14. April 2014

Deutschland von Sinnen: Das Bellen der getroffenen Hunde

von Martin Lichtmesz / 30 Kommentare

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

pirincciWenn die Rezensionsschlacht um Deutschland von Sinnen so weitergeht, wird Akif Pirinçcis Gegnern bald kein Pulver mehr übrigbleiben. Den unvermeidlichen Godwin-Joker konnten wir dank Ijoma Mangold schon letzte Woche abhaken. Gegen die geifertriefende tour de force, die nun der Tagesspiegel abgeliefert hat, wirkt Mangolds Offensive allerdings geradezu nüchtern-sachlich. Immerhin werden darin mit enzyklopädischer Vollständigkeit alle Knöpfchen durchdekliniert, die bisher noch gefehlt haben.

Am Ende der Besprechung von Christian Schröder und Caroline Fetscher wird ein eben erschienener Schmöker mit dem Titel "Sprache - Macht - Rassismus" empfohlen, der zur Beruhigung aller Verunsicherten "eine ausführliche Analyse des Sprachgebrauchs von Akif Pirincci" enthalten soll.
Wie in seinem aktuellen Buch berief sich der Autor darauf, dass "die Wahrheit" über diese aufziehende Gefahr von den Medien absichtlich verschwiegen werde. Die sprachliche Analyse führt den manipulativen und ideologischen Duktus von Pirincci klar vor Augen. 

Die Autoren werden schon wissen, warum sie "Wahrheit" in Anführungsstriche setzen. Zum einen scheint sie letztere ja nicht besonders zu interessieren; wer glaubt, auf der richtigsten aller Seiten zu stehen, muß keine Argumente bringen. Wie in Mangolds Rezension findet sich an keinem einzigen Punkt auch nur der Ansatz eines Versuches, Pirinçci sachlich zu widerlegen.

Zum anderen gehören sie augenscheinlich zu dem unter Linken weitverbreiteten Typus, der die Rede des Gegners schon dann für inhaltlich erledigt hält, wenn er sie rein "sprachlich" dekonstruiert, was sich meistens darin erschöpft, alle Formulierungen und Gedanken, die einem nicht passen, in Anführungsstriche zu setzen oder suggestiv zu glossieren. Man spielt also "Ich sehe etwas, was du nicht siehst", wobei die Linke heute in der Regel die Rolle der drei Tempelaffen einnimmt.

Freilich, alles hängt davon ab, was man sehen kann und will und was nicht. Machen wir die Stichprobe. Der Tagesspiegel zitiert:
„Künstler, Denker, Visionäre“ vermisst Akif Pirinçci. Statt ihrer muss der 54-jährige Deutschtürke eine Republik des „Raubtiersozialismus“ ertragen, in der er seine Steuern zahlt, um eine „verschwulte“ Polizei zu unterhalten, in der es von lotterhaften „Patchworkfamilien und Singlebörsen“ wimmelt, wo sich alle Welt „mit dem Abseitigen des Sexus“ beschäftigt, dessen „vielfältige Deformationen“ preist. Derart häufen sich die Zumutungen, dass der „Adoptivsohn“ seiner „liebsten Mutter, Deutschland“ zürnend und krakeelend in deren düstere Zukunft blickt.

Und hier noch ein paar Splitter von anderen Autoren des Manuskriptum-Verlages:
"Der Wohlfahrtsstaat hat uns in die Zange genommen.“ „Feminismus ist eine tropfende Hassreligion, ein totalitärer Umbau der Normalität.“ Die „auszehrende Monotonie des westlichen Diskurses“ führt zu einem „Dasein ohne Herkunft, Heimat, Nachkommenschaft und Transzendenz“.

Alles absolut richtig, daher: Zustimmung. Ich kann ehrlich gesagt, keinen Menschen mehr ernstnehmen, der das nicht so sieht.

Weiter:
Die Kernthese des Textes (...) lautet: In Deutschland dominieren suspekte Adepten der political correctness die Medien und das „kulturelle Leben“.

Auch das ist so offensichtlich richtig, daß, wer hier nicht zustimmt, entweder völlig naiv oder eben ein Förderer und Nutznießer besagter Zustände sein muß. Da hilft nur noch manisches Abwehr- und Verleugnungsgebell, und die Autoren bellen in der Tat, bis sie heiser sind.

Führen wir uns durch eine "sprachliche Analyse" ihren "manipulativen und ideologischen Duktus klar vor Augen". Es ist jedesmal dasselbe Gemisch, das hier Anwendung findet.

Punkt 1: man beginne mit einer faustdick demagogischen Verzerrung:
Akif Pirinçci wütet in seinem Buch „Deutschland von Sinnen“ gegen Frauen, Schwule und Zuwanderer.

Wer das Buch (oder auch nur seinen Titel) kennt, weiß, daß Pirinçci vielmehr gegen den Kult um "Frauen, Schwule und Zuwanderer" vom Leder zieht, also gegen eine spezifische politische Agenda, deren Betreiber sich hinter der Lüge verstecken: "Wir sind die Frauen, die Schwulen, die Zuwanderer!" Und diese werden dann, auf Schlagworte reduziert, auf die Schilde geheftet, um sich einerseits unangreifbar zu machen, und um andererseits zur moralischen Erpressung überzugehen: "Wer gegen uns und unsere Politik und unsere Lügen ist, ist gegen die Frauen, die Schwulen, die Zuwanderer!" Da nützt es auch nichts, wenn ihre Kritiker mitunter selbst Frauen, Schwule oder Zuwanderer sind.

