28. September 2015

Angela Merkel als GröMaZ und Sündenbock

von Martin Lichtmesz / 75 Kommentare

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

MuttersMaskeMitten im zweiten Akt der "Flüchtlingskrise" ist Angela Merkel auf dem besten Weg, zum Honecker der BRD zu werden. Der Konsens breitet sich aus, daß der Bogen blindlings überspannt wurde. Frei nach Stefan George wird dem Verbrechen "an maass und grenze" die Strafe geradezu naturgesetzmäßig auf den Fuß folgen.


'Was hoch ist kann auch höher!' doch kein fund
Kein stütz und flick mehr dient .. es wankt der bau.
Und an der weisheit end ruft ihr zum himmel:
'Was tun eh wir im eignen schutt ersticken
Eh eignes spukgebild das hirn uns zehrt?'

In den letzten beiden Wochen waren fast täglich "Umkipper" zu beobachten. Einer der ersten nicht-geisteskranken Kommentare in der gleichgeschalteten Flut der Leitmedien war etwa der zornige Artikel des Historikers Jörg Baberowski, der in einem Ton gehalten war, als müßte er einem Kindergarten die Grundlagen rationaler Politik vorbröseln.
Neulich erklärte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel, Deutschland müsse sich darauf einstellen, in jedem Jahr eine halbe Million Flüchtlinge aufzunehmen. Weiß der Mann eigentlich, was er sagt und wie das, was er sagt, in jenen Ländern verstanden wird, aus denen Menschen zu uns kommen? Der Bundeskanzlerin fällt zu dieser Frage nur eine Wahlkampffloskel ein: „Wir schaffen es“. Und sie fügt hinzu, dass Deutschland sich in den nächsten Jahren bis zur Unkenntlichkeit verändern werde. Als ob es die Aufgabe der Politik wäre, die Krise nur zu verwalten. Und als ob es einerlei wäre, was die Bürger dieses Landes darüber denken.

Auch in der Politik regte sich quer durch alle Lager Widerstand gegen Merkel. Boris Palmer, der grüne Oberbürgermeister Tübingens, redet inzwischen 1:1 wie ein AfD- oder FPÖ-Politiker, und kommt spät, aber doch zu Erkenntnissen, die wohl nur einen Grünen überraschen können:
Wir Grünen stehen wieder einmal vor einem Realitätstest. Der wird mit Sicherheit hart. Aber ich bin mir sicher, dass die Menschen uns andernfalls fragen werden, welche Lösungen wir für die Integration all dieser Menschen anzubieten haben. Und wenn da unsere Antwort ist: Wir schaffen die Bedingungen dafür, dass noch mehr zu uns kommen, dann wird uns das keiner abnehmen. Derzeit sind über 70 Prozent der Flüchtlinge junge Männer, die ganz andere Vorstellungen von der Rolle der Frauen, der Religion, Meinungsfreiheit, Homosexualität oder Umweltschutz in der Gesellschaft haben als wir Grüne. Machen wir uns nichts vor: Die Aufgabe ist riesig. Es gibt eine objektive Integrations- und Belastungsgrenze.

Sigmar Gabriel, Wendehals mit einem guten Riecher für den Stimmungsumschwung, ist bereits deutlich auf Distanz zu Merkel gegangen. Innenminister De Maizière schiebt den Schwarzen Peter weiter. Auch der CDU-Abgeordnete Thomas Bareiß sah "die Grenze der Belastbarkeit" erreicht. Helmut Schmidt, der schon vor dreißig Jahren "keinen Türken mehr über die Grenze lassen" wollte und dabei Helmut Kohl an seiner hatte, erhob sich aus der Gruft und erhob seine mahnende Stimme. In der SPD Bayern liegen die Nerven blank und auch in der CSU wird es einigen mulmig zumute. Auch Stoiber wurde wieder mutig. Und nun ist sogar Gauck umgekippt und wendet sich gegen Merkels Kurs.

Diese Beispiele lassen sich beliebig fortsetzen. Demgegenüber wirkt die Kanzlerin mit ihren Durchhalteparolen zunehmend wie eine Figur aus der späten DDR, die wahrscheinlich ebenfalls in absehbarer Zeit im Scherbenhaufen ihres Staates stehen und stammeln wird: "Ich liebe doch alle Menschen!" Langsam zeichnen sich auch Schatten aus dem Führerbunker ab: "Mit dem Angriff Steiners wird das alles in Ordnung kommen."
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Der Spiegel von letzter Woche (39/2015) zeigte Merkel im Gewand der Mutter Teresa, mit verschnörkelter Bildunterschrift und kitschig überbetonten Farben wie auf einem Heiligenbild von Pierre & Gilles: betont blau sind ihre Augen, in denen zarte Sternchen funkeln und sanftrot der lächelnde Mund. Hinter ihr sieht man verschwommene Flüchtlingsmassen, während ein weißes Friedenstäubchen in den Himmel steigt.

Ein ähnlicher blauer Himmel, voll mit bunten Luftballons, war noch vor drei Wochen auf dem Cover des Spiegels zu sehen, mit dem Zweck, das "helle" Lalalulu-Multikultibuntvielfaltdeutschland gegen das "dunkle"   Ossipogromschwarzbraunnazischland auszuspielen, damals freilich noch mit nordkorea-artiger Ironiefreiheit. Es ist schon faszinierend zu beobachten, wie die Blattmacher ihr Fähnchen in den Wind hängen.

Die Verantwortung für das Desaster, das sie selbst herbeigejubelt haben, schieben sie nun dezent Richtung Merkel: "Ich bin's nicht, Angela Merkel ist es gewesen!". Die nun einsetzende Kritik an der Bundeskanzlerin hat auch das Ziel, von der eigenen Komplizenschaft abzulenken und das größere Problem der deutschen Einwanderungs- und Identitätspolitik, das schon vor vier Jahrzehnten im Spiegel thematisiert wurde, auf die Person Merkels zu verengen.

Eine ähnliche Richtung schlug auch Focus 39/15 ein: dessen Titelbild zeigte Merkel als goldenen Koloß, bei dem man sich die tönernen Füße dazudenken kann, eine Art Freiheitstatue, die von einem Meer von liliputanerartigen Flüchtlingen umspült wird, die an ihr hochklettern wie Ameisen. Bildunterschrift: "Schafft sie das?" ("Sie"? Ich dachte bisher, "wir" schaffen das!) Und wie der Spiegel versucht auch der Focus, Merkels schwankenden Status zu einer bloßen Parteikrise herunterzuspielen, und die Kritik an ihr vor allem zur Agenda der "Unions-Konservativen":
... sprechen von „faktischen Obergrenzen der Aufnahmefähigkeit unseres Landes“ und bekunden ihre Skepsis angesichts „der häufig geradezu als Hoffnung artikulierten Erklärung, die Flüchtlinge würden unser Land kulturell bereichern“. Es sei „objektiv nicht leistbar, allen Flüchtlingen dieser Welt Asyl in Deutschland zu gewähren", heißt es weiter.

Es geht in Wahrheit natürlich um viel mehr als um Merkels Kanzlerschaft, um die Union oder die Kapazitätenfrage: es geht um nichts weniger als um die endgültige Auflösung Deutschlands als Staat, Nation und ethnokulturelle Einheit. Die Öffnung der Schleusen mag überstürzt und unbedacht gewesen sein: sie ist jedoch nichts anderes als Kulmination einer Politik, die von Merkel und ihren Vorgängern schon seit Jahrzehnten betrieben wird, und die spätestens zu dem Zeitpunkt begann, als aus "Gastarbeitern" Einwanderer wurden und die "multikulturelle Gesellschaft", also die Umwandlung Deutschlands in einen "Vielvölkerstaat", zum Ei des Kolumbus der "deutschen Frage" erklärt wurde.

Das war bereits in den achtziger Jahren erkennbar, als Robert Hepp sein berüchtigtes Buch "Die Endlösung der deutschen Frage" schrieb. Die wohl bekannteste Formel dieser Politik ist die nach dem ehemaligen grünen Außenminister benannte "Fischer-Doktrin": Deutschland muß von außen (politisch) "eingehegt", von innen (ethnisch) "verdünnt" werden.

Wie u.a. Manfred Kleine-Hartlage aufgezeigt hat, folgt die Bundeskanzlerin der Doktrin der "Neuen Weltordnung", die eine globale Aushebelung der nationalstaatlichen Souveränität und die Auflösung der Völker vorsieht. Unter dem beschönigenden, quasi omnipräsenten Vokabular der "Vielfalt", des "bunten" Deutschlands und des "demographischen Wandels", wird die Umwandlung des Landes in ein multiethnisches Gemisch (vorwiegend afro-arabisch-islamischen Charakters) schon lange psychologisch vorbereitet und als unabwendbares, "alternativloses" Schicksal verkauft.

Die massive Einwanderungsinjektion dieses Jahres mag eine schockartige Überdosis gewesen sein, die das Risiko in sich birgt, einen Backlash zu provozieren, die sich aber bei "geglückter" Verdauung als beschleunigender Schub auswirken könnte.

Zur Erinnerung:
Welche Ideologie hinter dem Plan einer Neuen Weltordnung steht, hat zum Beispiel die Bundeskanzlerin schon vor anderthalb Jahren, bei der Konferenz „Falling Walls“ am 9. November 2009 mit beispielloser Prägnanz zum Ausdruck gebracht. Merkel sagte damals (Hervorhebungen von mir):

Das heißt, eine der spannendsten Fragen, Mauern zu überwinden, wird sein: Sind Nationalstaaten bereit und fähig dazu, Kompetenzen an multilaterale Organisationen abzugeben, koste es, was es wolle;

Um also „Mauern“ zu überwinden, müssen Kompetenzen abgetreten werden. Zur Erinnerung: Wir schreiben das Jahr 2009! „Mauern“ gibt es schon längst nicht mehr, es sei denn an weltpolitischen Brennpunkten wie dem 38. Breitengrad in Korea. Was es gibt, sind nationale Grenzen, deren schiere Existenz hier umstandslos mit der Berliner Mauer assoziiert und auf eine Stufe gestellt wird.

Daß damit die Nationalstaatlichkeit als solche ausgerechnet mit dem Verweis auf das brutale Grenzregime eines dezidiert antinationalen Imperiums in einen Topf geworfen und damit delegitimiert wird, ist nicht nur schäbig und bedeutet, die Zuhörer für dumm zu verkaufen; es wirft vor allem ein Licht auf die Ideologie im Kopf derer, die einen solchen Satz überhaupt über die Lippen bringt.

Das Einzige, was normale nationale Grenzen mit der Berliner Mauer gemeinsam haben, ist, daß sie grenzüberschreitende Migration verhindern. Wer deswegen Grenzen mit „Mauern“ gleichsetzt, postuliert nicht mehr und nicht weniger als ein universelles Menschenrecht auf globale Migration und ein politisches Programm, solche Migration zu fördern. Nur unter dieser Voraussetzung ergeben Merkels Ausführungen überhaupt einen Sinn.

Freilich sollen nicht nur Menschen migrieren, sondern auch Waren, Dienstleistungen und Kapital. Diese vier Freiheiten, bekanntlich die Grundfreiheiten der Europäischen Union, die sollen global gelten, und sofern Nationalstaaten dem im Weg stehen, sind ihre Grenzen „Mauern“ und müssen weg.



 Man sieht, Merkel ist sich und der Agenda ihrer Kaste durchaus treu geblieben. Daß sie hier einer allgemeinen Doktrin gefolgt ist, zeigt auch der Vergleich mit einigen Aussagen des EU-Kommissars Štefan Füle aus dem Jahr 2011, dokumentiert von Kleine-Hartlage:
Er signalisierte, es werde einen „neuen Ansatz“ bezüglich der leidigen Frage der Migration aus der Region geben: Während die EU auch weiterhin von den nordafrikanischen Staaten die Unterbindung illegaler Migration und Kooperation bei der Rückführung von Flüchtlingen fordern werde, verlangte er zugleich von der Union „mehr Ehrgeiz“ und brachte die Idee ins Spiel, legalisierte „zeitweilige und zirkuläre Migration“ für Arbeiter zu ermöglichen. (...)

Er fuhr fort, dass Tunesien bereits eine Anfrage in dieser Richtung gestellt habe, und dass es weitaus wünschenswerter sei, Arbeitern den legalen Zugang nach Europa zu erleichtern als es mit plötzlichen Massenexodussen zu tun zu bekommen.

„Wir ziehen es vor, diese Art von Einwanderung zu regeln, statt die humanitären Krisen zu meistern, die aus unkontrollierter Migration resultieren.“

Kleine-Hartlage kommentierte dies rüde:
Zu Deutsch: Machen wir freiwillig die Beine breit, dann werden wir nicht vergewaltigt.

Nun denn: genau dies hat Merkel nun getan, als sich die Gelegenheit bot, und hat ganze Völker zum epischen Gangbang eingeladen. Schon posiert die Größte Mama aller Zeiten für Selfies mit (männlichen) Vertretern des neuen Volkes, das sie sich importiert hat, und die sie im Gegensatz zu ihrem eigentlichen Staatsvolk, dem gegenüber sie einen Eid geschworen hat, ganz doll lieb haben.
Was ist hier geschehen? Hat Merkel mit typisch deutscher Pflicht-Überfüllung über das Ziel hinausgeschossen? Ist sie größenwahnsinnig geworden, getrieben von deutschen Entsühnungskomplexen, wie Thorsten Hinz es vermutet?
Die Notlage, in die Deutschland und Europa durch den Massenansturm aus der Dritten Welt geraten sind, hat die Kanzlerin auf ihr dürftiges Format reduziert. „Wenn wir jetzt anfangen, uns noch entschuldigen zu müssen dafür, daß wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land“, beschied sie ihre Kritiker.

Mehr als grammatikalischen Nonsens, gefühliges Geschwurbel und den narzißtischen Willen zur Macht hat Angela Merkel nicht zu bieten. Die politische Quintessenz, die sich aus der Aussage ziehen läßt, aber lautet: Es ist schön, daß Deutschland keine Grenzen mehr hat. (...) Die Kontrolle über die Grenze und den Zugang ins Land bildet die Basis der Souveränität und Staatlichkeit. Wer sie aufgibt, macht sich nach außen wehrlos und hebt im Innern Recht und Gesetz auf.

Und auch dieser "Putsch" gegen die staatliche Ordnung ist im Grunde nichts Neues, sondern nur ein weiteres Kapitel im Zuge einer laufenden Staatsabwicklung, die im Zuge der Euro-Krise an Fahrt aufgenommen hat - siehe hier, hier und hier.

Es wäre einen eigenen Beitrag wert, aber wollen wir an dieser Stelle nicht die Mitschuld all jener deutschen Politiker und Journalisten vergessen, die sich seit 2011 an der Kriegshetze gegen Libyen und Syrien beteiligt haben. Die Massen, die nun gegen Europa strömen sind eine direkte Folge davon. Gaddafi hat 2011, ein halbes Jahr vor seinem Tod, den Westen gewarnt:
"Millionen von Schwarzafrikanern könnten schon bald über das Mittelmeer nach Frankreich und Italien kommen, und Libyen spielt eine wichtige Rolle, um die die Sicherheit im Mittelmeerraum zu gewährleisten", teilte er dem Fernsehsender France 24 mit. "Libyen könnte zum Somalien Nordafrikas und des Mittelmeerraums werden", fügte Ghaddafis Sohn Seif hinzu. "Es wird Piraterie geben, in Sizilien, Kreta, in Lampedusa. Millionen von illegalen Einwanderern werden kommen. Der Terror wird zu euch nach Hause kommen."

