12. Juni 2016

Das war's. Diesmal mit: guten, schlechten, klugen und dummen Menschen

von Ellen Kositza / 74 Kommentare

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

2. Juni 2016 -- Sohn: „In Reli sollten wir heute sagen, was in unseren Augen das Schlimmste sei. K. sagte Krieg, H. Hunger. War mir klar. Ich hab mich mit L. schon so unterm Tisch angestoßen, und wir haben die Augen verdreht, weil’s Strebertum ist. Für V. wäre vermutlich in Wahrheit das schlimmste, wenn sie samstags nicht shoppen gehen könnte.



L. hat dann geflüstert: `Wetten, jetzt sagt R.: `Rassismus´? R. kam dran und sagte, logisch: `Rassismus´. Ich leise zu L. : `Jetzt kommt Armut dran!. ´ A. hatte schon so mit dem Arm gewedelt. Und dann natürlich: `Armut´.“

Zwischenfrage Mutter, also ich: „Wer ist noch mal dieser A.?“ –
„Na, der Hetzer. Kennst Du doch. Der immer zu mir arme Sau sagt, wegen Lederranzen und Vollkornbrot und so. Egal. Jedenfalls haben wir gegrinst, und dann sollte ich sagen, was für mich das sogenannte Schlimmste sei. Schon die Frage! Was für mich persönlich das Schlimmste wär – als würd´ ich das vor allen sagen. Hab ich also gesagt: Massenmigration und vor allem Asylbetrüger.“

- „Und, was sagte der Herr E. dazu?“ – „Nichts. Hat zu allem genickt. Alle sollen jetzt in Gruppen eine kleine Wandzeitung zu ihren Schlimmheits-Themen machen.“

Drei Jungs in der Massenmigrationsgruppe. Zu Hause Materialsammlung. Sohn schneidet zu Hause Artikel und Bilder aus. Sehr fleißig. Liest tagelang dazu. Fragt viel. Inforausch.

9. Juni 2016 -- „Wie war eigentlich Reli? Habt Ihr die Wandzeitung fertig?“- „Nö, war blöd. In der ersten Stunde sollten wir alles zusammenstellen. In der kleinen Pause mußte ich auf’s Klo. Währenddessen hatte Herr E. meine Sammlung inspiziert. Dann sagte er zu mir, so sei das nicht gemeint gewesen. Es müsse darum gehen, was Flucht für die Flüchtlinge bedeute, und nicht, was sie für mich bedeute. Beziehungsweise für Deutschland.“

11. Juni 2016 -- Was weiß ich von Flüchtlingen? Ich meine, aus dem real life? Ehrlich gesagt: Wenig. Ich lese mir mittlerweile die Sachen an. Einerseits aus den Mainstreammedien, andererseits aus dissidenten Quellen. Da man einigermaßen leseerfahren ist, ergibt sich ein Bild. Erster Hand ist wenig, hier in der deutschdeutschen Provinz.



Für (zahlreiche) Nachrichten aus zweiter Hand bürgen jene beiden großen Töchter, die mittlerweile in Großstädten studieren. Manchmal glaube ich, die beiden haben einen gewissen Erlebnis-/Erkenntnishunger von mir geerbt.

Ich erinnere mich noch an ein Gespräch aus meinen Abiturzeiten. Meinte eine: „Meine Güte, Ellen, was Du immer erlebst! Deine Geschichten könnten ja Bücher füllen! Du bist irgendwie dauernd unterwegs, oder?“ Knurrte damals die Stufenlinke, meine beste Feindin, dazwischen: „Ja, erstens das. Zweitens nimmt die Ellen anscheinend jeden irgendwie ernst, der ihr ein Gespräch auf’s Auge drückt. Dann hat man halt Geschichten zu erzählen.“

Jedenfalls könnte ich nun mit den Flüchtlingsgeschichten meiner in urbanen Gefilden wohnenden Kinder „Bücher füllen.“ Die eine (Thüringen) erlebt etwa eine pro Woche, die andere (Bayern; daneben: besonders auffälliges Äußeres) nahezu täglich mehrere.

Ich habe in meinem Leben noch nicht mit so vielen Afghanen, Syrern etc. gesprochen wie die beiden Großen im vergangenen Dreivierteljahr. Hochinteressant sind die Begegnungen fast immer.

Zwischen zudringlichen Heiratsanträgen (Inder) und regelmäßigen Schachtreffen (Perser): alles dabei. Schlimme Belästigungen im Zug (schwarz), nette Essenseinladungen (Kurden) ebendort, abendlang fortgesetzte radebrechende Diskussionen über französische Philosophie des 20. Jahrhunderts (wieder: Iran), Nachstellungen, liebe Pflückblumenstraußübergabe durch anhängliche Syrerkinder: Bunter geht’s kaum.

Neueste Beobachtung: im studentisch-urbanen Milieu ist es wohl schick, zu privaten Klein-Parties ein paar Flüchtlinge einzuladen. Aktuelle Bekanntschaft der Tochter: A. aus Afghanistan. Ist nie zur Schule gegangen. Will hier unbedingt Arzt werden. Aber ganz ernsthaft! Ist nun Klassenbester in der Hauptschule. Kotzt sich über seine Mitschüler aus: „Die Deutschen haben null Respekt. Vor keinem Lehrer.“

A. liest Tag und Nacht. Ist vor vier Jahren in der Türkei zum Christentum konvertiert. Kennt - behauptet die Tochter - „die Bibel echt auswendig.“ Ich hake mißtrauisch nach. Christliche Mission im türkischen Asyl?
Tochter, seufzend: „Mama. Mach Dir mal keine Sorgen. Ja, ich will, daß mir meine Kinder mal sehr ähnlich sehen. Mit Muhammed Ali kann ich das ja jetzt getrost sagen, gell.“

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (74)

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13. Juni 2016 02:01
„Wie war eigentlich Reli? Habt Ihr die Wandzeitung fertig?“- „Nö, war blöd. In der ersten Stunde sollten wir alles zusammenstellen. In der kleinen Pause mußte ich auf’s Klo. Währenddessen hatte Herr E. meine Sammlung inspiziert. Dann sagte er zu mir, so sei das nicht gemeint gewesen. Es müsse darum gehen, was Flucht für die Flüchtlinge bedeute, und nicht, was sie für mich bedeute. Beziehungsweise für Deutschland.“


Das ist aus meiner Perspektive das Drama der Gegenwart: Wie gut wollte dieser Lehrer sein? Es ist die Erschütterung, die mit seinem Versagen verbunden ist, die uns so aufreibt. Das ganze zu persiflieren und zu versimplfizieren, wäre so wunderschön und ergiebig. Allerdings geht es um mehr, deshalb ist es nicht mehr witzig, sondern bestenfalls tief tragisch.

Wie Ihr Kind das durchschaut, würde mich dennoch mehr interessieren, als dass es das tut.

Kositza: Wie: w i e? Falls ich die Frage richtig verstanden habe: Ich denke, weil es durch seine Eltern geprägt ist. Daß die Kinder dabei eine Art "kritischen" Blick auf Leute entwickeln, die sie eigtl. als Autoritätspersonen wahrnehmen sollten, empfinde ich übrigens als eher negativen Nebeneffekt.
Zachmann
13. Juni 2016 07:15
"Die Deutschen haben null Respekt. Vor keinem Lehrer."

Auf der ersten Seite ist so ein Lehrer dargestellt. Was verdient der ?
Jan
13. Juni 2016 09:35
Besagter Afghane ist tatsächlich in der Türkei zum Christentum übergetreten, getauft wurde er in Deutschland. Und ja, christliche Mission gibt es auch in der Türkei, wie in anderen islamischen Ländern. Er ist tatsächlich Klassenbester und er möchte Arzt werden (was er auch wird). Unter seinen Freunden ist er allerdings eher die Ausnahme als die Regel.

Auf ihre Kolumne, verehrte Frau Kositza, freue ich immer sehr. Sie ist immer so voller Leben :-)
H U Mayr
13. Juni 2016 09:38
umfassendes und sympathisches Stimmungsbild...
Nordlaender
13. Juni 2016 09:50
Nicht nur der erwachsene Bürger im Kinderland also, der von der Politik mit seinen Ängsten dort abgeholt werden soll, wo er sich gerade befindet, man entnimmt diesem Bericht, daß bereits unsere Kinder wie Kinder behandelt werden.
Schopi
13. Juni 2016 10:13
...Es müsse darum gehen, was Flucht für die Flüchtlinge bedeute, und nicht, was sie für mich bedeute. Beziehungsweise für Deutschland...


aus pädagogischer Sicht ist diese Lehreransage nicht falsch. Tragisch hierbei ist aber der allgemeinverbindliche Konsens unserer Gesellschaft den "Flüchtlingen" nicht zuzumuten sich die Frage stellen zu müssen, was ihr Aufenthalt hier für die angestammte Bevölkerung bedeutet.

Ein guter Einblick in die Verhaltensweisen heutiger Jugendlicher und den Cassius Clay Link sollte man unbedingt anklicken.
Gustav Grambauer
13. Juni 2016 10:47
"Daß die Kinder dabei eine Art „kritischen“ Blick auf Leute entwickeln, die sie eigtl. als Autoritätspersonen wahrnehmen sollten, empfinde ich übrigens als eher negativen Nebeneffekt."

Muß beim Stichwort "Wandzeitung" (ein kommunistisches Kuriosum, die stalinisierte Gerinnung hiervon:)

https://de.wikipedia.org/wiki/Rosta-Fenster

daran denken: Wir bekamen in der fünften Klasse eine neue Klassenlehrerin, die uns in "Brigaden der sozialistischen Arbeit" einteilte. Alle mußten sich dementsprechend quer und längs der Bänke umsetzen. Vorne in die erste Reihe kamen die "Brigadiere" (deckungsgleich mit dem "Pionier-Gruppenrat"), dahinter die "Stellvertreter", dahinter die "Agitatoren", dahinter die "Schriftführer", nach ganz hinten an die Rückwand die Verantwortlichen für Allgemeines in der Klasse wie z. B. der "Sekundärrohstoff-Sammel-Verantwortliche", der "Solidaritäts-Sekretär" oder der "Wandzeitungsredakteur" (das war ich, schöne unverfängliche Nische mit ästhetischen Möglichkeiten).

Wir haben mitgemacht, weil wir überrumpelt wurden, aber das Vorhaben mußte nach kurzer Zeit diskret wieder begraben werden, in einer frühreifen Klasse, die eigentlich die Welt als Disco betrachtete und zur männlichen Hälfte im Status-Quo-, zur weiblichen im Xanadoo-Fieber war, die ersten kamen bereits mit (West-)Piloten-Sonnenbrille und -Aktenkoffer zur Schule.

Die Frau hatte damit gleich am ersten Tag ihre Autorität verspielt. Nachdem es mit uns nicht so lief, war sie über Monate und Aber-Monate krank. Wir waren ihre erste und ihre letzte Klasse, sie ist in ihrem Beruf gescheitert. Bei einem Klassentreffen in den 90er Jahren, einer ihrer Günstlinge hatte sie - grotesk genug - eingeladen, saß sie dann wie Falschgeld herum.

