18. August 2017

... bringt der Mittelweg den Tod

von Nils Wegner / 31 Kommentare

Ehe das "Attentat" von letztem Samstag vom gestrigen Attentat abgelöst wird, reden wir nochmal politisch. Über Charlottesville.

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Und da wir in den letzten Monaten und Jahren ja gelernt haben, daß man in solchen Fällen nie voreilige Schlüsse (etwa über die "Lastwagen der Religion des Friedens") ziehen sollte, schieben wir das autistische Kreischen der deutschen Netz-Titelseiten von FAZ und Süddeutsche über Spiegel und Focus bis Deutschlandfunk und Deutsche Welle beiseite.

Die Sachlage nur in aller Kürze: Am vergangenen Samstag sollte dort eine seit Monaten angekündigte und durchgeplante Kundgebung gegen den Abriß eines Reiterstandbilds des Südstaatengenerals Robert Edward Lee stattfinden. Vorbild war eine ähnliche, sehr erfolgreiche Veranstaltung am gleichen Ort im Mai, zu der sich bereits 300 bis 400 Teilnehmer eingefunden hatten.

War das damalige Zusammenspiel verschiedenster alternativ-rechter Gruppen und eine eher spontane Angelegenheit, wurde diesmal als Motto bewußt „Unite the Right“ gewählt – die vereinigte US-Rechte außerhalb der Republikanischen Partei sei im Kampf gegen die Abräumung des europäisch-amerikanischen Erbes vereint.

Nun, es sollte nicht dazu kommen. Die für 12:00 Uhr EST (also 18:00 MEZ) angesetzte Kundgebung wurde eine knappe halbe Stunde vor Beginn von der städtischen und staatlichen Polizei unter Gelächter(!) für unzulässig erklärt und aufgelöst, nachdem bereits zuvor (auch wenn Politiker und Presse seither anderes behaupten) der Notstand über das Stadtgebiet verhängt worden war und Einheiten der Nationalgarde sowie Riot police aufgezogen waren.

Der Erlaß der Bürgermeisters über das Verbot der Veranstaltung trägt die Zeitmarke 11:06 Uhr; eine gewisse Bearbeitungszeit vorausgesetzt, kann also davon ausgegangen werden, daß mindestens seit 10:00 Uhr EST des Tages die Auflösung beschlossene Sache war. Beeindruckende Bilder wie im Mai sollte es diesmal wohl nicht geben.

In der unmittelbaren Folge wurde der Lee-Park rund um die Statue (bereits zuvor aus Gründen der „Wiedergutmachung“ in „Emancipation Park“ umbenannt) gewaltsam geräumt und die rund 2000 bis dahin friedlich versammelten Teilnehmer direkt in die ringsum aufgezogenen Gegendemonstranten hineingedrängt – eine gute Skizze der Gemengelage hat Pax Dickinson am Sonntagabend via Twitter zur Verfügung gestellt, zufällig kurz bevor sein Account gesperrt wurde.

Nun, es gibt immer Mittel und Wege (rote Markierungen entsprechen den Barrikaden):

Klar erkennbar ist: Die einzigen zwei Wege aus dem Park hinaus wie zuvor auch schon hinein, was ab dem frühen Samstagmorgen für erste Schlägereien sorgte, führte mitten durch die Gegendemonstranten hindurch, aus deren Reihen es Luftballons voller Fäkalien, Batterien, Steine, tiefgefrorene Wasserflaschen, Behälter mit konzentrierter Tränengasflüssigkeit auf die abziehenden Kundgebungsteilnehmer hagelte – Tim "Baked Alaska" Gionet, einer der geplanten Redner, wurde noch am Samstagmorgen mit Chlorbleiche attackiert und wird schlimmstenfalls einen Teil seines Augenlichts einbüßen.

Dieses Ordal wurde treffend als Running the gauntlet, Spießrutenlauf, beschrieben. Die Polizei hielt sich während allen Ausschreitungen des Wochenendes säuberlich zurück und glänzte nur dort mit Engagement, wo es Rechte aus der Stadt zu treiben galt. Inzwischen soll es Aussagen beteiligter Beamten geben, die die offiziöse Eskalationsstrategie bestätigen.

