29. Februar 2012

Die Rituale der globalistischen Religion

von Martin Lichtmesz / 0 Kommentare

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Auf der Netzseite der Jungen Freiheit kommentierte Herbert Ammon kritisch den "Staatsakt für die Opfer der Zwickauer Zelle", den ich hier und hier gründlich analysiert habe. Hier habe vor allem eine pseudoreligiöse Beschwörung der "globalisierten, multiethnisch-multikulturellen Zukunft Europas" stattgefunden.

Bisher unbekannt war mir, daß am Ende der Veranstaltung auch noch John Lennons Hymne "Imagine" gespielt wurde. Das ist allerdings aufschlußreich. Nichts gegen John Lennon, aber im Zusammenhang mit einer solchen Veranstaltung ist das natürlich ein auffällig kitschiger Akzent. Allerdings ein nicht unpassend gewählter, denn der Song ist inhaltlich, wie Lennon einmal selber sinngemäß sagte, knallharter Bolschewismus "mit Zuckerguß". Der Text dazu fordert die Abschaffung von Religionen, Nationen und Besitztümern, damit eine Welt erstehe, die sich alle Menschen brüderlich und in Frieden teilen:
Imagine there's no countries
It isn't hard to do
Nothing to kill or die for
And no religion too
Imagine all the people living life in peace

Imagine no possessions
I wonder if you can
No need for greed or hunger
A brotherhood of man
Imagine all the people sharing all the world

You, you may say
I'm a dreamer, but I'm not the only one
I hope some day you'll join us
And the world will be as one

Mit anderen Worten ist das Lied eine durchaus passende Kirchenmusik, um die Ideologie der "One World" (gerne versinnbildlicht durch bunte Männchen, die sich quer über den Globus die Hände reichen) zu verbrämen. Man sollte nicht vergessen, daß die "bunte Republik" ja lediglich ein Durchgangsstadium zu einer "bunten Welt" sein soll. Es gilt im Auge zu behalten, daß sich diese Ideologie, die heute unter verschiedenen Schlagworten auftaucht (eine knappe und kenntnisreiche Einführung gibt es hier), immer mehr zum einzigen und unhinterfragbaren Leitstern jeglicher politischer Zielsetzung erklärt.

Das derzeit gültige (und bald wohl alleingültige) politische Vokabular dreht sich heute ausschließlich um die Codierung, Verschlagwortung, Sentimentalisierung und Verniedlichung dieser globalistisch-utopischen Ziele. Diese Sprache, die in erster Linie eine Verschleierungs-, Verankerungs- und Suggestionssprache ist, ergießt sich wie eine verkleisternde Flut klebrigen Breis in den öffentlichen Raum.  Ihre Wirksamkeit erkennt man daran, daß sie sich quasi selbstständig gemacht hat und von jedermann mit Leichtigkeit und auf Abruf bedient werden kann. Der Aufruf der Deutschen Arbeitgeberverbände zur landesweiten Schweigeminute und die Gedenkrede Merkels könnten von ein und demselben Verfasser stammen. Diese Sprache kann in einer infantilisierenden wie in einer intellektuellen Fassung daherkommen - ihr Sinn bleibt immer derselbe.

Und der besteht eben, auf den Punkt gebracht, in der Abschaffung des Nationalstaaten und der (ideellen, wie im Endeffekt auch biologischen) Beseitigung der sie tragenden Völker. Dazu werden zwei Strategien verwendet: die eine besagt, daß Völker und Kulturen lediglich "Konstrukte" seien, die keine authentische Substanz besäßen (vor allem die eigenen); die andere besteht im Import und der Förderung fremder Völker und Kulturen, deren zahlenmäßig wachsende Anwesenheit den Selbstbewahrungs- und Selbstbehauptungsanspruch der Ansässigen in Frage stellen, relativieren und zurückdrängen soll.

