17. Dezember 2016

Szene-Kaleidoskop VI: Lobbymedien, Löschlust, Li-La-Launeliane

von Nils Wegner / 32 Kommentare

Vor Jahresende nochmal so richtig: Der neue Spiegel, die aktuelle Philosophie-Illustrierte Hohe Luft und der MDR bekommen gar nicht genug von Schnellroda!

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Zuerst jedoch ein Schwenk nach Berlin: Bei der Reihe Carl Schmitt Opuscula ("Werklein") handelt es sich um die Jahresgabe der Carl-Schmitt-Gesellschaft e.V. Dort scheint die aktuelle Debatte um "Lügenpresse", "Fake News" und dergleichen auf fruchtbaren Boden gefallen zu sein.

Die diesjährige Broschüre befaßt sich mit dem "Fernsehurteil" bzw. 1. Rundfunk-Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 1961, in dem die Maßgeblichkeit ominöser "gesellschaftlicher Kräfte" für die Meinungsbildung in der Bundesrepublik ebenso höchstrichterlich festgeschrieben wurde wie "was die Hörer nicht zu interessieren braucht".

Neben der Leserbriefkampagne gegen das Urteil, die aus dem Plettenberger Umfeld (u.a. von Johannes Gross und Schmitt persönlich) gegen das Urteil lanciert wurde, findet sich in dem Opusculum ein erhellendes (und amüsantes) Vorwort des HU-Juristen Florian Meinel. Das Bändchen über die ganz eigene Medienpolitik der BRD ist ausschließlich direkt bei der Carl-Schmitt-Gesellschaft zu bestellen.

In Halle widmet man sich bei "Laut Gedacht" indes den scheinbar allgegenwärtigen russischen Hackern, die die Weltgeschichte kontrollieren, den CDU-Plänen für die Einrichtung eines Wahrheitsministeriums als Abhilfe und den illustren Lebenswandeln etlicher Angehöriger des neuen Berliner Senats. Sehenswert!



Kehren wir aus den Untiefen des Internets zurück in die beschauliche Resopalwelt des Rundfunks. Genauer: zum besonders beschaulichen MDR-Republikretter-Kammerspiel.

Dort versuchte man am Dienstagmorgen, den toten Gaul der abgesagten Podiumsdiskussion Kubitschek-Stahlknecht-Staffage noch eine Runde um den heißen Brei zu reiten und der lange nicht gestellten Frage nach dem richtigen Umgang mit der Neuen Rechten nachzugehen.

Die hinzugezogenen "Experten" waren handverlesen: Unsere liebe Liane »Ich bin dann mal weg (aus der Kanzlei)« B. erklärte wiederholt, eine Diskussion mit Rechten ohne Entlarvungssachverständige (also sie selbst, Honorarangebote bitte per Mail!) ginge gar nicht; Werner Patzelt stimmte ihr eifrig zu.

Die Grenze des bundesrepublikanisch Erträglichen zieht die "Autorin" übrigens mittlerweile bei der Jungen Freiheit, nachdem sie sich mit Dieter Stein im Gespräch darauf geeinigt hat.

So weit, so ausgelatscht. Was den staatstragenden liberalen Katzenjammer dann aber doch hörens- und bedenkenswert macht: Kubitschek wurde zuvor vom Sender um Stellungnahme zu den in der Sendung geäußerten "Vorwürfen" gebeten, seine Einlassungen abschließend verlesen. Hier entlang – das "MDR Kultur-Spezial" hat insgesamt fünf kurze Teile.

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (32)

thotho
17. Dezember 2016 16:29

Na bitte, dieser Patzelt: es dürfe "keine Feigheit vor dem Feind geben", die Feinde habe man in "offener Feldschlacht zu stellen und nach Möglichkeit zu besiegen". "Abseitig" seien wir, das "Schlimme" usw. Toller Wissenschaftler. Kling ja auch nach "pluralistischer Gesellschaft", die ihm so wichtig ist. 

Bednarz ist nicht besser: man habe die große "Erzählung" - postmodernes Gewäsch, ganz wichtig! - "des angeblichen Großen Austausches, dass also das deutsche Volk systematisch mit Fremden geflutet wird und dadurch das deutsche Volk, also ethnisch-kulturell verstanden, sich selber abschafft."

Weder die Journalistin noch Patzelt fragen nach: "Was stimmt daran nicht?"

Der eine veranstaltet ein Säbelrasseln, gibt sich aber als toller Demokrat und die andere war wohl noch nie in einer deutschen Stadt bzw. kann keine Statistiken lesen.

Ein gebürtiger Hesse
17. Dezember 2016 18:29

"Vor Jahresende nochmal so richtig" ... Ja, allerdings. Wann immer man in den letzten zwei Wochen auf die Internetseiten von FAZ, Welt, Focus geklickt hat, sah man je mindestens einen Artikel, der gegen rechts opponierte und/oder die jüngsten Asylanten-Verbrechen relativierte. Verglichen mit, sagen wir, Sommer oder Herbst dieses Jahres wurden hier noch etliche Schippen nachgelegt. Wenn derzeit (allemal nach der Trump-Wahl) manchmal gesagt wird, daß das politmediale Einheitskartell am Wanken sei und Türen nach rechts hin aufgemacht würden, belehren einen, mich zumindest, diese erneut total-tendenziösen Berichte eines Besseren, also Schlechteren.

 

Wegner:
Na, dann ermannen Sie sich mal und werfen Sie einen Blick in den erwähnten Spiegel-Artikel (immerhin – die Werbung abgezogen – sechs Seiten). Sie werden entzückt sein.

 

Ein gebürtiger Hesse
17. Dezember 2016 21:27

So, jetzt haben Sie mich wirklich neugierig gemacht - auf eine Spiegel-Ausgabe, was was heißt. Kann es sein, daß ... nein, eigentlich kann es nicht. Aber mal schauen (allerdings nicht kaufen, das Teil).

