19. Dezember 2016

Trump, Aleppo und der "Stiefelabdruck der Globalisten"

von Michael Wiesberg / 14 Kommentare

Die jüngste Personalie des designierten US-Präsidenten Donald Trump, nämlich Rex Tillerson für das Amt des Außenministers auszuwählen, hat bei europäischen Diplomaten, vor allem aber bei bundesdeutschen Mainstream-Medien erhebliche Ängste ausgelöst.

Michael Wiesberg ist Lektor und freier Publizist.

So kommentierte z. B. die Financial Times kurz vor dem letzten EU-Gipfel Mitte Dezember:

Die europäischen Diplomaten sind besorgt, daß Trumps Sieg die transatlantische Einigkeit im Hinblick auf Rußland zerbrechen und die Unterstützung für Strafmaßnahmen erodieren könnte.

Tillerson, Präsident und Geschäftsführer des Erdölkonzerns ExxonMobil , gilt, so will es z. B. die Welt wissen, als „Putin-Freund“, der sich immer wieder gegen die Sanktionen gegen Rußland ausgesprochen habe. Sichtlich verunsichert stellt die zum transatlantischen Netzwerk zählende Welt fest: „Die Wahl Tillersons wirft nun erneut die Frage auf, ob Trump Moskaus bester Mann in Washington ist, warum er so ein apologetisches Verhältnis zu Rußlands Präsident Wladimir Putin hat und sich mit so vielen Rußlandfreunden umgibt.“

Auch der Focus wittert eine „Neuausrichtung des internationalen Kräftefeldes“ unter Trump, mit „dramatischen Auswirkungen“ auf Europa und Deutschland.

„Dramatisch“ werden die Auswirkungen, sollte es unter Trump wirklich in den russisch-amerikanischen Beziehungen zu einem Paradigmenwechsel kommen, vor allem für die Redakteure der deutschen Mainstream-Medien sein, die auf eine veritable Identitätskrise zusteuern, bei der im Nachgang auch posttraumatische Belastungsstörungen nicht auszuschließen sind. Man sollte deren Ängste also durchaus ernstnehmen.

Noch aber feiern unsere „Qualitätsjournalisten“ im Hinblick auf den Fall auf Aleppo wahre Festtage unverhüllter antirussischer Agitation, die längst an die Stelle einer ausgewogenen Berichterstattung getreten ist. Putin und Assad werden wechselseitig zu Teufeln aufgebaut, denen der Tod unzähliger Zivilisten anzulasten ist. Mit an der Spitze der Propaganda stehen die öffentlich-rechtlichen Medien. Hierfür lieferte unter anderem Gesine Dornblüth, die hier pars pro toto stehen soll, im Deutschlandfunk ein beredtes Beispiel:

In Aleppo bombt Assad mit russischer Hilfe die letzten Reste der Stadt zu Trümmern. Menschen sterben. Zehntausende irren durch die Ruinen. Medien berichten von einem Massaker der syrischen Armee an mehr als achtzig Zivilisten, darunter Frauen und Kinder.

Als dankbarer Stichwortgeber wird in diesen Tagen gern Brita Hagi Hasan, der „Bürgermeister von Ost-Aleppo“, heranzitiert, der jüngst behauptete, 50 000 Zivilisten seien „kurz davor, massakriert zu werden“, wie u. a. das englische Boulevardblatt The Sun vor einigen Tagen herausposaunte. Woher Hasan die Zahl 50 000 hat, ist schon keiner eigenen Betrachtung mehr wert und spielt auch keine Rolle. Der Zweck heiligt alle Mittel.

Die Washington Post beweint unterdessen den „endgültigen Tod“ des  „Traums“ von „einem demokratischen Syrien“, von dem die dortigen „Rebellen“ – die eher islamistisch orientierten unter ihnen werden da ihre ganz eigenen Vorstellungen haben – befeuert worden sein sollen.

