16. Juli 2016

Das war's. Diesmal mit: Schwarzen und Weißen, Lou Salomé und multirassischem Kindergarten

von Ellen Kositza / 38 Kommentare

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

12. Juli 2017 -- Die Minuten nach einem gemeinsam gesehenen Kinofilm sind in unserer Familie stets heikel. Bei uns wird während eines Films nicht geflüstert und getuschelt. Es bleibt also bis zum Ende unklar, wie der andere es fand.



Es gab schon Fälle, wo man nach der Vorführung auf der Straße stand und gemeinsam tief seufzte. Allerdings kam aus dem einen Mund das Urteil „unterirdisch!“, aus dem anderen „genial“. Und dann wurde die Heimfahrt über gestritten. Selten, aber gelegentlich doch.

Abbrüche erfolgen, wenn, dann unter meiner Regie, Kubitschek neigt da zu geldökonomischen („wir haben doch bezahlt!“), ich zu zeitökonomischen Überlegungen („der Mist klaut mir Lebenszeit!“).

Heute war ich mit den beiden großen Mädchen „Lou Salome“ anschauen. Gutes Omen war schon mal, daß wir schwiegen, wo das Restpublikum (ausverkaufter Saal!) lachte und dort lachten, wo die anderen schwiegen. Nach dem Abspann auf der Straße aus drei Mündern: „Hinreißend!“ „Unglaublich gut!“ „Perfekt!“.

Ach, wie gut, wie hervorragend hat uns dieser Film (Regie: Cordula Kablitz-Post) gefallen! So recht nach unserem Geschmack. Besonderes Kunststück: wie hervorragend die Protagonisten (Nietzsche, Nietzsches Schwester Elisabeth, Paul Rée, Malwida von Meysenburg, Lou selbst in drei Lebensaltern ohnehin) besetzt waren – schier unglaublich. „Ist übrigens ein hübsches Poem von Lou Salome; könnt Ihr Euch merken“, doziere ich und wiederhole: „Die Welt, sie wird Dich schlecht begaben, glaube mirs, sofern Du willst ein Leben haben, raube Dirs!“ Die Töchter, milde: „Ja, Mama. Die Lou-Salome-Postkarte mit diesem Zitat hast Du uns schon vor Jahren geschenkt. Ham wir längst kapiert.“

14. Juli 2016 -- Schlechte Ernte, gute Ernte: Wie jedes Jahr (seit 13 Jahren) wird es bei uns aus 30 Tomatenpflanzen ungefähr 10 Tomaten geben. Wenigstens 300 wären denkbar und wünschenswert. Es muß eine Art Tomatenfluch über unserem Haus liegen. Die Samen sind teils konventionelle Ware („Harzfeuer“), teils aus Ökobestand (Ochsenherz, Berner Rose etc.). Die Pflanzen sind teils mickrig, teils äußerst opulent. Früchte aber: halt höchstens zehn; maximal zwei pro Pflanze, normal: null. Warum nur? Theoretisch bin ich mittlerweile Tomatenspezialistin (ausgeizen, günstige Nachbarbepflanzung etc.), aber es trägt nichts aus. Teils wachsen sie in großen Kübeln voller Mist, teils auf Hügelbeeten, teils im Gewächshaus. Tomaten hassen uns, es muß so sein.

Wir haben dieses Jahr keine Mäuse, keine Schnecken, aber tausende Kartoffelkäfer (dorfweit), eine tolle Kinderbeschäftigung (das Absammeln) und eine Freude für die Hühner.

Ja, die Tiere! Die vermehren sich fleißiger denn je, und es ist so süß! Enten, Hühner, Katzen, Kaninchen! Unsere menschlichen Kinder waren begeistert von der Idee eines multirassischen Kindergartens. Klang wie immer toll, hat wie immer schlecht funktioniert. Katzenbabies und Kaninchenbabies: geht grad so. Man merkt einen deutlichen Intelligenzunterschied zugunsten der Katzen. Die Hühnerküken, meine absoluten Lieblinge, unterliegen leider allen anderen Altersgenossen. Die Entenküken, das haben sie von ihrer dummen, einfältigen Mutter und dem nicht nur dummen, sondern auch häßlichen Vater, unserem Knorpelerpel gelernt, reagieren einfach nur phobisch auf alles, was nicht Entenküken heißt.



Mit panischen Tierkindern zu spielen macht keinen Spaß. Außerdem riechen sie irgendwie schlecht, weshalb meine humanen Kindergärtnerinnen die Türkenentenbrut rasch ausschlossen aus dem erzwungenen Beisammensein. Aber auch der Rest war eher unzufrieden. Tochter: „Ich hab den Eindruck, daß alle am glücklichsten sind, wenn sie ganz unter sich bleiben.“

Das Ziegenkind ist beim Versuch übrigens außen vor geblieben. Es wurde zu aller Bedauern gerade geschlachtet und hat allen gut gemundet. Mußte sein: Das Böcklein hat wie sein Vorgänger Tante und Mutter frühreif besprungen, sehr aufdringlich. Dem Vorgängerböcklein war das schlecht bekommen: Ihn hatte die Tante auf die Hörner genommen- er hatte es nicht überlebt, ihn mußten wir begraben. So kann‘s gehen.