Wenn dann in diesen Zusammenhängen von "Integration" die Rede ist, ist eigentlich "Durchmischung zu gleichen Teilen" gemeint. Das geht natürlich in der Praxis nur schrittweise, als dialektischer Prozeß. Die fremde Kultur wird von den Ideologen der "bunten Republik" nicht um ihrer selbst willen geliebt, sondern lediglich als "Ferment der Zersetzung" geschätzt, als Teil eines Prozesses, der wie der Dschihad des Islam theoretisch erst zum Stillstand kommt, wenn der gesamte Globus durch ihn transformiert ist. Georg Paul Hefty in der FAZ:
Es hat lange gedauert, bis sich die deutsche Politik und mit ihr die Gesellschaft zur Integration der Einwanderer bekannt haben. Damit war der gleichnamige Prozess eröffnet, keineswegs jedoch abgeschlossen. Er wird wahrscheinlich nie mehr abgeschlossen sein werden, das bringt die Globalisierung mit sich.

Die Beschwörung des braunen Gespenstes dient hier der moralischen Legitimation und als Benzin für den Motor dieser Prozeßmaschine. Die "NSU"-Geschichte wird nun von Staat und Medien als Auffrischung des in Deutschland seit fünf Jahrzehnten betriebenen "Vergangenheitsbewältigungs"-Komplexes benutzt, zu einer Art "Mikroholocaust" stilisiert, an dem zu zweifeln wohl auch schon bald verdächtig macht.  Die Gesichter der Uwes und der Beate haben genau dieselbe Funktion wie der fiktive "Immanuel Goldstein" in Orwells Roman.

Ich möchte an dieser Stelle noch einmal festhalten, daß ich all dies unter dem Vorbehalt eines tiefsitzenden Zweifels schreibe: daß der Staat in irgendeiner Weise in die Verbrechen verstrickt ist, konnte man sogar in der Bild-Zeitung lesen. In welcher Form und warum, das weiß noch niemand, und allein das macht den Staatsakt zutiefst fragwürdig. Und im Netz kursierende Fundstücke wie dieses, erschienen im Dezember 2009 auf der Seite Turkishpress.de, sorgen für weitere Irritationen. Die entscheidende Passage sei hier in voller Länge zitiert:
Dem Bericht der Zeitung „ZAMAN“ vom Oktober 2007 zufolge, hatte das türkische Landeskriminalamt Ihre Ermittlungsergebnisse über die Döner-Morde an die ermittelnden Behörden in Deutschland übermittelt. In der Zusammenfassung dieses Berichts des türkischen Landeskriminalamts (KOM) an das Bundeskriminalamt in Deutschland, sah man einen Zusammenhang zwischen den „Döner-Morden“ sowie dem Drogenmillieu in Europa, mit einem Familienclan aus Diyarbakir. Dem Bericht zufolge wurden die 8 Opfer der „Döner-Morde“ zu Verteilern im Drogenmillieu gezählt. Die Opfer sollen zudem Schutzgelder an die PKK in Europa und dem Familienclan in Diyarbakir gezahlt haben.

Das Landeskriminalamt in der Türkei hatte damals ermittelt, dass ein Familienclan in Diyarbakir einen Drogenring in Europa aufbauen wollte. Als die erhofften Erlöse aus dem Drogenmillieu ausblieben, die PKK den neuen Verteilerring erpresste, soll die Familie die Morde beauftragt haben. Die Kaltblütigkeit mit der die Opfer am helligten Tage ermordet wurden, ließen schon zuvor vermuten, das nur professionelle Täter in Frage kommen. Das BKA und die Nürnberger Kripo tappten zunächst im dunkeln, da es keine Zeugen und Hinweise gab. Alle Morde wurden dem Bericht nach, mit drei verschiedenen Pistolen der tschechischen Marke Ceska (7.65mm.) begangen. Der Bericht wurde damals über das BKA an den Nürnberger Kripo-Chef Wolfgang Geier übermittelt.

Der Bericht der KOM ging dabei auf die 8 Opfer ein, die demnach Drogenverteiler gewesen sein sollen. Dabei soll die Terrororganisation PKK, Schutzgelder von den Opfern genommen und so das Millieu versucht haben zu übernehmen. Die erfolgreichen Ermittlungen im Drogenmillieu in der Türkei und Festnahmen hätten dem Bericht zufolge, die Drogenverteilung sowie die Einnahmen der Terrororganisation seit längerer Zeit massiv gestört. In dieser Phase habe der Familienclan in Europa Fuß fassen wollen und einen neuen Drogenring aufgebaut, Schutzgelder erpresst.

