19. Dezember 2014

Der Inhalt der Enthaltung - Schweigen mit PEGIDA

von Nils Wegner / 23 Kommentare

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Man mag ja nun von PEGIDA und dem, was sich in den letzten (wenigen!) Wochen daraus und darum herum entwickelt hat, halten, was man will. Ob sich mit Kositza freuen, daß pünktlich nach 25 Jahren jenseits parlamentarischer Tanzbärennummern sich einmal wieder etwas zu regen scheint, oder endlich eine Verwendungsmöglichkeit für Kubitscheks Schlagwort "Energiepumpe" und "Resonanzraum" finden, die die AfD oberhalb der Länderebene ja nun betont nicht auszufüllen vermag:

Irgendeine gute Seite daran ist schon zu finden. Ich für meinen Teil bin kein Freund von Demonstrationen an sich, egal wofür oder wogegen – das aber ist eine Geschmackssache. Was mich seit den ersten PEGIDA-Berichten aber motiviert, innerlich zu applaudieren, ist eines: das Schweigen.

Denn das ist doch in einer Weise Metapolitik in Reinkultur. Werden wir endlich einmal konkret: Bei den um sich greifenden Bürgerprotesten (zuletzt wurde auf unserer Karte Frankfurt/Main eingetragen; gleich zweimal, weil man sich im Umfeld der dortigen AfD gern ins gemachte Nest setzt, aber keinesfalls mit etwaigen Schmuddelkindern spielen möchte...) ist der konkrete politische Anlaß eigentlich völlig unerheblich. Genausogut könnte gegen Hartz IV, die finanzielle Gängelung junger Familien, das Verkommenlassen der kommunalen Infrastruktur usf. ad nauseam auf die Straße gegangen werden – schäbig ist am und im allerbesten deutschen Staat jemals ja genug –, und in der Tat wird medial ständig darüber berichtet, gegen was alles diejenigen doch sind, die sich an den Abendspaziergängen beteiligen.

Natürlich geschieht das dort in denunziatorischer, mindestens herablassender Absicht. Gleichzeitig zeugt diese Fokussierung auf die thematische Pluralität, teils sicher auch Divergenz, der Demonstranten vor allem von der Unfähigkeit, diese jenseits dummer Standardfloskeln – wir kennen sie alle – einigermaßen charakterisieren zu können. Und ich meine, bzw. geben die Meinungsdrucker und -drücker das allmählich selbst zu, daß dies maßgeblich in der Weigerung begründet ist, sich mit der ach so allmächtigen Presse ins Bett zu legen. Thorsten Hinz' Feststellung von 2009 scheint sich in der Essenz endlich durchzusetzen:
Die zunehmende Konzentration im Medienbereich führt zu verschärften Möglichkeiten der Meinungssteuerung und Disziplinierung. Berücksichtigt man weiterhin die allzumenschliche Furcht vor gesellschaftlicher Isolation und sozialer Deklassierung, dann wird klar, daß der politische Tugendpfad der deutschen Medien in Wahrheit ein Gesinnungsstrich ist, auf dem immer mehr Journalisten immer billiger zu haben sind. Kein Wunder, daß sie laut Umfragen neben den Politikern als die verächtlichste Berufsgruppe gelten.

Tja, da ist man dieser Tage baff in den Redaktionsstuben (und scheint das Thema Tugçe glatt auf Halde gelegt zu haben – das könnte aber auch andere Gründe haben). Es gibt tatsächlich noch oder wieder öffentlich aktive Bürger in diesem Land, die nicht derart nach ihren paar Sekunden Bildschirmzeit gieren, daß sie sich für das Verarschtwerden auch noch bedanken.

So etwas vermag eine parteiförmige Organisation nicht zu leisten, denn die braucht mediale Berichterstattung natürlich wie ein Fisch das Wasser. Deswegen konnte und kann etwa die AfD so etwas nicht auf die Beine stellen, zumindest nicht mit dieser massierten Schlagkraft. Man erinnere sich nur, thematisch anverwandt, an den Antiislamisierungskongreß 2008: Klar gab es da Zuspruch, aber durch großangelegte Presseaussendungen und alles weitere Tamtam wurde der Presse schon Wochen zuvor ermöglicht, sich – nota bene! – auf die Teilnehmer einzuschießen, was die lokale und überregionale Politik aller langweiliger Farben selbstverständlich begeistert aufgriff und so eine Stimmung der allgemeinen freien Jagd in jeglicher Hinsicht heraufbeschwören konnte.

