18. Dezember 2014

Werner Patzelt und Byung-Chul Han als Pegida-Versteher

von Ellen Kositza / 53 Kommentare

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Deutschland_demonstriertUnstrittig toll an Pegida ist: Endlich ist mal was los! Bewegung! Blick in die Karten! Die politische Klasse zeigt sich als die eigentlich reaktionäre Kraft in ihrem Toben, in ihren „Schande!“-Rufen, ihrer wutblinden Empörung!

Michael Paulwitz hat sich auf JF-online  lesenswert mit den „zunehmend hysterischen Verbalkeulen“ der Altmedien auseinandergesetzt. Mir geht es um einen speziellen Gesichtspunkt, der die Sichtweise der nicht-hyterischen, prominenten Pegida-Kommentatoren betrifft. Ich meine zum einen Professor Werner Patzelt, jenen habituell besonnenen und moderaten Politikprofessor, der zugleich Mitglied im Kuratorium der sächsischen Landeszentrale für politische Bildung ist, zum anderen um Byung-Chul Han, jenen Trendphilosophen, der als Professor in Berlin lehrt.

Beide eint, daß sie zwar die Pegida-Demonstranten nicht als „Nazimischpoke“ ansehen, aber doch im- und explizit betonen, daß sie sich arg bücken müssen, um „Augenhöhe“ herzustellen mit „diesen Menschen“.

Patzelt im JF-Interview über die Pegidas:
Sie scheinen über eine grundständige bis mittlere Bildung zu verfügen und sind wohl mehrheitlich erwerbstätig. Parteipolitisch dürfte es sich um mögliche Wähler von CDU, AfD, Wähler am rechten Rand, Protestwähler sowie Nichtwähler handeln.

Grundständige bis mittlere Bildung, das heißt: Leute, die nicht unbedingt differenzieren können. Die Einschätzung ist aus mehreren Gründen seltsam: Woran hat er das erkannt? Ich selbst bin eine große Freundin der Gültigkeit des äußeren Eindrucks. Aber: „Gemachte“ Fingernägel und Pullis mit Billigbedruckung als einigermaßen sicherer Ausweis nur „grundständiger“ Bildung sind saisonbedingt unter den Winterjacken nur schwer auszumachen. Dienen die Gesichter allein (sorgenzerfurcht? alkoholgegerbt? tumber Blick? Oder was?) Patzelt als Beleg dafür, daß hier was von eher „untenrum“ kommt? Mittels welcher Kennzeichen hat er Sozen und konservative Linke ausgeschlossen? Ich wär mir da nicht sicher.

Subjektiv: Ich kenne nur  fünf, sechs Dutzend Pegida-Teilnehmer. Sämtlich mit exzellenter Bildungskarriere, Hochschulabschluß. Gut: Kann ein Tunnelblick sein. Auf den beiden Veranstaltungen, die ich besuchte, sah ich ziemlich viele „Bürger mit Hut“. Ich laß mich belehren - das mag die neuste Facharbeitermode sein.

Zu Byung-Chul Han, jenem an Heidegger geschulten Modephilosphen, der gestern unter der Überschrift  „Sehnsucht nach dem Feind“ die Aufmacherseite des Süddeutsche-Zeitung-Feuilletons füllte: Er legt die Pegidas halbfreundlich, jedenfalls mit seelsorgerischem Geschwurbel, auf die Couch und entwirft damit ein ähnliches Bild wie Patzelt, nämlich das des hilflosen, bedürftigen Subjekts, das „sich selbst für die eigene Unzulänglichkeit“ schäme:
Die Konstruktion des Anderen als Feind externalisiert den inneren Konflikt und entlastet dadurch die Psyche. So erwacht vielerorts eine Sehnsucht nach dem Feind. Aus der lähmenden Angst, abgehängt zu werden oder nicht mehr dazuzugehören, befreien sich Menschen, indem sie einen imaginären Feind konstruieren. (…) Das Objekt der Angst [„der Islam“] ist nun bennen- und bekämpfbar, selbst wenn es im Imaginären situiert ist. Über das Imginäre finden sie ins das System zurück, von dem sie sich abhängt fühlen. Der Ausschluss des imaginären Fremden befreit sie von dem Gefühl, nicht dazuzugehören.

Für ihn sind die Demonstranten also Underdogs, zukurzgekommene Loser. So seelsorgerisch Byung-Cul Han auf kleinkindpädagogischer Kniehöhe daherkommt - gekeult wird trotzdem: „Früher waren es die Juden, heute sind es die Muslime.“ Daß die Pegida-Macher immer und immer wieder betonen, sie haben nichts gegen Muslime und den Islam  an sich - geschenkt. Wird glatt ignoriert und ins Gegenteil verkehrt. Die Psychogötter wissen: Eigentlich sollen die „Fremden“ vergast werden!

Bestechend an diesem Beitrag wie an ungezählten anderen ist der Einwand, es gäbe in Prozenten so wenig Muslime in Dresden. „Wo keine Realität da ist, blüht das Imaginäre“, orakelt Byung-Cul Han. Unser Modephilosoph nennt die islamistische Gefahr einen „Popanz“, der aufgebaut würde. Jedoch: Es geht erstens programmatisch ja nicht gegen die „Islamisierung Dresdens“, sondern des „Abendlands“ (Offenbach, Dietzenbach, Nürnberg, Kreuzberg, Stuttgart etc.pp. also mitgemeint), und zweitens wäre mit dem Popanz des „gewaltbereiten Rechtsextremismus“ gegenzuhalten: Wieviel Promille gewaltbereiter Rechtsextremisten zählt man in Deutschland? 0, 00 wieviel? Und wie viele (allgemein begrüßter) Demonstationen gab es in den letzen zwanzig Jahren dagegen? Popanz, wo, wer, warum?


Byung-Chul Han findet, der radikale Islamismus habe nichts mit den realen Problemen zu tun. Er spricht von „verunsicherten Menschen mit diffusen Ängsten“, also von einer Klientel für die Psychocouch. Während Patzelt diese „Menschen“ nur für intellektuell unterbelichtet hält, attestiert der gebürtige Südkoreaner den „Menschen“ bei Pegida eine Art Neurose, ein Krankheitsbild.

Manfred Kleine –Hartlage hat in seinem demnächst bei Anatios erscheinenden Unwörterbuch diesen betulichen Psychosprech gültig auseinandergenommen und zusammengesetzt:
Ängste der Menschen ernstnehmen

Wann immer ein Projekt auf die öffentliche Kritik seitens derer stößt, die seine Folgen auszubaden haben, findet sich zuverlässig ein Politiker, der fordert oder versichert, man müsse oder werde „die Ängste der Menschen ernstnehmen“.
Indem er von ihren „Ängsten“ spricht, sagt er zugleich, daß er sich nicht mit ihren Warnungen, Interessen und Argumenten auseinanderzusetzen gedenkt, deren Nichtexistenz oder auch Gegenstandslosigkeit er somit en passant als Selbstverständlichkeit unterstellt. Bevor noch irgendeine Debatte geführt werden kann, hat er bereits als deren Prämisse festgezurrt, daß er selbst recht hat und die Bürger nicht.
Da ist es folgerichtig, daß er diese Bürger nicht „Bürger“ nennt, sondern „Menschen“, ihnen also keinen politischen, sondern bloß einen biologischen Status zuerkennt. Und folgerichtig ist auch, daß er ihnen nicht zugestehen kann, „Furcht“ oder „Sorge“ zu empfinden, weil Furcht und Sorge sich nach landläufigem Verständnis auf etwas Konkretes beziehen: Vor Schlangen hat man Furcht, vor Gespenstern Angst.
Nachdem unser Politiker in dieser Weise als Ursache der Mißstimmung die Gefühle „der Menschen“ (und nicht etwa seine eigene Politik) dingfest gemacht hat, geht er – um auch wirklich jedes Mißverständnis auszuschließen – auf Nummer sicher und erklärt deren Furcht nicht nur zu „Angst“, sondern zu „Ängsten“, damit niemand über deren diffusen, irrationalen und therapiebedürftigen Charakter im Unklaren gelassen wird.
Er erklärt also die Bürger zu Kindern, insofern sie wohl Menschen-, aber keine Bürgerrechte haben, sich vor Gespenstern ängstigen, deswegen der psychotherapeutischen Betreuung bedürfen, in jedem Falle aber zu einem begründeten politischen Urteil nicht in der Lage sind. So legt er in nur zwei Worten gegenüber seinen Mitbürgern und Wählern eine Verachtung an den Tag, die kaum anders erklärbar ist als dadurch, daß er selbst seinen eigenen Charakter am besten kennt und daher naturgemäß jeden verachten muß, der ihn trotzdem wählt. Und so ist es wiederum folgerichtig, nicht etwa die verachteten Bürger „ernstzunehmen“, sondern lediglich deren „Ängste“ – und auch die nur in dem Sinne, in dem man auch eine faulende Bananenschale „ernstnimmt“, auf der man nicht ausrutschen möchte.

Kann man hier vorbestellen, das Unwörterbuch. An Patzelt und Han senden wir je eines gratis.