Bereits im August 2012 haben deutsche Politiker übrigens geradezu gebettelt, daß syrische Flüchtlinge nach Deutschland kommen sollen. Der Kommentar Manfred Kleine-Hartlages, der hier ein weiteres Mal zitiert werden soll, liest sich im Rückblick geradezu gruselig prophetisch:
Zuerst haben die politischen Eliten praktisch aller westlichen Länder mit vereinten Kräften daran gearbeitet, Syrien ins Chaos zu stürzen, und nun nutzen sie das Chaos, um die Schleusen für Masseneinwanderung noch weiter zu öffnen, im Einklang mit der Politik, die sie seit Jahrzehnten propagieren und praktizieren. Die von den herrschenden westlichen Eliten systematisch herbeigeführte „humanitäre Katastrophe“ dient nun als bequemer Vorwand politischen Widerstand, d.h. die Vertretung der Interessen der Einheimischen mit der Keule einer vorgeblichen Moral totzuschlagen: Wie können Sie nur so herzlos gegenüber diesen armen Menschen sein, Sie Nazi?

Wenn die Politik sich so einig ist, wie aus dem obigen Artikel hervorgeht, wird es höchstens eine Frage von Wochen, vielleicht auch nur Tagen sein, bis die Tore ganz weit geöffnet werden. In Syrien wird sich sehr schnell herumsprechen, dass jetzt die einmalige Gelegenheit besteht, unbürokratisch nach Europa zu gelangen; die Flüchtlingswelle wird dann zum Tsunami. Assad wird noch die paar Wochen, möglichst Monate, Galgenfrist bekommen, die erforderlich sind, diesen Tsunami zu entfesseln.

Westliche Streitkräfte und die von ihnen unterstützte „Opposition“ werden ihr Möglichstes tun, die Lebensbedingungen in Syrien vollends unerträglich zu machen, damit nicht nur ein paar tausend, sondern ein paar hunderttausend Syrer den Weg nach Europa antreten; es dürfen auch gerne Millionen sein. (...)

Die EU wird daher die Gelegenheit nutzen, wie schon im Verhältnis zu den nordafrikanischen Ländern Migrationsprogramme aufzulegen. Nach der politisch gewollten Flüchtlingswelle des Krieges wird dann eine politisch-administrativ geregelte Invasion von regulären Einwanderern über Europa hereinbrechen.

Trifft das zu? Sind die Flüchtlingsströme bewußt angestossen worden? Sind sie Teil einer größeren globalen Strategie? Willy Wimmer, ehemaliger Staatssekretär unter Helmut Kohl, bejahte dies in einem Interview mit Ken Jebsen: "Flüchtlingsströme" seien "immer Gegenstand der militärischen Planung". Mit einer besonderen Pointe: Wimmer sieht hier vor allem eine Strategie am Werk, um gezielt Assads Syrien zu destabilisieren.
Das Land wird nach Strich und Faden ausgeblutet. Man muß sich das doch hier am Düsseldorfer Hauptbahnhof nur ansehen: Da gehen ganze Großgruppen von jungen Männern durch die Bahnhofshalle, abends, mit identischem Haarschnitt - ich habe das vor wenigen Tagen selbst gesehen -, und sie haben nicht irgendwie Fluchtgepäck dabei, sondern sie haben Fluggepäck dabei. Das heißt, wir bluten dieses Land gezielt aus, und erledigen auf diese Weise die amerikanische Politik, die mit Bomben allein nicht durchzuführen ist.

https://www.youtube.com/watch?v=bDWJOkRP0Ic

Nun, wenn das zutrifft, dann wird das Ergebnis eine bilaterale Erschütterung sein: sowohl Syrien wird destabilisiert als auch Deutschland, was sich bereits jetzt deutlich bemerkbar macht. Dies entspricht ziemlich exakt dem Slogan der Identitären Bewegung: "Auswanderung tötet Afrika - Einwanderung tötet Europa".

Wie der kurze, stichprobenartige Rückblick, den man noch beliebig erweitern könnte, zeigt, haben die herrschenden Eliten Westeuropas mit der Flüchtlingswelle letztendlich nur das bekommen, was sie wollten. Daß Deutschland die Hauptzielscheibe ist, ist gewiß kein Zufall; es wird nun rapide an den Überfremdungs- und Islamisierungsstand von Frankreich, England und kleinerer Länder wie Holland aufschließen. Auch die skandinavischen Länder haben noch einiges aufzuholen, wozu sie jetzt die Chance haben.

Wenn dies alles also letzten Endes nicht nur das Ergebnis von europäischer Dekadenz ist, sondern auch Teil eines politischen Willens, stellt sich die Frage: Wozu? Bereiten sich hier Formen der totalitären Herrschaft vor, die wir uns noch gar nicht richtig ausmalen können? Ist Merkel tatsächlich so "blauäugig", wie der Spiegel es darstellt, so großdeutsch "größenwahnsinnig", wie Hinz vermutet?

Ich werde hier nicht mehr behaupten, als ich weiß oder wissen kann. Merkel ist für mich ein ungreifbares Enigma. Ich habe bisher noch keine Deutung gelesen, die mich wirklich befriedigt hätte. Selbst ein Eckhard Henscheid hat sich an ihr letztlich die Zähne ausgebissen.

Hans Blüher beschrieb einmal einen anderen deutschen Staatschef als ebenso undurchsichtigen "Mann ohne Eigenschaften":
Mein sehr ausgesprochener Sinn für Physiognomie hat mir beim ersten Anblick seines Gesichtes gesagt, daß dieser Mensch niemandem ähnlich sieht. Jeder andere sieht irgend jemand wenn auch noch so entfernt ähnlich: Hitler niemand. Dies aber nicht durch eine ausgesprochene Fülle charakterzeigender Merkmale, sondern durch eine fast vollständige, sonst von niemandem erreichte Leere des Gesichts.

In der Tat: es genügen ein Scheitel und ein Bürstenbärtchen, und jedermann kann "Hitler" sein. Vielleicht war er auch in einem gewissen Sinne "Jedermann", eine ideale Projektionsfläche, ein Avatar oder Golem des Zeitgeistes. Vielleicht konnte darum der böse Zauberspruch von Rudolf Heß funktionieren, als er sagte: "Hitler aber ist Deutschland, wie Deutschland Hitler ist."

Daß Hitler allerdings wie Merkel keine Überzeugungen gehabt habe, wird man schwerlich behaupten können. Merkel erschien mir immer wie eine wandelnde Machtblase, innen vollständig hohl, mit einem unfehlbaren Instinkt für die jeweilige Windrichtung, aber eben deshalb eher eine Getriebene als eine Triebtäterin.

Aufreizend ist die Rundlichkeit, Weichheit und Beinahe-Niedlichkeit ihrer Erscheinung, die leicht "verhuschte" (Hinz) Körperhaltung, insofern sie sich mit einem leicht herablassenden gouvernanten- oder tantenhaften Gestus verbindet: sie redet mit der Nation, als hätte sie eine Grundschulklasse oder einen Haufen kranker Kühe vor sich, ein Habitus, der freilich perfekt zum infantilen Endstadium der Bundesrepublik paßt. Hinter der Glucken- und "Mama-Merkel"-Pose lauert etwas Passiv-Aggressives, Erdrückendes, sanft Manipulatives.

Und dennoch: es ist mir unmöglich zu ergründen, ob sie klug oder dumm ist, abgefeimt oder naiv, ob sie ihren Quatsch selbst glaubt oder nicht, ob sie eine verblendete Idealistin oder eine berechnende Lügnerin ist. Tatsache ist, daß sie ihr Land und ihr Staatsvolk in einem unvorstellbaren Ausmaß verrät und preisgibt. Letzteres ist allerdings in weiten Teilen bereits so dement, daß ihm das kaum mehr auffällt.

Das eingangs zitierte George-Gedicht geht übrigens so weiter:
Der lacht: zu spät für stillstand und arznei!
Zehntausend muss der heilige wahnsinn schlagen
Zehntausend muss die heilige seuche raffen
Zehntausende der heilige krieg.

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (75)

Volker Spielmann
28. September 2015 16:46
Die Parteiengecken haben wohl den Rubikon überschritten und können nicht zurück

Sollten die hiesigen Parteiengecken, im Zuge einer Schilderhebung gegen ihre Masseneinwanderungsteufelei, zu Fall kommen, so wird die neue deutsche Regierung schwer versucht sein den Heinrich V. des angelsächsischen Mundartdichters Wilhelm Schüttelspeer zu rezitieren: „Hört euren Spruch: Ihr habt auf unsre fürstliche Person Verschwörung angestiftet, euch verbündet Mit dem erklärten Feind und habt aus seinen Kisten Das goldne Handgeld unsers Tods empfangen. Ihr wolltet euren Herrn dem Mord verkaufen, Der Knechtschaft seine Fürsten, seine Großen Der Schmach, dem Drucke seine Untertanen Und der Verheerung sein ganz Königreich. Wir suchen keine Rache für uns selbst, Doch liegt uns so das Heil des Reiches ob, Des Fall ihr suchtet, daß wir dem Gesetz Euch überliefern müssen.“ Mit der Milde, die sie selbst - als Handpuppen der VSA - den marxistischen Tyrannenknilchen - als Handpuppen der Russen - erwiesen haben, können sie also nicht rechnen und müssen daher siegen oder untergehen.

Im Übrigen bin ich dafür, daß der Euro zerstört werden muß!
cso
28. September 2015 17:33
Ich halte Merkel ebenfalls für eine Getriebene. Sie reagiert auf Stimmungsbilder, die ihr die hysterischen Lügenmedien präsentieren. Sie ist unglaublich dumm und gerade deshalb so rücksichtslos.

Ich erinnere mich noch gut an die Bilder der Fußball-WM 2006 in Deutschland, als sie anläßlich des Spiels Deutschland-Türkei gemeinsam mit Erdogan im Stadion saß; wie sie damals beim deutschen Tor kurz aufsprang - wie eine Idiotin die Oberarme eng am Körper, die Hände leicht nach oben gewinkelt - bis sie dann zu ihrem Staatsgast hinübersah und sich sogleich wieder setzte, als sei nichts gewesen.

Damals dachte ich mir bereits, daß dieses seltsame Wesen überhaupt gar nichts entscheidet, außer Kanzler dieses seltsamen Anti-Staates zu bleiben.
Westpreuße
28. September 2015 18:08
Es geht um diesen von der Bundeskanzlerin gesprochenen Eid:

Um nicht mehr und nicht weniger.
Er kann nicht falsch verstanden werden. Eigentlich...
"Eidnehmer" ist das deutsche Volk, ausdrücklich;
"Eidgeber" ist die Bundeskanzlerin, ausdrücklich.
Sie hat sich mit ihrem Eid an das deutsche Volk gebunden.
Falls sie sich nicht mehr daran gebunden fühlt, sollte sie zurücktreten.

https://www.youtube.com/watch?v=n-EyqOc5u78
Zum dritten Mal Merkel erneut als Kanzlerin vereidigt

Auf der Grabstele von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben auf dem Friedhof von Schloß Corvey bei Höxter (Weser) steht seine Büste.
Auf der Stele eine Zeile aus seinem gleichnamigem Gedicht / Lied:

"Wie könnt ich dein vergessen."
--------------------------------------
Man gibt sich zur Zeit in Berlin und anderswo richtig viel Mühe,
das Gemeinte hinter dem Gesagten "vergessen zu machen"...

Patriotische Grüße aus Thorn an der Weichsel
Wolfgang Kapp
28. September 2015 18:09
Jörg Baberowski hat gestern in der NZZ nachgelegt: http://www.nzz.ch/nzzas/nzz-am-sonntag/deutschland-verwandelt-sich-in-eine-tugend-republik-ld.2198
Gardeleutnant
28. September 2015 18:19
Was sagt eigentlich Georg Diez dazu?

Scherz beiseite: aus dem Bekanntenkreis hörte ich von einer Frau (statusorientiertes, kinderloses Wohlstandsbürgertum, habituell und auch sonst eher konservativ als progressiv), die ganz stolz war, als eine von 800 Gegendemonstranten eine "rechte" Demo blockiert zu haben, zu der ganze 8 (!) Teilnehmer erschienen waren. Wer nicht einsieht, daß er in einer hundertfachen Übermacht in jedem Fall auf der moralisch falschen Seite steht, ganz gleich um was es geht, einfach durch das schiefe Größenverhältnis, dem ist nicht zu helfen. Den Zusammenhang zwischen der Reaktion solcher Leute, die letztlich nur auf der richtigen Seite stehen und sich als gute Menschen fühlen wollen, und den realen Verhältnissen habe ich am Beispiel der minderjährigen Einwandererwillkommenheißer schon dargelegt. Was die Medien lügen, ist fast schon egal, weil denen ohnehin mit stark abnehmender Anteilnahme geglaubt wird. Was die Politiker von sich geben, ist wiederum abhängig von schwankenden Stimmungen und der wahrgenommenen öffentlichen Meinung. Einzig und allein auf die Bürger, konkret: die besitz- und statuswahrende, auf ihr gesellschaftliches Ansehen bedachte und an Konsum und ungestörte Abläufe gewöhnte Mittelschicht, die in Vereinen, Parteien auf kommunaler Ebene, bei Stammtischen und privaten Feiern den Ton angibt und sich austauscht, kommt es an. Wenn die kippt, kippt das System. Und die Mittelschicht kippt, wenn es an ihr Säckel geht. Und ans Säckel geht es spätestens nach dem Winter. Merkel wird bleiben, aber die Diskurshoheit wird den Einwandererfreunden flöten gehen, um so schnell nicht mehr wiederzukehren.* Und mit etwas Glück werden Hunderttausende durch diesen Kälteschock der Realität in unserem Sinne politisiert oder ideologisch deprogrammiert.
Abwarten und genießen.

* womit ich nicht sagen will, daß alle, die bis dahin gekommen sein werden, wieder zurückgeführt werden - leider.
Rumpelstilzchen
28. September 2015 18:35
Die Neujahrsansprache der Bundeskanzlerin war der Hammer: Da war nix mehr Mutti, da war nur noch Lady Macbeth mit ihren toten Augen. Im Hintergrund die Deutschlandfahne, fast total verdeckt vom EU-Sternenbanner-Kumpen.


Jürgen Elsässer im Compact 1/15 Magazin hat es für meine Begriffe auf den Punkt gebracht.

Am meisten gruseln mich die toten Augen.
der demograph
28. September 2015 19:06
zur Frage ob nun eine Reaktion kommt und die Invasion irgendwie eingedämmt wird kann man denke ich zwei Aspekte unterscheiden
1) schwenkt die deutsche Politik um? Im Artikel sind die Standpunkte einiger Politiker beschrieben die in diese Richtung zeigen. Das wird aber vermutlich nicht genug sein. Sagen wir es gibt eine Skala von -50 bis +50 von flüchtlingsfreundlich bis flüchtlingsfeindlich. Um dem Angriffsruck entgegenzutreten wäre eine Politik der Stärke 20 erforderlich. Derzeit steht die Politik bei -40. Was die Politiker nun machen ist das ganze sacht in Richtung -20 zu ziehen...zu wenig.
2) gibt es den großen Backlash? Innerhalb der Demokratie in Form von Wahlsiegen rechter Parteien oder außerhalb in Form von Bürgerbewegungen? Beides ist denke ich unwahrscheinlich. Der Grund: es geht um noch mehr als

"die endgültige Auflösung Deutschlands als Staat, Nation und ethnokulturelle Einheit."

