25. Juli 2016

Werden, was man(n) ist – Kositza über Donovan

von Nils Wegner / 22 Kommentare

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Vor zwei Wochen gab es hier im Netztagebuch eine intensive Diskussion über Der Weg der Männer von Jack Donovan (hier einsehen und bestellen). Die Frage der Stellung von Männlichkeit in unserer Zeit ist offenbar ein Thema, das offen oder unterschwellig die meisten – männlichen – Leser beschäftigt. Dem weiblichen Blickwinkel auf Buch und Thema hat sich nun Ellen Kositza gewidmet:



Auf dem hauseigenen kanal schnellroda läßt sich nachverfolgen, welche Argumentationslinien Donovans die Literaturredakteurin der Sezession bemerkenswert erscheinen. Daß Männer und Frauen irgendwie verschieden sind, ist kein Anlaß zur weiteren Auseinandersetzung (auch wenn man an Gender-Lehrstühlen anderes hören mag). Vielmehr geht es vor allem um zwei Aspekte: Instinkt und Verhalten.

Ersteres bedingt notwendigerweise zweiteres, und daß sich die moderne Welt zwischen den Menschen und seine naturgemäßen gedrängt hat, ist eines von Donovans schlagenden Argumenten. Kositza stimmt da zu: Um die Spannung zwischen innerem Drängen und äußerem, "zivilisierten" Gebaren zu überwinden, müssen die Männer zu sich selbst zurückfinden und aus der Spirale der Instinktsublimation aussteigen.

Ebenso räumt Ellen Kositza mit einigen Mißverständnissen auf, die entstehen können, wenn man ein Buch nicht gelesen hat, aber trotzdem darüber philosophieren möchte. Es geht im Weg der Männer keineswegs um Machismo und den "Alphamann" im Umgang zwischen den Geschlechtern. Donovan ist ganz auf sein Konzept der »Bandenmännlichkeit« konzentriert, eine tiefere Form der Kameradschaft – in Zeiten staatlichen Schwächestolzes wichtiger denn je. Besonders bemerkenswert ist hierzu auch die Kommentierung durch "Raskolnikow", unseren kompromißfreien Verächter allen Heißluftgeredes.

Doch bevor man werden kann, was man ist, muß man sich darüber wirklich klar werden!

+ Jack Donovan: Der Weg der Männer, mit Beiträgen von Martin Lichtmesz und "Raskolnikow", Schnellroda 2016. 232 Seiten, 16 Euro – hier bestellen!

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (22)

Ein gebürtiger Hesse
25. Juli 2016 09:37
Brilliant! Die witzigste (ironisch verfeinertste) Literaturempfehlung bislang. Gerade an einem Morgen wie diesem, der erneut mit einer Horrornachricht begonnen hat (Bombenanschlag in Ansbach), bläst einem ein solcher Beitrag frischen Wind und Geist entgegen. Einmal mehr: schönen Dank dafür.
HerbertG
25. Juli 2016 10:24
Zu der Thematik passt eine in der FAZ erschienene Analyse des Paradigmenwechsels beim Sexualstraftrecht:

http://www.faz.net/aktuell/politik/staat-und-recht/gastbeitrag-sexualstrafrecht-erziehung-durch-strafe-14349622.html

Und bevor jetzt jemand mit der Idee kommt, man solle doch in Zukunft jede sexuelle Handlung filmen: Diese Geschäftsidee haben andere schon gehabt. - Einfach bei Amazon nach "alarm clock hidden camera" suchen, und man wird fündig.

Bei "Nein heisst Nein" wird es auch nicht bleiben, auf der britischen Insel
("Rule Britannia, Britannia rule the waves, britons will never ever ever be slaves." oder so ähnlich) ist man schon einen Schritt weiter:

http://www.breitbart.com/london/2016/07/14/uk-police-make-misogyny

Galgenhumor beiseite, vielleicht hätte Ellen Kositza ja Lust, mal eine Frage von Mann zu Frau zu beantworten: Warum scheinen so viele Frauen - vor allem junge Frauen - diesem Extremfeminismus so die Stange zu halten? Wenn man sich mal auf junge Frauen beschränkt: Sind die tatsächlich so naiv und manipulierbar und gleichzeitig so vielen Anbaggereien ausgesetzt, dass sie sozusagen automatisch links zu verordnen sind? Was ist da los mit denen?

Fragt sich ratlos
ein Mann
Petrus Urinus Minor
25. Juli 2016 12:32
@HerbertG

Im Allgemeinen haben Frauen nichts dagegen, "angebaggert" zu werden - vom "Richtigen".