Gustav Grambauer
17. Dezember 2016 21:59

DDR-postzeptorisch gesprochen tickert ADN, daß es ein Neues Forum gibt. Allmählich näheren wir uns dem Stadium des Runden Tisches.

Hatte offen gesagt meine Bedenken gehabt, ob sich die Fake-News-Kampagne nicht zu einer - ganz sicher fest geplanten - für uns bedrohlichen Dynamik entwickeln könnte. Inzwischen kann man schon vorsichtig sagen: es ist ein Rohrkrepierer geworden. Für das System ufert in diesen Tagen buchstäblich jeder Angriff zum PR-Desaster aus, durchweg muß massiv zurückgerudert werden, das zeigt sich an schier unzähligen Beispielen, von Kleinigkeiten wie dem Versuch eines Veganer-Politoffiziers, Frank Zander wegen seiner Obdachlosen-Bewirtung an den Karren zu fahren bis hin zu Broder-Maxeiner, die mit dem Veröffentlichen des ganzen bei den Angreifern aufgewirbelten Drecks den Angriff hochelegant und hocheffektiv gegen diese gekehrt haben, ein Meisterstück.

Komme gerade von einer Weihnachtsfeier, es wurde beklagt, daß man dieses Jahr gar keinen Jahresrückblick im Fernsehen anschauen könne, da zu unerfreulich ("... dann kommt das alles wieder hoch", gesagt natürlich im Zusammenhang mit Trump). Jetzt in der Vorweihnachtszeit kann man sowieso gut studieren, was für Sensibelchen viele Leute eigentlich sind. Was soll aus denen werden, wenn ihnen 2017 noch ganz andere Brocken um die Ohren fliegen?!

 

- G. G.

wir selbst
17. Dezember 2016 22:44

Ich habe nun den Spiegel-Artikel "Der dunkle Ritter" gelesen und sitze hier vor dem PC, euphorisch und nachdenklich zugleich.

Es ist m. E. der erste Artikel, in dem ein Journalist die Neue Rechte wirklich zu verstehen versucht. Zwar mit den üblichen Vorbehalten und subjektiven Wertungen, aber - und das ist neu - mit einer zum Großteil wirklichkeitsgetreuen Wiedergabe neurechten Denkens. Und: Die üblichen Vorbehalte halten sich in Grenzen und bleiben einigermaßen fair. Kein Vergleich mit dem unsäglichen FAZ-Artikel.

Und dann gibt es einen Abschnitt, wo sich Kubitschek zum Holocaust äußert. Ich behaupte, daß diese wenigen Zeilen nach vorne hin vielleicht den entscheidenden Impuls geben werden für eine zukünftige, revidierte Beurteilung der Neuen Rechten in den Medien. Als ich diese Zeilen las, ergab sich vor meinem geistigen Auge das Bild einer sich öffnenden Tür. 

Zum Schluß gibt es gar ein indirektes (Lock-)Angebot zur Aufnahme in den offiziellen Diskurs.

Vielen Dank für dieses Geschenk zum Jahresende!

Junker Jörg
17. Dezember 2016 23:00

Der Spiegel-Artikel ist relativ fair. Da bin ich dort andere Sachen gewohnt. Gute Idee gewesen, den Reporter zu empfangen. Wenn das keine Werbung ist.

Julius Fischer
18. Dezember 2016 12:20

Gegen Ende schreiben Sie, dass es ein Gespräch zwischen Herrn Stein und Frau Bednarz gegeben hat, welches ich allerdings nicht finden kann und mich wundere, dass die JF plötzlich ohne wenn und aber plötzlich von scharfen medialen Kritikern zum Bundesrepublikanischen gezählt wird. Das tue ich natürlich auch, wurde aber sonst immer wieder negiert. Muss man sich nun Sorgen um die JF machen? Gerade die JF müsste erkennen, dass Kritiker wie Frau B., die zwar komischerweise als konservative Christin auftritt, aber öffentlich beinahe alle poltisch konservativen Positionen mit allen rhetorischen Mitteln niederredet, der eigenen Sache nach meinem Empfinden zutiefst feindlich gegenübersteht. Überhaupt finde ich ihre mediale Erscheinung merkwürdig.

Wegner:
Skurril, daß Sie das nicht finden. Mal abgesehen davon, daß Bednarz im MDR-Feature (angehört..?) selbst stolz davon spricht und das damals im Juli tatsächlich für ein paar Minuten Aufmerksamkeit gesorgt hat: Eine einfache Google-Suche mit den Stichworten "Diskussion", "Bednarz" und "Stein" fördert sofort das Gesuchte zutage.

Nemo Obligatur
18. Dezember 2016 15:02

thotho

Weder die Journalistin noch Patzelt fragen nach: "Was stimmt daran nicht?"

Ja, wir bräuchten eigentlich nur einen einzigen Journalisten, der mal mit dieser Frage durchdränge. Es gab da so einen Moment im deutschen TV, da waren wir mal ganz dicht dran. Nämlich als Höcke bei Jauch war und Jauch ihn sinngemäß fragte, ob seiner Meinung nach die Medien hierzulande zensiert würden. Höcke hatte ihm erklären wollen, dass dies gar nicht nötig sei, da die Journalisten sich ohnedies regierungsfromm verhielten. Aber irgendwie kam das damals nicht gut rüber. Ich denke, wenn mal ein wirklicher Journalist einen Regierungsvertreter fragen würde - "Und was stimmt daran nicht?" - dann könnte jeder sehen, dass der Kaiser nackt ist.