Es geht die globale Frage wie mit den zwei wichtigen Expansionen unserer Zeit - der des Islam und der Subsaharaafrikas, wobei letztere bedeutender ist - umzugehen ist.
Die einzelnen nationalen Fragen hängen wie ein Netz zusammen und halten sich im gegenseitig im Status Quo. Der Status Quo heißt die Expansion wird nicht eingedämmt.

Sei es die Frage wie damit umzugehen ist dass sich trotz gutherzigster Bemühungen seitens der Mehrheitsgesellschaft seit Jahrzehnten die afroamerikanische Minderheit durch die öffentlichen Schulen und Straßen prügelt. Sei es die Frage der muslimischen Expansion - verbrämt als Unabhängigkeitskampf - in China. Sei es die Frage der islamischen Einwanderung in Europa. Sei es die Frage der demographischen Machtübernahme und des Terrors durch den Islam in Israel. Seien es die Nachwirkungen der grausamen Eroberung Südasiens durch den Islam. Sei es der schleichende Mord an der europaeischstämmigen Südafrikanern. Es gibt zahllose dieser konkreten nationalen Fragen, die jeweils dem gleichen Muster folgen.

Und in den letzten Jahrzehnten gab es noch nirgendwo einen Backlash, eine wie auch immer geartete Reaktion die nicht auf Aufgabe hinausläuft. Weil es sich gegenseitig stützt. Wenn in Indien jemand was versucht schreit die ganze Welt auf und sagt dass man SO aber nicht mit den Aggressoren umgehen dürfte, wenn China oder Russland es versuchen das gleiche. Wenn Frankreich oder die USA es versuchen auch. Weil es nirgendwo sonst gemacht wird macht es auch niemand.
In dem Moment in dem eine dieser Fragen einmal anders entschieden würde könnte sich das Netz als Kartenhaus herausstellen. Dann könnten schnell an allen Ecken uns Enden andere Entscheidungen gefällt werden. Deshalb steht viel auf dem Spiel, und deshalb wird es wohl auch nicht passieren.
Die aktuelle Invasion in Deutschland von 2014 und vor allem 2015 und dann wohl auch 2016 hat mittlerweile einen bedeutenden Platz unter diesen vielen nationalen Fragen. Völlig ohne Not hat sich Deutschland in eine Lage gebracht, in der das Überleben schon heißt nach heutigen Mainstream Maßstäben Undenkbares zu tun (also eine effektive Grenzschließung). Die ganze Welt schaut nach Deutschland, mal wieder (diese Selbstsucht sich so in den internationalen Vordergrund zu spielen ist eines der hässlichen Details der ganzen Geschichte).
Elektriker
28. September 2015 19:07
" Sind die Flüchtlingsströme bewußt angestossen worden? "

Da gab es 2008 mal eine Studie:

"Strategic Engineered Migration as a Weapon of War

But just how new and different is this weapon?
Can it only be used in wartime?
And just how successful has been its exploitation?"


" Merkel ist für mich ein ungreifbares Enigma. "

She´s a believer. "Ich glaube..." so beginnt fast jeder ihrer Sätze.
Interessant ist ihr Weg an die Macht oder Reden wie diese bei Lowy in Australien. (Interview am Ende)
Der Gutmensch
28. September 2015 19:12
Bei allem Respekt vor dem Ausputzer; das tiefe Tauchen in höchst persönliche Spekulationen über den Geisteszustand völlig Fremder macht mir so langsam Angst.

Also zum ersten: Dass sich nun im Südwesten der Republik Unbehagen breit macht (namentlich auch in der CSU) darf nicht als Erkenntniszuwachs gewertet werden; sowas wird dort unten nämlich besteuert. Nein - hat man früher wenigstens eine Butterstulle für den Landesverrat verlangt (Napoleon, glaube ich) so tut man es jetzt auch für ein Gratiskonzert vom Drogen-Wecker und zwar exakt so lange, bis die Auswirkungen der eigenen Entscheidungen drohen, das Oktoberfest zu erreichen. Tritt dieser unerhörte Notfall ein, schickt man schamlos eine greinende SPD-Erna vor, wendet die „Meinung“ per Handbremse und grölt im übrigen in vertrauter Manier weiter: Der Osten ist schuld, weil er nämlich existiert!

Es ist im übrigen eine unsinnige Annahme, die (dort gerne gewählte) Kanzlerin wäre frei zu tun, was sie (oder gar ihr uckermärkisches Herz) begehrt. Was auch immer sie motivieren mag, motiviert offensichtlich auch den Rest unserer „Entscheider“; sonst hätte der Finanzminister für seine einigermaßen bizarre Einlassung, seine Anstrengungen im Hinblick auf die schwarze Null im Haushalt seien nur im Hinblick auf zukünftige Flüchtlinge erfolgt (! ! !), wohl kaum begeisterten Beifall im Bundestag geerntet (stand in der Welt, ich musste auch zweimal lesen).

Nun mögen sie alle miteinander wirr sein, meinetwegen, und Honecker himself channeln. Ich bin bereit, das in Erwägung zu ziehen; die Situation ist ja wirklich merkwürdig.

Dieselbe Krankheit hat dann aber auch das Europaparlament befallen, das sich für Refugee-Quoten aussprach, um die Innenminister der Mitgliedsstaaten unter Druck zu setzen, im Rat brav dazu zu nicken. Wer hätte gedacht, dass Honeckers böser Geist mal bis nach Brüssel reichen würde!

Und erst am Wochenende las ich, dass der „Geist des Honecker“ auch im Kreml sein Unwesen treibt: Putin hat sein von Herzen kommendes Wüten gegen den Islam (einen deutschen Journalisten soll er mal gefragt haben, ob er ihm eine Beschneidung organisieren soll) vorübergehend eingestellt und ist bereit, mit den Militärs der verbliebenen arabischen Staaten einen Tee zu trinken und ein gemeinsames Nachrichten-Süppchen zu kochen. Ich hätte nicht darauf gewettet. Anders unser Hasadeur von einem Finanzminister (das meine ich respektvoll), der vor zwei Wochen in der Faz seiner Zuversicht Ausdruck verliehen hat, dass selbst Putin noch zur Vernunft käme.

Wäre Honeckers Geist so mächtig wie man ihm zutraut, wäre die Mauer allerdings nie gefallen und die Süddeutschen wären immer noch glückliche Amerikaner ohne Pass (so jedenfalls deren feuchte Träume; die würden, wenn man sie nur ließe, gewiss auch den Polen die volle Entscheidungsfreiheit darüber zugestehen würden, wer sich wann in Ostpreußen aufhalten darf; da kennen die keinen Schmerz!)

Womöglich gibts also doch eine irdische Erklärung für das Ganze? Ein arges Preisschild ist uns in jedem Fall gewiss - aber dieses eine Mal wird es die Passlosen schlimmer beuteln als die, die sich eine Vorstellung von Heimat trotz allem bewahrt haben; wie es noch kommen mag.
Waldgänger aus Schwaben
28. September 2015 19:17
All die klugen Analysen, zu denen auch die obige gehört, die ich dieser Tage las, umgehen die meiner Meinung nach wichtigste Frage:

Wieso kann sich Merkel über das Gesetz stellen?


Man stelle sich nur mal vor, in den USA würde der Präsident nach einem nächtlichen Telefonat mit dem mexikanischen Präsidenten erklären, dass die US-Grenzen offen nun seien für alle Einwanderer aus Mittel- und Südamerika.

Die Bundesstaaten würden den Befehl verweigern und ihre Polizei anweisen sich nach wie vor an das Gesetz zu halten.
Die zuständigen Verfassungsorgane würde den Präsidenten sofort vorläufig entmachten und die Amtsgeschäfte seinem Vize übergeben.
Gegen den Präsidenten würde ein Amtsenthebungsverfahren und eventuell anschliessend ein Strafprozess eingeleitet.

Nichts davon bei uns.

Da wird die Polizei zur Strafvereitelung aufgefordert.

Warum ist so etwas in Deutschland möglich?


Die Frage ist wichtiger, als die Folgen des Merkel'schen Amoklaufs. Er hat uns de facto einige tausend zusätzliche Einwanderer gebracht, vielleicht sogar mittelfristig weniger, wenn Deutschland dadurch aus seiner Schockstarre erwacht.

Liegt es am deutschen System der parlamentarischen Demokratie?

Oder liegen die Ursachen tiefer, viel tiefer? Ist es deutsche Mentalität einem Führer bedingungslos zu folgen?
Trifft das erste zu, müssen wir hier und andernorts über einen Systemwechsel diskutieren.
Coon
28. September 2015 19:26
Schöne Zusammenfassung! Beeindruckend, dass sie noch in der Lage sind, Äusserungen aus dem Apparat zu verfolgen. Mir entgeht vieles, da ich vor Grusel ständig die Stirn auf den Tisch haue. Obgleich vieles wankt und blasst und sinkt und splittert: Der Rubikon ist noch lang nicht überschritten. Ich glaube auch nicht, dass der Masse bewusst ist, welche Bandagen Konkurrenten wie Partner gegen die Bundesrepublik aufzufahren bereit sind um ihre politischen Ziele durchzusetzen. Möglicherweise hat Angie ein gutes Gefühl dafür, dass tatsächlich ein dritter punischer Krieg ins Haus stünde, so man den "Konsens" aus Westbindung und Opposition zu den grossen eurasischen US-Antipoden aufgäbe und ganz offen eigene Ziele verfolgte. Ich glaube, dass die aktuelle Situation von der Bundesregierung nicht angestrebt wurde, sie auch gleichzeitig nicht die Möglichkeit hatte, diese auch nur ansatzweise zu verhindern (Initiatoren: Türkei, USA). Gleichzeitig scheint mir der Apparat bereit zu sein, mittels seiner Neubürger das Konstrukt BRD von seinen internen Kritikern wie auch von seinen externen Feinden zu entfremden bzw. zu emanzipieren. Hier könnte jenseits des Opportunismus bei den Trägern exekutiver Macht auch der Keim für eine umfassende Neuorientierung zu finden sein, die unvermeidbar ist. Der Euro und die EU werden ohnehin fallen, alles Weitere wird sich finden.
Jürg Rückert
28. September 2015 19:49
Die Vorsehung erschuf das Römische Reich, damit das Christentum zwanglos durch diesen römischen Geburtskanal ganz Europa in einem Siegeslauf erobern konnte. So mein Geschichtsunterricht in den 60iger Jahren.
Dann erfuhren wir, wie die Vorsehung die EU erschuf zum Zwecke der siegreichen Ausbreitung der einzig wahren Religion, dem Islam und da kommen der Papst und die Merkel persönlich ins Spiel:
Auf Lampedusa – wie eine Schallplatte mit Sprung bleibe ich da einfach hängen – blies er mit seiner Posaune 2013 die Mauern Europas in Trümmer und rief die schwarzen Fahnen des Propheten, Europas grüne Auen in Besitz zu nehmen. Frau Merkel säuselte 2015 dazu ein „Ihr Kinderlein kommet“ und sie kommen millionenfach.

Der orientalische Pfau trifft jetzt auf den christlich angekränkelten Truthahn und tritt ihn nieder. Der Truthahn, seiner Konditionierung folgend, geht bei jedem Tritt tiefer in Demutshaltung statt zu kämpfen oder zu fliehen und wird so zu Tode getreten.
Hätten der Papst und die Pastorentochter auf den Verhaltensforscher Konrad Lorenz gehört, so hätte das Abendland gerettet werden können!
Sakksa
28. September 2015 20:11
Was sollte also nun nach alldem, was hier richtig festgestellt wurde ein - sagen wir - einfacher Leutnant in Merkels Staat in diesem Fall tun ? Frage an die Runde.

Übrigens, die deutsche Fassung aus "der Untergang" ist selbstverständlich reformierungsbedürftig. Die englischen Untertitel sind da schon weiter, siehe
hier :

https://www.youtube.com/watch?v=GuKb9jo4QoI
Hugo Treffner
28. September 2015 20:13
Wege zur »Neuen Weltordnung«

»Man kann den Sinn und die historische Mission unserer Zeit in einem zusammenfassen: Ihre Aufgabe ist es, die Kulturmenschheit neu zu ordnen, an die Stelle des bisher herrschenden gesellschaftlichen Systems ein neues zu setzen. Alle Um‑ und Neuordnung besteht nun in zweierlei: In der Zerstörung der alten Ordnung und im Neuaufbau der neuen.

Zunächst einmal müssen alle Grenzpfähle, Ordnungsschranken und Etikettierungen des bisherigen System beseitigt und alle Elemente des Systems, die neu geordnet werden sollen, als solche, gleichwertig untereinander auseinandergelegt werden.

Sodann erst kann das zweite, die Neuordnung dieser Elemente, begonnen werden.

Sodann besteht denn die erste Aufgabe unserer Zeit in der Zerstörung: Alle sozialen Schichtungen und gesellschaftlichen Formungen, die das alte System geschaffen hat, müssen vernichtet, die einzelnen Menschen müssen aus ihren angestammten Milieus herausgerissen werden; keine Tradition darf mehr als heilig gelten; das Alter gilt nur als Zeichen der Krankheit, die Parole heißt: was war, muß weg.

Die Kräfte, die diese negative Aufgabe unserer Zeit ausführen, sind auf dem wirtschaftlich‑sozialen Gebiet der Kapitalismus, auf dem politisch‑geistigen die Demokratie.

Wieviel sie bereits geleistet haben, wissen wir alle; aber wir wissen auch, daß ihr Werk noch nicht ganz vollbracht ist. Noch kämpft der Kapitalismus gegen die Formen der alten, traditionellen Wirtschaft, noch führt die Demokratie einen heißen Kampf gegen alle Kräfte der Reaktion. Vollenden wird das Werk der militaristische Geist. Sein Uniformierungsprinzip wird die negative Aufgabe der Zeit restlos durchführen: Wenn erst alle Glieder unseres Kulturkreises als Soldaten unseres Kultursystems uniformiert sind, ist diese eine Aufgabe: gelöst.

Dann aber erst erhebt sich die andere, größere und schwierigere Aufgabe: Der Aufbau der neuen Ordnung. Die Glieder, die nun aus ihren alten Verwurzelungen und Schichtungen herausgerissen sind und ungeordnet, anarchisch herumliegen, müssen zu neuen Formungen und Kategorien geschlossen werden. Ein neues, pyramidales, hierarchisches System muß errichtet werden. «

(Nahum Goldmann, Der Geist des Militarismus, Stuttgart/Berlin, Deutsche Verlagsanstalt, 1915, Seite 37 f.)

Und nun betrachte man die letzten einhundert Jahre!

M.L.: Daß das mitten im Krieg in Deutschland erscheinen konnte, ist bemerkenswert. Die Zensur des Kaiserreiches dürfte äußerst lax gewesen sein...
Arkanthus
28. September 2015 20:22
Ja, Mysterium Merkel. Es lassen sich in der Tat sowohl Belege für hilflose Verwalterin, als auch knallharte Machtstrategin finden. Ich persönlich glaube daß die Herbeiredung, Schaffung oder auch Verwaltung von Krisen aller Art ihre Taktik ist: "Fukushima", Eurokrise, Migrationskrise.

