01. August 2014

Wer zersetzt hier die Demokratie?

von Felix Menzel / 77 Kommentare

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

logo_kleinManfred Neuenhaus (FDP) meint also, wer die Demokratie zersetze, brauche sich nicht auf sein Grundrecht auf Meinungsfreiheit berufen. Gesagt hat das der Politikwissenschaftler und Geschäftsführer der FDP-Fraktion in Düsseldorf, nachdem Antifa und Westdeutsche Zeitung dafür gesorgt hatten, daß der zwischentag nicht im Meliá-Hotel am Hofgarten stattfinden kann.

Und er steht mit seiner Meinung nicht allein da: SPD-Fraktionschef Markus Raub freute sich über die „demokratische Überzeugung“ des Hotels. Denn entscheidend sei nicht, ob die Initiatoren, Aussteller und Besucher des zwischentages gewaltbereit seien oder „nur geistige Brandstifter“. CDU-Mann Andreas Hartnigk sieht ebenfalls keine Notwendigkeit zwischen gewaltbereiten Neonazis und einer konservativen Buchmesse zu differenzieren: „Wir haben keinen Bedarf an Extremisten“, läßt er die Zeitung wissen.

Genauso argumentiert auch David Begrich von der „Arbeitsstelle Rechtsextremismus“, die vom Bundesfamilienministerium gefördert wird. Begrich betont gegenüber der WZ, auf dem zwischentag gebe es „keinen militanten Nazismus. Diese Leute wissen: Wenn man mit rechten Inhalten erfolgreich sein will, sind NS-Bezüge tabu. Trotzdem sind sie anti-egalitär und zeichnen sich teils durch konkreten Rassismus aus“.

Um den „geistigen Brandstiftern“ also das Handwerk zu legen, ergriff die Westdeutsche Zeitung letzte Woche die Initiative, nachdem das übliche antifaschistische Kasperletheater noch keine Wirkung gezeigt hatte. Erster Anruf beim Hotel: Noch kein Erfolg. Zweiter Anruf: Das Hotel tritt die Flucht nach vorn an und teilt mit, man habe dem Veranstalter des zwischentages „schon vor einigen Tagen“ abgesagt. Das stimmt natürlich nicht und läßt sich anhand des Schriftverkehrs belegen.

Nun handelt es sich beim Autor des WZ-Artikels, der vermutlich auch die Recherche führte, nicht um irgendjemand. Bernd Schwickerath beschäftigt sich häufig mit rechten Tendenzen und referierte schon einmal im „Linken Zentrum Düsseldorf“. In einer zusätzlichen Kolumne erweckt er den Eindruck, unsere Messe sei „unter falschem Namen“ angemeldet worden.

Auch das ist falsch. Der zwischentag wurde von Anfang an als zwischentag angemeldet und es gab aufgrund des enormen Planungsaufwandes etliche Telefonate mit dem Hotel, in denen alle Details der Veranstaltung abgesprochen wurden. Aber für Fakten hat sich bisher weder die WZ noch irgendeine andere Zeitung interessiert. Sie würden nämlich dazu führen, daß sich jeder Leser die Frage stellen muß, wer hier eigentlich die Demokratie zersetzt.


Aus diesem Grund die relevanten Fakten, die unerwähnt blieben, in Kurzform:

  • Der Ausrichter des zwischentags ist der gemeinnützige Verein Journalismus und Jugendkultur (Förderverein der Blauen Narzisse), in dessen Satzung steht, daß es Zweck des Vereins sei, „die demokratische Meinungs- und Willensbildung zu fördern“.

  • Das Sächsische Innenministerium hat im letzten Jahr als Reaktion auf eine kleine Anfrage eines grünen Abgeordneten klargestellt, daß über den Verein und seine Projekte „keine Erkenntnisse über Verbindungen (…) zu Personen oder Organisationen des rechtsextremistischen Spektrums“ vorliegen.

  • Beim ersten, zweiten und jetzt im Vorfeld des dritten zwischentages haben wir betont, daß es das Ziel der Messe ist, ganz unterschiedliche Verlage, Initiativen und Projekte des konservativen, freiheitlichen, non-konformen und „neu-rechten“ Spektrums zusammenzubringen.

  • Seit dem ersten zwischentag gibt es klare Regeln für die teilnehmenden Aussteller: Parteien bzw. parteinahe Organisationen werden genauso wenig zugelassen wie tatsächlich verfassungsfeindliche Projekte.


Trotz der Kündigung durch das Meliá-Hotel findet der zwischentag wie angekündigt am 6. September statt. Im Zentrum von Düsseldorf stünden uns jedoch nur Räumlichkeiten zur Verfügung, die für die 25 angemeldeten Aussteller und das Begleitprogramm zu klein wären. Wir bleiben zwar im Großraum Düsseldorf, aber das neue Hotel ist nicht so zentral gelegen. Wahrscheinlich ist es nicht notwendig, zu betonen, daß wir bis zum 6. September stets alternative Räumlichkeiten im Hinterkopf haben werden.

Über den Punkt, die fehlende Meinungsfreiheit in Deutschland zu beklagen, sind wir nämlich aufgrund etlicher Erfahrungen in den letzten Jahren längst hinaus: Die Frage ist eher, wie wir in einem Land, dessen Grundfreiheiten nur noch auf dem Papier stehen, leben können und politisch bzw. publizistisch agieren müssen.

Für alle Messegäste heißt das:

+ Anmelden, Freunde mitbringen und so zum Erfolg des zwischentages in Düsseldorf beitragen.

+ Wer bereits angemeldet ist und mitten in Düsseldorf ein Hotel zur Übernachtung gebucht hat, muß sich keine Sorgen machen. Der neue Veranstaltungsort ist mit dem Auto und öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen. Sollte es dennoch Probleme geben, werden wir Mitfahrgelegenheiten organisieren. Bei Bedarf bitte rechtzeitig melden (menzel@zwischentag.de).

Für alle Unterstützer, die leider nicht kommen können:

+ Daß der Umzug einen erheblichen Mehraufwand bedeutet, dürfte jedem klar sein. Jede Spende können wir deshalb gut gebrauchen.

+ Nicht nur für NRW, sondern für die zukünftigen zwischentage in anderen Regionen ebenfalls, suchen wir nach sicheren Veranstaltungsorten.

Hier geht es zur Seite des zwischentages, hier zu den Ausstellern, hier zum Programm und hier zur Bestellung der Messekarten.

Felix Menzel ist Chefredakteur des Schülerblogs blauenarzisse.de.

Kommentare (77)

Nordlaender
01. August 2014 10:02
Fein, da war das minitrue (Wahrheitsministerium) mal wieder fleißig. Eine rechte Freude wird aufkommen bei den anständigen Demokratinnen und Demokraten der Arbeitsstelle Rechtsextremismus, wenn das Bundesfemenmin ... äh ... Bundesfamilienministerium hier Fördermittel bereitstellt.

In Sachen Sensibilisierung der Menschen ist aber noch jede Menge weitere Aufklärungsarbeit vonnöten. Denn wer will heute noch zu der erdrückenden Minderheit der BUNTEN, Toleranten und Weltoffenen gehören?

"Die Wirkung der demokratischen Rhetorik auf den Geschmack heißt Ekel."
Nicolás Gómez Dávila
Weltversteher
01. August 2014 10:54
Herr Menzel erwähnt selbst, daß es sich um "nonkonforme" Gruppen handelt. Das läßt (zu recht) keinen Zweifel daran, der demokratischen Einheitsfront feindlich gegenüberzustehen. Da braucht man sich mit den sophistischen Wortspielen der demokratischen Propaganda nicht mehr aufzuhalten.
Ein Fremder aus Elea
01. August 2014 10:57
Habe ich schon letztes Jahr geschrieben: Der zwischentag war von Anfang an als Tag dazwischen konzipiert, weil es gerade keine sicheren Orte gibt.

Übrigens halte ich das hier für eine sehr bemerkenswerte Äußerung: Wir haben keinen Bedarf an Extremisten.

Andererseits ist es doch interessant, wie das Spiel zur Zeit gespielt wird. Die Presse fragt an, und ihr ist Folge zu leisten. Vorauseilender Gehorsam ist aber noch nicht Pflicht.

Ich meine, die Presse könnte ja auch im Nachhinein eine Kampagne fahren, um ein Exempel für das nächste Jahr zu statuieren, aber so mächtig ist sie wohl nicht. Im nächstes Jahr wäre wohl alles vergessen. Ohne die Meute, welche auf das öffentliche Spektakel der Abschwörung hofft, ginge nichts.

Nun ja, über den Wesenswandel der Presse zum Gewissensergründer und -former habe ich gerade heute nacht geschrieben:

http://bereitschaftsfront.blogspot.com/2014/08/ein-pressevergleich.html
Rumpelstilzchen
01. August 2014 11:27
"Wenn sie mich verfolgt haben,
werden sie auch euch verfolgen " ( Joh. 15,20 )


Ein altes Kapitel des Buches: Vom Relativismus zur Repression.

Dazu ein recht interessanter Beitrag: die Löwen kommen

http://www.kath.net/news/46754

Dort heißt es :

"Es existiert eine Art von innerer Logik, die vom Relativismus zur Repression führt. Dies erklärt auch das Paradoxon, warum die westlichen Gesellschaften zwar Toleranz und Respekt für Andersartige predigen, aber ein Leben nach der kath. Lehre aggressiv untergraben.....Die Lehre, alle Wahrheiten seien relativ, kann es nicht zulassen, dass einige Wahrheiten nicht unter diesen Relativismus fallen"


Man könnte ergänzen, dass die Verkünder des Relativismus am meisten Probleme damit haben, auch ihre eigene Ansicht als "nur" relativ zu sehen.
In einem "idea-Interview" ( Wozu ist eigentlich gender gut ?) sagt Prof. Claudia Janssen ( EKD) zu Birgit Kelle:

"ich sage nicht, dass sie am rechten Rand stehen, sondern frage Sie, wie Sie sich davon abgrenzen" ....
Dinkie
01. August 2014 11:51
Es kommt in Deutschland nicht darauf an, ob die Grundrechte verletzt werden, sondern nur, von wem.

Kommunistenopa Thierse, die Polit-Hooligans der "Antifa", Moslemhorden oder schwule "Aktivisten" dürfen machen, was sie wollen. Normale deutsche Steuerzahler dürfen sich als Nazis diffamieren lassen.

Die sogenannten "Demokraten" sind viel weiter von der demokratischen Mitte entfernt, als die bösen Rechten.

Der Hinweis darauf nützt aber nichts mehr, weil die demokratischen Rechte längst durch ein Gesinnungsfaustrecht ersetzt wurden.

