21. Juli 2017

Lückenpresse - vom Umgang mit einem Bestseller

von Götz Kubitschek / 36 Kommentare

Die Otto Brenner Stiftung hat heute eine Studie über Die »Flüchtlingskrise« in den Medien veröffentlicht. Die Ergebnisse der Studie sind erschütternd.

Unter der Leitung des Medienwissenschaftlers Michael Haller analysierten die Forscher Tausende von Artikeln aus der Frankfurter Allgemeinen, der Süddeutschen Zeitung, der Welt, der Bild-Zeitung und aus zahlreichen Regionalzeitungen. Wochenzeitungen, Fernsehen und Radio wurden ausgeklammert, der Zeitraum auf Februar 2015 bis März 2016 festgelegt.

Die Ergebnisse der Studie bestätigen unsere Sicht auf die Dinge bis ins Vokabular hinein: Die »sogenannten Mainstreammedien« (der Begriff wird explizit so verwendet) hatten sich ausnahmslos hinter der Flüchtlingspolitik Angela Merkels versammelt. Regierungslinie und Blattlinien fielen zusammen, Abweichlern wurde nicht sachlich widersprochen, sie wurden vielmehr im Stile geistiger Überwachung beurteilt, verurteilt und auf journalistischem Terrain mit parteipolitischen Disziplinierungsmethoden bekämpft: unsachlich, denunziatorisch, belehrend.

Man habe den Begriff »Willkommenskultur zu einer Art Zauberwort verklärt«, so die Forscher, und Kritiker der Grenzöffnung und des Welcome-Taumels entweder nicht zu Wort kommen lassen oder gleich der Fremdenfeindlichkeit verdächtigt. Bestimmte Standpunkte seien also nicht bloß ignoriert, sondern auch diffamiert worden, und diese Erziehungs- und Disziplinierungsrolle sei natürlich auch auf das parteipolitische Auffangbecken der Welcome-Kritiker übertragen worden: auf die AfD und die Berichterstattung über sie, die zu Ausgrenzung und Stigmatisierung geneigt habe und noch immer neige. Haller: »Dies gilt im Übrigen auch sehr deutlich für die Bildersprache, die wir ebenfalls untersucht, aber nicht in den Bericht aufgenommen haben.«

Die Journalisten selbst, dies abschließend, seien dabei von Selbstkritik meilenweit entfernt. In der Studie heißt es an einer Stelle, die »gravierende Dysfunktionen« habe sich bereits so tief eingefressen, »dass sie von Journalisten und einzelnen Redaktionen vermutlich für normal gehalten, das heißt gar nicht als solche wahrgenommen oder gar problematisiert werden«.

Wir haben das, was Haller und seine Forschungsgruppe über Monate aus Bergen von Papier herausschürften, qua jahrelanger Erfahrung mit der Lügen- und Lückenpresse längst schon und in allen Facetten beschrieben. Zuletzt nahm sich in Sezession 72 (Juni 2016) Ellen Kositza der Thematik an und stellte die Netzwerkanalysen des Medienwissenschaftlers Uwe Krüger vor (Meinungsmacht und Mainstream).

Krüger kommt zu ähnlichen Ergebnissen wie Haller: Das Wesentliche zum Zusammenhang von Meinungstaktgebern und Meinungsweiterverbreitern, zum emotional erzwungenen Wohlfühl- und Mitmachbad unter meinungsklimatischen Bedingungen, sei in Elisabeth Noelle-­Neumanns Die Schweigespirale (1980) bereits ausgebreitet worden.

Die Netzwerkanalysen, die Krüger betrieb, bestätigten den Mechanismus einmal mehr: Journalisten orientierten sich gemäß unbewußter Verhaltensregeln an der Meinungsbandbreite des politischen Establishments, seien in eine symbiotische und ökonomische Nähe zur Politik eingepaßt und übten untereinander eine selbstreferentielle soziale Kontrolle aus. Dies mache, so Krüger, aus einem Journalisten noch keinen Lügner, eher einen Ausblender und Verschweiger – was einmal mehr auf das Schlagende am Begriff »Lückenpresse« verweist.

Es ist ein Gestell aus Konformitätsdruck, Erziehungsabsicht und handfester politischer Lobbyarbeit, in das Krüger die Journalisten verortet, und wenn 36 Prozent der Angehörigen dieser Berufsgruppe die Grünen als bevorzugte Partei angeben, ist dies bloß ein Hinweis mehr fürs Offensichtliche: Weltanschauung und Arroganz sowie begründete Angst vor sozialer Ächtung – die Ingredienzien der fast flächendeckenden Einheitsmeinung stehen in Krügers Büchern, Hallers Studie und zahllosen Artikeln, die in der Jungen Freiheit, im Compact-Magazin, bei eigentümlich frei, Tumult, mittlerweile auch bei Tichy, Journalistenwatch, auf PI-News und natürlich in der Sezession erschienen sind.

Für die AfD, die von den Medien ebenso in Grund und Boden geschrieben wird wie das ganze übrige Widerstandsmilieu, ist die neue Studie Gold wert. G20 in Hamburg, Schlepper-NGO und neuerlicher Migrantenansturm, das Scheitern aller Integrationsanstrengungen – man muß die Bälle nur verwandeln. Mit der erneuerten Medienkritik im Rücken kann man selbstbewußt zum Strafstoß antreten: Der Torwart ist schwer angeschlagen.

