02. Januar 2017

Von Leichenfledderer zu Leichenfledderer

von Johannes Konstantin Poensgen / 47 Kommentare

An die Konkurrenz: Wir mißbrauchen also die Toten? Gut, lassen wir das so stehen. Obwohl Sie doch eigentlich meinen: „Die mißbrauchen unsere Toten!“ Es sind doch Ihre Toten, nicht wahr?

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

Den kleinen Leichenberg, vor dem wir jetzt stehen, den haben Sie immerhin mit aufgetürmt. Und die Toten, das waren doch auch Ihre Leute. Helldeutsche, wie Sie, die kurz vor X-Mas noch einen blinkenden Santa Claus made in China abstauben wollten.

Helldeutsche, die einen unglücklichen Zusammenstoß mit einem Neudeutschen hatten, der kurz zuvor von Besserdeutschen ins Land geholt worden war. Die Sache blieb doch in der Familie, was mischen wir uns da ein? Können wir Dunkeldeutsche uns nicht in unsere sächsischen Nazidörfer verkriechen und dort machen, was Dunkeldeutsche eben so machen? Wehrsport, Hitlergruß oder Apfelkuchen zum Beispiel? 

Ich könnte Ihnen sagen, daß die Toten auch dann unsere Landsleute gewesen wären, wenn sie alle die falsche Weltanschauung gehabt hätten. Ich könnte Ihnen auch sagen, daß Ihre neuangeworbene LKW-Fachkraft keine Parteien, sondern nur noch Deutsche ohne irgendwelche Attribute kannte, und zwar solche, die sich vor und dann recht schnell unter ihm befanden. Ich könnte Ihnen sagen, daß die Fahrerperspektive die einzige ist, die in solchen Angelegenheiten zählt.

Doch bleiben wir auf einem Gebiet, von dem Sie etwas verstehen: mediales Leichenfleddern. Wir benutzen also diese zwölf Toten für unsere Zwecke. Wir leiten Wasser auf die Mühlen unserer Politik, oder versuchen gar nur, Klicks und Auflage für unsere rechtspopulistischen Medien zu erzeugen, indem wir die zermatschten Kadaver durch die braune Gosse ziehen.

Ich weiß, Sie werden uns andere Motive als kalte Berechnung auf die emotionale Manipulierbarkeit der Massen nicht abnehmen.

Sie liegen damit nicht mal so weit daneben. Gewöhnung stumpft ab, und wenn man ihn zum zehnten Mal wiederholt, wird aus dem Aufschrei eine einstudierte Formel. Terror, Mord und Vergewaltigung, womit auch immer Ihre Neudeutschen uns bereichern, die passenden Dankeshymnen fließen uns inzwischen mechanisch in Tastatur.

Auf der anderen Seite entwickeln Menschen, die mit dem Tod auf regelmäßiger Basis verkehren, Notärzte, Soldaten, Bestatter, mit der Zeit einen makaberen Humor. Wenn sie nicht darüber lachen könnten, würden sie richtig durchdrehen.

Bleiben wir in diesem Sinne sachlich. Von Profi zu Profi, von Leichenfledderer zu Leichenfledderer, auch wenn Sie denken mögen, daß wir uns nicht an die Zunftregeln halten. Ich stelle auf Ihrer Seite recht rigide Ansichten darüber fest, welche Toten auf welche Weise und zu welchen Zwecken verwertet werden dürfen. Jeder Mensch trägt für Sie eine Art medialen Organspenderausweis mit sich herum.

Wir hingegen fleddern die Falschen auf die falsche Weise, und vor allem kommen die Schreckensmeldungen, die wir dem noch dampfenden Fleisch entreißen, der falschen Sache zugute. Uns gehört also das Handwerk gelegt, und Ihre Freunde im Innenministerium sind auch schon fleißig dabei. Ich kann das verstehen. Jeder Beruf hat seine Ehre und seine Handwerksregeln.

Sie glauben, daß es ihnen zustünde, diese Regeln festzulegen. Auch dafür habe ich Verständnis. Ich bin ohne weiteres bereit, Ihnen in diesem Handwerk Seniorität zuzugestehen.

Ihre Vorgänger sind damals knochenkauend in dieses Land gekommen. Sie selbst wurden in der Gruft geboren. Sie haben die Opfer – und nicht die Helden – überhaupt erst als nutzbare Ressource politischer Autorität erkannt. Ohne Sie gäbe es das alles nicht. Sie sind diesem Beruf in guten und schlechten Zeiten treu geblieben.

Erinnern Sie sich noch an die mageren Zweitausendnullerjahre? Ging 2001 zwar gut los, aber dann? London und Madrid waren wertlos, immerhin stand die westliche Wertegemeinschaft bereits in Afghanistan und im Irak. Für etwas anderes konnten Sie solche Anschläge nicht brauchen.

Ansonsten gab es nur hin und wieder einen Amoklauf. Mit solchen Opfern konnte man gerade mal die Schützenvereine piesacken und ein Schußwaffenverbot fordern. Doch dann ging es aufwärts, Breivik, NSU (ich weiß, aber die öffentliche Wahrnehmung ist hier alles), all diese wunderbaren Flüchtlingstoten, der kleine Aylan am Strand von Bodrum, die Ertrunkenen, die das Zentrum für politische Schönheit in Berlin verbuddelt hat.

Nur, liebe Kollegen, Sie waren ein bißchen zu erfolgreich. Sie haben den Markt neu definiert, jeder muß heute in Opfern machen. Viele wollten das nicht. Es schien so viel dagegen zu sprechen. Da gab es Leute mit antiquierten Vorstellungen von Totenwürde. Das war noch eine liebenswerte Verrücktheit, so wie die tattrige, vor einem Flurkreuz betende Oma. Dann gab es diejenigen, die an Vernunft oder Verhältnismäßigkeit glaubten. Ich weiß nicht, ob Sie das nachempfinden können, aber ich kann mich der Tragik dieser Leute nicht erwehren.

Die konnten, nein die wollten nicht glauben, daß die Menschen so manipulierbar sind. Sie weigerten sich, hinzunehmen, daß man sie so am besten kriegt, daß man sie nur so kriegt, wenn die Gegenseite es auch so macht. Es ging ihnen gegen die Würde gerade der besten Ideen, wenn ihnen die Dummheit zum Sieg verhilft.

Doch was sollen wir in der Vergangenheit wühlen? Diese Relikte sind heute alle bankrott. Eine Zeitlang hatten Sie dadurch einen Wettbewerbsvorteil, aber inzwischen haben auch Leute wie wir umgelernt. Manchmal erschrecken wir noch, aber das legt sich.

Ganz ehrlich: „Wir“, wir sind diejenigen, die Ihnen all die Jahre auf die Finger geschaut haben, als Sie eine Leiche nach der anderen durch die Öffentlichkeit gezerrt und selbst vor den abgenagtesten Knochen nicht haltgemacht haben. Sie und wir sind uns ähnlicher geworden. Die Zeit Ihres Opfermonopols ist vorbei. So funktionieren Innovationszyklen nun einmal. Fragen Sie die Jungs bei Apple, wie das läuft.

Es grüßt der umgelernte Leichenfledderer die alten Malocher auf dem deutschen Friedhof. Auf ein gutes neues Jahr! Wir werden noch viel Spaß miteinander haben.

Johannes Konstantin Poensgen studiert Politikwissenschaft und Geschichte.