Punkt 2: ein Muß sind möglichst diffuse und vage Anspielungen über angebliche "Demokratiefeindlichkeit" der inkriminierten Autoren oder Texte, völlig egal, ob diese Behauptung belegbar ist, oder nicht. Dahinter steckt eine weitere Lüge: "Wir sind die Demokraten, wir haben die Demokratie gepachtet, wer gegen uns ist, ist ein Demokratiefeind!" In diesem speziellen Fall müssen sich die Tagesspiegel-Schreiberlinge um zwei bis drei Ecken herumwinden, um auch das noch raunend unterzubringen:
Erschienen ist das Pamphlet in einem Verlag, der Demokratiegegner und Sozialstaatshasser vereint.... Der Übergang vom Kulturpessimismus, dem viele Autoren der Manuscriptum-Verlagsgruppe anhängen, zur schneidigen Demokratieverachtung der Neuen Rechten ist fließend.


Punkt 3: der Kritiker der "political correctness" hat niemals gute und objektive Gründe, warum er die Dinge sieht, wie er sie sieht, sondern immer nur niedere Beweggründe, die sich allein subjektiven Ursachen wie seiner psychischen Verfassung und seinem miesen Charakter verdanken. Zum Beispiel ist alles, was er schreibt, von schrecklich häßlichem Haß motiviert, und seine Kritik darf man auch nie "Kritik" nennen, sondern nur als Haß bezeichnen:
Akif Pirinçcis Hass-Buch "Deutschland von Sinnen"... Verlag, der Sozialstaatshasser vereint. ...

"Haß" ist der Welt der Linken bekanntlich gänzlich fremd, weil dort eine haßfreie Zone herrscht, alle nur die besten und humansten Absichten haben und sich ständig an den Händen halten und ganz fest an "Liebe und Solidarität" und dergleichen glauben. Wenn ein Linker in Rage gerät, ist er allemal ein bißchen zornig, und dann immer nur deswegen, weil er sich über eine Ungerechtigkeit oder Lieblosigkeit oder Diskriminierung aufregt.

http://www.youtube.com/watch?v=xwBMrYJODmM

Punkt 4: "Haß" allein genügt aber nicht, sondern der kritisierte Text muß auch lächerlich, läppisch, unfreiwillig komisch sein:
Die Kernthese des Textes, der sich streckenweise wie eine „Titanic“-Satire auf neokonservative Positionen liest, lautet...

Punkt 5: Und dabei vollkommen wirr und kreischüberkandidelt:
Pirinçci schildert diese Clique in einem schillernden Cocktail aus schrillen Ressentiments,

Punkt 6: Trotzdem wohlkalkuliert dem billigstmöglichen, populistischen Gusto angepaßt:
...er mixt ein Gebräu, das Abertausende gerne zu sich nehmen...

Denn war auf die Sarrazinaden noch der Puderzucker bürgerlicher Konvention gestreut, bietet Pirinçci rohes Fastfood für die Massen...

Punkt 7: man darf die Wirrnis des Pirinçci jedoch nicht allzu sehr verharmlosen, denn es handelt sich hier außerdem um einen hochgefährlichen, klinisch Geisteskranken, "brutal" und "sentimental" zugleich, der sich von "Feinden" umzingelt fühlt, ganz so, wie wir gelernt haben, uns das Klischeebild vom Nazi-Verbrecher vorzustellen:
Im brutalisierten Furor gegen Deutschlands inneren Feinde wie in der sentimentalen Idealisierung von Deutschland als guter Mutter offenbart sich ein System psychischer Abspaltungen. Darin gleichen Pirinçcis imaginäre Gegner eher Karikaturen, Comic-Charakteren, als lebendigen Menschen, von denen er kaum einen Begriff zu haben scheint.

Daß sie letztere Manier selber ganz vortrefflich beherrschen, stellen die Autoren nur ein paar Zeilen weiter unter Beweis:  sie behaupten etwa pauschal, daß es sich bei den Pirinçci-Lesern "offenbar" um einen Haufen unterkomplexer, emotional verkrüppelter, pathologischer, ressentimentgetränkter Modernitätsverlierer handeln müsse, um überforderte Schwächlinge, die nur auf ein Stichwort lauern, um endlich die blutgeile, mörderische Urmenschensau vom Zaum zu lassen:
Offenbar sind tatsächlich beachtliche Anteile der Bevölkerung Deutschlands von Sinnen, diejenigen, die emotional mit dem pathologischen Wirrwarr dieser Publikation korrespondieren. Ob sie es aus Überforderung tun, um der Reizdichte und Komplexität der modernen, medialen Gesellschaft zu entkommen – als Symptomträger geben die Rezipienten Aufschluss über die epidemische Verbreitung von Ressentiments sowie das offenbar nur mit Mühen gebändigte Bedürfnis, ihnen enthemmt freien Lauf zu lassen.

Das ist klassische linke Bigotterie: die stupende Fähigkeit, in ein- und demselben Absatz genau das zu leisten, was man dem Gegner eben noch vorgeworfen hat, und dabei so selbstgerecht verbohrt zu sein, es nicht einmal zu merken. Inwiefern das mit einem "System psychischer Abspaltungen" zu tun hat, die dann die Basis für Fremdprojektionen dieser Art bildet, oder ob es sich hier bloß um Knarzdummheit oder ungehemmte Demagogie handelt, sei dahingestellt.

Was die Neigung zu letzterer betrifft, so geben sich die Autoren nicht einmal ansatzweise Mühe, sie zu bändigen, sondern lassen mit Vollgas alle Zügel schießen. Da erscheint Pirinçci als der unmenschlichste, gewissenloseste Unmensch überhaupt, mit einem ultimativen ethischen Defekt, also böse:
Daher fehlt hier dann auch der politische Begriff von einer Gesellschaft, die ethische Vorstellung von Menschlichkeit überhaupt.