Bei den Organisatoren war das gar nicht mehr nötig; wer so histrionisch auftritt wie die beiden PRO-Oberkasper (man erinnere sich an das unwürdige Schauspiel bei der "Der heiße Stuhl"-Sendung mit einem gewissen Berliner Chefredakteur, in der Markus und Manfred in selbstbemalten DLVH-Leibchen im Saalpublikum saßen und andauernd in Großaufnahme die Pöbler "vom Dienst", hihi, mimten), der fällt der Medienhurerei ganz unwillkürlich anheim.


Wie anders steht dagegen nun die aus einem Freundeskreis heraus entstandene PEGIDA da! Als Objekt einer stilistischen Analyse, zumindest. Ein Thomas Oppermann etwa (der sich zur Zeit anläßlich eines gewissen Untersuchungsausschusses vielleicht besser um seine Erinnerung bemühen sollte) versucht denn jetzt auch notgedrungen, einen Keil zwischen "gute" Teilnehmer und "böse" Organisatoren zu treiben, worauf in den letzten Tagen auch einige Zeitungen umgeschwenkt sind, weil die übliche Wühlarbeit gegen alle gleichzeitig unter den gegenwärtigen Bedingungen zu aufwendig ist.

Wohl war da schon zuvor ein kurzer Triumph der (be)schreibenden Zunft, als Protagonist Lutz Bachmann von sich aus seine Vorstrafen eingestand. Doch diesmal wollte das gewohnte "Jetzt haben wir ihn!" nicht verfangen. In diesem Fall hatte die Souveränität seiner Aushebelung der von Sendeanstalten und Redaktionen gepäppelten, normalerweise für die Ausschnüffelung solcher politisch ungemein relevanter Details zuständigen Horch- und Guck-Spezialisten – Speit, Röpke, Gensing und wie sie alle heißen – die längst zur Gewohnheit gewordenen Regeln des Spiels obsolet gemacht.

Und den Rest der journalistischen Selbstapotheose erledigen nun die Abendspaziergänger, indem sie (Ausnahmen bestätigen die Regel) gar nicht mit den sie wie die Wespen den Kuchen umschwirrenden Reportern sprechen oder ihnen allenfalls ins Gesicht sagen, was sie von der hiesigen Medienlandschaft halten. Vor diesem Hintergrund ist man beinahe geneigt, Alexander Kissler für seine zeitlos wunderschöne Formulierung vom April dieses Jahres als Seher zu bezeichnen: "Die Entfremdung macht Fortschritte. Leser an Medium: du lügst, es ist ganz anders. Medium an Leser: Schnauze."

Wer sich aber von jemandem, der ihn andauernd implizit beleidigt und explizit von ihm ausgehalten werden will, nicht abwendet, der ist hoffnungslos verblödet und/oder ein Masochist. Anscheinend besinnen sich inzwischen mehr und mehr Leute darauf, daß beides kein besonders erstrebenswerter Zustand ist. Die entsprechenden Medien nicht mehr nur nicht zu konsumieren, sondern ihnen durch Wortenthaltung faktisch aktiv entgegenzutreten, ist die zweite Backe der Zange. Ich bin seit zwei Jahren ungebrochen angetan von der Schilderung eines befreundeten Burschenschafters, wie das Telefonat ablief, als das hochheilige Fernsehen bei seinem Bund einchargieren wollte:
Hallo, xy vom WDR am Apparat. Wir würden gern...

– Danke, kein Interesse.

Was?! Aber Sie wissen doch noch gar nicht, was wir Sie fragen wollen!