16. Juli 2016 -- Um den Realitätsgehalt folgender Szene zu verdeutlichen, muß man wissen, daß der Sohn in den letzten Monaten ein wenig zur Großtönerei neigte. Nicht „politisch“, aber doch so, daß wir ihn manchesmal zurechtstutzen mußten. Zu groß die Klappe, zu klein der Mann.

Ich jäte. Ein paar Meter weiter disputieren das helle Stimmchen des Sohnes und der dunkle Baß der älteren Schwester. Ich höre nur ihn: „Nee. Also, ich hab die Schwarzen echt satt. Ich kann die nicht mehr sehen.“ Unverständliches Gebrummel der Tochter. Sohn: „Ist mir im Moment echt egal. Sollen sie halt vergammeln und verfaulen. Sollen sich andere drum kümmern. Ich mag die Schwarzen irgendwie nicht, oder nicht mehr. Zuviel davon gehabt. “

Gegenrede, akustisch unverständlich. Sohn: „ Ach komm, Weiße? Wo siehst Du noch Weiße? Also, ich hab schon lange das Gefühl, daß die irgendwie krank sind.“ Ich erhebe mich aus der Hocke. Ah, die Kinder sind bei den Johannisbeeren, den roten. Es entspricht übrigens der Wahrheit, daß die Sträucher mit den weißen Beeren nicht tragen. Oder kaum.

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (38)

ulex
16. Juli 2016 23:45
Tomaten sind im deutschen Osten ja auch völlig artfremd - die gehören doch nach Holland ins Gewächshaus :-)
Nero
17. Juli 2016 00:03
Abbrüche erfolgen, wenn, dann unter meiner Regie, Kubitschek neigt da zu geldökonomischen („wir haben doch bezahlt!“), ich zu zeitökonomischen Überlegungen („der Mist klaut mir Lebenszeit!“).


Da haben Sie die besseren kaufmännischen (kauffräuischen?) Instinkte, Frau Kositza.

Ihr Mann erliegt dem sunk cost effect.
Das Geld für die Karten ist weg. Ob Sie bleiben oder gehen.
Da aber Zeit = Geld ist und Sie zumindest Zeit einsparen können, haben Sie recht.

Und was Ihr Sohn gesagt hat, kann schon Hate-Speech sein.
Hoffentlich liest der Maas nicht mit...


Korrekturvorschlag: Datum in Zeile 1 auf das Jahr 2016 ändern.
Eveline
17. Juli 2016 08:42
Immer wieder schön Ihre Einsichten und Ansichten zu lesen.


Ein Tip für die Tomaten... http://blog.beck-shop.de/blog/2013/07/17/der-selbstversorger/ Wolf -Dieter Storl der Selbstversorger
Unke
17. Juli 2016 10:50
Tomaten... die gab's aus dem eigenen Garten, und dann gleich derart massenweise, mussten zum Nachreifen auf den Küchenschrank gelegt werden. Kein Wunder dass es so viel davon gab: die Tomatenstöcke waren durstig ohne Ende, und ich habe ihn als Kind Gießkanne um Gießkanne gestillt...
Das Aroma eigener Tomaten kann man nicht kaufen. Den Treibhaustomaten scheint man diese spezifische Säure ausgetrieben zu haben. Naja, lang ist's her.
Ein Fremder aus Elea
17. Juli 2016 11:46
Ebenso entspricht es der Wahrheit, daß meine wildwüchsigen weißen Johannesbeeren am Wegesrand wieder üppig tragen, und dieses Jahr tragen auch die wilwüchsigen Stachelbeeren, wenn auch nicht gerade üppig.

Die Wildhimbeeren bilden dieses Jahr geradezu wogende Meere, viel zu wenig gesammelt, eine ziemliche Schande, wenn die Fliegen sie fressen. Nun ja, bei dem Regen und der Wärme alles kein Wunder, gibt auch immernoch Wilderdbeeren, die Apfelbäume hängen so voll, daß die Äste auf dem Boden liegen.

Nun ja, der Apfelweinvorrat muß auch aufgefrischt werden.
limette
17. Juli 2016 12:23
"Die Entenküken... reagieren einfach nur phobisch auf alles, was nicht Entenküken heißt."

Jetzt weiß ich auch, warum mein Nachname "Entenkük" lautet.
treu
17. Juli 2016 14:04
Jetzt fehlt noch die Lila-Kuh und das Tieridyll wäre perfekt! ;-) Würde wahrscheinlich auch gar nicht weiter auffallen, kennt doch die Masse zumindest der Stadt-Kinder heutzutage weder Kuh noch andere typische Landtiere mehr, kann dafür aber alle gängigen Döner-und Pizzasorten auswendig.
Nemo Obligatur
17. Juli 2016 14:51
Schwarze Johannisbeeren! Den Duft habe ich noch heute in der Nase. Die hatte noch der Großvater gesetzt. Schmeckten viel feiner als die sauren roten, aus denen man nur Saft und (allerdings hervorragendes) Gelee machen konnte. Ich sehe es noch vor mir, wie die Großmutter mit ihren alterslangsamen aber noch sicheren Griffen die Johannisbeerpresse aus dem Keller holte. Alles war im Vorjahr sorgsam gereinigt und eingefettet gelagert worden. Das schwere gußeiserne Ding. Die roten Johannisbeeren wurden oben eingefüllt, anschließend hieß es Kurbeln wie bei einem Fleischwolf, unten liefen der Saft raus und an der Seite die Pressrückstände. Der Saft wurde mit viel Gelierzucker zu Gelee verkocht. Die Schwarzen trugen schon damals schlecht, aber von den roten hatten wir Eimer und Wannen voll. Wer macht sowas heute noch?
piet van damme
17. Juli 2016 15:50
...die wachsen in holland sogar außerhalb von die gewächshaus.