In Krisen gibt es nur eine richtige, "alternativlose" Entscheidung und alle müssen gehorsam sein, zusamenstehen. Dieser künstliche Burgfriede an sich ist schon mal ein Plus. Und dann saugt sie natürlich den Linken und v.a. Grünen, die die Hoheit über die Redaktionsstuben besitzen, die Themen weg (BLÖD ist eh auf ihrer Seite), erst der Atomausstieg und jetzt die Sache mit den Flüchtlingen.

Das war, kurzzeitig, der ganz große Coup für sie, denn sie hat sich über diese "heilige Kuh" Flüchtling unangreifbar gemacht, ein Linksliberaler, Grüner, auch tiefroter Altlinker kann "Flüchtlinge rein" nicht kritisieren und ein CDU-"Kon" kann Angela Merkel nicht kritisieren. Im Spätsommer war dieses Paradigma der postdemokratischen Herrschaft in seinem kurzen Zenith angelangt.

Es gibt wohl gewisse ideologische Konstanten bei ihr: die Nibelungentreue zu den USA, zur EU, zu Israel. Sie denkt ganz und gar "globalistisch", das ist wohl das Einzige, das man ohne Umschweife über sie sagen kann.
Hühnerbaron
28. September 2015 20:35
Wie geht es einem Menschen, wenn er nach einem erfolglosen ersten Teil des Lebensweges enorme Macht erhält? Wenn ein Mädchen in ihrer Jugend Außenseiterin gewesen ist. Introvertriert und von den Jungs und Männern links liegen gelassen? Die schulischen Erfolge gleichen dies nicht aus, sondern perpetuieren diese innere Einsamkeit. Unterdrückt aber ist aber eventuell ein enorm großer Wille, unscheinbares Außen und innere Energie fallen auseinander, die Persönlichkeit wird unausgewogen. Letztlich entwickelt sich ein Amoklauf, wenn es schlecht läuft. Psychopathen haben neben einem sehr aktiven limbischen System (Gefühlszentrum) auch einen sehr gut funktionierenden orbitofrontalen Cortex (bewusstes Kontrollzentrum). Eric Harris (18) und Dylan Klebold (17) kommen einem ebenfalls in den Sinn, ohne hier direkt vergleich zu wollen. Es mischen sich die absolute Gefallsucht mit einem Hass auf eine Gesellschaft, die Außenseiter als eben solche behandelt: Liebt mich oder ich mache euch fertig. Zwischen diesen Extremen kann blitzschnell gewechselt werden. Eine selbstunsichere Person weckt beim Publikum das Gefühl, nicht gefährlich zu sein. Das Gegenteil ist aber der Fall, man darf solche gekränkten Charaktere nicht ohne weiteres zu Führern machen.
Fenris
28. September 2015 20:37
und auch in der CSU wird es einigen mulmig zumute.


Auf die Frage: "Glauben Sie, daß die Notlage noch beherrschbar ist?[...]"

antwortet Seehofer mit zusammengepressten Lippen:

"Ich habe hier ... phh.... bereiten uns auf alle Situationen vor, es kann auch ... sehr in absehbarer Zeit sein, daß wir ... eine Krisensituation feststellen müssen!"

Das klingt nicht nach mulmigen Gefühlen sondern eher wie die Ankündigung von Notstandsgesetzgebung.
Ein gebürtiger Hesse
28. September 2015 20:40
"Eher eine Getriebene als eine Triebtäterin" - toll gesehen, toll gesagt. Überhaupt trifft der vorletzte Absatz, wo es um Merkels Physiogonomie und Gebaren geht, ganz besonders ins Schwarze. Merci! Daneben mag auch dieses Cover in die richtige Richtung deuten: https://klausbaum.files.wordpress.com/2012/06/merkel-terminator.jpg Funktionieren kann der Apparat, eine Seele aber hat er keine.
Desprecio
28. September 2015 20:47
Der Artikel von Thorsten Hinz in der "JF" vom 26.09.2015, "Der neue
Größenwahn" ist für jeden, der sich mit der aktuellen Politik dieser
"Ausnahme-Kanzlerin" und deren "Spitzenmannschaft" befaßt, eine
Offenbarung.
Er dürfte mit seiner Einschätzung nur in einem Punkte falsch liegen:
indem er die Annahme absurd findet, daß Merkel das Land vorsätzlich
zerstört. Nicht viele denkende Politikbeobachter werden ihm da folgen können.
Für politisch Unbedarfte stellt "unsere" Kanzlerin mit ihrer "verhuschten
Erscheinung" (eine in jeder Hinsicht köstliche Wortschöpfung von Th.
Hinz, die auf niemanden in dieser Welt besser paßt als gerade auf Mer-
kel) stellt sie auf den ersten Blick eigentlich nur ihre eigene Karikatiur
dar.
Erst bei näherem Hinsehen wird ihre Politik als eine Kombination aus
"moralischem Größenwahn und politischer Erpressung" (Th. Hinz), die
mit "historischer und geistesgeschichtlicher Unbeschlagenheit" einher-
geht. Dies glaubt sie aber, mit autoritärem und zwangsfixiertem Ver-
halten kompensieren zu müssen (nach Th. Hinz).

Da ich mich gerade mit Ernst Jünger und seinem Buch "Der Waldgang"
näher befasse, komme ich nicht umhin, ihn an dieser Stelle zu zitieren:

--- "Zur Eigenart unserer Zeit gehört die Verknüpfung bedeutender
Auftritte mit unbedeutenden Darstellern ..............................."

--- "Das Ärgerliche an diesem Schauspiel ist die Verbindung von so
geringer Höhe mit ungeheurer funktionaler Macht..................."

--- "Und doch sind es dieselben, von denen man zugeben muß, daß
der Zeitgeist sie mit unfehlbarem Griff auswählte, wenn man
ihn unter einem seiner möglichen Aspekte, nämlich dem eines
gewaltigen Abbruchunternehmens betrachten will. All dies Ent-
eignungen, Abwertungen, Gleichschaltungen,................, Pulve-
risierungen setzen weder Bildung noch Charakter voraus, die
beide den Automatismus eher schädigen.................... Es erhält
derjenige den Zuschlag, in dem sich das Bedeutungslose durch
starken Willen überhöht.

Jünger zeigt aber auch die Möglichkeit zum Kampf auf :

"In den Phasen stärkster Bedrohung, in denen die Apparate den Men-
schen nicht nur im Stich lassen, sondern ihn in einer Weise umstellen,
die ohne Aussicht scheint, hat er zu entscheiden, ob er die Partie ver-
loren geben oder sie aus innerster und eigener Kraft fortsetzen will.
in diesem Fall entschließt er sich zum Waldgange."
Th.R.
28. September 2015 21:14
"In 2 Wochen sind wir in Paris", so hieß die Losung vor 100 Jahren, die von Millionen Deutschen getragen wurde.

Aus dieser völlig unrealistischen Hoffnung wurde bekanntlich nichts. Leider. Stattdessen kam es anders. GANZ anders!

"Wir schaffen das", heißt es hingegen heute. Zwar wird diese Parole von einem Großteil des Volkes nicht getragen, aber es sind dennoch genügend unverbesserliche Phantasten unterwegs, die anfällig für solche Propaganda sind und für die derlei "Verheißungen" unumstößliche Glaubenssätze sind.

Und aus dieser wiederholten Erfahrung mit uns können wir die Erkenntnis ableiten, dass die Deutschen signifikant anfällig sind, sich von fatalen Trugschlüssen verleiten zu lassen.

Der Begriff der Suggestibilität beschreibt das Problem recht gut:

https://de.wikipedia.org/wiki/Suggestibilit%C3%A4t

"Suggestibilität
Suggestibilität ist ein Persönlichkeitsmerkmal, welches das Ausmaß der Empfindlichkeit für Suggestionen ausdrückt. Personen unterscheiden sich hinsichtlich ihrer Suggestibilität, das heißt der Übernahme von induzierten Gedanken, Gefühlen, Wahrnehmungen oder Vorstellungen auf Kosten des Bezuges zur Realität. Die Suggestion kann durch fremde Personen ebenso erfolgen wie durch die Person selbst (Autosuggestion). Bei Kindern ist die Suggestibilität noch sehr hoch. Sie nimmt im Laufe des Lebens ab. Auf Grund der hohen Suggestibilität sind jüngere Menschen in besonderem Maße Ziel der Beeinflussung durch Propaganda oder Werbung. Bei Müdigkeit, körperlicher Geschwächtheit und unter Hypnose ist die Suggestibilität erhöht, wobei diese aber auch Voraussetzung dafür ist, überhaupt in hypnotische Trance zu geraten. Sehr suggestible Menschen werden oft als „naiv“ oder „leichtgläubig“ beschrieben.
Die Suggestibilität spielt in der Medizin eine Rolle im Zusammenhang mit der Placebo-Forschung. Außerdem ist es ein Begriff der Massenpsychologie. Menschen mit bestimmten Persönlichkeitsstörungen sind extrem suggestibel, zum Beispiel bei der Histrionischen Persönlichkeit. In unterhaltsamer Weise wird die abnorme Suggestibilität im US-Spielfilm Zelig gezeigt......"
Meier Pirmin
28. September 2015 21:42
@Lichtmesz. Die Zitate von George werden für Rechtsintellektuelle ein Genuss sein und vieleicht sogar auch für ein weiteres Publikum. @Hühnerbaron, Lichtmesz und viele andere: Die aggressiven Merkelpsychogramme bis zurück in ihre DDR-Schulzeit bringen es nicht, umso weniger, als beispielsweise eine Ablösung Merkels etwa durch Gabriel wohl nichts bringen würde und die sog. Alternativen im Bundestag, wie man im Fussball sagt, im Sinn von "Politik ist was geschieht" meistenteils zu wenig ändern werden. Wenn man denkt, welche Hoffnungen man nach dem Opportunisten im Präsidentenpalais auf Herrn Gauck setzte. Es lässt sich lieder mit Kritik des parlamentarischen Systems nicht ändern, weil dieses überall mehr oder weniger die sogenannten Eliten eines Landes abbildet.


So wie man Merkel kennt, korrigiert sie jeweils dann, wenn die Macht wirklich auf dem Spiele steht. Natürlich sind das keine Voraussetzungen für politische Führung, welche tatsächlich und weitgehend nicht stattfindet. Die deutsche Rechte hat als Alternative weder einen Farage noch einen Orban, nicht mal einen Blocher, der als Wahlkämpfer mit den deutschen Parteien mithalten könnte und die Fehler von Lucke, nämlich das Wegekeln der kleinen Leute mit artikuliertem Unbehagen, nicht machen würde.
Meier Pirmin
28. September 2015 21:44
Es lässt sich l e i d e r mit Kritik am parlamentarischen System nicht ändern...
Claus
28. September 2015 21:46
"...es ist mir unmöglich zu ergründen, ob sie klug oder dumm ist, abgefeimt oder naiv, ob sie ihren Quatsch selbst glaubt oder nicht, ob sie eine verblendete Idealistin oder eine berechnende Lügnerin ist."

Bisher konnte ich Merkel auch nicht wirklich einschätzen. Aber...

Ihre kürzlichen Äußerungen zum Thema Islamisierung waren so UNFASSBAR dumm, dass ich inzwischen glaube, dass sie 1) wirklich richtig richtig dumm ist und 2) an ihren Quatsch selber fest glaubt.

Das war nicht gestellt. Das, was sie in dieser Fragerunde gesagt hat, (kommentiert wurde das ganze sehr gut auf Youtube von einem kandischen Journalisten) hat sie wirklich so gemeint. Wirkt alles ziemlich autentisch.
FFlecken
28. September 2015 21:46
Wieder mal prägnante Analyseschärfe a la Lichtmesz. Ich stehe teilweise auch mit fragendem Gestus vor dem Wesen Merkel. Wie wir uns zu ihr und ihrer Politik zu verhalten haben, steht außer Zweifel.

Aber wie soll man diese Frau begreifen? Was ist kalte Ratio (hat sie wirklich das Ziel Uno-Generalsekretärin zu werden?) und damit blanker Verrat? Was ist verschrobener Idealismus basierend auf einer emotionalen Gestörtheit? Ist es dies alles zusammen? Wie erpressbar ist diese Frau (liegen IM- Akten in den USA?)? Vielleicht muss man wirklich eine Kombination aus biologischen und metaphysischen Mustern bemühen, Lichtmesz ging ja in dem Text schon in diese Untiefen des Seins und ich glaube er kam den Kern der Sache recht nahe.

Egal, kämpfen wir weiter für das Unsere und stehen wir auf der Seite wirklicher, umfassender Ordnung.
Simplicius
28. September 2015 22:01
Vorwurf des Hasses und der Kälte!

Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Neujahrsansprache zu Pegida:

„Deshalb sage ich allen, die auf solche Demonstrationen gehen: Folgen Sie denen nicht, die dazu aufrufen! Denn zu oft sind Vorurteile, ist Kälte, ja, sogar Hass in deren Herzen.”

Mein erster Gedanke damals: So eine Frechheit! Wie kann eine fischkalte Frau, wie die Merkel, die Schamlosigkeit besitzen, anderen Menschen Herzenskälte vorzuwerfen? Ein schlechter, demagogischer Witz. Den muss doch jeder durchschauen.

Fehlt ihr wirklich das einfache Sensorium, um – und sei es nur intellektuell – in einer vorbereiteten, hochoffiziellen Neujahrsansprache(!) wenigstens ansatzweise in Erwägung ziehen zu können, dass es sich bei den von ihr beschimpften und verunglimpften Landsleuten, die zu tausenden mutig gegen die Massenmedien demonstriert haben, im Grundsatz nicht um Kälte und Hass gegen andere, sondern um Liebe zum Eigenen, um echte, tief menschliche Besorgnis über die Zukunft unserer eigenen Kinder und Enkelkinder als Antriebsmotiv handeln könnte? - Fehlanzeige.

Andererseits, in der damaligen medial aufgeheizten politischen Situation war der Merkel-Kommentar in Bezug auf die anschwellenden Pegida-Spaziergänge genau der (abfällige!) Kanzlerin-Kommentar, auf den die linke Medienmeute begierig wie der kläffende und sabbernde Hund gewartet hatten. Und sie hat ihnen die Pegida-Demonstranten und ihre Anliegen dann auch mitleidlos zum Fraß hingeworfen.

Die Merkel verarscht vielleicht alle.

Während Hitler (diktatorische) Machtpositionen angestrebt hat, um die Welt in seinem Sinne – auch mit Gewalt - umzuformen, scheint Merkel nur ein Ziel zu haben, nämlich die Antwort auf die Frage zu finden: Wie hoch kann eine Ossi-Frau nach dem Mauerfall steigen, wenn sie mit Talent und versteckter Intelligenz und kalter Verstellung sich politisch stets so geschickt verhält, wie die stärkeren Bataillone des Zeitgeistes es jeweils von ihr erwarten. Dabei aber immer ein bisschen unbeholfen und verhuscht wirken.

Kann sie auch Europa-Präsidentin werden? - Aber wozu?

Geradezu genial war doch ihr Einstieg in die bundesdeutsche Politik: Als Mitglied und dann Vorsitzende der feigen CDU linke Politik machen, in einer Weise, dass sie in der CDU noch durchsetzbar ist und von den linken Medien immer noch gerade so akzeptiert wird!
waldgänger aus Schwaben
28. September 2015 22:50
@Meier Pirmin

"Es lässt sich l e i d e r mit Kritik am parlamentarischen System nicht ändern"

Falls Sie sich auf mich beziehen. Mein Beitrag wurde gekürzt. Dazu haben die Betreiber natürlich jedes Recht, war auch juristisch grenzwertig.