Damit genug Rapport – es gibt inzwischen unzählbar viele Berichte und Videos von diesem denkwürdigen Tag, von denen ich rein informationshalber eine Pressekonferenz anführen möchte. Über die sonstigen Anlässe zum weltweiten, bemerkenswert einstimmigen Geschrei wider „Unite the Right“ – und, hierzulande in den Tagesthemen, ganz stumpf und unverhohlen via Bannon gegen Trump – braucht gar nicht viel gesagt zu werden:

  1. In Amerika sind Rechts- und Gemengelage gänzlich anders. Weshalb einzelne Kundgebungsteilnehmer aus den Reihen von NSM und ähnlich „orthodoxen“ Kreisen nicht mal einen Tag lang die alten Fahnen und Klamotten daheim lassen und die Veranstaltungsdisziplin einhalten konnten, ist mir zwar unverständlich – gleichwohl stehe ich als Deutscher nicht an, mir darüber das Maul zu zerreißen. Wer derlei Verrenkungen diesseits des Atlantiks für notwendig hält, sollte mal sein zweifelhaftes Privileg überdenken – zumal es nicht das erste Mal wäre, daß Presse und Gegenseite ganz gezielt für schwierige Bilder sorgen.
  2. Schnappatmung über die in Charlottesville einmal mehr auf den Plan getretenen Milizen zeugt nur von Unkenntnis. Diese mäßig martialisch auftretenden Grüppchen bellen nur, aber beißen nicht, und stehen in Wort und Tat tendenziell gegen die Rechten statt auf ihrer Seite – sie sind eine Art Burgerland-Variante des Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold und allenfalls für die Bebilderung von Initiativen zugunsten eines Verbots des privaten Waffenbesitzes gut.
  3. Der Tod von Heather Heyer ist keine Entschuldigung für Aufruhr und kein Anlaß für einen Kotau. Nach meinem Informationsstand gibt es bislang keinen Anlaß, daran zu zweifeln, daß der mutmaßliche Auffahrer James A. Fields (der nicht umsonst des Totschlags und nicht des Mordes beschuldigt wird) in Panik auf der Flucht vor linken Gegendemonstranten war, die sein Auto angriffen, anstatt absichtlich in die Menschenmenge hineinzufahren. Anlaß gab es genug: Ganz sicher möchte niemand der nächste Reginald Denny oder Zemir Begic werden, und dafür habe ich alles Verständnis dieser Welt, auch wenn mich n-tv in einem recherchefreien Satzbausteintext eines Besseren belehren möchte.

Sparen wir uns also das ewig gleiche Virtue signalling und irgendwelche Belehrungen, die drüben sowieso niemanden interessieren, und kommen zur Sache – was ist aus dem Menetekel von Charlottesville zu lernen?

Insbesondere bleibt festzuhalten, daß eine Veranstaltung noch so friedlich ablaufen kann (inklusive des bemerkenswerten Fackelumzugs in der Nacht zuvor, der bei „engagierten“ Beobachter*Innen schier zur Kernschmelze führte), wenn die Hütehunde und deren Einflußagenten nicht mitspielen.

Nicht nur hat das versammelte Sicherheitspersonal die Eskalation am Samstag maßgeblich mitverursacht – vermutlich zur Unterfütterung des ohnehin beschlossenen Notstands –, sondern laut „UtR“-Sicherheitschef Eli Mosley auch während des Fackelmarsch entgegen aller Vereinbarungen keinerlei Schutz gestellt und zeitgleich in der Stadt Absperrungen errichtet, die mit den Organisatoren von „Unite the Right“ nicht abgesprochen waren. Mosleys Interview im australischen Radio ist hörenswert und hat dem Moderator bereits erheblichen Ärger eingebracht.

Man erinnere sich an den 13. Februar 2010 und den damals rund 6500 Mann zählenden Trauer„marsch“ anläßlich des 65. Jahrestags der Bombardierung Dresdens, der den ganzen Tag lang von der Polizei auf dem Schlesischen Platz festgesetzt worden war. Noch kurz zuvor hatte die Landesregierung mittels einer spontanen Änderung des Versammlungsrechts die Veranstaltung zu zerstreuen versucht, wogegen die Junge Landsmannschaft Ostdeutschland als Veranstalter überraschend erfolgreich vor das Verwaltungsgericht gezogen war.