Wegner:
Bitte in Zukunft bei den Formatierungsmöglichkeiten des Editors bleiben. Das hier ist WYSIWYG, nicht HTML.

destijl
18. Dezember 2016 16:16

Kann allen nur wärmstens die Lektüre des Spiegel-Artikels empfehlen. Das ist herraschaftsfreier Diskurs, ausnahmsweise auch mal von links geführt. Ein Gespächsangebot aus der linken Mitte, das man sich bei der Neuen Rechten nicht entgehen lassen sollte. Und Herr Kubitschek hat das verstanden und mit seiner Holocaust-Aussage einen wichtigen Schritt getan. Beim Lesen hat sich mir auch die Frage gestellt, ob es eine dezidiert neu-rechte/konservative Kritik des dritten Reiches geben könnte, ebenfalls eine kritische Auseinandersetzung mit dem geistigen Übervater Schmitt (oder es gibt sie und es ist mir nicht bekannt? Bin für Hinweise dankbar) bzw eine Anpassung alter Ideen an neue Gegebenheiten.

Wegner:
Natürlich gibt es die. Ist aber zugegebenermaßen sehr gut versteckt, und zwar im Schmitt-Themenheft der Sezession mit Kubitscheks wichtigem biographischen Abriß »1932, 1933, 1936«. Längst vergriffen, aber hier im Archiv einsehbar. Und wer es noch ausführlicher mag, kann seit 27 Jahren (letzte Auflage 2010) auf die sehr empfehlenswerten Positionen und Begriffe zurückgreifen.

Dabei muß man nicht den billigen Parolen und Begriffen des politischen Gegners auf den Leim gehen, könnte die eigene Position klarer abstecken und sich an bestimmten Punkten geistig auffrischen und für die Gegenwart positionieren. Die Beschäftigung mit Technologie, der digitalen Zukunft, den Möglichkeiten von Biotechnologie in der Medizin... sind alle meiner Meinung alles totalere Gefahren als der Islam, und scheinen mir in der Rechten Denksphäre (Sloterdijk mal ausgenommen) stark unterrepräsentiert. 

Jedenfalls, man muß den Spiegel-Autor Tobias Rapp in den allerhöchsten Tönen loben, für seine Fairness, seine Neugierde und für seinen Versuch zu verstehen. Das ist ein Meilenstein, nicht nur für die neuen Rechten, sondern auch für den deutschen Journalismus. 

Ein gebürtiger Hesse
18. Dezember 2016 17:32

Habe mir die aktuelle Spiegel-Ausgabe nun doch gekauft und mußte an eine vergilbte Bildzeitung von 1969 denken, die meine Eltern über Jahrzehnte eingekeilt zwischen Fotoalben aufbewahrt hatten. Es war die Ausgabe von dem Tag nach der ersten Mondlandung. "Die mußten wir einfach haben", sagte mir mein Vater späterhin, "der erste Schritt vom Armstrong damals, der vielleicht ein Sprung für die Menschheit war, an den wollten wir irgendwie Anschluß haben." Angesichts des Portraits neurechten Denkens im aktuellen Spiegel kann man eine ähnliche Anmutung haben ... This is one for the history books.

Karl K.
18. Dezember 2016 20:19

Hoffentlich lebt Frau Bednarz noch in der Mitte der Gesellschaft.

enickmar
18. Dezember 2016 21:19

Der Spiegel-Artikel ist anscheinend oder sogar offensichtlich der erste deutliche Hinweis auf den Versuch Schnellroda zu absorbieren.

Arminius Arndt
18. Dezember 2016 21:19

Ich kaufe mir den Spiegel nicht - egal, was drin steht. Die Gesamtlinie eines Blattes zählt und Ausnahmen von der Regel bestätigen diese.

Nordlaender
18. Dezember 2016 23:32

@ wir selbst

"Und dann gibt es einen Abschnitt, wo sich Kubitschek zum Holocaust äußert. Ich behaupte, daß diese wenigen Zeilen nach vorne hin vielleicht den entscheidenden Impuls geben werden für eine zukünftige, revidierte Beurteilung der Neuen Rechten in den Medien."

Gäbe ich auch nur einen einzigen Cent für den SPIEGEL aus, dann könnte ich mein Gesicht im Spiegel nicht mehr ertragen. Vielleicht kann ich im Lebensmittelmarkt ja mal einen Gratisblick auf diesen Artikel werfen. Wie kann man sich denn heute auf die Geschichte beziehen, so wie diese in Bezug auf eine kurze Zeitphase gesetzlich abgesichert ist?

Wenn man ein Ehrenmann ist und ein großer Verehrer Goethens, darf man das auch noch dann öffentlich hinausposaunen, wenn die Leugnung der offenkundigen Größe Goethes mit mehrjährigen Haftstrafen sanktioniert wird?

Nordlaender
18. Dezember 2016 23:48

"Ich kaufe mir den Spiegel nicht - egal, was drin steht. Die Gesamtlinie eines Blattes zählt und Ausnahmen von der Regel bestätigen diese."

Wäre ich der Herausgeber einer BUNT-bolschewistischen Postille, wäre ich sicher nicht so töricht, daß ich vor lauter Eifer vergäße, den Pluralismus zu inszenieren, den der Demokrat so sehr liebt.  So ein Schmock wie Jan Fleischhauer hat dem SPIEGEL auch schon gute Dienste erwiesen oder der wertkonservative Reinhard Mohr.

Nero
19. Dezember 2016 07:36

@ Arminius Arndt

Richtig so.

Da ich selber im Auge des linken Tornados lebe, weiß ich, dass diese Leute alles tun würden um eine rechte Bewegung auszulöschen. Eine Annähernung dieser Leute ist absolut ausgeschlossen. Die versuchen nicht wirklich zu verstehen. Das gleiche Mantra wird immer und immer wieder geschwungen und verfehlt seine Wirkung aber immer noch nicht.