– Wir wissen aber schon, was Sie am Ende berichten werden. *klick*


Wenn sich nun die ZDF-"heute show" selbst dafür feiert, lediglich unter dem Deckmantel von Russia Today ein Stimmungsbild des Dresdner Protestzugs bekommen zu haben, versinnbildlicht das im Grunde nur den kaltlächelnden Zynismus bei den Öffentlich-Rechtlichen: "Verachtet uns, soviel Ihr wollt, Euer Geld kriegen wir trotzdem." Das hätte so eigentlich auch aus dem Kanzleramt kommen können; bei der heutigen Beinahe-Synthese von Politik und Medien würde es mich denn auch nicht wundern, wenn angesichts der bei den Abendspaziergängen manifestierten, ablehnenden Haltung in einigen Parteibüros die Hände leicht schwitzig geworden sein sollten.

Auch wenn im deutschen Wahlrecht eine Enthaltung in großem Stil ja schon vor der allerersten Bundestagswahl durch Umdeutung des Art. 38 GG zur Makulatur gemacht wurde – eine symbolische Geste der Selbstbehauptung wäre es immerhin. Nicht umsonst hat man in der Zeit (wo auch son... Ach ja, klar. Im Bundestag. Natürlich.) schon nach einer Wahlpflicht krakeelt. Sei's drum, die Wähler/Nichtwähler-Diskussion wird wohl nie ein Ende finden, und das Notwendige hat Klonovsky dazu bereits knapp und treffend geschrieben.

Der schweigende Bürgerprotest also. Facebook macht's möglich: PEGIDA und Ableger können auf den nur scheinbaren fame der medialen Selbstdarstellung weitestgehend verzichten und bekommen trotzdem Zulauf. Und allmählich gehen Presse, Rundfunk und Fernsehen die Experten aus, die man nun täglich bemühen muß, um nicht völlig ohne O-Töne auszukommen; bald wird wohl Franz Josef "war ein Flüchtling und sprach Armenisch" Wagner den Job allein erledigen müssen.

Den in Liebedienerei erstarrten Block aus Politik und Medien wird man damit vielleicht nicht aufknacken können, aber zur Zeit tritt immerhin wirkmächtig wieder hervor, was bereits halb vergessen schien: Der klaffende Spalt zwischen öffentlicher Meinung und veröffentlichter Meinung, indem die so dargestellte Gegenöffentlichkeit klarstellt, daß es sich bei ihr tatsächlich um die Öffentlichkeit handelt. Welche Konsequenzen – wenn überhaupt – dies im kommenden Jahr zeitigen wird, ist nicht abzusehen, aber: Das Schweigen hat in jedem Fall Zukunft, ob bei Demonstrationen oder anderswo, wenn die Presse-Fliegenfalle wieder ihr Fangeisen öffnet. So mag es gelingen, einen ersten großen Schritt auf dem Weg dahin zu gehen, daß endlich das schon von Mohler gegeißelte Prinzip im Orkus verschwindet:
Was ich den Liberalen nicht verzeihe, ist, daß sie eine Gesellschaft geschaffen haben, in der ein Mensch danach beurteilt wird, was er sagt (oder schreibt) [oder was über ihn geschrieben wird] – nicht nach dem, was er ist. Und da dies immer noch etwas metaphysisch klingt, sage ich es genauer: eine Gesellschaft, in der ein Mensch danach beurteilt wird, was er sagt – und nicht danach, was er tut.

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (23)

Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
19. Dezember 2014 08:13
Der Nordost wehet, der liebste unter den Winden mir, weil er feurigen Geist verheißet ...
(Hölderlin, Andenken)
(Bitte aus schwäbischer Perspektive sehen)

Bald schon wird dem kalten Nordost, der den Nebel vertreibend, klaren Himmel schafft, ein warmer Südwest folgen. Fernher kommend aus Frankreich wird er Ahnung bringen vom nahen Frühling.

Was mich wunderrt: Keiner der sich so kosmopolitisch gebenden Experten, Politiker, Journalisten, unternimmt den Versuch den Komplex PEGIDA / AfD gesamteuropäisch einzuordnen.
Zadok Allen
19. Dezember 2014 09:41
Vollständige Zustimmung zu dieser exzellenten Analyse, Herr Wegner. Ausnahmsweise zitiere ich mich einmal selbst:

"Der größte Nutzen von PEGIDA und Verwandtem ... ist die massive Aufspreizung des Dissenses innerhalb der autochthonen Bevölkerung. Immer größere Kreise werden dadurch immun gegen die Manipulationen des massenmedialen Apparats. Selbst das durfte man vor einem halben Jahr nicht entfernt erhoffen."

