01. Oktober 2013

Wollt ihr die totale Toleranz?

von Martin Lichtmesz / 42 Kommentare

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

TotalToleranceVon der Business-Seite der sogenannten "Europäischen" Union liest man täglich in den Zeitungen; weniger Aufmerksamkeit wird dagegen ihrem ideologischen Überbau gewidmet. Der an Orwell geschulte Leser wird aufhorchen, wenn er erfährt, daß es in Paris einen "Rat für Toleranz und Versöhnung" gibt, der dem EU-Netzwerk angehört, und der genau das ist, wonach er klingt.

Dieser "European Council for Tolerance and Reconciliaton" (ECTR)  hat einen Entwurf vorgelegt, dessen Richtlinien "in den europäischen Staaten gesetzlich verankert werden" sollen. Es handelt sich dabei um ein weiteres "Antidiskriminierungs"-Programm, das "Toleranz" mit intoleranten Mitteln fördern soll.

Ein kritischer Artikel auf heise.de berichtet:
Ein bislang unbeachtetes Europäisches Rahmenstatut zur Förderung der Toleranz sieht in Sektion 2e vor, dass die EU "konkrete Maßnahmen" ergreift, um Rassismus, Vorurteile nach Hautfarbe, ethnische Diskriminierung, religiöse Intoleranz, totalitäre Ideologien, Xenophobie, Antisemitismus, Homophobie und "Anti-Feminismus" zu "eliminieren".

Während die meisten Begriffe in der Liste inzwischen derart etabliert sind, daß ihre ideologische Herkunft und Färbung nicht mehr auffällt, ist den Autoren ein verdächtiger Lapsus widerfahren, nicht nur in dem Wörtchen "eliminieren":
Der letztgenannte dieser Begriffe stößt unter anderem deshalb auf Kritik, weil es sich beim Feminismus um keinen der genetisch oder kulturell determinierten Gruppenmerkmale handelt, sondern um eine politische Ideologie. Hätten die Verfasser des Papiers gewollt, dass nicht die Kritik am Feminismus, sondern an Frauen als Gruppe eliminiert werden soll, dann hätten sie den Begriff "Misogynie" verwenden müssen.

Und selbst dieser Begriff wäre dehnbar genug gewesen, um seinen Zweck zu erfüllen. Der Autor kommentiert weiter:
Ob eine "Eliminierung" von Kritik, wie sie das auf dem Server des Europaparlaments gehostete Papier fordert, mit dem deutschen Grundgesetz vereinbar wäre, ist ausgesprochen fraglich: Das liegt zum einem am Artikel 5 der Verfassung, in dem die Meinungs-, die Presse-, die Kunst- und die Wissenschaftsfreiheit geschützt sind. Werden diese Grundrechte eingeschränkt, dann müssen höherwertige Schutzgüter betroffen sein. Zum anderen könnten sich andere politische Ideologien wie die Sozialdemokratie, der Ökologismus, der Libertarismus oder der BüSo-Keynesianismus auf den Gleichheitsgrundsatz aus Artikel 3 des Grundgesetzes berufen und fordern, dass auch die Kritik an ihnen verboten wird.

Und das sind bei weitem nicht die einzigen Falltüren des Statuts. Auch an anderen Punkten ist es genauso doppelzüngig und verlogen, so sprachlich und gedanklich vermatscht und verwaschen, wie man es von totalitären Gehirnwäschereien gewohnt ist. Eingeleitet wird es durch eine pathetische Litanei, fast schon im Stil der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung:
Weil der Respekt für die menschliche Würde auf der Anerkennung der menschlichen Vielfalt basiert und dem eingeborenen Recht jeder Person, anders zu sein;

Weil die Toleranz Offenheit für ungewöhnliche Ideen und Lebensentwürfe fordert;

Weil das Prinzip der Toleranz das Gegenteil jeder ungesetzlichen Diskriminierung bedeutet;

Weil die Toleranz eine vitale Rolle für das Gelingen der Koexistenz verschiedener Gruppen innerhalb einer einzigen nationalen Gesellschaft (single national society) spielt,

 

"Gruppe" bedeutet hier, um das festzuhalten:

Eine Anzahl von Menschen, die durch rassische oder kulturelle Wurzeln, durch ethnische Herkunft oder Abstammung, durch religiöse Zugehörigkeit oder sprachliche Bande, durch Geschlechtsidentität oder sexuelle Orientierung, oder andere Merkmale ähnlicher Natur miteinander verbunden sind.

 

Weiter im Text:
Weil eine solche Koexistenz das Gefüge einer nationalen Gesellschaft bereichert und stärkt, sollte sie nicht die grundlegende Identität dieser Gesellschaft oder ihrer Werte, ihrer Geschichte, ihrer Hoffnungen und Ziele beeinträchtigen

Weil Integration in eine einzige nationale Gesellschaft nicht Assimilation bedeutet;

Weil Koexistenz und Kooperation in einer demokratischen Gesellschaft voraussetzt, daß die Individueen und Gruppen einander wechselseitige Zugeständnisse machen;

Weil der Respekt für die unterschiedlichen Merkmale verschiedener Gruppen die gemeinsame Bande einer verantwortlichen Staatsbürgerschaft in einer demokratischen und offenen Gesellschaft als Ganzes nicht schwächen darf;

... müssen sich die Sozialingenieure und Umerzieher ans Werk machen. Was nichts anderes bedeutet, als daß der Staat alle Probleme lösen soll und aktiv eingreifen, um die "Intoleranz" zu "eliminieren". So will das Statut die Regierungen dazu verpflichten, sicherzustellen, daß "Intoleranz" weder  in "vertikalen" (Staat-Individuum) noch in "horizontalen" (Individuum-Individuum) Beziehungen praktiziert wird.

Wie das dann konkret aussehen soll, beschreibt der Autor von heise.de so:
Sieht man sich weitere Punkte aus dem Papier an, dann wirkt zudem die Forderung nach einer Eliminierung von "totalitären Ideologien" etwas paradox. So ist in Sektion 1b beispielsweise davon die Rede, dass es zukünftig schon als "Verleumdung" gewertet werden soll, wenn sich jemand über eine der aufgeführten Gruppen lustig macht. Und in Anmerkung 3 zu Sektion 3 betont man, dass dieser Toleranzzwang nicht nur für den Umgang von Regierungen mit Bürgern, sondern auch für den Kontakt aller Individuen untereinander gelten müsse. Sektion 6c verlangt, dass neue Behörden eingerichtet werden, die dies überwachen. Sektion 7 fordert, dass Verstöße nicht als einfache, sondern – strafverschärfend - als "qualifizierte" Straftaten gelten sollen (wie beispielsweise gefährliche Körperverletzung). Jugendliche Täter sollen in speziellen Programmen zu einer "Kultur der Toleranz" umerzogen werden. Sektion 8 regelt, dass die Vorgaben bereits in den Grundschulen Teil des Unterrichts werden und Sektion 9 schreibt den Radio- und Fernsehsendern Mindestprogrammanteile vor, in denen sie das "Klima der Toleranz" verbreiten sollen.

Das schmeckt natürlich alles mehr nach Nordkorea als nach "Toleranz". Dies ist die natürliche Folge der Aporien, die sich aus einer rein liberalen Gesellschaftstheorie ergeben. Da wird zum Beispiel folgendes Recht "garantiert":
 Freiheit des Ausdrucks, inklusive der Freiheit, Informationen zu suchen, zu erhalten und weiterzugeben, ungeachtet von Landesgrenzen, sowohl mündlich, als auch schriftlich, in gedruckter Form, im Rundfunk oder in elektronischen Medien (inklusive des Internets).

Klingt supergut, aber dann kommen die "Einschränkungen", die "für eine demokratische Gesellschaft notwendig" sind. Etwa "Nationale oder internationale Sicherheit":
Die Toleranz darf nicht mißbraucht werden, um Terrorismus oder die Subversion des nationalen und internationalen Friedens und der Sicherheit zu propagieren.

Dann: "Öffentliche Ordnung" - Demonstrationen dürfen nicht in Unruhen ausarten, die "Notwendigkeit der Verbrechensbekämpfung" verlangt, daß Menschen nicht in der Öffentlichkeit ihr Gesicht bedecken dürfen, auch sollten "Gotteshäuser" ("places of worship") nicht an bestimmten sensiblen Orten errichtet werden.