Kommentare (47)

Einar von Vielen
02. Januar 2017 09:33

1a Start ins neue Jahr! Hervorragend. Danke.

Ergänzend: Gefühlt nehme ich wahr, wie die 'Mitte', also die, die eigentlich nur in Ruhe gelassen werden wollen und daher intutiv das Sein mit dem Sollen gleichsetzen, wie Tiere vor dem Erdbeben unsicher werden. Vor Übersprunghandlung und Panik erfolgt dabei zunächst die Rekursion aufs Eingeübte, also das nochmals gesteigerte öffentliche Ablehnungsritual gegen die, die Maßnahmen zur Erdbebenbewältigung anmahnen. Dabei dringt längst nicht mehr die sämige Selbstgefälligkeit durch, stattdessen riecht es allenthalben nach Angst, wodurch ihr Pfeifen noch schriller ertönt.

"Merkel weiß nicht, was Deutschland bedeutet" (N. Fest zur Neujahrsansprache Ms).  Diese längst bekannte Charakterisierung bringt hierzu alles nochmal auf den Punkt, auch im Sinne des obigen Artikels: All die, die jahrzehnte das Grab der europäischen Völker schaufelten, egal ob sie dies bewusst oder unbewusst taten, boten innerlich nicht mehr auf, als das, was zu diesem Schaufeln erforderlich ist. Töten, Abbauen, Vernichten, Beseitigen und Verscharren ist aber kein schöpferischer Akt. Wer darin vollends aufgeht, auch weil er vielleicht nie etwas anderes vermittelt bekommen hat, weiß also nichts vom Leben und dem ihm innewohnenden Willen. Das Leben lässt sich aber nicht so einfach ins Grab stoßen. Wer nun, wie unsere große Fruchtlose, vom Lebenswillen nichts versteht, ist mit der aufkommenden Gegenwehr vor der Grube geistig überfordert. Man hält dann solche Neujahrsansprachen oder kreist in seinen Formeln der Lebensbezichtigung.

Fridolin Wolandt
02. Januar 2017 10:36
Als Liebhaber der dt. Sprache kann man an diesem Artikel seine Freude haben! Inhaltlich möchte ich jedoch ein Fragezeichen setzen. Jemand der die Täter hinter den Tätern beim Namen nennt, die Verantwortlichen zur Verantwortung ziehen will, den Verbrecher einen Verbrecher schimpft, instrumentalisiert?! Nach dieser Logik würde ein Richter, wenn er den Dieb schuldig spricht, den Banküberfall für die Propagierung seiner Sicht von Gerechtigkeit "mißbrauchen". Wir sind die wahe, schöne und gute Rechte und kämpfen für Objektivitäten. Wenn der Feind uns als "Leichenfledderer" bezeichnet, zeigt das v.a. daß er nur in eigenen Kategorien zu denken vermag, die wir darum nicht übernehmen.
Fridolin Wolandt
02. Januar 2017 10:41
Im Gegensatz zur populistischen Linken nennen wir Verbrecher Verbrecher, weil sie Verbrecher sind - nicht um die nächste Wahl zu gewinnen.
Caroline Sommerfeld
02. Januar 2017 11:18

Von einem Alt-68er (diesmal nicht H), habe ich gelernt, daß sie etwas gelernt haben: die Denkfigur "das ist Wasser auf die Mühlen des Gegners, also denken wir es bitte nicht" liegt ihnen seit ihrer Maobegeisterung (und den damit in Kauf genommenen Kollateralschäden) ganz schwer im Magen.

Auch Satire geht von Gedankenfiguren aus, Ihre von der Idee, auch die Rechte "instrumentalisiert" Opfer, hat sie ja von der Linken gut gelernt, gut, können wir jetzt auch, let's fetz!

Sollten wir aber nicht können, allein den Gedanken, daß die Rechte die deutschen Opfer für ihre Zwecke benutze, müssen wir abwehren. Die gesamte Kollateralschäden-Denkweise ist ein genuin utopisches Muster: am Weg in die vorgestellte Zukunft passieren halt am Wegesrand immer mal wieder unschöne Szenen, aber das Ziel rückt näher.

 

[Kommentar: Die Kollateralschäden-Denkweise ist kein utopisches, sondern ein politisches Muster. Es geht nie ohne Verluste und ab einer gewissen Größenordnung noch nicht einmal ohne unbeteiligte Opfer, also Kollateralschäden im eigentlichen Sinne ab.

Was die Alt-68er anbelangt: Diese sind von der Kollateralschäden-Denkweise zur Nicht- Wahrnehmung und inneren Verleugnung der Kollateralschäden übergegangen. Das ist letztlich eine Art des seelischen Zusammenbruchs. Man hält es nicht mehr aus. Nicht zuletzt, weil man seit dem Abklingen der Maobegeisterung an gar nichts mehr glaubt.

Was die Instrumentalisierung anbelangt: Selbstverständlich instrumentalisieren wir die Toten vom Breitscheidplatz. Wir setzen sie an die Stelle all des Ungesehenen, schwer Vermittelbaren, welches uns doch weit mehr besorgt, als der Terrorismus, dessen Opferzahlen tatsächlich (noch?) in jeder Statistik verschwinden. Der Grund dafür ist das Missverhältnis, in dem mediale Erregbarkeit meist zur tatsächlichen Bedeutung eines Ereignisses oder Sachverhalts steht. Ohne die Ausnutzung dieser Affekte geht es aber nicht. Sich darüber selbst zu belügen, das ist der Punkt an dem Propaganda wirklich gefährlich wird. Johannes Konstantin Poensgen]

 

Carlos Wefers Verástegui
02. Januar 2017 11:28

Wir sind an einen Punkt angelangt, wo die "öffentliche Bestürzung", die dazu führt, dass Bürger zu Klageweibern und blökenden Schafen mutieren, sich mit der höchstbehördlichen Aufforderung trifft, bloss nicht den Sheriff zu spielen und dem lieben Staat doch sein legitimes Gewaltmonopol zu lassen. Ich verstehe darunter: "Nachdem du dich ordentlich ausgegeult hast, mach weiter, so, als ob nichts geschehen wäre. Und wenn eines Tages DU dran sein solltest - das Leben muss weitergehen." Wenn es überhaupt noch eine Hoffnung gibt, so ist es die auf die Dialektik der Gewalt, wenn ich den revolutionären Syndikalisten Sorel, aber auchden spanischen Traditionalisten Juan Vázquez de Mella, recht verstehe.

Carlos Wefers Verástegui
02. Januar 2017 12:06

Gerade in Merkels Neujahrsansprache gelesen: "Indem wir inserem Leben und unserer Arbeit nachgehen, sagen wir den Terroristen: Sie sind Mörder voller Hass, aber wie wie leben und leben wollen, das bestimmen nicht Sie. Wir sind frei, mitmenschlich, offen." - trifft sich haargenau mit meiner obigen Darstellung.

Winston Smith 78700
02. Januar 2017 12:19

Um abzustumpfen brauchte es aber keine Gewöhnung an Fakten, es genügte rationale Vorausschau, basierend auf Erfahrung und Geschichtswissen, anthropologischen Gesetzmäßigkeiten, gesundem Menschenverstand. Bei mir und vielleicht noch manch anderem jener tragischen Spinner mit der "Vernunft oder Verhältnismäßigkeit", die nicht glauben wollte, "daß die Menschen so manipulierbar sind", lag dies einem Entsetzen zugrunde, welches bereits ca. eineinhalb Jahre vorher einsetzte - und andauerte und kein Ventil fand. Man hat das doch alles kommen sehen, mit der Folgerichtigkeit eines Uhrwerks. Dies möchte ich der Fairness gegenüber den vermeintlich ach so schnell Abgestumpften halber angemerkt haben. So schnell und leichtfertig, wie die Oberen uns das bald ankreiden wollen, verrohen wir nämlich nicht, da steckt schon langewährende mentale Folter drin.