Eines der Probleme ist meines Erachtens, dass mehr und mehr die Regeln des Konsumgüterkaufs sich bis in das Soziale, Sexuelle fortsetzen. Totaler angeblich freier "Markt", einseitige Kündbarkeit grundsätzlich ohne Bedingungen bis auf die eigene Motiv- und Befindlichkeitslag, jederzeitger Neukauf angeblich möglich.

Dies schafft eine einseitige Anspruchshaltung bis hin zum vermeintlichen "Rechtsanspruch" ausschließlich von solchen "angebaggert" zu werden, bei denen es genehm ist.
Monika
25. Juli 2016 13:09
Danke für die ganz allerliebste Einleitung. Die ein Lächeln hervorzaubert und eine Erinnerung weckt.
Das erste Buch, das ich in meinem Leben gelesen habe, hieß:
"Von Kindern und Tierkindern". Es gibt es antiquarisch:
https://www.amazon.de/Von-Kindern-Tierkindern-Christel-Burg/dp/B0000BH00H
Der Junge schaut dem Mädel, das Hosen trägt, beim Spielen mit den Tierkindern zu.
Wir haben kleinen Katzen Puppenkleider angezogen und versucht,sie in den Puppenwagen zu legen. Auch mußten die Kätzchen katholische Taufen unter dem Wasserhahn über sich ergehen lassen.
Arminius Arndt
25. Juli 2016 15:06
Wie wichtig solche Themen wie "der Weg der Männer" sind, zeigt auch aktuell das amoklaufende Mobbingopfer, welcher der klassische Knaben-Loser unserer Zeit gewesen zu sein scheint, mit Hinke-Gang und Sing-Sang-Stimme.

Das ab und an solche allzu gern da allzu leicht gemobbten Loser dann explodieren und um sich beißen, gehört offenbar zu den stillschweigend akzeptierten Risiken und Nebenwirkungen unserer atomisierenden Gesellschaft, die immer mehr Psychos verursacht (die Explosiven sind ja in der homöopathischen Minderheit - die Implosiven sind dagegen sehr häufig).

Die einzige Antwort auf psychische Erkrankungen, welche unser System hat, ist kurzzeitig wegsperren, auf Medikamente einstellen und hoffen, dass die Dosierung jederzeit stimmt und der Patient auch die Pillen ordnungsgemäß einnimmt. Ansonsten gilt, schau dass du selber zu Recht kommst, mit deiner erbärmlichen Existenz. Das noch keiner die Pharmaindustrie versucht hat, in Haftung zu nehmen, verwundert mich sehr - aber Sportschützen und Jäger neben sog. Gamern sind da eben die einfacheren und politisch opportuneren Gegner.

Wären diese Typen (auch Tim K.) in ner ordentlichen Gang mit klarer Ordnung gewesen oder wie in weit früheren Zeitaltern, einer Zunft oder einem Stand klar zugehörig, hätten sich ihre Gehirnstoffwechselstörungen sicher nicht soweit verschlechtert, wie offenbar geschehen.

Die heutige Zeit tötet, wie jedes andere Zeitalter auch - in Mitteleuropa nicht mehr durch offen ausgetragene Kriege, sondern eben durch andere Nicklichkeiten.

Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie ...
Hartwig aus LG8
25. Juli 2016 15:34
Die kurze Bezugnahme von Frau Kositza auf das Nachwort von Raskolnikow weisst in eine richtige Richtung. Es gibt im Westen kaum mehr Situationen, in denen Männer Risiko gehen müssen - und zwar unfreiwillig! - darauf kommt es an. Wenige Bewährungsproben, keine, die man sich nicht selbst ausgesucht hat.
Über "The way of men" kann ich nichts sagen (nicht gelesen), aber man kann sich z.B. auf die Schnelle den Film "The Grey" ansehen. Von dem absurd anmutenden Verhalten der Wölfe abgesehen, kann man in dem Film erkennen, was ich meine. Männer in extrem harter Situation, harsche Gruppen- und Hierarchiebildung, Kampf um die nackte Existenz. Eine Herausforderung an der man reifen kann, wenn man sie denn überleben würde.
Alles andere als so etwas ist nicht vergebens und wohl nützlich, aber dennoch vergleichsweise kalter Kaffee.
Die Spreu und der Weizen werden erst sichtbar, wenn es um Alles geht. Die Wenigsten wissen jetzt, wozu sie gehören werden - ich selbst jedenfalls nicht. Und wenn es so weit ist, wird man bestimmt die eine oder andere Überraschung erleben, - in beide Richtungen.
Eveline
25. Juli 2016 19:34
Auch kleine Männer sind anders..." Wann werden die eigentlich geschlachtet? E.K Heute noch. "

Konnte mich garnicht so recht beruhigen.
HerbertG
25. Juli 2016 19:43
@Petrus Urinus Minor

Im Allgemeinen haben Frauen nichts dagegen, „angebaggert“ zu werden – vom „Richtigen“.