aber es ist eben eine unterschied ob man als theoretiker oder als praktiker ins feld zieht...was könnte das mit die rechte politik zu tun haben? vielleicht mal ein paar praktiker mehr?

oder wollt ihr am ende gar keine früchte ernten, sondern nur beschweren?

wünsche gutes gelingen!
Lutz Meyer
17. Juli 2016 18:03
Hassende Tomaten? Nein, wohl eher fehlender Eros :-)

Denn wenn es an Früchten fehlt, liegt die Vermutung nahe, daß es zuvor schon an der Bestäubung haperte. Bei uns besorgen an den Tomatenpflanzen ganz überwiegend Hummeln dieses Geschäft. Ich weiß das so genau, weil ich meine Schreibtischarbeit bei gutem Wetter gern draußen erledige und dabei die Tomaten praktisch vor der Nase habe. Hummeln kann man auch ansiedeln.

Ansonsten spielt neben dem Boden, den Nährstoffen, einem regensicheren Standort und dem Licht vor allem die Wasserversorgung eine gewichtige Rolle. Wir gießen unsere paar Tomatenpflanzen täglich, sie tragen recht gut (minimal 40 bis 50 pro Pflanze, allerdings bevorzugen wir eher die kleinfrüchtigen Sorten wie die sehr aromatische Datteltomate). Die Pflanzen sind aus Bioanbau, gedüngt wird nur minimal.

Kositza: Achja, Herr Meyer... Daß es klappen könnte/müßte, seh ich ja an den umliegenden Gärten! Der Aufwand, den ich seit Jahren um Tomaten treibe, ist schon absurd zu nennen, inklusive selbstgebautem Regenschutz etc. Allein im Gewächshaus stehen zehn Pflanzen, acht davon sind Krüppel,zwei wachsen fruchtlos opulent. Hummeln haben wir soviel, daß wir deren Stiche in Kinderfüße regelmäßig versorgen müssen. (Nirgends läuft sich schöner barfuß als über Klee.)Ich bleib bei meiner Verschwörungstheorie, daß die Tomaten uns nicht leiden können. (Denken Sie nur an die aktuellen Speziesismustheorien, Seeelenleben der Pflanzen etc., ist alles denkbar!)
René Schneider
17. Juli 2016 21:01
"Tomaten hassen uns, es muß so sein."

Madame, "die Roten" hassen Sie, das ist doch klar!

:-)
Andreas Walter
17. Juli 2016 22:14
Es gibt auch Sorten mit anderen Farben, Frau Kositza, wenn die Roten sie hassen (hihihi, oder Sie die Roten?).

Die Jungpflanzen ausserdem nicht zu früh düngen, damit sie erstmal ordentlich Wurzeln schlagen. Genug Wasser und so wissen Sie ja. Haben sie dort nicht eher sandige Böden, dann wäre eine Tropfbewässerung besser.

Was ist ausserdem mit dem pH-Wert des Bodens und mit dem in den Kübeln? Falscher pH-Wert verhindert eine ausgewogene Düngeraufnahme, egal wie viel man davon dann gibt oder bereits vorhanden ist.

Ja, an die Bestäubung habe ich auch als erstes Gedacht.
Andreas Walter
17. Juli 2016 22:21
Wie wäre es mit dieser hier? Alte, deutsche Wertarbeit:

http://www.wachsenundwerden.at/tomatensorten-german-gold/
Eveline
17. Juli 2016 22:30
Weil ich gerade Ihr Gespräch mit Herrn Meyer lese, fällt mir ein- weil Ihre Nachbarn ja üppig Tomaten ernten, es mit einem Wünschelrutengänger zu versuchen.

Vielleicht fließt auf Ihrer Scholle etwas physikalisch verquer, was die Tomate irritiert. Und sie nicht mehr weiß, das sie eigentlich Früchte tragen sollte.
Sie schreiben ja acht Krüppel und zwei wachsen fruchtlos opulent. Das klappt denn ja.
herr k.
17. Juli 2016 23:43
...naja, vielleicht haben Sie ja tatsächlich recht mit dem Hass. Dann ist also Zeit für eine langanhaltende Charmeoffensive, bis die sich das anders überlegt haben!
Heinrich Brück
17. Juli 2016 23:48
Dieser Tomatenkrieg gefällt mir. Dabei sind Tomaten überhaupt nicht problematisch, müssen also nicht allzu sehr verwöhnt werden. Militärische Variante: in Reih und Glied. Kein Mistkübel, keine Verweichlichung. Wer stark genug ist, überlebt auch so. Wasser und ein paar Eierschalen, fertig! Und Strauchtomaten müssen auch nicht ausgegeizt werden.
"Seelenleben der Pflanzen"?
A.H.
18. Juli 2016 10:16
Die Geschichte der Lou Salome' wurde verfilmt? Toll.