Die Linken der späten 70er/frühen 80er haben sich eine eigene Parallel-Infrastruktur aufgebaut aus linken Bildungswerken, linken Werkstätten, etc. Das Konzept sollte man rechts kopieren. Das fängt mit der Raumfrage an. Wie kann man rechte Immobilieneigentümer vernetzen? Vielleicht sollte man sich weniger darum kümmern, Käufer für rechte Publikationen zu finden, als rechte Handwerker, Juristen, Versicherer, Warenerzeuger, Dienstleister etc. zu "verstöpseln". Warum gibt es keinen Markt für einen rechten Wirtschaftskreislauf? So eine Art "Xing" für Nicht-Linke.
Rurik
01. August 2014 12:24
Seit dem ersten zwischentag gibt es klare Regeln für die teilnehmenden Aussteller: Parteien bzw. parteinahe Organisationen werden genauso wenig zugelassen wie tatsächlich verfassungsfeindliche Projekte.


Welche Verfassung? - Welche verfassungsfeindliche Projekte?
Nordlaender
01. August 2014 12:41
@ Rumpelstilzchen

„ich sage nicht, dass sie am rechten Rand stehen, sondern frage Sie, wie Sie sich davon abgrenzen“ ….

Da hat die EKD recht, um jegliche Mißverständnisse zu vermeiden, sollte man sich nicht nur von den Rechten abgrenzen, sondern auch von all jenen, die sich nicht von den Rechten abgrenzen.

Der EKD kann man voll und ganz vertrauen: Mit Rechten (z.B. auf freie Äußerung der Meinung) haben die eh nichts am Hut.

Beim Thema Christen und Christinnen fällt mir gerade die mutige Dorothee Sölle ein (verstorben 2003), eine kritische Vorzeigehumanistin, die viel für den Feminismus geleistet und immer wieder spannende, kontroverse Diskussionen ausgelöst hat, wenn sie an das "Rednerinnenpult" (evangelischer Amtspastor im Norddeutschen Rundfunk, sic) getreten ist:

https://www.youtube.com/watch?v=3JSAeE3K7nY
Raskolnikow
01. August 2014 13:21
Als stellvertretender Assistenzgehilfe,

des SiN-Arbeitskreises "Wohlfeile Kommentarbeiträge ohne praktischen Nutzen unter Hinzufügung unpassender Exempel aus der Weltgeschichte" tut mir leid, was den Leuten um Felix Menzel widerfuhr.

Um die nun rituell folgende Reihe weinerlicher Klagekommentare etwas abzubiegen, möchte ich aber anmerken:

Repression ist das einzige Kompliment, das ein Demokrat zu vergeben hat!

Na also!

Ich will nichts mehr hören!

R.
Kolkrabe
01. August 2014 16:32
@ Dinkie/Verstöpselung

Der linksalternative Aufbruch in den späten 70ern und frühen 80ern mit all den Läden, Initiativen und der gut funktionierenden Infrastruktur wurde getragen von einem Menschentyp, der sich weitgehend durch Optimismus, Liebe zu den Projekten, Wärme, Tatkraft, Fröhlichkeit, Inspiration, Witz, Mut und Charme auszeichnete; der sich auch nicht entmutigen ließ durch Drangsalierung, Polizeiwillkür und Hass - immerhin gab es damals weder staatliche Unterstützung für linksalternative Projekte noch sonst eine Förderung. Im Gegenteil: Es blies ein kräftiger Gegenwind. Widerstand war keine leere Geste, Konspiration mitunter lebenswichtig. (Was aus den Leuten von damals dann später geworden ist, steht freilich auf einem anderen Blatt.)

Auf Seiten der heutigen Rechten sehe ich leider überwiegend (nicht ausschließlich) einen anderen Menschentyp: Pessimistisch, verbittert, vergrämt, entmutigt, rückwärtsgewandt, innerlich verhärtet, humorlos, frustriert, eher dem Grübeln als dem Handeln zugeneigt, verunsichert, mehr an der Vergangenheit hängend als an die Zukunft glaubend. Also Pioniergeist auf der einen Seite, Museumswärter- oder Totengräbermentalität auf der anderen.

Was ich sagen will: Wer das linke Erfolgsprojekt kopieren will, muss zunächst einmal eine andere Lebenseinstellung haben als die meisten hier: Dur statt Moll (Moll nur zu bestimmten Gelegenheiten).

Und darauf warten, dass ein anderer doch bitteschön eine Verstöpselungsplattform bereitstellen möge, ist ganz verkehrt. Selbst die Ärmel hochkrempeln, in die Hände gespuckt und angepackt! Und mehr im echten Leben vernetzt sein statt virtuell. Nur so kann es gehen.
Nordlaender
01. August 2014 17:45
@ Kolkrabe

Rückwärtsgewandt bin ich als Reaktionär, stimmt schon, und Aktivität ist mir grundsätzlich suspekt.
Frustriert? Kann ich nicht sagen. Meine Abscheu vor jeglicher Form der Seelenzerlegung (Psychoanalyse) ist so groß, daß ich gar nicht genau weiß, was dererlei nervenärztlichen Diagnosen exakt bedeuten.

Gerne überprüfte ich das alles noch einmal, ginge mit mir ernsthaft zu Gericht, wenn nicht ...
Ihr Vorschlag scheitert leider am Humor. Die Erregung Öffentlichen Spasses geht mir so gegen die Natur, daß sich nun denn doch meine innersten Fasern gegen diese Art der Umkehr sträuben.

Stramm grüßend, mich somit abmeldend.
Nordlaender
Nils Wegner
01. August 2014 18:03
Kolkrabe ist zuzustimmen. Im übrigen wurde der Grundstein für die eingeforderte (eigentlich ziemlich frech, diese ständige "Vielleicht sollte mal irgendjemand"-Haltung) Vernetzung längst gelegt, mit der Einrichtung der "zwischenorte" zum ersten zt. Wer das nicht mitgeschnitten hat oder aus Gründen der Hygiene nicht mittun mag, sollte die Verantwortlichkeit für mangelnde Kontakte nicht bei anderen suchen.

Und wer schon immer mal Teil einer pressure group sein wollte, um endlich auch mal irgendwen scheuchen zu können, der soll sich halt in eine Partei einkaufen. Da läßt es sich so schön engagiert sein; das beruhigt auch das Gewissen. Die AfD hat bestimmt noch ein paar Plätze frei.
Trouver
01. August 2014 19:09
Ein legaler Widerstand in der Buntenrepublik ist Sinnlos.

Er dient nur der Belustigung der Aufseher.

Aus meiner Sicht kann nur private, ja intime Unbeugsamkeit was gelten, nach dem Motto "nicht mit mir!".

Die Katharsis kommt schon.

Siehe Argentiniens Default.
muotis
01. August 2014 19:31
Also um ehrlich zu sein verstehe ich die Aufregung nicht. Wir sind also geistige Brandstifter? Ja gottseidank! Das ist höchste Ehrung aus dem Mund eines Profiklassensprechers, der vermutlich mit der Persönlichkeit eines Tischrechners gesegnet ist. Wir sind die, vor denen SPD-Tanten und CDU-Trottel immer gewarnt haben. Seien wir stolz darauf! Wir sollten T-Shirts mit dieser Bezeichnung drucken und über diese Seite vertreiben.
Langer
01. August 2014 19:56
Ich nehme es den Rechten uebrigens sehr uebel, wenn sie anfangen, sich "demokratisch" zu geben. Das laesst mich an ihrem Intellekt zweifeln! Ich verstehe nun, dass man hierzulande und derzeit vorgeben muss, "demokratisch" zu sein, weil man ansonsten schlaffaerschig in die Ecke geboxt wird - und dennoch: Diese Heuchelei gehoert sich nicht!

Welcher Trottel ist denn bitte heute noch "demokratisch"?! Ich mag das Ideal - aber die Wirklichkeit mit ihrer Penetranz kann doch irgendwann wirklich nicht mehr geleugnet werden! Der Grossteil der Masse ist Idiotie und diese bei der Meinungsfindung zu beruecksichtigen ist gelinde gesagt riskant!

Bekennt Euch endlich mal dazu, dass die Mehrheit Euch heute nicht will - dass die Demokratie Euch heute nicht will - und dass Ihr DENNOCH im Recht seid, denn die Wahrheit schert sich wenig um Mehrheiten!
patriot
01. August 2014 22:24
Ich stimme "Kolkrabe" zu. Tagtäglich erlebe ich, daß es auf der rechten Seite ein unglaubliches Potential gibt. Tragisch: Die Leute finden nicht zusammen. Ich erkenne daran einen grundsätzlichen "Webfehler" im Wesen der Deutschen, ich will es mal so nennen. Die selbstzerstörerische Energie, die die Deutschen aufwenden, um sich regelmäßig um die Früchte ihres guten Rufes zu bringen, ist atemberaubend. Diese Energie sinnvoll zu richten auf die Besinnung auf seine Leistungen, seine Herkunft, seine Identität sollte es den/dem Deutschen,- so sie noch deutsch denken und fühlen,- ermöglichen, sich zu formieren und den zersetzenden Kräften der Linken wirksam entgegenzutreten. Voraussetzung wäre allerdings, das kollektive Gedächtnis der Deutschen zu reanimieren, welches nach 1945 auf die 1000 Jahre zwischen 1933 und 1945 eingedampft wurde.
Ein solcher Versuch könnte angesichts der geistigen Umnachtung, in der mein bedauernswertes Volk sich seit nunmehr 70 Jahren befindet, ungefähr so aussichtsreich sein, wie der Versuch, Lemmingen das Schwimmen beizubringen.
Strikeback
01. August 2014 22:40
Abgrenzung lohnt sich nie.

So akzeptiert ein Rechter die Verfolgung eines anderen Rechten, der etwas weiter rechts steht. So wird Scheibe für Scheibe abgeschnitten.

Zeit sich neu zu orientieren.
Ein Fremder aus Elea
01. August 2014 22:47
Der linksalternative Aufbruch in den späten 70ern und frühen 80ern mit all den Läden, Initiativen und der gut funktionierenden Infrastruktur wurde getragen von einem Menschentyp, der sich weitgehend durch Optimismus, Liebe zu den Projekten, Wärme, Tatkraft, Fröhlichkeit, Inspiration, Witz, Mut und Charme auszeichnete

Es ist, weiß Gott, nicht egal, was daraus geworden ist.

"Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer."

Was die Linken alles machen. Wie beneidenswert. Nur daß davon nichts bleibt...

Es ist doch nicht kompliziert. Gäbe es einfach einzusehende Antworten, wären wir alle optimistisch. Bisher gab es aber nur zweifelhafte Antworten, welche sich als falsch herausgestellt haben. Sollte man für willentliche Verblendung plädieren?

Man sollte doch denken, daß es genug Dumme gibt, um glücklich alle dummen Ideen auszuprobieren.

Wer wird schon auf ihr kurzes Glück so neidisch sein, daß er sich verleugnet, um am Ende... naja. Natürlich macht das keiner.