-- -- --

Ebenfalls sozusagen am Elfmeterpunkt stehen wir mit unserem Verlag. Wir stehen indes nicht herum, um selbst Tore zu schießen, sondern um der gegnerischen Mannschaft dabei zuzuschauen, wie sie den Ball nicht aus dem Strafraum kriegt und obendrein in ihrem Bemühen ein Eigentor nach dem anderen schießt. Der Ball: das ist Rolf Peter Sieferles Finis Germania, und eigentlich wäre es uns lieber, wir spielten Deutschland gegen Brasilien, 7:1, wir dabei top vorbereitet, blitzschnell, nicht aufzuhalten.

Aber so ist es nicht. Wir tun nicht viel dazu, daß es mindestens schon 4:0 steht für uns - das besorgt der "Gegner" ganz allein, wir könnten uns auch auf die Tribüne setzen, und im Grunde sitzen wir da ja auch, und zwar seit Wochen schon.

Der vorletzte Spielzug hieß: Wie ignoriere ich die Plazierung von Finis Germania auf der Spiegel-Bestsellerliste? Daß sich dieser Titel ausgerechnet auf dieser Liste, Kategorie Sachbuch-Hardcover, wiederfand, war ein feiner Schachzug. Daß etliche Buchhandlungen daraufhin ihren traurigen Mut zur Lücke bewiesen, war abzusehen. Manche, wie Lehmann in Leipzig, stellen einfach Platz 12 (»Das Zeitalter des Zorns«) auf Platz 6, manche, wie amazon.de ließen immerhin den leeren Platz darüber Auskunft erteilen, daß etwas fehle. 

Heute nun der jüngste Spielzug, ein neuer Plan, klug ausgedacht, kluuug ausgedacht: Finis Germania taucht auf der neuesten Spiegel-Bestsellerliste einfach nicht mehr auf. Von Platz 6 auf höchstens noch Platz 51, das ist fürwahr ein steiler Absturz, bloß können wir, die wir Einblick in Verkaufszahlen nehmen können, empirisch nicht bestätigen.
 
Den Verdacht, daß da gemauschelt werde, haben nicht nur wir, und so sind nun einige Beiträge an nicht unprominenter Stelle erschienen, die sich ebenfalls fragen, wo denn der Bestseller geblieben sei (hier und hier). Wir könnten die Antwort darauf nun entlang der oben nach Haller und Krüger vorgetragenen Kriterien und Begriffe geben, wir können sie aber auch knapp halten:
 
Solche Vorgänge sind typisch für die Lückenpresse, und die Lückenpresse an sich ist der Ausdruck eines tiefen Mißtrauens dem mündigen Bürger, hier speziell dem lesefreudigen, lesefähigen mündigen Bürger gegenüber. Dieser Bürger wird sich freistrampeln müssen, und er ist bereits fleißig dabei: Wir werden heute Nacht erneut einstellig werden bei amazon.de, und wir haben vorhin die nächste Auflage in Druck gegeben. (Doch auch indem ich dieses niederschreibe, schon warnt mch was, daß ich dabei nicht bleibe: 21.27 Uhr - Platz 4.)
 
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P.S.: Nicht zuletzt unter dem Eindruck der mangelnden Souveränität der "sogenannten Mainstreammedien" trägt die neue Stofftasche unseres Verlags als Motto den Wappenspruch der Purpurreiter aus Ernst Jüngers »Auf den Marmorklippen«:
 
meyn geduld hat ursach.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (36)

Solution
21. Juli 2017 22:12

Wie machen Sie das? Können Sie zaubern? 22:13 Uhr Platz 1 in Büchern bei Amazon.

antwort kubitschek:
Wie gesagt: Nicht wir zaubern im gegnerischen Strafraum - das erledigt der Gegner selbst. Die quasselnde Klasse kann die Klappe nicht halten, das steht sozusagen in ihrer Stellenausschreibung.

Nina
21. Juli 2017 22:16

Ich komme gerade von Thalia in den Schönhauser Arcarden, Prenzlauer Berg.
Auf Platz 6 steht ein anderes Buch, die korrekte Liste hängt nebendran.

Ich ging zu einer Verkäuferin und fragte: Ähm, ich finde das Buch auf Platz 6 der Spiegelliste nicht, ist da ein Versehen passiert? Da steht ein anderes Buch.
Sie tut so  als wüsste sie gar nicht, um was es geht. Ich habe sie gebeten mitzukommen um es ihr zu zeigen.
Sie sagt: Stimmt alles, steht doch da.
Ich sage: Nein, es geht um  Platz 6, nicht 8, welches sie mir eben gezeigt haben.
Sie guckt: Ach das ja, das können wir Ihnen gerne bestellen, haben wir nicht da.
Ich frage: Und warum nicht? Alle anderen Bücher haben sie ja auch.
Sie: Ja, weil wir das nicht ausstellen, wir verkaufen das jetzt so offiziell nicht.
Ich: Warum? Verstehe ich nicht.
Sie. Na, weil das..., das ist schwierig mit dem Thema.

RMH
21. Juli 2017 22:32

Im Netz geistert jetzt die Legende, dass das Buch nur deshalb aus der Liste gefallen sei, weil der kleine Verlag nicht genug liefern konnte und deswegen keine Verkäufe stattgefunden hätten und ohne Verkäufe, keine Listung.