Nun denn. Eine direkte Demokratie wäre sicher besser für Deutschland. Aber so wie ich das deutsche Wesen einschätze, müsste die Nation zuvor in kleinere Staaten, keiner größer als die Schweiz, zerlegt werden.

just dreaming...
Gustav Grambauer
28. September 2015 22:58
M. L., Hühnerbaron, gebürtiger Hesse

"Funktionieren kann der Apparat, eine Seele aber hat er keine."

Eine Seele (i. S. v. Empfindungs-, Verstandes- und Bewußtseinsseele) durchaus, aber kein Ich (Ahamkara) und keinen Geist (Atma - Buddhi- Manas):

http://anthrowiki.at/Ichlose_Menschen

- G. G.
der Gehenkte
29. September 2015 00:21
Mensch, Lichtmesz, sind Sie wahnsinnig? Kurz vor der Nachtruhe so ein Geschoß abzufeuern! Wieder eine durchwachte Nacht mit Schalltrauma …

Erste Reaktion:
Eine Frage, die sich noch kaum jemand gestellt zu haben scheint – sofern ich weiß –, ist, wie das Mantra der Merkel und ihrer Claqueure – „Wir schaffen das“ – überhaupt zu verstehen ist. Was meint sie damit?

Zwei Lesarten scheinen mir einleuchtend:

1. Das haut uns nicht um. Das wird sich irgendwie zerstreuen. Diese Menschen verdaut der dicke deutsche Bauch, die verlaufen sich in der Landschaft oder in den Ghettos, die bringen uns nicht ins Straucheln, die Wellen werden sich irgendwann legen o.ä.
2. „Wir“ können diese Leute tatsächlich in signifikanter Zahl „integrieren“, also sprachlich und werteweltlich neuorientieren, in den Arbeitsmarkt schicken, Steuern zahlen und an der demokratischen Debatte teilhaben lassen.

Sollte sie dieser zweiten Interpretation anhängen, dann müßte man sie in der Tat als unzurechnungsfähig oder größenwahnsinnig oder blankweg blöd bezeichnen.

Unzurechnungsfähig weil sie die Dimension nicht fassen kann, den zivilisatorischen Abbruch und die demographische Schieflage, die sie damit schafft (trotz demographischer Argumentation). Größenwahnsinnig, weil sie die Ressourcen dieses Landes überschätzt, denn um „Integration“ zu schaffen, bräuchten wir j e t z t 50 – 100000 hochmotivierte Deutschlehrer, tausende Psychotherapeuten mit Arabischkenntnissen, Unmengen an Übersetzern, tausende Polizisten, tausende Verwaltungsbeamte … Da wir die nicht haben, werden die vorhanden Kräfte – ohnehin schon die Berufsgruppen mit den höchsten Ausfallraten und Krankenständen – weiter belastet … mit absehbaren Folgen … und können es ohnehin nicht schaffen.
Die moronische Variante mag ich mir nicht vorstellen. Aber selbst dann: Sie hat doch Berater, „Experten“, Betreuer …

Also gaukelt sie uns was vor: ein einfacher linguistischer Trick. „Wir schaffen das“ soll zwar „Wir meistern das“ insinuieren, meint aber tatsächlich „Wir überleben das“ irgendwie.

Bleiben freilich noch immer die Fragen „Warum“ und „Wozu?“ Und um diese überhaupt denken zu können, wird man Thorsten Hinz‘ Fazit als Ausgangspunkt nehmen müssen: „Sie ist nur das Medium der Katastrophe, nicht die Ursache.“

Unser Fragen muß also Merkel irgendwann überwinden. Wir müssen Sie hinter uns lassen. So und so.
Schnippedilderich
29. September 2015 01:14
Merkel ist die beste Kanzlerin, welche unsere Grünen jemals hatten.
Andreas Walter
29. September 2015 05:51
Oder lasst es euch von einem jüdischen Journalisten aus Kanada sagen:

https://www.youtube.com/watch?v=6iUK9QgkYJI
peter789
29. September 2015 07:00
Erst jetzt wird die ganze Unfähigkeit, Naivität und Gefährlichkeit dieser Politikerin sichtbar!
Und diese Frau ließ man ungehindert Milliarden Euro nach Griechenland schicken!

Am meisten schockiert, dass sie dabei nennenswerte Wahlsiege einfahren konnte.
Jakob Altenburg
29. September 2015 07:52
Was sehen wir in den Selfies, auf denen die kinderlose Mutter Merkel mit ihren neuen Söhnen posiert (Töchter sieht man selten), unbeholfen vielleicht, aber keineswegs widerwillig? Womöglich den eigentümlichen Merkel'schen Feminismus, der nicht nur das Staatsethos einer verrückten, alle Grenzen niederreißenden Familienzusammenführung opfert?

"Es gilt auch, den unübersehbar femininen Einschlag richtig zu verstehen. Der Pazifismus, der Hang zur Sicherheit und zum Komfort, das unmittelbare Interesse am mitfühlbaren menschlichen Detail, die Staatswurstigkeit, die Bereitschaft zur Hinnahme und Akzeptanz der Dinge und Menschen wie es so kommt — das sind doch Qualitäten, die ihren ursprünglichen und legitimen Ort im Schoße der Familie haben, und in denen folglich der Feminismus seine starke Farbe dazutut, denn die Frau trägt instinktiv in alle Wertungen die Interessen der Kinder hinein, die Sorge für Nestwärme, für verringertes Risiko und Wohlstand. Hier liegen die Vorbedingungen zu einer endlosen Erweiterung des Humanitarismus und Eudaimonismus, wenn die Gegengewichte, die im Staatsethos liegen, kompromittiert, verboten oder verfault sind.“ (Arnold Gehlen, Moral und Hypermoral).
Rainer
29. September 2015 09:04
Ein Artikel über Merkel wäre unvollständig, wenn man nicht die Verstrickung dieser Frau zum Springer-Konzern und zum Bertelsmann- Konzern hinweisen würde.

Das Triumfeminat – Angela Merkel, Friede Springer, Liz Mohn

In Richard Wagners „Götterdämmerung“ nehmen die „Nornen“ eine wichtige Rolle ein, sie verkünden das nahe Ende der Götter. Nornen sind in der nordischen Mythologie drei schicksalbestimmende Frauen. Sie heißen Urd (das Gewordene), Verdandi (das Werdende) und Skuld (das Werdensollende). An diesen Mythos könnte man denken, wenn man an die das Schicksal Deutschlands wesentlich spinnenden Frauen Liz Mohn, Friede Springer und Angela Merkel denkt. Die Haupterbin Axel Springers und mächtigste Medienfrau Deutschlands, Friede Springer, als die Sachwalterin des „Gewordenen“, die Matriarchin des Bertelsmann Konzerns und ihrer Stiftung, Liz Mohn, als die Fadenspinnerin des „Werdensollenden“ und Angela Merkel als Verantwortliche für das „Werdende“.
Jedenfalls gehören diese drei Damen zu den einflussreichsten Machtträgerinnen in Deutschland – man könnte geradezu von einem Triumfeminat sprechen. Wolfgang Lieb

Sie sind eng miteinander befreundet. Man spricht sogar von regelmäßigen gemeinsamen Kaffeekränzchen im Kanzleramt.


http://www.nachdenkseiten.de/?p=8146

Aktuell sollen etwa 600.000 Flüchtlinge auf dem Balkan und Griechenland unterwegs sein. Es ist nicht vorstellbar, dass es bis zum Jahresende nicht zu unvorstellbaren Verwerfungen in Deutschland kommen wird.
Bethmann
29. September 2015 09:26
Schon ein wenig schade, dass auch Sie nun den Aluhut auspacken, Herr Lichtmesz. Dabei treten die politisch-kulturellen Degenerationserscheinungen der letzten Jahrzehnte gerade so deutlich zu Tage. Ich empfehle eher eine multikausale Erklärung. Denke z.B. nicht, dass irgendein Rothschild oder irgendeine Bilderberger-Konferenz vor fünfzig Jahren 'geplant' hat, dass die Deutsche keine Kinder mehr in die Welt setzen sollen...
H. M. Richter
29. September 2015 09:38
Als "Das packen wir" zu vernehmen war, dachte ich, da war doch mal was, damals als in Mitteldeutschland alles schon zusammenzubrechen schien, weil die Wirtschaft bereits restlos am Boden lag.

Und nun fiel es mir wieder ein, woher ich den Spruch, der offensichtlich in Untergangsszenarien ausgepackt wird, kannte:

http://web123380.rex15.flatbooster.info/z/DSC_9266.JPG
rautenklause
29. September 2015 10:12
Ein kurzer Nachtrag zum bereits geschlossenen Raspailfaden (kann dort vielleicht noch untergebracht werden- ohne dieses Vorgeplänkel):

In der heutigen Welt-online ist ein sehr interessanter Beitrag über Rüdiger Safranski, in dem ausdrücklich auf "Das Heerlager der Heiligen" hingewiesen wird:

"Ich habe gerade einen unglaublichen Roman zum Thema gelesen", sage ich, "vor 40 Jahren geschrieben, 'Das Heerlager der Heiligen' von Jean Raspail." Safranski schaut neugierig. "Fängt so an", fahre ich fort, "ein alter Literaturwissenschaftler, könntest du sein, hochgebildet, beobachtet von seiner Villa auf einer Anhöhe an der Küste aus, wie eine Flotte von einer Million Inder unten am Strand an der Côte d'Azur landet. Und ihn beschäftigt jetzt die monumental-lächerliche Frage, ob er sein Gartentor offen lassen oder zumachen soll." Wir lachen beide. "Wie heißt der?" Ich schreibe ihm Autor und Titel auf.

"Ist das unsere Situation?", frage ich. "Die Inder vom Ganges sind auswechselbar, sie träumen von satten Weiden und Flüssen mit Fischen, und sie kommen, und sie haben natürlich das Menschenrecht dazu." – "Selbstverständlich", sagt Safranski, "gemessen an unserem ökonomischen und vor allem demokratischen Lebensstandard wäre weit über die Hälfte der Weltbevölkerung bei uns asylberechtigt. Man wird also das Thema Asyl neu durchdenken müssen."


In seinem Buch schreibt Safranski vom "politischen Moralismus", von einer "Fernethik im Zeitalter des Fern-Sehens". Wir seien "mediale Schlachtenbummler", moralisch hoch motiviert, aber eigentlich ahnungslos. "Die Ent-Fernung der Entfernung haben wir bisher vor allem medial erlebt, diese penetrante Nähe von allem und jedem. Jetzt wird sie wirklich. Das globale Elend steht vor der Tür." Ich komme zurück auf das "Heerlager"-Buch von Raspail: "Die Pointe bei Raspail ist, dass die Gesellschaft einknickt, dass sie gar keine Widerstandskräfte mehr hat, so wie in Houellebecqs 'Unterwerfung' unter den Islam. Der hat Raspail übrigens als Inspiration genannt." Beide Bücher sind natürlich hoch umstritten.
ene
29. September 2015 10:33
Ist es eigentlich von irgendeinem Interesse und Belang, Frau Merkel "zu verstehen"? Über Motive und psychologische Aspekte nachzusinnen?
Das ist doch müßig.
Sehr gut verständlich und einzig relevant sind doch die Auswirkungen ihrer sog. Politik. Wie und wodurch kann die Kanzlerschaft Merkel beendet werden? Die Frage scheint mir dringlicher zu sein.
Bran
29. September 2015 11:05
@Bethman: Wenn es nach mir ginge, würde dieser saudumme "Aluhut"-Spruch unter Androhung von mindestens 50 Stockhieben auf die Fussohlen verboten.
Wer keine Augen hat, das zu sehen, was mittlerweile ja nicht mehr im Verborgenen getrieben wird und keine Ohren, zu hören, was uns ganz offen gesagt wurde und wird, dem ist nicht zu helfen.
Karolus
29. September 2015 11:45
@Claus Können Sie biete nähere Hinweise bezüglich der Quelle geben, die es mir ermöglichen, den youtube-Videoclip zu finden?
Gustav Grambauer
29. September 2015 12:07
Jakob Altenburg

"Moral und Hypermoral"?!

Also Frau Röhl sieht da nur die nackte, rohe, enthemmte (und ich füge hinzu: doch wieder unterdrückte) Wollust im elektrisierten Dunst von Männerschweiß und Testosteron am Werk:

http://www.rolandtichy.de/kolumnen/bettina-roehl-direkt/geschlechterkrise-merkels-demographischer-maennerbauch/

ene

"Ist es eigentlich von irgendeinem Interesse und Belang, Frau Merkel 'zu verstehen'?"

Frau Merkel steht da pars pro toto für die ganze tonangebende Furien-Generation im Wasserkopf, äh ..., ich meine: Wasserbauch dieser "Gesellschaft", zu der man einen Großteil der Männer, äh, ..., ich meine Eunuchen z. B. im "Bundestag" mit hinzuzählen muß.

Wenn wir über diese Ebene reden, dann wird es eine Mischung aus Pseudo-Mutter- und -Schwester-Projektion plus verkorster Libido sein, was die Sache aber erst brisant macht.

- G. G.
rautenklause
29. September 2015 12:25
Der vergessene Verweis zu Safranski im Nachgang:

http://www.welt.de/politik/deutschland/article146941915/Deutschland-fluten-Da-moechte-ich-gefragt-werden.html
U. Fink
29. September 2015 12:32
@ene
Richtig, es ist eigentlich müßig, über Motive und psychologische Aspekte nachzusinnen. Aber vielleicht kann man damit den "CDU-Mitläufern" die Augen öffnen ... (zumindest einigen davon).
"Arkanthus" und "Hühnerbaron" (siehe oben) bringen sehr gute Analysen, und "Simplicius" verweist auf die legendäre Neujahrsansprache: "... folgen Sie denen nicht" - dieser Satz gehört nicht in die Neujahrsansprache einer Kanzlerin. Sie hätte sagen können "Prüfen Sie die Dinge, bevor Sie sich für eine Sache entscheiden", mehr nicht. Das müsste auch ihren "Noch-Verehrern" einleuchten.
Der Gutmensch
29. September 2015 13:11
@Bran

Und sehen Sie auch Alternativen? Wenn ich die Informationen zusammensetze, erkenne ich ein faktisches Kriegsszenario, das um so schwerer erträglich ist, weil es gar keine offene Erklärung dazu gibt (die dann vielleicht die Kraft hätte, die Deutschen gegen einen Feind zu einigen). Faktisch braucht doch der Notstand gar nicht mehr ausgerufen werden; die ganze Exekutive (die Legislative desgleichen und die Judikative stellt, wann immer möglich, das Arbeiten ein) handelt ja danach. Nur dass Menschen kommen statt Bomben und statt deklarierte Sonderabgaben zu zahlen, wird das Geld auf dem Konto gleich weniger. Über "Zukunft" - ich meine unsere, nicht die der refugees - redet überhaupt niemand mehr! Nicht mal mehr von "Krise" ist die Rede (außer im Zusammenhang mit den refugees), weil die Menschen fragen könnten, wie sie zu überwinden ist. Alles andere sind nur zunehmend anstrengende Ablenkungen; mögen sie nun "Gender" heißen oder sonstwie. Die ungelösten Probleme türmen sich währenddessen immer höher und die Menschen verrohen zusehens, was sich im übrigen auch an der Kritik an der Kanzlerin zeigt. Mir war und ist Helmut Kohl ebenfalls fremd. Aber ich konnte ihn als Deutschen erkennen (nicht als Möchtegern-Amerikaner) und ich hätte bei aller Kritik nie auf seine Äußerlichkeiten oder auf seine von mir vermuteten geistigen Kapazitäten Bezug genommen. Er war das, was eben drin war, für uns!