Die ermittelnden türkischen Behörden gingen deshalb davon aus, dass dabei ein Drogenkrieg zwischen der PKK und dem Familienclan ausbrach und die Drogenverteiler in diesem Drogenkrieg getötet wurden. Die Ermittler gaben an, dass für die Morde ein 5-köpfiges Mordkommando vom Familienclan beauftragt wurde. Die Morde selbst wurden immer von einem Täter dieses Teams mit drei verschiedenen Pistolen der Marke Ceska begangen. In dem Bericht wurden die Täter sowie der Familienclan namentlich aufgeschlüsselt und die Nürnberger Kripo davon unterrichtet.

Test


Wie auch immer es sich zugetragen hat: man darf auf gar keinen Fall glauben, daß die Ausschlachtung der Geschichte den Sinn der "Ächtung politischer Gewalt" habe. Die sentimentale Tünche beiseite, hat Merkel nichts weniger als ihre Sportpalastrede "gegen Rechts" gehalten. Aber was bedeutet das? Es geht hier nicht allein um rechte oder konservative (denn diese sind immer mitgemeint) Zeitungen, Initiativen oder Parteien. Es geht um eine grundsätzliche Ächtung einwanderungskritischer Positionen überhaupt.  Die Tendenz geht deutlich in die Richtung, hier keinen Fußbreit Platz mehr zu lassen, auch nicht für pietätvolle Konservative, die Gedenkveranstaltungen an sich für ehrenwert halten und sich von dem geschickten Casting beeindrucken lassen.

Im Gefolge der "NSU"-Berichterstattung hagelte es in allen Zeitungen Kommentare, die in den drei mutmaßlichen Tätern nur die Spitze des Eisbergs einer immer noch durch und durch rassistischen, für den Nazismus anfälligen Gesellschaft sehen wollten. Ganz Deutschland sei nun irgendwie verantwortlich für die Taten, und könne nur dadurch Buße tun, daß es sich noch weiter der Einwanderung "öffnet" und den Abbau des Eigenen vorantreibt. Man kann dies für Wunderlichkeiten aus der "Parallelwelt" mancher Intellektueller halten. Aber dieselbe Message wird nicht nur von der B.Z. unters Volk gebracht, sie wird auch von Merkel selbst propagiert, die ihre Untertanen zum totalen Gedankenstopp aufruft:
Der Kampf gegen Vorurteile, Verachtung und Ausgrenzung muss täglich geführt werden – in Elternhäusern, in der Nachbarschaft, in Schulen, Kultur- und Freizeiteinrichtungen, in religiösen Gemeinden, in Betrieben. Überall sollten wir ein feines Gehör und Gespür für die kleinen Bemerkungen, die hingeworfenen Sätze entwickeln. So manche Bemerkung nimmt man schnell mal auf die leichte Schulter – nach dem Motto: Der oder die meint das doch nicht so ernst.

Doch Intoleranz und Rassismus äußern sich keineswegs erst in Gewalt. Gefährlich sind nicht nur Extremisten. Gefährlich sind auch diejenigen, die Vorurteile schüren, die ein Klima der Verachtung erzeugen. Wie wichtig sind daher Sensibilität und ein waches Bewusstsein dafür, wann Ausgrenzung, wann Abwertung beginnt.

Jeder soll also des anderen Wachhund werden, um die soziale Kontrolle des Problems zu gewährleisten. In diesen von Merkel abgesteckten Rahmen könnte man nun jede beliebige Äußerung und "Bemerkung" stecken, die kritisch gegenüber der Einwanderungspolitik ist, kritisch gegenüber ihren Folgen, kritisch gegenüber bestimmten konkreten Einwanderern oder Gruppen von Einwanderern, aber auch jegliches durch Alltagserfahrung verursachte negative Gefühl, jegliche instinktive Antipathie, vermutlich bald auch nur die bloße Wahrnehmung des "Andersseins" des Anderen, wie es in England bereits bei Siebenjährigen geahndet wird.