Ja, glaube ich auch, und der Falsche bekommt dann eine nach dem neuen Vergewaltigungsrecht reingesemmelt: "Ich habe aber doch Nein gemeint, als ich Nja sagte." Insofern ist es schon logisch, sofern man hier von Logik überhaupt sprechen kann, aus kurzsichtigem Eigeninteresse zur moralischen Selbstentlastung Feministin zu sein. Trotzdem fände ich es interessant, mal von einer Frau dargelegt zu bekommen, warum die extremfeministische Schiene gerade unter jungen Frauen so gut verfängt, obwohl sie so offensichtlich komplett wahnsinning ist.
Andrenio
25. Juli 2016 19:49
"modernde Gesellschaften", das war viel mehr als ein Versprecher, es ist die Grundeigenschaft dieses fast männerlosen Mischmasches aus Gestalten, denen man das Mark aus den Knochen gesogen hat.
Der_Jürgen
25. Juli 2016 21:01
Habe mich entschlossen, den "Weg der Männer" doch noch zu bestellen, obgleich ich mir geschworen hatte, es nicht zu tun. Man soll ja nicht verurteilen, was man nicht kennt.
Solution
25. Juli 2016 21:39
Habe das Buch bereits fünfmal verschenkt und werde noch etliche weitere Exemplare ordern.

Mich würde von Zeit zu Zeit interessieren, wie dieses und auch die anderen Bücher von Antaios sich verkaufen. Dies ist nicht zuletzt ein Indikator für die Stärke der Ausstrahlung, die von Schnellroda über das einschlägige Milieu hinausgeht. Bei 3.000 Abonnenten der SEZESSION müßte eigentlich jedes Buch sich mindestens in gleicher Höhe verkaufen.

Wichtig ist, diese Bücher auch in andere Kreise zu bringen. Wie mir scheint, gelingt das langsam aber sicher immer besser: Zum einen sind viele Bücher inhaltlich einfach gut, zum anderen wächst unser Einfluß aufgrund der realen Gegebenheiten.

Immer wieder liest man in biographischen Abhandlungen, wie Menschen durch einzelne Bücher entscheidend geprägt wurden. Tun wir das unsere dazu.
Ellen Kositza
25. Juli 2016 22:00
@Eveline: Das muß ich mir gleich mal ansehen! Ich wittere Zensur!! Natürlich hab ich gesagt: Heute noch n i c h t. Stubenküken mögen was Feines für DINKS (double income, no kids) sein, aber eine große Familie bekommen Sie damit nicht satt... Wir schlachten eh nur selten, bei sehr großem Hunger.

@ Männer: Hier nur ganz verkürzt, demnächst in Buchform & länger: Kommentator HerbertG hat recht, wenn er fragt: "Warum scheinen so viele Frauen – vor allem junge Frauen – diesem Extremfeminismus so die Stange zu halten? (...)Sind die tatsächlich so naiv und manipulierbar (...)?"
Ich möchte hier das "scheinen" betonen. Es ist doch wie in anderen Fragen auch: ö f f e n t l i c h e Meinung ist nicht v e r ö f fe n t l i c h t e Meinung. Vielleicht sind 5% aller Frauen "Extremfeministinnen"- aber 90% all derer, die gerade zu diesen Themen in den Leitmedien Stellung beziehen. Des weiteren ist es natürlich so: Steter Tropfen (vulgo: Dauerpropanda) höhlt den Stein. Und: Der Zeitgeist kompromittiert selbst die eigentlich "Normalen". Das ist dann dumm, wenn ich mir bspw. überlege, mit wievielen Lieschen Müllers ich schon über Themen wie "Gender Pay Gap" (L. Müllers nennen es: ungerechte Bezahlung von Frauen) oder nicht-im Haushalt-helfende Männer diskutiert habe. Das Problem wird handhabbarer, wenn ich an das Sprichwort denke: Hunde, die bellen, beißen nicht. Den Extremfeminismus haben wir darum großteils nur verbal. In der Realität geht in der Geschlechtergeschichte vieles doch den Gang, den es jahrhundertelang ging.
FFlecken
26. Juli 2016 01:16
Ganz starkes Werk. Besonders zu erwähnen ist auch die klare Sprache des Autors und die absolute Ehrlichkeit und Stringenz mit der er sich der Thematik nähert. Dies alles nur durch biologisch-wissenschaftliche Erkenntnis abgestützt, führt zu einem sehr empfehlenswerten Buch. Gerade junge Männer sollten dies jedem Ratgeber-Schrott vorziehen.
HerbertG
26. Juli 2016 05:14
@Ellen Kositza

In der Realität geht in der Geschlechtergeschichte vieles doch den Gang, den es jahrhundertelang ging.