Ggf. sollte man das von Seiten des Verlages einmal klar stellen. Im Übrigen wurde zutreffend festgestellt, dass sich die sog. Qualtitätsmedien gerade selber zerlegen.

kommentar kubitschek:
wieso sollten wir irgendetwas klarstellen, ja, wieso? wir haben beispielsweise klargestellt, daß die vermutung münklers, der verlag habe sich sieferles rohmaterial geschnappt und etliches dazugepinselt, sofort zurückgewiesen und eidesstattliche erklärungen angeboten, unter anderem von der witwe. hat das irgendeine sau interessiert? hat das irgendeiner mal öffentlich klargestellt? münkler gar? njet. daher: wir: tribüne, die: eigentore.

Herr K.
21. Juli 2017 22:50

Herrlich, ich hab mich gekringelt vor lachen ob der Dummheit der Buchhändler und Meinungsdikatoren. Wie doof kann man denn sein? Es ist wirklich ein bisschen, wie Dick und Doof beim arbeiten zuzusehen.

Aber umso besser, je mehr Werbung die für Schnellroda machen, desto mehr gehts voran.

Werter Herr Kubitschek, ich wünsch Ihnen von ganzem Herzen, dass die Gegenseite mit soviel Lernresistenz gesegnet ist, dass sie noch in den Genuss von Runde drei usw. kommen...

BORIQUA
21. Juli 2017 23:01

Seitdem ich anfänglich die JF und dann SiN als Quelle unabhängiger Nachrichten entdeckte, erkenne ich, wie sehr ich mich in Deutschland geirrt habe. Von dem Sockel, auf dem ich es einst stellte, hab ich es wieder entfernt.

Ich kann gar nicht richtig nachvollziehen, nicht verstehen, mit welchem Nervenkostüm das Rittergut ausgestattet sein muss, dass es solche Dreckigkeiten aushält. Was das wohl für eine Kraft ist? Wie hält man sowas eigentlich aus? Das geht doch schon seit Jahren so! Wie unglaublich viele deutsche Menschen sich an diesem schmutzigen Spiel beteiligen müssen, damit das überhaupt so orchestriert ablaufen kann; von ganz oben bis ganz unten. 

Mittlerweile gönne ich den Deutschen wirklich schlechte Zeiten von ganzem Herzen. Sie alle sollen bitte bis zur Halskrause in den Dreck.

Desprecio
22. Juli 2017 08:26

@ "BORIQUA" / 21.Juli 2017, 23:01

"Mittlerweile gönne ich den Deutschen wirklich schlechte Zeiten von ganzem Herzen. Sie alle sollen bitte alle bis zur Halskrause in den Dreck."

Möge ihr "frommer" Wunsch möglichst schnell in Erfüllung gehen. Denn nur, wenn wir hier alle nichts mehr zu "fressen" haben, werden wir die Plage der uns alle vernichtenden Bereicherer und Landnehmer möglicherweise wieder los. Sie, die daran gewöhnt wurden, seit ihrem illegalen Grenzübertritt mit allem versorgt zu werden, "was der Mensch so braucht", werden es nie schaffen, hier für sich selbst zu sorgen. Schon die Natur hat dafür gesorgt, dass Parasiten ohne ihren Wirtskörper nicht überlebensfähig sind.

Wenn die Kuh, die sie melken, krank wird oder gar verendet, .....................................

Der_Jürgen
22. Juli 2017 09:18

Ein wichtiger Aspekt dieses Artikels ist der (indirekte) HInweis darauf, dass jemand, der als Journalist bei einem Organ der Lügenpresse arbeiten will, keiner formellen Indoktrinierung oder Instruktion bedarf. Man braucht ihm, bevor man ihm einen Arbeitsvertrag aushändigt, gewiss nicht extra einzuschärfen, dass er über "Flüchtlinge" nur Gutes und über "Rechtspopulisten" und "Rechtsradikale" nur Schlechtes schreiben darf. Er weiss das auch so.

Der Konformitätsdruck ist stark genug, um zu verhindern, dass er plötzlich aus der Reihe tanzt. Würde er dies jedoch tun, wo würde er, nach maximal zwei oder drei Verwarnungen, seinen Hut nehmen müssen, und die häretischen Artikel würden nicht gedruckt. Dass in den Qualitätsmedien ab und zu auch mal milde Kritik an der "Flüchtlings"-Politik geäussert wird, dient sicherlich dem Zweck, die Illusion der Meinungsfreiheit aufrechtzuerhalten und ein Allibi zu schaffen, auf das die Redaktion im Bedarfsfall hinweisen kann.

Wie die Mediengleichschaltung funktioniert, hat Eva Hermann in "Das Medienkartell" anschaulich geschildert; ihr Buch ist stärker als Udo Ulfkottes "Gekaufte Journalisten".

@BORIQUA

"Mittlerweile gönne ich den Deutschen wirklich schlechte Zeiten von ganzem Herzen. Siealle sollen bitte bis zur Halskrause in den Dreck."

Es ist begreiflich, dass man in einem Zornausbruch so denkt, oder besser gesagt fühlt. Dennoch sollten Sie kühlen Kopf bewahren und sich folgendes durch eben diesen kühlen Kopf gehen lassen:

Wem wünschen Sie, dass er bis zur Halskrause im Dreck stehen soll? Der 80-Jährigen, die noch putzen gehen muss, weil sie mit ihrer Rente nicht über die Runden kommt (das Geld wird ja für die "Schutzbedürftigen" benötigt)? Der alleinstehenden Mutter mit zwei kleinen Kindern? Der Familie, die aus ihrer Wohnung geworfen wurde, damit man dort "Kulturbereicherer" unterbringen kann?