Orwell definierte diesen "Crimestop", den "Gedankenverbrechenstopp" so:
Verbrechenstop bedeutet die Fähigkeit, instinktiv jeglichen gefährlichen Gedanken schon im Ansatz abzubrechen. Dies inkludiert die Unfähigkeit, Analogien zu begreifen oder logische Fehler zu erkennen, sowie das gezielte Mißverstehen der einfachsten Argumente, sofern sie BRDSoz-feindlich sind, und die Gabe, von jedem Gedankengang gelangweilt oder abgestoßen zu werden, der in eine ketzerische Richtung führen könnte. Verbrechenstop bedeutet, kurz gesagt, schützende Dummheit.

Wenn nun Herbert Ammon kommentiert:
Wer bei dem Staatsakt schärfer hinschaut, erkennt in Ästhetik und Lennon-Text die Absicht der Regie: Die Frage, wie auf Dauer die postchristliche Kultur Europas, die agnostische Grundströmung, nicht zuletzt die deutsche NS-fixierte Zivilreligion mit islamischem Fundamentalismen, diversen Nationalismen oder sonstigen Gruppenidentitäten- und -egoismen zu vereinbaren ist, wird durch derlei Rituale verhüllt, mystifiziert.

... muß man das noch zuspitzen: diese Inszenierungen haben die alleinige Absicht, die Politik der fundamentalen Veränderung der "soziologisch signifikanten Zusammensetzung der hierzulande Lebenden" (so um den heißen Brei herum gespreizt formuliert es Hefty), weiterhin zu legitimieren oder voranzutreiben. Dabei wird natürlich die Frage, ob das überhaupt funktionieren kann, "verhüllt", weil sie sich eben gar nicht erst stellen darf, und damit sie sich nicht stellt, gibt es eben solche Rituale.

Ich habe bereits gesagt, daß ich glaube, daß mit diesen Ritualen und der sie begleitenden Berichterstattung die türkischen Einwanderergruppen nicht nur manipuliert und sondern geradezu aufgehetzt werden. Die öffentlichen "Entschuldigungen" haben jedenfalls alles andere als einen befriedenden oder versöhnlichen Effekt. Sie verstärken nur das Gefühl, daß die Deutschen etwas schuldig seien, und daß man auch bekommt, was man will, wenn man nur die richtige Melodie pfeift. Das Wohlwollen gegenüber den Deutschen und ihren etwaigen Eigeninteressen wird dadurch keineswegs befördert, im Gegenteil. Was kriecht, wird eben auch noch getreten, und je mehr die Deutschen "bewältigen" und rastlos um ihre "Nazivergangenheit" rotieren, umso mehr wird ihnen vorgeworfen, daß sie es immer noch nicht gründlich genug getan hätten. Vermutlich wird das erst ein Ende haben, wenn sie sich auch biologisch vollständig ausgelöscht haben.

Türkische Interessenlobbies haben natürlich das Erpressungspotenzial der "Bewältigung" schon lange erkannt, und fordern nun vermehrt den Staat auf, diesbezüglich wieder kräftig auf die Tube zu drücken. Gleichzeitig beschweren sie sich mitunter ganz fürchterlich, wenn ihre Kinder in deutschen Schulen mit dem "angeblichen Völkermord" an den Armeniern behelligt und "belastet" werden. Angebissen haben natürlich auch wieder einmal die üblichen Verdächtigen unter den vorzeigeintegrierten türkischen und moslemischen Köpfen "aus Politik, Medien, Wissenschaft und Gesellschaft", die nun einen Appell mit dem Antifa-Infinitivstil-Titel "Deutschland ENTNAZIFIZIEREN!" lanciert haben.