Es ist, wie M. Pirmin sagt: Uns fehlen geistig-moralische Vorbilder. Aber sie im Kabinett zu suchen, das ebenfalls nur zeigen darf, was in bestimmten Zusammenhängen opportun ist, ist aussichtslos; da braucht man schon einen sehr scharfen, geduldigen Blick.
Hazmat Modine
29. September 2015 14:08
Der Bundeskanzlerin Machiavellismus vorzuwerfen wirkt im Kreise von Rechten, die ja traditionell mehr mit starken Führungskräften und weniger mit Quasselbuden wie dem Parlament sympathisieren, doch ein bisschen deplaciert.

M.L.: Dieser geistreiche Satz enthält mindestens drei gedankliche Kurzschlüsse.


Auch für die Übertragung nationalstaatlicher Souveränität an die EU gibt es nachvollziehbare Gründe, zumindest wenn die EU mehr sein soll als ein zahnloser Tiger. Man könnte sich auf den Gedanken der Subsidiarität berufen - freilich, um wirklich zu funktionieren, müssten auch Selbständigkeit und Eigenverantwortung auf den unteren Ebenen, Kommunen und Regionen, gestärkt werden. Aber irgendein Zentralorgan zur Einung des Abendlandes scheint mir schon sinnvoll - zu früheren Zeiten war es der Kaiser, heute der "Rat". Wenn die europäischen Nationen auseinanderdriften, sind lachende Dritte die Gewinner. Machtkonzentration ist nüchtern betrachtet ein vernünftiges politisches Instrument. Wussten schon die alten Römer, wenn sie in Krisenzeiten einen "Diktator" ernannten ...
Weder für ihren ausgeprägten Machtinstinkt noch für ihre EU-Politik lässt sich die Kanzlerin besonders gut von rechts angreifen. Konzentrieren wir uns also lieber auf ihr eines, grundlegendes politisches Laster: Dass sie, die zur Kanzlerin der Deutschen gewählt wurde, es vorzieht, die Beschützerin von Ausländern zu sein. Die Dramaturgie ihres Auftritts in Heidenau spricht für sich.
In jeder halbwegs normalen Phase der Geschichte wäre sie mit vollem Recht und Selbstverständlichkeit abgesetzt, gestürzt worden oder dergleichen. Aber bevor man von ihrem Sturz schwadroniert, müsste man erstmal wissen, was danach passieren soll und wie es passieren soll. Ein Austausch des Kanzlerdarstellers reicht für eine Wende in der Politik ja nicht aus.
Der_Jürgen
29. September 2015 14:23
Ein wie üblich höchst luzider Artikel von Lichtmesz (dass dieser offenbar George-Verehrer ist, freut mich besonders). Die am Ende aufgeworfene Frage, ob Merkel ihren Quatsch selber glaube oder nicht, habe auch ich mir wiederholt gestellt.

Gewiss, in einem Vasallenstaat wie der BRD, dessen Kanzler wenig mehr als Empfänger amerikanischer Befehle sind (wie die US-Besatzungsmacht in Westdeutschland eine ihr hörige Kaste in den Sattel gehoben hat, und mit welchen Mitteln diese Kaste perpetuiert wird, hat Stefan Scheil in "Transatlantische Wechselbeziehungen" hervorragend dokumentiert), mag es keinen grossen Unterschied machen, ob das Kanzleramt von Merkel oder von Gabriel oder von Ursula von Leyen bekleidet wird.

Dennoch fragt man sich, ob es Angela Merkel tatsächlich egal ist, dass sie immer mehr zum Hassobjekt ganz Europas wird und schon bald zum Hassobjekt (fast) ganz Deutschlands geworden sein wird. Ist es ihr wirklich gleichgültig, dass sie als Volksverräterin übelster Art in die Geschichtsbücher eingehen wird?

Der eine oder andere nationale Kommentator versucht, mit wenig Ueberzeugungskraft, zu beweisen, dass Merkel jüdischer Abstammung sei und ihre Zerstörungsarbeit deshalb in jüdischem Auftrag verrichte. Viel wahrscheinlicher scheint mir folgendes:

Merkel ist nicht nur vollkommen charakter- und gewissenlos, sondern tatsächlich strohdumm. Sie erfüllt die Funktion einer Marionette, die der Errichtung einer kaum noch verbrämten Diktatur in der BRD den Weg ebnen soll. Wenn im Laufe des nächsten oder übernächsten Jahres der Zusammenbruch eintritt, weil das System die Migrantenflut logistisch und finanziell nicht mehr bewältigen kann und auf den Strassen blutige Kämpfe toben, wird die Zeit reif sein für ein Notstandsregime, das ideologisch etwa auf der Linie von Geert Wilders liegen wird.

Die Notstandsregierung würde die Zahl der Eindringlinge drastisch begrenzen oder den Zustrom sogar für einige Zeit stoppen. Es wird einige Zehntausend besonders kriminelle "Kulturbereicherer" werbewirksam abschieben und sich dadurch die Unterstützung der grossen Bevölkerungsmehrheit sichern, denn an die "Chancen der Zuwanderung" werden bis dann nur noch die allergrössten Trottel glauben.

Aussenpolitisch setzt das Notstandsregime die Unterwerfung unter die USA fort. Es geht unter dem Schlagwort "Kampf dem Extremismus aller Schattierungen" mit aller Härte gegen die nationale Opposition vor (ob Leute wie Lichtmesz, Kubitschek und Elsässer dann noch schreiben können werden, ist mehr als fraglich).

Als Führer eines solchen Regimes könnte ein Windbeutel wie Horst Seehofer fungieren, der sich, nachdem er der antideutschen Furie Claudia Roth einen Verdienstorden verliehen hat, jetzt plötzlich populistisch gebärdet und von einer "Krisensituation" spricht.

Dies wäre das schlimmstmögliche Szenarium, aber es ist leider realistisch.

Die einzige andere Möglichkeit ist wohl, dass das Regime vom Ausmass der Invasion überrascht wurde. Es wollte vielleicht 200.000 "Bereicherer" pro Jahr, um den Coudenhove-Kalergi-Plan ohne grösseren Widerstand der Bevölkerung verwirklichen können, aber 800.000 bis eine Million oder mehr jährlich kann es nicht verkraften. Die sich aufdrängenden Massnahmen, vor allem die Ausserkraftsetzung des Asylrechts, kann das System nicht ergreifen. Es hat ja jahrelang Tag und Nacht erzählt, dass nur ganz, ganz böhse Natzies solche Forderungen stellen, und ist nun hilflos im Gestrüpp seiner eigenen Lügen gefangen.

Hoffen wir, dass diese zweite Erklärung, die dem nationalen Widerstand sehr viel grössere Chancen bietet, die richtige ist.
jacky
29. September 2015 14:37
@ Bethmann

Denke z.B. nicht, dass irgendein Rothschild oder irgendeine Bilderberger-Konferenz vor fünfzig Jahren ‚geplant‘ hat, dass die Deutsche keine Kinder mehr in die Welt setzen sollen…


Ziemlich abwegig.
Aber, sie haben veranlasst, dass das trojanische Pferd bestückt wurde mit den Umerziehern zur „freien Liebe“, zum Feminismus -“mein Bauch gehört mir“, zur Regenbogenfraktion, zur Pornographie, zur Perversion, zur Destruktivität, zur Vaterlandslosigkeit, zum ewigen Schuldkomplex, zum Selbsthass usw. usw,. Das reichte aus.
Bran
29. September 2015 14:53
Gutmensch: Ich sehe schon Alternativen, habe aber nicht die Zeit dazu, diese hier gross auszubreiten. Ich würde aber sagen, dass die Gedanken, die sich Herr Schmidt auf Ernstfall.org bislang gemacht hat und auch was ein Herr (ex)Meyer jeweils zu diesem Thema zu sagen hat, ist diesbezüglich interessant.
Meine Replik auf Bethman war auch eher eine genervte, weil ich dieses Aluhut-Geschwätz nicht mehr hören oder lesen mag. Wer nicht mehr an eine Verschwörung gegen Deutschland und die westeuropäischen Völker allgemein glaubt, der soll halt weiterhin meinen, dass die AfD uns retten wird und dass unsere Politiker alles naive, über Blumenwiesen tollende Tollpatsche sind, denen ab und zu kleinere und grössere (*kicher*) Missgeschicke passieren. Mittlerweile bin ich aber einfach der Ansicht, dass diese Sicht auf die Realität schon ins pathologische tendiert.
Exmeyer
29. September 2015 14:56
Es ist natürlich mehr als nur nützlich, sondern zwingend erforderlich, den täglich abgesonderten Unsinn aus der BRD-Elitenwelt aufzuspießen. Aber letztendlich ist es die Betrachtung Innenwelt. Die Nachkriegs-BRD steht jedoch nicht historisch gewachsen da, sondern hat eine besondere Geschichte; noch steht sie zusammenhanglos und isoliert in der Welt. Noch viel weniger sind die Ursachen aller Bewegungen unergründlich.

Gehen die Veränderungen von einer Supermacht aus und ist diese Supermacht möglicherweise selbst ein Spielball von Kräften, dann stehen wir letztendlich einer Koalition gegenüber, die jener der Westalliierten der letzten Kriege entspricht: West-Oligarchen und deren (Ex-)Weltreiche. Äußerst machtvoll und einflusßreich. Vieles in der Welt geschieht, weil sie es anstoßen. Vieles aber nicht alles. Und nicht alles was sie anstoßen, gelingt ihnen auch.
Eine Chance, die in den letzten Weltkriegen nicht bestand: Rußland SCHEINT diesmal nicht zur Koalition zu gehören und China ist nicht ein so leichter Gegner wie Japan (das ja schon vor Kriegsausbruch lethal gewürgt wurde).

Es gibt mehr als einen Hinweis darauf, daß die derzeitige Bundesregierung eine engere Verbindung zu den beiden Ostmächten gesucht hatte und angesichts der Ukraine an den tausend Spinnenweben wieder zurück gezogen wurde. Zu diesen tausend Spinnenweben empfehle ich einen Blick auf:

https://fatalistnsuleaks.wordpress.com/2015/09/29/der-bnd-steuert-die-medien-teil-4-v-reporter-in-stern-und-quick-im-sold-des-bnd/

https://fatalistnsuleaks.wordpress.com/2015/09/28/der-bnd-steuert-die-medien-teil-3-die-bild-wurde-von-der-cia-gegruendet/

https://fatalistnsuleaks.wordpress.com/2015/09/26/der-bnd-steuert-die-medien-teil-2-ulfkotte-und-der-bnd/

https://fatalistnsuleaks.wordpress.com/2015/09/25/der-bnd-steuert-die-medien-die-grosse-propaganda-der-veroeffentlichten-meinung-teil-1/

An Minister Gabriels Vorstoß, die Wirtschaftssanktionen gegen Rußland beenden und in Syrien mit Assad reden zu wollen und den Reaktionen darauf, kann man eigentlich sehr leicht sehen, wie gespalten die BRD-Elite ist, wie verschieden die Ansätze (und wahrscheinlich Kräfte dahinter) sind.
An der Forderung den Mindestlohn wegen der "Flüchtlingsintegration" auf dem Arbeitsmarkt zu kippen, ggf. NUR für Flüchtlinge, kann man ebenfalls erkennen, wer hinter den Vorhängen FÜR die Masseneinwanderung und mit welchem Zwecke kämpft.

Entschieden ist nichts. Gar nichts. "Flüchtlingshelfer.in" und "wir schaffen das" ist blutleer. Die Gegenkräfte kommen ins Spiel. Nur: Sollte das ganze Theater abgekartet sein (was der Wahrscheinlichkeit entspricht) so ist auch das aufkommen der Gegenbewegungen von den Kräften mit einkalkuliert.

Und das sind wir. Trotz aller Abneigung gegenüber der BRD, ihren Eliten in Politik, Medien und Wirtschaft, werde ich mich nicht GEGEN die BRD vereinnahmen lassen. Denn das ist, das, was die Verursacher dieser Situation wollen. AUFLÖSUNG!
Ich werde mich aber auch nicht in die Pflicht DIESER BRD nehmen lassen, die ihre vitalen Interessen nicht zu schützen vermag und bisweilen sogar der ärgste Feind ihres eigenen Volkes geworden ist, weil niemand so konsequent dessen Untergang befördert.

Sollten die Kräfte, die das Chaos befördern damit auch hier erfolgreich werden, so ist es erforderlich, nicht nur eine überlegene Strategie gegen die ideologische Begründung für das Chaos (oder dessen Unvermeidlichkeit) zu besitzen, sondern auch eine Strategie GEGEN das Chaos selbst, eine Strategie IM Chaos und eine Strategie AUS dem Chaos zu entwickeln. Da kommt man mit Gramscis Intellektueller Hegemonie - die doch auch nur die naive Ideenlieferung für fremde Interessen ist - nicht viel weiter. Siehe: Ex-Yugoslawien, Ex-Libyen, Ex-Syrien, Ex-Irak, Ex-Afghanistan, Ex-Pakistan, Ex-Ukraine, ... . Oder nur Ägypten, Algerien, Libanon, Tunesien, ... ?

Das kann uns nicht passieren?

Ich möchte an die Weimarer Republik erinnern. Und ob uns das passieren kann! Und alle Trends zeigen in diese Richtung. Nicht, daß wir durch Martin van Creveld nicht schon seit Jahren gewarnt gewesen wären!
GFC
29. September 2015 16:28
Ich komme leider spät zur Partie, aber zu dieser Frage von Sakksa: "Was sollte also nun nach alldem, was hier richtig festgestellt wurde ein – sagen wir – einfacher Leutnant in Merkels Staat in diesem Fall tun ? Frage an die Runde."

Kleine Schritte und bescheidene Worte dürfen wohl viel erreichen, dabei kann jeder seinen Beitrag leisten. Ich meine: offene Zweifel an die Autoritäten äussern, die Staatspolitik in Frage stellen (umso effektiver wenn in Uniform dieses Staates) und wenn in Zwielichtiges verwickelt - etwa man würde Befohlen, etwas durchzuführen, was zum Schade des Landes und Volkes führen würde, die Aktion sabotieren, was man durch aktiven Widerstand machen könnte oder sogar noch durch inkompetente und nachlässige Ausführung. Hauptsache ist: man macht stets kleine Schritte und tut das richtige. Jeden Schritt, den man sich traut, führt zu weiteren Schritten, evtl. noch tapferen Schritten. Und wenn viele so machen, derart kleine Schritten wagen, wäre der Effekt doch riesig. Es ist kein moralisches Verbrechen, ein Verbrecherstaat zu sabotieren.
Der Gutmensch
29. September 2015 17:27
Steht der gemeinere Feind nun innen - oder außen? Entscheidet Euch mal, Freunde!

Ein Verfassungsorgan, seinerseits promoviert bei einem der weltbesten Chemiker, als "dumm" oder "verhuscht" zu schelten, ist kein Niveau und ich hätte es nicht veröffentlicht. Jemand, der sich zu so solchen Niedrigkeiten herablässt, wird es auch allenfalls in einem "Verbrecherstaat" irgendwohin bringen; etwas mehr Disziplin und Anstand dürfen schon sein.