Die Aufspreizung des Dissenses ist ein ambivalentes Geschehen: viele setzt dieser Prozeß (hoffentlich) frei, doch will mich der Argwohn nicht belassen, daß sich hier vor unseren Augen so etwas wie Bürgerkriegsparteien formieren.

Die größte Sorge sollte im Moment daher jenem bedeutenden Teil unseres Volkes gelten, der trotz der gegenwärtigen Ereignisse, die auch ich für historisch halte, weiterhin an der Legitimitätsanmaßung der Herrschenden und am Lügen-Pandämonium bzw. der Realitätssimulation der Massenmedien festhält.

Laßt uns daher die widerlich pädagogisierende Frage umkehren: Wie kann man diese Leute noch erreichen?


Wegner:
Schauen Sie, ich denke gar nicht einmal, daß da noch viel – auf intellektuellem oder politischem Wege – erreicht werden muß.

Meine Erfahrungen der letzten rund sieben Jahre, die ich mich nun in diesen ach so bösen rechten Kreisen bewege, haben mir den Eindruck vermittelt, daß "der Durchschnittsbürger" recht konkrete und "biedere" Ansichten dazu hat, was gut und böse, richtig und falsch, zuträglich und schädlich anbelangt.

Die Infamie der Meinungslenkung besteht darin, all diesen Menschen durchgängig einzubleuen, gerade sie seien deviant und mit ihrer "kruden" Meinung ganz allein. Darum ging es mir oben bei der Selbstermächtigung der "Gegenöffentlichkeit": Wer den Deutschen die Furcht vor der (gefühlten) Aussonderung nimmt, der gibt ihnen ein Stück Kraft und Selbstbewußtsein zurück.
Ein gebürtiger Hesse
19. Dezember 2014 12:10
@ Zadok Allen

(...) doch will mich der Argwohn nicht belassen, daß sich hier vor unseren Augen so etwas wie Bürgerkriegsparteien formieren.

Dieser Argwohn ist auch meiner. Der Dissens geht bereits durch mein allerengstes Umfeld - und fängt an weh zu tun wie auch Konsequenzen (Sezession - ja oder nein?) zu fordern. Es werden ebenso angstvoll wie entschieden Stellungen bezogen. Angesichts des sehr strammen Tempos der Entwicklung dürfen wir davon ausgehen, daß wir in nur vier Wochen bereits an einem neuen Punkt sein werden. Und auch dann dürfte es wieder heißen: Im Dezember hätte das noch keiner gedacht ...
Paule
19. Dezember 2014 12:35
Hallo Zadok Allen!

Diese Leute kann man erreichen in dem man sie Erkennt.

Es sind Menschen mit eigenen Wertvorstellungen und Wünschen.
Und Sie wissen was sie wollen und was sie nicht wollen. Und sie sind Realisten.
Diese Menschen haben sich auf den Weg gemacht sich ihre Wünsche zu erfüllen.
Nicht freiwillig, sondern weil sie müßen.
Und sie werden sich nicht aufhalten lassen. Der Beweis ist erst 25 Jahre alt.
Der erste Schritt wäre das Gutzuheißen.
Jeder der etwas anderes versucht wird scheitern.

LG Paule
Rainer Gebhardt
19. Dezember 2014 12:41
Schweigen oder die Kunst des Ausweichens:

Tai-Sabaki ist eine klassische Ausweichbewegung im Aikido, die der Selbstverteidigung dient. Ausweichen bedeutet nicht Rückzug, sondern Neupositionierung gegenüber dem Angreifer. Beabsichtigt ist dabei keine aktive Trefferwirkung. Der Angegriffene bewegt sich aus der Angriffslinie und zur Seite, um die Energie des Angreifers ins Leere laufen lassen.
Das Tai-Sabaki wurde von Großmeister Hideyuki Ashihara entwickelt. Oberste Prinzipien des Tai-Sabaki sind Respekt gegenüber dem Gegner, Gelassenheit in kritischen Situationen, Selbstberrschung, geistige Wachheit.
Stil-Blüte
19. Dezember 2014 13:09
Danke, Herr Wegner, wieder ein erhellendes Fensterchen im Advent(skalender) (adventare - ankommen, Ankunft) aufgetan.