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Kommentare (53)

H. M. Richter
18. Dezember 2014 07:59
Der Impuls von Dresden erscheint mir letztlich recht einfach zu verstehen zu sein:
Das, was sie vielerorts im Westteil des Landes nebst Berlin und nun verstärkt auf sich selbst zukommen sehen, wollen sie nicht. So wenig, daß sie dagegen aufstehen. Sie wissen: wenn sie es nicht selbst in die Hand nehmen, wenn sie nicht selbst ihre Forderungen auf die Straße tragen, wird es niemand mehr für sie tun. Sie haben ihre Erfahrungen gemacht in den letzten fünfundzwanzig Jahren. Ihr Vertrauen in die Politik (nach 1989) ist aufgebraucht.

Sie müssen nun erleben, selbst für die Forderung nach Umsetzung gültigen Rechts, ja sogar für die Einforderung ihrer Grundrechte beschimpft zu werden. Das aber kann man mit den Dresdnern, den Sachsen nicht machen.
Weder 1848 noch heute.
t.gygax
18. Dezember 2014 08:08
"An Patzelt und Han senden wir je eins gratis"- wenn es etwas gibt, das einen an einem trüben Morgen aufbaut, dann sind es Ellen Kositzas knochentrockene Sätze. Das ist genial!
kolkrabe
18. Dezember 2014 08:13
Liebe Frau Kositza,

Byung-Chul Han ist also ein "Modephilosoph". So berechtigt Ihr Stirnrunzeln angesichts der Pauschal-Psychopathologisierung der PEGIDA-Teilnehmer ist, so sehr möchte ich doch das ähnlich pauschale Urteil „Modephilosoph“ in Frage stellen – nicht zuletzt, weil es schon immer gern leichter Hand benutzt wurde: Schopenhauer? Modephilosoph! Nietzsche? Modephilosoph! Heidegger? Modephilosoph! Was soll uns das sagen? Lesen lohnt nicht, Finger weg? Es ist leicht, auf diese Art jemandem eins überzubraten, ersetzt das Pauschalurteil "Modephilosoph" doch fürs Erste die inhaltliche Auseinandersetzung. Es sagt letztlich mehr über den Urteilenden aus als über den Verurteilten.

Ich bin als jahrzehntelanger Heidegger-Intensivleser vor einigen Jahren auf Byung-Chul Hans Dissertation über Heidegger gestoßen und habe seine weiteren Veröffentlichungen mit Interesse (teils durchaus auch mit Belustigung) verfolgt. BCH hat in der philosophischen Landschaft der Gegenwart einen besonderen Wert, allein schon, weil er unbefangen und in völliger Offenheit auch auf heute hierzulande verfemte Denker eingeht wie eben Heidegger und Carl Schmitt, bei denen der deutsche Durchschnittsphilosoph (zumal der verbeamtete) sich vor Distanzeritis nicht zu lassen weiß.

BCH ist gewiss nicht mit Heidegger und Schmitt auf Augenhöhe und im Vergleich mit solchen Kalibern natürlich nur ein Philosöphchen, doch ist er ein wertvoller Türöffner für jene, die sich sonst vielleicht von der Heidegger-Lektüre hätten abschrecken lassen. Ihm, dem sagen wir mal zugewanderten Denker, wagt natürlich niemand mit der Nazikeule zu drohen.

Und stünde ich heute vor der Aufgabe, mich ausschließlich zwischen Habermas, Precht, analytischer Philosophie und eben BCH entscheiden zu müssen, weil alle anderen schon verbrannt wurden, fiele mir die Wahl nicht schwer. Ich würde in aller Gelassenheit sagen, dass jedem – selbst einem Philosophen – mal ein Fehlurteil zusteht. Schließlich hat auch Heidegger seinen ungleich schwerwiegenderen Irrtum von ’33 erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung eingesehen. Vielleicht wird mit den Monaten auch ein BCH noch klüger. Überraschen würde es mich nicht.
Waldgänger (e.B.) aus Schwaben
18. Dezember 2014 08:22
Ja, PEGIDA ist sperrig,widersprüchlich, diffus.

Warum richtet sich der Protest ausgerechnet gegen eine angeblich bevor stehende Islamisierung?
Gerade in Sachsen wo eine Islamisierung in den nächsten Jahrzehnten kaum zu befürchten.
Geburtenrückgang der autochonten Bevölkerung, der Verlust des christlichen Glaubens, die fortlaufende Verblödung durch die Massenmedien, die wirtschaftlichen Folgen des Euros, der Verlust der Souveränität an überstaatliche Organisationen, all dass gefährden das Abendland aktuell mehr, als der Islam.

Das Abendland - dieser altmodische, halb vergessene Begriff , der allenfalls in konservativen katholischen Kreisen noch eine Rolle spielte. Man hätte ihn vielleicht bei der Pius-Bruderschaft vermutet, aber nicht im weitgehend entchristlichten Sachsen.

Dass also gerade in Sachsen, wo es kaum Moslems gibt, 15000 Menschen gegen die Islamisierung und für die Rettung des "Abendland" auf die Straße gehen, hätte vor 3 Monaten niemand für möglich gehalten.

Und nicht zuletzt ist da die schillernde Person Lutz Bachmann.

Ich höre angesichts PEGIDA nur das hilflose Gestammel von Politikern und Journalisten und andere Experten. PEGIDA ist in der Tat nicht zu erklären.

Was bedeutet alles dies?

Jetzt wird Geschichte gemacht. Darum verstehen wir nicht.
Sowenig wie der Wassertropfen den Fluss versteht, sowenig versteht der Mensch die Geschichte, an der er teil hat.

Wir verstehen die Vorgänge am Ende der römischen Republik besser als die Gegenwart.
Hanna Guertler
18. Dezember 2014 08:33
Hallo Frau Kositza, ihre Einschätzung bzg. Prof. Patzelt kann ich nicht uneingeschränkt teilen. Ich denke, Patzelt gehört zu den wenigen, die den berechtigten Charakter von Pegida öffentlich argumentativ untermauern. Ich möchte an dieser Stelle auf den hervorragenden Auftritt Patzelts in der Sendung "Fakt ist..." vom mdr zum Thema Pegida hinweisen. Dort geißelt er die Verlogenheit und Ideologisierung der ganzen Einwanderungsdebatte durch linke Thesen von der "Anlage des Deutschen zum Faschismus und der deswegen nötigen Verdünnung des Deutschtums" und spricht ziemlich rational über Pegida und ihre Gründe.
Überhaupt eine sehenswerte Sendung um sich über Patzelts Position und Pegida zu informieren. http://m.mdr.de/fakt-ist/fakt-ist-pegida100.html
Richtig ist, dass sich Patzelt ausser Stande sieht, wissenschaftliche Analysen zum Pegida-Teilnehmer an sich zu machen, weil Datenmaterial fehlt. Seine Ausführungen sind reine Spekulation auf Grund von Beobachtung. Aber das sagt er auch.

Kositza:Liebe Frau Guertler, das ich Patzelt für moderat & besonnen halte, hab ich doch geschrieben! Ein guter, kluger Mann. Dennoch bleibt mir unklar, warum er auf ein sparsam gebildetes Publikum schließt. Er sagt nicht, was er beobachtet hat, was zu dieser Spekulation führt.
Hanna Guertler
18. Dezember 2014 08:37
http://mobil.derstandard.at/2000009465875/Pegida-ist-das-Volk-keine-Horde-von-Neonazis

Hier noch eine ganz gute Positionierung von Patzelt, die extrem von der politisch verordneten Linie abweicht. Mich würde es nicht wundern, wenn er jetzt in seinervt bürgerlichen Existenz bedroht wird.
Ein Fremder aus Elea
18. Dezember 2014 08:38
die kaum anders erklärbar ist als dadurch, daß er selbst seinen eigenen Charakter am besten kennt und daher naturgemäß jeden verachten muß, der ihn trotzdem wählt. Und so ist es wiederum folgerichtig, nicht etwa die verachteten Bürger „ernstzunehmen“, sondern lediglich deren „Ängste“ – und auch die nur in dem Sinne, in dem man auch eine faulende Bananenschale „ernstnimmt“, auf der man nicht ausrutschen möchte.

Na, na, na, bis dahin war's göttlich, hier wird's menschlich, allzu menschlich.

Ich hoffe Manfred rutscht nicht durchgängig in persönliche Angriffe ab. Gerade bei einem eklektischen Werk wie einem Wörterbuch ist eine leichte, humorvolle Note von Nöten, um es halbwegs in einem Stück lesbar zu machen, wer will schon über der Lektüre verbittern?

Ansonsten ist der Schliff, welcher an den hier vorgestellten beiden Beispielen zu erkennen ist, beeindruckend.
Carsten
18. Dezember 2014 09:21
Diese Ferndiagnosen sind erstaunlich. Das sind Genies, die von zuhause beurteilen können, was für Menschen sich bei den ...GIDA-Versammlungen treffen.

Bei all den "diffusen Ängsten" und den jetzt brandneuen "Transformationsverlierern" ist meine Lieblingsphrase etwas in Vergessenheit geraten, die ich hier wiederbeleben möchte: "Krude Thesen"! Ein Comeback hätten auch die "biologistischen Thesen" verdient.

Neuer Slogan: Ich bin stolz, Mischpoke zu sein!
Rumpelstilzchen
18. Dezember 2014 09:22
Durch die PEDIGA - Bewegung fällt mir einiges ins Auge:

1. Ich bin erstaunt, wieviele Bestimmer es gibt. Berater, Forscher, Beauftragte, die das Un-fass-bare erfassen wollen .
Eine riesige Berufsgruppe sorgt sich politisch, soziologisch und therapeutisch um den kleinen Mann und dessen Ängste vor dem schwarzen Mann.
Wie kostspielig und unnötig ist das denn ???
Ja, es gibt sogar eine Integrationsministerin in Sachsen, wo es doch fast gar nichts zu integrieren gibt. Ab wieviel Prozent Migranten gibt es eigentlich ein Migrationsministerium ? Oder sind das unnötige Pöstchen ?