Distelfink
02. Januar 2017 13:12

Selbstverständlich müssen wir der Opfer gedenken und den Angehörigen unsere Anteilnahme zeigen, auch wenn uns "Instrumentalisierung" unterstellt wird.

Das gehört sich so.

Das bedeutet aber nicht, daß das Gedenken ostentativ als Teil der politischen Auseinandersetzung stattfindet. Dies wäre ein Zeichen von Schwäche.

df

Kasi
02. Januar 2017 14:21

Wau! Der Text ist echt Rock n' Roll! Da haut einer den Yüxels, Bettnarzens und wie die alle heißen, mal mit Anlauf auf die Fresse! Großartig!

ef
02. Januar 2017 15:08

Und wie sie den ertrunkenen kleinen Abdullah von Kantelberg seinerzeit durch die Presse geschleift hatten, um Sebnitz als "Nazi" zu diskreditieren, und wie sie haßerfüllt wegen des langersehnten ersten „Pegida-Toten“  Khaled Idris Bahray bei einer Trauerparade abhotteten ... aber kein Kult ohne Helden, wie etwa Hakrenkreuz-Rebecca aus Mittweida, die ein kleines Kind vor den NSDAP-Bomberpiloten rettete, oder Nachtwächter Mannichl aus Passau, der den braunen Lebkuchenmörder derart in die Flucht schlug, auf daß der nimmer wieder gesehen ward. ... Eine Epoche voller Ungeheuer und Teufelsaustreiber war das!

Wenn man das Handwerkszeug jener kopiert, die sich stets erfolgreich als "Demokraten" inszenier(t)en, nun, dann kann man selbst ebenfalls nur ein lupenreiner Demokrat sein.

Kleiner Korrekturvorschlag im Text: "Sie habt den Markt ..."

Siddharta
02. Januar 2017 15:14

Aber rechnet sich die "Leichenfledderei" überhaupt. Die Wahrscheinlichkeit Opfer der Terrorlotterie zu werden, ist eher gering. Insofern spielen die Medien dieses Leid und die damit verbundene Furcht hoch. Ich empfinde angesichts der Flut eher eine ausgesprochen irrationale Angst. Es ist die Angst, eines Tages der letzte Deutsche auf dem Schulhof zu sein. Dabei liegt mein Schulabschluss nun 33 Jahre zurück. Manche sagen, dass es diesen "letzten Deutschen" auf dem Schulhof niemals geben wird, weil der aussichtslose Rest schon viel früher zur neuen Majorität überläuft. Ich meine es kann ihn doch geben. Manchmal muss die Unterwerfung auf einer übergeordneten Ebene erfolgen und das kann dauern.

Fernmelder
02. Januar 2017 15:23

Meine Gratulationzu diesen Text. Sehr gut. Die Angriffsformation ist in Stellung gegangen.

Hajo Blaschke
02. Januar 2017 15:39

Haben wir eigentlich festgestellt, dass immer von 12 Terroropfern in Berlin die Rede ist. Es sind aber dreizehn. Und wer das Begräbnis von Lukas Urban gesehen hat, weiß wie ein Land Terroropfer würdigt. Und haben wir festgestellt, dass kein einziges der übrigen 12 Terroropfer in Deutschland namentlich genannt wurde. Auch damit instrumentalisieren die Totengräber Deutschlands die Terroropfer.

Siddharta
02. Januar 2017 17:20

Die Wahrscheinlichkeit, einem Terroranschlag zum Opfer zu fallen, ist gering, die Wahrscheinlichkeit, sich in eine Lage zu verstricken, welche einen lähmt, sehr hoch.

Fredy
02. Januar 2017 18:17

Sezession mit feinem Witz und Lockerheit. Dazu klonovskiesk formuliert. Weitermachen. Ohne Meldung.

Dietrich Stahl
02. Januar 2017 18:19

@ Hajo Blaschke

„Und haben wir festgestellt, dass kein einziges der übrigen 12 Terroropfer in Deutschland namentlich genannt wurde.“

Über die Todesopfer und die Verletzten gibt es so gut wie keine Informationen. - Mmh.

Ich war dabei vor dem Kanzleramt am Tag danach. Es war eine würdige Mahnwache. Inzwischen habe ich die „Fakenews“ recherchiert. Mit anderen Worten sind mir jetzt die „Verschwörungstheorien“, die der offiziellen Version der Ereignisse entgegenstehen, bekannt. Es gibt allzuviele Fragezeichen.

Wäre ich mit meinem heutigen Kenntnisstand auch vor dem Kanzleramt getanden? Vermutlich nicht. Nur aus taktischen Gründen eine solche Veranstaltung durchzuziehen, halte ich für falsch. Deswegen, geschätzter Herr Poensgen, ist Ihr Text für mich nur noch Makulatur.

Solution
02. Januar 2017 18:33

Bei Herrn Poensgen ist alleine schon seine Sprache erfrischend. Sie ist ehrlich, klar und bisweilen provokativ. Der Inhalt ist überzeugend. Er zeigt: Unsere Sprache ist, geschliffen wie ein scharfes Schwert, eine gute Waffe für den geistigen Angriff.

Der_Jürgen
02. Januar 2017 18:35

Klasse Text, Herr Poensgen. Ich ahnte schon nach Ihrem ersten Beitrag hier, dass Sie eine grosse Bereichung für Sezession darstellen werden, und habe seither bei der Blauen Narzisse das eine oder andere von Ihnen gelesen, ebenfalls mit Zustimmung.

@Hajo Blaschke

Eigenartig, dass Sie der Einzige sind, der auf einen seltsamen Tatbestand hinweist. So sehr ich mich auch bemühte, ich fand im Internet keine Liste mit den Namen der zwölf überfahrenen Opfer. Ich fand nur Hinweise darauf, dass unter diesen je ein Bürger Italiens und Israels ist.

Schon relativ bald nach den Terrorakten vom 11. September wurden Listen der Opfer publiziert. Dass diese real sind, ist kaum zu bezweifeln und hat mit der Frage nach den wahren Urhebern der Anschläge nichts zu tun. Wie kommt es da, dass man im Fall Berlin, wo nicht über 3000, sondern 13 Menschen ermordet wurden, bisher nur gerade den Namen des polnischen Fahrers kennt? WOHER WISSEN WIR ÜBERHAUPT, DASS ES 13 TOTE GAB? Der Fall ist sehr rätselhaft, besonders wenn man bedenkt, dass die Geschichte mit dem Mobiltelefon, das der Täter angeblich im Lastwagen zurückliess, bei dessen erster Durchsuchung "übersehen" worden sein soll, offenkundig für die ganz Dummen gedacht ist.  

Gustav Grambauer, übernehmen Sie!

H. M. Richter
02. Januar 2017 19:02

Dank an JKP

Erfreulich souverän.

@ Hajo Blaschke

Ja, der Umgang mit den Terroropfern seitens der Bundesregierung , den öffentlich-rechtlichen sowie anderen Medien ist ein Skandal, der zum Himmel schreit. Die Verweigerung des Besuchs der Schwerverletzten geradezu eine Ohrfeige für die Betroffenen und ihre Angehörigen.