Ein Statement, eine Pause "aber das ist doch... RÄÄÄÄÄÄCHTS!" tiefes Luftholen im Raum, absolute Stille. Man ist sich einig: geht gar nicht! Von linker Seite wird man sagen, man habe alles versucht, nun weiß man es ganz sicher: RÄÄÄCHTS sind diese Rechten. Wir haben es schon immer gewusst. Jetzt darf man ganz offiziell, mit gutem Gewissen, den Rechten vernichten und sich sagen: FÜR DIE MENSCHHEIT! 

Sorry, ich kenne diese Leute (immer diese Leute...) einfach zu gut. Die hassen euch und wollen euch tot sehen. Und nichts hat sich geändert. Freiburg, die Mordsgeschichte von Griechenland nach Germany, nichts... absolut nichts. Schlimm ist dieser Afghane... schlimm... kriminelle Ausländer ausweisen... aber alle? NEIN! Wenn hier 100 Millionen Mexikaner, Asiaten und Afrikaner leben und sie das Grundgesetzt achten... dann ist alles okay. *dämlich grins*

Trotzdem möchte ich jemanden grüßen: und zwar all jene die plötzlich arabische Verwandschaft bekommen haben. Wir haben hier im Forum ja auch jemanden dessen Schwester jetzt mit einem Araber verheiratet ist. Sehr gut! Das ist gut für die Völkerverständigung! Diese Leute sind eine Bereicherung und zahlen meine Rente *trololo*

Kiki
19. Dezember 2016 08:30

Den Kaufunwilligen sei ein Gang in ihre örtliche Leihbibliothek geraten. In der Regel führen staatsbetriebene öffentliche Bibliotheken den Spargel als  Ausleihillustrierte (selbst wenn sogar das Geoabonnement oder das der Stiftung Warentest aus Geldmangel gekündigt werden mußte - der Spargel ist für die Staatsangestellten von Flensburg bis Garmisch das letzte Aufgebot), die kostenlos eingesehen werden kann.

Kaufen muß man den miefigen Kohl wegen eines Artikels keineswegs

quarz
19. Dezember 2016 08:50

@Nero

"Wenn hier 100 Millionen Mexikaner, Asiaten und Afrikaner leben und sie das Grundgesetz achten... dann ist alles okay."

Einmal mehr empfehle ich, solche Leute mit dem in verschiedensten Ländern der Welt bestätigten empirischen Befund zu konfrontieren, dass in ethnisch fragmentierten Gesellschaften:

- weniger Solidarität herrscht
- das öffentliche Engagement der Bürger schwächer ausgeprägt ist
- die Rate an Gewaltverbrechen höher ist
- die Institutionen schlechter fuktionieren
- der Rechtsstaat schwächelt
- die Innovationskreft geriger ist

etc. etc.

Alles kein Bauchgefühl, sondern solide sozialwissenschaftliche Studien. Kurz: die Wissenschaft zeigt, dass Multikultigesellschaften schlechter funktionieren. Ein schlichtes, aber zugleich gravierendes Argument, das auf massiver emprische Evidenz beruht. Ein intellektuell halbwegs redlicher Gesprächsgegner kann das nicht ignorieren, sondern muss sich auf die durchaus ungemütliche Positon zurückziehen, dass man diese Nachteile halt aus moralischen Gründen in Kauf nehmen müsse. (Worauf dann die Argumentation auf moralischer Ebene fortgeführt werden kann, wo die Aussichten auf Erfolg keineswegs besser sind).

Gustav Grambauer
19. Dezember 2016 09:54

Nero

 

"Da ich selber im Auge des linken Tornados lebe, weiß ich, dass diese Leute alles tun würden um eine rechte Bewegung auszulöschen. Eine Annähernung dieser Leute ist absolut ausgeschlossen. Die versuchen nicht wirklich zu verstehen."

 

Die müssen und sollen ja auch gar nichts verstehen!

 

Studieren Sie mal, wie diskret und geräuschlos das Umerziehungslager jeweils auf die neue Parteilinie der Lagerleitung einschwenkt. Da gibt es "Milestones", z. B. die Übernahme Berlins durch Goebbels, als ganze RFB-Hundertschaften geschlossen und fast ohne ein Wort zur SA übergelaufen sind. Nehmen Sie auch die Entstalinisierung der kommunistischen Parteien 1956 und dann die Kulturmarxistisierung 1989. Da haben Sie eine wie von Geisterhand gelenkte Shwarrmintelligenz, das geht immer schneller, glatter und durchschlagender als es das beste Lehrbuch der Massenpsychologie zu erklären vermag. Und schon sehr bald reiben wir uns erneut die Augen über das Faszinosum des Chamäleons ...

 

- G. G.

Der_JürgenA
19. Dezember 2016 11:30

@Wir selbst

@Nordländer

Die Bemerkung, dass die anscheinend relativ faire Berichterstattung über Kubitschek (ich würde den SPIEGEL erstmals seit ca. 20 Jahren sogar kaufen, wenn das an meinem Wohnort nicht mit unvertretbarem Zeitverlust verbunden wäre) einen ersten Versuch zur Integration Schnellrodas in das System darstellt, ist nicht von der Hand zu weisen; sie ist sogar wahrscheinlich. Es wäre fatal, sich auf dieses Spiel einzulassen, und ich traue Kubitschek und seinen Mitstreitern einen solchen Verrat auch nicht zu. Ein Schnellroda, das seine Seele um kleiner Streicheleinheiten seitens der herrschenden Clique willen verkauft, ist nämlich kein Schellroda mehr.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit werden wir im kommenden Jahr in den USA und Europa einen klaren Rechtsruck erleben. Es hocken ja nicht lauter Volltrottel an den Schalthebeln der Macht. Die Leute wissen, dass ein Fortgang der Flut im heutigen Ausmass den baldigen Kollaps bedeutet, und wollen die Umvolkung deshalb in langsamerem Tempo durchführen ("Kriminelle Afghanen raus", "Die Flüchtlinge müssen sich zum Grundgesetz bekennen und alternative Familienmodelle respektieren", "Eine jährliche Obergrenze von 200.000" etc.; hier kann ich @Nero, mit dem ich in anderem Zusammenhang ja meine Meinungsverschiedenheiten hatte, nur beipflichten).