2. Mit dem sog. MANN VON DER STRASSE hat man einfach nicht mehr gerechnet. Man hat ihn gar nicht mehr auf dem Schirm, wie das neudeutsch heißt.
Dies zeugt von einer unerträglichen Arroganz !
Ja, der einfache Mann von der Straße ist sogar "mehrheitlich erwerbstätig" (Patzelt) . Es gibt tatsächlich noch Menschen mit Steuerzahlerhintergrund.
Umso beeindruckender, daß diese Menschen auf die Straße gehen. Und nicht die Berufsdemonstranten. Die langsam schlapp machen.
Wieviele von den Antifanten sind eigentlich erwerbstätig ? Oder leben die vom einfachen Mann ?

3. Die Aufgeregtheit der Politiker und Medien zeigt, daß hier ins Schwarze getroffen wurde !!! Und zwar dadurch, den Bestimmern die Gefolgschaft zu verweigern. Nicht durch rechtsradikales Gedankengut.
Das ist wie bei den Kirchen. Sie können Kritiker und Gegner verkraften, aber keine Schäfchen, die in Massen austreten. Geld entziehen.
Eine Hauptwaffe dürfte somit die massenhafte Verweigerung der GEZ-Zwangsgebühren sein. Hier werden die Bestimmer empfindlich getroffen !
Das sollte sogar im Sinne der Linken sein.
Fazit:
Solange es den kleinen Mann noch gibt, werden die Proteste nicht aufhören !!!
Erst dann, wenn es Arbeitslosigkeit für Alle bei vollem Lohnausgleich gibt.
Dann ist endgültig Schluß.
Johannes P.
18. Dezember 2014 09:32
Da ich gerade bei Roland Tichy denselben Fehler sah, eine Warnung vor falschen Freunden: "to lose" hat ein O verloren, aber "loose" ist so lose, da passen zwei rein. :)
Andy
18. Dezember 2014 10:00
Es gibt keine Islamisierung. Das Problem ist allenfalls das Zurückdrängen des deutschen Islams in Deutschland zugunsten eines morgenländischen Markenkerns, da springen dann vor allem Konvertiten auf, und die finanziell starke saudische Mission in vielen islamischen Staaten. Europäische Kultur ist durch einen Kulturrelativismus und eine Identitätskrise gefährdet, in anderen Ländern Europas ist das stärker. Islamophilie ist oftmals nur kaschierter Selbsthass. Deutsche Kultur ist real durch die Amerikanisierung und Säkularisierung bedroht.

Wer gegen die Farce einer "Islamisierung" marschiert, der geht der von Washington mit viel Public Diplomacy Geldern eingesteuerten Kampagne auf den Leim. So wie sich bei der "Ausländer raus" Linie des Pöbels die Arbeitgeber die Hände reiben über die gelungene Entsolidarisierung der Arbeiterschaft sehen die PD-Profis in Washington die Erfolge ihrer Investitionen in europäische Öffentlichkeit und ihrem "war of ideas"

While official diplomacy is aimed at officials – our Secretary of State talking to their foreign minister – public diplomacy is aimed at publics – our officials and often our publics engaging with their publics. ... We are acting as a facilitator to speed the use of the same techniques – again employed by foreign citizens, not governments – to build movements against violence in other Latin American nations, in South Asia, the Middle East, in Europe, and elsewhere. ..For example, we’re creating a global network that connects women opposed to violence organized on the MADD or Mothers Against Drunk Driving model in the United States. ...Another key battleground for the war of ideas is Europe, and some 20 million Muslims live in Western Europe. The way I talk about war of ideas is really in juxtaposition with a war of bombs and bullets. In other words, there is a war, there’s a struggle, against – let’s call it in general terms violent extremism. We do that sometimes with bullets, but we also do it with ideas. So that’s what the war of ideas is. ..Finally, there are policies, and absolutely there are people around the world who disagree with our policies. And in the end, we are not going to take a global vote about particular policies. But there’s no doubt that there are consequences when people oppose your policies. And one of those consequences is you are reduced, let’s say, in their respect and in their trust.
Walter Martinez
18. Dezember 2014 10:01
Das hier beobachtete Verhalten ist doch eigentlich usus und hat ein wenig was vom Spiel des guten und bösen "Cops". Der politische Gegner wird entweder entmennschlicht indem man ihm übersetzt einen Hang zur Barbarei unterstellt oder aber pseudopsychologisch seziert und damit eine Krankheit diagnostiziert. In Beiden Fällen wird der Feind damit nicht satisfaktionsfähig, man muss sich nicht mit seinen Argumenten auseinandersetzen, denn entweder ist er ein ekelhaftes Subjekt, das auch die eigene Freiheit letztlich bedroht oder aber ein armer Irrer bei dem man sich denkt: "Gut, die wissen es nicht besser oder hatten keine Chance auf Bildung wie ich sie hatte". Das breite Bündnis jedoch, die Mehrheit (da wollen wir doch eigentlich gerne dazu gehören) steht also über den Dingen und muss jetzt irgendwie versuchen zu verhindern, daß kranke, irre und dumme Menschen ihre Ziele erreichen. Dazu ist dann im Notfall eben auch Gewalt notwendig, im Fall der Kranken reicht es aber vielleicht auch, das den Dummen einfach nur "besser zu erklären". Gerade im letzten Fall kommt perfide noch hinzu, daß die Politik so tut, als habe "man verstanden" und auch eine Mitschuld. "Wir haben halt den Kontakt zum Stammtisch etwas verloren und müssen diese Menschen wieder ins Boot holen". Im "besten" Fall gibt es dann tatsächlich einige Zugeständnisse und das fröhliche Fluten wird mal für ein Jahr oder so etwas verringert. Das wiederrum bietet dann der Linksfront Gelegenheit, wieder vom eigentlich doch existierenden BRD-Faschostaat zu fabulieren wie seinerzeit beim "Asylkompromiss".
Rüdiger Braun
18. Dezember 2014 10:01
Mit Menschen die mich nicht ernst nehmen, diskutiere ich nicht. Egal welches Thema auch besprochen würde immer muss der Gesprächspartner bereit sein mich anzuhören, so wie ich es auch versuche, was mir ehrlicherweise auch nicht immer gelingt.
Nun gibt es tatsächlich Gruppierungen mit denen man per se nicht ins Gespräch kommen kann. Zum einen weil sie die rethorischen Kniffe aus dem EffEff kennen zum anderen weil es für sie undenkbar wäre mit den Plebs zu kommunizieren.
Dazu gehören vor allen anderen Politikwissenschaftler und Philosophen. Aber auch Volkswirtschaftler haben ihre Probleme im offenen Diskurs. Von den Volksvertretern mal ganz abgesehen.
Was aber wenn der Gesprächspartner fehlt, bzw. nicht zuhört?
Czernitz
18. Dezember 2014 10:06
Die Schreiberlinge der Hohenpriesterpresse hätten es gern, wenn Lutz Bachmann, da vorbestraft, der Führer der Bewegung wäre. Welcher Bewegung? In Dresden nennt sie sich PEGIDA. Im Grunde genommen ist weder ein Name noch ein Ziel noch ein Führer dieser Bewegung bekannt. Und Bachmann ist wohl eher das vom Baum gerisssene Blatt, das sich für den Orkan hält. Kennzeichen nativistischer Bewegungen ist, daß sie diffus sind. Sie beginnen an den Peripherien der Gesellschaft und laufen ohne Führer und ohne Charta. Das politische Zentrum aber, samt seiner medialen Priesterschaft, ist irritiert. Es rätselt und sagt "krude" wie SPON, es spuckt und sagt "widerlich" wie der Bundesjustizminister. Es rätselt wieder von vorn, um sich schließlich zur Vorsicht zu rufen. Man will nicht unter die Räder kommen. Manches Ministerchen verfällt in Panik. Klar, das ist amüsant.
Rainer Gebhardt
18. Dezember 2014 10:38
Daß Byung-Chul Han die Abkürzung über die Couch des Analytikers nimmt, ist bedauerlich; um so mehr als er kein Psychoanalytiker ist und trotzdem mit einem Vokabular klappert - Abspaltung, Verdrängung, Wiederkehr des Verdrängten in Gestalt des Symptoms etc. - mit dem sich heute Greti und Plethi die Welt zu erklären versuchen. Wie gesagt, bedauerlich und für dieses Mal ein totaler Schuß in den Ofen. Vielleicht hat ihn der Teufel geritten.
Ansonsten stimme ich Kolkrabe zu: BCH gehört zu den wenigen in seinem Metier, die ich noch lesen kann. Seine Einschätzung steht übrigens im völligen Kontrast zu seiner Einschätzung der Lage, die er in seinem letzten Buch "Psychopolitik: Neoliberalismus und die neuen Machttechniken" gibt. Der Essay beginnt mit einem ernüchternden Satz: "Die Freiheit word eine Episode gewesen sein. Episode heißt Zwischenstück. Das Gefühl (!) der Freiheit stellt sich im Übergang von einer Lebensform zur anderen ein, bis sich diese selbst als Zwangsform erweist. So folgt auf die Befreiung eine neue Unterwerfung." Ein Aussage, die eine Vermutung stützt, die Slavoj Žižek - der alte Kokains hat durchaus absolut helle Momente hat - kürzlich getroffen hat: Was wir im Prozess der Globalisierung erleben, meint Žižek, sei nicht der Siegeszug der Demokratie sondern das glatte Gegenteil: die Entkoppelung von Demokratie und Kapitalismus. Was er nicht sieht: Die Demokratie gehört zu den großen Bluffs im sog. "herrschaftsfreien Diskurs"; er funktioniert nur so lange, wie nicht alle Beteiligten in die Karten schauen können bzw. dürfen. Patzelt hat das in dem oben angesprochen MDR-Interview zwar etwas indirekt aber deutlich formuliert: Die Diskussion wird unter Vorzeichen und mit Begriffen geführt, die von denen festgelegt wurden, die die den Gang in die Multikuligesellschaft an die Zerstörung der deutschen Kultur binden. Und was weiter? Weiß ich nicht. Aber wenn ich mir einen Artikel noch mal reintue, der diese Woche in der Welt erschien, dann wird mir klar, wohin die Reise geht. Die haben nämlich in den Pediga-Demonstraten das deutsche "frustrierte Kleinbürgertum" ausgemacht. Womit wir dann beinahe schon bei der Sozialfaschismus-These der KOMINTERN wären.
eulenfurz
18. Dezember 2014 10:46
E.K.:

Dennoch bleibt mir unklar, warum er auf ein sparsam gebildetes Publikum schließt.


Er benutzt den Konjunktiv und speist seine Behauptung offenbar aus empirischer Erfahrung: Wer zu Demonstrationen geht, zumal auf solche öffentlich geächteter Gruppen, wird kaum zur von den Zuständen profitierenden Oberschicht, geschweige denn zur Machtelite gehören (so, wie Özdemir, Ulbig, Uni-Boß & Co. auf der Gegenseite).

Je "verwerflicher" eine Demonstration von der Propaganda in Richtung Massen kommuniziert wird, umso größer wird der Anteil sozial Deklassierter unter den Teilnehmern sein. Zumindest war es in der Geschichte der BRD immer so, und auch 1989 war es Anfangs derart; erst, als sich Millionen auf den Montagsdemos drängelten, mag sich die Durchschnitts-"Bildung" der Demonstranten derer des gesamten DDR-"Volkes" angenähert haben.

Wobei natürlich definieren müßte, was man eher unter "Bildung" subsumiert: Die Länge der Schuldressur und die damit verbundene größere Machtteilhabe (gemäß Foucoult) oder ein bodenständiges Gespür für unhaltbare Zustände?
Strogoff
18. Dezember 2014 11:57
Werte Hanna Guertler

warum jubeln Sie und andere seit Tagen Patzelt so hoch?
Patzelts These:
Schuld ist ein nicht schlüssiges Asylrecht
und dass die Bürger nicht lang genug vorher informiert werden, was auf sie zukommt. Man muss es dem Bürger gut erklären weil er es nicht versteht.

Das soll der Grund für Pegida sein? Sehen Sie das auch so? Patzelt lebt in seinem Elfenbeinturm. Mit dem Leben des grund- bis mittelprächtig gebildeten Bürgers hat er sehr wenig zu tun, dabei treffen Änderungen dieses Klientel als erstes.

Patzelt in bürgerlicher Lebensgefahr durch Linke?
Patzelt hat doch höchstens mal auf denn linken Busch geklopft.
Das was ihn interessiert ist die Affen-Feldforschung: " Pegida hat er mit seinen Studenten von Anfang an in Dresden beobachtet." Das breitet er jetzt genüsslich im TV und gedruckt aus.


Herr P. kann dann bei Kleine-Hartlage nachschlagen: Xenophobie, Stammtisch. Schicken Sie doch gleich noch "Die Liberale Gesellschaft und ihr Ende" mit. Vielleicht lernt er ja was daraus.

Hier noch ein Hörspiel für die, die es angeht.
http://www.wdr3.de/hoerspielundfeature/professorkiesel100.html

Und zur unmöglichsten Zeit:
24.12.2014 Deutschlandradio Kultur Sendung an Heiligabend, 16 Uhr: Gespräch mit dem Literaturkritiker Denis Scheck über Ernst Jüngers "In Stahlgewitter
http://www.heimo-schwilk.de/termine.html
Marcus Junge
18. Dezember 2014 11:58
"Beide eint, daß sie zwar die Pegida-Demonstranten nicht als „Nazimischpoke“ ansehen, aber doch im- und explizit betonen, daß sie sich arg bücken müssen, um „Augenhöhe“ herzustellen mit „diesen Menschen“."

Und wenn man dann bei der JF schreibt, der Patzelt sei auch nur ein weiterer linker Umvolker, verschwindet der Kommentar durch nie erfolgende Veröffentlichung. Obwohl ein entsprechender Link eingefügt war, bei dem man Patzelt reden hören (und sehen) konnte (bei Phoenix).
Sagan
18. Dezember 2014 12:44
Wer weiß, was man in Patzelts Position alles abwägen und austarieren muss, um weiterhin als Experte an der öffentlich-rechtlichen Meinungsbildung teilhaben zu dürfen. Jedenfalls hat er im SWR über PEGIDA zu Protokoll gegeben:

"Das politische Ziel ist, dass über Asylbewerber, über Bürgerkriegsflüchtlinge, über den Wandel unserer Gesellschaft zu einer Einwanderungsgesellschaft, die aber weder eine klare Einwanderungspolitik hat noch klare Vorstellungen von einer nachhaltig funktionierenden Integrationspolitik besitzt, dass darüber endlich geredet wird. (...) Der zentrale Punkt ist der Wunsch, dass endlich über die Grundlagen und Ziele deutscher Einwanderungs- und Integrationspolitik ergebnisoffen geredet wird und dass die Bürger auch noch in einer anderen Weise beteiligt werden, als durch die Aufforderung, sie möchten sich doch bitte nicht so haben, Probleme nicht aufblasen und eine anständige Begrüßungskultur zelebrieren."

Dafür muss man doch dankbar sein.
Dinkie
18. Dezember 2014 12:56
an alle:

Guckt euch mal das hier an:

http://www.focus.de/digital/internet/facebook/ausmisten-mit-einem-klick-so-erkennen-sie-pegida-fans-unter-den-facebook-freunden_id_4354599.html
Rumpelstilzchen
18. Dezember 2014 13:24
Der Herr Patzelt mit der lustigen Frisur beschreibt die PEGIDAS wie seinerzeit Loriot ( alias Grizmek) die Steinlaus. Als posierliche Tierchen, die ganze Gebäude zum Einsturz bringen können.
Siehe hier: https://m.youtube.com/watch?v=QYuew2M27wc
In einem Interview habe ich Patzelt sagen hören ( ich glaube auf mdr) , dass wir Einwanderung brauchen, da ja ganze Landstriche in Deutschland vom Aussterben bedroht seien. Was die ganzen Einwanderer in Kleinblittersdorf sollen, ist mir allerdings auch ein Rätsel.
@Dinkie
Die Kommentare sprechen Bände.
Strogoff
18. Dezember 2014 14:06
Rumpelstilzchen

Wollen Sie etwa das da Lebensraum ungenutzt bleibt. Wo keine Menschen mehr leben könnte sich ja die Natur wieder ausbreiten und soweit kommt das in Deutschland noch.
jokn
18. Dezember 2014 14:21
MSM-Statistik kann einfach alles! So sind 10.000(!) der insgesamt 4.000 Muslime in Sachsen sind in Leipzig ansässig. Das geht so: Die Stadt Leipzig (Website; Stand Mai(!) 2014) meldet ca. 9.000 bis 10.000 ansässige Muslime und SPON kommt in seinem "Faktencheck" auf 4.000 Muslime in ganz Sachsen. Gibt es neben "Neusprech" jetzt auch "Neuzähl"?
Hartwig
18. Dezember 2014 14:26
" ... immer muss der Gesprächspartner bereit sein mich anzuhören, so wie ich es auch versuche ..." u.s.w.

@ Rüdiger Braun
Sie glücklicher! Meine Erfahrung ist, dass jeder fast ausschließlich aus einer Art Selbstvergewisserung spricht. Ein gelungener Austausch gelingt m.E. nur dort, wo man sich grundsätzlich einig ist und nur noch Detaildebatten führt.
Eine Diskussion mit dem politischen Gegner halte ich seit langem für sinnlos. Die Kundgabe dieser Verweigerung im Sinne von "Über Politik diskutiere ich nicht mit Linken" ruft einen ähnlichen Reflex hervor, den man jetzt auf großer Bühne bzgl. PEGIDA sehen kann.
Schopi
18. Dezember 2014 14:38
Wir wissen es nicht, keine PEGIDA Demonstrant hatte eine IQ Tätowierung auf der Stirn - daß es überwiegend Menschen waren, die nicht so intelligent wie Herr P sind, davon geht der Mann mit den schönen Löckchen wohl aus.