Daß, soweit ich sehen kann, die Alternative für Deutschland dies nicht zur massenwirksamen Anklage bringt, verwundert und ist bedauerlich.

Deutschland hat, um den Toten die Ehre erweisen zu können, ein Recht darauf, zu wissen, wer ermordet wurde. Gleiches gilt für die Verwundeten.

rautenklause
02. Januar 2017 21:38

Auf dem Löwenblog findet man folgende Namen:

Lukasz Urban (37), aus Polen.
Fabrizia di Lorenzo (31), aus Italien.
Dalia Elyakim (60), aus Israel.
Nada Cizmarova (34), aus Tschechien.

Ein Ukrainer aus dem IT-Bereich, der deswegen bekannt ist, weil die deutsche Regierung seinen Hinterbliebenen 10.000 Euro Kompensation überweist; über den ich aber nicht mehr sagen kann, da die Deutsche Welle meine Kleinrussischkenntnisse überdehnt.

http://www.marcogallina.de/2016/12/28/deutsche-moral-und-die-toten-von-berlin/

Stein
02. Januar 2017 21:40

@ Dietrich Stahl

Sie sollten ihre Gedanken schon ausformulieren. Mit Ihren mehr als vagen Andeutungen kann wohl außer Ihnen niemand etwas anfangen.

Clara
02. Januar 2017 21:44

Herr Richter,

ein Recht darauf, zu wissen wer ermordet wurde? Nein, das haben wir nicht. Den Opfern und ihren Angehörigen die gebührende Anteilnahme und Ehre erweisen kann man auch, wenn man die Namen nicht weiß. Das wissen Sie eigentlich, wenn Sie auch nur einmal in Ihrem Leben vor einem Gefallenen-Denkmal standen.

Und müssen wir uns in amerikanischer Schwülstigkeit ergehen, die Familien der geheuchelten medialen Anteilnahme und der Anteilnahme von Fremden aussetzen nur damit wir sicher gehen können, daß wir uns aus den richtigen Gründen empören?

Und bevor hier Verschwörungstheorien gesponnen werden: das Jahr 2017 bietet genug Arbeit; das Philosophieren über sowas ist Zeitverschwendung.

Ulrich Sumser
02. Januar 2017 22:38

Es tut mir Leid, aber diesen Sermon ertrage ich nicht. Wer die neue Rechte unterstützen will, sollte sich tunlich von dieser Veit Harlan-Scheiße befreien. Dieses Jud-Süß-Gesülze und dieses Kristina-Söderbaum-Drama passen nicht zu einer fortschrittlichen Rechten. - Die neue Rechte hat sich von dem Kasernenton ebenso befreit, wie von dem donnernden Dramaton der vergewaltigten Unschuld. Und das ist auch gut so. - Die neue Rechte ist europäisch und sucht den Schulterschluss zu anderen Ländern. Sie ist nicht chauvinistisch sondern pronational. Der verlogene Ton eines Veit Harlan oder einer geschändeten Jungfrau sind albern und degoutant - also ekelhaft. Wer heute national denkt, sitzt auch mit Einwanderen an einem Tisch und diskutiert. Er wird als National-Deutscher den Staat gemeinsam mit denen retten, die für einen starken Staat sind. Das können auch Einwanderer der zweiten und dritten Generation sein, so wie das erste deutsche Reich bis nach Sizilien reichte. - Keine Macht den Selbstmörder-Rechten, die nicht kappieren, dass ein Nationalstaat aus verschiedenen Völkern besteht. 

Hartwig aus LG8
02. Januar 2017 22:46

Noch mehr Pfeffer, Herr Poensgen! Was SiN und der Rechten weithin fehlt, sind Polemiker.

Hin und wieder ein wenig Polemik von Ellen Kositza, seltenst von Kubitschek, L.Meyer ebenfalls selten. Schmidt und Wiesberg gar nicht. Lehnert und Kaiser kaum. Wegner manchmal. Am ehesten natürlich Lichtmesz! Aber so ein richtig scharfer Polemiker?  @Raskolnikow, als Kommentator.

Und sonst? Ohne Frage, Klonovsky. Dem steht aber seine Stilistik im Wege.

Also, nur Mut!

 

 

Dietrich Stahl
02. Januar 2017 22:55

@ Stein

„Sie sollten ihre Gedanken schon ausformulieren. Mit Ihren mehr als vagen Andeutungen kann wohl außer Ihnen niemand etwas anfangen.“

Sicherlich meinen Sie mit vage diese Passage meiner ersten Wortmeldung:

[…] sind mir jetzt die „Verschwörungstheorien“, die der offiziellen Version der Ereignisse entgegenstehen, bekannt. Es gibt allzuviele Fragezeichen.

Den Grund für meine Zurückhaltung finden sich im letzten Satz von @ Clara:

„Und bevor hier Verschwörungstheorien gesponnen werden: das Jahr 2017 bietet genug Arbeit; das Philosophieren über sowas ist Zeitverschwendung.“

Ich vermute, @ Clara gibt die Meinung der Mehrzahl der Foristen wieder. Das macht es für mich schwierig, „auszuformulieren“. Ich versuche es. Gerhard Wisnewski hat Jahrzehnte für die MSM gearbeitet. Ich habe den Eindruck, das gilt hier immer noch als Zeichen von Seriösität. Wisnewski ist ein seriöser und integrer Journalist, das ist nicht der Punkt. Irritierend für mich ist das im Satz zuvor Gesagte. Wie auch immer, Wisnewski hat am 22.12. ein Yotubevideo gemacht, in dem es um Wahrheit oder Lüge geht. In dem Video werden einige Fakten angesprochen, die die offizielle Version als sehr fragwürdig zeigen: An dem Lkw gibt es keine Blut- und andere Spuren eines Unfalles mit Toten und Schwerverletzten, Rettungssanitäter bringen keine Opfer in die Notarztwagen und noch einige andere bedeutsame Details.

Es braucht nicht viel Zeit, um bei Youtube Videos zu finden, die eine Vielzahl von weiteren Fragezeichen setzen. Zusammenfassung:

- Unmittelbar nach der Tat gibt es keinerlei Spuren der Opfer am LKW.

- Ein israelischer Terrorexperte ist zur Tatzeit vor Ort.

- Der pakistanische Täter wird von einem Zeugen verfolgt und von der Polizei verhaftet.

- Dann war er es plötzlich doch nicht und wird freigelassen.

- 40 Stunden nach der Tat werden Ausweispapiere des „Täters“ gefunden.

- Nach erneuter Durchsuchung des LKW findet man plötzlich das Handy des Täters.

- Es gibt so gut wie keine Informationen über die Opfer.

- Im Vorfeld liefern die Sicherheitsbehörden ein Bild grober Unfähigkeit.

- Die Videoaufnahmen der 15.000 Berliner Überwachungskameras, die die Fahrt des LKW  und Fahrer/Beifahrer dokumentieren [würden], stehen der Polizei nicht zur Verfügung.