Davon abgesehen: Ich sehe, dass sich Deutschland sehr müht, weltpolitisch neutral zu bleiben (oder eine deutsche Sonderrolle zu spielen, was dasselbe ist). Weder ist es auf den Islam losgegangen, so wie die USA! Noch grollt es den Moslems als solchen, so wie Putin! Was nicht notwendig heißt, dass dem Kabinett eine von beiden Varianten etwa sympathisch wäre. Wir handeln so neutral, weil es hier nunmal kein Öl gibt und wir uns ansonsten also wieder einseitig in Abhängigkeit begeben würden.

Diese Strategie wäre für ganz Europa auch eine gute Idee; aber das sehen andere anders; selbst wenn sie auf Land sitzen, das ihnen gar nicht gehört. Ich wüsste im übrigen auch nicht, wie man Dt sonst positionieren sollte: Selbstverständlich wird aus mir kein Ami mehr werden; ich bin von Herzen dankbar für jeden Zentimeter Abstand. Für einen Russen habe ich mich aber auch noch nie gehalten; und das ebenfalls mit mehr Grund als meine westelbischen Landsleute.

Nichtsdestotrotz kann uns - und ganz Europa - diese Situation aufgrund der hereinströmenden refugees, die den hohen Preis für diese Neutralität darstellen und faktisch als Katalysatoren für die ohnehin bestehenden inneren Spannungen fungieren, jederzeit wieder auseinanderreißen. Die innere Sicherheit ist flöten gegangen, Rechtssicherheit besteht auch nicht mehr und die Gewaltenteilung ... aber, wie gesagt: Das sind die Kollateralschäden und bestimmt nicht das Ziel des Ganzen.


Der Gutmensch.
Exmeyer
29. September 2015 17:48
@ Sakksa / @ GFC

Sind Sie Staatsdiener? Dienen Sie. Gehorsam. Korrekt. Aber folgen Sie keiner gegen die BRD oder dem Deutschen Volk oder dem geltendem Recht gerichtete Weisung. Bei einem militärischen Befehl ist es komplexer - das dürften Sie dann aber wissen. Auch da wird es keine argen Konsequenzen haben, einem lediglich rechtswidrigen Befehl den Gehorsam zu verweigern. Das ist in vielen bekannten Fällen aufgezeigt worden.

Als Staatsbürger haben Sie eine Meinung. Im privaten Umfeld vertreten Sie diese. Im dienstlichen Umfeld verbitten Sie sich (idiotische) Kommentare.

Als Mensch werden Sie selbständig. Niemand ist unselbständiger, als ein Richter/Beamter/Berufssoldat. Vertrauen Sie nicht auf den Staat. Ihre Pensionen sind genauso vage Versprechungen, wie alle Schuldscheine. Denn mehr sind ihre Pensionsansprüche nicht. Wer verstanden hat, daß man selbst für alle Belange des Lebens selbst verantwortlich ist, ganz alleine, der wird diese Grundhaltung von ökonomischen Fragen auf Fragen und Probleme aller Bereiche ausdehnen. Besonders im Fokus der Überlegungen stehen die existenziellen Fragen.

- Woher kommt mein tägliches Essen? Edeka.
- Mein sauberes Wasser? Aus der PET-Flasche von Vittel oder dem Wasserhahn. Immer und ewig.
- Woher meine Gesundheit? vom Auswendiglerner-Arzt, der nicht weiß, was ein Mitochondrium mit Krebs zu tun haben könnte und erst eingreift bevor es zu spät ist. Für Gesunde gibt's nichts von der Kasse.
- Woher meine Fitness? Einmal in der Woche joggen bei gefühlten 2 Km/h Spitzengeschwindigkeit.
- Woher meine Sicherheit? Polizei.
- Woher meine Altersversorgung? Pension oder Rente plus Lebensversicherung.

Übersteht das alles auch nur die kleinste Krise?

Sollten Sie feststellen, daß alle diese Fragen, selbst ohne Krise, fast gar keine Antwort haben, zumindest nur sehr ungewisse? Dann fangen Sie an, selbstständig zu werden. Sie werden diese für sich selbst beantworten müssen. Haben Sie Antworten und setzen diese auch noch in die Realität um, dann handeln Sie selbst- und eigenverantwortlich. Und dann können Sie anfangen anderen den Weg zu weisen. Wer selbst weiß, wo es langgeht, weiß es für viele andere auch.

Das "unsere" Politik keine Politik für Sie macht, ist Ihnen nun klar geworden, sonst wären Sie nicht hier gelandet. Was aber ist "Ihre" Politik? - Es ist der Versuch, Ihre Lebensgrundlagen zu erhalten, in möglichst wenig existenziellen Abhängigkeiten zu stehen. Abhängigkeit ist das Gegenteil von Selbständigkeit. Also werden Sie selbständig. Fangen Sie an, Abhängigkeiten zu verringern. Im Inneren fängt es an.
Und das heißt? - Nicht: "Was soll ich machen?" Sondern: "Ich tue das folgende: 1 ..., 2. ..., 3. ... usw."

Wer sich nicht selbst befielt, bleibt ewig Sklave!

Ansonsten: Meldung bei mir! Morgen, 0800 B, Befehlsausgabe.

An dieser Stelle könnte eine kleine Philosophie angebracht sein, in wie weit das gängige Befehlsschema und das LvE/LvU-Schema angepaßt werden müßte, damit es zum SELBSTÄNDIGEN Handeln befähigt. Könnte. Andermal. Vielleicht.
Ein Fremder aus Elea
29. September 2015 18:00
Andreas Walter,

Ezra Pound versteht Merkel willentlich falsch. Die Frage war: "Was tun Sie zum Schutz dieses Landes? Ich habe Angst."

Und Merkels Antwort war: "Reißen Sie sich zusammen! Wir haben den Dreißigjährigen Krieg überlebt, wir werden auch die Anschläge von diesen Asozialen überleben."

Die Frage, die man eigentlich stellen sollte, ist: "Was ist das für eine Demokratie, in welcher die Regierung dem Bürger sagt: "Trink das! Auch das wird dich wieder nicht umbringen. Maximal verlierst du drei Zehen am rechten Fuß" ?"

Grambauer,

Steiners Sprache ist unglücklich, kein Mensch ist ein Ich, das Ich ist stets nur ein Konstrukt aus Wahrnehmung, Taten und Motivation, wobei die letzteren beiden wiederum spezielle Wahrnehmungen sind, und jeder Mensch, auch jedes Kind, kann dieses Konstrukt bilden.

Steiner geht es wahrscheinlich darum, dass einige weniger von ihrem Charakter als von ihren Umständen geformt werden, was seine Ursache entweder in einem ausgeprägt sozialem Wesen hat oder in einer Unterordnungsstrategie. Erstere gleichen in Tugend und Laster der Gruppe, welcher sie angehören, letztere gedeihen unter einer Autorität und verderben in einem Klima des "Alles ist erlaubt."
Kaliyuga
29. September 2015 19:26
Werter Herr Lichtmesz,

Ihre Beiträge nun lese ich doch immer bis zu Ende.

In Anlehnung an Jakob Altenburg, der oben Arnold Gehlen und den „femininen Einschlag“ zitiert:

Die nun so unangemessen am Schreibtisch Adenauers sitzt, beschäftigt auch mich, in ihrer bestürzend-verheerenden Erscheinung schon im Morgengrauen, beim ersten, leisen Heraufdämmern von Bewußtsein.

Übrigens beichte solches ja keiner (s)einer neben ihm liegenden Frau, ansehnlich wie sie sein mag (ja, gerade dann, gerade dann nicht!), auch nicht auf Nachfrage. Tatsächlich liegt sie aber auch ganz richtig, auf ihre (etwaigen) Rechte statt auf deren bloß scheinbare zu verweisen.

Ist nicht das Weib in dem ihm eingeborenen Narzissmus, im Privaten und im Straßenverkehr kann dieser ja, bei niedriger Geschwindigkeit, noch liebenswürdig (wiewohl gefährlich) sein und schmunzeln machen, wesentlich unpolitisch und folglich auch für betreffende Ämter eher wenig geeignet (ja, daß‘ aba nicht sein kunnt‘), ja von tendenziell schädlicher Wirkung?

Der gewaltige Stagirit könnte diesem Gedanken dann doch mehr abgewinnen als sein mancherdings kommunistenaffiner, über den idealen „Staat“ nachdenkender Lehrer, von dem sich freilich erhebliche Teile abendländischen Denkens herschreiben.
Carla Junke
29. September 2015 19:38
Ich würde Merkel nicht dumm nennen. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie ganz genau weiss was sie tut und im Club sitzt mit vielen Mächtigen der Weltbühne (USA, etc.) und die ganze Sache kaltblütig orchestriert...Diese Frau ist nicht dumm, diese Frau will nur nicht Deutschland führen sondern am liebsten in den Club von One World beitreten.
Stil-Blüte
29. September 2015 20:29
Seien Sie bedankt, lieber Herr Lichtmesz, daß Sie immer häufiger, intensiver, länger die 'niederen Regionen' der Tagespolitik durchschweifen.

Angela Merkel: Sollte es stimmen, das Angela Merkel das Portrait Katharina die Große in ihrem Büro zu hängen gat, wäre zu fragen, was das für ihre Vorbilder, ihre Rolle als staatstragende Person, für uns, als Volk zu bedeuten hat. Katharine die Gropße = Angela Merkel, deutschen Geblüts, gibt sie sich ganz und gar ihrer Aufgabe als Kanzlerin/Zarin in einem ihr völlig fremden Land/Europa (die Welt)? hin. Analogie? Merkel = Zarin, Europa = Rußland?
Demo Goge
29. September 2015 21:05
Der_Jürgen
BRD, dessen Kanzler wenig mehr als Empfänger amerikanischer Befehle sind...


Ganz so einfach ist es wohl doch nicht wie die BILD zu berichten weiß:

http://www.bild.de/politik/ausland/angela-merkel/verschwoerung-gegen-merkel-und-schaeuble-42739520.bild.html

Aussenpolitisch setzt das Notstandsregime die Unterwerfung unter die USA fort.


Ob eine wahrscheinlich kommende Diktatur diesen Zweck hat ist daher noch die Frage!

Es heißt immer, Deutschland sei in Europa zu klein, um zu herrschen, und zu groß, um beherrscht zu werden.
Vielleicht erleben wir nun gerade einen erneuten Versuch das zu ändern; diesmal nicht durch territoriale Expansion sondern durch Intensivierung, humane InVasion, psychophysische Verdichtung - Kleinstdeutschland als eine einzige Megalopolis - in 50 Jahren bevölkerungsreicher als die USA?! - holt das REICH - nach dem Ablegen des nationalstaatlichen Korsetts - gerade Luft ?!
Der Gutmensch
29. September 2015 21:52
" (...) Übrigens beichte solches ja keiner (s)einer neben ihm liegenden Frau, ansehnlich wie sie sein mag (ja, gerade dann, gerade dann nicht!), auch nicht auf Nachfrage. Tatsächlich liegt sie aber auch ganz richtig, auf ihre (etwaigen) Rechte statt auf deren bloß scheinbare zu verweisen.

Ist nicht das Weib in dem ihm eingeborenen Narzissmus, im Privaten und im Straßenverkehr kann dieser ja, bei niedriger Geschwindigkeit, noch liebenswürdig (wiewohl gefährlich) sein und schmunzeln machen, wesentlich unpolitisch und folglich auch für betreffende Ämter eher wenig geeignet (ja, daß‘ aba nicht sein kunnt‘), ja von tendenziell schädlicher Wirkung?"

Oh, da zitiere ich mal den Finanzminister, wie er den Steinbrück abgewatscht hat: "Also, als Protestant muss ich Ihnen sagen - Sie tun mir leid!!".

Ich bin nicht ganz so beherrscht (bin ja kein Finanzminister!) und mir tut´s kein bißchen leid, dass ich Ihnen sagen muss: Ihrer Einlassung nach zu urteilen, sind Sie bislang noch nicht im Bett einer Frau, sondern bestenfalls Gänseverschlag gelandet.

Der Gutmensch.
Kaliyuga
29. September 2015 23:04
Fast ist es mir, als meinten Sie, Frau Gutmensch, Ihre Wörter tatsächlich auch noch ernst. Meine Ausführung hat Ihr Blut nun anscheinend doch recht in hysterisches Wallen versetzt. Es ist ja nicht das erste Mal, daß Sie hier redend um sich werfen, wenn Ihnen das, was andere schreiben, gerade durchaus nicht behagen will.

Um's auf den Punkt zu bringen: Im Süden liebt man, Gott sei Dank, anders, da sind manche "Gänse" tatsächlich noch richtige Frauen.
thotho
29. September 2015 23:21
guter beitrag, wie so oft von herren lichtmesz
Christian
30. September 2015 00:13
Massenadoption - Fortpflanzungsersatzhandlung der kinderlosen Kanzlerin?
Der Gutmensch
30. September 2015 09:04
Nun, lieber Kalygula,

Ihre angesichts der heutigen politischen Herkulesaufgabe, um jeden Preis zuerst Deutschlands Balance zwischen Putins und Obamas Begehrlichkeiten zu wahren, etwas unreflektierte Lobpreisung Adenauers - Deutschlands Spalter von Amerikas Gnaden - spricht ja tatsächlich bereits für sich. Insofern hätte ich mich als Preuße über Ihre Beschreibung der „richtigen Frau“ als wahrer Gans tatsächlich nicht mehr wundern dürfen, sondern Ihnen Ihr Pläsierchen im stillen gönnen. Mea culpa.

Der Gutmensch.
Eisenhans
30. September 2015 09:42
@ Der Gutmensch 29.9.17:27

Ich rätsele noch, ob der zweite Absatz Ihres Beitrages eine mißlungene
Satire darstellen soll. Wäre das nicht der Fall, muß ich leider annehmen,
das der von Ihnen wohl gemeinte Thorsten Hinz- seit langem einer der
besten Analytiker - seine den Nagel auf den Kopf treffende Einschätzung
der " großen Physikerin " , genauso auf die Verfasser einer mißlungenen
Satire anwenden könnte. Jemand der Hinz Niedrigkeiten unterstellt, die allenfalls in einem Verbrecherstaat zielführend wären, disqualifiziert sich
selbst. Es ist einfach nur lächerlich, im Zusammenhang mit Merkel
und anderen Politversagern mehr Anstand und Disziplin einzufordern.
Leuten die mit der Axt drohen, sollte man nicht mit dem Florett bekämpfen.
Rücksicht ist hier völlig fehl am Platze !
Der Gutmensch
30. September 2015 10:48
Mein guter Eisenhans,

gewiss haben sich auch in der AdW, wie an allen wissenschaftlichen Instituten der Welt, jede Menge tumber Gestalten rumgetrieben - aber derjenige, der die heutige Kanzlerin unter seine beruflichen Fittiche genommen hat, gehört nun anerkannter Maßen nicht zu den Dümmsten seiner Zunft. Und wenn ich mir vorstelle, ich sei ein solcher Alpha-Mann und wollte mich von besagter Dame irgendwie reizen lassen (an der AdW arbeiteten übrigens ausreichend Damen), so würde ich deren Vorzüge wohl eher im Hinblick eine gewisse intellektuelle Beweglichkeit suchen? Aber ich bin weder Alpha noch bin ich Mann; also war´s vielleicht wirklich bloß der selbstgebackene Streuselkuchen!