Was aber sehr wohl nachweisbar ist, ca 90% + aller Intellektuellen in diesem Land sind staatstragende Leute, keine Kritik, allenfalls Scheingefechte. Der Intellekt im Dienste des Willens, natürlich des eigenen Willens zur Teilhabe an Macht, Geld; Einfluss. Gehirnschmalz ist nicht gleich Erkenntnis.
Hanna Guertler
18. Dezember 2014 15:01
@strogoff

Mitnichten möchte ich Patzelt "hochjubeln" und habe es auch nicht getan. Sicher werden Sie mir zustimmen, dass in der gleichgeschalteten Medienlandschaft ohne gewisse Verklausulierungen und Zugeständnisse an die PC überhaupt keine Meinungsäußerung jenseits der links-grünen Grenzmarkierung möglich ist. Insofern hat sich Patzelt schon weit aus dem Fenster gelehnt, als er die "Verdünnungsthese" kritisch als größtes Problem einer ehrlichen Debatte benannte. Das ist absolut neu in der Systempresse.
Abgesehen davon, dass ich die Hysterie um jegliche Aussagen, die nicht absolut der von uns gewünschten Sichtweise entsprechen, auch nicht nachvollziehen kann.
Hanna Guertler
18. Dezember 2014 15:07
@sagan
Genau das ist der Punkt.
Danke für das Zitat.
Zadok Allen
18. Dezember 2014 15:48
Ich kenne Patzelt recht gut. Er wird m.E. von einigen Kommentatoren hier deutlich überschätzt, im Guten wie im Bösen. Im Prinzip glaubt er tatsächlich an die Aussagen, die er tätigt (es gebe Meinungsfreiheit, die CDU sei eine "bürgerlich-konservative" Partei usw.).

Er fungiert, auch infolge seiner sporadischen JF-Interviews, als Normalitätssimulant und ist als solcher den Herrschenden recht dienlich. (Masche: Seht, da ist einer Professor, und der ist demokratisch-konservativ und darf so etwas auch sagen! Glaubt ihr nun, daß wir in einem freien Land leben?)

In diesem Rahmen, und nur in diesem, wird er geduldet. Freilich hat er wohl auch gute Verbindungen in sächsische Regierungskreise hinein, was den paternalistisch-gutsherrlichen Zungenschlag seiner herablassenden Äußerungen zu PEGIDA erklären dürfte.

Doch weitergehende strategische Ziele traue ich ihm, um es kurz zu machen, nicht zu. Er ist einer der vielen, die kognitive Dissonanz und Loyalitätskonflikte mit doublethink bekämpfen.
Trouver
18. Dezember 2014 16:07
Ich werde nicht muede zu betoenen: nicht ALLE Fremden sind fuer dir Gruenen gleich herzlich wilkommen.

Der Gross- oder Weissrusse wuerde auf "die Abholung" ganz vergeblich warten.

Egal, wie prekaer seine Lage ist.
Arne Schimmer
18. Dezember 2014 16:23
Ein Gedanke von EK, der mir dieser Tage auch mal kam: Wenn man die Rationalität oder Nicht-Rationalität von Bedrohungsängsten nun an der Größe der Gruppe mißt, von der eine vermeintliche oder tatsächliche Bedrohung ausgeht (so wie das gerade bei PEGIDA gemacht wird, denen immer wieder die geringe Zahl der Muslime in Sachsen vorgehalten wird), wie rational ist dann der "Kampf gegen Rechts"? Im Jahr 2013 gab es in Deutschland 21 700 behördlich registrierte Rechtsextremisten, damit stellen diese gerade einmal 0,0002691 Prozent der deutschen Gesamtbevölkerung, trotzdem lebt das Land seit Jahrzehnten in einem unerklärten Ausnahmezustand, in der permanent gegen diesen inneren Feind mobilgemacht wird, mit mittlerweile milliardenschweren Programmen, mit staatsoffiziellen Umzügen und Demonstrationen, mit Organisations- und Berufsverboten. Da muß man schon feststellen: Im Vergleich zur Irrationalität der gesellschaftlichen Bedrohungsängste, die im Zuge des "Kampf gegen Rechts" sichtbar werden, ist jeder PEGIDA-Spaziergänger geradezu ein Lordsiegelwahrer politischer Rationalität.
Nörgler
18. Dezember 2014 16:50
Zadok Allen
Ich hatte von Herrn Patzelt noch nie gehört.Seitdem er Interviews gibt,und in diversen Labersendungen auftritt,habe ich ich mich natürlich damit beschäftigt.(Fakt ist,MDR,diverse Interviews etc.)Erstaunlicher Weise kam ich in meiner (natürlich subjektiven) Einschätzung zu einem Ergebniss,das weitesgehenst mit den Formulierungen Ihres Kommentars deckungsgleich ist.Sie schreiben ja,Sie kennen diesen Mann ganz gut.Das gab mir schwer zu denken.In Punkto Menschenkenntniss oder -Einschätzung war ich nämlich bisher eher "durchschnittlich" efolgreich.
"Er fungiert, auch infolge seiner sporadischen JF-Interviews, als Normalitätssimulant und ist als solcher den Herrschenden recht dienlich. (Masche: Seht, da ist einer Professor, und der ist demokratisch-konservativ und darf so etwas auch sagen! Glaubt ihr nun, daß wir in einem freien Land leben?)"
Das unterschreibe ich hiermit in Anerkennung Ihrer Urheberrechte voll und ganz. In diesem Rahmen, und nur in diesem, wird er geduldet. Freilich hat er wohl auch gute Verbindungen in sächsische Regierungskreise hinein, was den paternalistisch-gutsherrlichen Zungenschlag seiner herablassenden Äußerungen zu PEGIDA erklären dürfte. Doch weitergehende strategische Ziele traue ich ihm, um es kurz zu machen, nicht zu. Er ist einer der vielen, die kognitive Dissonanz und Loyalitätskonflikte mit doublethink bekämpfen.
Belsøe
18. Dezember 2014 16:53
Was wäre denn eigentlich so schlimm an einem nichtakademischen Protestmilieu?

Ich kenne in meinem Umfeld eigentlich wenige akademisch ausgebildete Menschen, die wirklich wach und differenziert denken. Von gebildeten Akademikern will ich gar nicht anfangen, die gab es immer und gibt es nach wie vor nur in geringer Anzahl, Tendenz stark abnehmend da vom aufstiegshungrigen Mittelmaß und deren Karrieretaktiken verdrängt.

Damit ist das berufsgebildete Milieu noch nicht besser - aber es hat einen Vorteil: da es keine lenkenden und entscheidenen Positionen anstrebt, wird von ihm ein relativ geringeres Bekenntnis zum Status Quo verlangt. Weiterhin haben diese Leute einen realen, selbst erlebten Begriff davon, was die Implementierung hegemonial durchgesetzter Theorien mit der Lebenswirklichkeit der Menschen machen. Einige sehr wache Köpfe arbeiten in nichtakademischen Brotberufen, weil sie den für die universitäre Kultur verheerenden inneren Kotau, wahlweise Spagat, nicht leisten konnten. Das muss nicht mal bewusst entschieden worden sein, es reicht mitunter das sichere Navigieren nach einem inneren Kompass, der einem sagt: hier kann ich nicht dazugehören. Wofür wird denn studiertes Personal heute bezahlt? Was tut man da, was hat man durchzusetzen, hat man da selber noch was zu meinen? Ist das erstrebenswert? In sehr vielen Fällen ist meine persönliche Antwort mittlerweile: nein. Bestimmte Karrieren machen mir deren Inhaber fast schon suspekt, auch wenn die persönliche Sympathie durchaus ausreichend ist und die Wellenlänge bis zu einem gewissen Bereich noch stimmt. Unter bestimmten Umständen beinhaltet Erfolg immer die Frage nach Integrität.

Auch wenn PEGIDA reichlich hölzern geraten ist, von der Namensgebung bis hin zur teils doch recht suppigen Inhaltsangabe, die sich im Grunde wieder einem Einzelsymptom widmet statt der Gesamtfäule: Für mich ist ganz logisch, dass das nicht von Universitäten und hoffnungsfrohem Führungsnachwuchs ausgehen kann. Der Herr Professor widmet sich da irgendwelchen Betrachtungen von vorgestern.
Belsøe
18. Dezember 2014 17:30
Andy:
Es gibt keine Islamisierung. Das Problem ist allenfalls das Zurückdrängen des deutschen Islams in Deutschland zugunsten eines morgenländischen Markenkerns, da springen dann vor allem Konvertiten auf, und die finanziell starke saudische Mission in vielen islamischen Staaten. Europäische Kultur ist durch einen Kulturrelativismus und eine Identitätskrise gefährdet, in anderen Ländern Europas ist das stärker. Islamophilie ist oftmals nur kaschierter Selbsthass. Deutsche Kultur ist real durch die Amerikanisierung und Säkularisierung bedroht.


Sehr wichtiger Punkt und Beitrag, danke auch für das Zitat, das mich zu einem lehrreichen Link führte. Man muss einen Schritt weiter denken.

Wessen Hegemonialmacht wird dort gewaltsam durchgesetzt, wo die Flüchtlingsströme herkommen? Nach welchem Vorbild funktioniert die derzeitige Form der wirtschaftlich motivierten Einwanderung, die von europäischen Verfasstheiten nur so schwer verdaut werden kann? Welchen Theoremen aus welchem Land folgt die Abwicklung europäischer National- und Sozialstaatspolitik, und welche Entwicklungen werden forciert, um ebendiese in tiefe, delegitimierende Krisen zu stürzen? Wo bündelt sich die Beute Was ist das alles? Ist das europäisch?