„Der Stahl ist ein Verschwörungstheoretiker!“ Bin ich nicht. Jedenfalls nicht in dem diffamierenden Sinne, in dem so ein Ausruf wohl gemacht wird. „Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde …“ Das gilt für alle Bereiche menschlichen Ausdrucks. Ich schließe mich @ Der_Jürgen an:

„Gustav Grambauer, übernehmen Sie!“

Paule
03. Januar 2017 03:21

@Clara 02. Januar 2017 21:44

Wer den Krieg verlieren will, muss die Gefallenen und die Helden verschwinden lassen und die Existenz des Feindes leugnen.~Der Text ist gut, alleine es bleiben Fragen.~

Leichenfledderei begeht man aus tiefster Not oder weil einem die Menschen, die zu Leichen werden, egal sind oder weil man es kann? Kommt vor dem fleddern nicht erst das Töten? Töten und Leichenfledderei - tun das nicht Terroristen? Sind Leichen fleddernde Eliten, Journalisten oder Politiker Terroristen? Lassen diese Eliten, Journalisten oder Politiker auch töten oder tun sie es selber? Sind Wir, die das Eigene erhalten und schützen wollen in tiefster Not oder sind wir auch Terroristen? Das Eigene schützen und erhalten, heißt die Gefallenen und die Helden achten und ehren. Auch die Fremden? Ist nicht das der Unterschied zwischen Uns und allen den Leichenfledderern?

calculus
03. Januar 2017 06:37

@Der_Jürgen: [Die] offenkundig für die ganz Dummen gedacht [ist.]

Sicher kennen Sie auch das einschlägige Video von Gerhard Wisnewski (ansonsten einfach zu finden über die Eingabe der Begriffe "Wisnewski Attentat Berlin" in die Suchzeile von "youtube.de".)

Wie im Vorgängerdiskussionsstrang bereits dargelegt, irritiert mich ohnehin der nonchalante Umgang der "neuen"/"alternativen" Rechten mit den allseits bekannten Ammenmärchen zur Erklärung von sogenannten Terroranschlägen, insbesondere zu 9/11. Viele passen einfach viel zu gut in das Narrativ, etwa auch das (inzwischen fast vergessene) Attentat zum "Boston Marathon".

Stil-Blüte
03. Januar 2017 08:59

@ Clara

Eine namenlose Leere umgibt die 12 Toten (Nicht umsonst heißt es im Deutschen 'namenloses Unglück'. Nachrufe der Angehörigen? Anklagen der Angehörigen?  Hat denn, außer den o.g. vier Ausländern, niemand die Toten gekannt? Ich habe von ihnen weder was gehört noch gelesen. Sind die Toten ein Staatsgeheimnis? Alle persönlichen Trauerrituale scheinen außer Kraft gesetzt zu sein. Eine jahrtausendealte Begräbniskultur wird hintergangen. Dieses tödliche Schweigen - das ängstigt Sie nicht? Ist dieses Verschweigen wirklich nur Rücksicht? Diese Schweigespirale, in die so viele Menschen involviert sind!  (Und übrigens - auf den Gefallenen-Denkmälern kann ich noch nach 100 Jahren, sofern sie nicht geschändet wurden, die Namen der Gefallenen lesen. 

Rüdiger
03. Januar 2017 10:29

Was bedeutet eigentlich der Instrumentalisierungsvorwurf? Nüchtern betrachtet,
- sieht der Instrumentalisierer ein Problem, oft gar ein tödliches,
- benennt es als solches,
- gibt diesem Problem ein besonders hohes Gewicht,
- schlägt Lösungen vor
- und stellt diese Lösung in den Kontext eines größeren politischen Programms.

Natürlich machen das alle. Und nichts könnte normaler sein in einem normalen politischen Diskursumfeld. Leider befinden wir uns nicht in einem solchen.

Es ist doch ganz normal: wenn es ein Problem gibt, dann ist das meinetwegen "Wasser auf die Mühlen" für denjenigen, der eine Lösung dieses Problems vorschlägt.  Man kann behaupten, daß er dabei einen besonderen Eifer empfinde oder gar eine klammheimliche Freude am Problem habe: das würde ihn persönlich in ein moralisch fragwürdiges Licht stellen, es spielt aber in Hinsicht auf die Qualität der vorgeschlagenen Problemlösung überhaupt keine Rolle. Und nur darum geht es: ist die vorgeschlagene Lösung eine gute Lösung?

Der Begriff Instrumentalisierung enthält den Vorwurf der Unehrlichkeit: das konkrete Problem würde nur "mißbraucht", um Ziele zu verbreiten, die viel weitreichender oder gefährlicher seien als es dem konkreten Problem angemessen ist. 

Dem ist der Vorwurf einer Dämonisierung entgegenzuhalten: indem man schon die höhere Wertung, ja allein schon das Ansprechen von bestimmten Problemen - wie z.B. der Ausländerkriminalität, der Kosten der Masseneinwanderung oder der Zersetzung unserer deutschen Identität - in kaum verhohlene Verbindung mit dem Dunklen aus Braunau bringt, wird der Diskurs verzerrt. Statt die Vor- und Nachteile der vorgeschlagenen Problemlösungen zu diskutieren, ergeht man sich in Moralisierungen und unbeweisbaren Unterstellungen.  

Wenn nur die Gegenseite sich so aufführen würde, wäre es ja noch  auszuhalten - mit Bauchschmerzen, man wünscht sich natürlich eine problem- und lösungsorientierte Diskussion. Aber es ist auch die offizielle, staatliche Sicht der Dinge. Der jährliche Verfassungsschutzbericht spricht dieselbe Sprache des raunenden Unterstellens. Statt konkreter Belege über Umsturzplanungen durch extreme Gruppen findet man Berichte über Parteien und politische Gruppen, die sich nur demokratisch geben, vordergründig dem Grundgesetz zustimmen,  usw. Was sie hintergründig aber wirklich vertreten, wird nicht belegt.

AlbertZ
03. Januar 2017 11:25

Ein guter Artikel über die mediale Leichenfledderei mit viel Witz und Ironie.

Allein - er geht am Kern der Sache vorbei - meine Stimmung ist eine andere.

Ich stehe auf dem medialen Friedhof vor dem medialen Massengrab der anonymen Terroropfer.

Es liegen überwiegend Deutsche in dem Grab.

In drei Kilometer Entfernung feiert die politisch-mediale Totengesellschaft eine rauschende Integrationsparty.

Keine Musik spielt.

Es ist Stille.

t.gygax
03. Januar 2017 13:13

@ulrich sumser

Mit Verlaub, Herr Sumser, ich wage Ihnen zu widersprechen: Harlan war ein Regisseur von Format; ich habe mir kürzlich "Opfergang" und "Immensee" , beides übrigens Literaturverfilmungen, angeschaut. Kameraführung, Dialoge, Plot, Nebenfiguren--alles vom Feinsten, hervorragend inszeniert. Vergleichen Sie damit heutige Unterhaltungsfilme ( denn das waren damals Filme für das breite Publikum, nicht für die Intellektuellenszene), dann erschauert man ob des unterirdischen Niveaugefälles.....

Das schreibt übrigens jemand, der mit Ingmar Bergman, Claude Chabrol, Michelangelo Antonioni, Agnes Varda und leider auch Rainer Werner Fassbinder sozialisiert wurde.......also ein bißchen was verstehe ich schon davon.

Stil-Blüte
03. Januar 2017 13:44

@ Ulrich Sumser

Recht so, der Kasernenton ist verklungen. Aber der verschärfte Ton nicht, den Sie hier anschlagen. Und was die drei Namen betrifft, sage ich nur: Thema verfehlt! Ich habe keinen Beitrag gelesen, der es nötig machte, mit diesen Details aufzuwarten. 