Ich habe auch so einen Spross. Kinder werden noch mehr von ihren Gefühlen geleitet. Wobei ein gesundes Bauchgefühl gerade den Kindern noch mehr innewohnt, als Erwachsenen.
Sie sind ein Potpourri der Gefühle, wohl auch unserer.
Ein Spiegel ;-)
Falk K.
18. Juli 2016 13:37
Eine sehr disziplinierte Familie, die im Kino nicht tuschelt. Meine Holde und ich verreissen ein Musical auch mal an Ort&Stelle, wenn das Saxophon überhaupt nicht in ein Rockmusical passt, wir sind halt Banausen.

Das Tomatenproblem ist mir so noch nicht untergekommen. Dachte zuerst auch an die Bestäubung, aber so wie hier geschildert, haut eigentlich alles hin. Evelines Vorschlag mit dem Wünschelrutengänger ist nicht so abwegig, oder...

..die Tomaten haben ein Problem mit Ihrer Aura. Lassen Sie doch im nächsten Jahr 2,3 Vergleichspflanzen stehen, von denen Sie, Frau Kositza, sich auf mindestens 1 Meter fernhalten. Ein anderes Familienmitglied soll sich um diese kümmern. Wäre interessant was dann passiert.


Lieben Gruß von einem, der sich jetzt schon in der Tomateneinkochphase befindet!

Kositza: Ich nehm das ernst. Aura: ich werd's ausprobieren, es m u ß ja was Esoterisches sein. Oder noch eine Ebene tiefer: Es gibt ja kaum was, das ich lieber esse als Tomaten- vielleicht ein Psychoproblem... Bspw. habe ich noch nie in meinem Leben ein Musical besucht und hatte nie den Drang verspürt, es zu tun. Vielleicht sind Tomaten muscicalliebhaberaffin.
Gustav Grambauer
18. Juli 2016 18:52
Hoffentlich gibt`s dann keinen "Tomaten-Mozarella-Salat"! Besonders dieses Wort veranlaßt mich immer zu einem verschmitzten insgeheimen Lächeln über meine Landsleute. Es gibt noch eine Steigerung der Realsatire: "Tomaten-Mozarella-Salat an Rucola". Mache oft die Probe: kaum jemand kennt noch das Wort Rauke.

Der Gipfel der Steigerung befindet sich in der Berliner Motz(!)-Straße: ein "Italiener" namens "Motzarella". Stelle mit immer vor, wie dort die Berlin-Schöneberger Do-like-the-Romans-Spießer mit mediterran-beschwingtem "Buongiorno" auf den Lippen einschweben, die Kellner mit Bussi-Bussi begrüßen und sich mit "Ciaouuu" verabschieden.

(Gloria v. Thurn und Taxis beim Betreten einer Restauration: "Haben die alle kein Zuhause?!")

- G. G.
Petrus Urinus Minor
18. Juli 2016 19:45
Ich habe den Film noch nicht gesehen, wahrscheinlich sollte ich dies nach der positiven Beschreibung machen.

Von Lou Salome hatte ich aus der Literatur bisher eher das Bild einer schrecklichen Person - das Urbild der enthemmten reinen Egozentrik mit einem mehr als deutlichen Hang zum Sadismus.

Ich hatte eigentlich erwartet, gerade diese Eigenschaften in dem Film als nachahmenswert und total "modern" dargestellt zu sehen und darum nicht vor, mir das anzutun.

Nach der überraschend positiven Darstellung des Films vielleicht eine kleine Filmkritik?

Kositza: Ja, die schreckliche, egozentrische, narzißtische Lou kommt erstens vor, und zweitens: Es stimmt, unterm Strich werden diese Eigenschaften auch als "nachahmenswert u. total modern" dargestellt. Ein paar ganz wenige Szenen haben mir darum auch nicht gefallen, des Tomboy-Klischees (also in handelsüblicher Form: kleines Mädchen will auf Bäume klettern, muß aber artig sein und feine Kleidchen tragen) bin ich bspw. wirklich überdrüssig. Aber kennen Sie das nicht, daß Sie manche Bücher lieben, obwohl sie den Autor als Person nicht mögen, und obwohl sie die "Botschaft" nicht schätzen? Weil diese "Botschaft" unter der 5%-Grenze des gesamten, literarischen Werts liegt? Daß sich ein Kunstwerk gleichsam verselbständigt und Fahrt aufnimmt? Ich habe vergessen, hier Rilke zu erwähnen, eine der hauptfiguren im Film. Soo gut dargestellt. Wie sagte Nietzsche: "Des Mannes ist hier wenig, darum vermännlichen sich ihre Weiber..." (oder ähnlich). Die drei Lous hier (Mädchen, Frau zwischen 21 und 50(!!), Alte) sind sicher streitbare Figuren, ich mußte sie einfach lieben, alle drei. Ich bin ja ein Mensch, der sich schnell langweilt, aber den Film hier würd ich mir glatt nochmal anschauen.
Anne Seiterle
19. Juli 2016 00:40
Mir ist ein anderer Satz von Lou Salomé geblieben: „Dass hinter mir Arme geöffnet sind, um mich aufzunehmen, es mag mir geschehen, was will.“ Dagmar Just fügt in ihrem Artikel „Die Königsmacherin“ einen eigenen schönen Satz hinzu: „Schön, sich vorzustellen, diese Gewissheit wäre nicht ausgestorben mit ihr, sondern ein für alle Mal in der Welt, um Königreiche zubegründen.“ http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2011_6/artikel/literatur-die-koenigsmacherin-die-weltwoche-ausgabe-62011.html
t.gygax
19. Juli 2016 06:05
Nach Rudolf Steiner ist der Verzehr von Tomaten und Kartoffeln dem Menschen nicht unbedingt zuträglich- vielleicht ahnen es die Tomaten intuitiv, dass sie Ihnen nicht schaden wollen, weil Sie eine liebenswerte und beeindruckende Person sind? Soviel zum Seelenleben der Pflanzen.
Westpreuße
19. Juli 2016 09:44
Nun ich auch noch, liebe Frau Kositza:

Zu den Tomaten: Mein Vater hatte nach dem Kriege einen kleinen Garten gepachtet. Er spielte schon eine Rolle in der Versorgung der Familie, ergänzend...
Ich erinnere mich an die Tomaten. Die wuchsen einfach so. Ich kann aber nicht sagen, ob der Ertrag gut oder "eher mau" war. Aber an den Geschmack kann ich mich jetzt noch erinnern: Etwas süß, wenig wässerig, eher fleischig, einfach wohlschmeckend...Überhaupt: Erinnerungen an die Kindheit sind "Geschmackserinnerungen". Ganz tief irgendwo gespeichert...

Aber ich mußte so häufig Unkraut jäten, während die Freunde und Kumpels, vorwiegend Flüchtlingskinder, sich in Schlachten mit den einheimischen Kindern, Bauernjungen, Stadtjungen, bewährten.
Damals in der Lüneburger Heide...

Meine Güte, wie demütigend, wie peinlich, ich jätend, während die wahren Schlachten des Lebens lockten...
Damals lernte ich, eher unbewußt, daß die heimische Scholle Kraft gab:
Haut ab, Ihr Pollacken, dahin, wo ihr hergekommen seid...Da sprachen aber durch die Kinder die Einheimischen...
Wir "Flichtlingskinder" waren häufig auf dem geordneten Rückzug...

Zum erinnerten Geschmack: Also, die Tomaten; dann die Blaubeeren, wir nannten sie Bickbeeren. Mühsam war es, die zu sammeln. Teilweise wurden sie verkauft an Händler, die schon am Waldrand warteten, ein Teil davon dann zu Hause für die Familie...
Ganz lecker waren die wilden Erdbeeren. Die wuchsen im Wald auf besonnten Flächen. Sehr klein, wohlschmeckend; eine Süße, die ich so nie mehr schmeckte. Ob es wilde Erdbeeren heutzutage überhaupt noch gibt?
Und Himbeeren, leuchtend, mit weißen Würmern drin. Manchmal klaubten wir die Würmer raus, manchmal vom Strauch in den Mund. Wir haben es überlebt...
Obst und Gemüse heute: Groß, prächtig, toll aussehend, wässerig, vom Geschmack her teilweise doch mäßig. Bei gekauften Äpfeln habe ich nie mehr einen entdeckt mit einem Wurm drin. Würmer scheinen sich nicht mehr in ihnen wohlzufühlen...Die Äpfel damals aus Nachbars Garten: Teilweise ausgeklügelte Wurmgänge drin. Gaben allerlei Anlaß zu kindlichen wundersamen Betrachtungen...

Vor Jahren hier die ersten Weichselkirschen, nicht fern von der Weichsel. Ich fragte den Bauern, ob er mir welche verkaufen würde. Er: Nein nein, nehmen Sie sich welche, nehmen Sie...Mein Großvater hat das Land mit den Kirschbäumen von Euch übernommen. Sie wissen schon...
(DAS hört man aber sehr selten...).

Und Bucheckern sammelten wir: Oh, das war mühsam. So klein, es ging gar nicht voran. Öffnen mußte man sie mit den Fingernägeln. Der Inhalt schmeckte etwas nussig, mehlig, ölig...Auch die wurden verkauft...
Und natürlich sammelten wir Eicheln und Kastanien. Die wurden dann in der "Mühle", einer wohl genossenschaftlichen An- und Verkaufsstelle, abgegeben...Und im gepachteten Garten Kartoffelkäfer gesammelt, jede Menge. Und maulte ich mal, gab es manchmal vom Vater "einen Katzenkopf"...

Zu dem von Ihnen genannten Film, der Sie ganz offensichtlich sehr beeindruckte. Ich kenne ihn nicht, kann also nichts dazu sagen...

Zu der von Ihnen erwähnten Lou (Andreas) Salomé:
Zuletzt etwas von ihr gelesen in dem großartigen Roman (keine Biographie) "Und Nietzsche weinte", von Irvin D. Yalom.
Ein famoser Schriftsteller, von Hause aus eigentlich Psychoanalytiker. Seine Bücher, ob wissenschaftlich oder "nur" Romane, sind alle lesenswert.
Man findet und entdeckt sich in seinen Figuren...
Sein Nietzsche - Roman hat mir viel über Nietzsche beigebracht. Es ist aber ein Roman: Kunstvoll sich an Nietzsche-Zitaten entwickelnd.
Und mehrmals tritt eben auch Lou auf, eine Femme fatale: Man möchte ihr nicht in die Hände fallen. Oder doch...?

Ebenso unbedingt lesenswert sein Schopenhauer - Roman:
"Die Schopenhauer - Kur". Auch ein Roman: Am Denken Schopenhauers sich entwickelnd. Beide Romane sind weltweite Bestseller geworden. In viele Sprachen übersetzt, unzählige Auflagen. Als Taschenbücher wirklich günstig...
Irvin Yalom:
https://de.wikipedia.org/wiki/Irvin_Yalom
Während verschiedener Ausbildungen, lange her, habe ich sein Buch kennengelernt: "Existentielle Psychotherapie."
Eine Offenbarung. Mir eine große Hilfe; danach anderen, die zu mir kamen...
: Grüße von der Weichsel
Falk K.
19. Juli 2016 12:52

Kositza: Ich nehm das ernst.