Nächster Punkt: "Öffentlichkeitspolitik" und "öffentliche Moral". Das ist nun besonders interessant:
Toleranz bedeutet nicht, daß sich eine Gruppe von der Gesellschaft als Ganzes isolieren darf, und sich damit der Notwendigkeit des Austausches mit anderen Gruppen entzieht.

Toleranz bedeutet nicht, daß Praktiken wie weibliche Genitalbeschneidung, Zwangsverheiratung, Polygamie oder jegliche Form der Ausbeutung und Domination von Frauen geduldet werden dürfen.

Und schließlich: "Schutz der Rechte und Freiheiten anderer".
(i) Toleranz ist keine Einbahnstraße. Mitglieder einer Gruppe, die von der Toleranz profitieren wollen, müssen diese ihrerseits sowohl der Gesellschaft als Ganzes entgegenbringen, als auch Mitgliedern anderer Gruppen und den Dissidenten und Mitgliedern der eigenen Gruppe.

(ii) Es gibt keinen Grund für Toleranz gegenüber den Intoleranten. Das ist von besonderer Wichtigkeit im Hinblick auf die Freiheit des Ausdrucks (im Original "freedom of expression", man könnte auch übersetzen: "Meinungsfreiheit"- M.L.). Diese Freiheit darf nicht dazu benutzt werden, andere Gruppen zu diffamieren.

Man kann nun in diesem Statut einerseits eine Orwell'sche Infamie sehen, andererseits ist es wohl auch ein Ausdruck der Hilflosigkeit angesichts der sich häufenden "Integrationsprobleme". Man will hier eine Gesellschaft auf einer schiefen Ebene aufbauen, und wundert sich, wenn die Gebäude wackeln. In dem Moment werden dann der Staat und der Büttel gerufen, und tausend Paragraphen aufgestellt, um sich als Stützwerk entgegenzustemmen.

Das Dilemma, das solchen Entwürfen zugrunde liegt, ist dieses: einerseits will man von der Idee nicht lassen, daß "diversity" eine ungeheuer prima und alternativlose Sache und eine unglaubliche "Bereicherung" für "die Gesellschaft" ist, andererseits steht man vor dem Problem, daß eben diese "diversity" de facto erhebliche und andauernde Konflikte zwischen den "Mitgliedern" der "Gesellschaft" erzeugt. Das verläuft nach dem Prinzip des englischen Sprichworts: "You can't have your cake and eat it." - Entweder man behält den Kuchen, oder man ißt ihn. Entweder man schlachtet das Huhn, oder man läßt es Eier legen. Entweder bleiben die Eier intakt, oder man macht ein Omelett daraus.

Der Grund für diese Sackgassen und Widersprüche ist wie gesagt, daß diesem Modell ein falsches und illusorisches Menschen- und Gesellschaftsbild zugrundeliegt. Man nimmt "Gleichheit" (die meistens unter der Hand mit "Gleichwertigkeit" oder gar "Gerechtigkeit" gleichgesetzt wird) als faktische Grundlage an, paradoxerweise nicht, weil sie eine Tatsache ist, sondern weil sie eine sein soll. Dann wird die "Gleichheit" wieder als Ziel in die Zukunft verlegt. Und wenn sich die Wirklichkeit dann durch die Hintertür anmeldet, wird alles getan, um sie auszusperren. Es paßt also, wie man so schön sagt, hinten und vorne nicht.

Es ist daher auch bezeichnend, daß gleich mehrere Punkte des Statuts offensichtlich gezielt daraufhin ausgerichtet sind, die problematischeren Punkte der muslimischen "diversity" zu kappen, wie dem aufmerksamen Leser nicht entgangen sein wird. Kein Wunder, denn es sind gerade diese "Gruppen", die sich am meisten dem utopischen Idealbild widersetzen. Generell läuft die Vorstellung der "wechselseitigen Zugeständnisse", wie es in dem Text heißt, darauf hinaus, daß jede "Gruppe" ihre Eigenarten und Interessen freiwillig stutzt, bis alle in den Koffer passen.Und was nicht paßt, soll dann der Allretter Staat im Prokrustes-Bett passend machen.

Dabei wird als völlig selbstverständlich vorausgesetzt, daß all diese "Gruppen" absolut gleichen Status haben, das heißt also, daß die autochtonen Völker gegenüber den Einwanderern prinzipiell keinerlei kulturelle oder nationale Vorrechte genießen. Damit wird aber nicht mehr "Gleichheit" verwirklicht, sondern schon von vornherein ein erhebliches Ungleichgewicht etabliert, denn in dieser Rechnung haben die Einheimischen mehr zu verlieren als die Zuwanderer. Nicht nur haben sie die Einwanderung "in ihr Haus" zu akzeptieren, sie werden auch noch genötigt, den Gästen ein Opfer zu bringen und sich ihnen teilweise anzupassen.

Wenn in dem Statut von der "grundlegenden Identität einer Gesellschaft", die "nicht beeinträchtigt" werden soll, die Rede ist, dann klingt das angesichts der weiteren Ausführungen eher wie eine Alibi-Formulierung. Denn ernsthafte Gedanken und Maßnahmen, wie denn diese "grundlegende Identität" erhalten und stabilisiert werden soll, sucht man vergebens.

Und wie soll dieser "Koffer", in den alle "Gruppen" hineingepackt werden, denn nun aussehen? Die Alternative zur ausdrücklich abgelehnten "Assimilation", die man sich vorstellt, ist, daß man all die "diversen" Gruppen zu einer Zustimmung zu einem linksliberalen "Toleranz"- und "Antidiskriminierungs"-Programm nötigt, also das Mittel zum Zweck macht.

Und das soll nicht anders gelingen, als durch noch mehr Gesetze, noch mehr Indoktrination, noch mehr Umerziehung. Der Sozialingenieur denkt sich: wenn bloß alle so wären wie ich, dann könnte die "diversity" endlich funktionieren. Sie sind es aber leider nicht, also muß der Stadt eingreifen, um sie dazu zu zwingen und zu erziehen.

Spätestens ab diesem Punkt werden all die schönen "Garantien" der "Grundrechte" ad absurdum geführt und unter der Hand wieder aufgehoben. Da der Begriff der "Toleranz" unscharf gefaßt ist und kaum mehr als Zustimmung zu gewissen linken Gleichheitsformeln bedeutet, kann praktisch jeder beliebige Dissident als "intolerant" klassifiziert werden, gegenüber dem man dann auch "intolerant" sein darf (endlich!). Ähnliches gilt für "die Gefährdung der öffentlichen Ordnung", den "Terrorismus" usw. Allzu viele "ungewöhnliche Ideen" werden diesen Filter also nicht passieren, eher wird er sicherstellen, daß more of the same auf den Programmzettel der medialen Kanäle kommt.

Faktisch ist es so, daß diese Richtlinien freilich schon längst in mehreren europäischen Ländern umgesetzt werden. Speziell an Großbritannien kann man beobachten, daß dabei in der Praxis keineswegs gleiche Maßstäbe angewandt werden. Die "Antirassismus"- oder "Antidiskriminierungs"-Keule wird fast ausschließlich einseitig eingesetzt, um den Widerstand der Mehrheit gegen die "Diversity"-Politik zu brechen, und sie zu mehr und mehr Zugeständnissen zu erpressen. Der Paragraphen- und Überwachungsterror geht also vorzugsweise gegen die Einheimischen und "ihre Freiheit des Ausdrucks", vor allem wenn es um die Selbstbehauptung ihrer eigenen Kultur geht. Dagegen werden, was etwa die Moslems betrifft, häufig beide Augen zugedrückt, nicht zuletzt aus Angst vor "Rassismus"-Vorwürfen.