Und wann haben wir selbst damit angefangen? War es europäisch, sich für einen ausufernden Konsumwohlstand auf Pump tief und willig zu bücken, ohne den Gedanken zuzulassen dass das keine Substanz haben kann? War es deutsch, für jede Wirtschaftswundermark einen Daueranspruch auf Jahrzehnte rauszugeben, nicht zuletzt für gut aufgestellte Leute, Wirtschaftskumpeleien und hohe Ämter? Solange die PEGIDA auf der zweiten, dritten Ebene stecken bleiben, rühren sie auch nicht an die Wurzel des Problems. Eine weitere Variante enttäuschter Liebhaber.

Was mich auch umtreibt, und zwar bei allem was derzeit an Unzufriedenheit brodelt (Demos, NSU-Staatsverstrickung, linke oder rechte Gewalt, Überwachung, bla...), ist eine mögliche perfide Verdrehung: wenn berechtigter Groll so umgelenkt wird, dass es zu einer endgültigen Staatsmüdigkeit kommt, wird auch niemand die Reste dieses Staates gegen TTIP, übernationale Regierungusw. verteidigen. Das Freihandelsabkommen wird uns z.B. amerikanische Gesetzgebung bescheren, da bin ich ganz sicher. An solche Dinge wird nicht gerührt, solange wir uns an Flüchtlingen, Edathy-Affären, Hooligandemos und anderen (gepflanzten?) Begleiterscheinungen abarbeiten. Nie vergessen was gerade für große, nein riesige! Umwälzungen laufen!
Gustav Grambauer
18. Dezember 2014 17:40
"Da ist es folgerichtig, daß er diese Bürger nicht „Bürger“ nennt, sondern „Menschen“, ihnen also keinen politischen, sondern bloß einen biologischen Status zuerkennt." Noch spannender als Pegida finde ich "Nein zum Heim" in Berlin-Marzahn, wo ich mich bei meinem neulichen Berlin-Besuch wie in einem erfrischenden Bad gefühlt habe. Dort sind es überwiegend Paria aus den Ghettos der Honecker-Zeit, "viel bodenständiges Volk" wie jemand neulich hier treffend angemerkt hat. Der Kampf-Vorteil wird darin liegen, nichts mehr zu verlieren, aber das Herz auf dem rechten Fleck zu haben. An solchen perlt jeder Psycho-Stuhlkreis-Spinner ab wie Rinnwasser an einem gut gepflegten Autolack. Deshalb wird dort mittel- und langfristig "die Musik spielen" (wie auch im Ruhrgebiet). Sowieso schlägt mein Herz viel mehr bei einem arbeitslosen BFC-Anhänger als bei einem kaffeesächsischen Etepetete-Besitzstandswahrer. Auch die Akademiker-Welt ekelt mich nur noch an, hab` dort auch schon lange keinen Hauch von Konstruktivtät mehr gesehen. Wer sagt "ich bin gebildet" sagt i. d. R. "ich bin indoktriniert". Bin froh dort weg zu sein und in meinem Leben ein radikales Downgrading durchgezogen zu haben. Ich würde mir kein Buch von Pirincci kaufen, aber ich seh` ihn mit unfaßbarer Freude: https://www.youtube.com/watch?v=UZK6JKtYdcw Den Popanz "Bürgerrechte" gibt es übrigens sowieso nicht mehr: sie sind - so wie die "Grundrechtsdogmatik" per se - nur noch ein von der Rechtsprechung entkerntes leeres Gehäuse (... wie sich bei den Demonstrationen ja gerade jeden Montag zeigt), und womit die sogenannte "Zivilgesellschaft" (- die dämonische Fratze der alten Ständeordnung -) dumm und lauwarm gehalten wird. Der "Bürger" ist das was er schon immer war: ein Gespenst, und zwar nicht nur de jure. - G. G.
Walter Martinez
18. Dezember 2014 17:42
Arne, die andere Seite wird entgegnen, daß diese kleine Zahl an Menschen (es sind außerdem ja nicht nur die behördlich registrierten) für 947958734745 Gewalttaten und Morde jedes Jahr verantwortlich sind. "Fremdenfeindliche" Straftaten werden ja im Gegensatz zu deutschenfeindlichen ausgewiesen. Außerdem gibt es einen Unterschied zwischen Islam und Islamismus, jedoch keinen zwischen rechts, rechtsradikal, rechtsextrem und rechtsterroristisch. Nicht zuletzt führen alle Straßen, die im geringsten von der Mitte nach Rechts abweichen unweigerlich in die Vernichtungsöfen von Auschwitz. Daher muss hier besonders kleinlich und strikt vorgegangen werden.
Nicht zuletzt darf man auch an Orten gegen Nazis demonstrieren, an denen es keine gibt. Umgekehrt darf man nur in Offenbach, Mannheim oder Duisburg gegen Überfremdung demonstrieren, aber auch da ist dies zweifelhaft, da es zum einen um Bereicherung geht und nicht um Überfremdung. Zum anderen setzt so etwas wie Überfremdung überhaupt erst ab 90% Ausländeranteil an.
Doppeldenk letzter Teil: Bekommen Rechte bei Wahlen unter 1% wird das als Beleg gesehen, daß keiner ein Problem mit Ausländern hat, bis auf einige wenige ewig Gestrige. Man ist also auf dem richtigen Weg, das Volk steht hinter der Linie des freien Flutens. Geht es um die Verteilung von Geldern gegen Rechts und das Profilieren im Bereich "Antifaschismus" ist die Gefahr von dort natürlich riesengroß, sie äußert sich zwar nicht in Wahlerfolgen, ist aber doch immer noch in der toitschen Seele tief verankert und kann jederzeit ausbrechen. Was dann wieder in Öfen endet.
Harald de Azania
18. Dezember 2014 17:52
Liebe Freunde, Es bewegt sich etwas ( hier in Suedafrika waere PEGIDA mainstream und deren Positionen selbstverstaendlich, ja !!!). Bitte weitermachen! Die sich selbst abgekapselt habende Pseudo-Elite aus Politik und Journaille, Leute die nurmehr in geistiger Inzucht leben, nur mehr mit den Waffen der moralischen Erpressung arbeiten koennen, aventuriers, non-valeurs und subventionierte Kleingreissler der politischen Korrektheit ... sind die wirklich so maechtig? Es knirscht im Gebaelk! Weitermachen, bitte weitermachen! mit besten Gruessen HdeA
Yvonne
18. Dezember 2014 18:08
Es ist die immer gleiche Leier: wer von rechts widerspricht ist entweder zu kurz gekommen und will sich nun an den noch Schwächeren schadlos halten, oder er ist ein bösartig-wahnsinniger Demagoge. Dabei ist es nicht nur unangemessen, auf Sachfragen mit "Motivationsanalysen" zu antworten, sondern sie demonstrieren hier auch feinstes Schubladendenken. Der "autoritäre Charakter", angeblicher Wegbereiter von Nationalismus und Faschismus, zeigt hier sein zeit- und ideologieloses Format. Sie haben es eben so gelernt, der Kleinbürger, das fleischgewordene Vorurteil, ist ein defizitärer Charakter und daher sowohl aus Dummheit als auch aus Boshaftigkeit nicht in der Lage, das Gute zu wollen. Es können nur solche dort gewesen sein. Ekliges Gewürm, sozusagen.
Kann es wirklich sein, dass sie nicht merken, dass sie die immer gleichen Phrasen zum Besten geben? Es braucht gute Nerven, sich überhaupt noch dieses Gerede anzuhören. Die Entscheidung von Pegida, mit der Presse nicht zu sprechen, finde ich daher sehr richtig. Es hat auch, glaube ich, leichte Irritationen dort ausgelöst.
Aber gerade gibts ja doch was zur Erheiterung, die überlieferte Kommunikation zwischen Edathy und seinen Kumpanen, insbesondere Oppermann, diesem verlogenen Pinscher.
Thomas Wawerka
18. Dezember 2014 18:40
Irgendwie amüsiert mich das alles auch. Gift und Galle spuckende "Etablierte" auf der einen, überwiegend schweigende Spaziergänger auf der anderen Seite - das hat teilweise schon surrealistische Qualitäten.
Und es wird nicht besser ... Man kann im Augenblick wohl nicht genug Mitleid mit den linksliberalen Etablierten haben. Plötzlich gibt es echten WIDERSPRUCH, aus heiterem Himmel - die wissen gar nicht mehr, wie sich das anfühlt ... I.A. hoffen sie wahrscheinlich, dass das Weihnachtsfest dem ganzen Spuk ein Ende bereitet.
Man darf die amüsanten Komponenten nicht übersehen, sonst regt man sich zu sehr auf und fällt am Ende noch in Gefechtsbereitschaft.
Arkanthus
18. Dezember 2014 19:05
Arbeitet euch nicht so sehr an dem Motto ("Islamisierung", "Abendland") ab. Der GRÜNEN Bewegung ging es auch nicht bloß um AKWs und Juchtenkäfer, sondern um ein Gesamtpaket eines postmodernen Sozialismus. Die haben schrittweise einfach mal die Diskurshoheit über Schulen, Medien und eigentlich auch die Politik dieser Republik übernommen, nicht für den Käfer.

Damit will ich gar mutmaßen, daß die irgendwas Vergleichbares schaffen werden. Aber: Haalllooo, ziviler Ungehorsam von rechts !!! Eine rechtskonservative Graswurzelbewegung !! Viel zu brav im Grunde noch, aber auf eine Weise selbstbewußt, von der wir noch vor 10 Jahren nicht mal gewagt hätten zu träumen. Ich bin schon deswegen begeistert.