Was es mit diesem „Traum“ tatsächlich für eine Bewandtnis hat, deutete die – einer zu „großen Nähe“ zu Putin oder Assad wohl unverdächtige – Nichtregierungsorganisation Amnesty International bereits vor Monaten an, als sie in einem Bericht u. a. lakonisch feststellte:

In Aleppo und Idlib haben heute bewaffnete Gruppen freie Hand, um straffrei Kriegsverbrechen und andere Verletzungen des humanitären Völkerrechts zu begehen.

Verbrechen, die weder die westlichen Mainstream-Medien noch westliche Politiker bisher sonderlich aufgeregt haben. Auch jetzt geht es nicht um die „Menschen in Aleppo“; das hysterische Gezeter um angebliche Kriegsverbrechen der Russen oder „Assad-Truppen“ ist wohl eher Ausdruck der wachsenden Enttäuschung darüber, daß das seit etlichen Jahren anvisierte Langzeitziel, nämlich die Umgestaltung des „Greater Middle East“, bei der die Zerschlagung der schiitischen Achse Libanon, Syrien und Iran die zentrale Rolle spielt, mehr und mehr zur Schimäre wird.

Daß der Krieg gegen Assad auch dann, wenn dieser die Oberhand behalten könnte – wonach es im Moment ausschaut  –, aus Sicht der amerikanischen Falken mit anderen Mitteln weitergeführt werden sollte, ließ u. a. Alissa Rubin, die in diesem Jahr mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet wurde, in der New York Times durchblicken. Sie prophezeit Assad einen „Pyrrhussieg“, der sich im Hinblick auf einen Wiederaufbau des Landes bemerkbar machen werde: „Der amerikanische Kongreß wird kaum etwas beisteuern und auch Institutionen wie der Internationale Währungsfonds und die Weltbank nicht, in denen Gegner von Assad wie die USA und Saudi-Arabien erheblichen Einfluß haben.“

Möglicherweise werden Rubin und die anderen Trommler für einen heißen oder kalten Krieg gegen Assad unter Trump bald eines besseren belehrt. In seiner Regierungszeit könnte nämlich das befördert werden, was die Verfasser des sog. „Merkel-Plans“ als Horrorvision an die Wand gemalt haben:

Das Aufkommen einer antimuslimischen, pro-Putin eingestellten extremen Rechten in der Politik Europas sollte daher Anlaß zu wirklicher Besorgnis sein. Es bringt die Aussicht auf eine europäische Politik, die sich in diese Richtung bewegt und sich mehr in Richtung der Politik des Kremls orientiert.

Damit würde auch jenen „Sozialingenieuren“ und ihren „Mietmäulern“ in den Medien die Suppe versalzen werden, die mit der Flüchtlingswelle die Chance einer „transatlantischen Angleichung“ gekommen sehen: „Successful integration of refugees from Syria and elsewhere, and a Europe more comfortable with multiculturalism, would more closely resemble the United States and could be a force for transatlantic convergence.“

Das meint auf gut deutsch: „Eine erfolgreiche Integration von Flüchtlingen aus Syrien und anderswoher, und ein Europa, das sich mit dem Multikulturalismus wohlerfühlt, würde den Vereinigten Staaten ähnlicher sehen und könnte die transatlantische Angleichung vorantreiben.“

Zu finden sind diese Sätze auf den Seiten des German Marshall Fund of the United States, eines Eckpfeilers in einem hochkomplexen Netzwerk, das die Publizistin Friederike Beck in ihrem neuen Buch Die geheime Migrationsagenda untersucht hat. Zu diesem „metastasenhaften Netzwerk“ (Beck) gehören die UNO mit ihrer Migrationsagenda genauso wie der sich gern als „Philanthrop“ inszenierende George Soros und sein Wühlarbeitslabyrinth (= Stiftungen), Pro Asyl sowie eine Unzahl weiterer „Fünfter Kolonnen“, die, finanziert von wem auch immer, im Sinne einer „transatlantischen Angleichung“ (= Multikulturalisierung Europas) unterwegs sind.