In ganz ähnlicher Weise mußten die Organisatoren von „Unite the Right“ noch am Tag vor der geplanten Veranstaltung im Eilverfahren vor einem US-Bundesgericht das Versammlungsrecht erstreiten, das ihnen der mehr als fragwürdige Vizebürgermeister von Charlottesville kurzfristig aberkennen wollte – amüsanterweise mit Hilfe der dafür heftig geschmähten Bürgerrechtlervereinigung ACLU, die ansonsten eher für ihren plakativen Linksliberalismus bekannt ist. Nun, es sollte in beiden Fällen nicht lange vorhalten…

Man kann sich natürlich immer daran festklammern, daß die jeweiligen einzelnen Polizisten (oder irgendwelche Verwaltungsbeamten, Soldaten, Schlapphüte usw. usf. ad nauseam) ja in Wirklichkeit ganz tief im Innersten doch auf der Seite der Gerechten wären; ich für meinen Teil habe das immer schon für ziemlich verzweifeltes Gefuchtel gehalten, muß aber ehrlicherweise gestehen, daß ich auch einmal kurzzeitig und naiv zumindest von einer gewissen Grundneutralität ausgegangen bin.

Angesichts eines konkreten Vorfalls hilft einem das aber gar nichts, und ebensowenig im Vorfeld (»Komisch, die waren total unkooperativ!«) oder in der Nachbereitung (»Ist schlimm gelaufen, aber immerhin haben die das insgeheim bestimmt selbst doof gefunden.«). Das Blut vom Wochenende klebt so oder so an den Händen der nominell mit Ruhe und Ordnung Befaßten, daran gibt es nichts zu rütteln.

Unterm Strich steht jetzt selbst ein Richard Spencer ziemlich doof da, wie er die aufziehende Knüppelgarde der lachenden Stadt- und Staatsverwaltung an ihrer Rechtschaffenheit zu packen versucht.

Natürlich wünscht man sich in solchen Situationen, zumindest unter der Hand Verbündete zu haben, die die eigene Ohnmacht aufzulösen vermögen – im Regelfall wird das aber eher nicht der Realität entsprechen. Es lohnt sich also immer, einen Plan B und gegebenenfalls auch noch C in der Tasche zu haben, was in Charlottesville am vergangenen Wochenende offensichtlich nicht der Fall war, zumal alle Beteiligten in erster Linie mit Eigenabsicherung beschäftigt waren.

Damit in Verbindung steht, daß jedem von uns eine gewisse zentristische Perspektive innewohnt – das stammt aus der an sich ziemlich dummen Hufeisentheorie und bedeutet netto nichts weiter, als daß sich jeder Nichtextreme subjektiv wohlfühlt und dementsprechend davon ausgeht, daß objektiv alles in bester Ordnung sei. Nun: Natürlich hofft man darauf, auch als »Ausleger« in irgendeine Richtung noch dem Schutz der staatlichen Institutionen zu unterliegen. Da kann man aber sehr schnell sehr stark enttäuscht werden – das lernen die Amerikaner gerade im Schnellverfahren und besonders hart, gerade was abgekartete Spiele angeht.

Nach den Ausschreitungen in Charlottesville waren noch keine 48 Stunden vergangen, da prasselte schon ein mindestens digitales Stahlbad auf die noch ungezähmte Rechte hernieder (hier nur wenige Auszüge): Schließung des AltRight.com-Servers bei Discord, einer besonders für ihre fehlende politische Zensur gelobten Community; Kündigung des Providervertrags für den »Daily Stormer«, den man nun nicht mögen muß, aber der dergleichen nicht verdient hat; politisches Köpferollen; Mordanschläge auf Unbeteiligte; Hack von Red Ice TV; Serverkündigung gegen TheRightStuff.biz; Liquidation der Gab.ai-App durch Google wegen Hate speech; Kündigung diverser Twitter-, YouTube- und sonstiger Benutzerkonten; Bekanntwerden der landesweit größten Menschenjagd auf harte Nationalisten jemals, die zeitgleich ablief; gepaart mit einer beispiellos aggressiven Medien- und Polithetze gegen alles, was ansatzweise die Daseins-, Geschichts- und Traditionsberechtigung weißer Amerikaner verficht, und landesweite Eilabrisse und Vandalismus gegen Denkmäler – man muß sich wirklich schwer am Riemen reißen, um dahinter keine Agenda zu erkennen.