Ich danke ihr außerordentlich: wie ein kalter Waschlappen hat sie mir klargemacht, daß ich aus der ganzen Kafkaeske raus und mir Vorbilder, Lehrer im wahren Sinne und Mentoren sowieso ganz woanders suchen muß.

- G. G.
Rüdiger
13. Juni 2016 10:51
Ihr Sohn hat sehr schön beobachtet, was ihn zu seiner trotzigen Antwort veranlasste: er wollte sich nicht so aufdringlich öffentlich dazu zwingen lassen, etwas von sich preiszugeben. Es fiel ihm das Unaufrichtige an dieser locker-flockig zur Schau gestellten Aufrichtigkeit "So, hallo, wir sprechen jetzt mal über unsere Ängste" auf. Es ist das gesunde Gefühl dafür, dass so etwas nicht dorthin gehört, dass es Grade von Privatheit gibt, und Grande von Freundschaft, von Vertrauen, in denen man das Private offenbart.

Seine Klassenkameraden fühlten das vielleicht auch, ohne es sich bewusst zu machen, und verfielen in reflexhafte, schematische Antworten, um ihre Ruhe zu haben. Sie sagten, was sich der Lehrer unterschwellig gerade so als gute, bedenkenswerte, wertvolle Antwort wünschte. Die Suggestion ist unvermeidbar, daher sind solche Übungen wertlos. Es erinnert mich an die Fälle der Kinder, die sich an sexuellen Missbrauch "erinnern", weil der Gedanke auf der Stirn der Befragenden geschrieben steht und sie in ihrer kindlichen Unschuld einfach das antworten wollen, was man von ihnen erwartet.

Ich wüsste nicht, ob ich das als Schüler in der 9. oder 10. Klasse (?) selbst die Reife gehabt hätte, um das zu bemerken und auszusprechen!

Kositza: 6. Klasse.
Sascha
13. Juni 2016 11:07
"Daß die Kinder dabei eine Art „kritischen“ Blick auf Leute entwickeln, die sie eigtl. als Autoritätspersonen wahrnehmen sollten, empfinde ich übrigens als eher negativen Nebeneffekt."

Ich würde sagen, es gehört zum Erwachsenwerden dazu. Das Problem ist, wenn es überhaupt eines ist, höchstens dass man dies in solch einer Gesellschaft wie der heutigen früher lernen muss als es natürlich ist.
Marcus Junge
13. Juni 2016 11:15
Zachmann

Montag, 13. Juni 2016, 7:15 (URL) | Kurz-URL

„Die Deutschen haben null Respekt. Vor keinem Lehrer.“

Auf der ersten Seite ist so ein Lehrer dargestellt. Was verdient der ?


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"Was verdient der?" - Kündigung und Berufsverbot.
Ein Fremder aus Elea
13. Juni 2016 11:33
Strebertum hin oder her, Krieg, Hunger und Seuchen sind das Schlimmste - mittelfristig. Langfristig mag Knechtschaft schwerer wiegen, aber das hängt auch vom Herrn ab.

Als ich in der Überschrift von dummen Menschen las, dachte ich an die Äußerungen von Herrn Seppelt. Aber wie ich sehe, verschonen Sie ihn - im Gegensatz zur FAZ, Barbra Streisand läßt grüßen.
Adebar
13. Juni 2016 11:43
Der Sohnemann könnte doch über syrische Flüchtlinge schreiben, nicht über die die hier sind, sondern über die, die innerhalb von Syrien geflohen sind. Dazu gibt es einen sehr schönen Reisebericht. Hier ein kleiner Ausblick:

"In der vergangenen Woche berichteten wir täglich über die Reise eines Aktivisten unserer Partei zusammen mit der „European Solidarity Front for Syria“ (ESFS) ins arabische Syrien. In sieben Erlebnisberichten teilte er mit uns seine Eindrücke und erzählte uns von Hintergründen des Krieges und die aktuelle Lage vor Ort. Zahlreiche Gespräche mit Regierungsvertretern, Soldaten, Einheimischen und Flüchtlingen erlaubten ihm, sich ein eigenes Bild anzufertigen, fern von den systemgesteuerten westlichen Medien."

Gegliedert ist der Bericht über die Syrienreise, wie folgt:

Teil 1: Die Beweggründe
Teil 2: Reisebeginn mit Kulturschock
Teil 3: Zu Gast beim Informationsminister
Teil 4: Die „arabische Hölle“
Teil 5: Eindrücke die fassungslos machen
Teil 6: Die „Stadt der Märtyrer“
Teil 7: Erzählungen eines Soldaten
Teil 8: Ein Besuch in Syrien: Ein solidarisches Fazit

Wer Interesse an dem Bericht hat, der wird über die Suchmaschine seiner Wahl fündig.
Trouver
13. Juni 2016 12:22
Es müsse darum gehen, was Flucht für die Flüchtlinge bedeute, und nicht, was sie für mich bedeute. Beziehungsweise für Deutschland


Die Flüchtlinge sind g l e i c h e r als Andere.
Leser
13. Juni 2016 12:43
Schade das man nicht erfährt, wann Muhammed Ali dieses Interview gegeben hat. Das muss schon sehr lange her sein, denn offenbar haben sich damals die Leute nicht darüber aufgeregt.
Heute wäre das in den USA aber noch viel mehr hier in Deutschland Rassismus at his best, und Ali wäre als der größte Nazi unserer Zeit ausgerufen worden.
Damals war das wohl nur die gängige Praxis und eben nicht nur bei den Weißen, sondern auch bei den Schwarzen wie Muhammed Ali. Das macht den Rassismusvorwurf übrigens zu Nichte, denn so lässt sich ja keine diskriminierte Rasse identifizieren, wenn alle unter sich bleiben wollen.
Mister Mister
13. Juni 2016 13:03
Nicht die Vergewaltigungen unsere Frauen durch Mosleminvasoren sind offenbar das Problem fürs „weltoffene“ Köln – sondern die bösen europäischen Nazi-Einwohner, die sich laut einem antideutschen Selbsthasser mit anderen Ethnien zu vermischen hätten, um endlich restlos zu verschwinden. Ihr glaubt das nicht? Hört selber in der aktuellen Folge von Anthony Bourdains CNN-Reisemagazin: https://www.youtube.com/watch?v=GKZpqwhJUbs

Krank. Wenn DAS kein Rassismus ist, dann weiß ich nicht! http://www.eater.com/2016/6/5/11852318/anthony-bourdain-parts-unknown-cologne-germany-recap
Mister Mister
13. Juni 2016 13:13
PS: Pervers ist, daß Bourdain dabei von Solution („Lösung“) redet, was gefährlich nah an den Bereich Genozid kommt. Bourdain, dessen Mutter übrigens jüdisch ist, wäre bei seiner Folge über Israel der Gedanke einer ethnischen Vermischung als „Lösung des Konflikts“ nie in den Sinn gekommen.
Clairvoyance
13. Juni 2016 13:40
Lehrer an staatlichen Schulen präparieren wesentliche Initiationsschwellen, die nahezu jeder und jede durchläuft. Lehrer sind auch Selektionsinstanzen (hier in einem System, das behauptet, »offen«, »transparent«, »inklusiv«, »kritisch« und »aufgeklärt« zu sein, tatsächlich aber in Sachen Borniertheit und Verblendung neue Gipfel erklommen hat).

Nicht anders die Hochschulen: So richtig und fundamental die Definition der Universität als einem geistigen Ort der Rationalität, der unbefangenen Beobachtung und eines über bloße Berufspflichten hinausweisenden Wissens auch ist, so wahr ist es ebenso, daß in der gesellschaftlichen Realität der legitime Arzt der studierte Arzt ist, der legitime Jurist der studierte Jurist, der legitime Pädagoge der studierte Pädagoge und der legitime Fachökonom der studierte Ökomon. Es läßt sich deshalb nicht wegreden, daß die »Gewährung von Legitimität« — mittels der Bereitstellung und Durchführung einer Initiationsschwelle, eben jenem Universitätsabschluß — zu den primären Funktionen der Universität überhaupt zählt.

Schulen sind Lehrstätten der Konformität. Einer meiner Brüder ist Lehrer. Kürzlich hat er mir am Telefon die Belehrung erteilt, Migration sei das Natürlichste überhaupt, es habe sie schon immer gegeben und ich sei Migrant. Diesen irrsinnigen Ausbruch von Systemsuada (in einem persönlichen Telefonat unter Geschwistern) habe ich beantwortet mit dem vollständigen Abbruch jeder Verbindung und Kommunikation zu meinem Bruder.

Es reicht mir jetzt endgültig! Ich muß nicht die Familie über alle Kontakte stellen, ich muß mir nicht feigen, systemhörigen Unsinn als »persönliche Meinung« anhören. Ich muß nicht »tolerant«, »offen«, nachgiebig, unendlich geduldig und stets »rational« sein. Ich darf meinen Raum behaupten, indem ich Elemente daraus entferne, die mich spirituell und emotional vergiften.
Geisterfahrer
13. Juni 2016 13:41
"Daß die Kinder dabei eine Art „kritischen“ Blick auf Leute entwickeln, die sie eigtl. als Autoritätspersonen wahrnehmen sollten, empfinde ich übrigens als eher negativen Nebeneffekt."

Frau Kositza, Respekt vor einem Amt ist gut - aber Respekt vor einer Person doch wichtiger. Sie erinnern den Hauptmann von Köpenick einerseits - und andererseits die Anekdoten aus dem 1. Weltkrieg, wo die sternchenverzierte Luftnummer gnadenlos durchfiel, aber der vom Alarm überraschte, bewährte Mann problemlos die Attacke in der Unterhose leiten konnte. Oder das Märchen von des Kaisers neuen Kleidern.
Nein - Autorität nur für den, der ihrer auch sich würdig erweist.
Mister Mister
13. Juni 2016 13:42
PPS: Derlei pathologische Forderungen sind nur für den Westen vorgesehen. Keine Rede davon, daß sich Afrika, Südamerika oder Asien endlich „ethisch vermischen“ müßte.

Nimmt man mal den Genozid an den Tibetern aus, weshalb der Dalai Lama uns so gut versteht. Offenbar sind wir der Hauptfeind der Globalisten. Doch wenn wir einmal von der welt verschwunden sind, gibt es uns nie wieder.

Japan oder Korea, woher Ban Ki-moon kommt, der Europa noch mehr Afrikaner und Araber diktiert, kennt keine ethnisch-religiösen Spannungen. Dort würde ein Araber, der einen Anschlag plant, sofort auffallen. Bei uns versucht man die Spannungen und Reibungen bis ins unerträgliche zu erhöhen und zu verschärfen.