Wer sich mit einem kosmetischen Wandel, der Ausmerzung extremer Exzesse, zufrieden gibt; wer sich mit einem Volkstod in kleinen Raten anfreunden kann, bei dem die Deutschen erst in 50 und nicht schon in 20 Jahren zur Minderheit im eigenen Lande werden; wem es ausreicht, wenn Kinder statt ab dem achten erst ab dem zehnten Lebensjahr über Spermaschlucken und Analsex aufgeklärt werden, der möge ruhig den Weg der Schwedendemokraten und der FPÖ gehen, vor dem Gesslerhut des grossen H. den verlangten Kniefall verziehen, die vom System betriebenen gigantischen Lügen akzeptieren, die Verfolgung unabhängiger Geschichtsforscher achselzuckend als kleinen Kollateralschaden hinnehmen  und von einer - in Wahrheit selbstverständlich nicht existierenden - "jüdisch-christlichen Zivilisation", die es gegen muslimische Extremisten zu verteidigen gelte, schwafeln. 

Wer das nicht will, wird sich mit Vorteil die alte Volksweisheit in Erinnerung rufen, dass, wenn man dem Teufel den kleinen Finger gibt, dieser gleich die ganze Hand nimmt. Auf das "Gesprächsangebot seitens der linken Mitte", das sich die Rechten laut

@derstijl

"nicht entgehen lassen sollen", sollte mit schneidender Verachtung reagieren, wer seine moralische Integrität wahren will. Und wer sich Christ nennt, möge sich in Erinnerung rufen, wer laut Jesus Christus der Vater der Lüge ist, und diesem Vater der Lüge nicht die allerkleinsten Konzessionen machen, sondern ihm zurufen: "Troll dich vom Acker."

Nero
19. Dezember 2016 13:10

@ Gustav Grambauer

 

Ja, Sie haben vollkommen recht. Ich finde die (gespielte) Annäherung von Seiten des Meinungsmacher auch sehr gut. Gut finde ich auch, dass von unserer Seite darauf eingegangen wird. Ich gefalle mir aber immer besser in der Rolle des ewigen Mahners. Aber nicht als jemand der haltet ein, haltet ein ruft, sonder als derjenige der da rufet: Hauet drauf, hauet drauf, es ist nicht genug. Ich mag das Buch: Sieben Reiter verließen die Stadt überhaupt nicht. Schlecht geschrieben finde ich. Aber eine Stelle ist pures Gold: als der Jüngling in der Gruppe die vagabundierenden Räuber, Verbrecher und Wahnsinnigen einen nach dem anderen umlegt, so wird bemerkt, dass seine reine Art des tötens und sein reiner Insinkt durch Mitleid, Barmherzigkeit und Gnade abgetötet wird. Er und Seinesgleichen werden Opfer iher eigenen Gnade die sie selbst nie erfahren werden (*husch husch* weg mit euch Christen! Gnade nach dem Tode bringt mir im Jetzt nichts!). Sie werden ihre Feinde begnadigen und diese machen dann kurzen Prozess mit ihnen.

 

Lange Rede kurzer Sinn: wer ehrlich umkehrt, dem könnte ich evtl verzeihen, der Rest muss erfahren, dass es auch eine Hölle auf Erden geben kann. Das ist jedenfalls meine Einstellung dazu. Diese Systempresse und ihre Nutznießer werden versuchen uns reinzulegen, uns aus der Deckung holen, uns in Sicherheit wiegen, uns ein Bekenntnis abringen, uns identifizieren, katalogisieren und dann geschlossen vernichten. Das ist meine berechtigte Sorge.

Ansonsten finde ich die Sezession, GK und seinen Verlag und diese Szene hier klasse. Kann mir keine besseren Vertreter vorstellen.

 

@ quarz

Sie haben ja recht, nur sieht die Realität anders aus.

Den redlichen Gesprächspartner gibt es nicht. Außer die, die schon immer wussten, dass hier was faul ist. Der Rest: unbelehrbar. Teile meiner Familie haben in Südamerika gelebt. Brasilien. Absolute Katastrophe. Die sind nach einem Jahr zurück und haben mir Stories erzählt... Schießereien auf der Straße, hermetische Abriegelungen ganzer Stadtteile, Stromausfälle and der Tagesordnung, Gewalt, Gated Communities, Rassismus der kleinen Abstände (dunkelbraun ist besser als dunkel-dunkelbraun), eben genau das, was Sie sagten: Multi Kulti ist asozial und der pure Horror.

Trotzdem: stramm Grün. Merkel hat alles richtig gemacht. Und überhaupt die Ausländer... so tolles essen und die sind ja viel schöner und lebensfreudiger als die fetten Kartoffeln. Ach das war so schon in Brasilien... wie nett die waren... 

Auf alles negative kommt die gleiche Antwort: Bildung wird es richten. Immer. Dauert ein paar Generationen. WIR (also Deutsche/ Weiße) haben die Verantwortung denen zu helfen. Die HISTORISCHE Verantwortung. Und die Indianer erst... schlimm... ich setze also meine Kaffeetasse ab und sie fragt: "Na? Wie war der?" 

"Ja, ganz gut. Danke."