P.S. Die Bioläden kann man vielleicht ausnehmen, Fair Trade auch, ich kann mir darüber kein Urteil erlauben. Stückwerk, aber "Schuster bleib bei deinen Leisten." und "Ein Spatz in der Hand ist besser als die Taube auf dem Dach."

Vielleicht einfach nur an kleine Dinge denken, da fänden sich eventuell Antworten.
Kolkrabe
01. August 2014 23:38
Nordlaender,

verwechseln Sie mir da etwa Humor mit den Auswüchsen der Spaßgesellschaft?

Humor ist eher eine Lebenseinstellung und durchaus anarchisch. Auf dem Klappentext der von E. Jünger herausgegebenen, boshaften bis bösartigen Bilder-Fibel "Die veränderte Welt" (1933) heißt es treffend, dass Gelächter am sichersten zerstöre.

Diese spezifische Form des zerstörerischen Humors wurde in der anarcho-linken Szene der späten 70er/frühen 80er - man mag inhaltlich dazu stehen wie man will - hervorragend vom Comic-Zeichner Seyfried und kabarettistisch von den Drei Tornados unters Volk gebracht. Da steckte übrigens auch immer eine gehörige Portion Selbstironie mit drin - noch etwas, was Rechten leider meist völlig abgeht (sich also selbst nicht immer so bierernst nehmen - das ist mitunter schlimmer als das ewige Betroffenheitsgetue der Linken). Der kalte analytische Blick von rechts bedarf eines Korrektivs.

Seyfried und die Drei Tornados von rechts - und man würde hier deutlich weniger Trübsal blasen.

Freiwillige vor! :-)
Trouver
02. August 2014 00:55
Werter Nordlaender, die Frustration heisst Nichterreichung des Begehrten (Tantalos).

Ich verstehe nicht, wie man in DE frustriert werden kann: wo ist denn doch DAS Begehrte in Sicht??

Tantalos hatte es vor seiner Nase.
Thomas Wawerka
02. August 2014 09:10
@ Kolkrabe: Und was lernen wir daraus? Gegenwind macht stark!
Wem immer alle Wege geebnet werden, wer immer nur Zucker in den A*sch geblasen kriegt ... dagegen: "Seht das Kind umgrunzt von Schweinen ..."
Widerstand lässt das Pflänzchen langsamer wachsen, dafür wird es zäher.

Mit dem Humor haben Sie vollkommen recht. Sämtliche Arten von Witz, Ironie, politischem Kabarett scheinen die Linken gepachtet zu haben. Bei den Konservativen herrscht immer so eine gewitterwolkige spenglersche Stimmung ... es geht immer nur darum, den drohenden Untergang abzuwenden. Schwere Seelen ... (Ich nehme mich keineswegs davon aus!) - "Heiterkeit, güldene, komm!"

Es ist nicht nur aus PR-Gründen problematisch, wenn man über keinen Hoffnungsbilderschatz verfügt. Die vielbeschworene "Utopielosigkeit" ist keine Tugend - und darüber hinaus sachlich falsch ("Das dritte Reich"). Die Linken können eine Vorstellung von der Welt vermitteln, die da kommen soll (auch wenn sie unrealistisch sein mag), die Rechten sind sich einig nur in der Ablehnung dieser Vorstellung ... aber eine Alternative können sie nicht anbieten. Wie soll denn die Welt aussehen, in der sie leben wollen?

Aufbruchsstimmung ist ein positives Gefühl.

Ist die Einnahme einer politischen Position möglicherweise charakterlich prädisponiert?
Rumpelstilzchen
02. August 2014 09:21
Auf Seiten der heutigen Rechten sehe ich leider überwiegend (nicht ausschließlich) einen anderen Menschentyp: Pessimistisch, verbittert, vergrämt, entmutigt, rückwärtsgewandt, innerlich verhärtet, humorlos, frustriert, eher dem Grübeln als dem Handeln zugeneigt, verunsichert, mehr an der Vergangenheit hängend als an die Zukunft glaubend. Also Pioniergeist auf der einen Seite, Museumswärter- oder Totengräbermentalität auf der anderen.
Was ich sagen will: Wer das linke Erfolgsprojekt kopieren will, muss zunächst einmal eine andere Lebenseinstellung haben als die meisten hier: Dur statt Moll (Moll nur zu bestimmten Gelegenheiten).


So ein Schmarrn !!!!
jetzt sind die Rechten also selbst schuld, dass die Demokratie zersetzt wird Und nicht unsere Politiker und Medienvertreter.
So einfach ist das ?
ha, ha, wie lustig , sollen wir jetzt mit Regenbogenfahne, Komikern, Quenellegruß, Schwulen, Palis, bunten Wölfen etc. aufmarschieren ?

Es ist in der Tat erschreckend, wie die Demokratie zersetzt wird!
Da hilft nur der Rechtsweg und Solidarität mit allen, denen es ähnlich geht und bald ähnlich gehen wird. ( z.B. Compact Familienkonferenz).
Auch wenn es mühsam ist, den Rechtsweg zu beschreiten. Es ist in diesem Fall der einzige Weg.
In den späten 70-er Jahren war es noch möglich, dass die Jugendorganisationen der verschieden Parteien, die SDAJ, die JN, JU, Jusos usw. gemeinsam in einem Gewerksschaftshaus in Frankfurt auftreten konnten und ihre Positionen darstellen. Ohne Polizei, ohne Gewalt.
Demokratie nannte man das damals.
Deshalb sollten wir alle Felix Menzel unterstützen, jeder wo er kann !
Seien wir froh, dass es noch solche jungen Menschen gibt.
KW
02. August 2014 09:31
Heute früh ein Erlebnis beim Bäcke, der seit 1880 in Familienhand ist und auch nur 2 Filialen in 2 mickrigen Dörfern in Norddeutschland. Ich gehe in den Laden und pralle zurück, weil die Verkaufskraft eine Zigeunerin, Inderin, jedenfalls sowas war. Ich verließ den vollen Laden mit den Worten, daß man hier nicht mehr einkaufen kann. Dann schrieb ich dem Meister eine Mail, daß er sich offensichtlich an der völkerzerstörerischen Tätigkeit der Globalisten teilnimmt und ich leider auf seine Backwaren verzichten muß, zu meinem und zu seinem Leidwesen.
Jeder von uns muß in seinem Bereich tätig werden. Zum Frühstück mußte ich auf das Lidlbrötchen meines Mannes zurückgreifewn, das gefällt mir auch nicht, weil auch das eine Art der Globalisierung ist.

Rückfrage Netzredakteur: Lieber bei der Großkette die Pappwecken kaufen als den heimischen, alteingesessenen Familienbetrieb unterstützen, weil die Verkäuferin ethnisch nicht genehm ist? Besitzen Sie Abschriften der Ahnenpässe der sämtlichen Mitarbeiter der Zuliefererbetriebe des Diskontmarktes? Die wichtigste Frage: Ist das Ihr ernst oder betreiben Sie Satire?
Distelherz
02. August 2014 12:24
Tja, Kolkrabe, es ist halt so.

Ich verfolge die Kommentare auf dieser Seite (und, ähnlich gelagert, bei der JF) seit langem. So sehr ich inhaltlich mit vielem, was in den Artikeln geäußert wird, konform gehe, so meilenweit entfernt fühle ich mich von der Gedanken- und Lebenswelt der meisten Kommentatoren.

Ich glaube, daß der fundamentale Unterschied zwischen den 68ern und ihren Nachfolgern und dem rechtskonservative Milieu heute ist, daß es jenen darum ging, alles zu gewinnen, während diese sich davor fürchten, alles zu verlieren. Offensive hier, Defensive dort. Das spiegelt sich in der Attitüde wieder.

Zudem ist die Rechte total unsympathisch. Sogar mir, der ich mich - wenn auch mangels Alternativen - selbst bis zu einem gewissen Grad dazu rechnen muß. Man sagt zwar immer, durchaus zurecht, die heutigen Spießer seien im linksbürgerlichen Bionadespektrum angesiedelt, aber der rechte Gegenentwurf aus Fleiß, Disziplin, Autorität und Wohlstandsvergötzung ist deshalb noch lange nicht weniger spießig und unattraktiv, insbesondere für die Jugend.

Die 68er haben durchaus die richtigen Fragen gestellt. Attac, Anonymous und andere moderne Gegenbewegungen stellen auch die richtigen Fragen und treffen deshalb auch den Nerv der skeptischen Jugend. Leider geben sie, wie damals die 68er, zumeist die falschen Antworten, weil sie von links instrumentalisiert werden - und die Linke so herrlich simple Lösungen anbietet, gezielt auf der moralischen Schiene daherkommt und inzwischen auch die geballte Medienmacht im Rücken hat.
Unke
02. August 2014 12:43
@Raskolnikow,
hihihi, so mag ich das; hat mir ein Lächeln ins Frühstücksgesicht gezaubert.
.
M.E. kann es auch nicht darum gehen sich selbst als "rechts" (Kositza) zu bezeichnen, sondern es geht darum dass die anderen links oder linksversifft oder linksgrün oder rotlackiert-autoritär etc. und selbst dabei grundlegend inkonsistent* sind; de fakto laufen die nämlich nur irgendwelchen aktuellen Konventionen nach welche mal dieser, mal jener in den öffentlichen Glaubenskanon hat unterbringen können.
.
Die nachfolgenden Kommentare sind leider überwiegend daneben bis sehr daneben - dazu fehlt mir allerdings die Zeit das zu begründen (habe leider keine Zeit mehr zum Schreiben). In aller Kürze: wenn Miesepeter andere Miesepeter Miesepeter** nennen... wie erfrischend dagegen dieser Artikel hier!

* Es geht mit nicht darum deren Werte zu verteidigen -"Demokratie", "Gleichberechtigung" etc.; sondern darum dass selbst, wenn man solche Begriffe linksideologisch auflädt bzw. interpretiert sie nicht das leben bzw. tun was sie propagieren.
**sind das die transfergeldempfangende*** Ossis im berüchtigten Trägerhemd?
***wurde hier nicht neulich herumgeheult dass ein Dissident nun seine Stelle als "Dozent" in irgendeiner Schwafelwissenschaft an einer staatlichen Hochschule verlor? Wie hohl kann man eigentlich sein? - Naja, alles ist möglich; auch, dass sich ein Bernd Lucke die Differenz von halber zu voller Professorenstelle von der Partei (AfD) bezahlen lässt... Universelle Diagnose: Komplettdegeneration!
Klaus
02. August 2014 20:02
Kolrabe ist zuzustimmen.