Und daraus kann nur was folgen? Punkt 8: Weil Hitler und "Mein Kampf" per Mangold schon verschossen sind, wird das nächstschwerste Geschütz ausgepackt, die Dicke Breivik-Berta:
Gemeinsamer Nenner der an Anders Breiviks „Manifest“ zum Massaker erinnernden Tirade ist „schlussendlich ein vor allem von den Grünen im Laufe von dreißig Jahren installiertes Gutmenschentum, dessen Fundament aus nichts als Lügen besteht.“-... Anders als Breivik, der das Ausagieren von Ressentiment, Hass und Paranoia mörderisch zelebrierte, belässt es dieser Tobende offenbar beim Wort; man muss hoffen, dass auch seine Rezipienten so viel Zurückhaltung aufbringen.

"Offenbar", nur vermutlich also, ist Pirinçci gerade eben noch kein Massenmörder; und  man "muß" (!) hoffen, daß seine Leser ebenfalls keine werden, und wenn, dann wäre er schuld. (Geht es, nebenbei gesagt, eigentlich noch niederträchtiger und hinterhältiger?)

Punkt 9: weil "Frauen" im Schema des Kultes die "Guten" sind, müssen die Autoren natürlich auf folgenden Umstand hinweisen:
Die zwei Dutzend Autoren der zum Manuscriptum-Verlag gehörenden Edition sind ausschließlich Männer –

Ausschließlich Männer! Und keine per Quote gestreuten "guten", also weiblichen Menschen unter ihnen, nein, Männer unter sich! Was da wieder ausgebrütet wird! Daraus kann ja nur Übles erwachsen!

Um daraus aber einen richtigen Seitenhieb zu machen, muß eine weitere bewährte Platte aufgelegt werden. Um die besagten Kerle so richtig an den Eiern ihrer Mannesehre zu erwischen, werden sie als
ältere, verbittert bis weinerlich wirkende Männer,

bezeichnet. Das hat nun aber gesessen! Shame & Blame vom feinsten! Wir wissen doch alle, na klar: diejenigen, die mit den Folgen gewisser linker Politik nicht einverstanden sind, und es wagen, das Maul dagegen aufzumachen, sind allesamt Jammerlappen, Schwächlinge, Griesgräme, Loser, uncool, unmännlich und pensionsreif. Hört endlich auf zu heulen, ihr Mädchen! Indianer kennen Schmerz! Seid starke, richtige Männer und bekennt euch zur welterlösenden Mission des Feminismus! Und jetzt alle die Zähne zusammenbeißen und "schwul ist cool"skandieren!
deren Wut sich gegen die immergleichen Gegner wendet: die Emanzipation der Frauen, die Moderne, den Westen.

Ob der Hinweis auf die "immergleichen" Gegner kritisch-abwertend gemeint ist? Das ist natürlich aus linkem Munde eine äußerst erheiternde Aussage. Beginnen wir gar nicht erst davon zu sprechen, warum "die" Emanzipation "der" Frauen, warum "die" Moderne und "der" Westen ein einheitlicher, makelloser, jeder Kritik enthobener Block des Immer-Guten, Immer-Gerechtfertigten sein sollen, und ihre "Gegner" immer schlecht und widerlegt und unethisch. Das alles müssen wir doch Menschen, die mit der "Komplexität der modernen, medialen Gesellschaft" so glänzend fertigwerden, daß sie es bei jeder Gelegenheit betonen müssen, nicht erzählen, oder?

Setzen wir hier einen Schlußpunkt. Unter all dem Gedöns haben die Autoren kein einziges inhaltliches Argument gegen Pirinçci (oder irgendeinen Autoren seiner Stoßrichtung) aufzuweisen. Die gute Sache allein entscheidet. Auf der einen Seite stehen gemäß ihrem Schlachtgemälde die potenziellen Verbrecher, die finsteren Ideologen, die Unterkomplexen, die Überforderten, die Bösen, die Unmenschlichen, die Uncoolen, die Alternden, die Schwächlinge, die alten Herren, die Frauenunterdrücker, die Jammersäcke, die Ungebildeten, die "Hasser", die mühsam gebändigten Pogromgeilen und Massenmörder so weiter.

Und auf der anderen, auf ihrer Seite, steht selbstherrlich leuchtend das genaue Gegenteil: die Guten, die "Komplexen", die "Differenzierten", die Reflektierten, die Coolen, die Menschlichen, die Aufgeklärten, die Angst- und Haßbefreiten, die Souveränen, die Liebenden, die Solidarischen, die Modernen, die Rächer der Enterbten und so weiter, sich selbst schmeichelnde Selbstbilder, die schon längst zu Dauermasken erstarrt sind, aber durch keine inhaltliche Substanz mehr gedeckt werden.

Es ist nun genau diese überhebliche, zunehmend von der Wirklichkeit abgekoppelte Pose, die solchen Zorn und Haß bei all jenen erregt, die ihre Lügen und Anmaßungen nicht mehr hören können, und die unter den Folgen der von ihnen getragenen und mitverursachten Politik zu leiden haben.

Die Folgen ihrer Politik und Meinungsmache (zu denen inzwischen immerhin eine wachsende Zahl von Todesopfern gehört) winken sie, sofern sie sie überhaupt zur Kenntnis nehmen, arrogant als Kollateralschäden ab, und unterstellen denjenigen, die sie zur Sprache bringen, niedrigste Absichten, beschimpfen sie, verletzen sie in ihrer Ehre, sprechen ihnen die Menschlichkeit und damit das Menschsein ab, erklären sie zu Feinden, nennen sie minderwertig und verhöhnen sie, schlechte Verlierer des großen Spiels zu sein, als dessen strahlende, selbstzufriedene, schlaue, dauergerechtfertigte, prahlende Sieger sie sich inszenieren.