Hinter meinem geöffnetes Türchen für den heutigen Tag fand ich folgenden Spruch:

Mir Sachsen, mir sinn helle,
das wees de ganse Weld.
Und simma ma nisch helle,
da hammer uns vorstelld.


Warum gerade in Dräääsdn de Drääääsdnr?

Manche Impulse wirken subcutan, liegen lange, weit und versteckt zurück. Als sich die Dresdner mit beherzter Tatkraft ihre Bürgerkirche 'Frauenkirche' zurückholten, wurde Sandstein über Sandstein des Eigensinns in Bewegung gebracht, und zwar nach oben!

Als ihnen bei ihren ehrenwerten Totenfeiern anläßlich des ango-amerikanischen Bombenterrors am 13. Februar 1945 die Zahl ihrer Toten von Jahr zu Jahr abspenstig gemacht, ihnen ihr Leid abgesprochen, sogar mit Hohn und Spott (Götz Aly!) bedacht wurde, haben sie geschwiegen.

Dresden - genius loci - unzerstörbar - das hat Symbolkraft!

Daß die Sachsen und also auch die Dresdner, sehr anpassungsfähig sind ('vischeland') und sich auch unversehens auf die andere Seite schlagen können, soll nicht verschwiegen werden.

Nehmen wir diese Initialzündung (Fackel?) an, ohne enttäuscht zu sein, wenn sie sich abwenden, weil sie meinen, sich genügend die Finger verbrannt zu haben.
Marcus Junge
19. Dezember 2014 13:23
Geschwiegen hätte gestern ab und an auch besser Dieter Nuhr. Selbst als Komiker, der sich normalerweise doch an die Wahrheit hält, gestern im Jahresrückblick, da ging er so derartig auf Tiefflug bei Rußland, AfD und Abfall vom Glauben an die Medien, dies konnte man nur noch tolerieren, aber längst nicht mehr mögen.
Hans Meier
19. Dezember 2014 14:20
Schweigen ist Sezession.
Schweigen zeigt Selbstbeherrschung.
Schweigen ist Macht.
Schweigen ist Drohung.

Die Lügner und Hasser haben zurecht Angst davor.
Sara Tempel
19. Dezember 2014 15:47
Passend zur Weihnachtszeit, vermittelt dieser Beitrag einen Hoffnungsschimmer auf zukünftige Selbstbestimmung unseres deutschen Volkes!
Von ganzem Herzen wünsche ich der Pegida-Bewegung Erfolg und Europa die Chance seine christliche Kultur voller Vielfalt zu erhalten!
Wir können nur hoffen, dass die Herrschenden und ihre Marionetten nicht zur Gewalt greifen, wenn sie merken, dass die Wirkung ihrer Propaganda nachlässt.
Ich muss mich hingegen für meine Kölner Mitbürger schämen, die so hirnamputiert bzw. kastriert sind, dass sie sich vom Mainstream und den Politikern, die echte Interessen unseres Volkes verraten, manipulieren lassen. Ähnlich dem sogenannten "breiten Bündnis" gegen PEGIDA, gab es hier eine "Du bes Kölle"-Demo als "bunte Antwort auf braune Parolen", die man der kürzlichen Hooligan-Demonstration gegen Salafisten unterstellt! Leider gibt es - außer meinem Mann - in meinem rheinländischen Bekanntenkreis niemanden, der noch eigenständig denken kann und die Manipulation der MS-Medien durchschaut.

@ Rainer Gebhardt
"Oberste Prinzipien des Tai-Sabaki sind Respekt gegenüber dem Gegner, Gelassenheit in kritischen Situationen, Selbstberrschung, geistige Wachheit."
Die Techniken des Aikido, wie Tai-Sabaki, in denen ich mich selbst über viele Jahre praktisch geübt habe, konnten meine Geisteshaltung geprägen. Furchtlos jeden Angriff erwarten und dann im richtigen Augenblick reagieren, das möge ich nicht verlernen, auch wenn ich aus gesundheitlichen Gründen am körperlichen Training in meinem Dōjō nun nicht mehr teilhaben kann.
Katholischer Sezessionist
19. Dezember 2014 15:59
Vor allem sollten auch die katholischen Bischöfe schweigen und keine Politik machen ! Aussage: "Christen dürfen bei Pegida nicht mitmachen."