Wobei etwas, das dem Auge der Öffentlichkeit m.E. etwas entgeht, aus dem tatsächlichen Eindringen des Feminismus in die Betriebe darstellt. Personalabteilungen waren ja schon länger Frauendomänen aber auch darüber hinaus wird mit Frauenförderung zunehmend Ernst gemacht. Es ist also langsam vorbei damit, dass die Wirtschaft immer so etwas wie einen Hort der Vernunft darstellte. Da werden Frauen zu Managerinnen, die wirklich nicht das Zeug dazu haben, und die Geschäftsführung hält an solchen Personalentscheidungen fest, auch wenn sie zu Kündigungen fähiger Mitarbeiter führen. Oder es werden mal wieder ein paar Führungskader abgesägt, was ja zu jeder anständigen Firma gehört, und komischerweise sind es nur Männer, während die Frauen drumherum geschont werden. Dazu kommen die Verhaltenskodexe: Nulltoleranz gegenüber Allem, was eine Frau als Avancen seitens eines Mannes betrachten könnte, in der Realität natürlich nur Nulltoleranz gegenüber Beta-Männern, die Alpha-Tiere haben freie Bahn. Der Umgang zwischen Männern und Frauen in der modernen westlichen Bürowelt ist von einer sterilen Geschlechtslosigkeit geprägt, in der wir so eingebettet sind, dass sie uns gar nicht mehr bewusst wird. Man muss sich in andere Kulturkreise begeben, etwa nach Osteuropa, um überhaupt erst mitzukriegen, wie weit das bei uns schon gediehen ist. Heutzutage ist jedem Mann, der irgendwie einen Rest von gesunder Geschlechtsidentität in sich hat, zu raten, von einer Bürokarriere Abstand zu nehmen.
Caroline
26. Juli 2016 12:16
Oh doch, "heute noch" :-)) Ich hab mich gefreut, denn meine Herren reagieren ähnlich, der Sechsjährige: "Ooh, armes Schafi (das ist Kindergarten-Jargon) ... is' da Knochen bei und Blut??? (das ist sein Wesen).
I must confess: als Schülerin habe ich im Schulbus einmal heiße Tränen der Empörung über Hauptmanns geknechtete "Weber" geweint, und diesmal ebenfalls im Bus an der Stelle, wo Donvan die Männer eindringlich fragt, ob sie wirklich wie die Bonobos gehalten werden wollen, ob dieses Leben wirklich alles gewesen sein soll!?
Nach derart begeisterter Lektüre erwacht mein Mutterinstinkt:
Wir brauchen unbedingt ein Buch, das die Knabenerziehung anthropologisch vom Kopf auf die Füße stellt. Drei Burschen haben mich mehr gelehrt als alle Erziehungsratgeber. Der einzige etwas provokantere Lichtblick ist bisher Jesper Juuls Buch über "Aggression", das ist schon mal ein Anfang, aber noch zu sehr kooperativer Dialog-auf-Augenhöhe. Und ich glaube, da geht was, Bücher wie "Das letzte Kind im Wald" oder "Mehr Matsch!" sind Bestseller mit der Stoßrichtung: laßt die Kinder wieder frei - nur bisher eben gendergerecht eingehegt.
Meinem bald Achtzehnjährigen weiß ich schon was ich schenke (naja, ist das ein geeignetes Geschenk von der Mutter?), aber vor der Mannbarkeit sind die Jungs doch zu lange Opfer entmännlichender Pädagogik.
Eveline
26. Juli 2016 12:19
Ellen Kositza
Montag, 25. Juli 2016, 22:00 (URL) | Kurz-URL
@Eveline: Das muß ich mir gleich mal ansehen! Ich wittere Zensur!! Natürlich hab ich gesagt: Heute noch n i c h t. Stubenküken mögen was Feines für DINKS (double income, no kids) sein, aber eine große Familie bekommen Sie damit nicht satt… Wir schlachten eh nur selten, bei sehr großem Hunger.


Das- nicht- habe ich erst jetzt gehört, obwohl ich es mir 3x zuvor angehört habe.

