

Kleine Anmerkung zu Schöngleina:

Die Bürgermeisterwahl in dem Örtchen war ja dieses Wochenende, 20% der Stimmen gegen den Amtsinhaber sind's geworden.

Vor ein paar Jahren hätte dies noch Schlagzeilen gemacht, man erinnere sich an lokale NPD- oder Rep-Hochburgen wo es Schnappatmung gab wenn mal ein Kandidat die 10% übersprungen hat - heutzutage ist dies "im Osten" vermutlich keine grosse Sache mehr, wobei auch hierzulande natürlich das Problem ist genügend Leute zu finden die bereit sind sich mit Namen und Gesicht in die erste Reihe zu stellen, insofern natürlich Hochachtung vor dem Einsatz.

herr k.

6. Juni 2016 17:33

Dankeschön für die vielen wichtigen Infos, vor allem der Patriot freut sich gerade über seinen neuen Hammer, mit dem er was Schönes basteln kann.
In diesem Sinne, viel Freude beim Widerstand!

Loukas Notaras

6. Juni 2016 17:39

@ ulex: 20 Prozent? Wenn das unter den idealen Bedingungen Mitteldeutschlands ein Erfolg sein soll, muß ich weinen. Der Leidensdruck ist bei vielen Wählern offenbar noch nicht groß genug.

ulex

6. Juni 2016 20:24

Das Dorf hat lt Wikipedia 455 Einwohner und der ehrenamtliche Bürgermeister hat keinerlei Budget oder Befugnisse soweit ich weiß - dass dort etliche Bürger dem Argument "nicht zuviel anlegen" folgen lässt sich mE durchaus nachvollziehen.

In Sachsen werden zB Fördermittel an Gemeinden (auch mit FW und CDU-Bürgermeister) die nicht brav genug Neubürger aufgenommen haben zum letztmöglichen Termin 2020 ausgezahlt, ging hier durch die Medien.

Insofern: Was viel und was wenig ist mag jeder für sich selbst beurteile - im Westen tritt man auf Gemeindeebene oft ja garnicht an weil die dort erforderlichen 3-8% ausser Reichweite sind.

Aber ja - ich hätte mir gewünscht dass auch über solche Ergebnisse offensiv berichtet wird.

Nero

7. Juni 2016 03:39

@ Großstadtpauker

Schauen Sie doch mal bei dem US-Amerikanischen Äquivalent vorbei...
4chan /pol/ schwierig unter den ganzen shitpostern die Diamanten zu finden, aber es ist amüsant.

Ich mache das gerne, weil es einfach gut tut Gedanken austauschen zu können. Da merkt man einmal wirklich was freie Meinungsäußerung bedeutet und wie es das denken anregt.

Großstadtpauker

7. Juni 2016 21:14

re Nero : ja , da gucke ich auch ab und an rein ; ist mir aber zu trumplastig .

hin und wieder findet man gute Beiträge .

ojeee

9. Juni 2016 18:02

>ist mir aber zu trumplastig .

Dann vielleicht /pol/ auf 8chan, dort ist man etwas erwachsener als auf dem 4Kanal.

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