Vielleicht werden Sie diese Frage bejahen und darauf hinweisen, dass die überwältigende Mehrheit dieser Betroffenen eine der Systemparteien gewählt hat und im September wieder eine solche wählen wird. Auch hierüber ist der Groll begreiflich. Doch der Mensch ist und bleibt Mensch und als solcher fast grenzenlos manipulierbar. Die erwähnten Systemopfer lesen ja nicht die Sezession oder das Compact-Magazin oder das National Journal, ja nicht einmal die Junge Freiheit oder Tichys Einblick. Sie glauben in ihrer naiven Gutgläubigkeit immer noch daran, dass das, was in der Bildzeitung oder im Spiegel steht, grösstenteils stimmt, "denn es können doch nicht alle lügen, sonst würde das Volk es merken".

Und wenn die gesamte Medienmeute heulend und kläffend über Björn Höcke herfällt, weil der von einem "afrikanischen Reproduktionsverhalten" gesprochen hat, läuft dem betreffenden Naivling ein kalter Schauer über den Rücken. Er weiss zwar nicht, was es mit diesem "afrikanischen Reproduktionsverhalten" auf sich hat, glaubt aber zu wissen, dass Höcke etwas ganz, ganz Verruchtes gesagt haben muss, denn sonst würden sich doch nicht alle Medien, von der linken taz bis zur rechten FAZ, so darüber aufregen. Und eine Partei, die einen solchen Mann in ihren Reihen duldet, kann man doch wirklich nicht wählen. Da wählt man lieber wieder die Merkel, denn Rot-Rot-Grün wäre ja noch viel schlimmer, und im Moment kommen ja nicht mehr soviele Flüchtlinge...

Ich schaffe es nicht, jemandem, der so denkt, zu wünschen, dass er bis zur Halskrause im Dreck stehen müsse. Ich betrachte ihn als gutmütiges, unmündiges Kind, das niemals erwachsen werden wird und einer lenkenden Hand bedarf. Nicht sehr demokratisch, ich weiss, aber ich bin eben kein Demokrat.

Die Verantwortlichen für das Desaster wird der Dreck vermutlich nie bis zur Halskrause reichen, denn selbst wenn es zum Umsturz kommt, werden sie wohl noch Zeit haben, sich rechtzeitig ins Ausland abzusetzen, und sie haben bestimmt so viele Scherfchen in Trockene gebracht, dass es auch auf den Bahamas oder den Seychellen zu Rührei mit Kaviar samt Schampus reichen wird.

Gustav Grambauer
22. Juli 2017 09:28

Der Altgouvernante, die sich unausgesprochen von der ganzen Willkommenswelt den Patzer zurechnen lassen muß, hat es glatt die Sprache verschlagen:

http://www.spiegel.de/suche/index.html?suchbegriff=sieferle

- G. G.

Der Gehenkte
22. Juli 2017 11:29

 @Der_Jürgen

" dass jemand, der als Journalist bei einem Organ der Lügenpresse arbeiten will, keiner formellen Indoktrinierung oder Instruktion bedarf. Man braucht ihm ... gewiss nicht extra einzuschärfen, dass er über "Flüchtlinge" nur Gutes und über "Rechtspopulisten" und "Rechtsradikale" nur Schlechtes schreiben darf. Er weiss das auch so."

Selbst diese Annahme ist noch zu naiv. Man muß davon ausgehen, daß ein junger Mensch nach 12-jähriger Bildung und Formung, nach 5-jährigem Studium, nach lebenslanger medialer Indoktrination und "Sinnsuche" sich soweit mit den herrschenden Ansichten identifiziert hat, daß es eines "Konformitätsdrucks" gar nicht bedarf. Die meisten Leute in diesem Metier glauben wirklich, was sie schreiben.

Viel eher muß man von einer mehr oder weniger unbewußten Selektion ausgehen: Wer quer steht im Studium, im Volontariat, im Praktikum, in der frühen Praxis ... wird quasi evolutiv ausgesondert.

Daher hilft auch alle Schelte nichts - das Problem ist systemisch und muß auch so angegangen werden. Sofern keine revolutionäre Umstülpung erfolgt, wird dieser Prozeß nur über Jahrzehnte zu beeinflußen sein und zwar nur damit, was sich dieses Organ auf die Fahne geschrieben hat: Metapolitik.

Die gesamte Gesellschaft, die Schulen, Universitäten, Redaktionsstuben, Gewerkschaften, Betriebsleitungen, Medien, Parteien ... sie alle sind von entsprechenden Menschen besetzt; nicht etwa primär "vorsätzlich", sondern evolutiv. Das Trägheitselement ist enorm - das darf man im tagtäglichen Kleinklein nicht vergessen. Individuell mag der einzelne die "Meinungsvielfalt" vielleicht sogar wollen und einen jungen Renegaten ermutigen, aber die subkutanen Zeichen und Signale setzen sich letztlich durch. Die müssen geändert werden!

Ein gebürtiger Hesse
22. Juli 2017 12:09

Wasserstandsmeldung: Samstag, 22. 7., 12 Uhr: "Finis" ist in Amazonien wieder auf Platz 1. Und das bei einem Buch, das man dort nur über einen einzigen Zweitanbieter bestellen kann.

Jetzt ist Sieferle bald ein Jahr tot. Oder besser gesagt: erst ein Jahr. Hätte er wohl gedacht, im kühnsten seiner Träume, daß er schon so bald nach seinem Ableben einen derartigen Ruhm erfahren würde? Daß gerade dieses eine Werk zu einem weit ins Land leuchtenden Politikum werden würde? Und wenn er es geahnt hätte - weitere Fragen scnließen sich an.