P.S. Es heißt Loser, mit einem O ;)

Kositza: Hab's endlich korrigiert und bitte darum, mir meine grundständige Bildung in punkto englischer Sprache nachzusehen.
birne helene
18. Dezember 2014 19:33
"Für ihn sind die Demonstranten also Underdogs, zukurzgekommene Looser."

Im Ernst: Ist egal, was Patzelt und Co. sagen. Patzelt suhlt im Größenwahn. Wenn er Rückkopplungsprobleme zwischen Politikern und PEGIDA kritisiert, stimmt das zwar, allerdings sollte er sich erst einmal um seine Rückkopplungsprobleme zwischen seinen Studenten un ihm selbst kümmern.

Kositza: Das hingegen dürfte ein (vermute: Ihr?) Sonderproblem sein, um das es hier nicht geht. "Größenwahnsinnig" finde ich die Einlassung Patzelts überhaupt nicht, er argumentiert doch wirklich bedachtsam und freundlich. Nur in dem Punkt "Menschen mit grundständiger Bildung" wollte ich nachjustieren.

Es ist doch sehr schön, wenn sie mit ihren Einschätzungen danebenliegen.
Generell darf man gar nicht auf diese Leute schauen und muss seine eigenen Ziele durchsetzen. Wenn diese dann durchgesetzt sind, werden diese Leute einen AHA-Effekt haben. Dann werden wir ihnen eine Therapie geben, die sie heute anderen verschreiben wollen.
Olaf
18. Dezember 2014 20:04
Wer sind eigentlich die Gegendemonstranten mit den roten Fahnen des Kommunismus? Wieso gibt es bei dem breiten Bündnis aller Altparteien und Gewerkschaften keine einzige deutsche Staatsflagge, dafür aber viele Hassparolen und Gewaltaufrufe gegen Deutsche? Die Deutschen sollen arbeiten bis zum umfallen, ihr Geld abgeben und dafür kriegen sie nur Beschimpfungen und Peitschenhiebe von den "Eliten". Das nennt man Sklaverei. Ein Steuerboykott der Bürger mit Steuerzahlerhintergrund würde den Volksbeschimpfern mal den Kopf waschen. Das Steuergeld der linken Chaoten würde nicht mal reichen, um den Dienstwagen von Merkel vollzutanken.
Paule
18. Dezember 2014 20:15
Sehr geehrte Dame, sehr geehrte Herren,
bitte gestatten Sie mir ihnen einen Vorschlag zumachen.
Nehmen sie doch die PEGIDA als das was sie selber von sich behaupten: Sie sind das Volk.

Und zwar das Volk in Deutschland. Auf Grund glücklicher Umstände und weil es Sachsen sind, haben Sie sich das Wissen erhalten das sie ein Volk sind.
Die Säufer und Ingenieure, die Aufschneider und die Feiglinge, die Kriminellen und die Polizisten.
Sie wissen sie sind ein Volk, und wenn sie demonstrieren dann gehen sie halt spazieren. Sie sind halt so wie sie sind, und sie wollen gerne so bleiben. Patrioten. Dresdner. Sachsen. Deutsche. Europäer. In der Reihenfolge.
Man kann darüber spekulieren warum ausgerechnet die Sachsen, aber das ist müßig... interessanter ist warum sie so geworden sind und warum daran sogar 25 Jahre BRD nichts geändert haben, aber dann muß man über Bildung, Geschichtsbewusstsein, Stolz, Mut und Ehre nachdenken, auch wenn das für Typen wie die selbst ernannten Philosophen oder Wissenschaftler ja sowas von Bäää ist...

Weiter unter „Sachsens Glanz und Preußens Gloria“ im Internet.

Mit freundlichen Grüßen Paule

PS: mal einen beliebigen Sachsen fragen wer August der Starke war oder Fritz... die Gräfin oder Böttger, Körner oder „die wilde verwegene Jag“
P.
Nemo Obligatur
18. Dezember 2014 20:36
@ Rumpelstilzchen

Ich muß sagen, Ihr Kommentar hat mir richtiggehend das Herz gewärmt. Vor allem dieser Satz trifft ins Schwarze:


2. Mit dem sog. MANN VON DER STRASSE hat man einfach nicht mehr gerechnet.


Kürzer kann man die Panik, welche die Nomenklatura ergriffen hat, nicht mehr zusammenfassen.

Der Kommentar von Thorsten Hinz in der JF diese Woche geht in die gleiche Richtung, und ist sehr lesenswert, wenngleich bedeutend länger als Ihr Satz.
Luise Werner
18. Dezember 2014 21:28
@ Grambauer
Das mit dem "bodenständigen Volk" war ich. Ich nahm vor zwei Wochen am Rande einer Dienstreise an der Demo in Marzahn teil. Kann Ihnen nur zustimmen. Ist wirklich nicht mein Umgang und mein Millieu, aber in der Einfachheit eine herzerfrischende Klarheit.
Einen Montag später habe ich in Dresden Brandenburger Wappen und den Berliner Bären gesehen. Liebe Berliner, fahrt montags nicht weit nach Dresden, sondern nach Berlin-Marzahn!
Monika
18. Dezember 2014 22:08
Ja , es gibt wenige Muslime in Dresden....
aber die Spaziergänger nennen sich ja auch patriotische Europäer.
In weiser Voraussicht.
Bald dürften die Franzosen mitlaufen. Das neueste Buch von Houellebecq spielt im Jahre 2022 und beschreibt Europas Zukunft. Nicht mehr lange hin.

http://www.theguardian.com/books/2014/dec/16/michel-houllebecq-france-submission-soumission-muslim-islam-president
Konservativer
18. Dezember 2014 23:12
Johann Braun schrieb 2012:

...
Die Bedeutung dieses auf Samtpfoten daherkommenden Verfassungswandels zeigt sich nur, wenn man etwas weiter ausholt.

Deshalb noch einmal: Der freiheitliche Rechtsstaat ist nicht die Regel, sondern die Ausnahme. Von Haus aus träumen alle Politiker davon, die Masse zu kneten wie ein Bäcker den Teig. Die Vorstellung, daß der einzelne berechtigt sei, über sein Innerstes selbst zu bestimmen, und daß jeder Versuch, ihn hieran zu hindern, eine Verletzung grundlegender Rechte darstelle, war bisher auf wenige Inseln der politischen Welt beschränkt. Seinen überzeugendsten Ausdruck hat dieser Gedanke im demokratischen Rechtsstaat gefunden.

Dieser versucht gewissermaßen die Quadratur des Kreises. Denn das rechtsstaatliche Moment bezieht sich dabei auf das Prinzip der individuellen Selbstbestimmung, auf die Privatautonomie, das demokratische auf die kollektive Selbstbestimmung. Dem entspricht eine Trennung der Verantwortungsbereiche dergestalt, daß die Politik allein für die Sicherstellung der gemeinsamen äußeren Existenz zuständig sein soll, während die Gestaltung des individuellen Lebens, u. a. des Denkens, Meinens und Glaubens, Sache des einzelnen bleibt. Der moralische Rechtsstaat, wie er derzeit im Entstehen begriffen ist, akzeptiert diese Trennung in wichtigen Bereichen nicht mehr, sondern versucht die Moral der herrschenden Cliquen für alle verbindlich zu machen.

Infolgedessen ist der Bürger in wesentlichen Politikfeldern mit einem Einheitsdenken konfrontiert, dem er nicht wirksam entgegentreten kann. Die Politik fördert und finanziert heute zahllose Institutionen, Projekte und Netzwerke, die vermeintlich richtige Gesinnungen unterstützen und falsche bekämpfen sollen. Das alles geschieht zwar im Zeichen der Toleranz und des inneren Friedens. Ziel ist jedoch die Brandmarkung des politischen Gegners und seine gesellschaftliche Liquidierung. In Diktaturen bedient man sich für diese Zwecke informeller Mitarbeiter und sonstiger Spitzel.

Im moralischen Rechtsstaat aber soll buchstäblich jeder zum Gesinnungswächter des anderen gemacht werden, noch dazu vor aller Augen. Wir sind gegenwärtig im Begriff, die offene Denunziation zum Volkssport zu erheben, und alle, die etwas zu sagen haben, finden das offenbar gut so. Im Bewußtsein, auf der richtigen Seite zu stehen, glaubt man sich Praktiken leisten zu können, die der Rechtsstaat eigentlich verhindern sollte.

Was soll man von all dem halten? Wie soll man sich dazu stellen? Ein Geisteswissenschaftler wird wahrscheinlich versuchen, die in Gang befindlichen Veränderungen zu verstehen. Dann zeigt sich, daß der Rechtsstaat dabei ist, zur Fassade zu werden. Vordergründig betrachtet, scheint alles in Ordnung zu sein. Tatsächlich jedoch ist das Recht auf Meinungsfreiheit nur noch in den Grenzen einer politisch kontrollierten und gesteuerten Sozialmoral gewährleistet.

Eine solche Gesinnungsgemeinschaft war so ziemlich das letzte, was die Wegbereiter des Rechtsstaats vor Augen hatten. Ein Realwissenschaftler wird eher versuchen, diese Veränderung zu erklären. Dazu muß man nur die Frage stellen, wer den Rechtsstaat braucht und wer nicht. Am Rechtsstaat sind nur solche Bürger interessiert, die ihres eigenen Lebens Schmied sein wollen und die dazu u. a. Rechte benötigen, die sie vor dem totalitären Zugriff selbsternannter Weltverbesserer schützen.
Nicht am Rechtsstaat interessiert sind Politiker, die ihre Ziele nur gegen die Intentionen solcher Bürger realisieren können. Wenn sie mit ihren Plänen vorankommen wollen, müssen sie den Rechtsstaat, wo er ihnen hinderlich wird, zurückbauen.