Wer das (je nach Mediendruck) erst zurückhaltend, dann ausdrücklich getan hat, war Präsident Trump. Nun, die hiesigen Zentristen (also CDU-Wähler) mögen darüber verzweifeln, aber es wird sicherlich nicht die Einmischung der Kanzlerin gewesen sein, die ihn zur (erneuten) ausdrücklichen Zurückweisung aller weiß-nationalistischen Ambitionen veranlaßt hat. Momentan zumindest sieht es jedoch so auch, als könnte tatsächlich einmal die transatlantische Journaille den Bogen überspannt haben – der Präsident spielte nämlich zumindest Dienstagabend kurzzeitig nicht mehr mit:

Was vor allem nicht unbedingt zu lernen, aber mindestens zu bedenken ist: Wohin soll ein Weg führen, den man streng an allen vorhandenen Paragraphen entlang geht und der einen doch nur wieder und wieder in irgendwelche Hinterhalte führt?

Gibt es denn noch etwas anderes, als sich möglichst brav zu verhalten und darauf zu hoffen, daß – wie ich zu meiner großen Scham im oben verlinkten Uralt-Beitrag in einer liberalen Zeitung mal zitierte – die Polizisten nett zu einem sind, wenn man nett zu ihnen ist?

Letzten Endes hat einer der ursprünglich für Charlottesville geplanten Sprecher, Christopher Cantwell von »Radical Agenda«, der sich am Wochende einige Male prügeln mußte und viel Pfefferspray abbekam, das Ganze in einem mittlerweile leider samt seiner Facebook-Seite gelöschten Periscope-Video auf den Punkt gebracht und den Stand der Dinge in der westlichen Welt bezeichnet: »Wenn man alle Regeln einhält und trotzdem fertiggemacht wird – was bleibt einem Mann dann noch übrig?«

Zumindest, möglichst vorbereitet zu sein. In jedem Fall nicht, sich zu distanzieren und auf andere zu zeigen:

Niemand weiß, ob er nicht morgen schon zu einer Gruppe gezählt wird, die außerhalb des Gesetzes steht. Dann wechselt der zivilisatorische Anstrich des Lebens, indem die komfortablen Kulissen schwinden und sich in Vernichtungszeichen umwandeln. Der Luxusdampfer wird zum Schlachtschiff, oder die schwarzen Piraten- und die roten Henkersflaggen werden auf ihm gehißt […]. (Ernst Jünger: Der Waldgang)

Nils Wegner ist studierter Historiker und arbeitet als Übersetzer und Lektor.

Kommentare (31)

deutscheridentitärer
18. August 2017 11:42

Also grundsätzlich beschreibt Herr Wegner die Lage zutreffend. Meine Gedanken dazu:

1. Natürlich kann man als Deutscher das NS-Larping in Amerika interessieren, es wird dor halt niemanden interessieren. In Deutschland jedenfalls müssen die einschlägigen Gestalten bei jeder Demo mit äußerster Konsequenz unterdrückt werden. Ich hasse die undisziplinierten Idioten, die ihren Arm nicht mal für vier Stunden unten lassen können, mehr als die Antifa.

2. Die Polizei IST auf unserer Seite. Das ist ein Fakt, von dem ich mich mehrmals überzeugen konnte in  Situationen, in denen die Polizei mich unbehelligt gehen lies, obwohl das sicher gegen ihre Weisungen verstoßen hat. Es hilft absolut nichts sich jetzt als armes Opfer von Polizeigewalt zu sehen und die Polizei für irgendetwas verantwortlich zu machen. Das ist zwar eine naheliegende Versuchung, der ich zeitweise auch immer wieder erliege, aber man darf sein strategisches Urteil nicht durch derlei emotionale Empörung trüben. Der einzelne Polizist hat schlicht in den meisten Fällen keine andere Wahl, als den Weisungen seiner Vorgesetzten zu befolgen. Meint er diese doch zu haben, weil er damit rechnet, dass seine Verhalten oben nicht bemerkt wird, tut er es durchaus.

3. Es ist kein schlechtes Ergebnis, als oppositionelle Demo in einem Rechtsstaat zu Unrecht auseinandergeknüppelt zu werden. Das ist ein starker Black-Pill Moment und untergräbt die Legitimität des Establishments. Ob es das immer wert ist, ist die andere Frage. Ich würde CV nicht als Niederlage bezeichnen, triumphale totale Siege gibt es selten, es ist eben meist ambivalent.