War ja auch ernst gemeint. Ich hab den fast perfekten grünen Daumen, solange es um Obst, Gemüse- und Grünpflanzen geht. Blumen und Kakteen sterben bei mir, immer! Manchen ist es halt nicht gegeben. Esoterisch? Meinetwegen! Wenn alle logischen Ursachen ausgeschlossen sind, und trotzdem die Tatsache steht, muß da ja noch was sein.

btw. Musicals nur wegen Madame! Trotzdem werden alle meine Pflanzen oft & laut mit guter Musik beschallt. Nicht weil ich an den Kokolores glaube, daß Musik das Wachstum stimuliert, sondern weil ich zu Hof- und Gartenarbeit gerne Unterhaltung habe.

Vielleicht hilft's ja trotzdem... oder deshalb?
Waldgänger aus Schwaben
19. Juli 2016 13:25
Die tiefste, von frühster Kindheit an ersehnte, Bestimmung der Pflanze von Rasse ist die Fortpflanzung.

Frau Kositza versprechen Sie Ihren Tomaten, dass Sie aus den Samen neue Pflänzchen ziehen und Sie werden Erfolg haben. Halten Sie natürlich Ihr Versprechen!

Ich mache das mit meinen Bohnen so. Von jeder auch den verkrüppelsten, Pflanzen darf mindestens eine Schote ausreifen, die ich dann im Folgejahr als Saatgut verwende, es gehen sowieso nicht alle auf.
Caroline
19. Juli 2016 14:44
Hatte gestern eine schöne Unterhaltung mit merkwürdigen Leuten (8 Kinder mit nordischen Namen!) über "Neophyten". Das Wundervolle daran war: wir alle drei schafften es, die gesamte Unterhaltung hindurch auf der metaphorischen Metaebene zu verweilen, obwohl wir alle drei wußten, was der buchstäbliche Subtext war.
Über das Verhalten von japanischem Knöterich (kam hierher als Zierpflanze, weil er so schön und stark ist, überwuchert inzwischen fast alle Feuchtgebiete) und Stechapfel (stinkt gar scheußlich, hat sehr viele Samen, die er explosionsartig verschleudert, ähnlich unserem heimischen Springkraut) wußten wir einiges zu berichten, über deren Ausmerzung nur wenig.
Marla Kampf
19. Juli 2016 16:26
Für zoologisch Feinfühlige nach Carl von Linné: Enten, Hühner, Katzen, Kaninchen sind nicht unterschiedlicher Rasse, sondern von unterschiedlicher Art. Wie man's nimmt, vertieft oder vertrübt das Ihr Bild vom multirassischen Kindergarten.
Andreas Walter
19. Juli 2016 17:03
Und doch sehnen sich alle auch noch so starken, wenn dann noch heterosexuellen Frauen nach einem Mann, der noch stärker ist als sie.

Denn auch wenn Gott über allem schwebt, steht, alles umfasst, folgt doch gleich auf der nächsten Etage, beginnt auf der nächsten Stufe schon die gnadenlose Dualität.

Die Dinge sind darum auch oft nicht das, was sie scheinen, sondern sehr oft sogar genau das Gegenteil davon (Spiegelgesetz, Spiegelprinzip).

https://www.youtube.com/watch?v=Fq-UtKrQM9Q

http://alles-schallundrauch.blogspot.de/2016/07/der-beweis-der-putsch-war-inszeniert.html

Nur die wirklich Starken spielen eben mit offenen Karten, können sich das leisten. Ich weiß sehr viel über sogenannte "starke" Frauen, meine Mutter war so eine. Heute würde ich ihr diese Seite zeigen und dann mit ihr darüber reden.

http://www.tantra.de/664/papatoechter/
Winston Smith 78699
19. Juli 2016 20:00
Apropos Tomaten:

Im Nachrichten24-TV, welches ich wegen des Tickers und der Dauermanipulation verfolge (ich drücke mich seit langem um Kinobesuche, weil ich dann andauernd nur den Film anhalten und mit meinen Begleitern Szenen diskutieren möchte), läuft jetzt diese Werbung für eine Versicherung aus den 80er Jahren, wo ein deutscher Urlauber in einen Tomatenstapel fährt und daraufhin die italienischen Kleinstädter auf eine bestimmte Art zwei mal (in beiden Facetten) kennenlernt, die mir jeden weiteren Besuch in diesem Land vergraulen würde. Dieser Werbespot hat mir die Italiener verdorben, so manipulierbar war ich eben als Kind - nein, die letzte Wendung, also sich wie der Käfertcabriotrottel mit diesem Pöbel wieder zu vertragen, nur weil sie seine Karte gesehen hatten und plötzlich wie ausgetauscht waren, konnte ich als Kindelein bereits nicht mehr mitgehen.

https://www.youtube.com/watch?v=jmjiEnJft_w

(Und das werbende Unternehmen ist bei mir wegen dieses und anderer Spots auch mit untendurch - ein wie dummes Publikum wollen die eigentlich ansprechen?)