"Sowas kommt von sowas", lautet ein alter linker Slogan, und das Pirinçci-Buch ist nicht von heute auf morgen vom Himmel gefallen, sondern auch eine Frucht ihres eigenen Verhaltens. Da stehen sie nun und blinzeln wie blöd in die Sonne, und fragen sich, wieso gerade sie, die großen ewigen Unschuldslämmer und menschlichen Menschen plötzlich, aus heiterem Himmel, so wüst von diesem Türken beschimpft werden, der doch eigentlich auf ihrer Seite stehen müßte.

Nun fahren sie also reflexartig ihre üblichen Abwehrkanonen aus der rhetorischen Ramschkiste auf, und probieren eine Pistole nach der anderen aus (Textgenerator gefällig?), inklusive Erpressungen, Verleumdungen, Unterstellungen, Anschwärzungen. Er sagt, wir seien geisteskrank? Das muß selber ein Geisteskranker sein! Er sagt, wir seien verantwortlich für schlechte, böse Dinge und Fehlentwicklungen? Das muß ein böser Mensch sein! Ein Psychopath! Ein Hitler! Ein sexuell Frustrierter! Ein Geschäftemacher! Ein Provokateur! Ein Fall für den Soziologen! Ein Fall für den Psychiater!

Überall suchen sie nach Erklärungen und Ursachen, nur nicht in der Wirklichkeit, nur nicht in sich selbst, niemals in sich selbst. Schon allein deswegen haben sie einen, zwei, drei, tausend Pirinçcis verdient, und kein Tonfall ist inzwischen zu scharf für sie.

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (30)

Albert
14. April 2014 10:37
Es ist angenehm, Lichtmesz die Argumente der Gegner ziselieren zu sehen.

Ich werde langsam zu müde, mir das Gefasel der Linken anzutun. Es verklebt einem nur die Hirnwindungen und verursacht Waschzwang...

M.L.:Ja, ab und zu habe ich das Gefühl, daß es mal wieder nötig ist...
Martin
14. April 2014 11:00
die Dicke Breivik-Berta


Der war gut! :)
Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man mittlerweile fast davon ausgehen, dass Hitler und/oder zumindest Breivik false flag Aktionen waren, denn vermutlich keiner versucht davon mehr zu profitieren, als diejenigen, die immer die gleichen Schlüsse ziehen und diese Herren vor ihren Karren zu spannen pflegen ... (und damit verhöhnen sie letztlich die Opfer der genannten Verbrechner und treiben Schindluder mit deren Opfer).

Fuck You ist ja mittlerweile eine harmloser Allerweltsspruch geworden, der selbst von Diplomaten und anderen Führungskräften gerne gebraucht wird, von daher: Fuck You oder besser Fuck Off, liebe linksversiffte Presse, der Kaiser ist nackt, eure Verhüllungsversuche greifen leider nicht mehr.
Nordlaender
14. April 2014 11:05
"Ob sie es aus Überforderung tun, um der Reizdichte und Komplexität der modernen, medialen Gesellschaft zu entkommen ..."

Ja. Nee. Is' klar! Denn wo etwas komplex ist, da muß freilich mehr differenziert werden. Zumal es sich bei den X (beliebige, von guten Menschen hofierte Randgruppe) um keine homogene Gruppe handelt.
Mich deucht, daß jemand hier sehr gründlich reflektiert hat. Reflexion: Wenn Kinder einen bunten Ball gegen eine Wand spielen, dann wird dieser von der Wand - in seiner Substanz unverändert - wieder zurückgeben. Ähnlich werden gewisse Meme, jede Menge dümmliches Zeuchs, das halt in der öffentlichen Medienwelt herumfliegt, jahrzehntelang weitergereicht.
"Äpfel und Birnen darf man nicht vergleichen". Nun mag der einzelne unverbesserliche Ketzer zwar anmerken, daß dieser Apfel weniger Vitamine enthalte als jene Birne, dieses Angebot beim Obsthändler wesentlich frischer aussehe als jenes u.ä., aber kann es denn sein, daß Millionen entschiedene Nichtvergleicher von Äpfel und Birnen sich irren können?
Revolte
14. April 2014 11:06
"Demokratiegegner"..."Sozialstaathasser"

Jawohl! Und zwar ein radikal-superrechtsextrem-faschistoid-national-neurecht-konservativer Ultranationalist-NPD-Schweinenazi mit NaziDrittReichHJ-Fantasien. Hitler, Hitlerer, am Hitlersten.

1933...äh...1945...ach, Quatsch, "Die Fahne hoch...", nein, Moment, das war's auch nicht.
Rotfront, Genossen, wollt' ich sagen.
Habt alle einen recht schönen Montag! :-)
Suum quique
14. April 2014 11:10
Schon allein deswegen haben sie einen, zwei, drei, tausend Pirinçcis verdient, und kein Tonfall ist inzwischen zu scharf für sie.

Genau SO ist es!
Dinkie
14. April 2014 11:18
Meine Fresse Herr Lichtmesz, dass Sie sich noch die Mühe machen können und die Geduld aufbringen, dieses linke Geseihere klinisch zu sezieren, alle Achtung.

Ich hab' das Gefühl, ein "Breivik" ist für die Schreiberlinge sogar noch ein etwas stärkeres Kaliber als ein "Hitler". Kann es sein, dass der Hitler wegen exzessiver Benutzung schon etwas verschlissen und ausgeleiert ist, während der Breivik noch so schön knackig wirkt?

Einen Klassiker habe ich aber bisher leider vermisst: Die "kruden Thesen", meine Lieblingsphrase.

M.L.: Stimmt, haha!