Manchen „Liberalen“ und Linksfaschisten kann es nicht schnell genug gehen, die kulturellen Errungenschaften der westlichen Zivilisation endlich abszuschaffen und zu beseitigen. Der Westen mit einer Drittwelt-Bevölkerung ist aber kein Westen mehr!
Gustav K. Zollhaus
13. Juni 2016 13:43
Ja gut, doch was hat mehr Gewicht, gelegentliche nette Erfahrungen mit Moslems oder die für jedermann (und vor allem für jederfrau) sichtbare Entwicklung, die unweigerlich immer dann eintritt, sobald Moslems keine Minderheit mehr sind oder jedenfalls eine starke Minderheit. Dann ist nämlich Schluss mit gemütlichen Esseneinladungen und netten Plauschereien, denn dann findet der Koran statt, weil er dann endlich stattfinden kann - und der lässt keinen Zweifel daran, das Ungläubige minderwertig sind, und so werden sie dann auch behandelt. Siehe dafür die üblichen Städte und Stadtteile in England, Belgien, Frankreich usw. Ich versichere, in einer englichen Stadt wie Luton mit sehr hohem Moslemanteil (ca. 30 Prozent) kommt es höchst selten zu netten privaten Treffen zwischen Nichtmoslems und Moslems. Aber auch in Neukölln und Kreuzberg kann man diesbezüglich ja interessante Erfahrungen machen. Sobald die Moslems sich allein gestellt sind, weil sie die Mehrheit sind oder eine starke Minderheit, packen sie all ihre Rückständigkeit und all ihren religiösen Hass aus. Aber es ist ja doch immer noch Europa, etwas Zurückhaltung ist also immer noch erforderlich. Wie es außerhalb Europas aussieht, wenn es keinen gemütlichen Schachabende mehr gibt, hatte im Jahr 2014 der chaldäisch-katholische Erzbischof von Mossul, Emil Schamoun Nona, beschrieben. Meldung vom 26/08/2014 von Radio Vatikan, die damals auch anderswo die Runde gemacht hat. Link: http://de.radiovaticana.va/storico/2014/08/27/d_irak_eindringlicher_hilferuf__/ted-821830.
Hervorhebungen von mir.
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Der chaldäisch-katholische Erzbischof von Mossul, Emil Schamoun Nona, hat eindringlich um Hilfe für die geflüchteten Christen und Jesiden im Nordirak gebeten. Die Situation der Schutzsuchenden sei katastrophal, sagte Nona am Dienstag in Berlin. Tief enttäuscht äußerte er sich über die Muslime. Bislang habe keiner ihrer Führer das äußerst brutale Vorgehen der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) öffentlich verurteilt. „Entweder sie haben Angst oder sie akzeptieren das Vorgehen“, sagte Nona.
Der Erzbischof hält sich für einige Tage auf Einladung des Caritasverbandes der Diözese Essen in Deutschland auf. In seiner Erzdiözese in der Millionen-Metropole Mossul seien nur noch eine Handvoll Christen übrig geblieben, sagte Nona, der selbst vor dem Terror des IS flüchten musste. Über eine mögliche Rückkehr der Christen im Falle einer Befreiung der Region vom IS äußerte er sich skeptisch. Mehr als hunderttausend Christen hätten in wenigen Stunden ihre Wohnungen und Häuser verlassen müssen, nur mit dem, was sie am Leib trugen. Dabei seien viele von ihren direkten muslimischen Nachbarn tiefer verletzt worden als von der IS-Miliz, „weil sie die ersten waren, die uns ausgeraubt haben“. Auch der 46-jährige Erzbischof zeigte sich persönlich tief enttäuscht darüber, dass selbst enge „moderate“ muslimische Freunde wie Ärzte und Rechtsanwälte jeden Kontakt zu ihm abgebrochen hätten.
-
So können sie enden, die gemütlichen Schachabenden, das nette gemeinsame Essen. Andere Völker wissen das ganz genau, auch ohne 11. September, ohne IS, ohne Bataclan, ohne Orlando, ohne Amokläufer usw. Weil sie ihre geschichtlichen Erfahrungen gemacht haben. Weshalb es z. B. in Kroatien, das jahrhundertelang unter der Knute des Islam stand und dementsprechend Erfahrungen gesammelt hat, sinngemäß heißt, das ein Moslem dein Nachbar sein kann, aber nie dein Freund. Jedenfalls nicht, wenn er machen kann, was er will. Dies zu verhindern, ist dort Politik. Sollte es hier auch sein.
Zachmann
13. Juni 2016 14:12
"Daß die Kinder dabei eine Art „kritischen“ Blick auf Leute entwickeln, die sie eigtl. als Autoritätspersonen wahrnehmen sollten, empfinde ich übrigens als eher negativen Nebeneffekt."

Wie auf den Herrn Volkswirtschaftsprofessor usw. ?

(Entschuldigung, bin Prolet und fasse manchmal Ironie nicht, wenn die so subtil ist.)
Andreas Walter
13. Juni 2016 14:57
Gesagt, gemeint und gedacht. Darum gibt es (auch) in Deutschland maximal nur Meinungs-, niemals aber, zumindest noch keine Rede-, Ausdrucksfreiheit.

Meinung nämlich ist eben genau so ein diffuses, schwammiges Ding zwischen klarer Aussage, Ansage und dem Schweigen, dem Ver-schweigen.

"Sie haben das Recht, die Aussage zu verweigern."

Wie nett. Natürlich habe ich das, wozu also dann so eine verräterische Aussage, die doch nur aus der Tradition und Gewohnheit von Erpressung und Folter heraus entstanden sein kann.

Manche Menschen möchten andere eben zum Reden, andere zum Schweigen bringen. In beiden Fällen besitzt es aber eine negative Konnotation, ausser das zum Reden bringen für Psychotherapeuten.

Sie haben das Recht, jederzeit aufrichtig und ehrlich, wahrhaftig zu sein? Nach bestem Wissen und Gewissen nicht nur zu Handeln, sondern auch so zu sprechen, jederzeit und überall? Nicht nur unter Eid, oder bei der Beichte?

Wenn es doch der Wahrheitsfindung dient. Es ist daher schon richtig so, Frau Kositza, dass auch Ihr Sohn selbst vor den höchsten Richtern der Welt keinen Respekt zu haben braucht, verhalten sich doch auch diese noch bis heute wie absolutistische Herrscher und mancher Tyrann im Mittelalter - despotisch.

Despotismus aus Eigennutz. Verwerflicher und armseliger geht's kaum, doch es sind ja oft die Primitivsten, die seelisch Minderwertigsten, die es in höchste Ämter drängt.

"Weil der Herrscher oder die herrschende Gruppe ihre Macht in despotischer Weise ausüben und Machtbefugnisse missbrauchen, wird dem Despotismus von manchen Staatstheoretikern jede Förderung des Allgemeinwohls abgesprochen. Die Despotie begründet als illegitime Herrschaftsform nach Ansicht vieler Staatstheoretiker ein Widerstandsrecht, das im Grundgesetz in Deutschland in Art. 20 Abs. 4 GG garantiert ist." Wikipedia, Despotie

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Was die holde Weiblichkeit ihrer Familie betrifft rate ich allerdings, sich nicht mit jedem messen oder etwas beweisen glauben zu müssen. Das hat schon der ein oder andere Mann mit zu geringem Selbstbewusstsein, Nächstenliebe und Selbstwertgefühl sei es durch Herkunft, Hautfarbe, sozialem Status oder falscher Glaubenssätze und/oder Religion in den falschen Hals bekommen und dann dementsprechend verletzt und gedemütigt reagiert.

Gerade starke Frauen oder solche die sich überschätzen sind davon besonders gefährdet, vor allem auch wenn diese beiden von Ihnen beschriebenen Kulturkreise aufeinandertreffen, die sich auch im weltweiten Vergleich beinahe wie maximale Antipoden verhalten.
Peter Niemann
13. Juni 2016 14:57
Es ist traurig daß uns dauerhaft das Thema Migration und nahöstliche Kulturen aufgezwungen wird - und wir unsere Zeit damit zubringen über Analphabeten, gelegentliche christlich-konvertierte Hoffnungsschimmer, westliche Frauen belästigende Ausländer und intellektuell oft ungesegnete Menschen zu diskutieren. Ist das nicht schlimmer als Geschwätz? Obwohl ich selber auch über die Themen Massenmigration, westlicher Untergang, Dekadenz et cetera rede, es hier auch sehr oft getan wird und ich mich mit Herzensblut beteilige, überkommt mich an manchen Tagen wie z.B. heute eine leise und tiefe Melancholie. Könnten wir nicht lieber über die Architektur Königsbergs um 1800, der baltische Einfluß in ostpreußischer Literatur, die Dialektverschiebungen in den USA, die Wichtigkeit der Geige auf die kindliche Erziehung usf. reden?
Stattdessen radebrechende Ausländer, interne moralische Kämpfe der deutschen Restbevölkerung, Widerstand gegen Bevormundung und vieles mehr - was wird hier intellektuelle Kraft und Energie verbraucht nur weil die Politik absolut versagt, weil Inkompetenz in jenen Sphären herrscht wo das Gegenteil existieren müßte! Ist das nicht die eigentliche Tragödie, diese Verschwendung an Lebensenergie und -atem für abwendbare Situationen!?
Gustav K. Zollhaus
13. Juni 2016 15:40
@ Geisterfahrer
Nein – Autorität nur für den, der ihrer auch sich würdig erweist.

Das ist doch töricht. Der Respekt muss zuerst dem Amt gelten, nicht der Person. Ein Schüler, egal ob 1. Klasse oder 10., kann schwerlich eine nennenswerte Würdeprüfung vornehmen - was soll dabei schon herauskommen. Und da bei diesem Thema zwanghaft die Leute auf ihre eigenen unmaßgeblichen Erfahrungen zurückkommen (jeder war ja Schüler, daher ist jeder Schulexperte): Auch ich hatte Lehrer, die ich nicht leiden konnte, aber respektiert habe ich sie trotzdem. Und einige waren darunter, von denen ich erst später, Jahrzehnte später begriff, das sie gute Lehrer waren. Das konnte ich als Schüler noch nicht ermessen. Und so geht es vielleicht dem ein oder anderen ehemaligen Schüler auch. Der Respekt vor dem Amt hat jedenfalls damals dazu geführt, das man miteinander gut auskam, egal ob man sich mochte oder nicht. Das ist hierbei die Hauptsache.
Übrigens, leicht themenfern: Ich habe eben in Memoiren gelesen, das es im Kaiserreich (vielleicht abhängig vom Reichsland) zwar Schulpflicht gab, aber keine Grundschulpflicht. Soll heißen, Hausunterricht für die Kleinsten war damals häufig, in bürgerlichen Kreisen, versteht sich. Den Unterricht machten aber offenbar nicht die Eltern, sondern es wurden dafür normal ausgebildete Lehrer engagiert. Konnte man sich damals offenbar noch leisten.
Bran
13. Juni 2016 16:14
@Zollhaus: Mir gegenüber äusserte ein junger Kurde vor kurzem ungefähr, dass es ihn unendlich ankotze, dass nun all die Idioten und der ganze Abschaum, vor denen seine Eltern geflohen seien, hier ankommen und die europäischen Länder und Kulturen kaputt machten. Er habe sich wohler und sicherer gefühlt als er einer der wenigen Nahostler in der Schule gewesen sei als heute. Die Schweizer hätten jedenfalls nie versucht, ihn auszurauben, seine Schwester zu vergewaltigen oder seine Eltern zu ermorden.
Andre Kunibert
13. Juni 2016 17:01
Lehrer sind ja nicht per se Autorität und vom Verdienst hängt das (zumindest aus der Sichtweise der Kinder) auch nicht ab.

