06. Mai 2016

Der neue Sarrazin: Ellen Kositza über »Wunschdenken«

von Nils Wegner / 0 Kommentare

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Wenn Thilo Sarrazin ein neues Buch veröffentlicht, dann steht die deutsche Medienlandschaft Kopf. Was mit Deutschland schafft sich ab begann, hörte mit Der neue Tugendterror 2014 keineswegs auf. Nun ist das neue Werk des ehemaligen Politbankers und nunmehrigen politischen Analysten erschienen (und hier zu bestellen): Wunschdenken!



Die konsequente Realitätsverweigerung der politischen Eliten unseres Landes als "Wunschdenken" zu bezeichnen, mag galgenhumorig sein. Doch darauf läuft es hinaus: Verfolgt werden in allererster Linie idealpolitische Maximalziele, keine "simple" Problembewältigung unter Bewahrung der verbliebenen Substanz.

Diesen krisenhaften Komplex arbeitet Thilo Sarrazin auf 576 Seiten klar und – wie gewohnt – quellensatt heraus.

Doch erweist sich der Buchtitel als doppelbödig: Sarrazin hat nämlich nicht nur eine Anklage an die Adresse der hohen Politik formuliert, sondern stellt auch fundamentale Alternativen vor. Da es, wie wir wissen, »keine Alternative im Etablierten« gibt, sollten wir Sarrazins Wunschdenken besonders aufmerksam lesen.

Ellen Kositza stellt das neue Buch im kanal schnellroda vor... und den neuesten Bewohner des Ritterguts gleich mit.

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

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