Dieser „transatlantischen Angleichung“, die sich die in diesem Netzwerk aktiven „Sozialingenieure“ diesseits und jenseits des Atlantiks ausmalen, dürfte eine Regierung Trump ebenso wie der „geheimen Migrationsagenda“, die Beck wenig nett als eine „der destruktivsten Waffen gegen die Menschheit“ geißelt, einen Strich durch die Rechnung machen. Ihre „vollständige Umsetzung“ würde, so Beck, den „Stiefelabdruck der Globalisten auf unserer Stirn vergrößern“.

Vor diesem Hintergrund ist die Eroberung von Aleppo nicht nur von innersyrischer, sondern auch von europäischer Bedeutung.

Michael Wiesberg ist Lektor und freier Publizist.

Kommentare (14)

Solution
19. Dezember 2016 10:52

Wie es aussieht, wird Trump versuchen, eine Allianz gegen Chinas Expansion zu schmieden.

Arminius Arndt
19. Dezember 2016 11:15

Wenn Zwei sich streiten, freut sich der Dritte und das war bei den global players bislang China. Ich würde daher die sich anbahnende Annäherung zwischen USA unter Trump und Russland nicht zu euphorisch sehen. Der Zweck, China endlich in den Griff zu bekommen, ist zu deutlich zu erkennen (zumindest bei Trump) und weder die USA noch letztlich Russland haben allzu großes Interesse an Deutschland, im Gegenteil, diese wirtschaftliche Zecke kann man mit einer Zusammenarbeit auch gut entfernen. Es rächt sich jetzt die Politik Merkels, fast alles auf die EU und dann lange erst einmal gar nichts und zuletzt dann auf die USA und dort nur und voreingenommen auf H.Clinton zu setzen. Wenn Deutschland schon deutlich eher die Rolle des "ehrlichen Maklers" zwischen Ost und West eingenommen hätte und sich bei der US-Präsidentenwahl zumindest neutral verhalten hätte, würde wir bei der anstehenden Gigantenhochzeit nicht so zwischen die Stühle kommen, wie wir kommen werden.

Gibt es eigentlich noch irgendetwas, was Frau Merkel und unser zukünftiger BuPrä, Herr Steinmeier, außenpolitsch im Sinne Deutschlands richtig gemacht haben?

Ändert natürlich nichts an der Syrien-Frage und hier ist ein Ende mit Schrecken besser als ein Schrecken ohne Ende, so meine Meinung.

Auch wenn ich eigentlich Gegner von jeglichen Kriegsopfer-Aufrechnungen und -Vergleichen bin:

Der Spiegel berichtete vor kurzem, dass Russland seit Juli 2016 für 1207 zivile Tote durch Bombardements in Aleppo verantwortlich sei.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/aleppo-weisshelme-werfen-russland-kriegsverbrechen-vor-a-1126142.html

Zwar ist jeder zivile Tote einer zu viel, aber allein am 16. März 1945 starben in meiner Arbeitsstadt Würzburg nach offizieller Darstellung über 5000 Zivilisten in einer einzigen Nacht - vermutlich waren es sogar noch mehr. Und heute wird das Ganze als Teil der Befreiung von Hitler-Deutschland dargestellt und gar nicht mehr groß darüber diskutiert.

Wie geschrieben, ich will damit nichts realtivieren, nur darauf hinweisen, dass in Aleppo sicher diejenigen, die sich Wohngebiete zu ihrem Hauptkampfplatz ausgesucht haben, um von dort aus andere - u.a. auch Zivilisten - zu bekämpfen, wohl die Hauptursache dafür gesetzt haben, dass es jetzt so endet, wie es endet.