http://www.kath.net/news/48753

Da bleibt nur Carl Schmitt (" Der Begriff des Politischen" )S. 28

"Die deutsche Sprache, wie auch andere Sprachen, unterscheidet nicht zwischen dem privaten und dem politischen " Feind", so daß hier viele Mißverständnisse und Fälschungen möglich sind. Die viel zitierte Stelle
" Liebet Eure Feinde" ( Matth. 5,44 Luk. 6,27) heißt "diligite inimicos vestros, ...., und nicht: diligite hostes vestros; vom politischen Feind ist nicht die Rede. Auch ist in dem tausendjährigen Kampf zwischen Christentum und Islam niemals ein Christ auf den Gedanken gekommen, man müsse aus Liebe zu den Sarazenen oder den Türken Europa, statt es zu verteidigen, dem Islam ausliefern. Den Feind im politischen Sinne braucht man nicht persönlich zu hassen, und erst in der Sphäre des Privaten hat es einen Sinn, seinen " Feind", d.h. seinen Gegner, zu lieben."

Das muß den Bischöfen mal ans Herz gelegt werden, auch Herrn Woelki, der keine solchen "Verteidiger des Abendlandes" braucht.
Es ist sehr aufschlussreich, daß auch die katholische Kirche die Hetze gegen Pediga mitmacht.
Trouver
19. Dezember 2014 16:13
Für die medien scheinen die 15 000 Teilnehmer zuviel zu sein.

Diese Jahr, aber, haben bei Europawahl nur für die NPD gut 300 000 Menschen gestimmt.

Was würde uns TV erzählen , wenn es sie gekommen wären?
Trouver
19. Dezember 2014 16:20
Der schweigende Bürgerprotest also.


Schade finde ich. Man hat sich Mühe gegeben anzureisen, man hat Mut bewiesen, sein Gesicht zu zeigen (erinnern wir uns an den Überfall in Hannover, als vier Andersdenkende von einer Meute von "Vermummten" ins Krankenhaus geprügelt wurden), und...einfach nichts zu sagen?

"Ich bin gegen Merkel, weg mit dieser Regierung, die ist Schande für Deutschland!" - was stört einen endlich das hautsächliche zu meißeln?!


Wegner:
Sie müssen da irgendeinen Schweigemarsch mit dem Thema obigen Texts verwechseln. Auch ansonsten sind mir etwaig vorhandene Zusammenhänge schleierhaft.
Zadok Allen
19. Dezember 2014 17:29
@ Nils Wegner

Ich wünschte, ich könnte Ihren Optimismus teilen. Persönlich kenne ich viele intelligente, zudem den allgegenwärtigen Verfallsprozessen gegenüber kritisch eingestellte Leute, die dennoch den Propagandadreck für bare Münze nehmen, mit dem sie der massenmediale Apparat zum Thema PEGIDA überkübelt.

@ Paule

Ihre Ausführungen habe ich nicht verstanden. Worauf beziehen Sie sich genau?
Judith
19. Dezember 2014 18:56
Die ach so allmächtigen Medien sind realiter gar nicht mehr mächtig. Ihre Fähigkeit, die Deutschen im Sinne der Staatsräson zu beeinflussen erodiert nicht erst seit der Ukraineberichterstattung, nicht erst seit Sarrazin. Die Erosion ist schon lange in Gange und schreitet munter weiter voran.

Tatsächlich sind die Altmedien die Transformationsverlierer, nicht die Pegidianer. Die Abstiegsangst herrscht in den geschrumpften Redaktionen restdeutscher Zeitungen, nicht bei den Pegidianern

Das Schweigen der Pegida ist das sichtbarste Zeichen dieser Machterosion.
Nemo Obligatur
19. Dezember 2014 20:49
@ Judith

Die Abstiegsangst herrscht in den geschrumpften Redaktionen restdeutscher Zeitungen, nicht bei den Pegidianern


Diese scharfsinnige Formulierung verdient eigentlich eine weitere Verbreitung als "nur" auf der SiN. Andererseits glaube ich, dass ein gewichtes Motiv vieler Demonstranten die herablassende Art der Berichterstattung und die Schimpftiraden der Politiker sind. In diesem Sinne hat das abfällige "Mischpoke" vom grünen Apparatschiks Özdemir als Etikett für Pegida womöglich mehr Menschen auf die Straße gebracht als zehn neue Aufrufe zur Teilnahme im Internet.
Kaliyuga
20. Dezember 2014 01:46
Gerade Schweigen braucht Haltung, braucht Zucht und leidenschaftliche Ausrichtung auf ein hohes Ziel, das hier doch nun vorhanden ist.