E.
22. Juli 2017 12:26

Wie mir wird es vielen von uns ergangen sein (und da ist es ein schwacher Trost, von dieser "Studie" darin bestätigt zu werden, was jeder klar denkende Mensch von Anbeginn der Entwicklung längst wusste):

Ich war sprachlos angesichts der Ereignisse ab dem Spätsommer 2015 (und bin es bis heute hin immer noch):

Bei Diskussionen mit einigen Freunden und Altbekannten wurde ich, der ich mich nachdenklich-kritisch über die Geschehnisse, das Staatsversagen und die regierungsmeinungsflankierenden, Andersdenkende diffamierenden Medien äußerte, als "Nazi" oder "Rechter" abgestempelt, im besten Falle milde belächelt, meine Argumente wurden gar nicht angehört. - Mit diesen "Freunden" ist der Kontakt abgebrochen, mit Argumenten kam ich da nicht weiter. Es ist einerseits traurig, aber solche "Freunde" braucht kein Mensch.

Was bleibt?

- Die Ahnung, dass nach der Bundestagswahl im September eine GroKo von Merkel und Schulz erneut die Tore öffnen wird für die sich in Italien ansammelnden, von "NGO"-Schiffen ein paar Seemeilen von der afrikanischen Küste "geretteten" "Flüchtlinge" (= junge Männer mit ein paar Tausend Euro Schleppergeld aus dem Bevölkerungsüberschuss Afrikas, dem "youth bulge").

- Der neidische Blick auf Österreich, dessen Regierung als klare Option erklärtermaßen die Sicherung der Staatsgrenzen vorsieht, und auf Länder wie Polen und Ungarn, deren Bevölkerung noch um die eigene Würde bedacht ist.

- Der fassungslose Unglauben darüber, dass unsere mit Gebührengeldern zwangsalimentierten Staatsmedien (von den Systemparteien gar nicht zu reden) den Zusammenhang von Bevölkerungsexplosion in (oftmals muslimischen) Ländern Afrikas und Asien einerseits und unsere europäischen Sozialversicherungs- und Gesellschaftssysteme destabilisierende "Zuwanderung" nach Europa andererseits immer noch nicht thematisieren.

- Das Bewusstsein, dass ich außer der Unterstützung entsprechender Medien und dem richtigen Kreuz bei der Bundestagswahl nicht sehr viel mehr tun kann, um meinem sich langsam verfestigenden Eindruck entgegenzuwirken: Wenn der "deutsche Michel" eben so blöd ist, als wie er sich in den letzten Jahren erwiesen hat, dann geht das uns bekannte christlich-jüdisch geprägte, aber dennoch säkularisiert aufgeklärte, wirtschaftlich prosperierende und sozial weitgehend gerechte und befriedete Deutschland und Westeuropa eben unter. Ich bin da leider pessimistisch und es ist eben offensichtlich, warum ein klarer ehrlicher Denker wie Herr Rolf-Peter Sieferle  selbst posthum von den angeblich "Meinungsbildenden" dermaßen niedergemacht wird: die Systemlinge wissen: Sieferle hat Recht.

Leo Lobauer
22. Juli 2017 12:56

Im Zauberlehrling erscheint zum Schluss zur Rettung der alte Meister, um den in einen Knecht verwandelten Besen, der Walle-walle-Wasser ins Haus schleppt, in seinen Urzustand zurück zu versetzen. Wer und vor allem - was? - aber rettet heute (noch) die pseudo-intellektuellen Wasserträger und Meinungsvorbeter des „unconditional welcome“-Geschwafels vor den „Lücken“ in ihrer eigenen Presse? Wie heißt es da doch gleich beim guten alten Johann-Wolfgang: „Die ich rief, die Geister, Werd’ ich nun nicht los.“

Frieda Helbig
22. Juli 2017 13:37

Endlich kommt der Fußball auch bei SiN an :-)

 

Was mich wirklich mal interessieren würde, wieviel Sieferle-Kaplaken denn nun in absoluten Zahlen verkauft wurden? Dürfte man das ungefähr erfahren, werter GK?

nordlicht
22. Juli 2017 14:19

Dann mal zum Thema "Lückenpresse" hier mein kleiner Beitrag: Seit etwa Mitte 2015 bis heute habe ich in meinem Leserkommentar-Profil auf WeLT online etwa 2000 Leserkommentare zu den aktuellen politischen Themen eingestellt. Davon wurden etwa 1400 real veröffentlicht, der Rest ist irgendwelchen Zensurmaßnahmen zum Opfer gefallen. Mehrmalige Einwände dieser Nichtveröffentlichungen wurden seitens der Redaktion unter fadenscheinigen Begründungen nicht zugelassen. Teilweise wurden mir auch Textpassagen von der Redaktion via eMail, als Versatzstücke ohne meinen ursprünglichen Textkontext markiert, zurückgesendet und als Begründung für die Nichtveröffentlichung herangezogen. Die markierten Textpassagen stammten aber nicht von mir.

quarz
22. Juli 2017 15:06

"Doch auch indem ich dieses niederschreibe, schon warnt mch was, daß ich dabei nicht bleibe: 21.27 Uhr - Platz 4."

Da Niedertracht                                                                                                             den Rang nicht tilgen kann,                                                                                       künd' ich getrost:                                                                                                             Es führt die Liste an!