@ Clara

Ihre Meinung lässt mir ebensowenig Ruhe wie die  die doppelte Auslöschung der Todesopfer, einmal real und einmal symbolisch. So schnell wollen Sie zur Tagessordnung 2017 übergehen. Sogar die Sozis haben Kraft für ihren Kampf aus dem Motto 'Vorwärts und  n i c h t   v e r g e s s e n   , worin unsere Stärke besteht...'. Auch reicht meine Vorstellungskraft so weit, daß es den Hinterbliebenen sicher neben den professionellen Betreuung von Psychologen ein großer Trost wäre, würden ihnen viele unbekannte Menschen kondolieren. Im letzten Jahr sind viele Berühmtheiten gestorben und im Netz haben viele 'R.i.p', obwohl man die meisten nicht persönlich kannte.  Warum nicht für diese Opfer? Sind sie denn Tiere, die namenlos bleiben, weil ihr Schicksal ist, daß sie zur Schlachtbank  geführt werden? Sollen diese Terroropfer umsonst gewesen sein? Wenn der Staatsapparat gewollt hätte, hätte er wenigstens die Vornamen mit Initialien angeben können. Nein, er wollte nicht. Sie sollen vergessen sein und damit verdammt sein.

Petersdom
03. Januar 2017 13:54

@ t.gygax

Ich schließe mich Ihren Worten an. 

Obendrein: Ich mag die ätzende, provokante, drohende Art und Weise von Ulrich Sumser nicht. Soll das hier eine neue Qualität sein? Für mich - unerwünscht.    

Hajo Blaschke
03. Januar 2017 14:27

@Clara Die Gefallenendenkmäler, die ich kenne, listen alle Namen der bekannten Gefallenen auf. Auch Denkmäler für Opfer von Massenmorden tun das, siehe Jad Vashem. Nur die Namen von bei Massakern Ermordeten, die man nicht kennt oder kennen will oder wenn man namentliche Trauer verhindern will, listet man nicht auf. So z.B. bei den Massengräbern der Deutschen, die nach 1945 bestialisch vertrieben wurden. Auch hier liegt der Grund darin, dass man eine personifizierte Trauer verhindern will.

Clara
03. Januar 2017 19:22

@Stilblüte

Ich lasse mich äußerst selten zu Forenkommentaren hinreißen, und diese Situation ist mir wieder mal eine Lehre, aber ich möchte mir dennoch noch die Zeit nehmen, um Sie zu beruhigen:

Ich gehe mitnichten zur Tagesordnung über. Mein Kommentar gestern entstand aus einem sehr emotionalen und persönlichen Impuls heruas, und meine Argumentation ist vielleicht auch zu emotional.

Also: ich habe Familie und Freunde in Berlin, und aus dieser persönlichen Verbindung heraus:

Wäre einer meiner in Berlin lebenden Angehörigen oder Freunde umgekommen, wäre es schlimm für mich gewesen, wenn mir wildfremde Menschen auf einer Mahnwache Schilder mit ihren Namen hochgehalten hätten, oder jeder Idiot im Netz "r.i.p" tippt und anschließend bei amazon oder ebay seine Weihnachtseinkäufe tätigt. Es wäre in meinen Augen Anmaßung gewesen. Eine Mahnwache wie die vor dem Kanzleramt hätte mir mehr bedeutet als jeder feuchte Händedruck von Fremden oder Bekannten. Nach einer Zeit, in der ich in Stille und Ruhe Abschied genommen hätte, wäre ich dann an die Öffentlichkeit gegangen und wahrscheinlich auf die Barrikaden.  Aber: es sollte den Angehörigen überlassen werden, wie sie damit umgehen.

Ich stehe vor einem Denkmal mit langer Namenstafel nicht weniger andächtig als vor dem Grabmal des Unbekannten Soldaten, und wenn nun Einprozent oder eine andere Initiative oder gar der Staat eine Gedenktafel (mit Namen oder ohne) am Breitscheidplatz aufstellen läßt, bin ich unter den Ersten, die dafür spendet und beim nächsten Berlinbesuch einen Kranz niederlegt, aber das es jetzt keine kitschigen Installationen mit den Namen oder Talkshowrunden mit "tief betroffenen" "Freunden von" gibt, dafür bin ich fast ein bißchen dankbar - denn das wäre keine Anteilnahme, sondern Instrumentalisierung. Wenn, und daß ist ein großes Wenn, wenn nun aber das Schweigen staatlich verordnet und von den Angehörigen nicht gewollt ist, ist das natürlich ein Skandal, wenn auch kein überraschender. In anderen Nationen wird von Kriegsopfern (was die 12 bzw 13 Toten faktisch sind) anders Abschied genommen, und man kann bestimmt darüber diskutieren, ob das in diesem Fall hätte passieren sollen oder nicht.

Eine öffentliche Trauerbekundung ist vermutlich für viele ein Bedürfnis, um selber mit der Situation und der Furcht umgehen zu können, und es hilft vielleicht, eine Kerze anzuzünden und dabei einen Namen nennen zu können, aber ein Recht darauf, - dabei bleibe ich - haben wir nicht, wenn wir nicht ganz persönlich betroffen sind - aber das ist vielleicht nur meine Meinung.

Jetzt wurde es doch ein bißchen mehr -aber ich hoffe, ich konnte mich verständlich machen, und verbliebe Ihnen nicht als herzlos in Erinnerung und Sie können meinen Gedankengang nachvollziehen und vielleicht sogar verstehen.

Hajo Blaschke
03. Januar 2017 22:24

@Clara Um das, was Sie hier so wortreich beschreiben, geht es doch überhaupt nicht. Es geht darum, dass die Merkelclique in höchstem Maße für die Ermordung dieser 13 Menschen und für die Verletzung weiterer 55 Menschen verantwortlich ist. Und bei solchen Verbrechen gehört es einfach dazu, dass die Opfer namentlich genannt werden. Genau so wie die Mörder benannt werden müssen.

Kaliyuga
03. Januar 2017 22:56

Die letzten Tage im Gespräch mit einem altgewordenen Nachbarn, dieser im ehernen Urberuf des Schmids einst kraftvoll an der Esse (Muskeln und Dynamik ohne Fitnessstudio und Tabletten), und seiner ehrenwerten Gattin.

Erkenntnis: Das „Dampfen“ ist zum Glück nicht mehr nur in überfahrenem Fleisch anzutreffen. Wiederholt einfallender Terror bringt das Denken im vermeintlich „einfachen“ Volk, das Kinder gezeugt hat und über keine Diplome und Promotionen verfügt, aus dem Enkel und bald schon Urenkel hervorgehen werden, ins Gären. Diese gesund und hell, im Handwerk, Gebliebenen schießen zielgenau dagegen, daß ihnen ihre kernig-differenzierende Sprache nun politisch-korrekt madig gemacht wird.

Überraschend: Noch bevor das Gespräch auf Houellebecqs „Unterwerfung“ fällt, argumentiert das in früheren Jahren versuchsweise emanzipierte (von was, worauf zu?) Weib des Schmids nun auf solidem, das je Eigene der Geschlechter erkennenden Grund.

Gustav
04. Januar 2017 09:08

@ Ulrich Sumser

"Keine Macht den Selbstmörder-Rechten, die nicht kappieren, dass ein Nationalstaat aus verschiedenen Völkern besteht. "

 

Das wahre mentale Virus, das heute den weißen Westen tötet, ist dieses Konstrukt der Nach-Aufklärung, das wir die Willensnation oder die Staatsnation nennen.