4. Und CV war ein schöner White-Pill Moment bzgl. Trump.

stimmviech
18. August 2017 14:24

Der Anarch im Sinne Ernst Jüngers tarnt sich heute nach außen als neoliberal.Und hat dann beste Chancen,nicht mit der dummen Masse-gutgläubiger Mainstream,radikale Aktivisten welcher Seite auch immer-zu sterben.Die Geschichte geht keinen geraden ideologischen Weg,jedweder Aktivismus für welchen Ismus auch immer bringt einem selbst nichts Gutes.

nom de guerre
18. August 2017 15:18

Danke für diesen Artikel, auf diese Deutung der Ereignisse in Charlottesville aus der (deutschen) Nichtmainstreamperspektive habe ich seit dem Wochenende gewartet. Das klingt nun sehr anders, als es bisher in deutschen Medien zu lesen war, und hilft, mir eine Meinung zu bilden. Für mich sind die Ereignisse darüber hinaus vor allem in ihrem Nachgang interessant, im Hinblick darauf, dass ich mich einmal mehr frage, was (nicht wer) Trump eigentlich ist. Seine Statements in dem Kontext waren jedenfalls mehr als seltsam.

@ deutscheridentitärer: Ich gebe ja zu, ich kenne mich mit rechten Demos (oder überhaupt mit Demos als selbst Teilnehmende) nicht aus, aber warum sollten die, die, wie Sie sagen, nicht mal für vier Stunden den Arm unten lassen können, den denn auch unten lassen? Wenn die das nur zu Hause vor dem Spiegel machen oder wenn sie mit ihren Kumpels zusammen sind, sieht es schließlich keiner. Allerdings stelle ich mir durchaus immer wieder die Frage, wieso überhaupt jemand das Bedürfnis hat, in der Weise den Arm zu heben. Das ist doch nicht nur eine Frage der Disziplin, also in dem Sinne, dass man es in bestimmten Situationen besser bleiben lässt.

Solution
18. August 2017 16:57

Danke für den guten Artikel. Charlottville war eine Wegmarke. Die AltRight wird weiter wachsen.

Hartwig aus LG8
18. August 2017 17:08

Danke für die Zusammenfassung. Dass das Ausmaß, rechte Demonstrationen zu verhindern, in den USA mit dem hiesigen vergleichbar ist, ist mir eher neu. Die Schlüsse, die Wegner zieht, sind sehr bedenkenswert. Eigentlich sind es ja doch eher Fragen, die einer Antwort harren. Und was meinen Sie , @deutschidentitärer, mit dem white pill moment bzgl. Trump?

Heinrich Brück
18. August 2017 18:10

@ nom de guerre

Gegen Demokraten helfen nur Demokraten. Also stellt man zwei Demokraten gegenseitig auf die Bühne, macht eine zufriedenstellende Show für das Publikum der Wahlberechtigten, und am Schluß gewinnt der vorgesehene Kandidat. Wer sich eine Meinung bilden muß, hat schon verloren. Das Spiel der Meinungen erschöpft sich in Kritik und ewigen Streitereien. Im Publikum herrscht Dauerkrieg. Diese Gegnerschaft lenkt nur von der Sichtweise ab, jemals hinter die Kulissen vordringen zu wollen. Die Bühne ist sichtbar; aber auch das Publikum ist nicht unsichtbar. Die Veränderungen im Publikum können beschrieben werden: Schrumpfung, Ausbeutung, Austausch, - für wen dieses selbstzerstörerische Arbeiten? Was also das geschätzte Publikum der Meinungen verstehen muß: das Publikum entscheidet nicht über die Bühnenbesetzung, wie auch diese nicht gegen den Austausch vorgehen kann.

PS: @ Trump

Wer wirklich Macht besitzt, muß niemals vor solchem Presseabschaum Rede und Antwort stehen. Diese Pressemeute gehört den Mächtigen, die eine Demokratie installiert haben, deren Funktionsweise inzwischen jedem sichtbar vor Augen steht. Na gut, bei jedem mußte ich auch lachen; die Marschrichtung muß klar sein, nicht die Zielrichtung.

niekisch
18. August 2017 19:29

"Was vor allem nicht unbedingt zu lernen, aber mindestens zu bedenken ist: Wohin soll ein Weg führen, den man streng an allen vorhandenen Paragraphen entlang geht und der einen doch nur wieder und wieder in irgendwelche Hinterhalte führt? Gibt es denn noch etwas anderes, als sich möglichst brav zu verhalten.... In jedem Fall nicht, sich zu distanzieren und auf andere zu zeigen"

@ Nils Wegner: Schön, solche Worte hier zu lesen. Um einen gangbaren Weg aufzuzeigen:

Art. 20:

(1) Die Bundesrepublik Deutschland ist ein demokratischer und sozialer Bundesstaat.