Wolf
22. Juli 2017 16:24

Die Rechten (oder wie auch immer) müssen endlich aufhören, von den Linken

geliebt oder geachtet  werden zu wollen. Bücher gegen das dekadente System zu schreiben und von genau diesem System  intellektuell redlich bewertet werden zu wollen, ist doch sinnlos. Ein rechtes V erteilernetz aufzubauen, das ist das Gebot der Stunde. Der Antaios-Verlag , Ein Prozent und IB werden bald mit ihrem Anhang mehr bewegen als erhofftes Wahrgenommenwerden durch Spiegel und ähnlichen Kloaken. Nur Geduld un weiter zielstrebig weitermachen!  

 

Dieter Rose
22. Juli 2017 16:25

@ der Gehenkte

einem weiteren Kreis empfohlen:

Kaplaken 46 v. Waldstein "Metapolitik - Theorie - Lage - Aktion"

Westpreuße
22. Juli 2017 16:25

Herr Kubitschek,      es ist aber doch schon erstaunlich, daß die oben genannte Studie zum Verhalten der meinungsbildenden Medien, die Gedanken - Vorkau - Medien..., überhaupt erschienen ist. Das führt zur Otto Brenner Stiftung. Die war mir nicht bekannt bzw. habe es vergessen. Aber Otto BRENNER ist mir bekannt. Den habe ich einmal reden gehört. Jahrzehnte schon her. Da habe ich noch am Fließband malocht, auf Schicht. Lange her. Vor Abendgymnasium und Studium...

Otto BRENNER (1907 - 1972) war ein Gewerkschafter, linker Sozialist seit frühesten Jugendjahren, Sozialdemokrat. Hat jahrzehntelang körperlich gearbeitet und war nebenbei eben sehr engagiert. Im Dritten Reich ging es ihm auch nicht besonders gut...Nach dem Krieg baute er die IG - Metall im Westen mit auf und engagierte sich als Sozialdemokrat...Ich mag solche Menschen, die ihre Gesinnung durch ihr Tun beglaubigen, aufrecht, echt, kernig... Waren eben andere Zeiten.

Also ein Mann von der anderen Seite der Barrikade. Aber soweit ich mich erinnern kann, ein aufrechter Gewerkschafter! Er kümmerte sich. Überhaupt nicht zu vergleichen mit den heutigen Gewerkschaftsfunktionären, die sich in der Hauptsache um ihr eigenes Wohlergehen kümmern...

Von Otto BRENNER stammt das schöne Zitat, irgendwann um 1968 (?) entstanden, das noch heute gilt und die demokratische Rechte sich auf die Fahnen schreiben könnte, heute...:

"Nicht Ruhe, nicht Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht, sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit." (Otto Brenner)  Da würde sich der brave Otto, Autodidakt und tatkräftiger Mensch, aber sicherlich wundern, wie man diesen Satz heute auch (!) verstehen kann...

Noch einmal: Schon erstaunlich, daß die o.a. Studie in der Otto Brenner Stiftung, Stiftung bürgerlichen Rechts der IG Metall, erscheinen konnte. Da wüßte man gerne mehr drüber... Stiftungskapital und Anzahl der Mitarbeiter sind nicht bekannt. Auf jeden Fall aber Fleisch vom Fleische der Gewerkschaften und der SPD...

Hier noch bitte, heute erschienen:

https://www.tichyseinblick.de/kolumnen/alexander-wallasch-heute/finis-germania-ein-buch-landet-versehentlich-auf-den-bestsellerlisten/

(Quelle: Tichys Einblick, 22. Juli 2017)  ---: Grüße von der Weichsel

 

 

 

 

 

Sturmfeder
22. Juli 2017 18:14

Ich komme gerade von der Thalia Buchhandlung in Hamburg Wandsbek. Platz 6 der Liste ist mit dem Buch Christian Udes belegt. Auf die Frage, warum das Sieferle Buch nicht angezeigt sei, bekomme ich folgende Anweisung: "Das Buch ist rechtsradikal. Der Verlag ist rechtsradikal. Wir haben Anweisung, das Buch deshalb nicht auszustellen und nur auf Anforderung zu bestellen"

.

Thomas S.
22. Juli 2017 20:31

Das Buch wird jetzt bei Amazon als "Derzeit nicht verfügbar" angezeigt. Ist es nur ausverkauft, oder wurde es jetzt endgültig aus dem Angebot genommen?

Kositza: Letzteres. "Ausverkauft" wird es (vorerst) wohl nächste Woche sein, weil es auf Antaios an Bestellungen nur so hagelt....

Thomas S.
22. Juli 2017 20:35

P.S. Bei Hugendubel kann man sich im Netz anzeigen lassen, in welchen Filialen das Buch verfügbar ist. http://www.hugendubel.de/de/buch/rolf_peter_sieferle-finis_germania-28461149-produkt-details.html?originalSearchString=finis%20germania

Der Feinsinnige
22. Juli 2017 21:37

 

Da wiederholte Fragen in diesem und in dem vorangehenden Strang (Schnitzeljagd nach Sieferle) nach den angeblichen Lieferschwierigkeiten nicht beantwortet bzw. auch ausdrücklich zurückgewiesen worden sind, stelle ich diese Frage hier nicht noch einmal. Ich setze jetzt einfach einmal voraus, daß es keine Lieferschwierigkeiten gibt.