Auf Empfehlung dieser Seite hin habe ich das Buch "Wer gegen uns" von
Domenico Di Tullio gelesen. Wenn das Buch nun kein reines Propagandawerk ist, scheint der Erfolg der Casa Pound zu einem nicht geringen Teil in der furchtlosen Fröhlichkeit der Mitglieder zu liegen.
Verbiestertheit ist unattraktiv. Vielleicht kann den Identitären bei uns etwas vergleichbares gelingen...
Marcus Junge
02. August 2014 21:43
"Wer zersetzt hier die Demokratie?"

Demokratie erfordert den mündigen Bürger, der sich bildet, interessiert, einbringt. Wer live erleben will, warum die Demokratie nicht funktioniert, der kann genau jetzt auf Pro7 das sehen. "Schlag der Star" - Raterunde mit 5 Bereichen und je 3 Fragen. 2x "Blond und Blöd" kann nicht beantworten, wo der Maidan liegt oder welche Bedeutung Franz Ferdinand hatte oder aus welchem Land der Papst kommt oder in welchem Gebirge die Inka lebten und so geht es bei Frage um Frage weiter, bei den ganz sicher nicht sonderlich anspruchsvollen Fragen durch S. Raab.

Ach ja, die beiden dürfen natürlich (System) wählen (und werden das auch fleißig machen); protestieren für Friede, Freude, Eierkuchen; propagandieren Öko und so; sollen einst ihre Kinder dereinst erziehen und bilden. Schulniveau 6. Klasse teilweise erreicht und danach nichts mehr gelernt, aber alle Bürgerrechte haben.

Aber Demokratie funktioniert halt ...
Heinrich Brück
03. August 2014 02:05
Die Demokratie funktioniert schon, denn sie hat noch jeden dorthin bekommen, wo sie ihn haben wollte.
Was die Demokratie aus den Menschen macht, steht wirklich auf einem anderen Blatt.
Auf die Demokratie von rechts bin ich jetzt schon gespannt, und bis dahin wird der mündige Bürger vom Konsumidioten repräsentiert.
Sollte Raskolnikow Demokrat werden, Afrika an Kaliningrad grenzen, dann sind alle Probleme gelöst.
RL
03. August 2014 04:04
"In der Vollendung der Demokratie herrschen Frauen und die Großzügigkeit gegen Sklaven. Von den Volksführern wird man umschmeichelt, ihre Freund und Anhänger finden sie bei den Ausländern, nicht bei den eigenen Bürgern." Platon

Wenn man sich die heutige Lage ansieht, steht die Demokratie kurz vor ihrer Vollendung.

Es gibt also noch sehr viel zu zersetzen und sollten schleunigst damit anfangen, denn "Mehrheit ist der Unsinn. Verstand ist stets bei wengen nur gewesen." Schiller
Nordlaender
03. August 2014 08:50
@ Kolkrabe

"verwechseln Sie mir da etwa Humor mit den Auswüchsen der Spaßgesellschaft?

Humor ist eher eine Lebenseinstellung und durchaus anarchisch."

Da gab es mal diesen Nachrichtensprecher der BBC, den die Anarchos von Monty Python dann aber im Meer versenkt haben. Sie glauben gar nicht, wie sehr ich den guten Mann vermisse, wie beruhigend Seriosität, die stocksteife, von verstaubten Schlipsträgern ausgeströmte lange Weile auf meine empfindsamen Nerven einwirkt.

Meine konkreten Phantasien, die sich einstellen, wenn in konservativen Kreisen gescherzt wird, man sich ein "Schnitzel mit Migrationshintergrund" bestellt, kann ich hier nicht ausmalen. Meine Strategie besteht darin, fröhliche Runden möglichst gänzlich zu meiden, um nicht in Gefahr zu geraten, strafbare Handlungen zu begeben.
Über unsere Kapazitäten der geistes(?)- und sozial"wissenschaftlichen" Fakultäten lacht man nicht. Hier geht es nicht um Humor, sondern um die Machtfrage. Solche Leute nimmt man fest, da hilft nur eine Verbringung ins Tollhaus.

"Der kalte analytische Blick von rechts bedarf eines Korrektivs."

Mich deucht, der Analyse (Zerlegung) wird besonders von der Linken ein hoher Wert beigemessen. Wobei mir der Begriff "Linke" nicht so recht behagt. Schon besser: Kulturmarxisten. Diese wiederum die unermüdlichen Zudiener der NWO.
Als rechter Reaktionär halte ich die Synthese (das Zusammenfügen) für vorrangig und entscheidend:
Arbeit zu leisten im nur viertattraktivsten Beruf, in einem Haus zu leben, das nicht zu den zehn komfortabelsten im Städtchen gehört, sich um die eigenen Kinder zu kümmern, auch wenn sie nicht zu den fünf wohlgeratensten gehören usw.

Die Endergebnisse von kritischer Kritik kann man nicht essen.
Nordlaender
03. August 2014 08:56
@ Trouver

"Werter Nordlaender, die Frustration heisst Nichterreichung des Begehrten (Tantalos)."

Danke für die Erläuterung.

Mit dem Nichterreichen wird der Betroffene seinen Freud ... äh ... seine Freud nicht so recht haben. Ähnlich wie bei der "Toleranz" (dem Ertragen, Aushalten): Modisch punkten läßt sich hier nur mit dem Lehnwort aus der Antike.
Nordlaender
03. August 2014 09:11
@ Thomas Wawerka

"Die Linken können eine Vorstellung von der Welt vermitteln, die da kommen soll (auch wenn sie unrealistisch sein mag), die Rechten sind sich einig nur in der Ablehnung dieser Vorstellung … aber eine Alternative können sie nicht anbieten."

Rechte langweilen. Generation für Generationen wollen sie Häuser mit vielen Fenstern bauen. Linke hingegen haben es gerne "spannend" (Daniel Cohn-Bendit, "Juhu"-Terry Reintke), man könnte ja mal ausprobieren, die Fenster einzusparen, das Licht im Freien einfangen, um es dann in das Rathaus zu tragen.

Gehe davon aus, daß die Ewigheutigen und Fortschrittler von einer Neusucht befallen sind, die bislang noch viel zu wenig erforscht worden ist.
kolkrabe
03. August 2014 10:07
Distelherz, Sie sprechen mir aus der Seele: Die Rechte wirkt absolut unsympathisch (Ausnahmen in Gestalt einzelner Personen bestätigen dialektisch die Regel).

Letzten Endes geht es aber doch vorrangig genau um diese Sympathiefragen - wenn wir als Rechte überzeugen wollen, dürfen wir nicht mit dem Stock im Arsch (nebenbei: kommen hierher die
Begriffe "stockkonservativ" und "verstockt"?) oder als klerikal-religiöse Trockenpflaumen durch die Lande wandeln.

Nun mag man zwar sagen, dass es uns doch um Authentitizität geht, um Glaubwürdigkeit - und dass dann eben gerade das Unsympathische ("Haltung") sozusagen das Markenzeichen ist. Aber in Zeiten, in denen der politische Raum ausschließlich von Marketingstrategen gesteuert wird, die aus gutem Grunde seit Kennedy/Nixon niemals mehr auf das Unsympathische gesetzt haben, zeigt deutlich, dass der rechte Markenbegriff keine Zukunft haben KANN (jedenfalls nicht, solange Marketing alles dominiert).

Die ursprüngliche Bedeutung von Sympathie, (sympathia, sympathein), ist: mitleiden, Mitgefühl haben. Könnte es sein, dass ein Großteil der unsympathischen Wirkung Rechter von einer zur Schau getragen ("der kalte Blick von rechts") Athymie herrührt? Bei E. Jünger und F.G. Jünger, die ja ins rechte Pantheon gehören, findet man genau diese Athymie übrigens nicht (allenfalls in den dezidiert nationalrevolutionären Schriften der 20er).

Eine Bemerkung E. Jüngers über die "Spendung" als Aufgabe des Dichters, die "schenkende Tugend, die gleich der Sonne die Welt durchwebt" (Sgraffiti S. 63), sei allen hier zur Aufwärmung ins allzu oft fröstelnde Herz geschrieben.

Das ist es: Wir müssen der Welt etwa schenken, ihr etwas geben, das wie die Sonne der Welt Licht und Wärme gibt (und Wachstum fördert). Was das ist, möge jeder für sich selbst herausfinden.
ene
03. August 2014 11:55
@ patriot

Ich stimme Ihnen zu; der "Webfehler" wird auch (und gerade) von Ausländern bemerkt, die Deutschland schätzen. Allerdings kann es nicht allein an den vergangenen 70 Jahren liegen, wenn Napoleon bereits dies bemerkte:

Keine Lüge kann grob genug ersonnen sein, die Deutschen glauben sie.
Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.


Warum? Ich weiß keine Antwort.

Das Herziehen über immer "die anderen", die noch nicht das Niveau erreicht haben, welches man für sich selbst beansprucht, ist übrigens auch hier an dieser Stelle keine Seltenheit. -
Belsøe
03. August 2014 12:38
die Rechten sind sich einig nur in der Ablehnung dieser Vorstellung … aber eine Alternative können sie nicht anbieten. Wie soll denn die Welt aussehen, in der sie leben wollen?


Definiere "die Rechte". Definiere "rechte Themen".

Es gibt Nostalgiker, die sich rechts nennen. Weltängstliche. Soldatische, leider auch gelangweilte Hasskappen und vor allem schrecklich viele Besitzstandswahrer, die überhaupt keinen Begriff von ihrer eigenen Wohlstandsverstrickung mit der US-kraftgefütterten BRD haben. Noch Fragen, warum Deutschland keine Casa Pound hat? Wegen Eigenheim und Drittwagen, Privatvorsorge und Bedenken. ;)

Es gibt auch Leute die täglich an den Bruchstellen der Gesellschaft aushalten müssen, ganz konkret. Die werden aber nicht einbezogen vom satten Rechten der das nur vom Hörensagen kennt, und dem jungen Muskelideologen sind sie auch nicht recht. Denn vielleicht sind das deutsche Hartzer, die unter Arabern leben müssen, vielleicht sind es junge Frauen die nicht bei Kind und Haushalt bleiben aber mehr über das Verhalten kulturfremder Männer wissen als sie jemals wollten. Integrierte Türken und ihre kleinen Geschäfte leiden unter der Zersetzung ihrer Viertel durch Armutsmigration genauso wie deutsche Kleinsparer, die dort ihre Eigentumswohnung wertlos werden sehen.

Die reflexhafte Einsortierung des einzelnen ist hier wohl das größte Problem. Solange verschiedensten rechten Gruppen die einen zu faul, die anderen zu schwul, die dritten zu weibisch, die vierten zu dunkel und die fünften zu ungedient sind etc. pp.; solange man meint dass nicht Ideen und gemeinsames Tun, sondern kollektive Abgrenzungen am Schreibtisch einen auszeichnen, wird man in einer nicht mehr homogenen Gesellschaft scheitern. Der libertäre muskulöse Männerbund mit klassischer Bildung ist ein sehr kleiner Zirkel.