Dieser Werbespot ist hochgradig antiitalienisch und auch antideutsch, finde ich, er reitet Stereotype bis zum Exzess, oder sehe ich das falsch? Warum komme ich darauf? Weil es einen solchen nie mit Türken gegeben hat? Weil viele ehemalige Türkeiurlauber fortgeschrittenen Alters (jene also, die als Kinder und Jugendliche nicht mit Türken zu tun hatten) gerade so etwas wie jenen imaginären Spot in umgekehrter Reihenfolge erleben dürften und aus allen Wolken fallen?

Vielleicht auch nur, um ein Beispiel dafür zu zeigen, wie weit die Erosion des Selbstbewußtseins zeitlich zurückreicht: die antiitalienische ist die vordergründige, die antideutsche Botschaft dafür aber die subtilere. Allerdings handelt es ich natürlich um Werbung zu einem bestimmten Zweck und nicht um eine Regierungserklärung, berühmte Rede oder ein Hochkunstprodukt - aber ist ein solcher Film damit weiger aussagekräftig? Der Aufwand, der damit getrieben wurde, die Mentalitätsanalyse als Voraussetzung und seine soziologische (oder kulturelle oder wie man das nennt) Wirkung dürften vergleichbar sein.

Kositza: Oh, da sind Sie aber sehr empfindlich! Gemessen an zeitgenössischen Werbespots ist solche Klischeereiterei doch echt niedlich...
Schildmaid
19. Juli 2016 22:01
Meine Nachbarin schenkte mir vor 2 Monaten zwei Tomatenpflanzen für mein Erstbeet. Die stehen in bester Lage. Hab heute EINE rote Tomate geerntet, für den Kopfsalat-Salat- welcher prächtig gedeiht,-etwas wenig Zutat dann doch.
Man darf das aber nicht persönlich nehmen!
KW
20. Juli 2016 07:47
In diesem Jahr hatte ich alte Tomatensorten bestellt in der Hoffnung, daß die robuster werden. Keine Pflanze ist überhaupt gekommen. Ich habe hier aber einen Bauern, bei dem ich sie kaufen kann. Jahrelang habe ich geübt, Brötchen selbst zu backen, seit einem Jahr klappt es. Nächstes Jahre werde ich es wieder mit den Tomaten versuchen. Und noch etwas, es ist auch gegen die Natur, versciedene Tierbabies zusammenzusperren. Die reagieren biologisch völlig richtig.

Kositza: Die sog. alten Sorten, so scheint mir nach langjähriger Erfahrung, sind nicht immer zu Unrecht ausgestorben... Und was die Tierbabies angeht: War ja nur ein kurzer, kindlicher Versuch!
Eveline
20. Juli 2016 09:12
@ Falk

http://www.wasser-hilft.de/emoto_artikel.htm

Emoto und die bespielten Wasserkristalle, die je nach Musik (Schwingung) häßlich oder wunderschön anzusehen sind.

Da auch der Mensch zu 90 % aus Wasser besteht, ist es ausgesprochen hygienisch z.B Mozart zuhören.

Oder sein Trinkwasser damit zu bespielen. Kopfhörer auf die Wasserkanne ....
weil unser Leitungswasser seine gesunde Struktur verloren hat.
Monika
20. Juli 2016 09:22
In einem prachtvollen Knallbonbon, mir von meinem Vater anläßlich eines Hoffestes mitgebracht, mutmaßte ich goldene Kleider;
als man mich jedoch belehrte, es enthielte nur Kleider aus dünnem Seidenpapier mit goldenen Rändchen -
da ließ ich es ungeknallt. So blieben darin gewissermaßen dennoch goldene Kleider.


Lou Andreas-Salomé, Das Erlebnis Gott in :Lebensrückblick

Lieber Westpreuße,
ich mag Ihre Beiträge immer sehr.
Ja, es gibt noch wilde Erdbeeren, wenn Sie Walderdbeeren meinen. Sie gehören zu den Marienpflanzen:
https://www.dioezese-linz.at/portal/home/landingpages/mariahimmelfahrt/artikel/article/6875.html.
Sie wachsen in meinem Garten (Waldboden). Und tragen zur gleichen Zeit Blüte und Frucht, bis weit in den Herbst. Sie schmecken köstlich.
(Leider Vorsicht: Fuchsbandwurm, Füchse sah ich auch schon im Garten).
Walderdbeeren findet man auf vielen alten Gemälden, etwa auf dem wunderbaren " Paradiesgärtlein" im Frankfurter Städel.
Das Buch "Und Nietzsche weinte" habe ich verschlungen. Ich habe es vor zwei Wochen zufällig bei einem Besuch bei meinem Sohn in dessen Studenten WG in Tübingen wiederentdeckt. Er hat es bei seinem Umzug wohl "mitgehen" lassen. Töchter bedienen sich bei den Kleidern der Mutter, Söhne bei deren Büchern. In meinem Falle.

Lieber Winston Smith,
zur Desensibilisierung empfehle ich Ihnen eine Tomatenschlacht in Valencia:
https://m.youtube.com/watch?v=1RHBkmndmb0

Das ist sozusagen die vegetarische Version des Stierkampfes.

In meinem Garten wächst übrigens alles wunderbar, bis auf Stockrosen.
Ich will auch gar nicht mehr wissen, warum sie mir ihre Blüte verweigern und schon am Boden verdorren.

Sie blühen gewissermaßen dennoch....s.o.