Was besagt das? Daß es in zahlreichen Buchhandlungen quasi wie auf Knopfdruck nicht nur die Reaktion gibt, das Buch nicht ins Sortiment zu nehmen, sondern potentielle Interessenten mit dieser Art Finte (Lieferschwierigkeiten) auch noch davon abzuhalten, es über die betreffende Buchhandlung zu bestellen – bizarr. Eigentlich möchte man meinen, auch Buchhändler wollten Geld verdienen (abgesehen von einem offenbar heute völlig aus der Mode gekommenen intellektuellen Anspruch, die Freiheit des Geistes zu vertreten, ein Anspruch, den doch gerade Buchhändler vertreten müßten). Positiv an der Situation ist, daß viele Interessenten sich hoffentlich gleich direkt an den Verlag wenden und bei Antaios die Kassen noch lauter klingeln – alles hat eben zwei Seiten.

Daß ein Buch, welches ein derartiges Aufsehen erregt, erst ohne Vorwarnung auf Platz 6 der Spiegel-Bestsellerliste springt und nur eine Woche später dort wie von Geisterhand veranlaßt wieder vollständig verschwindet (nicht nur deutlich abrutscht) halte ich bei aller Berücksichtigung zufälliger statistischer Ausschläge nach oben und nach unten inzwischen doch für reichlich seltsam. Auch der hierfür genannte Grund in dem von @ Westpreuße verlinkten Artikel aus Tichys Einblick dürfte als einzige Erklärung wohl kaum überzeugen können, denn das Interesse an dem Buch scheint doch derzeit eher noch größer als kleiner zu werden. Da Sie, sehr geehrter Herr Kubitschek, in Ihrem Artikel auf die Ihnen selbstverständlich vorliegenden Verkaufszahlen hinweisen, warte ich bereits mit Spannung auf die Fortsetzung der Geschichte.

Als Ergänzung zu dem oben von @ Westpreuße gegebenen Link zu Tichys Einblick möchte ich insbesondere auch auf die darunter veröffentlichten, teilweise sehr lesenswerten Leserkommentare hinweisen - ein interessantes Stimmungsbild. Ein weiterer Link sollte hier auch nicht fehlen:

http://www.achgut.com/artikel/darf_man_dieses_buch_besprechen

Die Sache zieht Kreise.

 

Nautilus
22. Juli 2017 22:24

Nur ein Link von einer Seite die ich gerade entdeckt habe.

 Die Hetze gegen Sieferle und der neuen Rechten.

 

http://www.dw.com/de/finis-germania-und-co-rechte-vordenker-und-ihre-verlage/a-39787337

Alberth
22. Juli 2017 22:50

Einfach Wahnsinn! Amazon verhindert die Bestellung über Drittanbieter. Da steht nur ein kommentarloses " - ". Nur durch die Blockierung des Bestellweges kann man "Finis Germania" von Platz 1 und schließlich ganz aus der Bestsellerliste exterminieren. Nochmal: Wahnsinn, was aktuell in diesem Land passiert.

Nemo Obligatur
22. Juli 2017 23:34

"

Sturmfeder
22. Juli 2017 18:14

Ich komme gerade von der Thalia Buchhandlung in Hamburg Wandsbek. Platz 6 der Liste ist mit dem Buch Christian Udes belegt."

 

Das darf Sie nicht wundern, ist doch der Herr Ude als tiefschürfender Geist und Vordenker, geradezu als herausragender Intellektueller bekannt, überall gelesen und oft zitiert. Wie hieß sein Buch noch gleich?

rautenklause
23. Juli 2017 13:28

Wie schrieb einer der Söhne Will Vespers so schön:  "Wir können die Herrschenden nicht zwingen, die Wahrheit zu sagen, aber wir können sie zwingen, immer unverschämter zu lügen." q.e.d.

R. M.
23. Juli 2017 17:49

Das Buch ist in UK, Frankreich und Italien bestell- und lieferbar. Daraus kann man schließen, dass amazon.de liefern kann, aber nicht möchte.

Sturmfeder
23. Juli 2017 17:58

An Nemo obligator: "Wie hieß das Buch noch gleich?"

irgendwas über Politik unde Alternativlosigkeit oder so.

Solution
23. Juli 2017 18:30

Heute hat mir Amazon.de, Frau Sarah H., per Email mitgeteilt, daß das Buch derzeit nicht bestellt werden, könne, weil es nicht lieferbar sei.Man bemühe sich aber, daß es wieder lieferbar werde:

"...der von Ihnen gesuchte Artikel "Finis Germania (Kaplaken) Gebundene Ausgabe" ist auf unserer Website gelistet, kann allerdings nicht über Amazon.de direkt bezogen werden, da er derzeit nicht lieferbar ist.

Wir bemühen uns selbstverständlich, den Artikel zu besorgen, damit er wieder über Amazon.de direkt bezogen werden kann: Wann und ob eine Nachlieferung erfolgt, kann ich Ihnen zu diesem Zeitpunkt leider nicht versprechen. Bitte besuchen Sie doch ab und zu unsere Website."

 

Solution
23. Juli 2017 19:21

23.7.2017 19:19 Uhr

Das Buch ist wieder bestellbar bei Amazon (2 Angebote).

Vielleicht haben ja auch die kritischen Emails an Amazon geholfen?

Cacatum non est pictum
23. Juli 2017 20:19

@BORIQUA

Mittlerweile gönne ich den Deutschen wirklich schlechte Zeiten von ganzem Herzen. Sie alle sollen bitte bis zur Halskrause in den Dreck.