Einige Beispiele dafür, was heute in England üblich ist, kann man hier nachlesen. Das ist, was die europäischen Staaten letzten Endes erwartet, wenn sich das ECTR durchsetzt. Hier übrigens die Namen einiger seiner Mitglieder, meistens have-beens, die sich nun anderweitig beschäftigen:
José Maria Aznar, ehemaliger Premierminister von Spanien

Erhard Busek, ehem. Vizekanzler von Österreich

George Vassiliou, ehem. Präsident von Zypern

Vaira Vike-Freiberga, ehem.Präsidentin von Lettland

Rita Süssmuth, ehem. Sprecherin des Deutschen Bundestags;

Göran Persson, ehem. Premierminister von Schweden;

Talât Sait Halman, ehem, türkischer Kulturminister

Aleksander Kwasniewski (Vorsitzender des Rates; ehemaliger Präsident von Polen)

Viatcheslav Moshe Kantor (Co-Vorsitzender, Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses)

Bild: Wikipedia

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (42)

Marvin Lederer
01. Oktober 2013 17:34
Als ich vor mehr als zehn Jahren ein Highschool-Jahr in den USA verbrachte hielt ich das oben erwähnte Sprichwort "You can't have your cake and eat it" für banal und zudem nicht sehr anschaulich. Heute muß ich sagen, daß es kaum eine Weisheit gibt, gegen die mehr gesündigt wird als die, daß man eben nicht zwei Sachen wollen soll die einander ausschließen. Man kann das auch bei sich selbst feststellen, am meisten aber sieht man es in der Politik, ja tatsächlich besteht eigentlich das gesamte zeitgenössische poltitische und leider auch gesellschaftliche Wollen aus unvereinbaren Gegensätzen. Einwanderung UND Sozialstaat, Karriere UND Kinder, Multikulturalität UND Frieden, Freiheit UND Sicherheit und so weiter.
karlmartell
01. Oktober 2013 17:38
Wieder einmal auf den Punkt gebracht.
Aber im Prinzip nicht neu, sondern nur die Fortsetzung dieser
Richtlinien:
http://euro-med.dk/EU-Documents/Framework-Decision-On-Racism-And-Xenophobia-93739.pdf
http://euro-med.dk/EU-Documents/Council-Framework-Decision-2008-st16771-en07.pdf
http://euro-med.dk/EU-Documents/Statements-To-Be-Entered-In-The-Minutes-Of-The-Council-st16351-re01.en08.pdf
Carsten
01. Oktober 2013 17:52
Mit "uns" kann man's ja machen, aber die Neger und Orientalen werden sich nie, nie, nie zu toleranten Deppen verhausschweinen lassen. Rassenunruhen werden die Folge sein, denn wenn Realität auf linke Utopie trifft, gewinnt jedesmal die Realität.

Was für eine irre Hybris, sich einzubilden, die Natur umklempnern zu können. Das sind alles Wahnsinnige. Man sollte anfangen, Zigaretten, Schnaps, Schokolade und Nylonstrümpfe für die Zeit nach dem Bürgerkrieg zu horten.
nino
01. Oktober 2013 18:50
Da gab es doch mal einen Zeichentrickfilm, in dem man die Leute in Toleranzlager gesteckt hat. Keine geschichte zu absurd, als dass sie nicht von der Realität eingeholt würde. Oder wie soll man sich die "speziellen Programme" vorstellen, welche die Jugendlichen wieder toleranter machen sollen?
Rettet uns vor denen die uns retten wollen!
neocromagnon
01. Oktober 2013 19:04
Es gibt kein richtiges Menschen- oder Gesellschaftsbild. Gesellschaft entsteht aus der Interaktion der Individuen. Gerechtigkeit entsteht aus dem Umgang der Menschen miteinander. Wer Gerechtigkeit will muß gerecht leben. Der Staat kann für Rechtssicherheit der privaten Verträge sorgen und auf Unterdrückung verzichten, mehr liegt nicht in der Macht des Menschen.

M.L.: Und dieses Menschen- und Gesellschaftsbild, das Sie hier skizzieren, halten Sie demnach auch nicht für richtig?
Joseph von Sternberg
01. Oktober 2013 19:58
Ist vielleicht ein bischen OffTopic - passt aber mittelbar super hierher - denn es geht ja bei der Befreiung von "Europa" auch um die Befreiung von der "Toleranz" -

die AfD will uns vielleicht von "Europa" befreien - aber die "Toleranz" hat sie jetzt endgültig verinnerlicht:

"AfD verhängt Aufnahmestop für „Die Freiheit“-Mitglieder"
http://www.jungefreiheit.de/Single-News-Display-mit-Komm.154+M5b8ae859feb.0.html

Man könnte fast von Gerechtigkeit sprechen - schließlich hat der Stadtkewitz auch alle die kooperieren wollten brüskiert - besser soll das Abendland untergehen, als das wir mit pöhsen Nazis zusammenarbeiten...

Immer diese vorhersehbaren - maladaptiven Verhaltensweisen.

Jeder hat doch mal jemanden mit einer Zwangsstörung oder einer Neurose beobachten dürfen: Kontrollzwänge, Messies, Paniker - jeder sieht da von außen wie Irre diese Leute sind - die haben aber für den Unsinn den sie machen immer intressante Rationalisierungen. Jeder außenstehende lacht.

Doch das unsre ganze Politkultur - zu der ja Millionen gehören - durch und durch neurotisch und nicht intressengerecht ist, darüber dürfen nicht mal mehr die Kabarettisten lachen.

"Nein ich will nicht mit den Rechten in einem Monitorbeitrag genannt werden!!!"

Sieht man eine Satire und niemand lacht, dann ist es wohl das wahre Leben.

Alle diese Idioten, die ihr Sparschwein festhalten - aber davor Angst haben "ins falsche Licht gerückt zu werden" - sind zwangsneurotisch. Oder wie Schüler in der 8.Klasse, deren größte Angst es ist "uncool" zu sein. Das ist der selbe Mechanismus.

Das ganze nochmal mit den Worten eines gebildeten Altphilologen:

It is like watching a nation busily engaged in heaping up its own funeral pyre.


Notabene, ich glaube das die AfD Gewaltigen wirklich nur an die Wirtschaft und die Inflation denken das finis Germaniae spielt überhaupt keine Rolle.

Vergleicht man Powell mit Lucke, so hat man den Kontrast von Faust zu Wagner - wir bräuchten eine faustische Führung - zur Auswahl steht aber nur eine reagenzglasputzende Laborratte
Anton
01. Oktober 2013 20:06
Man gewinnt beim Lesen des Entwurfes den Eindruck, daß sich hier juristisch wenig beschlagene Personen zusammengesetzt haben, um zu erfinden, was es - jedenfalls in Deutschland - schon lange gibt.

Das System von Grundrechten und deren Einschränkungen ist nun wirklich nichts Neues, und die erklären das ab ovo.

Der im Entwurf genannte Coautor Rüdiger Wolfrum dürfte wohl der Völkerrechtsprofessor gleichen Namens sein. Erstaunlich!

Interessant auch, daß der "European Council on Tolerance and Reconciliation" in der deutschen Wikipedia gar nicht vorkommt.
Auch seine eigene Internetseite existiert nur auf Englisch und Russisch.

Naja, die Rechnung wird dann zweifelsohne auf Deutsch gestellt werden ...
Joseph von Sternberg
01. Oktober 2013 20:07
p.s. natürlich sind im Kommentarstrang wieder ´ne ganze Menge Apologeten unterwegs, die die selben abgedroschenen Argumente bringen - wie schon vor ein paar Wochen...

M.L.: Das geht dann so lange, bis sie selber an die Reihe kommen.
Hartwig
01. Oktober 2013 20:32
Man sollte die sich anbahnende "großen Koalition" in Berlin im Auge behalten, nicht nur, weil sie jede Menge übliche Untaten begehen wird (gesellschaftspolitisch hat die "Partei der kleinen Leute" das gesamte Repertoire der Grünen verinnerlicht), nein, vor allem weil sie eine verfassungsändernde Mehrheit innehaben wird. Und eine parlamentarische Opposition (Linke, Grüne) gibt es in diesem Sinne nicht. Also alles, was im obigen Text noch vage als grundgesetzliches Bollwerk aufgeführt wird, könnte ohne großes Zaudern abgeräumt werden.