Trauer für jedes Opfer in dieser Welt, in der so etwas nach wie vor möglich ist, ist angebracht. Ein Land, in dem es zwar viel Schatten gab, aber die Mehrheit der Bevölkerung halbwegs friedlich leben konnte, wenn es die Klappe hielt, wird nur aus Interessen, die nichts mit den Bewohnern dieses Landes und schon gar nichts mit deren evtl. vorhandenen originären Lebens- und Freiheitsbedürfnissen zu tun haben, zerstört, in einen Bürgerkrieg getrieben und alles was dann hierzulande kommt, wenn es die zwangsläufigen Toten gibt, sind Krokodilstränen.

Ein Fremder aus Elea
19. Dezember 2016 11:33

Welt N24, wie es ja jetzt heißt, ist meines Erachtens zu einem Spartenblatt für Möchtegernmanager geworden.

Merkel hat meines Erachtens nichts gegen Rußland - den Elephanten im Raum können wir ruhig benennen.

Ein substantiell islamisches Europa gleicht sich meines Erachtens den Vereinigten Staaten nicht an, sondern entfernt sich grundlegend von ihnen - man könnte allenfalls argumentieren, daß es sich Rußland angliche.

Und was sollen die deutschen Medien denn schreiben?

Unsere Mördertruppen haben es diesmal leider nicht geschafft, das Staatsoberhaupt zu pfählen?

Vor was haben diese Leute Angst? Vor Trump? Nicht unbedingt.

Der_Jürgen
19. Dezember 2016 11:35

Ein Artikel, den man Wort für Wort unterschreiben kann, auch wenn man gerne zu drastischeren Ausdrücken für die VertreterInnen unserer Qualitätspresse griffe. Dankeschön, Michael Wiesberg.

Hajo Blaschke
19. Dezember 2016 14:03

@ Solution Ich glaube nicht, dass Russland sich auf dieses Spiel einlassen wird. Russland schmiedet gerade eine Allianz mit China und Japan. Eine Allianz mit Japan kann es nur geben, wenn sie gegen die US-Besatzungspolitik der japanischen Inseln gerichtet ist. Momentan wird ein Friedensvertrag, dessen Fehlen Putin als Anachronismus bezeichnet hat, ausgearbeitet und es werden Projekte für die gemeinsame wirtschaftliche Nutzung der Kurilen-Inseln erarbeitet. Es wird ein Projekt für eine Eisenbahnverbindung zwischen Japan und Russland (bis Moskau) mit einer Brücke oder einem Tunnel über die sachalinische Meeresenge als Ergänzung der Seidenen Straße auf den Weg gebracht. China will mit Russland einen Militärpakt zum gemeinsamen Schutz ihrer Staaten abschließen. Das alles wird Putin niemals aufs Spiel setzen. Es ist auch noch gar nicht klar, ob diese Ideen nicht nur die Hirngespinste der Medien sind.

Der_Jürgen
19. Dezember 2016 17:12

 @Arminius Arndt

Natürlich wäre es naiv, anzunehmen, bei den russischen Bombenangriffen auf militärische Ziele gehe es ohne "Kollateralschäden" ab, aber die von den "Weisshelmen" genannte Zahl ist mit Sicherheit weit übertrieben. Die Weisshelme sind eine von Assads Feinden gegründete Söldnertruppe, von denen alles mögliche zu erwarten ist, nur keine Objektivität.

Solution
19. Dezember 2016 17:36

@ Hajo Blaschke

Vielleicht liegen Sie ja richtig, doch vergessen Sie nicht, daß China für Rußland auch eine Bedrohung ist. Ein Beispiel: Während sich Sibirien langsam entvölkert, drängen die Chinesen dorthin. Es sollen den 30 Millionen "Russen" schon 8 Millionen Chinesen gegenüberstehen. 