Entweder man glaubt daran, dass eine Idee sich auch in der heutigen Realität ihren Weg ins Tun suchen kann - dann kommt man aber nicht daran vorbei, dass diese Realität de facto viele Lebensentwürfe und Charaktere beinhaltet, die ohne eine zugestandene Individualität berechtigte Bedenken hinsichtlich rechter gesellschaftlicher Absichten hat.

Oder man glaubt an eine Idee als reine Basis für Verhaltensvorschriften, und will eine Elitenbildung unter gesellschaftlicher Ausschaltung von allen Realitäten die sich seit 40-50 Jahren so getan haben (außer der eigenen Freiheit zu künstlichem Geld und Hurerei, versteht sich).

Überspitzt? Ja. Aber an dieser Polarität wird es sich zeigen. "Die Rechte" wird vermutlich nach wie vor überwiegend Varianten und Graduierungen der letzteren Möglichkeit pflegen. Zu hoffen ist auf eine Avantgarde, die es schafft, eine Idee in die Lebensrealität junger Menschen zu weiten und die das Ewige auch im Ungewohnten zu sehen vermag. Das werden dann bloß keine Machtnaber sein, sondern Inseln, Oasen und wenn nötig auch Kampfgemeinschaften. Wer als Rechter primär herrschen will, wird noch lange verlieren.
Belsøe
03. August 2014 12:42
Wollte noch sagen: "die Rechte" beleidigt einfach zu gerne Menschen bei denen das eigentlich nicht nötig wäre (z.B. Bäckereiverkäuferinnen), sieht ihre Freiheit darin, Schwuchtel und Neger sagen zu dürfen, und wundert sich dann dass schon 2014 ist.
Thomas Wawerka
03. August 2014 12:53
@ Rumpelstilzchen? Waren Sie bei der Compact-Familienkonferenz? Vielleicht haben wir uns da gesehen!
Weltversteher
03. August 2014 13:56
Ich möchte der KW doch gern beipflichten. Es geht bei der Begegnung doch nicht um die kühle Überlegung des "nicht genehms", sondern um den unmittelbaren Kontakt mit einem Alien in der innersten Heimat (diese Bedeutung scheint jedenfalls der Bäckerladen für die Schreiberin zu haben). Das ist eine ganz andere Ebene als die jährlich zunehmenden Hunderttausende, die irgendwo im anonymen Getriebe "für uns arbeiten".

Vermutlich empfinden noch etliche Menschen so, wenn sie nicht bereits länger durch ein inhomogenes Umfeld angefressen sind (wozu ein fröhliches Annehmen der beschriebenen Erscheinung ein Anfang gewesen wäre).

Zukünftig kann man ja selbst backen oder eben - Banden bilden!
jokn
03. August 2014 15:38
@ Kolkrabe (Freitag, 1. August 2014, 16:32)
Wie bitte?
DER (Erfolgs-)Treiber der Linken war ihr unstillbarer Hass und Abschaffungswille gegenüber Deutschland und den Deutschen. Dank der auch damals im Dauereinsatz befindlichen Nazikeule hat sie das unangreifbar gemacht und erhaben über den verachteten Rest der (potentiell) stets schuldigen Bürger.
Unwiderstehlich waren deshalb auch ihre immer aggressiveren Forderungen nach Finanzierung durch die Steuerbürger. Natürlich damals noch nicht in dem Ausmaß wie heute, wo viele Projekte, Institute, Stiftungen, NGOs jeweils höhere jährliche Subventionen kassieren als mancher Mittelständler überhaupt Umsatz macht.
Daneben gab (und gibt) es eine massive propagandistische Unterstützung durch die Medien (und eine zeitgeistige, politkorrekte (Hoch-)Schullandschaft).
Im Gegensatz dazu wird mit allen Mitteln versucht, einer konservativen Messe schon das schlichte Existenzrecht zu verunmöglichen. Deren Initiator halte ich aus der Ferne durchaus für einen (wie von Ihnen gewünscht) optimistischen, tatkräftigen und gutgelaunten Pionier (F. Menzel). Wenn man aber die völlig konträren politisch-medialen Aktivitäten ihm gegenüber (als gegenüber Linken) betrachtet, kann man verstehen, dass auch er nicht permanent zen-mäßige Gelassenheit an den Tag legen kann. Das hieße wohl, Übermenschliches zu verlangen.
Nils Wegner
03. August 2014 17:22
@ KW,

ich hoffe sehr, daß Sie dabei zumindest den gediegensten Sonntagsstaat aufgefahren und in der Mail eine gebrochene Schrifttype verwendet haben. Ansonsten wird Ihnen hier wohl aufgrund der Nachlässigkeit, Ihren Volkszorn nicht in die gute, alte Triumph-Adler gehauen zu haben, leider alsbald der Status als echte Konservative® aberkannt werden...
Olaf
03. August 2014 21:15
@Marcus Junge
Die eine Blondine kommt aber aus Kärnten, und wählt womöglich FPÖ oder BZÖ, also garnicht systemkonform. Fand die Damen recht amüsant und habe keinerlei Aggression empfunden. Stefan Raab las eine Frage vor, wartete dreißig Sekunden und gab selbst die Antwort, das war witzig. Abgesehen von den unschuldigen TV-Blondinen, stimmt es laut Statistik allerdings, dass die linksradikalen Grünen den größten Anteil an jungen, weiblichen Wählern haben, das sind aber eher weltfremde Öko-Tussis und StudentInnen aus Laberfächern.
jacky
04. August 2014 00:31
Zwischentag in Schnellroda -> Mitte August bis ca. Mitte September-> grosses weisses Partyzelt für Ausstellung->Rest draussen-> bunte Lichter-> Sonnen/resp. Regenschirme->mindestens eine Rock- oder heavy Metal Band-> kritische Liedersänger-> Alkoholfreie Bar-> Catering fürs leibliche Wohl->auch Grill,wenns gar nicht anders geht :-) -> Vernisage dieses tollen Malers aus dem letzten Jahr->Posterverkauf (z.B. Neuauflage der aus heutiger Sicht skurilen Hetzplakate aus WKI/ Kaiser mit Pickelhaube raubt Frau), usw.-> klar, bunte Regenbogenflagge in Kombination mit EU-Flagge-> oder deutsche Flagge mit Banane-> Antifawimpel als Glasunterlage oder so etwas gemeines-> kurzum, eine Jahresevent, der Tradition werden kann-> nicht sooo ernst-> nicht nur seriös-> nicht nur verbissen-> Kinder mitbringen und Opa/Oma und Freunde, nebst Hund-> usw.usf.

Was jeder Rammlerverein auf die Beine stellt, jeder Kleingartenverein- den Rechten gelingt es nicht. Warum nicht?

Es geht die Mähr: "Von denen da, in ihrem Elfenbeinturm" !
Aber da ist kein Prinz der Rapunzel im Turm erlöst.

Neue Wege der neuen Rechten...und Geld wird sich übers Jahr doch wohl auftreiben lassen.

Warum kann der Zwischentag nicht auch und totzdem ein fröhliches Familiensommerfest werden?
Rumpelstilzchen
04. August 2014 12:07
Dazu ein sehr guter Beitrag in der FAZ

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/demokratieverachtung-des-spiessigen-linken-mainstreams-13078690-p2.html?printPagedArticle=true#pageIndex_3

Und auch in diesem Zusammenhang sei nochmals auf das Buch:
Der Jargon der Weltoffenheit ( Frank Böckelmann) hingewiesen:

"Zwischen den erklärten Linken und den erklärten Rechten der Gegenwart besteht ein stillschweigendes Einvernehmen. Beide glauben an die Kraft der moralischen Entscheidung des Einzelnen und die Effizienz politischer Aufklärung. Nichts bestätigt die linke Legende, Geschichte gemacht zu haben, besser als die Depression der Konservativen." ( S. 10)

Die Depression sollte sich in diesem Forum nicht breitmachen !!!!!!!!!!!
eulenfurz
04. August 2014 12:42
kolkrabe:
Im Gegenteil: Es blies ein kräftiger Gegenwind.


So ein Quark! Welche linke Projektwerkstatt wurde von Schlägertrupps heimgesucht, welcher Graswurzelverein von der Presse bis auf die Knochen diskreditiert, welche Teilnehmer linker Demos steckbrieflich in ihrem Wohnumfeld "geoutet", welche "Aussteiger" propagandistisch durch Schulen und Fernsehkanäle geschleift? Was heutzutage abläuft, das ist ein durchgestyltes Programm zur psychischen Niederwerfung und Gleichschaltung, das sind nicht nur Warnungen an Aufmüpfige, sondern an alle, die aufmüpfig werden könnten!

Gerade die subtile Diskreditierung und perfide Stigmatisierung gab es gegen die "fröhlichen Linken" nicht. Hätte es diese gegeben, wären bei denen auch nur ein paar Loser mit biersauren Gesichtern übrig geblieben. So, wie eben Gegner totalitärer Systeme für gewöhnlich auch aussehen.
EnochP
04. August 2014 19:57
@Marcus

Lieber Marcus, da kann man leider nichts gegen tun!
Diese Art von Leuten werden immer das tun, was man ihnen einimpft. Im Dritten Reich hätten die alles für richtig gehalten, was dort ablief. Die sind nicht in der Lage etwas zu hinterfragen. Werden nie in der Lage sein etwas zu durchschauen. Das sind die Leute, die jedes System braucht und die es leider immer zuhauf gibt.
Ich merke das bei jeder Diskussion, die ich zu gewissen Themen führe. Absolut sinnlos!!
Kreuzweis
04. August 2014 20:49
Demokratie - der Totalitarismus, der zur Freiheit zwingt ...

http://www.ef-magazin.de/2014/08/04/5610-demokratie-eine-moderne-religion

... oder ...
http://www.manuscriptum.de/edition-sonderwege/buecher/gesamtprogramm/titel/hans-hermann-hoppe-demokratie-der-gott-der-keiner-ist/

Wer an die Demokratie glaubt, wird an ihr zugrunde gehen!
Ein Fremder aus Elea
04. August 2014 22:16
kolkrabe

Was das ist...

Го́споди поми́луй. Го́споди поми́луй. Го́споди по-ми-́луй.

(Metrik- und bedeutungsidentisch zu

Κύριε ελέησόν. Κύριε ελέησόν. Κύριε ε-λέη-σόν.)

Aber es stimmt schon, es ist schwer, es konkret zu fassen. Ist vielleicht aber auch besser so, das Leben wär sonst gar zu langweilig.