Darin wird eine direkte Linie gezogen von der angeblich nicht gründlich genug durchgeführten Nachkriegs-Entnazifizierung der Alliierten zum angeblich dramatischen Anstieg des "Rassismus" in Deutschland. Dabei berufen sich die Verfasser des in linksradikaler DiktIon abgefaßten Appells auf trübe, passend zurecht geschneiderte Quellen wie den berüchtigten Ideologen Heitmeyer, um eine Generalanklage gegen (mindestens) das halbe deutsche Volk zu formulieren, inklusive der drolligen Idee, es hätten seit 1945 tatsächlich die Nazis bis heute in den staatlichen Institutionen überwintert (ein kommunistisch angehauchter Bekannter meinte mir gegenüber, ihn wundere die Verstrickung des VS in die Mordserie nicht, denn es handele sich doch dabei um den institutionellen Nachfolger des SD).
Rund jeder zweite Deutsche ist der Meinung, es gebe „zu viele Ausländer“ in Deutschland. Die Islamfeindlichkeit steigt, der Antisemitismus hält an. Rassismus manifestiert sich nicht nur am Rande der Gesellschaft, im rechten Terror, sondern spiegelt sich auch im Denken und Handeln von Personen wider, welche in staatlichen Institutionen tätig sind, wie zum Beispiel dem Innenministerium, der Polizei oder dem Verfassungsschutz. Rassismus ist kein neues Phänomen in Deutschland, sondern hat eine lange Tradition.

Und dem werde am besten Abhilfe geschafft, indem die Umerziehung nun noch radikaler und totaler als je zuvor ins Rollen gebracht wird. Dabei wird gefordert, diese zweite "Entnazifizierung" überhaupt in migrantische Hand zu übergeben:
Aber welche Schritte sollten gegen die Akzeptanz rassistischen Denkens in der Mitte der Gesellschaft unternommen werden? Eine Ausweitung der Forschung zu Ursachen und Folgen des Rassismus für die Gesellschaft in Deutschland und deren öffentliche Diskussion unter Einbeziehung der rassistischen, völkischen und kolonialen Traditionen wären erste wichtige Schritte für eine kritische Auseinandersetzung. Die Erforschung soll durch die entscheidungsrelevante Mitarbeit von Vertreter_innen betroffener Gruppen erfolgen. Darunter verstehen wir unter anderem: Migrant_innen-Selbstorganisationen, Minderheitenorganisationen und von diesen Institutionen anerkannte Wissenschaftler_innen aus der Rassismusforschung sowie antifaschistische Initiativen aus der Zivilgesellschaft.

(...)

Hierzu benötigen wir die Implementierung von Anti-Diskriminierungsgesetzen (wie bereits von der EU vorgeschrieben) und eine Abkehr von einer restriktiven Einwanderungspolitik. Zudem fordern wir kontinuierliche Sensibilisierung und Schulung der Mitarbeiter_innen des öffentlichen Dienstes in Bezug auf Anti-Rassismus und Anti-Diskriminierung.

Der Kampf gegen Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland bedarf einer erheblich stärkeren Finanzierung von Antidiskriminierungsstellen, antifaschistischen Initiativen und zivilgesellschaftlichem Engagement gegen Rassismus. Oft wird erwartet, dass antirassistisches Engagement von Migrantinnen-Organisationen ehrenamtlich erbracht wird.

Und so weiter - es geht also auch hier nicht um "Nazis" im engeren und eigentlichen, sondern im weitestmöglichen Sinne, um jegliche Form der Einwanderungskritik, und um die Abschiebung aller durch den Multikulturalismus entstehenden Spannungen und Konflikte auf das Schuldkonto der noch immer nicht genug umerzogenen Deutschen. Wenn eine solche Ideologie von Deutschen vertreten wird, dann kann man wohl von "Selbsthaß" sprechen. Wenn sie von Vertretern einer nichtdeutschen ethnischen Gruppe übernommen wird, die sich per Abstammung völlig schuldlos fühlen darf und die von der Durchführung einer solchen Politik nur Vorteile und Machtzuwachs für die eigene Gruppe zu erwarten hat - wie kann, muß man das dann nennen?

Die Dinge spitzen sich auf eine sehr häßliche Weise zu. Wie tief sich all diese Propaganda in die Hirne und Gemüter senken wird, ist noch nicht absehbar. Mag sein, daß es bei vielen nur die Oberfläche kratzt. Daß der Massenwahn von oben geschürt wird, scheint mir aber unabweisbar zu sein. Die Frage bleibt: warum? Ein Bekannter schreibt mir: "Hauptgrund scheint mir zu sein, daß ein Währungsknall bevorsteht und damit die Legitimationsbasis des Systems abschmilzt. Also greift man nach Legitimitäts-Surrogaten." Die in sich den Keim ihrer eigenen Zerstörung tragen, und leider nicht nur dieser.
Test

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (0)

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.