"Uuuuuuund???? Fällt dir nichts auf?"

"Ne. Wieso was ist damit. Sind das Bohnen aus Katzenscheiße?"

"Naaaaaain.... der ist aus Peru."

"Aha. Okay."

"Fair Trade. Weil wir beuten die ja so aus."

"Hat bestimmt 20 € das Pfund gekostet"

"Naaaaaaaain, aber wenn man es ernst mein, dann muss man schon zahlen. Die können dann studieren. Das kostet da Geld. Die sind nicht so prive... primi...prelvel... privilegiert wie wir!"

 

So quarz... ein kleiner Ausschnitt aus meinem Leben. Diese LEUTE haben einen Masterabschluss. Darunter auch Informatiker (besonders schlimm). Was wollen Sie da mit FAKTEN???? WAAAAAAAAAAAAAAAAS?

Bringt nichts, selbst wenn alles anerkannt wird, so ist es doch unsere Schuld und Bildung wird es richten.

 

deutscheridentitärer
19. Dezember 2016 13:48

@Jürgen

Das von Ihnen geschilderte "Eingemeindunsszenario" ist in der Tat sehr wahrscheinlich und passiert ja schon (und nicht erst seit heute). Mit der Kandidatur Vallons in Frankreich ist klar, wohin die Reise geht. Ich teile ihr Ressentiment gegen eine solche Lösung.

Allerdings komme ich nicht umhin, mich gelegentlich zu fragen, ob dies denn nicht das Maximum dessen ist, was die Rechte realistisch erreichen kann. Wir sollten uns keinen Illusionen hingeben: würden die Ausländer sich an unsere Rechtsordnung halten, gäbe es wohl gar keinen Protest. Und auch ich explizit rechtsdenkender Mensch empfinde die Ausländerkriminalität mit Abstand als am schmerzhaftesten.
Ich habe auch Probleme mit der Vorstellung, diejenigen Ausländer, mit denen ich bspw. im Rahmen eines medizinischen Notfalls sehr gute Erfahrungen gemacht haben, dieses Landes verweißen zu wollen. Natürlich ist mir die Notwendigkeit der Trennung individueller und kollektiver Probleme bewusst, emotional ist es mir aber nicht immer leicht.

Wie viel stärker muss der "normale" Bürger so empfinden?
 

Fredy
19. Dezember 2016 17:02

Der Spiegel-Artikel ist tatsächlich erstaunlich fair und ausgewogen.

Möglicherweise fehlt nur mir die Konkretisierung einer Vision oder Vorstellung von der Zukunft eines Staates bestimmt aus konservativem Denken und rechter Politik. Irgendwann wird man über konkrete, auch in globalen Kontexten realisierbare Lösungsmöglichkeiten der Probleme unseres Landes reden müssen. Außer der Idealisierung der Vergangenheit und der Propagierung eines lebensrichtigen Weltbildes muß von intellektuellen Vordenkern deutlich mehr kommen. Aber vielleicht ist es besser wenn bisher nichts kommt. Vieles was auf diesen Seiten kommentiert wird ist dermaßen welt- und zukunftsfremd, dass man sich zuweilen ertappt insgeheim doch froh zu sein, dass "wir" keine politische Verantwortung tragen.

Sven Jacobsen
19. Dezember 2016 19:25

Götz Kubitschek hätte dieses offenbar lange Gespräch mit dem SPIEGEL nicht geführt (es ist ja nicht das erste dieser Art) und Nils Wegner hätte sich nicht die Mühen mit seinen „Kaleidoskopen“ gemacht, wenn dahinter nicht der Wunsch stünde, die eigenen Positionen einem breiten Publikum vorzutragen. Die im SPIEGEL-Artikel beschriebenen Haltungen bzw. die konsumkritische Lebensführung werden einige zum Nachdenken anregen, ob denn alles so richtig ist, wie es ist. Es kann schließlich nicht behauptet werden, dass die linksliberalen Eliten das sprichwörtliche Staatsschiff optimal zu steuern verstünden oder dass die vorherrschenden gesellschaftlichen Lebensformen rückhaltlose Zustimmung finden. Wer dieses Land und seine Grundordnung liebt, sollte ein lebhaftes Interesse daran haben, im Dialog zu bleiben und sich anzubieten, auch wenn die Auseinandersetzung mit dem Establishment für Konservative in der Regel ein saures Geschäft ist. Man kann dabei durchaus authentisch bleiben.

Heinrich Brück
19. Dezember 2016 20:07

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer verliert die meisten Leser im ganzen Land?

Das linke Jahrhundert ist vorbei, wir brauchen ein rechtes! Die Nazizeit kommt also nicht vor? Was soll denn gelernt werden? Sollen die Rechten lernen, was die Linken gelernt und getan haben?

Interessant die Photos. Eigentlich unbezahlbar; zumindest zwei davon.

Vexillifer
19. Dezember 2016 20:55

@ Jacobsen:

Da werfen Sie aber einiges durcheinander. Die eigenen Ansichten und Gedanken zu präsentieren ist etwas ganz anderes als in einen Dialog einzutreten; ersteres kann spätestens dank des Internets jeder überall jederzeit, nur eben meist unbeachtet. Auf zweiteres muss man sich schon aktiv einlassen und gegebenenfalls auch dazu bereit sein, seine eigene Position punktuell aufzugeben, was ich von keinem der hiesigen Autoren und Denker hoffen möchte.