Wie singen die Oppas von Die Ächzte: "Lasse reden!" Genau.
quer
14. April 2014 12:05
Eine sehr schöne Lektüre zum ersten Kaffee des Tages. Es kommt das auf, was Linke gerne als "klammheimliche Freude" empfinden.
ingres
14. April 2014 14:38
Zur Argumentation gegen die Nicht-Argumentation der linksgrünen Gutmenschen muß man nichts hinzufügen. Aber vielleicht etwas zum Psychogramm dieser merkwürdigen Spezies: Ich glaube eigentlich nicht, dass sie sich von Pirincci getroffen fühlen. Diese Spezies (die Vorläufer habe ich vor 40 Jahren leibhaftig an der Uni kennengelernt) ist so primitiv, dass sie lediglich im instinktiven Mustervergleich erkennen, dass etwas nicht so ist wie sie das sehen. Nachdenken findet vermutlich nicht statt, es läuft nur der Pawlowsche Speichel.
Interessant sind freilich die geifernden Muster mit denen der Andersdenkende bedacht wird. Die sind ja psychologisch (noch) massenwirksam, insofern zumindest formal mit Intelligenz verbunden und daher ist es interessant, dass sie benutzt werden. Irgendwie muß ja auch die reine Diffamierung erfunden werden. Da bin ich mir doch nicht sicher, ob sie nur der "Pawlowschen Hirnverdrahtung" entspringen können oder ob nicht doch ein gezielter Denkprozeß dazwischen liegt.
Andererseits ist das Ergebnis dieser Reflexion ja derart niederträchtig, dass ich nicht glaube, dass der linksgrüne Gutmensch in der Mehrzahl seine eigene Niedertracht ertragen könnte, wenn sie ihm bewußt wäre, er also als (echt, bewußt) Getroffener geifern würde.
Nordlaender
14. April 2014 15:10
Apropos dicke Breivik-Berta, da wurde ich erst kürzlich fündig, als ich bei Bolschewikipedia mal nachschlagen wollte unter "Kulturmarxismus".
Daß sei eine Kampfvokabel der neuen extremen Rechten, so teilt es ein Wissenschaftler der Politik mit. Wohin solche Zuordnungen führen, gerade wenn sich dann noch Islamophobie dazugesellt ... richtig, das hat der schreckliche Anschlag in Norwegen dann gezeigt.
http://de.wikipedia.org/wiki/Cultural_Marxism_(Schlagwort)

M.L.: Ich finde den Begriff ganz "griffig".
Nordlaender
14. April 2014 15:15
@ dinkie

"Wie singen die Oppas von Die Ächzte: „Lasse reden!“ Genau."

Oder man konterte dem Dschurnalisten ganz einfach mit einem Heino-Titel:
"Junge, warum hast Du nichts gelernt?"
https://www.youtube.com/watch?v=PN2EoAZH1qQ
Stil-Blüte
14. April 2014 15:48
Nach der Wende habe ich mich bei einem netten Caféplausch mit meinem Verhörer über unsere gegenseitigen Strategien ausgetauscht, getreu dem Motto ' Es ist, Gott sei Dank, vorbei!- Der gute Mann plauderte aus dem Nähkästchen: 'Neben der 'Zersetzung' (Fachjargon), Streuen von Rufschädigung ('der ist bei der Stasi') gehörte es zu unseren Aufgaben, die Gegner auf u n s e r e Ebene als Gegner zu bekommen. Dort konnten wir sie kriegen. Ein Felix Krull, ein Schwejk, ein Karl Valentin, da waren auch wir machtlos.'
Hartwig
14. April 2014 15:51
Ursache solcher Exzesse ist die blanke Feigheit und die Furcht vor der eigenen feigen Fratze im Spiegel.
Was soll man denn auch machen bei dieser Übermacht? - bei diesen Globalisierungsmächtigen mit ihrem Geld und ihren Flugzeugträgern? - mit ihren provozierten und inszenierten Wanderarbeiterströmen? - mit ihren Durchmischungsideologien und Einheitsphantasien? Gegen solch einen Gegner kämpfen geht ja nicht, aussichtslos. Und kampflos gegen ihn schmollen verdirbt das ganze Leben. Kampflos geschlagen sein ist das Schlimmste. Also gibts eigentlich nur eines: Überlaufen und blos nicht mehr nachdenken! Das hat schon alles Hand und Fuss, das stimmt schon alles. Wir sind viele und werden immer mehr. So macht das Leben wieder Sinn, und auch Spass. Ganz innen und kaum merklich gibt es noch einen Rest Unwohlsein. Kaum zu spüren. Alles, was jetzt noch passieren kann, ist das da einer dran rührt und irgendwelche Zweifel sät. Blos nicht daran denken. Das Schlimme ist, das ein einziger genügt! Ein Einziger reicht schon. Nur nicht zweifeln. Und alle anderen dürfen auch nicht zweifeln. Sie müssen geschützt werden vor diesem Unrat, vor diesem .... Nazi. Ich stehe auf der richtigen Seite. Eigentlich dürfte es sowieso nur noch eine Seite geben.
Stein
14. April 2014 17:02
Wenn die ganzen Schmierfinken es wenigstens aufrecht meinten, könnte ich damit leben, ja ich hätte sogar ein klein wenig Respekt dafür, daß sie ihr geschätztes Weltbild mit Klauen und Zähnen (und auch auf unfaire Weise) verteidigen. Ich bin mir allerdings sicher, daß bei sich drehenden Verhältnissen plötzlich von überall aus dem Hauptstromwald Forderungen nach einem Bundesverdienstkreuz für Pirincci ertönen würden.
Revolte
14. April 2014 17:03
Siehe da.
Wie sich der Duktus doch ähnelt:

Deutschland

O Deutschland, bleiche Mutter!
Wie sitzest du besudelt
Unter den Völkern.
Unter den Befleckten
Fällst du auf.