Kositza: Interessant! Bei mir dominieren die Stockrosen, an allen Orten, hundert bestimmt, in allen Farben. Sind also gewissermaßen Antagonisten zu den Tomaten; man könnte sich glatt an eine Abhandlung setzen. Mit Bezug auf Grambauer: Wenn sie (die Stockrosen) der Kaltblütigkeit entsprechen, dann schillert diese bei uns jedenfalls schön, bunt und anheimelnd...
Gustav Grambauer
20. Juli 2016 10:56
t.gygax

"Nach Rudolf Steiner ist der Verzehr von Tomaten und Kartoffeln dem Menschen nicht unbedingt zuträglich ..."

Das stimmt, wenn Sie den nordischen Menschen als Den Menschen ansehen. Ein komplexes Thema, aber es hat einen schnell erfaßbaren Kern: die Tropisierung und mit ihr die Erhitzung des Blutes, gerade auch im sprichwörtlichen Sinne. Insofern sollten sich nicht nur diejenigen mit entzündlichen Prozessen von tropischen Gewächsen fernhalten, sondern auch jeder gesunde nordische Mensch, der bei seiner Kaltblütigkeit bleiben will. In der Waldorfpädagogik (nicht in ihrer geschändeten heutigen Form) ist Apartheid übrigens eine Kulturfrage: es gilt einfach als Ausdruck von Kultur, bei den Kindern die Temperamente zu separieren und je für sich zu erziehen.

Diese Herangehensweise machte wiederum keinen Sinn, wenn sie nicht bereits auf dem Teller begönne, und so schließt sich der Kreis. Und hier fängt "Rassismus" überhaupt erst an, spannend zu werden.

Literaturempefehlung / Leseprobe:

http://de.stw-verlag.com/wp-content/uploads/wpsg_produktbilder/22/pdfs/hg_ernaehrung_gebende_kraft_des_menschen_pro.pdf

- G. G.
ene
20. Juli 2016 11:35
@ Anne Seiterle

Mir ist ein anderer Satz von Lou Salomé geblieben mir dieser (aus den 30er Jahre nach der Erinnerung):


"Dieses Europa hat längst verlernt, was der Osten noch kann: von einer anderen Wirklichkeit her zu leben. Es hat keine Hintergründe und Tiefen mehr. Im Grunde ist es tot."
Winston Smith 78699
20. Juli 2016 12:25
@ Monika

Danke, aber Desensibilisierung bräuchte ich eher bei diesen gräßlichen schwarzen (angeblich spanischen) Nacktschnecken. Allein wenn ich schon an die Methoden denke, die ich schon durch habe, würgt es mich, denn weit weg werfen reicht ja nicht. Kaffee, Salz, Bierfallen, zerquetschen, einsperren, Abschreckung, Integration, Bildungsoffensive, nichts hat geholfen. Und sogar die attraktive Sache mit den Enten klappt ja nicht, wie uns Ilja Rogoff vom Selbstversorgerkanal eindringlich klar macht:

https://www.youtube.com/user/rrhase/search?query=laufenten

Der hat sich da ein paar schwarze Typen importiert, die etwas Bestimmtes tun sollten, und verkalkuliert hat er sich! Alles machen die, aber nicht das, und nur Ärger.
Westpreuße
20. Juli 2016 12:33
Liebe Monika!

Danke für Ihre freundlichen Worte!
Und für das Zitat. Und für den Hinweis auf die spirituelle Bedeutung der Walderdbeere (Marienpflanze). Und für den kleinen, anschaulichen Bericht samt Zusatzinformationen über die Walderdbeeren in Ihrem Garten. War mir bisher alles unbekannt...Ja, die meine ich tatsächlich...

Ich weiß gar nicht, wie ich auf "wilde Erdbeeren" gekommen bin. Vor einiger Zeit habe ich den Film "Wilde Erdbeeren" (1957, schwarz-weiß, Regie Ingmar Bergmann) gesehen; schwedische Dialoge.
Da ich den Film schon kannte, ging es ganz gut. Ein sehr bewegender Film....
Walderdbeere:
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/1/1f/Illustration_Fragaria_vesca0.jpg
: Grüße aus Thorn an der Weichsel, Bromberg und Posen
Andreas Walter
20. Juli 2016 12:51
Es gibt allerdings tatsächlich auch bestimmte Sorten von Tomaten, die sich vom Hass im wahrsten Sinn des Wortes ernähren, davon leben, und darum halte ich es für einen schlichten Aberglauben, Frau Kositza, dass keinerlei Sorte von Tomaten auch in Ihrem Garten wohlwollend Früchte tragen würde.

http://www.amadeu-antonio-stiftung.de/w/files/pdfs/hetze-gegen-fluechtlinge.pdf

Ich wage sogar die Behauptung, dass auch die ein oder andere gelbe, alte Sorte sich durchaus prächtig entwickeln könnte, möglicherweise aber auch manche Blaue und Weisse, wie auch Schwarze, Braune und Grüne. Probieren geht da über studieren, und auch ich halte das klassische Experiment in der Wissenschaft weiterhin für unerlässlich, straft es doch selbst bereits etablierte Theorien und Überzeugungen immer wieder blanken Unsinn. Naturgesetze stecken dann trotzdem dahinter, stammt doch der meiste Hokuspokus aus dem Kopf verwirrter, verirrter, irrender, verloren gegangener Menschen.

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