Das Sie die kleinen Stubenküken nicht schlachten wollen, war mir schon klar.
Für mich war das feinster Humor... ich konnte mich vor Lachen nicht beruhigen.

Ohje , es tut mir leid.
ene
26. Juli 2016 12:56
Wir brauchen unbedingt ein Buch, das die Knabenerziehung anthropologisch vom Kopf auf die Füße stellt.

Caroline, ein Vorschlag:

- Christiane Olivier, Die Söhne des Orest

Olivier ist eine französische Psychoanalytikerin, die sich mit der Problematik der "abwesenden Väter" und der Überpräsenz von Frauen in Bildungseinrichtungen eingehend beschäftigt hat.
Urwinkel
26. Juli 2016 14:11
@ Solution

Immer wieder liest man in biographischen Abhandlungen, wie Menschen durch einzelne Bücher entscheidend geprägt wurden. Tun wir das unsere dazu.


Gute Idee, ich mache den Anfang: 1. Sarte "Der Ekel" (schob mir übrigens meine Mutter zu; ich pubertierte dereinst), 2. Hesse "Steppenwolf" (dieses Buch wirkte wie ein schwerer Wein auf mein junges Gemüt).

Prägung dadurch? Kann ich nicht genau sagen. Diese nihilistisch geprägten Zeilen las ich im Dachboden eines Abruchhauses und in einem mir eigens dafür geschaffenen Ambiente. Dorthin zog es keinen Anderen - man hatte seine Ruhe. Diese gruslige Friedlichkeit, die der makabre Raum austrahlte, belebte die Lektüre wechselwirkend.

Spekulativ: Wäre mir damals Cioran untergekommen, wäre ich heute selbst Autor - oder hätte mich nach dem Lesen aus dem Dachfenster gestürzt und wäre jetzt vergessen.

Was bleibt davon? Vielleicht ein chronischer Nihilismus?

Nein! Diese Lektüre hat direkt und subtil gewirkt - das ist jetzt über zwanzig Jahre her. Gewiß, es gibt noch mehr Stoff und Geschichten zu diesem Thema, aber diese beiden Bücher fallen mir spontan zu diesem Vorschlag ein (Jhg. 70ger).
Rumpelstilzchen
26. Juli 2016 15:53
Wie brauchen unbedingt ein Buch, das die Knabenerziehung anthropologisch vom Kopf auf den Fuß stellt .


Das Lied zum Buch "Der Weg der Männer" flog 1968 aus der "Mundorgel":

https://m.youtube.com/watch?v=55C17kjpI0g
Solution
27. Juli 2016 22:46
Alles was ein Rechter über Frauen wissen muß steht in:

https://www.amazon.de/Smart-SeXy-Roderick-Kaine/dp/1910524743/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1469652040&sr=8-1&keywords=Roderick+kaine

und in:

https://www.amazon.de/Sexual-Utopia-Power-Roger-Devlin/dp/1935965891/ref=sr_1_1?s=books-intl-de&ie=UTF8&qid=1469652104&sr=1-1&keywords=sexual+utopia+in+power

Die Konsequenz daraus steht wiederum bei Donovan.

Man muß dies alles gelesen haben.

Wie gut, daß es hier mittlerweile reichlich Literatur auf höchstem Niveau gibt. Es liegt nur an uns, selbst etwas daraus zu machen. Und es muß nicht immer die "reine Lehre" sein, jeder kann entscheiden, was für ihn infrage kommt. Die wahre Revolution beginnt bei uns selbst.
Blauauge
30. Juli 2016 23:36
Hat sich unter den hier Mitlesenden schon einmal jemand einen der zahlreichen Filme (Vorträge und Interviews) Donovans auf der bekannten Netzseite zu Gemüte geführt?
Die nahezu uneingeschränkte Bewunderung befremdet mich. Der Mann ist nichts als ein selbstverliebter Bodybuilder, der eine vorübergehend gute Geschäftsidee verwirklicht. Der gegenwärtige pekuniäre Fluß sei ihm herzlich gegönnt. Eine praktikable Botschaft indes hat Donovan nicht zu bieten. Wir müssen schon sehr verzweifelt sein, um uns an solche Strohhalme zu klammern.

M.L.: Das Buch haben Sie wohl nicht gelesen?
AlbertK
31. Juli 2016 18:49
Hab das Buch die letzten 2 Tage gelesen. Nett, viel interessantes, durchaus auch nachdenkenswertes aber leider überhaupt nichts, was in diesem Land und in dieser Zeit durchsetzbar wäre. Kann man vielleicht in den USA in abgelegenen Berggegenden machen. Ist halt nicht mehr Germanien hier...

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