Einen Rückbau erleidet zur Zeit nicht nur der Rechtsstaat, sondern auch die Demokratie. Die repräsentative Demokratie verdankt ihre Entstehung der Intention, eine gewählte Führungselite kontrollieren und notfalls entmachten zu können. Wo sich das Volk den Zielen einer ambitionierten Elite als hinderlich erweist, kann diese jedoch den Spieß umdrehen und das Volk auf einem Schleichweg politisch entmachten. Dieser Prozeß ist längst in vollem Gang. Nimmt man beides, die Pervertierung des Rechtsstaat und die Entkernung der Demokratie, zusammen, so zeigt sich, daß wir in einer Entwicklung begriffen sind, in der die maßgebenden politischen Akteure auf die Aushöhlung des demokratischen Rechtsstaats hinarbeiten.

Der einzelne kann das nicht ändern. Er kann nur fragen: Was wird an die Stelle treten? Und wem dient das Ganze?


Quelle: http://www.deutschlandjournal.de/Deutschland_Journal_-_Jahresau/Deutschland_Journal_-_Jahresau/16Aus_unserer_Arbeit_Erinnerungen_an_den_Rechtsstaat_SWG_DJ2012-4.pdf


Günter Maschke sagte im Jahr 2000:

...
Die geistige Freiheit geht bei uns inzwischen gegen Null. Nach menschlichem Ermessen ist der Zug längst abgefahren. Wir befinden uns bereits nach Spengler. Die Sprache weiß es noch. Es heißt immer: die "ewig Unbelehrbaren". Es geht auch wieder um Belehrung, wobei immer fingiert wird, der zu Belehrende wüßte einfach noch nichts. Dabei gibt es Leute, die sind das erst geworden, durch jahrzehntelanges Lesen etwa. Ich bin zum Beispiel heute wesentlich unbelehrbarer als vor dreißig Jahren. Ich habe mir also meine Unbelehrbarkeit durch Gelehrsamkeit erkämpft. Die Gesellschaft (präziser wäre: das Establishment; Konservativer) tut immer so, als würde die Gegenmeinung nur von Ahnungslosen, Irren und Verbrechern vertreten.
...


Quelle: http://jungefreiheit.de/service/archiv/?www.jf-archiv.de/archiv00/350yy22.htm
Arne Schimmer
18. Dezember 2014 23:51
@Walter Martinez: Genau ;-) Deshalb warnt Christian Geyer in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" in einem Artikel, der stark nach Bürgerkrieg riecht, auch vor Flaumachern wie Byung-Chul Han, die "klügelnde Reden" halten, wo doch eigentlich eine Zurückweisung geboten ist, die gar nicht "pauschal genug" ausfallen kann:
http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/pegida-demonstration-dresden-politiker-zeigen-verstaendnis-13327640.html
JensN.
19. Dezember 2014 00:11
@Belsøe

"...wenn berechtigter Groll so umgelenkt wird, dass es zu einer endgültigen Staatsmüdigkeit kommt, wird auch niemand die Reste dieses Staates gegen TTIP, übernationale Regierungusw. verteidigen. Das Freihandelsabkommen wird uns z.B. amerikanische Gesetzgebung bescheren, da bin ich ganz sicher. An solche Dinge wird nicht gerührt, solange wir uns an Flüchtlingen, Edathy-Affären, Hooligandemos und anderen (gepflanzten?) Begleiterscheinungen abarbeiten. Nie vergessen was gerade für große, nein riesige! Umwälzungen laufen!"


Die politisch gesteuerte multikulturelle Vermischung ist aber ein ganz gewichtiger Teil dieser Umwälzungen. Die von Ihnen angesprochenen Themen wie übernationale Regierung, TTIP usw...sind ein Teil des Gesamtkomplexes und der heisst: Entnationalisierung auf menschlicher, kultureller und staatlicher Ebene. Seit der Gründung dieses "Staates" geht es von Generation zu Generation immer nur in eine Richtung: Den Abbau des Eigenen! Und machen wir uns doch nichts vor, Sie wissen genauso gut wie ich, das die von Pegida kritisierte Islamisierung so eine Art Chiffre für etwas Grösseres ist. Es geht um viel mehr. Die politische und mediale Kaste weiss das wohl auch. Zumindest wenn ich mir die Reaktionen angucke. Am Montag gab es die bisher grösste patriotische Demonstration der Nachkriegszeit und es ist noch gewaltig Luft nach oben. Vielleicht erleben wir in diesen Tagen wirklich Geschichte?! Für mich ist es wichtig, das - hoffentlich bald - zehntausende Deutsche auf die Strasse gehen und sich zu Deutschland bekennen, auch abseits des Fußballs. Und noch etwas Gutes haben die montäglichen Spaziergänge: Der staatlich gepäppelten roten Mischpoke wurde mal die Grenze aufgezeigt. Sicher muss das Ganze noch etwas "geformt" und einige Dinge auch härter formuliert werden. Aber es ist ein sehr guter Anfang und die Bleidecke der Political Correctness wurde zumindest angehoben. Schön ist das!
apollinaris
19. Dezember 2014 01:08
Kositzas Berichte von PEGIDA aus persönlicher Anschauung heraus sind gut und informativ. Aber es regt sich eine Stimme in mir, die ruft: Wo ist Lichtmesz? Ich möchte seine Analyse lesen.

Darüber hinaus: Was halten die Leser der sezession von dem (aus ZDF-Sicht) mißglückten PEGIDA-Interview des Michael Stürzenberger. Man hatte ihn bei Erstausstrahlung des Interviews im ZDF-heute journal noch nicht als Münchener "Rechtspopulisten" geoutet und er kam aus meiner Sicht sehr sympathisch und professionell auf den Staatsschirm.

Ich meine, Stürzenberger wäre der richtige Pressesprecher für PEGIDA. Eine solche Position wäre wichtig, gerade angesichts der vom ARD-Propagandamagazin Panorama heute ausgestrahlten unmittelbaren unbeholfenen Stimmen von PEGIDA-Teilnehmern, die sich dem Lügenmedium doch zum Fraß vorwarfen.

Um Meinungsäußerungen zu diesem Sachverhalt wird gebeten.
Birne Helene
19. Dezember 2014 15:24
"Ich meine, Stürzenberger wäre der richtige Pressesprecher für PEGIDA. "

Ich denke dabei muss man unterscheiden:
1.) Stürzenberger ist sicherlich vom Handwerkszeug nicht ungeeignet diese Funktion auszuführen.
2.) Inhaltlich ist Stürzenberger unannehmbar, auch von der gedanklichen Durchdringungstiefe der Gesamtproblematik her gesehen.
Nemo Obligatur
19. Dezember 2014 19:48
Darüber hinaus: Was halten die Leser der sezession von dem (aus ZDF-Sicht) mißglückten PEGIDA-Interview des Michael Stürzenberger.


Das Interview und vor allem das tags drauf gesendete Nachkarten des ZDF (im Fußball eine glatte Rote Karte) hatte schon eine satirische Note. Wenn die Geschichte dieser dritten sächsischen Revolution (1848, 1989, 2015) geschrieben wird, wird das nicht fehlen dürfen. Dennoch glaube ich Pegida bleibt vorerst am besten in bewährten und damit sächsischen Händen. Die Kraft der Demos kommt aus dem friedlichen, aber entschlossenen Schweigen, der Bodenständigkeit der Teilnehmer und dem schneeballartigen Zuwachs. Protestbewegungen in anderen Städten mögen sich daran anlagern wie ein Kristall an den anderen. Aber eine Übernahme der Organisation von außen halte ich nicht für sinnvoll. Das köönte zu einer ernsthaften Schwächung des Zusammenhalts der Demonstranten führen. Und machen wir uns nichts vor: Die Nomenklatura wartet nur auf eine Blöße, um mit der geballten Macht der Medien und notfalls der Polizei oder der Geheimdienste hinein zu stoßen, um die Bewegung zu diskreditieren und mundtot zu machen. Es grenzt beinahe an ein Wunder, dass das bislang nicht nicht gelungen ist. Respekt an alle Dresdner.
Realist
19. Dezember 2014 21:14
@apollinaris

Ich meine, Stürzenberger wäre der richtige Pressesprecher für PEGIDA


Um Gottes Willen. Wie ich an anderer Stelle schon bemerkte: Stürzenberger setzt sich auf jede Bewegung, die ihm vielversprechend erscheint, schamlos oben drauf und kontaminiert sie mit seiner oberlehrerhaften, missionarischen, eifernden Attitüde.

Die Dresdner laufen schweigend, seit Wochen. "Stürzi" kommt zum ersten mal aus München angereist und gibt sofort (und sicherlich unabgesprochen) ZDF, BR und was weiß ich noch wem alles Interviews. Fällt da was auf?

So einen gibt es in jeder Schulklasse. Immer zu laut, nie passend in Ton und Wortwahl, immer zu schnell mit der Antwort, immer das letzte Wort, findet sich selbst furchtbar eloquent und witzig - bis es irgendwann in der großen Hofpause von den echten Kerlen was auf die Fr**** gibt.

Stürzenberger schadet. Wer das nicht sieht..., meine Güte!
Ellen Kositza
19. Dezember 2014 21:58
Danke und Ende!
EK

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