Rußland wäre auf Dauer nur der Juniorpartner Chinas. China ist auf dem Weg zur Weltherrschaft. Wenn es gelingt, die eigenen Probleme zu lösen (wie Überalterung, zu wenig Nahrungs- und Rohstoffquellen, Umweltprobleme, wachsende Minderheiten, Islam-Rebellen und das Streben vieler Chinesen nach mehr Freiheit, ungleiche Entwicklung im Land), dann wird es zu einem Kampf um die Weltherrschaft kommen. Die USA sind bald alleine zu schwach und brauchen Verbündete, wie Rußland. China könnte jetzt schon die US-Finanzen und die Wirtschaft zum Zusammenbruch bringen, scheut sich natürlich, weil es auch für China selbst noch unkalkulierbare Schäden bringen würde.

Huntington hat seit Ende der 70er Jahre geschrieben, daß die USA nur noch 50 Jahre die einzig dominierende Macht wären, danach könne man froh sein, wenn man mit Hilfe Verbündeter noch weitere 150 Jahre unangefochten bliebe. Die 50 Jahre sind fast rum.

Nur eine Koalition aus USA, NATO und Rußland könnte China stoppen. 

Mir ist klar, daß es hierzu Alternativen gibt, die eher in unserem Interesse sind, als ein solcher Weltkrieg.

Marcus Junge
19. Dezember 2016 17:58

Thema Aleppo

Gestern die GEZ, kann nicht mehr sagen ob ARD oder ZDF, jedenfalls "Nachrichten". Da fingen die an Aleppo in einem Atemzug mit Ruanda zu bringen: "Die Welt schaut wieder zu ...". Wahnsinn, absoluter Wahnsinn.

Wobei an diesem Hetz- und Lügenbericht absolut gar nichts stimmt. Es fängt schon Ruanda an, "die Welt", die laut GEz über Syrien herfallen soll, um die islamischen Terroristen in Aleppo zu retten, hat Ruanda gezielt ermöglicht. DIe UNO hat dem kanadischen Kommandeur nicht die beantragten 2000 zusätzlichen Soldaten geschickt und nicht erlaubt mit den 2500 schon vorhanden einzugreifen. Sie haben ihm sogar 2000 Mann weggenommen, als Kofi Anana bedrängte endlich handeln zu dürfen. 

Arminius Arndt
19. Dezember 2016 20:58

@Der_Jürgen,

ich habe bewusst einmal die Zahl der "Weisshelme" für richtig unterstellt, denn sie ist eine ganz andere, als die immer wieder genannten Einwohnerzahlen, die ja angeblich lt. den Medien kurz vor dem Gesamtexitus stünden.

Angesichts der Bevölkerungsdichte in den engbebauten Stadtteilen, in die sich die sog. "Rebellen" verschanzt hatten, sogar aus meiner Sicht relativ wenig, wenn man bedenkt, dass das die Zahlen von fast 6 Monaten sein sollen.

Wie geschrieben, immer noch eine (viel zu) hohe Zahl und jeder einzelne ist einer zu viel, aber ein "ohne Rücksicht auf Verluste" bomben, wie kolportiert wurde, würde vermutlich zu ganz anderen Ergebnissen geführt haben.

Ganz aktuell:

Auf den Sieg in Aleppo wurde jetzt reagiert und der russische Botschafter in der Türkei erschossen. Wer hier was für welche Ziele verfolgt, wird immer Undurchsichtiger.

E.
19. Dezember 2016 21:10

Ein russischer Botschafter von einem türkischen Polizisten erschossen, ein LKW rast in einen Weihnachtsmarkt in Berlin, ein Szenario, dass jeder kommen sah. - Wann beginnt die bundesdeutsche Regierung aufzuwachen, wann beginnt sie, deutsche Interessen zu wahren und die deutsche Bevölkerung zu schützen?

Lumpazi
19. Dezember 2016 22:24

Es ist ein seltsames Schauspiel, die hysterischen Trump-Gegner, die euphorisierten Trump-Anhänger sowie neutrale Kommentatoren in dem Glauben vereint zu sehen, dass Trump der erste Politiker der westlichen Welt sein wird, der nach seiner Wahl das tut, was er vor der Wahl versprochen hat.