Im übrigen analysiert der gute Thorsten Hinz ganz sicher besser, als seinen Lesern bewusst sein dürfte. Wenn sich blanker Schmäh ("Mehr als grammatikalischen Nonsens, gefühliges Geschwurbel und den narzißtischen Willen zur Macht hat Angela Merkel nicht zu bieten.") zu Geld machen lässt - wer sollte sich da noch mit anstrengenden sachlichen Ausführungen plagen, die im Verbrecherstaat ohnehin keine Sau interessieren?

Der Gutmensch.
Exmeyer
30. September 2015 13:20
Bei Adenauer, Strauß, Springer, Nannen und Augstein und allen Nachkriegseliten, die ja nur durch die Alliierten ihre Positionen und ihren Einfluß erlangen konnten, gilt bis zum Beweis des Gegenteils die Vermutung, daß sie Kollaborateure waren.

Dieser Gegenbeweis dürfte bei den genannten nicht mehr erbringbar sein, weil es bereits bewiesen ist.
Kim Laurenz
30. September 2015 14:16
Ich bin mir nicht sicher, ob sie so enigmatisch ist. Frau Merkel ließ sich in Bezug auf Kernreaktoren vor der Energiewende zu Äußerungen hinreißen, die so erkennbar falsch sind, dass sie sie unmöglich selber glauben konnte, zieht man Ihre Ausbildung in Betracht. Zumindest an dieser Stelle scheint mir schlicht die Lüge aufzublitzen. Ein, zwei mehr solcher Indizien könnten eine brauchbare Hypothese liefern.
Ich denke sie lügt.
Der Gutmensch
30. September 2015 14:28
@U. Fink

Die Kanzlerin hat in Bezug auf Pegida vor allem an anderer Stelle ihr Heil in Sprachmustern gesucht, auf die man im Osten anspringt; mich hat das auch enorm irritiert. Für sich betrachtet, sind ihre Einlassungen zu dem Thema natürlich nicht gerechtfertigt.

Anderseits sind die vorläufigen Ergebnisse von Pegida die folgenden:

- die CDU hat das Bürgermeisteramt in Dresden abgegeben
- die Beziehungen zu den arabischen Großarbeitgebern in Dresden sind
angespannt
- der Osten wurde kübelweise mit Spott und Häme überschüttet
und die innere Spaltung Deutschlands schamlos vorangetrieben

Das ist alles nicht die Schuld von Pegida; unter keinem Aspekt. Im Gegenteil; es ist den Menschen und den Sicherheitskräften gar nicht hoch genug anzurechnen, dass das friedlich geblieben ist und sich unter Tausenden niemand hat provozieren und hinreißen lassen; eigentlich hat ganz Deutschland allen Anlass, enorm stolz darauf zu sein! Außerdem wurde so den Menschen gezeigt, dass noch nicht aller Gestaltungswille erlahmt ist, was man nicht unterschätzen darf.

Alles in allem aber ein enormes Risiko in einer prekären Situation und pikant noch dazu; da hat der Osten also für etwas demonstriert (tut es noch), das am härtesten den Westen treffen wird und wurde dafür von dort beschimpft.

Der Gutmensch.
Michael Kanther
30. September 2015 15:03
@ene: "Wie und wodurch kann die Kanzlerschaft Merkels beendet werden?"

@Hazmat Modine: "Ein Austausch des Kanzlerdarstellers reicht für eine Wende in der Politik nicht aus." (Sehr richtig)

Wir sind in einem System gefangen, das diesseits eines Staatsstreichs - und wer wollte den ausführen? - keinen Ausweg aus der Misere zuläßt. Die CDU als Merkelwahlverein ist spätestens seit den Ereignissen der letzten Wochen für einen Patrioten unwählbar geworden. Also 2016 und 2017 was wählen? Die attraktivste, leider aber bis jetzt auch noch etwas schlafmützige Partei ist die AfD. Hoffen wir, dass sie bald aus allen Rohren feuert, und machen wir sie stark. Doch wird es etwas nützen? Eine Alleinregierung der AfD in Berlin wird kaum möglich sein. Die CDU wird 2017 Verluste hinnehmen müssen, doch sie wird sich kategorisch weigern, mit der AfD zu koalieren, selbst wenn sie wieder den Kanzler stellen könnte - egal, ob noch Merkel an der Spitze stünde oder nicht. Da die FDP wohl kaum wieder hochkommen wird (warum sollte ein Patriot sie wählen?), blieben der CDU zwei Möglichkeiten: die Fotsetzung von Schwarz-Rot (vielleicht auch Rot-Schwarz) oder ein Bündnis mit den Grünen. Doch ebensogut könnte sich eine Mehrheit für Rot-Grün oder Rot-Rot-Grün ergeben; der Kanzler hieße Gabriel oder Özdemir und würde die Merkel-Politik fortsetzen. Sieht jemand andere Perspektiven? Das Land ist auf dem Weg in den Bürgerkrieg, aber die Macht der politischen Klasse scheint mir unerschütterlich zu sein. Belehrt mich gern eines besseren.
Eisenhans
30. September 2015 15:25
@ Der Gutmensch

Gnä` Frau mögen bedenken, dass es mir u.U. am Gesäß vorbeigeht,
sollte der Doktorvater von Merkel eine Koryphäe gewesen sein.
Über Merkel sagt das erstmal gar nichts aus. Im übrigen hatten wir
schon einmal einen sozialdemokratischen Sattlergesellen als
Reichspräsidenten, der war der Schlechteste nicht, vor allem nach
heutigen Maßstäben und im Vergleich zu Merkel. Von den Angehörigen
der übrigen Linksmischpoke erst gar nicht zu reden. Hinsichtlich des
Nutzens für das eigene Land dürfte es auch unerheblich sein, ob
jemand als Regierungschef in Physik promoviert hat, oder nicht.
Im Falle Merkel sehe ich da nicht mal Ansatzweise einen Zusammenhang.
Peter Voit
30. September 2015 16:07
Wenn Merkel ein "ungreifbares Enigma" ist wie vermutlich nicht nur für Herrn Lichtmesz, könnte man es doch einmal mit anderen von deren Kaste versuchen. Etwa mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck. Vielleicht ist der eher greifbar.

"Gauck besorgt über Flüchtlingswelle", so lese ich in der Zeitung. Ist das nicht auch ein Rätsel? Jedenfalls ließ Gauck noch im vorigen Jahr, am 22. Mai 2014 in seiner Rede bei der Einbürgerungsfeier anläßlich 65 Jahre Grundgesetz im Schloß Bellevue hören:

"Ganz gleich, woher die Einwanderer stammen und wie sie kamen - im Boot über das Mittelmeer oder in der Business Class im Flugzeug (...) Sie alle sind nun in Deutschland zu Hause. Das erfüllt mich mit Dank und mit Freude".

Hat das Gemüt des Bundespräsidenten inzwischen etwas abbekommen? Meine Antwort auf diese Frage: Nein. Gauck macht, meine ich, nur das, was bereits der Gastwirt Ferdinand Schmuh (!) aus dem "Blechtrommel"-Roman von Günter Grass machte: Sperlinge abschießen. Da heißt es:

"Schmuh war ein guter Schütze, womöglich auch ein guter Mensch; denn wenn Schmuh Sperlinge schoß, verwahrte er zwar in seiner linken Jackentasche die Kleinkalibermunition, seine rechte Jackentasche jedoch war prall von Vogelfutter, das er nicht etwa vor dem Schießen, sondern nach dem Schießen - niemals schoß Schmuh mehr als zwölf Sperlinge an einem Nachmittag - mit großzügigen Handbewegungen unter die Spatzen austeilte."

Mit "großzügigen Handbewegungen"(!). Denn, um es mit Herrn Gauck zu sagen: "Unser Herz ist weit. Doch unsere Möglichkeiten sind begrenzt".

Ein Leser, von Gauck höchst angetan, schreibt dazu:

"Selbst unser konzilianter Bundespräsident sieht neben der schwindenden Aufnahmekapazität von Flüchtlingen eine mögliche Gefährdung durch aggressive Fundamentalisten."

"Abschießen", wie Gastwirt Schmuh seine Sperlinge? So freilich nicht. Doch warnen muß man als Bundespräsident schon, wenn der Ruf nicht gänzlich im Eimer sein soll. Das andere, die ungehinderte Einreise Tausender und Abertausender wird das Volk, der "große Lümmel", umso williger schlucken. Und jener Leser staatsfromm:

"Lassen sich solch integrationsresistente Individuen, die alle integren Ankömmlinge in Mißkredit bringen, je nutzenbringend eingliedern?"

Mein Gott! Integer - ´von hohem, moralischem Rang; von lauterem, untadeligem Charakter´ (Duden) - wären diese "Ankömmlinge"? Integer wären sie, wenn sie gar nicht erst kämen, sondern sich mit dem begnügten, was sie haben, "ob wenig oder viel", wie es im biblischen Buch Jesus Sirach heißt, und sich "nicht in der Fremde bewirten" (Sir 29,23) ließen.
Der Gutmensch
30. September 2015 17:11
Ach, lieber Eisenhans ...

die Kanzlerin ist das eine, und tiefen-küchen-psychologisch könnte ich auch unschwer mit herablassenden Erklärungen aufwarten, weshalb sie von den deutschen Männern derzeit so befeindet wird. Ich darf Ihnen sogar versichern, dass mich der Kollateralschaden am deutschen Männergemüt privat einigermaßen verdrießt, weil ich nämlich auf Männer im allgemeinen und auf ein deutsches Exemplar im speziellen stehe und sein Unfrohsein auf mich abfärbt; ich bin ja selber kein Sonnenscheinchen.

Das andere ist der Reichs- nunmehr Bundespräsident. Der trägt kaum Verantwortung und kann sich starke Gesten eher leisten. Diesbezüglich könnte Herr Gauck seinen geschätzten Fokus für meinen Geschmack mal ein bißchen weniger auf Pressefotos verschwenden, die ihn zeigen, wie er auf artige Kopftuchmädchen herabblickt. Sondern auf lieber auf solche, die ihn zeigen, wie er einer Gruppe männlicher, kräftiger refugees zeigt, wo es hier genau langgeht. Aber wenn ihm das nicht mal seine Lebensgefährtin klarmacht (er selber ahnt offenbar nichts davon - MÄNNER!), dann wird das wohl nix.

Der Gutmensch.
Harald de Azania
30. September 2015 20:27
ach ja noch @ Merkl: "Tullia destructiva". (siehe Asterix , das Geschenk Caesars).

In Ihrer giftgruenen Intriganz alles laehmend.

Dazu wahnhafte Vorstellungen Mixture waere zu analysieren.

Gezielte Zerstoerungsabsicht. Antrieb; Bolschwistischer bodensatz in der Weltanschauung und oktroyierter Selbsthass als Deutsche.

Lebt von kultivierter christlich-abendlaendischer Schlag-, Beiss- und Toetungshemmung gegenuber Frauen.

Was tun ??? Jubeln natuerlich, jubeln, jubeln, jubeln.

HdeA
Kaliyuga
30. September 2015 21:41
Dem amtierenden Kanzler Deutschlands sollten einmal, aus der Hüfte heraus, als Lackmustest, zwei, drei mathematische Fragen mit physikalischem Anklang gestellt werden, Schwingungslehre bietet sich an, da kann man’s auch "harmonisch" zugehen lassen. Nichts, was man lernen müßte, sondern was man bei Ausbildung in der Physik, einmal verstanden folglich dann verinnerlicht hat und nach kurzer Bedenkzeit mühelos entwickeln kann.

Der Frau Gutmensch: Wie kommen Sie denn darauf, ich hätte den Preußen Adenauer gepriesen? Wo steht denn das? Daß von ihm zum gegenwärtigen Amtsinhaber eine Linie abwärts führt, sollte gesagt sein.

Zu den Studentinnen und Dozentinnen: Wichtig ist, daß sie wie natürlich den anmutigen Augenauf- und auch Niederschlag und den treuen Dackelblick beherrschen. Intellektueller Ehrgeiz dagegen mit fixem Blick auf Noten und auf das niedlich kleidende Accessoire gewisser, durch Vermassung und Kommerz ohnehin wertlos gewordener Titel („Bezahldoktorat“), führt atmosphärisch regelmäßig zu Interferenzen.

Das Alpha-Weib, hoch lebe es und pflanze sich freudig fort, studiert übrigens gar nicht, dazu ist es, eben ganz Weib, auf seine Weise viel zu intelligent. Auch in den Wäldern Preußens sollen sich, Richtung Ural, noch einige dieser kostbaren Exemplare gut erhalten haben.
Meier Pirmin
30. September 2015 22:08
@Lichtmesz! Die Weltwoche bespricht in der neuesten Nummer den Roman "Das Heerlager der Heiligen" von Raspail, den Sie übersetzt haben. Pro Nummer gibt es jeweils nur eine wirklich auffällige und zu beachtende belletristische Buchbesprechung. Sehen Sie das nicht als Abschweifung, sondern im Hinblick auf das, was ich jeweils das Langfristige nenne.
Fenris
30. September 2015 22:09
Ist es nicht völlig egal, was Mutti treibt oder von wem oder was sie angetrieben ist?

Das Grundproblem ist doch eher, daß es zwar einen Haufen deutscher Söhne aber unter ihnen bisher keinen einzigen gibt, der sich Ihr wirkmächtig entgegenstellt. Ich will mir auch nicht wehleidige Gedanken darüber machen, warum diese Matrone auf dem Kanzlerstuhl sitzt sondern darüber, wie wir einen Sohn aus dem Volk finden, aufbauen und schützen, der diese Schmach der Nation vom selbigen hinunterstößt.

Ihre Stärke steht im diametralen Verhältnis zu unserer Schwäche. Ohne uns in unserer jetzigen Verfaßtheit würde es eine Angela Merkel nicht geben, jedenfalls nicht in dieser Position. Ich denke, wir bedingen sie geradezu.

Merkel ist für mich das verkörperte Spiegelbild der Feigheit und Fettlebe des deutschen Mannes. Wie desolat unser Zustand ist, können wir unmittelbar an ihr ablesen. Dieser inhaltsleere Klops mit den toten Augen reicht also aus, um uns in die Schranken zu verweisen. Was für ein bildliches Zeugnis unseres Versagens!

Deshalb kann dieses Bild wohl auch kein anständiger Kerl mehr sehen. Man mag nur noch ab-, am besten gar nicht mehr anschalten, auf jeden Fall wegsehen. Es dreht sich der Magen, es schnürt einem die Kehle bei ihrem Anblick, man möchte ...

... aber dann kommt mir der Gedanke, das Verhältnis zwischen Kanzlerin und Volk aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten:

Wenn Angela M. eine Narzißtin ist, wer ist dann der (stets vorhanden sein müssende) Komplementärnarzißt?

Das wären dann wohl wir. Das Deutsche Volk. In seiner Gesamtheit psychotisiert. (Siehe Hinz "Die Psychologie der Niederlage")

Merkel ist die maximale Beleidigung unseres Selbstwertgefühls! Sie ist eine Bedrohung. Sie merkt, daß wir sie immer weniger lieb haben und schlägt mit immer größer werdender Zerstörungswut zurück. Das wird nicht aufhören. Es wird sich eher noch steigern.

Sie muß weg.
Martin Lichtmesz
30. September 2015 22:25
Badeschluß, Dank an alle!

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