(2) 1) Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus. 2) Sie wird vom Volke in Wahlen und Abstimmungen und durch besondere Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung ausgeübt.

(3) Die Gesetzgebung ist an die verfassungsmäßige Ordnung, die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung sind an Gesetz und Recht gebunden.

(4) Gegen jeden, der es unternimmt, diese Ordnung zu beseitigen, haben alle Deutschen das Recht zum Widerstand, wenn andere Abhilfe nicht möglich ist.

Wie alle Normen ist auch diese auslegungsfähig, aber dies Risiko wenigstens sollten wir eingehen und uns bei jeder grenzwertigen Äußerung oder Aktion auf Art. 20 Absatz 4 Grundgesetz berufen.  Dann wir vielleicht auch einmal gerichtlich geklärt, wer in Deutschland die grundgesetzliche Ordnung beseitigt. Und: wer sich distanziert, der verliert.

deutscheridentitärer
18. August 2017 19:50

@nom de guerre

Nun, auch ein Anhänger des Nationalsozialismus sollte soviel taktisches Verständnis aufbringen, dass das offene Bekenntnis seiner Ideologie jegliche Anschlußfähigkeit an dem Mainstream zunichte macht und es dem politischen Gegner allzuleicht macht, mehrheitsfähige Forderungen das Stigma eines Verbrecherregimes anzuhaften. Das gilt natürlich besonders für solche Demos wie PEGIDA, die an sich gar keinen nationalsozialistischen Charakter haben, aber gewissermaßen als "Zwischenschritt" für NS interessant sind.

Wenn ein Neonazi also nun eine solche Veranstaltung gewissermaßen unterwandern will, soll er sich doch bitte entsprechend verhalten und seinen Neonazismus verbergen. Was meinen Sie damit, dass Trumps Kommentare seltsam gewirkt haben? Es ist doch dem nicht ideologisch verblendeten Beobachter (also z.B. nicht den dt. Medien) offensichtlich, dass mindestens beide Seiten an der Eskalation Schuld hatten; würde man das Ganze gewichten fiele der Anteil der Alt-Right-Leute im Vergleich zu Polizei und Antifa verschwindend gering aus.

Ich finde es erschreckend, wie die Tatsache, dass der Fahrer offensichtlich und unbestreitbar nicht im Sinne eines "Anschlags" sondern einer Notwehrlage gehandelt hat, völlig ignoriert wird. Es wird offensichtlich erwartet, dass man sich als Teilnehmer einer legal angeldeten und genehmigten Demonstration im Zweifel totschlagen lässt.

@Hartwig

Es wird ja oft gezweifelt, ob Trump nun authentisch rechts ist oder nicht. Diesbezüglich war seine Verurteilung "beider Seiten", auch wenn ich sie nicht teile, deutlich mehr, als ich von ihm erwartet hat. Ich deute das als Indiz, dass Trump eben nicht nur eine Marionette ist, sondern ein echter Hoffnungsschimmer.

Osmond van Beck
18. August 2017 20:07

Danke für die Zusammenfassung und das Abliefern eines dringend benötigten Kontextes, der von den Mainstream Medien einfach weg gelassen wurde. Zur Info: Ein Tag nach dem katastrophalen Vorfällen am Samstag, nahm ein junger Mann seine Rechte wahr, um einfach stumm mit Virginia Battle Flag (die Konföderiertenflagge) vor dem Lee Denkmal dem General seinen Respekt zu zollen. Umringt von keifenden Schwarzen und Linken mit hassverzerrten Fratzen. Einfach so. Stumm und ist dank Polizeischutz auch wieder unversehrt gegangen. Das Video wurde viral. Heute hat er seinen Florida College Platz verloren. Die betroffene Einrichtung will sich dazu nicht äußern... http://www.wxii12.com/article/high-point-man-removed-from-florida-college-after-standing-in-front-of-confederate-monument-in-virginia/12027442

Und wie wir gerade vor wenigen Stunden/Minuten erfahren haben, hat Trump Bannon entlassen. Parallel dazu verbreitet Fox News die Fake News, dass ein Alt Right Flugblatt, das auf einem Campus gefunden wurde und "weiße Jungs und Mädels" darüber aufklärt, dass ihre Vorfahren "dieses Land aufgebaut hätten" und sie ihren "kulturmarxistischen Professoren" nicht glauben, sondern stattdessen hoch erhobenen Hauptes durchs Leben gehen sollten, "rassistisch" sei. 
Es geht alles ziemlich schnell gerade...