Wird für gewöhnlich Licht oder Leben genannt. Manchmal auch Wasser. Oder Feuer.
Hildesvin
04. August 2014 23:23
@Rumpelstilzchen: Dieser Beitrag von Reinhard Mohr (Reinhard heißt die Kanaille... ja, ich weiß, eigentlich Moor...) wäre sehr gut? Etwas bedenklich. Seit "Hindenburg als NS-Größe" ist die FAZ ohnehin den Gossenblättchen zuzurechnen.
Vorhin fand ich da den Beitrag einer ("einer", wenn's kein Italiener ist, in dem Fall halt "eines") Andrea Diener verlinkt: Meine Tage im Haß / Trolle usw. - wirklich putzig: Wer den Schmierfinken die Meinung geigt, ist ein Schwachkopf...
Nordlaender
04. August 2014 23:38
@ Kolkrabe

"Letzten Endes geht es aber doch vorrangig genau um diese Sympathiefragen – wenn wir als Rechte überzeugen wollen, dürfen wir nicht mit dem Stock im Arsch (nebenbei: kommen hierher die
Begriffe „stockkonservativ“ und „verstockt“?) oder als klerikal-religiöse Trockenpflaumen durch die Lande wandeln."

Mir fiele es ausgesprochen schwer, als stocksteifer Träger eines Trachtenanzuges mit einem kuhlen, lockerdraufen Weltamerikaner im T-Hemd, der als Ewigheutiger genau den Puls der Zeit spürt, in einem Boot zu rudern.

Einfach mal frei assoziiert: Haben Sie zufällig Kurtagic gelesen? Ich habe seine älteren Artikel (Occidental Observer) außerordentlich geschätzt, finde jedoch, daß er sich nach seinem Wandel zum Stilberater leider reichlich verpeilt hat.

Als Partikularist, Nichtchrist und Nichthumanist hätte ich gegen eine behutsame und fundierte Kritik des Christentum eigentlich nichts Grundsätzliches einzuwenden, das Bewerfen dieser Institution mit schlichten und wohlfeilen semantischen Lehmklumpen überzeugt mich allerdings nicht.

"Das ist es: Wir müssen der Welt etwa schenken, ihr etwas geben, das wie die Sonne der Welt Licht und Wärme gibt (und Wachstum fördert). Was das ist, möge jeder für sich selbst herausfinden."

Mich deucht, daß diese Lösung - der Universalismus - das Problem ist. Keineswegs sollte am konservativen deutschen guten Menschen die ganze Welt genesen.
Rechte sollten sich hingegen dafür einsetzen, daß unser Deutschland vom Menschenrechtsimperialismus der guten Menschen befreit wird, weil es an erster Stelle nicht um die Befreiung irgendeines unterdrückten Volkes in Asien oder in Afrika geht, sondern darum, daß wir Weißen in Europa uns eigene Staaten zurückerobern.
Raskolnikow
05. August 2014 06:59
Darumb,

muß man Euch einfach für liebenswerte Menschen halten: der Menzel, seines Zeichens zwischentags-Zeremonienmeister, wird von niederem Gesindel attaquiert und Ihr nehmt dies zum Anlaß, Euch mal so richtig zünftig gegenseitig zu dreschen (natürlich nur per Maus- und Tastenklick). Ihr seid mir welche ...

Und all die verbalen Gurgelstecher, die nach feindlichen Flankenangriffen sofort immer wissen, wie´s anzufangen gilt, können mit ihren neunmalklugen Ratschlägen (zwischentag als veganes Familienfest, poppiges Outfit bei Götz Kubitschek, vielleicht eine Neymar-Frisur?, Miley Cyrus als Begleitprogramm bei einem Lichtmesz-Vortrag, eventuell ein konservativer Karneval der Kulturen ...) gern mal in meinem Hammelstall aufwarten.

Wir wollen doch nicht der demokratisch-socialistischen Revolutionäre "schuler noch jünger, sondern yhre meister und richter sein, wöllen auch einmal stoltziern und pochen" ... Die Verfechter zeitgemäßer Strategien und des "Abholens-wo-die-Leute-stehen" sollten mal auf die katholische Kirche und ihren Abstieg schauen, die diesen raffinierten Ansatz im 20. Jahrhundert verfolgte!

Den Leuten nach dem Maul zu reden, führt immer zu einer niederen Daseinsform, zu einer Verwurmung, deshalb ist es auch eine socialistisch-liberale Strategie und kann für uns keine Möglichkeit sein!

Die Luft wird dünner für "unsereins". Ich sehe etwas am Himmel aufziehen, ich sehe eine Zeit kommen, wo wir in die Wälder gehen und zwar nicht um Hölderlin zu zitieren. Ich sehe eine Zeit der Katakomben, weil es keinen Platz für das Heilige mehr geben wird ... Erst dann kann es gut werden, wenn unsere kleine, konservative Welt auf die Neige geht!

Gehabt Euch wohl, liebe Spießgesellen!

Ich werde Euch eine Weile entbehren müssen ...

Immer Euer ergebenster Handlanger,

R.
Martin
05. August 2014 07:47
Servus,

nachdem ich mir das Ganze jetzt durchgelesen habe, erlaube ich mir, auch einmal meinen Senf, in deutscher Sprache und nicht in altgriechisch, ptolemäisch oder Sanskrit, dazu zu geben:

Hat das mit der Kündigung der Tagungsstätte eigentlich irgend wen ernsthaft überrascht? Noch dazu in NRW?

Das einzige, was mich daran überrascht, ist die mangelnde taktische Disziplin des Gegners, der bereits jetzt in die Blase gestochen hat, statt lediglich ein paar wenige Tage vorher, so dass Ersatz nicht so einfach zu beschaffen gewesen wäre.
Thomas Wawerka
05. August 2014 09:29
Kolkrabe:

Die ursprüngliche Bedeutung von Sympathie, (sympathia, sympathein), ist: mitleiden, Mitgefühl haben. Könnte es sein, dass ein Großteil der unsympathischen Wirkung Rechter von einer zur Schau getragen („der kalte Blick von rechts“) Athymie herrührt?

Eine besonders interessante Frage, wenn man daneben diesen immer wieder aufsprudelnden "Willen zur Tat" beobachtet. Reden oder schreiben allein ist ja zu wenig ... Mitgefühl mit Obdachlosen, Drogenabhängigen, Alkoholikern? Oder gar etwas für sie tun? "Die haben dieses Leben selbst so gewählt", schrieb ein Mitforist (sinngemäß) in einer früheren Diskussion. Schwächlinge! Bäh! Eine heroische Tat muss her!
Nils Wegner
05. August 2014 20:27
@ Martin (inklusive Dank für die überfällige Rückkehr zum Ausgangsthema nach dem üblichen Spießrutenlauf der Psychohygiene):

Mich tatsächlich ein wenig, ist doch NRW eines der drei Bundesländer mit dem hysterischsten VS. An sich hätte man doch vermuten können, daß die tief-blickenden Damen und Herren sich das nicht entgehen lassen würden... Aber vielleicht hat da auch bloß die Abstimmung mit dem exekutiven Fußvolk-Arm nicht hingehauen.

Zumindest der m. E. ungewohnte Umstand des sofortigen Kuschens schon vor der Presse, nicht einmal angesichts irgendwelcher "aufklärender" Faxe mit Vandalismusdrohung im Kleingedruckten, etwas an dieser Sache durchaus bemerkenswertes. Natürlich hilft das nicht weiter, aber zumindest lernen kann man daraus schon.
Thomas Wawerka
06. August 2014 07:48
Ich habe mir hier oft Gedanken darüber gemacht, wo die Grenzen zwischen dem notwendigen Widerstand gegen das "Schicksal" und der ebenso notwendigen Ergebung liegen. Der Don Quijote ist das Symbol für die Fortsetzung des Widerstandes bis zum Widersinn, ja zum Wahnsinn - ähnlich Michael Kohlhaas, der über der Forderung nach seinem Recht zum Schuldigen wird ... der Widerstand verliert bei beiden letztlich seinen Sinn und verflüchtigt sich ins Theoretisch-Phantastische; der Sancho Pansa ist der Repräsentant des satten und schlauen Sichabfindens mit dem Gegebenen. Ich glaube, wir müssen das Große und Eigene wirklich unternehmen und doch zugleich das Selbstverständlich- und Allgemein-Notwendige tun, wir müssen dem "Schicksal" - ich finde das "Neutrum" dieses Begriffs wichtig - ebenso entschlossen entgegentreten wie uns ihm zu gegebener Zeit unterwerfen. Von "Führung" kann man erst jenseits dieses zwiefachen Vorgangs sprechen, Gott begegnet uns nicht nur als Du, sondern auch "vermummt, im "Es", und in meiner Frage geht es also im Grunde darum, wie wir in diesem "Es" ("Schicksal") das "Du" finden, oder, mit anderen Worten: wie aus dem "Schicksal" wirklich "Führung" wird. Die Grenzen zwischen Widerstand und Ergebung sind also prinzipiell nicht zu bestimmen; aber es muß beides dasein und beides mit Entschlossenheit ergriffen werden. Der Glaube fordert dieses bewegliche, lebendige Handeln. Nur so können wir die jeweils gegenwärtige Situation durchhalten und fruchtbar machen.

Zitat: Dietrich Bonhoeffer, „Widerstand und Ergebung“, Brief vom 21.2.1944

Wie mit einer aus dem Ruder geratenen Welt umzugehen ist, scheint mir zuletzt eine spirituelle Frage zu sein. Wer diese Frage für sich nicht beantworten kann, dem bleibt tatsächlich nur "Haltung" - etwas Vorletztes zwar, dennoch nicht Überflüssiges.
Die Haltung, um die ich mich bemühe: zum Nächsten gütig, zum Übernächsten gelassen, zu jedermann aufrichtig und beherzt.
Ein Fremder aus Elea
06. August 2014 15:20
Raskolnikow,

da haben Sie mich jetzt an das hier erinnert:

Comandante Che Burashka:

http://club443.ru/uploads/post-77-1075212433.jpg

Hab' jemand in Tartu mit 'nem ähnlichen T-Shirt gesehen...
Stil-Blüte
06. August 2014 16:45
@ Felix Menzel
Sprechen Sie ruhig Einzelne von uns an! Ich weiß, daß ich 'tatenarm' gut Daherreden habe: Dennoch:

@ jacky
Ein provisorischer, improvisierter Veranstaltungsort: Zelte/Pavillion/Lauben oder gar im Freien Wiese/Lichtung/Hügel (Heidegger lässt grüßen!)), Das Beiwerk, das Sie vorschlagen ...? Mit Familien, Kindern? Ja! Aber bitte ohne 'Event'! Helfer aus unseren Reihen ansprechen.

Ist man ins Netz gegangen, finden sich Beispiele. Auch in den verlassenen Dörfern der ehemaligen Donaumonarchie in Rumänien/Ungarn. Trauen wir uns organisatorisches Abenteuer zu. Ähnliches hat z. B. 'Der Honigmann', sogar in anderen Kontinenten (Südamerika) hinbekommen. Außer Landes gehen.