Ähnlich hat es der alte Heinrich Hoffmann von Fallersleben schon Mitte des 19. Jahrhunderts ausgedrückt. Sein Gedicht passt erschreckend gut in die heutige Zeit:

Deutsche Verzweiflung

Strategisch gesehen muss man Ihnen zustimmen. Ich habe mich aller Illusionen entledigt und glaube nicht mehr an einen Umschwung in Deutschland, solange nichts epochal Schlimmes passiert. Die Ansiedlung Fremder hat eine schwungvolle Dynamik erreicht und setzt uns unter Zeitdruck. Wenn die Masseneinwanderung in den kommenden Jahren so weitergeht wie 2016 - mit hohen Zuzugszahlen, aber stets unterhalb der Eskalationsschwelle -, dann werden wir in unserer warmen Badewanne ersaufen. Wer das nicht möchte, muss sich schon eine Zuspitzung der Lage herbeiwünschen.

Der Feinsinnige
24. Juli 2017 10:46

Einen Aspekt der offenbar sehr hohen Verkaufszahlen von Finis Germania möchte ich hier ausdrücklich benennen: Grundsätzlich sagen Verkaufszahlen allein noch nicht unbedingt etwas über das Leseverhalten der Käufer (oder ggf. Beschenkten) aus. Viele Bücher werden gekauft, aber nicht gelesen (man achte nur einmal auf den Zustand gebrauchter Bücher in Antiquariaten). Bei Finis Germania wird dies aber vermutlich anders sein, und zwar nicht nur wegen des (geringen) Umfangs des Buches. Wer das Buch aufgrund (oder trotz) der anhaltenden öffentlichen Diskussion und des Verhaltens diverser Buchhändler erwirbt, der wird in der Regel auch genügend Motivation mitbringen, das Buch tatsächlich zu lesen und aufgrund dieser Lektüre die Gegenwart mit offeneren Augen betrachten – meines Erachtens ein nicht ganz unwesentlicher Teil des Sachverhalts.

Albert
24. Juli 2017 15:12

Ich war gerade im Thalia Bonn. Gleich am Eingang steht das große Regal mit den SPIEGEL-Bestsellern. Dort stand auf dem Regalplatz für Platz 6 ein alter Bildband über das Rheinland - als Platzfüller hingestellt. Am Regal angebracht war ein Ausdruck der SPIEGEL-Sachbuch-Bestseller, der auf "Platz 6" Sieferles "Finis Germania" vermerkt.

Ich habe zwei Verkäuferinnen befragt, woraufhin die beiden miteinander diskutierten:

Ich: "Was ist denn mit Platz 6? Da ist ja nix!"

Verkäuferin Nr. 1: "Oh ja. Hmm, das ist ja seltsam. Das verstehe ich nicht."

Verkäuferin Nr. 2: "War das nicht das Buch mit der 'einstweiligen Verfügung'?"

Verkäuferin Nr. 1: "Ach ja, stimmt, da war irgendwas ... "

Verkäuferin Nr. 2: "Da kam doch gestern dieses Schreiben mit der 'einstweiligen Verfügung', dass wir das rausnehmen müssen. Ich weiss auch nicht, was da war."

Ich: "Haben Sie das noch im Lager?"

Verkäuferin Nr. 1: "Ich kann ja mal gucken gehen ..."

Verkäuferin Nr. 2: "Nee, wenn da eine 'einstweilige Verfügung' drauf ist, dann dürfen wir das nicht verkaufen."

Herr K.
24. Juli 2017 23:41

Wunderbar, egal wie man es dreht und wendet: rechts gewinnt. Entweder finanziell oder im sozialen Raum...wenn das noch der Sieferle erleben könnte...

Chris
25. Juli 2017 09:34

Das erste Mal etwas Konkreteres gelesen:

"Finis Germania war eine Woche auf der SPIEGEL-Bestsellerliste platziert. Die Chefredaktion des SPIEGEL hat daraufhin beschlossen, das Buch beim nächsten Mal von der Liste zu nehmen. Die Chefredaktion tut dies nur in absoluten Ausnahmefällen, aber sie hält das Buch für klar antisemitisch, hat dies auch bereits öffentlich geäußert und möchte die Verbreitung nicht unterstützen."

Caroline Sommerfeld
25. Juli 2017 15:21

Bekam heut ein großes Antaios-Packerl, darin 2x FINIS GERMANIA, weil mein Buchhändler letzte Woche dringlich anfragte, ob ich ihm vielleicht welche beschaffen könne ... In der Zwischenzeit hatte er sich via booklooker selber eins organisiert, und eins für ins Fenster ("Wenn's nicht zu brutal ist").

Ich wollt ihm eben zumindest ein Buch schnell in den Laden tragen, da sah ich eine Menge Kunden, und dachte mir kurz, ach nein, ich muß ihn - der immer so offen für alles ist und Natascha Strobl neben Lichtmesz neben Rotkäppchen ins Fenster legt - jetzt nicht vorführen. Dann hab ich aber doch den Laden betreten, und stieß in die Szene, daß ein Bekannter von mir gerade seine alten Eltern in den Laden führte, hier könne er wohl einen Zweit-Sieferle bekommen, das erste Büchl habe er verlegt, irgendwo, und die Eltern sollten's doch lesen.

Der Buchhändler hatte aber sein für den Verkauf bestimmtes schon verkauft. Also hab ich ihm schon mal das eine Buch in die Hand gedrückt. Dann fiel mein Blick auf eine weitere Kundin, die dort saß, sieferlelesend. Ihr Exemplar war indes das Eigentum des Buchhändlers. Na gut, dann behalte ich mir eben keines, lauf hoch in die Wohnung, und bring schnell das nächste in den Laden.

Akutversorgung bewältigt.

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