Eine einzige Linse dann, die den ein-fall-enden, je gegebenen, göttlichen Strahl der Sonne bündelt (nicht unbedacht setzt jener aus Mainfranken nach Weimar emigrierte Olympier die Sonne dem Christus gleich) und Feuer, gewaltig und ins Meta-Physische weisend, entfacht. Denkt doch nur und bescheidet Euch und: schweigt und werdet macht-end, anfänglich.

Was nun, wenn Ihr keine Lehrer mehr hattet, die solches aus langer Überlieferung, aus Orden wahrhaft, geprüft und bewährt und gereinigt im Kreuz und folglich wie natürlich, in höchster, nicht stilisierter Eleganz, be-herrschten?

Übt Euch im Schweigen, ein Leichtes für jeden, der wahrer Mann geblieben ist oder es werden kann, hütet die Zunge und richtet den Blick sammelnd nach unten wie es etwa Konrad von Parzham geübt hatte.

Ein Hochschulkollegium, dieser Jahre. Über Monate auf der Tagesordnung: „Gender Mainstreaming“. Ein Einziger wird schweigend, weil das Reden eh ja nicht mehr hilft, gegen absurde Beschlussvorlage zur Implementierung stimmen, zweimal, in öffentlicher Abstimmung. Er wird also offenbar. Er wird folglich gemieden, von gutmenschlichen „Männern“, vorübergehend von protokollführender Sekretärin gar. Und: er wird erhöht und entfaltet Anziehungskraft. Bald schon, ob des Abstimmungsverhaltens, ein politisch Beauftragter in seinem Büro, der hört und staunt und ablässt von Propaganda. Es ist die Metaphysik dieser Zeit, dasz er doch in seinem "Mainstream" fortschreitet und am Ende, es geht nicht anders, scheitern wird.
Harald de Azania
20. Dezember 2014 07:16
Sehr geehrter Herr Wegner,

Brilliant und witzig!

"Euer Geld bekommen wir sowieso".

Nitschewo: Der naechste Schritt ist der Steuerstreik.

Funktioniert praechtig ( siehe dzt bei uns in Suedafrika die Weigerung von mehr als einer Million Autofahrer in Gauteng e-toll zu zahlen. System bereist kollabiert :-)

Mediale Kleingreissler, die am Subventionstopf degeneriert sind, wrden das nicht aushalten ....

HdA
Judith
20. Dezember 2014 13:59
@Nemo Obligatur
In diesem Sinne hat das abfällige „Mischpoke“ vom grünen Apparatschiks Özdemir als Etikett für Pegida womöglich mehr Menschen auf die Straße gebracht als zehn neue Aufrufe zur Teilnahme im Internet.


Ihr Wort in Gottes Ohr. Özdemir und Co. werden nämlich vermutlich weiterätzen. Wenn man mit geschichtlichen Analogien auch immer ein wenig vorsichtig sein muss, so hat sich doch gezeigt, dass bei beginnendem Widerstand sich als Erstes die (vermeintlich) etablierten Machtinhaber radikalisieren.