@ Ein Fremder aus Elea
Gäbe es ein Plätzchen in Ihrer Gegend?
Gold Eagle
06. August 2014 17:03
Mich würde einmal etwas interessieren. Eine Frage an alle Forenteilnehmer. Nehmen wir einmal an, die konservative Revolution würde kommen und es gäbe einen konservativen Staat und konservative Medien und konservative Universitäten und konservative Aktivisten in großer Masse. Und kleine linke Gruppierungen würden versuchen, sich zu vernetzen, Zeitschriften und Verlage gründen, Kultur- und Kunstprojekte planen und das alles mit dem Ziel diese konservative Vorherrschaft zu brechen. Und nehmen wir an, es bestände wenigstens die Möglichkeit, dass sie damit erfolgreich sein könnten. Würdet die Konservativen das einfach so zu lassen, oder würdet ihr nicht vielleicht auch alle Hebel in Bewegung setzen, faire und unfaire, und ihre Macht nutzen, um genau das zu verhindern?
Waldgänger aus Schwaben
06. August 2014 21:12
Zur nächtlichen Stunde wandelte er durch den Wald - Hölderlin rezitierend. Da kamen ihm zwei Doppelzentner Lebendgewicht entgegen gerannt.
„Die Tartaren, die Tartaren“, rief das Lebendgewicht. „Flieht Ihr Deutschen, flieht. Flieht in die Wälder“

„Es sind vielleicht nicht alle Spinner so harmlos wie ich.“, dachte er bei sich und verbarg sich im Unterholz.


(aus: Das geheime Doppelleben des X.M.)

[ Lieber R. Nichts für ungut – just kidding]

An all Euch verzweifelten Rechten,
Wie glaubt Ihr geschieht das Aufwachen (*) eines Volkes?
Auf einer unbedeutenden website, zu einem unbedeutenden Artikel, erscheint ein unbedeutender Kommentar – und 80 Millionen schlagen sich vor die Stirn
„ Recht hat er, dumm waren wir!“

Galubt ihr dies, dann werdet Ihr bis zum letzten Eurer sterblichen Tage zweifeln und verzweifeln.

Nein, Freunde, das Aufwachen geschieht langsam nach langem Schlafe. In die Traum- und Trugbilder mischt sich mehr und mehr die Realität.
Ich, der ich eine politische vita comtemplativa gewählt habe, sehe die Deutschlandfahnen überall. Dachte ich mir schon vor der WM: „Bleiben die hängen, wenn Deutschland Weltmeister wird? Wagen die das?“ Sie wagen es.

Ein Jammer-Rechter denkt: „Pah, Spießer, alles Spießer. Aber keine Patrioten. “

Ich sehe die AfD, die mit dem Slogan „Mut zu Deutschland“ unter feindlichem Feuer tief in die gegnerischen Reihen stieß.

Ein Jammer-Rechter denkt: „Systempartei. Klar! Rechts sein und Erfolg haben? Das passt doch nicht zusammen!“


(*) Ich weiß, dass hier „Erwachen“ das bessere Wort wäre. Aber ich distanziere mich von allen Sätzen, in den „Erwachen“ und „Deutschland“ gemeinsam vorkommt.
Langer
06. August 2014 21:17
Ich finde die Idee mit der Familienveranstaltung nicht schlecht. Nur richten Sie es mal so ein, dass sich dort die Oma willkommen fuehlt.
Heinrich Brück
06. August 2014 21:30
@ Goldadler
Wenn die Normalen herrschen, wandern die Irren in die Anstalt. Dort
können sie sich vernetzen und den nächsten Bundeskanzler wählen.
Es gibt aber auch noch die salafistische Methode, falls die Irren
vollkommen therapieresistent sein sollten.
G.W.
06. August 2014 21:36
@ Gold Eagle

Bitte lassen sie mich mit ihrer Gretchenfrage " Wie hast du's mit der Freiheit (des Andersdenkenden)" in Ruhe.

In keinem traditionalistischen System wurden die Gegner mit einer ähnlichen geballten Ladung an Hass und Selbstgerechtigkeit, bei gleichzeitiger absoluten Humorlosigkeit! verfolgt (christlicher, sektiererischer Eifer mal ausgenommen).

In keinem echten Faschismus (Salazar,Franco,Mussolini) wurden je die Leichenberge und Seen aus Blut erreicht, wie die Totalitarismen auf der (linken) Gegenseite es vermochten.

Würde der gemeine, deutsche Reaktionär die linken Spinner aushalten?
Selbstverständlich! Dieses "...wir wären genauso schlimm, hätten wir was zu sagen, also hab dich nicht so" ist verleumderisch ekelhaft und einfach unwahr.

Das kann man behaupten? Ja, kann man. Warum? Wegen Preußen.

Das ist die preußische Toleranz. Eine andere gibt es nicht.
Michael Klonovsky
Ein Fremder aus Elea
06. August 2014 21:42
Stil-Blüte:

Sicher, wird's geben. Tallinn wäre wohl am geeignetsten für den Zweck. Was das Hinkommen und den touristischen Wert betrifft.

Andererseits sähe eine solche Verlagerung nach Kapitulation aus. Freilich, einmal ließe sich's wohl machen. Riga ginge wohl auch. Immerhin die Stadt, in welcher Kants Kritik der reinen Vernunft zum ersten Mal gedruckt wurde. Und in welcher Richard Wagner anfing, Rienzi zu komponieren.

Wahrscheinlich wäre Jurmala bei Riga sogar noch atmosphärischer, der Flughafen liegt auch in der Richtung.
Frankstein
07. August 2014 08:15
Nicht zu Unrecht gilt der Kolkrabe als Synonym für Unheil. Daß er auch satirisch sein kann, ist neu.
"Der linksalternative Aufbruch....Optimismus, Liebe zu den Projekten, Wärme, Tatkraft, Fröhlichkeit, Inspiration, Witz, Mut und Charme."
Mann o Mann, wenn so dick aufgetragen, wird Satire zur Posse. Dabei ist doch gerade hier ersichtlich, die " Rechten" sind verspielt, baden in Witz und Mut und offenbaren ihre Liebe zu den Projekten. Na gut, ist auch Posse. Aber genau wie die Linken ergeben sie sich in endlosen Diskussionen, schwelgen in Utopien und kriegen endlich nichts Konkretes gebacken. Aber zumindest hat ihr Aufbruch bisher keinerlei bleibende Schäden hinterlassen und das ist schon positiv. Umweltängste, Energiehorror, Bildungsunwesen, Ernährungshysterie, Balkanisierung der Gesellschaft ist alleine den Linken zuzuschreiben. Ich rate Kolkrabe, den Artenschutz nicht zu strapazieren.
Nordlaender
07. August 2014 11:31
@ Waldgänger

"Ein Jammer-Rechter denkt: „Systempartei. Klar! Rechts sein und Erfolg haben? Das passt doch nicht zusammen!“"

Stimmt. Der Sache mal ganz auf den Wiesengrund gegangen: Es gibt kein wahres Leben in der falschen BUNTEN Republik.

Oder, mal so als Scherzeinlage am Rande: "Papa, weiß Du schon das Neueste: Ich bin Ministerpräsident geworden!" - "Na und - solange sie Dir nichts nachweisen können."

Für den EUro, für EUropa, für Zuwanderung, die Af"D" nennt sich so, weil sie unser Vaterland mit dem Wirtschaftsstandort "Deutschland" verwechselt.
(Letzterer heißt deshalb so, damit niemand etwas merkt.)
ene
07. August 2014 12:17


Gold Eagle

Werfen Sie mal einen Blick auf die Biographie dieses Mannes (s.o.), gibt Stoff zum Nachdenken. Ich war mal in der kleinen Gedenkstätte am Arendsee - Nagel hat drei Systeme durchlebt: In der Kaiserzeit hielt er in Berlin Vorträge in der Urania über "natürliches Leben " heiratete eine Klavierlehrerin (beide im langen weißen Gewändern, es gibt Bilder), durch die Nazi-Zeit kam er (erstaunlicherweise) noch ganz gut durch, richtig für verrückt erklärt wurde er in der DDR.
Ohne Wenn und Aber: in der Kaiserzeit gings ihm am besten.
Gold Eagle
07. August 2014 15:02
GW:
"Würde der gemeine, deutsche Reaktionär die linken Spinner aushalten? Selbstverständlich!"

Würden Sie denn das Umfeld der Sezession als "rechte Spinner" bezeichnen? Das würde ihre Äußerung ja wohl implizieren.

Dass man Gruppierungen "aushalten" kann, wenn man davon ausgeht, dass sie keine politische Wirkung haben, das ist ja klar. Würden Sie sie aber auch dann aushalten, wenn Sie davon überzeugt wären, dass diese "Spinner" mit ihrer Agitation bald breite Teile der Bevölkerung hinter sich bringen und vielleicht sogar die Machtverhältnisse grundsätzlich in Frage stellen könnten?

Auch Preußen hat einen Kulturkampf geführt und Sozialistengesetze erlassen, als bei der Führung der Eindruck entstand, der politische Katholizismus oder die Sozialdemokratie könnten eine Bedrohung für das politische System sein. Wenn Sie einmal Berichte darüber lesen, wie Priester während des Kulturkampfes von der Kanzel weg verhaftet wurden, dann relativiert sich das mit der preußischen Toleranz doch sehr.
eulenfurz
07. August 2014 15:44
@Gold Eagle
Reine Hypothese, jeder Machthaber versucht sich aber irgendwie abzusichern. Um dies zu verhindern, wurde der Rechtsstaat deklariert, der auf den Grundwerten der FDGO basiert, welche u. a. die Oppositionsfreiheit garantieret. Wenn von Amtspersonen und anderen Entscheidungsträgern diese Grundwerte angegriffen werden, müßte eigentlich sofort ein Verfassungsschutz aktiv werden, der heute notwendiger denn je ist. Daß der realexistierende VS lieber irgendwelche Agenten in Kneipenhinterzimmer einschleust, zu Überwachung und Zersetzung einer (potentiellen) Opposition, ist ein Indiz für das Versagen rechtsstaatlicher Institutionen.