Von deinen Söhnen der ärmste
Liegt erschlagen.
Als sein Hunger groß war
Haben deine anderen Söhne
Die Hand gegen ihn erhoben.
Das ist ruchbar geworden.

Mit ihren so erhobenen Händen
Erhoben gegen ihren Bruder
Gehen sie jetzt frech vor dir herum
Und lachen in dein Gesicht.
Das weiß man.

In deinem Hause
Wird laut gebrüllt, was Lüge ist
Aber die Wahrheit
Muß schweigen.
Ist es so?

Warum preisen dich ringsum die Unterdrücker, aber
Die Unterdrückten beschuldigen dich?
Die Ausgebeuteten
Zeigen mit Fingern auf dich, aber
Die Ausbeuter loben das System
Das in deinem Hause ersonnen wurde!

Und dabei sehen dich alle
Den Zipfel deines Rockes verbergen, der blutig ist.
Vom Blut deines
Besten Sohnes.

Hörend die Reden, die aus deinem Hause dringen, lacht man.
Aber wer dich sieht, der greift nach dem Messer
Wie beim Anblick einer Räuberin.

O Deutschland, bleiche Mutter!
Wie haben deine Söhne dich zugerichtet
Daß du unter den Völkern sitzest
Ein Gespött oder eine Furcht!

(Bertolt Brecht)
Zam
14. April 2014 17:06
You, sir, are on fire lately!

Die Reaktion der Zeit zeigt, dass es durchaus Sinn ergibt. Bei dem Artikel frage ich mich auch, ob er in seiner vollständigen Abgehobenheit es nicht etwas zu sehr an direkter Polemik und Angriffen fehlen lässt, Sätze wie

"Schon das 1981 veröffentlichte Heidelberger Manifest von (alt-)rechten Professoren und Intellektuellen konnte mit seiner dramatischen Warnung vor der "Unterwanderung des deutschen Volkes durch Zuzug von vielen Millionen von Ausländern und ihren Familien" letztlich den demografischen Wandel nicht aufhalten. Die Rechte ist gegenwärtig nicht die Avantgarde, sondern die Nachhut. "

M.L.: Wo steht dieser Satz?



könnten auch den Durchschnittsleser der Zeit nachdenklich stimmen. Es wird auch zugegeben, dass der Einfluss der rechten Intelligenz auf die Entscheidungselite gleich Null ist, was dann Pirinçci und Sarrazin ebenfalls recht gibt.
Carsten
14. April 2014 17:10
Ich habe eine Hoffnung: Nach dem unausweichlichen "großen Kladderadatsch" werden sich die Menschen schütteln wie nasse Hunde und die ganzen Scheißhausparolen von "Buntheit und Vielfalt" und Genderbla vergessen haben. Die Natur lässt sich nicht unterdrücken, auch nicht die des Menschen.
GFC
14. April 2014 17:43
Beim Lesen der tagesspiegel-Rezension Pirinccis Buch kann man schon Schwefel riechen. Menschen, die so innerlich zerrissen und in ständigem Widerspruch mit sich selbst greaten sind, haben ein Hauch des Dämonischen an sich. Überhaupt wirken diese irren Denunziationen wie das Gejohle und Geheule des infernalischen Chors.

Die Linken haben Kommunikation mit sich unmöglich gemacht, Sinn und Sprache zermürbt und erschöpft. Aber wie alle Gewohnheitslügner, am Ende werden sie in den Wahn getrieben (viele sind bereits dort angekommen), denn keiner kann schadlos mit Lügen umgehen. Wer standing lügt, verliert den Verstand und kann nicht mehr die Realität wahrnehmen. Wie ein lebenslanger Raucher die Lungen kaputt macht, zerstört der Gewohnheitslügner sein Wahrheitsorgan. Wer nicht mehr die Realität wahrnehmen kann ist gleich am Ende. Noch ein Paar starke Böen und das morsche, faule Haus stürzt ein.
Trouver
14. April 2014 17:55
der „Adoptivsohn“

Nicht eine Sekunde lang zögert die Linke die xenophobe Karte zu zücken, wenn sie diese braucht.
Waldgänger
14. April 2014 18:05
Ihr Zerpflücken der Pirincci-Gegner, Herr Lichtmesz, ist gut gelungen und bei aller Mühe natürlich nützlich.

Die schon ins Hysterische und Groteske verfallende Kritik - z.B. von Fleischhauer im SPIEGEL oder Fetscher/Schröder im Berliner TAGESSPIEGEL - ist im Grunde ein Zeichen von Verunsicherung und Sorge.

Gerade WEIL Pirincci ganz nüchtern-derb und unakademisch schreibt, gerade weil er so redet wie die ganz normalen Leute - eben deshalb wird sein Buch als so gefährlich gesehen.
Jeder kann das Buch verstehen.
Und wer ihm nicht oft zustimmt, der muss vernagelt sein.

Noch mehr als das sehr gelehrte und schwer lesbare Sarrazin-Buch ("Deutschland ...") ist Pirinccis Buch geeignet , auch in eher unpolitischen und nichtakademischen Kreisen Verbreitung zu finden.
Und das dürfte wohl auch klappen.

Nun glauben unsere Funktionseliten zwar, dass sie mittels medialer Dauerpropaganda in diesen (nichtakademischen) Kreisen ihre Weltsicht ausreichend verankert haben, aber so ganz sicher sind sie sich natürlich doch nicht.

Deshalb die Brachial-Reaktion.

Wobei diese Reaktion auch wieder sinnlos ist, weil die (nichtakademische) Zielgruppe sie nicht liest oder hört.
Martin
14. April 2014 18:11
Dieses ewige Nazi-tra-trulla-la selbst bei einem "angeschwollenen" (nicht anschwellenden) Bocksgesang eines ehem. Migranten, hat doch nur zur Folge, dass keiner mehr so richtig wahrnimmt, was die historischen Nazis für Verbrecher waren. Und damit einem überhaupt klar bleibt, was das für Verbrecher waren, muss man vor allem einmal damit anfangen, sich zu erinnern, welche Verbrechen diese Bande am eigenen Volk begangen hat, insbesondere, als sie merkten, dass ihnen die Felle davon schwammen.