Immer wieder aufs Neue werde ich überrascht, wenn offenbar wird, dass es anderen europäischen Völkern keinen Deut besser ergeht. Was ich vor nicht all zu langer Zeit noch für eine typisch deutsche Krankheit hielt, scheint andernorts, GB, Skandinavien, Frankreich, Benelux, ähnlich oder schlimmer zu wuchern. Das alles ohne Nachkriegsumerziehung und ohne Schuldkult.
Gebhardt Treu
01. Oktober 2013 20:42
Ich frage mich allen Ernstes, wie lange die Sezession und andere Plattformen der Neuen Rechten noch frei publizieren dürfen. Auch auf Bundesebene gab es bereits Stimmen, die eine Ausweitung des §130 forderten, wenngleich sich der Großteil der politische Elite hierzulande noch sträubt weitere Repressionen gegen Andersdenkende umzusetzen. Aber sobald sich die kritischen Stimmen in Deutschland mehren und die "Nazi-Keule" ihre Wirkung verliert, wird man auch wohl hier auf gesetzgeberischen Wege tätig werden. Bis zum totalitären europäischen Superstaat sind es wohl nur noch wenige Jahre.

Leider sehe ich für das demonstrationsmüde deutsche Volk wenig Möglichkeiten dem Henker der Nationalstaaten zu entrinnen. Meine Hoffnungen liegen bei anderen Völker wie den Franzosen, den Ungarn oder den Spaniern - dass dort der Zerfall des künstlichen Europas seinen Anfang nimmt.
Biobrother
01. Oktober 2013 21:37
Och, einigen Spezialisten hier würden so ein paar Wochen im liberalen Toleranz-Gulag schon ganz gut tun. ;-)

Aber im Ernst: Probleme und Konflikte verschwinden natürlich nicht automatisch dadurch, dass man strafrechtlich oder über gesellschaftliche Ächtung unterbindet, dass über selbige gesprochen wird. Und eine 100%ige Willkommenskultur alleine ist sicher auch nicht geeignet, multikulturelle Konflikte bzw. den Konflikt zwischen einer leistungsorientierten liberalen Moderne und beleidigtem archaischem Traditionalismus zu beseitigen.

Trotzdem schüttelt es mich schon ein bisschen, wenn hier von einigen Kommentatoren grob vereinfachend zwei Lager - der liberale, kultiviert-überfeinerte (oder wahlweise RTL-verblödete) und "verhausschweinte" Mitteleuropäer einerseits und der primitive, aber dafür ungeheuer vitale und aggressiv-eroberungsbereite Orientale, Zigeuner und/oder "Neger" - gegenüber gestellt werden. Letztlich gibt es Toleranz und Intoleranz sowie die vorhandene oder fehlende Bereitschaft, sich in die bestehende Gesellschaft einzufügen, auf beiden Seiten, wobei sich diese Bereitschaft sicherlich mit steigender Bildung und guten Chancen erhöht - wer etwas zu gewinnen oder verlieren hat, ist in der Regel ja durchaus zur Mitarbeit bereit.

Und wer das oben Genannte unlogisch findet: Das ist ja nun beileibe nicht das einzige Gegensatzpaar dieser Art: christliche Nächstenliebe und Scheiterhaufen, sozialistische Brüderlichkeit und Gulag, etc. widersprechen sich ja durchaus auch. Das alte Motto "Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag ich dir den Schädel ein" scheint wohl universelle Gültigkeit zu besitzen (hier kommt der liberale Umerziehungsversuch m.E. sogar noch ganz gut weg).
Anton
01. Oktober 2013 21:41
Vielleicht nochmal zwei Anmerkungen:
Erstens hat der Bundestag schon vor einigen Jahren eine Initiative, sogenannte Haßdelikte mit einer erhöhten Mindeststrafe zu belegen, abgeschmettert.

Zweitens lohnt es sich bestimmt, mal genauer zu recherchieren, was genau eigentlich der "Rat für Toleranz und Versöhnung" ist. Die hier verlinkte Internetseite ist Teil des Internetauftrittes einer Privatperson, eines russischen Juden offenbar, von dem ich noch nie zuvor gehört habe.

Wer ist das? Was will der? Warum hat er Macht über mich?
Axel Wahlder
01. Oktober 2013 21:44
Cui bono? - die Roemer konnten richtige Fragen stellen. Nachdem wir da endich Kalifat haben, wird die Toleranz aus muslimischer Sicht praktiziert, also von Umma zu oder gegen Zimma. Hoffentlich werden Hr. Wowereit, Westerwelle, von Beust und andere Wuerdetraeger noch fliehen koennen.
G. Schäfer
01. Oktober 2013 21:50
Eigentlich sind Grundideen des Papiers der ECTR alle nicht neu. Ich hatte neulich berufsbedingt das Vergnügen, eine Rede von Joschka Fischer zu lesen, die er im Jahre 2001 auf der "Weltkonferenz gegen Rassismus" gehalten hat. Da heißt es:
"Globalisierung und Migration führen rund um den Globus zur Entstehung multikultureller und multiethnischer Gesellschaften. Hierin liegt für uns alle eine große Bereicherung. Die damit einhergehenden Ängste vor einem Verlust von Identität und Sicherheit sind zugleich aber auch ein Nährboden für Haß und Gewalt gegen Fremde. Rechtsextreme und rassistische Gruppen verbreiten heute ihr Gedankengut über das Internet und andere neue Medien []. Um die Bekämpfung dieser neuen Formen von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit muß es in erster Linie auf dieser Weltkonferenz gehen. [] unser Staat und unsere Gesellschaft sagen deshalb allen Formen von Rechtsradikalismus, Rassismus und Antisemitismus den entschiedensten Kampf an. "
Wenn Globalisierung, die als Etablierung eines Weltmarktes ja von linksliberal bis nominell konservativ gewollt ist, zur Entstehung von multikulturellen Gesellschaften führt, müssen sich die Eliten eben überlegen, wie sie den damit einhergehenden Problemen (Entfremdung / Spannungen und Gewalt zwischen den Migranten und den Autochtonen) steuern. Sie haben sich für die „Erziehung“ zur Toleranz entschieden, die allerdings vor allem auf die Autochtonen der (ehemaligen) europäischen Nationalstaaten abzielt:
1) „positiv“ durch Toleranz – Antirassismuspropaganda
2) negativ durch Abstrafung der „Intoleranten“, teils durch mediale Denuntiationskampagnen, teils und wohl zunehmend mithilfe besonderer Gesetze und Institutionen

Da die ökonomische Globalisierung voranschreitet,
die Weltbevölkerung abgesehen von den europäischen Völkern zunimmt,
und infolgedessen der Druck der globalen Migrationsströme auf Europa weiter zunehmen wird,
stellt sich die Frage, welche Alternative zum „multikulturellen“ Umerziehungsprogramm sich bei dieser Sachlage bietet.
Ein bisschen strengere Einwanderungsregeln, den eigenen Geldbeutel festhalten, ansonsten aber das obgenannte Antirassismusprogramm mehr oder weniger mittragen - das will die Führung der AfD. Kann man bei einer marktwirtschaftlichen, und tendenzielle die ökonomische Globalisierung befürwortenden Haltung etwas anderes erwarten?
Couperinist
01. Oktober 2013 22:44
England ist in der Form wirklich Vorreiter, selbst das stark arabisch geprägte Frankreich ist aufgrund seiner strengen Laizität weniger "diverse", nichts mit laissez faire.

Eher mitleiderregend sind aber auch die englischen Widerstandsbewegungen wie EDL und Liberty GB. Die orientieren sich leider völlig an der Rhetorik der, auch von ML desöfteren beschriebenen liberalen Islamkritik. Bis auf einige gute Ausnahmen versucht man sich mit dem Einstehen für Demokratie und "free speech" Gehör zu verschaffen, was aggressive Diversity-Ideologen und Minderheiten-Lobbyisten überhaupt nicht interessiert.