Die USA und Frankreich sind die beiden Länder des Westens, die historisch am meisten für die Entwicklung und Verbreitung dieser Doktrin verantwortlich sind. Es passt ins Bild, dass genau diese selben Länder gegenwärtig in ihrem demographischen Niedergang am weitesten vorangeschritten sind. Das Konzept der Willensnation legt fest, dass jedes einzelne Land, oder zumindest jedes einzelne Land des Westens, nichts anderes als ein zufälliger Ort auf der Landkarte ist, eine leere Schüssel, die nur dazu da ist, von der ganzen Welt als Ort des Erwerbs von Gütern und der Wahrnehmung von Menschenrechten genutzt zu werden.

Es ist ein geisteskranker ideologischer Schönheitswettbewerb um die Frage im Gange, wie man am besten das Gebäude des weißen Westens abreißt.

Verrat in einem Nationalstaat bedeutete vormals Disloyalität gegenüber dem Erbe, der Freiheit und dem Weiterbestehen der besonderen Nation oder Ethnie, die traditionellerweise das Territorium des Landes bewohnt hat. Verrat in einem Ideologiestaat oder einer Willensnation bedeutet Disloyalität gegenüber den vom Staat behaupteten Idealen.

Jede wirkliche Nation ist ein Land mit Menschen gemeinsamer Abstammung. Die einzigen Nationen, die behaupten, sie definierten sich durch Glaubenssätze sind – wenn ich es mir recht überlege – totalitäre Staaten. Die Sowjetunion, ein Abkömmling der Französischen Revolution im 20. Jahrhundert, war in der Tat eine Glaubensnation und sie hat überhaupt nur so lange überlebt, weil sie auf dem gleichen Terror wie dem in Frankreich basierte. Wenn das gemeinsame Blut versiegt und die Zivilisation, die darauf gründet, verdorrt, ist der Staat alles, was übrigbleibt.

Die einzige Art, den gesunden Verstand in unseren Ländern wiederherzustellen, ist, die Auffassung wiederherzustellen, dass ein Land die Heimat einer Nation eng verwandter Menschen mit einem gemeinsamen Erbe ist.

Meier Pirmin
04. Januar 2017 10:39

@Gustav. Im Hinblick auf die Willensnation fehlt es Ihnen an begriffsgeschichtlichem und staatstheoretischem Grundwissen. Die älteste Willensnation ist nun mal die mehrsprachige und gemischkonfessionelle Schweiz, der man absolut freiwillig beitritt und aus der man, im Gegensatz zu Bayern betr. Bundesrepublik, auch wieder austreten kann. Schaffhausen trat 1502 ein, weil es der Stadtstaat "hilflich" fand, in diesem Bund zu sein, auch aus steuerlichen Gründen und wegen der kleinräumlichen Selbstbestimmung, vgl. die Freiheitsbewegung noch im Hotzenwald im Schwarzwald über Jahrhunderte, die sich jedoch nicht der Schweiz anschloss. Vorarlberg wollten wir 1920 ("Kanton übrig")  ausdrücklich nicht, Genf empfand sich seit 500 Jahren als schweizerisch, wurde aber bis 1815 von den Landorten abgelehnt. Konstanz war ebenfalls unerwünscht, weil eine Stadt und "zu schwäbisch" usw. Chiavenna und Bormio wurde von Napoleon weggenommen. Wie auch immer, Willensnation bedeutet bewussten Eintritt und möglichen Wiederaustritt, was die Schweiz jedoch gegenwärtig mit der Nichtumsetzung der Masseneinwanderungsinitiative und verfehlten Erleichterungen bei den Einbürgerungen sukzessive kaputtzumachen droht. Hier gibt es tatsächlich noch viel zu tun, so dass ich mich zum Beispiel weniger in deutsche Angelegenheiten "einmischen" muss, wiewohl es dabei bleibt, dass Deutschland gegenwärtig das Schicksal Kontinentaleuropas kristallisiert und es wichtig ist, dass Sie vernünftig politisieren. Würde eine "Willensnation" die Ansprüche an ihre mündigen Bürger stellen, die nötig sind, einschliesslich der Freiheitsrechts und Selbstbestimmungsrechte, wäre dies durchaus eine Wohltat und eine echte Freiheitsgewährleistung. Möglicherweise wäre auch eine Unabhängigkeit Bayerns zum Beispiel eine grossartige Absage an ein verirrtes Multikulti-Deutschland. Auch das alte vielvölkische Österreich, an dem viel Gutes war, war nicht ein beliebiges Multikultisystem, lebte zum Teil von der Ablehnung des Islam. Natürlich ist der völkische Nationalismus eine ideologische Verirrung, selbst wenn er derzeit sich als ein Rezept gegen Multikulti gibt. Auch hier ist wohl langfristig eine Scheidung der Geister notwendig. Es muss sodann mit aller Deutlichkeit gesagt werden, , dass es hochpatriotische und übrigens auch im besten Sinne "rechte" Juden gab und gibt, nicht nur Broder oder vor wenigen Jahrzehnten Schlamm und Schoeps. Dabei hat freilich die Schweiz noch bis 1866 die Juden vom vollen Bürgerrecht ausgeschlossen, was damals auch konservative und liberalkonservative Denker, die man keineswegs nur als Antisemiten abtun kann, beibehalten wollten. Wie auch immer, die Ansprüche, zu einer Willensnation zu gehören, müssen hoch angesetzt sein. Das ist grundsätzlich richtig, wiewohl das Bürgerrecht sicher niciht pauschal Angehörigen irgendeiner Volksgruppe oder Konfession verweigert werden kann. James Schwarzenbach, beileibe ein Ultrarechter, schrieb 1963, ein Kind aus Jugoslawien könne ein besserer Schweizer werden als mancher reiche Zürcher, der bereit sei, das Land an das Ausland zu verkaufen....

Stil-Blüte
04. Januar 2017 11:11

@ Meier Pirmin

Lieber Herr Meier oder Herr Pirmin,

so sehr ich von Ihrem detailfreudigem Faktenwissen profitiere, hindern doch Ihre additiven Fließtexte, daß Ihr Wissen verdientermaßen 'ankommt'. Sollten Sie als profunder Geschichtswissenschaftler nicht wissen, wie notwenig die Korelation von Form und Inhalt ist?

Lange Rede, kurzer Sinn: Absätze. Innehalten. Neues Thema. Wollte ich Sie vergleichen, fiele mir, unabhängig vom Inhalt, in dieser ausufernden Art die Elfriede Jellinek ein. Und bei ihr ist es vielleicht noch ein weibliches romaneskes Stilmittel. Daher meine Bitte: Ver-schonen Sie mich! Diese unermüdlichen, parallel verlaufenden Fließtexte bewirken in mir letztendlich - Müdigkeit. Wollen Sie das? 

Mit bestem Dank im Voraus. 

Nordlaender
04. Januar 2017 11:26

@ Meier Pirmin

"Es muss sodann mit aller Deutlichkeit gesagt werden, , dass es hochpatriotische und übrigens auch im besten Sinne "rechte" Juden gab und gibt, nicht nur Broder oder vor wenigen Jahrzehnten Schlamm und Schoeps. "

Abdel-Samed: “..... Die deutsche Angst ist eine Angst vor Veränderung. Hier ist so lange nichts passiert, dass die Menschen die statische Gesellschaft für das Maß aller Dinge halten."