Ich kann mich noch sehr gut an meine Kindheit erinnern und auch daran, dass ich schon manche Kindergärtnerinnen als dumm empfunden habe. Bei den Lehrern hat sich das fortgesetzt, wobei es zeitgleich immer Autoritäten gab, die ich sehr geschätzt, manche auch eher gefürchtet habe.

Im Rückblick auswertend betrachtet, hing mein Respekt vom Lehrer von mehreren Faktoren ab (nicht zwingend in der Reihenfolge):

a) Selbstbewusstsein und Auftreten des Lehrers (schwer zu greifen, umfasst viele Detailhandlungen), eine gewisse Lockerheit, gepaart mit Konsequenz und Fairness und dem Feingefühl dafür, wann härtere Maßnahmen nötig sind

b) Fachkompetenz und auch eine gewisse Begeisterung für das Fach

c) ausgeprägte didaktische Fertigkeit

d) nicht-paternalistisches Verhalten, welches mich als Kind ernst nahm

Es erkenne rückblickend Lehrer, die mein Leben geprägt haben. Manche indem sie auf mich eingingen und mir wichtige Sachen beibrachten, andere indem sie mich zwangen gegen sie zu rebellieren :-) Sehr viele selbstverliebte Schwätzer. Sehr viele mit ständig erhobenem Zeigefinger, die keinerlei Wirkung erzielten..
Nero
13. Juni 2016 17:35
Und auch hier fällt der geneigte Leser gerne auf das Spiel der Orientalen herein. Westler sind einfach viel zu naiv.


Wenn der Afghane sich beschwert, dass der Deutsche keinen Respekt vom Lehrkörper hat, dann steckt da nichts anderes dahinter als das Ausspielen von deutschen Jugendlichen gegen das Establishment.
Sehr klever von Seiten des Afghanen. Gibt der Lehrer doch die Noten und er erschleicht sich so die Zuneigung des Gatekeepers.
Die viel geschundene Lehrerschaft ist natürlich dankbar für einen solch respektvollen Schüler...

@ Bran
Ja ja, diese Kurden sind doch herzallerliebst. Dahinter verbirgt sich die Einsicht, dass sein Exotenstatus durch Konkurrenten gefährdet ist.
Wer will sich schon das abzocken der doofen weißen streitig machen lassen?
Da hat man so lange friedlich die Leute verarscht und jetzt hinterfragen die das plötzlich? Nein! Das darf nicht sein!
Noch schnell emotional den naiven Westler mit einer Vergewaltigung manipuliert und das Mimikri ist perfekt.
Exmeyer
13. Juni 2016 17:46
"Sie erinnern den Hauptmann von Köpenick einerseits – und andererseits die Anekdoten aus dem 1. Weltkrieg, wo die sternchenverzierte Luftnummer gnadenlos durchfiel, aber der vom Alarm überraschte, bewährte Mann problemlos die Attacke in der Unterhose leiten konnte. "

Dieser Unfug könnte ohne Weiteres Skript in einem amerikanischen Spielfilm sein.
H. M. Richter
13. Juni 2016 17:54
@ Peter Niemann

"[...] überkommt mich an manchen Tagen wie z.B. heute eine leise und tiefe Melancholie. Könnten wir nicht lieber über die Architektur Königsbergs um 1800, der baltische Einfluß in ostpreußischer Literatur, die Dialektverschiebungen in den USA, die Wichtigkeit der Geige auf die kindliche Erziehung usf. reden?"
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So ist es, doch wer hätte gedacht, daß einen Brechts An die Nachgeborenen einmal so unmittelbar einholen wird ?

Was sind das für Zeiten, wo
Ein Gespräch über Bäume fast ein Verbrechen ist
Weil es ein Schweigen über so viele Untaten einschließt!


So bleibt, sich selbst und anderen (!) die Worte Paul Flemings wieder und wieder ins Gedächtnis zu rufen:

Sei dennoch unverzagt, gib dennoch unverloren,
Weich keinem Glücke nicht, steh höher als der Neid,
Vergnüge dich an dir und acht es für kein Leid,
Hat sich gleich wider dich Glück, Ort und Zeit verschworen.

Was dich betrübt und labt, halt alles für erkoren,
Nimm dein Verhängnis an, lass alles unbereut.
Tu, was getan muß sein, eh man dir's gebeut.
Was du noch hoffen kannst, das wird noch stets geboren.


Oder die Trostaria Johann Christian Günthers, wie es in dunklen Stunden nicht nur Ernst Jünger oft zu tun pflegte.

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@ E. K.

Da sich beschriebener Vorfall mit Herrn E. im Religionsunterricht [!] zutrug, würde ich die Dinge in diesem Falle nicht auf sich beruhen lassen.

Denn auch die Rede von Lehrer* E. hat ja, ja; nein, nein zu sein ...

Und da die "Massenimmigrationsgruppe" aus drei Jungen bestand, müßte es eigentlich drei Elternpaare geben, die Herrn E. begreiflich machen könnten, wie schlimm er an den Schülern gehandelt hat.

Natürlich könnten auch die Schüler selbst Beschwerde führen - vielleicht sogar mit Argumenten, die im Religionsunterricht schon einmal eine Rolle gespielt haben ...

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* Sollte Lehrer E. nicht nur Religionslehrer, sondern zusätzlich - wie beispielsweise in Sachsen sehr oft gegeben - gar Bediensteter einer Landeskirche sein, dann ...

Kositza: Früher, bei den ersten Kindern, hab ich öfters mal versucht, hier & da diplomatisch einzugreifen und "das Gespräch zu suchen". Ich erinnere mich noch, wie mich vor über einem Jahrzehnt die (eher unpolitische) Schulmilchpropganda genervt hatte. Milch! So wichtig! Wer sie nicht bestellt, dem sei die Gesundheit der Kinder nicht wichtig! Dabei handelte es sich um ein a) entfettetes, b) sterilisiertes, c) mit Zucker, d) mit Süßstoffen, e) mit Geschmacksstoffen behandeltes Industrieprodukt. Nach zwei, drei freundlichen Interventionen hab ich eingesehen, daß es erstens in Deutschland, zweitens im ländlichen Sachsen-Anhalt ganz anders läuft und daß solche Interventionen vergebliche Liebesmüh´ sind. Der Relilehrer nun ist ein ganz lieber Kerl, dem man das Köpfchen streicheln möchte. Nee, ich laß ihn machen, auch weil ich mittlerweile weiß, daß man Erziehung nicht im mindesten delegieren kann.
Darkbloom
13. Juni 2016 18:06
@Kositza: Aus diesem Grunde hatte ich meine beiden grossen Toechter aus dem Religionsunterricht genommen als wir noch in Australien gelebt haben, stattdessen mussten sie vorgekauten Ethikunterricht durchleiden. Als sie dort eine aehnliche Aufgabe vorgesetzt bekamen habe ich meiner Aeltesten geraten dass das groesste Uebel der Menschheit wohl die ignorante Inkompetenz ist. Ignoranz und Inkompetenz fuer sich allein sind zwar anstrengend aber letztlich doch vertragbar, doch die Kombination von beiden ist, abgesehen von Naturkatastrophen, meist die Wurzel des Uebels.
Korf
13. Juni 2016 18:12
@Bran: Ganz ähnlich hat sich vor kurzem einer meiner Schüler (19) geäußert, ein Syrer, der vor etwa 10 Jahren mit seinen Eltern hierher kam (politische Gegnerschaft gegen Assad). Er hat sich - wie seine Eltern - von Anfang an bemüht, aus dem Dreck seiner zeitweise illegalen Asylantensituation herauszukommen, und macht jetzt gerade Abitur an einem Technischen Gymnasium in Baden-Württemberg. Er wundere sich sehr darüber, dass wir in Deutschland so nachsichtig seien mit denjenigen, die nur aus wirtschaftlichen Gründen hierher kämen. Außerdem meinte er, dass es damals - vor 10 Jahren - viel schwerer gewesen sei, hier Fuß zu fassen. Heute dagegen müsse sich kein Flüchtling mehr anstrengen, sich hochzuarbeiten, weil auch dem betrügerischsten alles in den H... geblasen würde. Er hält das für ungerecht. Er meint, er kenne viele, die mit einer völlig unverständlichen Anspruchshaltung aufträten. Und es wundere ihn, wie gesagt, dass wir das dulden.
Friedhelm
13. Juni 2016 18:22
@Peter Niemann:

Kann Ihnen nur zutimmen! Es tut weh, wenn man liest, daß sich Deutsche -- die einstige Nation der Denker! -- nun mit Iranern und Afghanen in gebrochenem Deutsch (das wohl auch nie besser werden wird) uber Philosophie unterhalten. Was den Arzt-Wunsch betrifft: ich gehe partout nur zu deutschen Ärzten. Anders wird Merkel, Gauck und Co. auch nicht handeln, oder glaubt jemand, Gauck lässt sich jetzt im Alter von Moslems und Schwarzafrikanern pflegen …? Dennoch war das Ali-Video ziemlich zutreffend. Ob man das heute auch noch so in den USA sagen darf? Selbst als Schwarzer?
Carsten
13. Juni 2016 18:23
an Braun: Dasselbe höre ich von vielen Persern.

an Mister Mister: Wer ist der Drecksack in dem YT-Film?

an Frau Kositza: Das Interview mit Muhammad Ali aus den 70ern ist ja großartig!
Grau
13. Juni 2016 20:21
An den Geisterfahrer
"Nein – Autorität nur für den, der ihrer auch sich würdig erweist."
Mag auf lange Sicht so sein, nur kann sich nicht immer alles ewig entwickeln und da müsste man dann wohl doch zunächst einen Autoritätsvorschuss mit dem Amt verbinden, dass der Inhaber sich würdig erweisen kann und dazu kommt, dass Kinder das ganz gewiss nicht immer oder nicht sofort auch richtig beurteilen.
Julius Krull
13. Juni 2016 20:49
@Peter Niemann
Montag, 13. Juni 2016, 14:57

"nur weil die Politik absolut versagt, weil Inkompetenz in jenen Sphären herrscht"

Schön wärs. Es gibt Gründe, die einen glauben lassen, dass es eben keine "Inkompetenz" ist, sondern im Großen und Ganzen so gewollt ist. Von wem, wie und warum, darüber streiten sich die Gelehrten.
Geisterfahrer
13. Juni 2016 21:09
Herr Zollhaus,
wie Sie lesen konnten, sehe ich das anders. Haben Sie damals Ihre Lehrer wirklich wegen des Amtes respektiert? Ich ziehe ab die pure Angst vor schlechten Noten oder sonstiger Bestrafung. Sind Sie außerdem nicht auch der Meinung, daß auch ein Schüler sehr wohl merkt, welcher Lehrer wirklich 'was drauf hat'? Das merkt auch ein Kind bei Nachfragen, das merkt es, wenn irgendetwas dazwischenkommt und der Lehrer aus dem Stegreif weitermachen muß usw.
Wir hatten sehr verrückte Typen, aber die galten - mit Lächeln die Individualisten, die friedlichen Unfähigen mit zusätzlichem Mitleid und fürsorglicher 'Bevormundung' (die Klasse setzte mich im Chemiesaal immer in die erste Reihe, um die Zahl der Brände und Explosion unserer Referendarin zu vermindern ...). Aber wir hatten auch die, die als Unfähige scharf werden wollten und bloß von Amt und Amtsmacht glaubten leben zu können. Die haben wir rücksichtslos weggemobbt, das kann eine Schulklasse gnadenlos. Die 68er waren alle unfähig.