In diesem Zusammenhang fand ich das in dieser Woche online veröffentliche Intro eines Spiegel Journalisten zu einem Artikel "Mein Vater, ein Werwolf", der genau so ein Verbrecher-Schwein, wie oben gemeint, als Vater hatte, interessant und der in diesem Intro folgendes, bemerkenswertes feststellt:

Nachdem ich mich endlich geistig von meinem Vater getrennt hatte, war ich nicht wirklich frei, vieles, was ich dachte und tat, ergab sich bloß durch eine simple Wendung um 180 Grad, aber - aus heutiger Sicht - bin ich mehr dankbar als verbittert über diesen Zwang zur Neugier. So versuche ich, mir mein Leben schön zu biegen. In dunklen Momenten verfluche ich die Macht, mit der meine Eltern in den letzten Monaten wieder nach mir greifen. Sie zwingen mich, mein Leben neu zu betrachten; was mutig, logisch und nobel schien, steht nun unter Verdacht. Meine Radikalisierung in den sechziger Jahren, der Aufstand gegen Autoritäten, die sozialistischen Visionen - in vielem bin ich ihnen näher, als ich bisher dachte.


http://www.spiegel.de/panorama/justiz/a-964149.html

Ich habe mir die Print-Ausgabe des Spiegels natürlich nicht gekauft. Aber da das nicht der erste Artikel dieser Art ist (vor kurzem kam etwas über "Hitler´s Kindersoldaten" - sehr bewegend), scheint wohl auch beim "Sturmgeschütz" der Demokratie mittlerweile klar zu werden, dass die ewige "Die Deutschen waren die Verbrecher in Europa"-Leier nicht mehr verfängt und das man das Augenmerk auf die Verbrechen der Nazis am eigenen Volk richten muss, um überhaupt noch Wirkung zu zeigen.

PS: Das war ein bisschen "Off-Topic" - ich bitte um Entschuldigung.
Frau Mahlzahn
14. April 2014 20:21
Einfach wunderbar, Ihr Artikel!

Der von Zam zitierte Artikel in der Zeit krönt das Ganze auf das Vortrefflichste. Dort wird jetzt ein Politologe aufgeboten, der es allen Rechtsintellektuellen so richtig gibt.

Waldgänger aus Schwaben
14. April 2014 22:19
Zur Debatte gestellt

Die Pirincci-"Debatte" erscheint mir hier langsam etwas inzestiös. Will mal neues Blut rein bringen.
In einem Punkt hat der Tagesspiegel recht:

Die Kernthese des Textes, der sich streckenweise wie eine „Titanic“-Satire auf neokonservative Positionen liest,


Genau das war mein Eindruck nach "Das Schlachten hat begonnen."

Hat es zwar. Aber es schlachten deutsche Frauen ihre ungeborenen Kinder, oder verhüten sie.

Also, Leute, was wäre, wenn der Pirincci morgen erklärte:

Das Ganze war nur ein Gag vom Titanic-Sonnenberg (oder wie der Kerl heisst). Der war mein Ghost-Writer. Ist doch alles ok in Deutschland.
Danke, liebe Rechte, für die Million verkaufte Bücher.

Dann stände die Rechte mit heruntergelassenen Hosen da.

M.L.: Unwahrscheinlich, aber das wäre nun aa schon wuascht, oder? "Titanic" war gestern, es ist inzwischen in Deutschland so gut wie unmöglich, eine Satire zu schreiben, die nicht am nächsten Tag von der Wirklichkeit überholt wirkt.

Nicht dass ich dem Orientalen übermässig misstraue. Aber der Sarazzin könnte so was nicht bringen, weil er faktenbasiert argumentiert. Wären die Fakten falsch, wäre er schon lange widerlegt.

Fakten sind zwar langweiliger, aber irgendwie sicherer.

Nichtdestotrotz finde ich Reaktionen wie in der "Zeit" oder dem "Tagesspiegel" interessant. Bei allen Brevik oder Hitler-Vergleichen is der Wunsch nach dem Verbit des Buches nicht zu überhören. Nur verbieten, das können sie leider nicht.
Monalisa
14. April 2014 22:23
Akif wirkt, die "Zeit" verlinkt zur Sezession!

http://www.zeit.de/kultur/literatur/2014-04/debatte-intellektuelle-rechte-in-deutschland/seite-2
Revolte
14. April 2014 22:24
Folgender Artikel in der Zeit dürfte von Interesse sein.

In der Debatte um Akif Pirinçcis Schmähschrift wird ein intellektuelles Milieu sichtbar: bürgerlich, stramm elitär und ressentimentgeladen.


Hier geht's weiter: http://www.zeit.de/kultur/literatur/2014-04/debatte-intellektuelle-rechte-in-deutschland
ene
14. April 2014 23:33
Es wird bei dem ganzen Gehechele vor allem eines sichtbar: die Unfähigkeit der Rezensenten zur intellektuellen Auseinandersetzung.

Keine Argumente, keine Differenzierungen, keine Lust am Streit, kein Witz, keine Ironie... das alles wäre ja möglich, aber keiner ist offensichtlich dazu noch in der Lage.
karlmartell
14. April 2014 23:58
Die Tür zur deutschen Elite steht diesem politischen Lager nur einen Spalt offen. "
http://www.zeit.de/kultur/literatur/2014-04/debatte-intellektuelle-rechte-in-deutschland


Aha! Und wer soll das jetzt sein, "deutsche Elite" ? Doch nicht etwa diese gewerbsmässigen Manipulierer, die „Konsens“ erfinden, wenn die breite Masse von irgendetwas überzeugt werden muss, das sie kritik- und vor allen Dingen widerspruchslos als ewige Wahrheit zu akzeptieren hat?
Kritik am Konsens, speziell dem politischen Konsens, hat fatale Folgen. Opposition zum „Konsens“ darf es nicht, auch medial nicht geben.