Welche Schlußfolgerung soll man aus Ihrem Geplänkel ziehen? Daß Konservative die Abschaffung von Grundrechten erdulden müssen, damit sie nach einer möglichen Machtübernahme Gleiches mit Gleichem vergelten können?
Hartwig
07. August 2014 22:11
@ Raskolnikow (Kommentar vom 05.August)

Kaum etwas hinzuzufügen.
Wenn ich in meiner Freizeit Flugblätter fertige und den ganzen Kram des nachts verklebe, dann mache ich das keineswegs im Glauben, irgendetwas zum Besseren zu wenden. Es ist a) ein "nicht anders können" und b) ein Teil des Amusements, welches ich aus dem Winden der Anderen ziehe, die erfahren dürfen, das es tatsächlich noch Renitenz gegen ihre so attraktive linke Kuschelwelt gibt.
"Besserung" wird erst eintreten, wenn die Schraube überdreht wurde.
Hartwig
07. August 2014 22:44
@ Kolkrabe u.a.
Als Rechter können sie doch nur so etwas Unattraktives und Anstrengendes wie "Kampf" anbieten. Kampf um Nachkommenschaft, Fortbestand der Ahnenreihe und Kultur, Halten des Landes. Mehr ist es doch nicht. Lässt sich gewiss auch ganz nett verpacken, aber auch mit Schleifchen darum kommen sie gegen die bunte Utopie nicht an. Der Drops ist gelutscht. Das deutsche Volk ist müde, alle westeuropäischen Völker sind müde; des Kämpfens überdrüssig. Die selbsterhaltenden Instinkte sind unter dem Trommelfeuer des gobalisierenden Rundfunkes abgestumpft. Die umfassende materielle Komfortzone setzt alle Renitenten ins Unrecht, selbst dann, wenn diese Zone als Scheinwelt entlarvt wird.
Die Aufgabe heisst nicht Bekehrung sondern Behauptung.
Die Zwischentagsmesse ist so eine Art Selbstbehauptung. Viel Erfolg, Herr Menzel.
rundertischdgf
08. August 2014 10:32
Das Argument der Konformisten gegen Nonkonformisten ist das Denunzieren. Da ist es dann egal ob man einen Hotelbesitzer oder einen Friseur droht und erpresst. Das ist die nackte Wirklichkeit in dieser "freiheitlichen" Republik. Mit rechts oder links hat das schon lange nichts mehr zu tun, denn wer es wagt, die "veröffentlichte Wahrheit" zu hinterfragen, der wird im Namen der Toleranz fertig gemacht. Fatalismus sollte deshalb nicht ausbrechen, denn auch diese Zeiten werden sich ändern.
http://rundertischdgf.wordpress.com/2014/08/08/grune-denunzianten/
Gold Eagle
08. August 2014 11:46
"Welche Schlußfolgerung soll man aus Ihrem Geplänkel ziehen? Daß Konservative die Abschaffung von Grundrechten erdulden müssen, damit sie nach einer möglichen Machtübernahme Gleiches mit Gleichem vergelten können?"

Ich habe gar keine Schlussfolgerungen gezogen, sondern lediglich eine Frage gestellt, auf die mich die Antwort interessiert. Ich habe einfach bei einigen Forenteilnehmern den Eindruck gewonnen, dass sie sich gegenüber der Linken wahrscheinlich nicht anders verhalten würden, als diese heute gegenüber der Rechten. Aber das kann natürlich ein falscher Eindruck sein. Sie können dem gerne Widersprechen und sagen: Selbstverständlich würde ich mich im umgekehrten Fall auch für die Grundrechte für Linke, Schwule, Kommunisten, Einwanderer einsetzen...Das würde dann der moralischen Kritik an den bestehenden Verhältnissen Glaubwürdigkeit verleihen und meine Frage wäre beantwortet. Im übrigen würde einem das, in der Auseinandersetzung auch gute Argumente in die Hand geben.
Martin S.
08. August 2014 23:22
Ich hoffte anfangs irgendwo das "geheime Deutschland" zu finden. Hier im Forum ist es wohl eher das verweinte Deutschland... Um so gespannter bin ich, welchen Menschen ich auf dem Zwischentag begegnen werde!
Beste Grüße
Martin S.
Frankstein
09. August 2014 09:49
Nach dem Schnellschuß gegen Kolkrabe habe ich erst jetzt die anderen Beiträge gelesen. Hartwig bringt es auf den Punkt, rechtes Leben ist anstrengend. Linkes Denken und Handeln ist Seichtigkeit. Wer denkt und handelt, wie alle denken und handeln , wird auch warmduschen und den Bundesfreiwilligendienst für eine soziale Geste der Gemeinschaft halten. Der hier oft zitierte Rechte will allenfalls im Pflegeheim keine Urintopfschwenker mit migrantischem Hintergrund. Das ist zu kurz gedacht, in einer betreuten Umgebung kann rechtes Gedankengut nicht gedeihen. Vielmehr die anstrengenden Dinge erfüllen uns mit Lebendigkeit, wie jeder erfolgreiche Hürdenläufer weiss. Ich verachte die Linken nicht, die in den Kloaken schmarotzen, ich bemitleide sie. Sie werden nie erfahren, dass wahres Leben Kampf, Hingabe, Schmerz erfordert und kleine selbstgemachte Erfolge die wirklichen Glücksmomente bewirken. Zu erleben beim sportlichen Wettkampf oder auch beim ( ausgesetzten) Wehrdienst. Nicht in einem einzigen rechten Blog habe ich Kritik an der Aussetzung gelesen. Aber viel Kritik an Auslandseinsätzen der Bundeswehr. Da sind sich Linke und Rechte selten einig. Aber wo sonst können Hingabe ,Schmerz und Kampf geübt werden ? Wo ist die Grenze zwischen Linken und Rechten, wenn sie beide in der Wohlfühlgesellschaft ihre Räume suchen ? Wahr ist aber auch, eine alte Gesellschaft will keine Schmerzen mehr erleiden. Aber sie könnte es noch, weil sie damit Erfahrung hat. So kommt die Veränderung aus der - noch vorhandenen- älteren Generation, oder sie kommt garnicht. Zumindest in den nächsten 50 Jahren.
Waldgänger aus Schwaben
09. August 2014 21:39
@Nordlaender

„Gar seltsame Menschen sind es, die nachts in den Wäldern umhergehen.“, dachte X. Er hob wieder an, zu rezitieren:

ists die Zeit? denn immer im Frühling,
Wenn den Lebenden sich das Herz erneut und die erste
Liebe den Menschen erwacht und goldner Zeiten Erinnrung,
Komm ich zu dir und grüß' in deiner Stille dich, Alter!


Da brach ein blonder Hüne aus dem Unterholz. Er hielt im erhobenen rechten Arm eine Axt.

„Das ist die einzige Alternative für Deutschland!“, rief er und führte eine gewaltigen Hieb gegen den Stamm einer alten Eiche.

Just in diesem Moment fuhr ein Windstoß in die Krone der Eiche. Das Geäst krachte laut.

„ Die morschen Äste zittern!“, jubelte der Hüne.

„Obacht, mein Freund“, erwiderte X. „ein morscher Ast könnte niederstürzen und Euch erschlagen.“

„Wirklich?“, fragte der Hüne.
„Wirklich!“, antwortete X.

Der blonde Hüne sprang einen Satz weg vom Baum.
Just in diesem Moment krachte ein Ast zu Boden. Fallend riss er noch einen zweiten mit. Die Äste schlugen gerade dort auf, wo soeben noch der blonde Hüne gestanden hatte.

„Ihr habt mir das Leben gerettet.“, stammelte er.

„Alte Bäume fällen zu wollen, hat schon so manchen das Leben gekostet.“, sagte X.

„Was soll ich nun tun? Meine Axt giert nach Holz.“, fragte der Hüne.

„Nun, wenn der Sturm dereinst die Eiche fällt, mein Freund, wird er genug zu tun geben für Dich und Deien Axt.“, erwiderte X. nachdenklich.

„Wann? Wann wird dies geschehen?“, rief der blonde Hüne.

„Nun vielleicht noch diese Nacht. Aber eher wird der Baum noch Jahrhunderte überdauern. Denn immer im Frühling, wenn den Lebenden sich das Herz erneut, schlagen die Bäume aus und aus für tot angesehenen Holz treibt dann oft ein neuer grüner Sproß.
Ja, diese Eiche mag noch hunderte von Frühlingen sehen und in tausenden von Herbststürmen ihre Früchte im Wald verteilen.“,
entgegnete X.

„So lange kann ich nicht warten. Meine Axt giert nach Holz.“, rief der Hüne.

„Nun denn. Dieses Holz dort“, X deutete auf die Äste am Boden, „ es mag wohl ein halber Ster gutes Brennholz sein.
Es kommen oft Arme in den Wald, Brennholz zu sammeln. Hacke die Äste klein und schichte sie am Rand des Weges auf. Du wirst vielleicht Witwen und Waisen vor dem Erfrieren retten, so wie ich Dich rettete.“

„Wirklich?“, fragte der Hüne.
„Wirklich!“, antwortete X.

Der Hüne zog mit einem Ruck die Äste auf den Weg und begann mit der Axt auf sie einzuschlagen.

„Gar seltsame Menschen sind es, die nachts in den Wäldern umhergehen.“, dachte X. im Weitergehen.

(aus: Das geheime Doppelleben des X.M.)
Heinrich Brück
11. August 2014 00:19
Wenn die Linken einen kollektiven Selbstmord begehen (wollen), dann haben sie eine Entscheidung getroffen. Geht mich diese Entscheidung etwas an?
Ich möchte auch lediglich eine Frage stellen: Wie vollzieht sich Geschichte?
Nordlaender
11. August 2014 23:48
@ Waldgänger aus Schwaben

„Das ist die einzige Alternative für Deutschland!“, rief er und führte eine gewaltigen Hieb gegen den Stamm einer alten Eiche.

Muß es denn nicht korrekt wie auch EUphorisch "die einzige Alternative zu Deutschland'' heißen?

Was für ein Segen, diese göttliche EUphorie, denn dem Sterbenden geht es bestens, während die zukünftigen Erben bereits frohlocken und die wahren Freunde bittere Tränen vergießen.
Störenfried
12. August 2014 21:20
Herr Menzel,

wie ich ja auch schon erwartet hatte, haben Sie meinen Kommentar nicht freigeschaltet.

Warum schreibe ich Ihnen jetzt noch einmal? Irgendwie tut es mir ein bisschen leid, das mitanzusehen: Ihre Kritik an der Ungerechtigkeit des Systems zeigt, dass Sie im Grunde gerne dazugehören würden. Bei der CDU werden Sie aber sowieso nie akzeptiert werden, und mit den Massenmedien ist es das Gleiche. Ohne den Mut, zu den wahren Ursachen vorzustoßen, ist Ihr Engagement so ziemlich für die Katz - und trotzdem pinkelt man Ihnen ans Bein. Warum das Ganze? Allein wegen des gegenseitigen Schulterklopfens auf Netzseiten wie dieser hier, dass man doch sehr mutig, furchtbar stilvoll und intellektuell und dabei aber doch -seriös- sei? Denken Sie einmal darüber nach.
Hildesvin
12. August 2014 23:11
@ Frankstein (vom 07.8. - 08.15):
Bei uns Altgläubigen gilt der Kolkrabe durchaus als Glücks- und Heilssymbol, besonders dann, wenn er zu zweit auftritt.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.