Was die Sache mit dem Hausunterricht betrifft: Tja, immerhin ein Hölderlin oder ein Hegel und viele andere haben eine ganze Weile damit ihren Lebensunterhalt verdient. Wie die Nürnberger Gymnasiasten Hegels "Phänomenologie des Geistes" begriffen haben, ist mir immer noch ein Mirakel.
Aber das alles darf natürlich nimmer sein - sonst würde ja überhaupt niemand mehr die armen Kinderlein vor 'dem Faschismus' retten, oder wie das Antifablatt heute schreibt: die '7 Zwerge vor Kubi und Kosi'. Denken Sie - das sind zwei ausgebildete Lehrer! Wenn die gar noch eine Schnellrodaer Dorfschule aufmachen würden!!!

Herr Niemann,
was Sie ansprechen, hat auch seinen Wert und Ort. Bzw. sollte es haben oder wieder bekommen.
Mögen dazu viele in der SiN-Runde begreifen, daß auch nicht alle Geisteswissenschaftler rotgrünversifft sind.
Hier freilich ist eines der Netzventile für die Leute und deren Seelenecke, die verzweifelt suchen, dem gepanzerten Wahnsinn auf den Straßen, in den Parlamenten, in den Medien zu entkommen.

Herr Bran,
ich glaube, da gibt es noch mehr Ausländer dieser Sorte.
Es beginnt damit, daß man außerhalb der EU und USA schon mal nicht die Politkorrektheit pflegt, sondern im Alltag noch die Augen aufmacht .
Ellen Kositza
13. Juni 2016 21:31
Nebenbei: ein sympathischer Top-Journalist hat jetzt mal aufgeschrieben, wie es "bei uns" "in echt" aussieht:

http://www.taz.de/Die-Wahrheit/!5308994/

Wir drei haben uns übrigens den Bauch gehalten vor Lachen, als die Namenskongruenz zwischen unserem flotten Böcklein (heißt in Wahrheit & ganz echt germanisch Anselm, weil am Namenstag des Hl. Anselm geboren) und dem lieben Schreiber zur Sprache kam.
Unser tierischer Anselm stammt ja aus einem Inzuchtverhältnis. Kann man machen, zumal in der ersten Generation. Cross & kill, sagten uns die örtlichen Züchter mit Erfahrung...
Was der menschliche Anselm verschwiegen hat, ist, daß er hier weder vom Pflaumenkuchen noch von den Kartoffeln gekostet hat. Kraut auch nicht. Steinobst- und Nachtschattengewächsallergie, der Arme. (War auch dünn wie Bohnenstroh.) Und Kraut mache bei ihm schlimme Blähungen.
Arminius Arndt
13. Juni 2016 21:34
Es tut weh, wenn man liest, daß sich Deutsche – die einstige Nation der Denker! – nun mit Iranern und Afghanen in gebrochenem Deutsch (das wohl auch nie besser werden wird) uber Philosophie unterhalten.


Keine Sorge, spätestens wenn deren Kinder mit Playstations und Smartphones versorgt sind und unsere Schulen besuchen, erledigt sich das Problem von alleine.

Mit der ganzen Vermischungs- und Zuwanderungsstrategie verlieren auf bereits recht kurzes Sicht alle Beteiligten, nicht nur wir.

Komme in den europäischen Ländern immer wieder mal ein bisschen herum und habe dann auch Kontakt zu den dort jeweiligen Einheimischen einschließlich Besuchen bei denen zu Hause. Regale, in denen Bücher stehen, habe ich bislang noch nirgends gesehen und wenn, dann lagen in den Wohnungen allenfalls ein paar abgegriffene paperbacks herum. Flachbildschirm war dagegen dort schon lange vor Deutschland absoluter Mindeststandard in den von mir besuchten Privathaushalten.
Ulex
13. Juni 2016 22:11
Schockierend die Themenauswahl des schülernachwuchses. An die Zerstörung der Ozelot-Schicht denkt anscheinend keiner mehr ...
Bran
13. Juni 2016 22:30
Nero:
Sie missverstehen meinen Eintrag. Ich habe ihn rein anekdotisch gesetzt. Ginge es nach mir, wäre dieser sympathische junge Kurde gar nicht bei uns, egal wie sympathisch er ist.
Ihre Unterstellungen an seine Adresse empfinde ich allerdings auch als übertrieben.

Fakt ist einfach: Leute, die zu uns kamen, weil sie glaubten, hier Sicherheit geniessen zu dürfen und unsere Kultur mögen (ob sie nun hierher gehören oder nicht), fühlen sich mittlerweile auch bedroht.
Dies finde ich interessant und bemerkenswert. Nicht nur wir sind an unserer Substanz bedroht, andere sind es hier ebenfalls. Es gibt keinen Rückzugsort mehr für wirkliche Flüchtlinge und Sicherheits-Suchende.
Dies sollte für uns umso mehr Fanal sein und Weckruf. Aber dennoch schlafen hier die meisten lieber weiter, schauen reality-TV, kaufen sich Scheissautos auf Leasing, rennen in den Media-Markt und erneuern sich die Garderobe im Sekundentakt, weil bei Zalando grad alles so günstig ist.

Würden Sie übrigens meine sporadischen Einträge hier kennen, wüssten Sie, dass ich weder Kurdensympathisant noch Einwanderungsbefürworter bin. Mir ging es um Etwas Anderes. Ob Sie das nun, nach meinem neuerlichen Beitrag verstehen oder nicht, ist mir ehrlich gesagt total egal. Ich distanziere mich jedenfalls nicht von Ihnen.

Und Mimikri müssen Sie mir nicht erklären. Ich kenne das sowohl aus der Biologie wie auch aus der Psychologie. Danke. Sie sprechen hier nicht mit einem Idioten. Ich bin beruflich mit beidem vertraut (mit Idioten übrigens ebenfalls). Mein Vorschlag: Holen Sie tief Luft und steigen Sie nicht gleich auf 180, wenn mal jemand Etwas äussert, dass Sie reflexhaft falsch einordnen.
Bran
13. Juni 2016 22:36
Carsten: Bei den Persern hab ich das auch schon gehört, aber die sind meiner Ansicht nach auch selten schüchtern dabei, die Aufnahmegesellschaft anzuklagen und mit Gejammer einzudecken. Tangsir, der vielleicht einigen hier ein Begriff ist, ist so ein Beispiel hierfür. Zuerst war er gegen die Spacken seines Landes, heute klagt er die Deutschen dafür an, dass sie sich nicht genügend um seine geliebte Sache kümmern und dann auch noch frecherweise eine christliche Gesellschaftsgrundlage haben.
Solche Leute können von mir aus als Erstes an den Nordpol auswandern. Brauch ich nicht und will ich nicht. Wer hier ist und unsere Freiheiten geniesst, soll einfach den Ball flach halten und uns genau gar keinen Vorwurf machen. Ich will nur hören, wie froh diese Menschen sind, dass wir ihnen temporäre Sicherheit geniessen. Nix mit Integration, nix mit Vorwurf an unsere Fundamente, nix von wegen, dass wir den Persern die gesamte Zivilisation verdanken.
Wer solche Ansichten vertritt, sollte in Persien für persische Werte kämpfen. Macht er das nicht, dann heisst es einfach: Bedingungslose Solidarität mit Deutschland, der Schweiz oder sonst einem europäischen Land und keine Spur von Kritik an diesen Ländern.
Bran
13. Juni 2016 22:38
Ach ja: Bei letztem Eintrag sollte es natürlich heissen "dass wir ihnen temporäre Sicherheit bieten".
Monika
13. Juni 2016 23:07
Das mit den Kindern, vor allem das mit dem siebten Kind, hättet ihr weglassen sollen. Ein Kind derart zu entmenschlichen ist nicht zu rechtfertigen, das ist unterste Schublade. Satire hin oder her, der Spott sollte auf die Starken zielen ohne wehrlose Kinder dabei herabzuwürdigen. Wenn man das nicht hinbekommt sollte man es lieber ganz lassen. Der Beitrag wäre auch ohne diese Verunglimpfung ausgekommen, das war unnötig, falsch und menschenverachtend, also ungefähr das was man den Rechten vorwirft.


ein kluger Leser der taz

Der unter dem Schutz der Götter Stehende ist dagegen ein sehr dummer Mensch. Beten wir für ihn.
Kaliyuga
13. Juni 2016 23:26
Clairvoyance,

Sie geben zu denken, mit Ihrer Begriffsbestimmung von Universität.
Herauszuarbeiten wäre die tatsächlich sich ergebende Schnittmenge zwischen „Rationalität“ im modernen, also aufgeklärten Sinn, insbesondere den Nachgeburten dieser „Rationalität“, und „unbefangener Beobachtung“. Zudem: Führt nicht gerade von der heutigen, uneigentlichen „ratio“ ein Weg schnurstracks entlang des gleichfalls verarmten „Utilitarismus“ zu eben jenen „bloßen Berufspflichten“, die Sie zu Recht kritisieren?

Das Erlebnis mit Ihrem Bruder: Widerhall in meinem Herzen. Mein Zwilling, vom emphatischeren der beiden Geschlechter („la donna è mobile“), echauffierte sich neulich am Mittagstisch über den ohnehin schon linken Kardinal Marx, der ihm in seiner Diözese nicht genug für die „Flüchtlinge“ tue. Hier gilt auch nicht mehr Jüngers (des Älteren) vergangene Pariser Ansicht, wonach das Weib zwar Liebe, aber keine Gerechtigkeit habe.

Zum bloß „legitimen“ Akademiker: Mich schrieb neulich ein durchschnittlich begabter FH-Absolvent an, eine (in früheren Jahren tatsächlich) renommierte deutsche Universität wäre von sich aus auf ihn zugekommen, ob er nicht dort einen Promotionsantrag stellen wolle.
Kaliyuga
13. Juni 2016 23:50
Niemann und ihm Erwidernde:

Aus einer Absage, die mich just dieser Tage erreicht hat:

„Sehr geschätzter Herr Kollege ….,

Danke für Ihre Erinnerung an Ihr Seminar … . Ich werde daran aber nicht teilnehmen. Es liegt die "…. " zu weit ab von meinen eigentlichen ... Interessen auf dem Gebiet der evolutionären Erkenntnistheorie und deren Stellenwert für unsere Existenz in diesem unbegreiflichen Universum.“


Es gibt sie noch, diese bejahrten, doch nie alten Köpfe, die, wenn auch vorgeprägt vom Frequenzband mathematisch-physikalischen Erwägens, Vorletztes beschäftigt. Und dabei sind sie "herzensgut", jenseits, ja konträr des Gutmenschlichen.