Wenn nämlich bekannt würde, das Uneinigkeit mit dem „Konsens“ besteht oder sogar verbreitet würde, gäbe es den "Konsens der Ideologen" nicht mehr.
Jeder muss deshalb an den „Konsens“ glauben, obwohl viele den politischen Trick dabei durchschauen. Ideologischer „Konsens“ ist wie das religiöse Dogma nicht diskutierbar und entzieht sich der Beweisführung.

Der Türspalt zu dieser "deutschen Elite" muss hermetisch abgeschlossen werden, aber erst, wenn die gesamte "Elite" im Raum versammelt ist.
Magnus Göller
15. April 2014 00:17
In der Tat muss auch ich dem Autoren Lichtmesz meine Anerkennung für seine Ausdauer zollen. Mancher bemitleidet ihn ja fast schon dafür, dass er sich so beharrlich durch all dieses hysterische, in sich mehrfach widersprüchliche, schwachmatische Dreckgeschmeiße wühlt.
Sinnvoll ist diese harte Arbeit aber wohl schon: So mancher fanatische Totaltoleranzler wird hier lesen, um den Feind besser zu verstehen. Vielleicht wird dem einen oder anderen von denen dabei doch irgendwann schwindlig. Steter Tropfen höhlt den Stein.
F451
15. April 2014 15:17
Mitleid will Hr. Lichtmesz sicher nicht, doch ich könnte mir das alles gar nicht mehr antun. Der gesunde Menschenverstand rebelliert ja schon auf die paar Expertisen, die man hier präsentiert bekommt. Wohlwissend das dies immer nur die Spitze des Eisberges ist. Mir ist klar, daß ich niemals auch nur annähernd den Grad an Fanatismus erreichen werde, den die Antideutschen spielend halten. Es ist klar, die hoffen (zurecht) darauf das wir "Stinos" uns nicht mehr wehren werden, und das sie mit denen die sie sich jetzt heranziehen die neue Welt bauen. Wer selbst oder in seinem Umfeld Kinder hat, der weiß was für eine massive Umerziehung in allen Bereichen da läuft und auch wenn es viele Rechte nicht gerne hören, sie ist sehr erfolgreich.
eulenfurz
16. April 2014 23:33
...ältere, verbittert bis weinerlich wirkende Männer...


Fehlen da gemäß E.v.S. in der Beschreibung des Erzfeindes durch die Presstituierten nicht noch die fliehende Stirn und die engstehenden Augen?
Frankstein
14. Mai 2014 09:08
"Fakten sind zwar langweiliger, aber irgendwie sicherer." ( Waldgänger aus Schwaben
Montag, 14. April 2014, 22:19)
Er geht im Wald und sieht die Bäume nicht. Pirincci kann schreiben was er will, seine Kritiker müssen ihn widerlegen. Das ist Grundlage jeder Debatte.
Sarazzin verkürzt die Debatte, indem er die Fakten gleich mitliefert. Hier ist eine Debatte nur noch im Rahmen der Deutung möglich. Überhaupt ist es Usus in einschlägigen Blogs gleich hieb- und stichfeste Beweise zu präsentieren, was eigentlich Debatten unmöglich macht. Wie beim Frontalunterricht in der Grundausbildung.
Im Grunde heißt es = schlägst Du meinen Philosophen, schlag ich Deinen Philosophen. Alles eine Frage der Wahrnehmung, aber nicht der eigenen. Unbestritten hat das Schlachten begonnen, in Zeiten des Web 2.0 erpare ich mir Verweise. Und nicht die die deutschen Frauen schlachten, das ist eine unzulässige Verkürzung. Tatsächlich ist die Zahl der Verhütungen und Abtreibungen ( zu) hoch, muss aber im historischen Kontext gesehen werden. Kinderreichtum war in der Oberschicht und der Unterschicht vergangener Zeiten die Regel. Die einen konnten sich ihn leisten, die anderen brauchten helfende Hände. Die Mittelschicht, nach dem Mittelalter, hatte selten mehr als 2 Kinder. Gründe sind ausreichend erforscht, Platz- und Wohnraummangel, Haushalten mit Ressourcen, Bewahrung des Erreichten.
Heute sind alle Mittelschicht. Heute werden auch fast alle älter, müssen also mit dem kleiner werdenden Kuchen länger haushalten. Für ( viele) Kinder ist da nur Raum, wenn die Gemeinschaft sich an den Kosten beteiligt. Das ist nicht gut, aber die Realität. Für das Überleben eines Volkes ist das sekundär. Auf der gleichen Grundfläche, wie heute, lebten zur Zeitenwende in Deutschland etwa 8 Millionen Menschen, nach dem Dreißigjährigen Krieg ebenso. Daraus wurden 60 Millionen, vermutlich heute noch. Trotz des Schlachtens im 1. und 2. WK. Das waren aber teilweise selbstverschuldete Leiden. Die Leiden der Neuzeit werden aber von außen erzeugt, über die Motive muss nicht gerätselt werden. Nicht das Schlachten folgt einem strengen Plan, aber die Vorraussetzungen sind geplant. Unter anderem von den Damen und Herren, die Sie und andere vermutlich demnächst wieder wählen werden. Pirinicci ermuntert uns, einen Blick in die Planungsstube zu werfen, bevor wir im Schlachthaus landen.

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