Es wird so sein, wie es immer schon war: Erst die Taten legen Zeugnis vom Geist ab.

20. Dezember 2016 10:10

@ Solution Ja, alles bekannte Fakten. Aber China will einen Militärpakt mit Russland und nicht Russland mit China. Militärpakte schließt man nicht ab, wenn man gegeneinander Krieg führen will. Russland und China haben einen Vertrag geschlossen, nach dem China große Flächen in Russland pachtet, die dann von Chinesen bearbeitet und bewirtschaftet werden. Ich gehe davon aus, dass beide friedlich miteinander auskommen wollen. Russland kennt aber die Spielchen der Anglosaxen und wird sich auf ein Bündnis mit der Nordamerikanischen Union nicht einlassen. Zusammenarbeit auf Augenhöhe ja, Verbrüderung nein. Seit über 100 Jahren kämpfen die Anglosaxen an einer Schwächung der Kaiserreiche Russland, Österreich, Japan und Deutschland. Bei Deutschland und Österreich hatten sie vollen Erfolg, bei Japan zu großen Teilen. Unter Jelzin sah es so aus, als ob sie auch Russland schaffen würden. Der Traum ist aber nun vorbei.

Corvusacervus
20. Dezember 2016 14:22

Uuups, "Militärpakte schließt man nicht ab, wenn man gegeneinander Krieg führen will"? "Wenn das der Führer wüßte" bzw. gewußt hätte, dächten wir bei "Barbarossa" nur an den großen Stauferkaiser und den Kyffhäuser, aber nicht das gleichnamige Unternehmen am 22. Juni 1941. Und wenn wir an China und Asien generell denken, sollten die Hoffnungen auf westliche 'diplomacy' ebenfalls nicht zu groß sein. Das Verhältnis riecht wie seit dem Ende der 60er Jahre des letzten Jahrhunderts nicht mehr aus allen Poren nach Großkonflikt. Aber da die Geschichte dialektisch ist, mag es natürlich sein, daß sich die Dinge, weil es einen dritten (USA) und vierte (Europa/Deutschland/Frankreich/UK) Mitspieler gibt, noch anders entwickeln ... Zwei Feinde, die einen Dritten und/oder Vierten finden, der/die jeweils Freund/e oder auch gemeinsamer auch Feind/e sein kann/können? Da ist manches möglich. Zu Risiken und Nebenwirkungen dieses klassischen diplomatischen Spiels empfehle ich als Lektüre noch stets Bismarck und aus jüngerer Zeit Henry Kissinger, von ihm einschlägig, vor allem um die Volksrepublik zu verstehen, sein Buch "China".

Hajo Blaschke
21. Dezember 2016 10:33

@ Corvusacervus Ich habe zwar nicht ganz verstanden, was Sie mitteilen wollen, nehme aber an, dass Sie den sog. Hitler-Stalin-Pakt von 1939 meinen. Okay, da mögen Sie recht haben. Was da der Führer für eine Rolle spielen soll, können wir an dieser Stelle nicht ausdiskutieren. Bismarck ist bezüglich Deutschland und seine Außenpolitik betreffenden Fragen immer zu empfehlen. Der Empfehlung, Kissinger zu lesen, folge ich jedoch nicht. Kissinger ist ein nicht verurteilter Kriegsverbrecher, dessen Ergüssen kann ich nichts Wesentliches für ein Verständnis von China entnehmen. Da glaube ich eher meinen Eindrücken und Erfahrungen China betreffend. Und auch Russland betreffend. Im übrigen stand vor kurzem in einer russischen Netzeitung, dass Russland Soros alias Gideon Schwartz zur internationalen Fahngdung ausgeschrieben hat. Einen Erfolg dieser Aktion würde ich euphorisch begrüßen.

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