Die "Mehrheitsgesellschaft" (auch so ein Kotzwort) darf eigene Interessen nur noch hinter solchen Floskeln verstecken. Aber auch das gilt nicht, die sind ja nicht doof.
neocromagnon
02. Oktober 2013 02:55
@M.L.
Was ich damit sagen will: Man kann Gesellschaft nicht formen, sie entsteht. Ich kann mir ein Bild von Gesellschaft machen, aber das wird höchstens eine Ahnung und immer unvolkommen und fehlerhaft sein. Basierend auf einer Vorstellung von Gesellschaft ein staatliches Instrumentarium zu deren Formung zu schaffen ist so aussichtslos, wie ein Ökosystem planen zu wollen. Das übersteigt die Möglichkeiten des menschlichen Geistes. Den Menschen einem solchen Bild dann anpassen zu wollen ist irre.
Aber ich denke, dem staatlichen Verwaltungsapparat weder der EU noch in Berlin geht es in Wahrheit um eine Ideologie, auch wenn sie pausenlos mit ideologischen Begriffen um sich werfen, die benutzen solche Bergiffe nur (was dem einzelnen kleinen Rädchen sicher nicht bewusst ist). Die könnten genausogut die Reinheit der Rasse fordern und damit dann ihre Machtausweitung und weitere Eingriffe in unsere Freiheit begründen. Es ist nur Mittel zum Zweck. Eine staatliche Organisation ist im Gegensatz zu Gesellschaft nicht komplex, sie folgt dem Prinzip dem alle Organisationen folgen, Machtausweitung. Egal wie sie verfasst ist.
Rainer
02. Oktober 2013 07:21
@nino

Dieser Zeichentrickfilm hieß "Im Todescamp der Toleranz" und kann hier angesehen werden:

http://www.southpark.de/alle-episoden/s06e14-todescamp-der-toleranz

In diesem satirisch-absurden Film werden Schulkinder in ein Toleranzlager gesteckt, weil sie die Lehrmethoden ihres schwulen Lehrers befremdlich finden. Im Toleranzlager, das wie ein KZ aussieht, bekommen sie dann eingetrichtert: Intoleranz wird hier nicht toleriert.
Ein Fremder aus Elea
02. Oktober 2013 09:30
Es werden Strukturen geschaffen.

Strukturen, welche gegen Terroristen und Menschen, welche die falsche Meinung haben, gerichtet sind.

Wohl auch irgendwie und irgendwann in einem Sinnzusammenhang, also Terroristen und deren Unterstützer.


Es ist aber so, als ob man ein Faß, welches unter zuviel Druck steht, dadurch vorm Bersten schützen wollte, daß man es kontrahiert (vorausgesetzt, das ginge irgendwie).

Es ist völlig egal, was öffentlich gesagt wird, jeder weiß, in was für einer Gesellschaft er lebt, und für das Funktionieren der Gesellschaft ist es essentiell, daß möglichst viele Menschen sich in ihr wohlfühlen und nicht etwa auf Distanz zu ihr gehen.

Alles, was man in Freiheit beobachten kann, ist freie Willensäußerung.

Immer, wenn der Staat zwingend eingreift, wenden sich die Betroffenen von ihm ab.

Nur, wenn die freie Willensäußerung antisozial ist, entsteht der Gesellschaft also ein Gewinn. Sonst ein Verlust.

Seltsam, daß ausgerechnet Sozialwissenschaftler das nicht verstehen sollten. Asoziales Verhalten ist ein Warnung: "Bleib mir vom Leib." Und es ist besser, das auch zu tun, so lange man nicht "goldenen Sonnenstaub" und eine "sonnige Lachmaschine" hat. Repression ist keine gute Idee.

Denn letztlich, wenn man das Fundament der Gesellschaft schädigt, und der Glaube an die eigene Gesellschaft ist ihr Fundament, hat man am Ende immer weniger, was man noch auf das verbliebene Fundament bauen kann.

Nun gut, die Karten liegen auf dem Tisch. "Und willst du nicht mein Bruder sein, dann schlag' ich dir die Fresse ein!"

Historisch ist die Sache natürlich absurd. Relativ gesehen gibt es schlicht keine Erziehungsziele. Die Europäer sind in jeder Hinsicht gemäß den eigenen Erziehungszielen am vorbildlichsten auf der Welt. Und ich meine damit nicht, daß wir jetzt erstmal auf die anderen warten müßten - das vielleicht ja auch -, sondern vielmehr, daß die Menschheit überhaupt keine Erfahrungen in dem Bereich hat, in welchem sich die Europäer bereits befinden.

Und in einer solchen Situation, also wenn ich etwa von den Früchten einer Pflanze esse, von der zuvor noch kein Mensch gekostet hat, muß man doch erst einmal sehen, wie es einem bekommt, bevor man immer mehr davon tut.

Hingegen, die EU, bemerkend, daß der Magen grummelt, meint: "Jetzt ganz schnell immer mehr futtern."

Was soll's. Seit ich 12 Jahre alt bin, halte ich die Menschen für dumm und unmoralisch. Und zwar zu einem solchen Grad, daß ich in ihrem ganzen Treiben nicht den geringsten Sinn sehe, und mich nur aus dem Grunde noch nicht erhängt habe, weil ich ja immerhin vielleicht noch irgendetwas sinnvolles zu Stande bringen könnte - und wahrlich, das habe ich auch, meiner bescheidenen Ansicht nach, nur daß es natürlich nichts am bereits damals erkannten Sachverhalt ändert.

Jetzt also das. Nun, die Menschen haben Hitler und Stalin ertragen, sie werden auch das ertragen. Man kann nicht gegen gewisse Gesetze an, wenn der eigene Klub immer kleiner wird, finden sich schließlich alle im anderen wieder. Und wenn er immer größer wird, dann nur deshalb, weil man es verstand, dem Lebenswillen der Menschen ein Bett zu geben, worein er sich ergießen kann.

Und selbstverständlich kommt es darauf an, das auch langfristig zu tun.

Pappnasen.
Ulfrik
02. Oktober 2013 09:55
nichts neues unter der abendsonne
das "death camp of tolerance" rückt näher, oder auch nicht
das drohen gegen anti-feminismus ein nicht so subtiler shit-test®
endlich soll sich was regen, doch zu viele "männer" bleiben schlaff
Fritz
02. Oktober 2013 10:34
Toleranz als Staatsdoktrin widerspricht sich nunmal selbst und ändert grundsätzlich nichts am Tatbestand, dass die Gesellschaft aus einzelnen und dadurch andersartigen Menschen besteht. Sobald man dazu noch anfängt von "Gruppen" zu schwadronieren widerlegt dies auch das Prinzip einer sog. Minderheit. Wo zwei Menschen Einem gegenüberstehen, da beginnt bereits die Mehrheit- und nicht in statistischen Erhebungen. Ein Hauptproblem ist zudem, dass die 'Gehirne' solcher Organisationen weder theoretische Grundlagen noch praktische Erfahrungen besitzen, sondern als Ersatz dafür eine krude und infantile Ethik (sie nennen das dann irrtümlicherweise meistens 'Humanismus') zu ebensolchen Grundsätzen verbiegen. Und mit diesem dürftigen Rüstzeug wollen sie dann die gesellschaftliche Wirklichkeit gestalten und den intellektuellen Diskurs dominieren. Wirklich traurig, wie weit sie schon gekommen sind.
Simone
02. Oktober 2013 10:45
@Couperinist
Apropos "Mehrheitsgesellschaft", weil dieses üble Wort ja heute praktisch auf jeder Suppe rumschwimmt, habe ich es mal gegoogelt und dabei die Suche auf bestimmte Websites eingeschränkt, um die Anzahl der Treffer in verschiedenen Zeitungen von links bis "konservativ" herauszufinden. Ergebnis:
Taz - 2950
Spiegel - 2720
Sueddeutsche - 356
Zeit - 721
Welt - 630
FAZ - 595
Hermann
02. Oktober 2013 12:06
Beim Lesen der Mitgliederliste fragt man sich: wieso ist da ein Türke dabei? ist die Türkei schon in der EU? Aus dem verlinkten Wikipedia-Artikel geht dann hervor, dass dieser famose "Rat" kein Organ der EU ist, sondern ein privater Verein von Wohlmeinenden, bloß nicht so harmlos wie ein Verein zur Brauchtumspflege oder ein Kneipp-Verein, sondern ein "quango", eine "quasi non governmental Organisation", die von den Regierenden vorgeschickt wird, wenn es gilt, etwas vorzubereiten und durchzudrücken, was mit dem Rechtsstaat und der Demokratie nicht so ganz vereinbar ist. Gut, dass Sie darauf aufmerksam gemacht haben!