Und was die "Konservativen" angeht: Die setzen sich doch eh nicht mit dem Establishment auseinander, sondern mit denen, die anstatt ihrer selbst drinsitzen! Ein Michael O'Meara hat das schön kurz gefasst: "Sie wollen das System nicht verändern, sondern nur dafür sorgen, dass es ihnen in die Hände arbeitet."

quarz
19. Dezember 2016 21:14

@Nero

"Bildung wird es richten"

Auch diesbzüglich gibt es zu größter Skepsis Anlass gebende empirische Evidenz. Ein Beispiel von vielen: gerade erst hat die Weltbank in einem  Bericht die Ergebnisse einer Untersuchung veröffentlicht, wonach rund 70% der im Ausland rekrutierten IS-Kämpfer aus wohlhabenden und gebildeten Schichten stammt und als gut integriert galt.

Jetzt wo die Kritik an der "Postfaktizität" aus gegebenem politischem Anlass ausgerechnet bei jenen Konstruktivisten, Relativisten und Narrativisten in Mode kommt, die diese jahrzehntelang geradezu kultisch verehrt haben, wird es für sie immer schwieriger, empirische Fakten zu igorieren, die man ihnen vor die Nase hält. Man darf nur keine Ausweichmanöver tolerieren und muss sie hartnäckig mit der Empirie konfrontieren. Irgendwie müssen sie dann dazu Stellung nehmen.

19. Dezember 2016 21:14

Habe mir heute nach langer Zeit wieder einmal und aufgrund der hier ausgesprochenen Empfehlungen den Spiegel gekauft. Ja, muss ich sagen, dass ist ein fairer Artikel (soweit ich das als entfernter Außenstehender beurteilen kann).Es fehlt vor allem die sonst so typische Häme der linken Journalisten. Jedenfalls hätte ich keine Mühe jederzeit die inhaltlichen Aussagen der Neuen Rechten, die dort skizziert werden, in vollem Umfang zu unterschreiben. Es muss doch möglich sein, auf dieser Basis Raum in der (vor-)politischen Diskussion zu gewinnen.

Nordlaender
19. Dezember 2016 21:26

@ deutscher Identitärer

"Wir sollten uns keinen Illusionen hingeben: würden die Ausländer sich an unsere Rechtsordnung halten, gäbe es wohl gar keinen Protest. Und auch ich explizit rechtsdenkender Mensch empfinde die Ausländerkriminalität mit Abstand als am schmerzhaftesten."

Geht mir nicht so. Am schmerzhaftesten finde ich die Anwesenheit solcher Massen von Ausländern in unserem deutschen Vaterland und Engländer oder Schweden sind damit jetzt nicht gemeint. Wobei mich die Kriminalität freilich auch bedrückt.

Als Herr und Eigentümer meines Hauses, legte ich keinen Wert auf Kontakt mit Kriminellen, lüde die schon gar nicht bei mir ein. Täusche ich mich mal bei einer Person, zeige ich dieser höflich den Weg zur Tür. Umgekehrt wüßte ich nicht, warum ich eine Person einladen sollte, nur weil diese nicht kriminell ist. Ein Herr erklärt sich nicht, gibt keine Rechtfertigungen ab, warum er den Schmidt in seinen Räumen empfängt, den Krause aber nicht. Wobei man es ja manchmal gar nicht weiß, warum man Sympathie oder Antipathie hegt. Ein Herr, der wähnt, seine Entscheidungen begründen zu müssen, ist kein Herr mehr, er stimmt seiner Enteignung durch die Anti-Unterscheidungs-Polizei zu.

Die Angehörigen eines Volkes sind Herren und Eigentümer ihres Lebensraumes.

Sind sie geistig-seelisch dazu nicht mehr in der Lage, entsteht kein herrschaftsfreier Raum, andere Herren werden nun dieses Revier beherrschen. Macht ist immer.

Es wäre für mich eine gruselige Vorstellung, wimmelte es in meinem Land nur so vor lauter blitzbraven, nichtkriminellen Fernasiaten. Als Anwalt des Teufels (advocatus diaboli) befürchte ich, daß so mancher Populist die Kriminalität einfach nur instrumentalisiert, um die Integrationsmatrix zu bedienen, den guten Ausländer neben diesem Dunkel in ein noch helleres Licht zu stellen.

"Ich habe auch Probleme mit der Vorstellung, diejenigen Ausländer, mit denen ich bspw. im Rahmen eines medizinischen Notfalls sehr gute Erfahrungen gemacht haben, dieses Landes verweißen zu wollen."

Schöner Verschreiber übrigens, die "Verweißung" von Nichteuropäern. Meine Grundeinstellung gegenüber Ausländern verhält sich umgekehrt proportional zur Steigung der Anzahl dieser in unserem Lande. Ist ein bißchen so wie mit Gästen im Hause, sind es sieben, mag das ganz kommode sein, sind es siebenundsiebzig, ist man wohl gar verstimmt, auch wenn jeder Einzelne ein ganz nettes Kerlchen sein mag. Ab einem gewissen Schwellpunkt entwickelt die pure Quantität eine Eigendynamik.

Sven Jacobsen
19. Dezember 2016 22:04

Vexillifer

Ich denke schon, dass jeder seine Einstellungen in der Erwartung einer Antwort darlegt. Das ist zumindest der Versuch eines Dialogs (der freilich ganz schnell beendet sein kann, wenn die Antwort ausbleibt). Ich habe die glühende Hoffnung, dass die Menschen sachlich ins Gespräch kommen und erkennen, dass die konservative Seite gute Argumente für viele Fragen zur Hand hat. Das Weitere entscheiden Wahlen. Ich jedenfalls ziehe mich nicht in den sprichwörtlichen Elfenbeinturm zurück und werbe stattdessen dafür, dass wir die Tagesgeschäfte nicht denen überlassen, die Zeit genug hatten, sich zu beweisen. Es ist ihnen aus meiner Sicht nicht gelungen.