Die Schraube ist in Gang gesetzt. Schaun wir mal, wo sie endet.
Pahnke
20. Dezember 2014 14:56
Seit 24 Jahren höre ich immer wieder von Menschen von der Straße, wenn täglich immer wieder neue kriminelle Straftaten der obereren politischen Elite und der Wirtschaft bekannt werden, wissend, daß das nur die Spitze vom Eisberg ist: "da sollten die Menschen endlich mal wieder auf die Straße gehen". Die zumindest priveligierten Berufsgruppen und politischen Beamten, die sich immer häufiger Ihre Wunscheinkommen und Arbeitszeitprivilegien erzwingen können, machen sich bei der 1/3- Gesellschaft immer verhaßter, weil die Forderungen so abgehoben sind, daß es da anscheinend verschiedene Welten geben muß. Wie selbstverständlich kann da ein öffentlich Bediensteter jeden Monat mit 500 EUR seine 2. Altersversorgung aufbauen, die dann vom Staat noch verdoppelt wird, wogegen Millionen von Arbeitnehmern und Selbstständigen kaum wissen, wie sie den nächsten Monat die Miete bezahlen können, ganz zu schweigen, daß sie jemals etwas für die Altersvorsorge zurücklegen könnten, die ja schon bedingt nur einem Bruchteil der Rente/Pension eines öffentlich Bediensteten entspricht. Wie konnte sich die Gesellschaft nur in diesem zum Himmel schreienden Unrecht entwickeln. Um das zu kaschieren, wurde ja wochenlang über die Medien den Bürgern demagogisch bewiesen, daß die DDR ein Unrechtstaat war. Nur gut, daß ich in diesem gaugschen freiheitlichen demokratischen Rechtsstaat BRD wohnen darf, wo mir auf Schritt und Tritt Unrecht und Lügen begegnen. Die unrühmlichte Rolle übernehmen dabei die gekauften Medien, die Argumente sind oft so falsch und durchschaubar, daß ich mich 30 Jahre zurückgebeamt empfinde und glaube, die Aktuelle Kamera zu sehen.
Alter Sachse
20. Dezember 2014 19:13
Gibt es Pegida am 29.12.2014?


Wegner:
Das wird man nach der kommenden Weihnachtslieder-"Demonstration" erfahren.
Nils Wegner
20. Dezember 2014 19:23
Gelesen und gelacht:

http://daserste.ndr.de/panorama/archiv/2014/Kontaktversuch-Luegenpresse-trifft-Pegida-,pegida136.html

»Korrektur:
Wie wir im Nachgang zur Sendung erfahren haben, handelt es sich bei einem der Demonstranten, die wir vor Ort in Dresden interviewt haben, um einen Reporter von RTL. Dieser Fakt war uns nicht bekannt. Im Interview äußerte er u.a. seine Sorgen bezüglich der Zahl der Türken im Straßenbild und des Bürgerkriegs in Syrien. Der Mann hat sich nun bei uns gemeldet und beteuert, dass er eigentlich anderer Ansicht sei und dass diese Aussagen nicht seiner Meinung entsprächen.«


In der Tat läuft die Selbstdemaskierung auf hohen Touren.
Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
21. Dezember 2014 14:09
@Wegner
gelesen und gelacht

Wer sich noch erinnert:

Gegen Ende der DDR berichtete das "Neue Deutschland" die erfundene Geschichte einer Entführung eines DDR-Bürgers in den Westen:

Zehntausende flohen über Ungarn in den Westen und das ND erzählte, wie ein DDR-Bürger im Zug in Ungarn mit Kaffee und einer Mentholzigarette betäubt wurde und im Westen wieder aufwachte;

"Wie BRD-Bürger gemacht werden"

Die pure Verzweiflung eines zusammenbrechenden Systems
Rosenkranz
21. Dezember 2014 18:05
Danke Herr Wegner für den tollen Artikel.

Oft wird die Weigerung des Bürgers etwas zu tun, als Zustimmung für die Etablierten gewertet. In diesem Falle ist es mit einer "aktiven" Weigerung genau anders herum. Sie ist ein starkes Instrument der Ablehnung des Bestehenden. Einige Journalisten haben wohl Probleme und kommen mit diesem Liebesentzug nicht klar. Nun "befragt" man schon die eigenen Kollegen. Die linke Journaille demaskiert sich ein weiteres mal selbst.

Wie von Herrn Gebhardt schön beschrieben, läuft der Angriff der Etablierten ins Leere. Aikido ist nicht passiv, sondern aktiv mit einer eigenen starken Position und großer Flexibilität. So ist auch eine scheinbare Übermacht (Masse) kein Problem. Auch ein König Leonidas oder ein Miyamoto Musashi zeigten sich diesbezüglich unbeeindruckt. Erinnern wir uns wieder ihrer, vor allem mentaler, Stärke.

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