M.L.: Er gehört jedenfalls zum "Netzwerk" der EU, präsentiert dort seine Programme und schmückt sich teilweise mit dem EU-Symbol oder visuell ähnlichen Logos.
ene
02. Oktober 2013 12:15
@ ein fremder aus Elea

Seit ich 12 Jahre alt bin, halte ich die Menschen für dumm und unmoralisch

Eine ernstgemeinte Frage: wie alt waren Sie, als Sie zum ersten Mal Ihre eigene Dummheit und Amoralität deutlich erkennen mußten?
Frank
02. Oktober 2013 13:18
"Globalisierung und Migration führen rund um den Globus zur Entstehung multikultureller und multiethnischer Gesellschaften. Hierin liegt für uns alle eine große Bereicherung. Die damit einhergehenden Ängste vor einem Verlust von Identität und Sicherheit sind zugleich aber auch ein Nährboden für Haß und Gewalt gegen Fremde." (Joschka Fischer, zitiert von G. Schäfer)

Sonst heißt es dann immer, dass sämtliche - vielleicht auch nur eingebildeten, irrealen, von den Medien gezielt hochgespielten - Ängste "auf jeden Fall ernstgenommen werden" müssten, die Angst vor dem "Atomstrom" etwa oder vor der Gentechnik oder vor der NPD. Geht es jedoch um die "Ängste vor einem Verlust von Identität und Sicherheit", macht man gar nicht erst die geringsten Anstalten, sich zu fragen, ob an diesen Ängsten nicht vielleicht doch irgendwie etwas dran sein könnte.

Solche Hohlphrasen entlarven sich damit von vorne herein als bloßer Herrschaftsdiskurs zwecks Ausgrenzung von Menschen, deren Meinung man vor allem aus einem Grund kein Forum bieten möchte: es könnte sich herumsprechen, dass sie mit ihren Ängsten richtig liegen. Und schon wäre die Legitimation der herrschenden Klasse dahin. Und die vielen schönen Pöstchen auch.
Waldgänger
02. Oktober 2013 13:34
@ Carsten (1.10., 17.52 Uhr)

Sie haben mit wenigen Worten in Ihrem ersten Absatz das Entscheidende gesagt.



@ Lichtmesz

Vielen Dank für diese gute Dokumentation.
Ich fürchte, dass in diesem EU-Programm ein Baustein zu einem neuen Totalitarismus gegeben ist.
Unsere Wirtschaftseliten werden (den angenommenen Preis der Selbstaufgabe fürchtend) am Konzept der Internationalisierung festhalten. Und damit auch am Konzept von offenen Grenzen, Migration und Multikulti.

Da sie aber andererseits erkennen, dass die Menschen das nicht wollen - egal ob Einheimische oder Zugewanderte - wächst die Bereitschaft, ein funktionierendes Mischmasch mit Gewalt zu erzwingen.
Die Einheimischen sind allerdings leichter zu zwingen.

Nur nur ein funktionierender Völker-Mischmasch in Regionen, die bloß noch als traditionslose Wirtschaftsstandorte gesehen werden, scheint ihnen ein erfolgreiches Wirtschaften zu versprechen.

Da sie damit aber etwas rund machen wollen, was nun mal eckig ist - die Natur des Menschen also - droht die Bereitschaft zu Zwang und Gewalt zu wachsen.

Aus Sicht unserer internationalistischen Eliten ist dieser Weg alternativlos. Und unter Berücksichtigung ihrer Logik und Sachzwänge ist er das vielleicht sogar wirklich.
Das macht die Sache noch schlimmer.

Es ist ja nicht (nur) die linke Ideologie, die zu diesem Konzept drängt, sondern es sind die Interessen der ganz Mächtigen, die immanente Logik des globalisierten kapitalistischen Systems!
Ein Fremder aus Elea
02. Oktober 2013 14:49
ene

Meine eigene Dummheit erkannte ich zum ersten Mal mit 6 oder 7 Jahren, in der ersten oder zweiten Klasse.

Die Sache mit der Amoralität ist komplizierter, in gewisser Weise tragisch, Verstrickungen und so.

Aber um eine einigermaßen klare Antwort zu geben. Meinen moralischen Anforderungen, welche ich mit 12 Jahren hatte, habe ich angefangen zu widersprechen, seitdem ich verheiratet bin, also seitdem ich 31 bin.

Gut, aber das ist nicht zu vermeiden, das Leben beschmutzt uns, wir sollten uns wacker schlagen, sauber bleiben wir nicht.

Hmm... Selbstmitleid und so stinkt Ihnen, nicht wahr?

Aber was ich mit 12 Jahren meinte, war: Diese sind verdammt und gehen in die Hölle.

Ob ich selbst in die Hölle gehe, weiß ich grad noch nicht. Aber das ist der Hintergrund, von dem ich spreche. Die Wahrnehmung, sich in der Hölle zu befinden, und die Frage, ob sich in der Hölle etwas sinnvolles anstellen läßt.

Ich lasse das persönlich für mich offen, bin aber mittlerweile zuversichtlicher als mit 12. Gut, das Urteil obliegt Gott.

Aber nur zu, entrüsten Sie sich über mich.
ene
02. Oktober 2013 17:00
@ Ein Fremder aus Elea

Entrüsten? Aber nein, dazu hätte ich keine Berechtigung Meine eigene Dummheit erkannte und erkenne ich leider oft erst im Rückblick. Jetzt bin ich im Erkennen schon etwas schneller geworden, dies bringt die Erfahrung mit sich. Dadurch läßt sich hoffentlich einiges verhindern.-
"Selbstmitleid" war nicht das, woran ich dachte.
Es fällt mir nur auf - alltäglich auf - daß zwischen den großen Sätzen, die man so ausspricht über "den Durchschnittsbürger" usw. usw. und den tatsächlichen Erfahrungen, die man machen kann, wenn man nahe genug herangeht an die Dinge - ziemlich große Lücken klaffen. Viel Unbemerktes, "Anderes". So wie auch zwischen dem, was man über sich selber denkt - und dem, was man über sich selber erfährt in bestimmten Situationen. Und: dieses Dazwischenliegende interessiert mich besonders. - Deshalb fragte ich. Weil mir Ihre Rigorosität so - unwahrscheinlich vorkam.
Ein Fremder aus Elea
02. Oktober 2013 19:46
Na, sagen Sie doch gleich, worum es Ihnen geht.

Nein, dieses Urteil, welches ich mit 12 gefällt habe - und dann stand ich auch mit der Schlinge um den Hals auf 'nem Balken, wackelte, die Schlinge stieß mir ziemlich hart gegen den Kehlkopf, und mir wurde einfach schlecht, und ich hab's gelassen - ist eines nicht so sehr über Menschen, obwohl es sich natürlich so liest, als vielmehr eines über die Gegenwart, den gelebten Geist.

Und es stimmt schon so, wie ich's damals gemeint habe, nämlich daß ich von diesen Menschen nichts zu erwarten habe, daß sie ohne jede persönliche Relevanz für mich sind, und daß ich mein Leben ihnen gewiß nicht anvertrauen werde. Freilich, bezüglich des letzten Punkts regiert bei mir mittlerweile ein gewisser Zynismus, das ist natürlich auch ein wenig der Trotz eines Kindes, nicht wahr? Aber sonderlich anvertraut habe ich mich ihnen dennoch nie.

Da gibt es nicht wirklich Details zu entdecken, Näheres, wie gesagt, es geht nicht um die Menschen, ihre Vielseitigkeit, was sie unter anderen Umständen machen würden, es geht einzig darum, welcher Geist sie lenkt, wohin der führt und welche Anknüpfungspunkte mir der bietet.

Um es mal so zu sagen: Wenn in ihnen der Teufel wirkt, sind sie halt verdammt, und die Welt ist Hölle.

Da gibt es nicht recht mehr zu zu sagen. Mit 12 war ich klug genug, das zu erkennen. Ich habe mich freilich in ein, zwei Punkten geirrt, aber das sind Sachen, die direkt mit Sexualität zusammenhängen und nicht wirklich relevant für meine damalige Einschätzung sind. Ich habe meinem Vater ein ganz klein wenig Unrecht getan, weil er sich nie an das erinnern konnte, was ihm ungelegen kam. Dummerweise ist man bei der Art und Weise, wie Eheleute sich selektiv erinnern, aber auf so ein Verhalten angewiesen.

Das war also keine reine Bosheit, sondern mehr ein Versuch, eine gewisse Ruhe zu wahren.

Nun ja... wie gesagt, jeder macht ein paar Fehler, aber der Kern der Sache, letztlich das Kuschen, das Nicht für etwas Stehen, die moralische Beliebigkeit, war und ist klar genug zu erkennen.