Solange noch ein Dutzend von solchen ist, und Nachfolge hat!
Fredy
14. Juni 2016 00:00
Zustimmung @ Ulex
Auch das Waldsterben, die Atomkraft, Fleischfresserei, Pelztierzucht ... alles wohl kein Problem mehr. Die deutsche Jugend ist völlig am Arsch.
eulenfurz
14. Juni 2016 00:04
@Kositza:
Dann hat der Tazist wohl vom Kraut genascht, anders sind die obskuren Ausdünstungen kaum nachvollziehbar. Immerhin, ein paar nette Stellen sind im Text, wenn auch leider kaum innovativ, da als linke Schenkelklopfer-Klischees immer mal schon irgendwo gehört.

Anselm ist sicher ein Wessi, der als Kind zu häufig mit Milchschnitte oder Hanuta statt mit teutschem Vollkornbrot gefüttert wurde, ansonsten hätte er euer Sechstes (Nuspli) regional korrekt Nudossi genannt.

Um bei der taz zu kommentieren, möchte sich dort auch nicht jedermann anmelden müssen, darob sei die Huldigung für den Anselmschen Erguß hier abgelegt:

Cool was hab' ich mich weggelacht über die plöden Faschos!!! Blos Gut das wir Antinazis so intelegent gegen sind!!!
Geisterfahrer
14. Juni 2016 00:08
@Diskussionsbeitrag Kositza

Dieser TAZ-ling war tatsächlich in Schnellroda??
Der ganze Eintrag schien mir billiges Schreibtischmixwerk zu sein.
Sie im Rhabarberfeld? Begrüßung mit Nackenschlag? Der ganze Germanenwahn um die Kinder?
Bin verwirrt.

Kositza: Oh Mann. Klar: Nackenschlag, Kind aus Schlachtabfällen, Runensuppe... "klar" hat er das vom Liveeindruck...
Heinrich Brück
14. Juni 2016 00:11
Das ganze Asylrecht zwischen verschiedenen Kulturen ist totaler Quatsch. In der Umsetzung immer schlecht für die Aufnehmerländer.
Ein Beispiel zu den Persern: Die Eltern eines Navid Kermani kamen nach Deutschland, und der Sohnemann will Moscheen im Aufnahmeland. Oder ein Satz von ihm: "Die Propheten sehen das ganz ähnlich: Wenn wir leben, schlafen wir – und wenn wir sterben, wachen wir auf. Das ist doch ein großartiger Trost." Korandespotie ohne Entwicklungsmöglichkeit; eine Schlafmütze ohne Assimilationsmöglichkeit.
Oder kulturell ein Höhepunkt demokratischer Möglichkeiten: Afrika! Warum sollte einem kongolesischen Dissidenten aus dem germanischen Kulturkreis Asyl gewährt werden? Welcher Nutzen hätte der Kongo, wenn dieser Dissident in Deutschland leben würde?
Überbevölkerung des Planeten, Diktaturen als Normalfall, der Asylstrom wird nie versiegen.
Na ja, je mehr Türken in Deutschland leben, desto schneller wird die Türkei eine Demokratie nach deutschem Vorbild. Auch nur ein Beispiel.
Bernd
14. Juni 2016 00:39
Ich habe in meinem Leben noch nicht mit so vielen Afghanen, Syrern etc. gesprochen wie die beiden Großen im vergangenen Dreivierteljahr.


Dazu möchte ich sagen: Ich kenne auch kaum einen Linken, der so viel Umgang mit Orientalen hat. Da frage ich mich, wie das bei Ihren Töchtern zustande kommt? Ist das studentische Milieu heute so versetzt mit denen, auf Parties oder wo und wie auch immer, dass ein deutsches Mädchen derart umringt ist?

Kositza: Hm, ich hab's ja teils geschildert. Die Großen sind viel unterwegs. Keine Zugfahrt bspw. ohne neue Bekannte. Einstiegsfrage bei meiner ungewöhnlich lang- und hellhaarigen Tochter, sicher mehrmals täglich: "Sind die Haare echt?" (zu zwei Drittel fragen das deutsche Omas).
Friedhelm
14. Juni 2016 04:01
Apropos kluge Afghanen: da fällt mir doch das Machwerk der Laura Meschede ein: Die Gefährliche Angst der Alten.

Ich habe einen Freund, Mustafa heißt er. Mustafa ist vor vier Jahren von Afghanistan nach Deutschland geflohen. Nach nur anderthalb Jahren hat er hier seinen Hauptschulabschluss mit einem Schnitt von 1,8 gemacht. Mustafa würde gerne Arzt werden


Ja, Arzt wollen viele Moslems werden, auch mein ehemaliger türkischer Schulfreund (der es jedoch nicht geschafft hat). Wie kommt's? Stimmt also das Vorurteil vom technicsh nur mäßig begabten Orientalen? Sieht so aus, wenn man bedenkt, daß z. B. die Saudis weiße Techniker für ihr Land importieren müßen.

Aber Hauptschule ist eben Hauptschule: das sagt noch nichts aus. Wie Detlef H. Rost schreibt, kann man mit Fleiß auch mit nur einer Durchschnitts-Intelligenz bis zur 9ten, 10ten Klasse gute Leistungen erbringen.

D sollte aufpassen, daß es die Anforderungen nicht zu stark herunterschraubt, so daß wir dann am Ende nicht mit lauter mediokren Afghanen (mittlerer IQ des Landes: 83 [Lynn] bzw. 76 [Rindermann]) als Ärzten oder gar Ingenieuren dastehen*. Der Afghane muß ja drei, zum Teil sogar etwas mehr Standardabweichungen über seinem Durchschnitt liegen, um auf einen IQ von 130 zu kommen, um also als hochbegabt zu gelten.

* Siehe z. B.: Ingenieure auf Realschulniveau. Ein kleines Sample von Ingenieuren aus den Golfstaaten ergab einen mittleren IQ von 93!
Rheinländer
14. Juni 2016 08:02
Es heißt ja immer, daß nur die Jugend eine Gesellschaft verändern könne.

Ich sehe das mittlerweile aber etwas anders:

Wie bei mir vor über 20 Jahren braucht es ein bisserl, bis man versteht, was hier wirklich läuft. Bis man die Indoktrination überwunden hat.

Und das ist man eben 35-45.

Wer hat heute schon das Glück, Eltern zu haben, die der staatlichen Propaganda entgegensteuern, die ihr Kind im jungen Erwachsenenalter auf das IfS schicken ? Solche Familien sind doch die Minderheit.
quarz
14. Juni 2016 08:52
@Friedhelm

Das ist meiner Meinung nach ein Kardinalfeher in der öffentlichen Diskussion: dass das Wissen aus der empirischen Forschung

a) über massive Nachteile, die sich generell aus der ethnischen Heterogenität von Gesellschaften ergeben, und

b) insbesondere über gesellschaftsrelevante Defizite aus ganz speziellen Kulturen, die man uns ins Gemenge zu drücken anschickt

viel zu wenig thematisiert wird.

Die allermeisten Normalbürger haben keine Ahnung von diesen erwiesenen Effekten und leben in der medial gefütterten Fantasieblase, dass man Menschen unabhängig vom kulturellen Hintergrund als beliebig rekombinierbare Verschubmasse zum Bau von Gesellschaften verwenden kann und dass alles nur ein logistisches Problem sei. Selbst ein Großteil der Einwanderungskritiker sehen es als ein primär logistisches Probem und dissidieren vom Merkelantilismus lediglich in der Frage: "Schaffen wir" diese logistische Herausforderung?

Dass aber selbst dann, wenn eine gute Fee dem Finanzminister 500 Milliarden Euro schenkt und uns eine Million Häuser für die Ankömmlinge baut etc., dass selbst dann das Fundament zukünftigen sozialen Gedeihens zerstört wird, weil das dazu erforderliche ethnische Gleichgewicht gestört ist, ist viel zu wenigen klar.

Den wissenschaftlichen Befunden müsste gegenüber der Visionsrhetorik viel mehr Raum gegeben werden.
Monika
14. Juni 2016 09:08
@Bernd

Ja, das studentische Milieu ist " heute versetzt mit denen".
Jede Studenten WG, die was auf sich hält, hält sich 1-2 Flüchtlinge.
Und füttert die mit durch. Es kommt durchaus zu interessanten Begegnungen, leckerem Essen und anderen kulturellen events.
Das ist auch in Ordnung.
Nur spiegelt das die Realität des Durchschnittsbürgers in keinster Weise wider.
Westpreuße
14. Juni 2016 09:14
@ Peter Niemann (Montag, 13. Juni 2016, 14:57 Uhr) :
Ein Kommentar, der mir aus dem Herzen spricht. Danke!

Die Gegenwart wird zunehmend unsere Zukunft sein, fürchte ich:

https://www.youtube.com/watch?v=A3Hccc5JF2s
Orientalischer Flair in der Schule (3:09 Min.)
Zeugnisverteilung der 10. Klassen in der Wilhelm-Busch-Realschule
in München am 18.07.2014
: Grüße von der Weichsel
Der Gutmensch
14. Juni 2016 09:15
Was die Lehrer angeht, so liegt das Problem wohl nicht ganz so einfach. Ich weiß nicht, wie Kinder von einem Fachlehrer etwas lernen sollen, wenn ihre sonstigen Bezugspersonen sie ermutigen, sich über die möglichen politischen Ansichten desjenigen eine "eigene Meinung" zu bilden (mit anderen Worten: Dank ihrer Unreife Zeug nachschwätzen, das sie selber mangels Lebenserfahrung noch gar nicht einordnen können, wie immer geschickt sie es vielleicht begründen können)? Das greift doch notwendig über auf die fachliche Ebene. Entweder, sie haben Respekt vor dem, wofür der Lehrer steht - die Aufgabe, ihnen etwas beizubringen - oder sie werden keine Lektion von ihm annehmen; weil Lernen eben oftmals kein Spaß darstellt und es nunmal nicht jedem Kind gegeben ist, von alleine die Motivation dafür aufzubringen. Wenn jeder das Lesen erlernen soll, geht das eben nur, wenn regelmäßig gemacht wird, was der Lehrer sagt. - Natürlich greift man als Eltern auch mal korrigierend in die Lektionen ein; aber es ist eigentlich ein Mißstand und traurig, wenn man das tun muss.