thotho
19. Dezember 2016 23:40

ad derjürgen

"Wer sich mit einem kosmetischen Wandel, der Ausmerzung extremer Exzesse, zufrieden gibt; wer sich mit einem Volkstod in kleinen Raten anfreunden kann, bei dem die Deutschen erst in 50 und nicht schon in 20 Jahren zur Minderheit im eigenen Lande werden; wem es ausreicht, wenn Kinder statt ab dem achten erst ab dem zehnten Lebensjahr über Spermaschlucken und Analsex aufgeklärt werden, der möge ruhig den Weg der Schwedendemokraten und der FPÖ gehen, vor dem Gesslerhut des grossen H. den verlangten Kniefall verziehen, die vom System betriebenen gigantischen Lügen akzeptieren, die Verfolgung unabhängiger Geschichtsforscher achselzuckend als kleinen Kollateralschaden hinnehmen  und von einer - in Wahrheit selbstverständlich nicht existierenden - "jüdisch-christlichen Zivilisation", die es gegen muslimische Extremisten zu verteidigen gelte, schwafeln. "

Wie wahr, wie wahr!

ad Nordlaender

"Ein Herr erklärt sich nicht, gibt keine Rechtfertigungen ab [...]. Ein Herr, der wähnt, seine Entscheidungen begründen zu müssen, ist kein Herr mehr, er stimmt seiner Enteignung durch die Anti-Unterscheidungs-Polizei zu.

Die Angehörigen eines Volkes sind Herren und Eigentümer ihres Lebensraumes.

Sind sie geistig-seelisch dazu nicht mehr in der Lage, entsteht kein herrschaftsfreier Raum, andere Herren werden nun dieses Revier beherrschen. Macht ist immer."

Solche Sätze will man öfters hören und lesen! Ausgezeichnet.

ad Nemo Obligatur

Ich sehe hier und da noch Parlamentssitzungen. Ich frage mich seit langer Zeit, wieso auch die angeblichen Rechtsparteien (FPÖ etwa) die Verantwortlichen in der Politik nie direkt fragen, was zum Teufel in sie gefahren ist und was sie eigentlich seit Jahrzehnten ethnisch aufziehen. Wie wäre es mit einer Frage wie: "Ist Ihre Politik daruf ausgerichtet, dass die autochthonen Österreicher in 30 Jahren noch die Mehrheit im Land sind?"

Was soll er dann drauf sagen? In etwa das: "Dass die Bundesregierung dennoch nicht das Ziel verfolgt, die Zuwanderung hoch zuhalten, liegt laut Sobotka in der mangelnden Akzeptanz von Migration in der Bevölkerung. - derstandard.at/2000049319486/Innenminister-Oesterreich-braucht-MigrationDass Österreich aufgrund seiner demografischen Struktur Migration braucht, versteht sich von selbst." - Sobotka, Innenminister Österreichs. Selbstverständlich versteht sich das von selbst.

Und weiter: "Dass die Bundesregierung dennoch nicht das Ziel verfolgt, die Zuwanderung hoch zuhalten, liegt laut Sobotka in der mangelnden Akzeptanz von Migration in der Bevölkerung."

Gut, seine "Experten" sagen, wir bräuchten 140-260.000 pro Jahr. Er will aus den genannten Überlegungen lediglich 50.000. Wie nett! Das könnte ihm als rassistischer Fauxpas ausgelegt werden.

Dass die Bundesregierung dennoch nicht das Ziel verfolgt, die Zuwanderung hoch zuhalten, liegt laut Sobotka in der mangelnden Akzeptanz von Migration in der Bevölkerung. - derstandard.at/2000049319486/Innenminister-Oesterreich-braucht-MigrationDass die Bundesregierung dennoch nicht das Ziel verfolgt, die Zuwanderung hoch zuhalten, liegt laut Sobotka in der mangelnden Akzeptanz von Migration in der Bevölkerung. - derstandard.at/2000049319486/Innenminister-Oesterreich-braucht-MigrationDass die Bundesregierung dennoch nicht das Ziel verfolgt, die Zuwanderung hoch zuhalten, liegt laut Sobotka in der mangelnden Akzeptanz von Migration in der Bevölkerung. - derstandard.at/2000049319486/Innenminister-Oesterreich-braucht-Migration

Hier fehlen die klaren, direkten Fragen.

deutscheridentitärer
20. Dezember 2016 00:08

@Nordländer

Ihrem Beitrag ist grundsätzlich zuzustimmen.

Auch ich teile  die von Ihnen dargelegten Vorstellungen; was ich mit meinem Beitrag zum Ausdruck bringen wollte war gewissermaßen die Stimme der Lebensmüdigkeit und Selbstaufgabe, die ich manchmal  auch in mir höre.

Robustere, vom Zeitgeist weniger angefressene Charaktere wird diese Stimme eventuell fremd sein.

Ich fürchte allerdings eben, dass diese Stimme bei vielen unserer Landsleute noch stärker hervortritt.

Ich bin Mitte Zwanzig und in einer insgesamt noch vorwiegend deutschen Altersschicht großgeworden.

Die mir Nachfolgenden haben einen wesentlichen Anteil an Ausländern in ihrem Umfeld schon als selbstverständlichen Umstand erfahren.


Auch die Nazis hatten ja bekanntlich das Problem, dass der Deutsche zwar gegen Juden im Allgemeinen sei, aber eben doch jeweils diejenigen, die er persönlich kannte, von seinem Antisemitismus ausnahm.

(Ob dem wirklich so war sei dahingestellt, es soll nur die Problematik illustrieren.)

Es scheint mir also nötig, Wege zu finden, dieses verschüttete Bewusstsein eines uneingeschränkten Herrenrechtes eines Volkes über sein Land wieder  wachzurütteln.

Das ist umso schwieriger, als dasss bereits das Bewusstsein Teil eines Volkes zu sein, recht erfolgreich zum Schweigen gebracht wurde.

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