Geht nicht darum, daß der Kuscher schuldig ist, geht nur darum, daß durch ihn der Teufel regiert.
Jan
02. Oktober 2013 22:15
Mitten in Europa durfen Imame ungestraft verkünden, dass Nichtmuslime niedriger seien als Tiere

http://ruf-der-heimat.com/2013/09/30/mitten-in-europa-durfen-imame-ungestraft-verkunden-dass-nichtmuslime-niedriger-seien-als-tiere/
Biobrother
02. Oktober 2013 22:50
Auch wenn es vielleicht etwas vom Thema abschweift, dennoch hier noch etwas aus der Rubrik Konservatismus gegen Zeitgeist, bzw. die Idee, dass alles machbar sein müsse. Auch wenn ich mich als liberaler Katholik oft massiv über das erzfromme bis frömmelnde Portal „Gloria.tv“ ärgere, schaue ich doch gelegentlich dort vorbei und stieß dabei auf eine Meldung, die mich bei aller medialen Abstumpfung etwas erschüttert hat. Im außerordentlich liberalen Belgien ließ sich eine Frau aufgrund transsexueller Regungen zum Mann umoperieren. Nachdem sie von dem hier wohl zwangsläufig mäßig überzeugenden Ergebnis ernüchtert war und sich wie ein „Monster“ vorkam, beantragte sie die Euthanasie, die ebenfalls bewilligt wurde. Der die wunschgemäße Tötung ausführende Mediziner Wim Distelmans gilt als dezidierter Befürworter der großzügigen belgischen Euthanasiegesetze und regt sogar deren weitere Öffnung an, so z.B. die Option, dass lebensmüden alten Leuten ebenfalls die Tötung gewährt werden solle (bis jetzt muss dafür ein nicht-tragbares Leiden physischer und/oder psychischer Natur bescheinigt werden). Siehe hierzu auch der dritte Link; Zitat aus dem englischsprachigen Artikel: „Distelmans believes that the euthanasia law should be changed to enable seniors who are tired of life to be able to request euthanasia.”

http://katholisches.info/2013/10/02/frau-liess-sich-in-mann-verwandeln-fuehlte-sich-aber-wie-ein-monster-und-liess-sich-euthanasieren-geschehen-in-belgien/

http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/europe/belgium/10346616/Belgian-killed-by-euthanasia-after-a-botched-sex-change-operation.html#

http://www.expatica.com/be/news/local_news/93_year_old-Belgian-woman-on-hunger-strike_50901.html
Andreas Walter
03. Oktober 2013 06:23
So. Und jetzt weiß ich auch, wer hinter diesem seltsamen “Manifest der Toleranz” steht – und was dieser ECTR ist. Was Felix Weil für die Frankfurter Schule war, ist Viatcheslav Moshe Kantor für den ECTR. Russischer Milliardär, derzeit auf Platz 613 der Forbes Liste, Vorsitzender des European Jewish Congress, dem europäischen Ableger des World Jewish Congress mit Sitz in NY, Vorsitzender des European Jewish Fund, Gründer des International Luxembourg Forum on Preventing Nuclear Catastrophe (Iran!), Vorsitzender des World Holocaust Forum und Gründer des ECTR, des European Council on Tolerance and Reconciliation. 14 Mitglieder hatte dieses 2008 von Kantor in Paris ins Leben gerufene Projekt noch bis vor kurzen, eines davon, Václav Havel, ist im Jahr 2011 verstorben und taucht darum im Wikipedia Artikel über diese angeblich non profit Nichtregierungsorganisation nicht mehr auf. Kantors Motto auf seiner privaten Webseite: “Let My People Live!” – ah ja, ich versteh.

Das umstrittene Dokument “Model National Statute for the Promotion of Tolerance”, über das es auch einen Artikel bei Wikipedia gibt, fand seinen Weg 2012 mit oder über Martin Schulz (SPD) ins Europäische Parlament. Martin Schulz ist seit 2012 Präsidenten des Europaparlaments. Der letzte Satz dieses Statuts lautet:

“This text was prepared – under the aegis [Federführung, Schirmherrschaft] of the European Council on Tolerance and Reconciliation – by a Group of Experts composed of Yoram Dinstein (Chair), Ugo Genesio, Rein Mȕllerson, Daniel Thȕrer and Rȕdiger Wolfrum.”

Hier ein Auszug von der Präsentation des Statuts letztes Jahr, bei dem es wohl auch um den Holocaust geht:

http://moshekantor.com/en/projects/ectr/events/presentation-model-law-2012/

Pikantes Detail in diesem Zusammenhang: Rita Süssmuth ist auch eines der derzeit noch 13 Mitglieder des ECTR.

Eine Liste der anderen Mitglieder und wer beim ECTR derzeit den Vorsitz hat, denn Kantor ist “nur” Co-chairman, findet man auch auf Wikipedia.

Schon erstaunlich, dass ausgerechnet ein russischer Milliardär und bekennender Zionist der in der Schweiz lebt auf seine Kosten ein Statut über “Toleranz” ausarbeiten lässt, das der EU als Inspiration oder womöglich sogar als Gesetzesvorlage für “Good Governance” dienen soll welches frappierend an die politische Arbeit von bekennenden Marxisten, Sozialisten und Intellektuellen mit fast ausschliesslich jüdischen Wurzeln der Nachkriegszeit erinnert.

Dieses “Statut der Toleranz” sollte er mal lieber in der Knesset präsentieren, aber genau so geartete Kritik soll es ja Bürgern der EU (immerhin einer halbe Milliarde Menschen) in Zukunft verbieten und sogar unter Strafe stellen, und auch noch andere Vorrechte ausschließlich für Juden erwirken. Man muss dazu nicht einmal Antisemit sein um zu merken, dass hier etwas oberfaul ist, und der Fisch EU bereits schon vom Kopf her stinkt, und in den Müll gehört.
Nordlaender
03. Oktober 2013 10:15
@ Andreas Walter

Sehr reich an Informationen, Ihr Beitrag!

Aber warum reiben Sie sich so am Zionismus Kantors? Spätestens seit Orwell's "Farm der Tiere" sollte man wissen, daß Gleichheit nur eifersüchtig beschützt und aufrecht erhalten kann, wenn sich eine Gruppe dafür opfert, diesen Frieden zu überwachen.
Welche Gruppe sich besonders dafür eignet, kann man schon bei Moses Hess nachlesen, dessen schöngeistiger Humanismus im Übrigen genauso besticht, wie heute ein Parteiprogramm der SPD oder der Grünen das Herz erwärmen läßt.
Nordlaender
03. Oktober 2013 10:32
@ G. Schäfer

„Globalisierung und Migration führen rund um den Globus zur Entstehung multikultureller und multiethnischer Gesellschaften. Hierin liegt für uns alle eine große Bereicherung. Die damit einhergehenden Ängste vor einem Verlust von Identität und Sicherheit ..."
(Rede von Josef Fischer)