Und ich glaube auch nicht, dass man den Erziehungsauftrag vollständig aus der Schule halten kann. Die jungen Leute müssen ja miteinander klarkommen und da braucht es schon Regeln. Ich mag mich nicht darauf verlassen, dass zufällig jeder Nachbar dieselben hat. Dieses Pionierzeug, lieber Gustav Grambauer, war auch nicht meins. Aber wäre es eine Tragödie, wenn sich die Kinder heute ein Taschengeld verdienen könnten, indem sie Altpapier und Flaschen sammeln, wie zu SERO-Zeiten? Und damit automatisch zum schonenden Umgang mit Ressourcen erzogen würden? Würden Sie es wirklich für verfehlt halten, wenn sie dazu angehalten würden, die Oma von nebenan zu fragen, ob sie ihr den Einkauf nach oben tragen oder mal den Rasen mähen sollen? Oder wenn sie auch mal eine "Lernpatenschaft" für ein schwächeres Kind übernehmen sollen (also: Hausaufgabenhilfe)? Mir ist schon bewusst, das so etwas leicht ausarten kann. Aber die Frage bleibt ja bestehen: Wie soll denn eigentlich der Konsens in unserer zersplitterten Gesellschaft wieder hergestellt werden - und wo vermittelt?

Vor dem Hintergrund braucht man nicht weiter auf den Pionieren rumzudreschen, das ist vorbei und es kommt auch nicht wieder. Vor allem ändert das nichts an unseren heutigen Problemen, für die es offensichtlich gar kein Konzept, nicht mal eins mit Risiken und Nebenwirkungen, gibt. Die wirklichen Probleme heute werden vielmehr - das zeigt das Beispiel - ignoriert, sobald sie drohen, zu nahe zu kommen.

- Die Gefahr, dass durch das Vorbild der Lehrer falsche Autorität befördert werden könnte, ist im Vergleich zu Hauptmanns´Zeiten ja schon dadurch gemildert, dass es keine Prügelstrafe mehr gibt.

d. G.
Großstadtpauker
14. Juni 2016 09:51
Die Orientalen am Schulstandort in der großen grauen Stadt sind ausnahmslos alle mit dem Schulstoff überfordert - das ist auch bei der Schulleitung bekannt .

Den Orientalen dämmert inzwischen , daß sie die deutsche und europäische Denke niemals auch nur ansatzweise erfassen werden . Unsympathische Orientalen verhindern den Unterricht , sie fallen ständig unangenehm auf und sie haben alle ein Problem mit Frauen und Mädchen .

Dritte bzw. vierte Generation ; kein Fortschritt , keine "Integration" ( Satschüsseln ) ; Türken und Araber lehnen Deutschland und Europa ab ; sie werden vom Steuerzahler ernährt oder sie machen " Geschäfte " .

Alle Lehrer am Standort haben geheime Telefonnummern ; neue Lehrkräfte lassen sich von der Leitung die Geheimhaltung ihrer privaten Anschriften garantieren .

Fluktuation : am Standort "Prolldorf Süd" ( geändert ) halten es neue Lehrkräfte maximal 2 Jahre aus . Wer kann wechselt an eine moderate Realschule in Niedersachsen oder SH.

Sobald der Staat diese "Neubürger" nicht mehr finanzieren kann wird es brennende Ghettos geben , so ein Türke zu einem Lehrer . "Wenn der Staat uns keine Knete mehr gibt machen wir eben Stress " .
Leser
14. Juni 2016 11:30
http://sezession.de/c318587

Hallo Frau Kositza,

wäre eine Titelüberschrift in der TAZ wie diese hier:

"stilvollstem Faschisten-Paar Götz Kubitschek und Ellen Kositza"

nicht einmal eine Anzeige wegen übler Beleidigung und Verleumdung wert? Ich finde man muss sich in diesem Drecksland mittlerweile viel zu viel gefallen lassen, auch weil man sich nicht wehrt. Und wer sich wehrt, macht nichts verkehrt, heißt es ja.
Es gibt viele Ungebildete, die diesen Quatsch auch glauben, weil sie es nicht besser wissen. Wir können die Lügenpresse nicht zwingen die Wahrheit zu berichten, aber wir können sie durchaus zwingen offensichtlicher zu lügen. Eine Unterlassungserklärung wäre so ein Zeichen.
Bran
14. Juni 2016 13:46
@Leser: Seien wir doch ehrlich und sehen ein, dass die taz ohnehin nur von Ungebildeten gelesen wird.

Womit Sie aber Recht haben, ist, dass dieser Artikel, den ich mir soeben auch angetan habe, ein nahezu unerträglicher Haufen von Dreck ist, der mit dieser aufdringlichen taz-Humorigkeit vorbeikommt und einem entweder zum Brechreiz oder zu einem gezielten Faustschlag in die Weichteile provoziert.
Die Frage bei einer Anzeige wäre halt einfach, ob Kriechkreaturen wie dieser taz-Witzbold überhaupt soviel Aufmerksamkeit verdient haben.
Gustav Grambauer
14. Juni 2016 14:42
Gutmensch

Meine Mutter lebt ja in (Ost-)Berlin. Die Nachbarschaft ist ein einziger Ameisenhaufen: alles, wirklich alles, wofür sich - und auch nur wenn unabdingbar - über noch so viele Ecken kein Fachmann in jemandes Bekanntenkreis finden sollte, wird untereinander "unter der Hand" in Auftrag gegeben. (Um ggf. herauszufinden, ob jemand einen solchen Fachmann kennt, gibt es den "Buschfunk", eine Nachbarin wird von allen "das FBI" genannt.) Ein Großteil der Leistungen ist nachbarschaftliche Gefälligkeit, der Rest erfolgt im Austausch gegen andere Dienstleistungen oder sonst gegen kleines Geld. Ich habe früher in Berlin z. B. bei unzähligen Umzügen mitgeholfen und unzählige Wohnungen mit gemalert, deren Bewohner ich nicht mal näher kannte und ebenso bei all meinen eigenen Umzügen Hilfe von nahezu Fremden bekommen, der Lohn war nur die Einladung zur Einzugsfeier.

Hier in der Schweiz ist nicht mal das Wort "Nachbarschaftshilfe" bekannt, und wenn es bekannt wäre, würde es als Bezeichnung für etwas ganz, ganz Übles gelten. Über so etwas rümpft der Schweizer nur die Nase. Ich würde das aber nicht abwerten, es stehen sich zwei antagonistische Lebensmodelle gegenüber. Die Schweizer sind dadurch auch keinesfalls atomisiert, bei uns in der Nachbarschaft geht es ausgesprochen gesellig zu, auch wenn diese Ebene völlig ausgeblendet ist:

(1.) Es gilt als ungebührlich, andere mit persönlichem Alltagskram zu belasten oder sie für solchen - so sieht der Schweizer das - in der sozialen Hierarchie, also insbesondere für "niedere" Tätigkeiten, zu mißbrauchen.

(2.) Wer noch an "Grunndbedürfnissen" laboriert, gilt hier unausgesprochen als asozial. Erst recht sind "Grundbedürfnisse" bitte kein Sozialkitt.

(2.) Das Leben hat schließlich in geordneten Bahnen abzulaufen (und bitte nicht "wild", wo kämen wir da hin): jede noch so kleine Kleinigkeit muß steuerlich korrekt von einer - wie es hier PC-konform mit unnachahmlich gespitztem Mund heißt - "geeigneten Fachperson" ausgeführt werden. Würde man einen Schweizer Nachbarn bitten, mal ein Möbelstück umzusetzen oder mal über die Ferien die Pflanzen zu gießen, würde er sicher mit höflich überspieltem Widerwillen (nicht gegenüber der Arbeit sondern aus Befremdlichkeit) helfen, aber dabei insgeheim denken: "Ja, isch der so arm, häd der chei Geld zum ene Firma chömme lo?".

(3.) Der Schweizer Homo Oeconomicus würde mit Stirnrunzeln registrieren, daß jeder Akt der Nachbarschaftshilfe indirekt einer Firma im Dorf einen Auftrag entzieht, damit zugleich der Geimeindesteuerkasse - und letztlich ihm - das Geld.

(4.) Bitte nicht lachen: Arbeiten im Haushalt, von fachfremden Personen ausgeführt, sind versicherungsrechtlich hochbrisant. Die Abwälzung des Risikos wird als soziale Zumutung gesehen, bis hin zur Zumutung des Mißbrauchs der Solidargemeinschaft aller Versicherten. (Man kann auch auf ganz besonders überzüchtete Art "sozial" sein.)

Bin ja Finalist: welches der beiden Modelle wird die Bürgerkriege des 21. Jahrhunderts und den Niedergang der System-Infrastruktur überleben?!

- G. G.
Der_Jürgen
14. Juni 2016 14:53
@Ellen Kositza

Ich begreife einfach nicht, weshalb Sie und Götz Kubitschek Individuen wie diesem Anselm Nef Zutritt gewähren. Hoffen Sie denn allen Ernstes auf eine halbwegs objektive Berichterstattung? So naiv können Sie doch nicht sein! Wenn Sie einen südamerikanischen Riesenhundertfüssler streicheln, müssen Sie davon ausgehen, dass er zubeissen wird. Und sein Biss ist ungemein schmerzhaft.

Nehmen Sie sich doch ein Beispiel an Jürgen Elsässer, der schon lange nicht mehr mit dem Geschmeiss spricht. Und greifen Sie wieder einmal zu Ernst Jüngers "Auf den Marmorklippen", wo der Autor über die Nefs folgendes schreibt:

"Wir sahen das Waldgelichter nicht als Gegner an. (...) Wir billigten dem Lemurenvolke nicht Willensfreiheit zu. Nie dürfen solche Mächte uns in einem Masse das Gesetz vorschreiben, dass uns die Wahrheit aus den Augen kommt."

Dass das Lemurenvolk Ihnen das Gesetz vorschreibt, unterstelle ich natürlich nicht, aber warum geben Sie sich mit dem Pack ab?

Kositza: Mann, Jürgen. Andererseits: Wenn selbst ein hochintelligenter Mensch wie Sie nicht auf den ersten Blick merkt, daß sich da ein taz-Schreiber vom Schreibtisch aus eine Satire erlaubt hat, dann... ist uns wohl einiges zuzutrauen!
Herzog Senjarin
14. Juni 2016 17:21
Der taz-Text ist natürlich infam. Trotzdem halte ich Artikeln wie diesen (noch so einer: http://jungle-world.com/artikel/2016/23/54162.html) zugute, dass sie immerhin deutlich unterhaltsamer sind als Alles, was an Journalismus über die Neue Rechte oder die AfD in SZ oder FAZ verbrochen wird. Das obere Ende der polemischen Fahnenstange bilden aber selbstverständlich mit weitem Abstand hiesige Texte von Kubitschek und Lichtmesz über Bednarz und Konsorten.
Geisterfahrer
14. Juni 2016 19:06
@Leser
Das ist offiziell die Satirespalte.
Daher läuft es unter 'Freiheit der Kunst'.
Keine Chance vor Gericht.

Für den Tag des gedrehten politischen Windes kann sich SiN dementsprechend seinerseits eine Satirespalte vornehmen - Rache ist Himbeereis -
diese Satire darf dann nur nicht zu verwinkelt daherkommen, sonst glauben wieder harmlose Leser angesichts des Schnellrodaer Taubenschlags an besuchende Journalisten mit Steinobst- und Sauerkrautallergie ...
Der Gutmensch
14. Juni 2016 19:39
Lieber Gustav Grambauer,

ich verstehe den Schweizer Ansatz, die Nachbarn nicht mit allem zu belasten, schon und ich finde es kurios, dass sich im Umkreis Ihrer Mama die "Nachbarschaftshilfe" erhalten hat; ich muss meistens zahlen oder selber machen.