Broder: '"Da geh ich mit. Das ist auch meine einzige Kritik an Thilo Sarrazin, dass er auf dieser Panikwelle mitschwimmt. Deutschland schafft sich ab. Na und? Gesellschaften schaffen sich öfter mal ab und nicht zwangsläufig zu ihrem Nachteil. .....”

http://www.zeit.de/2011/11/Interview-Broder-Abdel-Samad

Broder: Was ich völlig im Ernst gut finde ist, dass diese demografische Struktur Europas nicht mehr zu halten ist. Je eher die Europäer das einsehen, desto besser. Einige Städte sind schon recht farbig und nicht mehr «arisch» weiss, und dagegen kann man überhaupt nichts sagen.

Hagalil: Heisst ein farbiges Europa, dass davon keine Katastrophen mehr ausgehen?

Broder: Das könnte es bedeuten. Es könnte aber auch bedeuten, dass Europa zu existieren aufhört. (…) Ich würde gerne das weisse Europa aufgeben, aber ich würde ungern das demokratische Europa aufgeben.

http://www.hagalil.com/archiv/2006/07/europa.htm

Nordlaender
04. Januar 2017 11:36

@ Meier Pirmin

"Natürlich ist der völkische Nationalismus eine ideologische Verirrung, selbst wenn er derzeit sich als ein Rezept gegen Multikulti gibt. Auch hier ist wohl langfristig eine Scheidung der Geister notwendig."

Ja.

Der Nationalismus ist eine Ideologie, ein weltanschauliches System mit bestimmten Normen. Daß der Verfassungspatriotismus der Meiers und Habermas dieser Welt nun keine Ideologie sein soll, taugt noch nicht einmal zur Scherzeinlage am Rande.

Politik ist die Konkurrenz einander widersprechender weltanschaulicher Systeme. Die Ideologie der Ideologiefeinde ist leicht durchschaubares Pharisäertum. 

Nordlaender
04. Januar 2017 11:42

@ Gustav

"Die Sowjetunion, ein Abkömmling der Französischen Revolution im 20. Jahrhundert, war in der Tat eine Glaubensnation und sie hat überhaupt nur so lange überlebt, weil sie auf dem gleichen Terror wie dem in Frankreich basierte. Wenn das gemeinsame Blut versiegt und die Zivilisation, die darauf gründet, verdorrt, ist der Staat alles, was übrigbleibt."

Dem Glaubenssystem der Bolschewisten entstammt auch die Rassismus-Definition eines Lew Bronstein ("Trotzky"), bekanntlich mit extrem negativer Konnotation.

Erstaunlich, mit welcher Zähigkeit nicht wenige Patrioten, Islamkritiker und Konservative sich dafür engagieren, daß dieser Kampfbegriff weiter aufrechterhalten wird.

Erik
04. Januar 2017 12:00

An Gustav:

Auch wenn Herr Meier Pirmin Ihnen fehlendes Grundwissen vorwirft, so weiß ich dennoch worauf Sie hinaus wollen. Und genau darin stimme ich Ihnen vollends zu. Entscheidend dafür, ein Deutscher zu sein, ist einzig und allein die Abstammung.

Dietrich Stahl
04. Januar 2017 12:03

 

@ Gustav

„Jede wirkliche Nation ist ein Land mit Menschen gemeinsamer Abstammung.“

Diese Definition mag vor 50 Jahren noch ganz gut gewesen sein, heute reicht sie nicht mehr aus. Land und Abstammung, das sind aber immer noch zwei wesentliche Punkte die bestimmen, was eine Nation ist [Man könnte auch Blut und Boden sagen]. Die Bedingungen haben sich inzwischen aber so stark geändert, daß eine Ergänzung der Definition notwendig ist. Wer von den Ausländern, die nach D gekommen sind, kann Deutscher werden?

Götz Kubitschek sagte in seiner Rede in Magdeburg, am 19.5.16:

1. Deutscher ist, wer deutsche Vorfahren hat.

2. Deutscher kann werden, wer sich auf Gedeih und Verderb auf die Seite des deutschen Volkes schlägt, d.h. die Geschichte dieses Volkes zu tragen beginnt, ältere Loyalitäten abgibt und im Ernstfall für dieses deutsche Volk und die Fortsetzung seines Ganges durch die Geschichte kämpft, auch wenn es den Einsatz des gemächlichen Lebens oder der Karriere oder sogar des Lebens erfordert.

Der zweite Punkt meint unter anderem Herrn Akif Pirinçci, der sich ohne wenn und aber auf die Seite des deutschen Volkes gestellt hat. Gut, dass er jetzt im SiN Team ist. In Stilfragen bin ich nicht seiner Meinung.

Der Begriff Nation ist sehr komplex. Die US-Nation ist anders zu definieren. Die USA waren jahrhundertelang ein Einwanderungsland. Naturgemäß gibt es hier seit der Besiedelung viele Ethnien. Gesetzlich ist jeder in den USA Geborene US Bürger. Die US Nation definiert sich nicht über das Blut. Daß jetzt ein Umdenken im Gang ist, die weiße Rasse wieder von vielen Amerikanern als erhaltenswert in den Blick genommen wird, ist wieder den drastisch veränderten Bedingungen geschuldet.

Deutschland war bis in die 60iger kein Einwanderungsland. Die Gastarbeiter waren genau das: Gäste, die nach einiger Zeit wieder gehen sollten. D wurde Schritt für Schritt durch eine raffinierte, geplante Politik in den jetzigen Zustand gebracht.

Kubitscheks Definition des Deutschen ist eine gute Basis für eine eventuelle Definition der deutschen Nation.

@ Stil-Blüte

„Eine namenlose Leere umgibt die 12 Toten (Nicht umsonst heißt es im Deutschen 'namenloses Unglück'. Nachrufe der Angehörigen? Anklagen der Angehörigen?“

Die Leere umgibt auch die Verletzten. Und es gibt [fast] keine Namen. Die 12 ist eine interessante Zahl, selbstverständlich auch die 13 [Beifahrer]. Wäre man ein Verschwörungstheoretiker müsste man denken, es gäbe keine Toten und Verletzten, sondern was wirklich am 20.12. passierte, wäre etwas völlig anderes gewesen.

Oh, Mann, ich hoffe ich habe mich deutlich genug ausgedrückt.

Nordlaender
04. Januar 2017 12:11

@ Erik

"Auch wenn Herr Meier Pirmin Ihnen fehlendes Grundwissen vorwirft, so weiß ich dennoch worauf Sie hinaus wollen."

Da hier erst kürzlich auch schon Herr Sellner, Autor der sezession, von Herrn Meier geschulmeistert wurde, sollten dererlei Tadel, wenn man sich der Anstrengung des Ignorierens denn nicht unterziehen will, dann halt als Ehrenabzeichen verbucht werden.

 

Nordlaender
04. Januar 2017 12:45

@ Dietrich Stahl

Zu dem Punkt 2) von Herrn Kubitschek:

Zugehörigkeit bzw. Nichtzugehörigkeit im wirklichen dreidimensionalen Leben ist häufig keineswegs binär. Bei vielen Gemeinschaften gibt es einen Kern, einen mittleren Bereich, einen Rand und einen Bereich, da weiß man nicht so genau, gehört der noch dazu oder nicht.

Was wäre schlimm daran, wanderte jemand nach Japan aus, lebte dort Jahrzehnte, gäbe sich als Freund des japanischen Volkes aus, würde von den Japanern als ein solcher anerkannt werden, nicht jedoch als Japaner?

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