Die Zeit reicht nicht aus, jeden einzelnen Begriff dieses Neusprechs zu entlarven. Tragischerweise sind sowohl Ignorieren als auch Kritisieren verkehrt, denn auch eine negative Kritik verleiht dem Gegenstand der Betrachtung einen Wert, der ihm in diesem Falle nicht zusteht.
Aber zu den "Ängsten" sei angemerkt, wie weit die Biologie schon erfolgreich verdrängt worden ist. Wie viele "Ängste" sind es denn eigentlich, drei, vier oder fünf?
Natürlich dient der Plural hier ausschließlich der Vernebelung. Angst/Furcht ist ein grundliegender Mechanismus, fest körperlich verankert, der der Selbsterhaltung dient.
Was passiert (unbewußt) im Mandelkern (Amygdala) beim Anblick einer Schlange - aber auch beim Anblick einer Person, die einem aufgrund bestimmter Physiognomien zutiefst fremd ist?
Die aktuellste Hirnforschung könnte hier Informationen liefern, die völlig unvereinbar sind mit den Entwürfen des Neuen Menschen, der den EU-Bolschewisten vorschwebt.
Julius
03. Oktober 2013 10:55
Die Ambivalenz des Toleranzbegriffes hat - freilich vom entgegen gesetzten Standpunkt - bereits Herbert Marcuse unter dem Stichwort "Repressive Toleranz" (so der Titel eines Aufsatzes in "Kritik der reinen Toleranz" dargestellt. Toleranz gehört, ebenso wie Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Fortschritt, Dialog, Demokratie, Menschenrechte usw. zu jenen Begriffen, die mehr oder weniger beliebig besetzt und instrumentalisiert werden können. Man sollte ein „Lexikon der Lügen der Linke“ bzw. der Moderne verfassen, in dem diese Begriffe dekonstruiert werden, so wie das seinerzeit Max Nordau in „Die conventionellen Lügen der Kulturmenschheit“ (1883) mit fast allem, was bis dahin gut und teuer und Grundlage der europäischen Gesellschaft war, gemacht hat.
Nur ein Beispiel: Das Gleichheitsprinzip wurde, um (für juristische Zwecke ) überhaupt handhabbar zu machen, auf den Gleichheitssatz gebracht: Der Staat darf nicht willkürlich wesentlich Gleiches ungleich bzw. wesentlich Ungleiches gleich behandeln. Rechtliche Unterscheidung muß in sachlichen Unterschieden begründet sein. Was aber sachliche Unterschiede sind und was wesentlich Gleiches bzw. wesentlich Ungleiches ist, ist keine rechtliche Kategorie, sondern eine weltanschauliche, die dem Wandel unterworfen wird. Was früher grotesk gewesen wäre, ist heute "Mainstream". War früher zB eine gleichgeschlechtliche Partnerschaft etwas „wesentlich anderes“, so gilt sie heute - in der EU - als einer Ehe gleich.
MartinP
03. Oktober 2013 13:39
Bedeutet das dann, dass religiös und politisch motivierte Christanophobie und Attacken auf Deutsche verboten sind? Durch Moslems und Linke bsp.

Und bedeutet das dann, dass ich als Rechtspopulist Diffamierter nunmehr frei ohne staatliche und mediale Repression meine Meinung äußern kann?

Bedeutet die vorgeschlagene Toleranz dann auch, dass ich frei sagen kann, dass mir zuviele Ausländer im eigenen Land sind?
Cornelius
03. Oktober 2013 15:34
Leider bedeutet es das nicht, wenn ein Migrant einen Einheimischen angreift, kann man eine Erklärung für eine Haftverschonung finden. Wickelt man eine Scheibe Speck an die Türklinke einer Moschee, dann ist das schwerer Hausfriedensbruch und eine Haftstrafe von 10 Monaten wert.
http://www.hna.de/nachrichten/panorama/mann-wirft-speck-moschee-haft-zr-3118191.html
Biobrother
03. Oktober 2013 16:46
Um noch einmal auf die großzügig gehandhabte Euthanasie in Belgien zurückzukommen: Offenbar möchten Sozialisten und Liberale das eh schon recht großzügige Gesetz nun auch auf schwerbehinderte Kinder ausdehnen. Laut SPON "[erklärten sich] 38 Prozent [...] ganz und gar einverstanden, die Sterbehilfe gesetzlich zu erlauben, wenn die betroffenen Kinder unter einer unheilbaren Erkrankung leiden". Was mit Kindern passiert, bei denen keine Angehörigen mehr im Hintergrund sind, bleibt unklar. Klingt für mich ein bisschen so, als käme die Euthanasie hier – wenn auch oberflächlich verbrämt – in vollem Umfang zurück. Diesmal "in Übereinstimmung mit den Menschenrechten" bzw. als "freiheitliches Grundrecht". Wobei ich mich gerade frage, inwieweit das dann auf schwerbehinderte Kinder zutrifft, die ja vermutlich kaum für sich selbst entscheiden können. Dehnbar nach Zeitgeist scheinen die Menschenrechte also in der Tat zu sein. Was aber m.E. nicht bedeutet, dass sie überflüssig wären.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/belgien-sterbehilfe-fuer-transsexuellen-wegen-psychischer-schmerzen-a-925704.html
Biobrother
03. Oktober 2013 17:28
Letzter Nachtrag: Offenbar soll das belgische Euthanasiegesetz nicht nur auf Minderjährige, sondern auch auf Demenzkranke ausgedehnt werden, eine Personengruppe, die zumindest im fortgeschrittenen Zustand der Erkrankung nicht mehr in der Lage sein wird, sich selbstbestimmt für diesen Schritt zu entscheiden. Das kommt dann - wenn es auch von Angehörigen oder der Pflegeeinrichtung veranlasst werden kann - wohl einer klaren Entsorgung lästiger Fresser gleich, anders ist das ja im Grunde nicht mehr zu nennen.

http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/sterbehilfe_begleitung/article/831155/belgien-sterbehilfe-minderjaehrige.html
Nordlaender
03. Oktober 2013 20:08
@ Biobrother

"Dehnbar nach Zeitgeist scheinen die Menschenrechte also in der Tat zu sein. Was aber m.E. nicht bedeutet, dass sie überflüssig wären."

Wirkliches Recht - also Recht, das für den jeweiligen Begünstigten des Rechtes auch eine tatsächliche Wirkung in seinem irdischen Leben hat - kann es immer nur lokal geben.
Entweder verhelfe ich mir in der Wildnis per Keule selber zu meinem Recht oder es gibt einen lokalen Machthaber, z.B. einen Staat, der ein Gewaltmonopol innehält, mit Hilfe dessen er nach bestem Wissen und Gewissen für eine ordentliche Portion von Rechtssicherheit sorgt.
Anderenfalls ist mein Recht auf Eigentum, körperliche Unversehrheit, mein Leben usw. einfach nur ein Persilschein.
Trotzdem ist das sogenannte "Menschenrecht" alles andere als überflüssig.
Denn immerhin leistet es vieles zur Begründung für Überfälle auf souveräne Staaten, sonst käme man gar noch auf die Idee, selbsternannten Weltmächten (siehe die Bombardierung Libyens) unethische Absichten zu unterstellen.
Inselbauer
03. Oktober 2013 23:57
Irgendwann nach der 160. derartigen Meldungsübersicht des ideologischen Horrors rührt sich etwas, auch wenn man es nicht sofort merkt. Es ist, als ob der Dorfbürgermeister zum x-ten Mal mit geöffnetem Hosenschlitz und dem Gemächt in der Hand auf den Kirchvorplatz tritt und vollmundig Rücksichtnahme auf das Schamgefühl der ortsansässigen Nonnen fordert. Langsam reicht es, das ist keine psychologische Schwelle sondern ein Strukturgesetz. Irgendwann ist es genug, dann drehen sich die Räder in die entgegengesetzte Richtung.
Dietmar
04. Oktober 2013 06:51
@Julius

Der Missbrauch von Begrifflichkeiten durch Umdeutung und bewusst falsch zugeschriebene, neue Inhalte, gehörte schon immer zum Arsenal der Massenmanipulatoren jeglicher Couleur.

Meines Erachtens hat Manfred Kleine-Hartlage zur 'Dialektik der Toleranz' in seinem gleichlautenden Artikel von 2012 eine sehr treffende Definition vorgeschlagen. Soweit ich ihn noch richtig erinnere, sagte er darin etwa folgendes:

Toleranz setzt immer etwas voraus. Nämlich, dass eine allgemein akzeptierte Regel existiert, von der Abweichungen geduldet und hingenommen werden.
In keinem Fall kann Toleranz jedoch bedeuten, die Regeln abzuschaffen.

Für mein Verständnis von Toleranz war dieser Artikel wichtig und hilfreich. Kann er doch als Detektor für die Absichten von Ideologen dienen, die per se jede entgegenstehende Meinung als "intolerant" = "schlecht" verstanden wissen wollen.

So gesehen dienen die Entwürfe des ECTR selbstverständlich dazu, Regeln zu "überwinden", weil eine "Neue Gesellschaft" geformt werden soll. Eine Kopfgeburt also, deren Hohepriester in der jüdisch dominierten Frankfurter Schule das Neue Denken und die Neue Weltordnung anstrebten, um die Welt zu retten, indem man ihr das Verwerfliche ihrer bisherigen Existenz vor Augen führte.
Martin Lichtmesz
04. Oktober 2013 11:57
Dieser Diskussionfaden wird wegen Intoleranz, Verstoß gegen die Menschenrechte, Diskriminierung von Hundebabies und Klimawandelleugnung geschlossen.

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