Einerlei; ich sehe ein, ich habe wohl versehentlich für Muschebubu plädiert. Das war nicht meine Absicht. Wenn Sie mir sagen können, woraus die Schweizer ihren gesellschaftlichen Kitt beziehen und wie das ohne Autorität in der Schule funktioniert, dann nur heraus damit, erlaubt ist, was hilft.


d. G.
Bran
14. Juni 2016 20:43
@Grambauer: Ich lebe seit ich eine Spermium war in der Schweiz. Für mich war es immer eine Selbstverständlichkeit, dass ich meinen Nachbarn in ihrer Ferienabwesenheit die Pflanzen giesse, die Katze füttere oder den Hund betreue. Umgekehrt ebenso.
Wo genau in der Schweiz leben Sie, dass Sie diese unerfreulichen Erfahrungen gemacht haben? Eine der grösseren Städte wie Zürich, Basel oder Genf? Die sind nicht die Schweiz.
ene
14. Juni 2016 22:24
Gutmensch,

ich lebe in Berlin und kenne die "Nachbarschaftshilfe" (Blumen betreuen, Briefkasten leeren, Schlüssel in Verwahrung nehmen und ggf. an Freunde weitergeben, Stromablesung reinlassen usw.) auch. Finde ich nicht kurios, sondern normal. Funktioniert auf Gegenseitigkeit."Umzugshilfe" habe ich erst im letzten Jahr geleistet, allerdings beschränkt auf das Einpacken von Geschirr, Gläsern usw.
hildesvin
14. Juni 2016 23:01
Nur nebenbei: Vor gut fünfzehn Jahren habe ich einigen ehemals guten Freunden und Zechbrüdern wegen derer schrägen Ansichten zum Leben, zum Universum und Allem (= 42), die Freundschaft aufgekündigt. Aber selbst die vernagelsten Gysi-Fans und ND-Abonnenten unter denen sprachen von der taz nicht anders als im Ton angeekelter Verachtung.
Gustav Grambauer
14. Juni 2016 23:48
Gutmensch

"Gesellschaftlicher Kitt"? Und zumal in der Nachbarschaft? Na, ist doch klar:

"Hier trafen alle aufeinander: Familien, Singles, Schweizer, Ausländer, Einzelgänger, der ganze Mischmasch, der den Reichtum der Schweiz ausmacht. In der Waschküche mussten sich alle zurechtfinden und vor allem miteinander reden.

Der Waschküchenplan als disziplinierendes Instrument der Integration?

Sie lachen darüber, aber es ist so. In der Waschküche mussten sich alle Nachbarn arrangieren. Es war ein starres Schema, doch auch flexibel. Die Waschküche ist ein Symbol der Schweiz. Alle, die im Haus wohnen, haben sich über den Zugang zur Waschküche zu verständigen, aber von Vorteil ist es, wenn man die Sprache des Hausmeisters beherrscht.

Sie übertreiben Ihre Parallelen.

Nein, keineswegs. In der Waschküche kommt das etwas Kleinkarierte, Konservative zum Ausdruck, sie ist irgendwie lästig, diese Ordnung, aber man muss sich irgendwie daran halten, und dann funktioniert es."

http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2011_30/artikel/bleibt-bescheiden-und-unabhaengig-die-weltwoche-ausgabe-302011.html

Was die Autoritätsverhältnisse in der Schule betrifft: Sie glauben nicht, wie psychologisch feinjustiert die hier sind. Auch dafür gibt es eine Schweizer Spezialität (ich vermute jedenfalls, es ist eine):

http://www.primabirmensdorf.ch/index.php?id=222

Bran

Wir wohnen in einem 6.000-Seelen-Dorf ("Dorf", nun, ja ...) an der Kantonsgrenze ZH - AG. Unser Verhältnis zu den Nachbarn ist ausnahmslos exzellent. Bei Begegnungen wird ausgiebig geschwatzt, teilweise laden wir zu Nachtessen ein und werden eingeladen. Aber es gibt einen Indikator: wir sind - seit 2009 wohnen wir hier - noch nie um eine Gefälligkeit gebeten worden, obwohl wir uns als unkompliziert, pragmatisch und zupackend zeigen.

Wir haben auch sehr viel mit anderen Eltern zu tun, die Räuberbande spielt und isst mal hier und mal dort im Haus, wir verschenken ausgewachsene Kleidung an Eltern mit kleineren Geschwisterkindern, ein Mädchen geht jetzt mit unserer Tochter zur Trachtengruppe und mit der Beförderung werden wir uns abwechseln, es wird - für die ganze (jeweilige andere) Familie - den Kindern etwas aus der Küche oder aus dem Garten mitgegeben (meine Frau nimmt z. B. auch meist für alle Kinder etwas Feines für alle mit, wenn sie mit zu den Kindern auf den Spielplatz geht): aber auch hier sind Fragen nach Hilfestellungen in (einseitigen) Bedarfsfällen noch nie vorgekommen, obwohl jeder sieht, dass es für uns eine Kleinigkeit wäre, bspw. andere Kinder mitzubetreuen wenn die Eltern mal keine Zeit haben. Da gibt es eine Schwelle, die hier nicht überschritten wird.

- G. G.
thotho
15. Juni 2016 00:04
Ad Großstadtpauker:

Ich genieße Ihre Zeilen jedes Mal, wenn auch die Authentizität nicht geprüft werden kann.

Beispiel Flüchtlingskind, Araber. Seit knapp 2 Jahren im Land, der Staat trägt ihm wirklich alles hinterher. Doch nicht nur das, er hat eine hiesige, kinderlose, linke Patenmutter ("Staatsknetenzecke"; Dietmar Wischmeyer), die dem angeblich 16-Jährigen reichlich Geld zusteckt. Wird aufgrund seines undisziplinierten Verhaltens (jedoch keine Gewaltanwendung) von einer Schule zur anderen geschickt. Wenn ihn jemand fragt, was er mal werden möchte, changiert das zwischen Arzt, Geschäft aufmachen oder schlicht "studieren". Betreuer meinen, junge Männer seiner Sorte gäbe es nunmehr zuhauf in der Stadt. "Aussichtslose Fälle. Reden viel, bringen aber die Einstellung und Disziplin nicht mit."

Und ich dachte doch wahrlich an das uns in Aussicht gestellte neue deutsche Wirtschaftswunder. Es wird kommen, ganz bestimmt! Man weiß, dass aus all dem nichts wird und dass wir in Situationen schlittern werden, bei denen wir gute Zähne brauchen werden. Zum Durchbeißen.
Gustav Grambauer
15. Juni 2016 01:31
Lieber Gutmensch,

wenn Sie schreiben, "ich muss meistens zahlen oder selber machen", dann habe ich einen Tipp für Sie: bei meiner Mutter gibt es zugleich viele Nachbarn, die von der Parallelwirtschaft nicht einmal etwas ahnen ...

Die geht, ene, weit, weit über Blumen betreuen ... hinaus - umfaßt jedwede Näharbeiten, Hausreinigung (insbesondere Fenster-Putzen), Einkaufsfahrten, Austausch von Zeitungen, Krankenkost, Haare-Scheiden, Kosmetik, Fußpflege, Elektro-Reparaturen, Malerarbeiten, Hilfe bei Entrümpelungen, Fotoarbeiten, Ausdrucken und Kopieren, immer wieder: Installieren von Fernbedienungen am Fernseher und Anfertigen von Sender-Tabellen, Kinderbetten-Verleih (für uns, wenn wir zu Besuch sind), als mein Vater noch lebte: sogar Schriftverkehr mit Behörden, Versicherungen usw. Und ganz wichtig: ausgiebige - selbstverständlich nicht-approbierte - Psychotherapien!!!

- G. G.
Der_Jürgen
15. Juni 2016 07:52
@Ellen Kositza

Ich strecke die Waffen!
Der Gutmensch
15. Juni 2016 08:08
Oh, welche Debatte haben wir hier versehentlich angestoßen ...

In der DDR sah man im Zweifel völlig in die Röhre, wenn man nicht "Beziehungen" hatte; ich glaube, das hat Gustav Grambauer mit "Nachbarschaftshilfe" gemeint. Das war nicht auf Haustierpflege und so etwas beschränkt, sondern da ging es sehr konkret um die Frage, wo man Steine für sein Haus herbekommt oder dieses oder jenes. Sowas (dass man erstmal jemanden fragt, in dem man in persönlicher Beziehung steht oder im Zweifel diese erst mal mit einem Kasten Konfekt aufbauen muss) kann auch zum Lebensstil werden und man kann sich dem dann schlecht entziehen - deswegen meine Bemerkung mit "muschebubu"; seine Worte über die Schweiz klingen daneben nicht unattraktiv.

Heute dominieren aber die gesellschaftlichen Fliehkräfte und obendrauf kommen noch die ganzen Neuzugänge, die Orientierung benötigen oder sie werden sich ihren eigenen Referenzrahmen schaffen. Die Frage, wie man eine solche Gesellschaft wieder stabilisieren kann, um den failed state zu vermeiden ohne in eine Diktatur zu kippen, liegt daher m. E. auf der platten Hand.

Wenn von den "Jungpionieren" die Rede ist (für die ich nicht plädiere!) dann hat das oft eine Konnotation von Weiterführung der Traditionen aus dem Dritten Reich. Nach dem Krieg waren die Leute sich aber häufig spinnefeind und es ging darum, wieder einen gesellschaftlichen Konsens und Vertrauen untereinander aufzubauen. Folgerichtig fing man in der Schule damit an - wo auch sonst? Wenn wir uns darüber verständigen, dass die Jungpioniere einen Schritt zuviel in Richtung Diktatur waren, müssen wir aber noch lange keine in der Schule angeregte Hausaufgabenhilfe untereinander tabuisieren oder gemeinsame Ferienlager, zumal es da ja auch andere Traditionen gibt, an die man wieder anknüpfen könnte. Hier werden über das Vehikel "wehret den Anfängen" oft Zusammenhänge konstruiert, die so nicht bestehen: Nur weil die Pioniere gemeinsam Lieder gesungen haben und ins Zeltlager gefahren sind, sind nicht alle, die gemeinsam singen und zelten, auch Pioniere. Oder Pimpfe.

d. G.
Unke
15. Juni 2016 08:10
OhGottogottogottogottogottogott!
Das ist doch alles vertane Lebenszeit, diese planmäßige Verdummung!
Raus aus diesem Schulsystem, selbst lernen und mit Anfang 20 den Anderen eine lange Nase drehen. War schon vor 30 Jahren so (ja, auch meine Eltern waren zu bequem+feige) und ist heute so.
Nochmal: das Leben ist keine Wartehalle, für diesen BS (und Wehrdienst und Steuern zahlen und Dummtun...) ist es einfach zu kostbar.
Ellen Kositza
15. Juni 2016 08:51
Danke allen!

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