Solution
18. August 2017 20:16

Vergessen wir nicht eine bisher kaum beachtete Facette des Aufstiegs der Altright und ihres weiteren Umfeldes. In ihrem Schatten hat sich auch kulturell etwas zu regen begonnen. Hier ein musikalisches Beispiele von einem jungen Musiker:

https://www.youtube.com/watch?v=mJJzI_5cjUY&list=RDmJJzI_5cjUY#t=20

Da es gerade in diesen Tagen und Stunden eine unglaubliche Löschorgie in den "sozialen" Medien gibt, wird wohl auch dieses hier bald verschwinden. Man kann stündlich nachsehen, wie deren Lieder hier Stück für Stück bei Youtube "verschwinden". Wenn das in dem Tempo weitergeht, ist bald die gesamte Rechte in den USA (vorübergehend?) weg.

Der_Jürgen
18. August 2017 20:28

Einer der bisher besten Artikel von Nils Wegner; seine Darlegungen verraten gründliche Vertrautheit mit den amerikanischen Verhältnissen.

Nach menschlichem Ermessen wird Donald Trump scheitern, weil er nicht den Mut aufbrachte, und auch künftig schwerlich aufbringen wird, aufs Ganze zu gehen und gegen das System zuzuschlagen. Die grosse Mehrheit der Polizei und die Mehrheit der Armee hätte ihn dabei unterstützt. Wenn nicht die schlimmstmögliche Variante eintrifft (die darin bestünde, dass Trump, um sich mit seinen Verfolgern zu arrangieren, den von diesen gewünschten Krieg mit dem Iran oder Russland, oder beiden, vom Zaun bricht), wird er vermutlich im nächsten Jahr zum Rücktritt gezwungen werden. 

Doch auch an diesem Szenarium wäre sehr viel Positives. Es würde dann jedem Denkfähigen und Denkwilligen klar, dass sich das System nicht mit dem Stimmzettel ändern lässt und Wahlen nichts mehr bringen. Trump musste, der Not gehorchend, nicht dem eignen Triebe, schon fast alle seine Wahlversprechen brechen. Niemand kann gegen seine eigene Partei, die Opposition, die Presse und die Justiz regieren.

Die amerikanische "Elite" führt seit vielen Jahrzehnten einen Krieg bis aufs Messer gegen das weisse Amerika, seine Religion, seine Traditionen, seine Werte. Sie zwingt ihm ihre fragwürdigen eigenen Werte, vom Gender Mainstreaming bis zur Schwulenehe, auf. In drei Bundesstaaten (Kansas, Wisconsin, Kalifornien) wurde die Legalisierung der gleichgeschlechtlichen "Ehe" in lupenrein demokratischen Abstimmungen verworfen. In allen drei Fällen wurde der Volksentscheid von Richtern, die das Volk nicht gewählt hatte, umgestossen.

Die "Elite" kriminalisiert die Geschichte des weissen Amerika. Sie strebt danach, die weisse Bevölkerung durch gezielte Drittwelteinwanderung zur Minderheit zu machen und sie schlussendlich durch Rassenmischung (die in den Medien und der Unterhaltungsindustrie eifrig propagiert wird) zu zerstören.

Wer die treibende Kraft hinter dem Krieg gegen die weissen Amerikaner ist, hat unter anderem Kevin Macdonald in "The Culture of Critique" anhand einer Unzahl von Quellen dargelegt.

Gott sei Dank regt sich jetzt energischer Widerstand gegen die Verbrecher. Die AltRight wird rasch an Stärke zunehmen. Auch wenn Trump scheitert - der Geist ist aus der Flasche. Früher oder später wird es voraussichtlich zum Bürgerkrieg kommen.

@Deutscheridentitärer

Ich ärgere mich wie Sie über die Hohlköpfe, die bei rechten Demonstrationen durch Siegheilrufe und Heben des rechten Armes den Medienschakalen das ersehnte Futter vorwerfen. Zwar bin ich strikt gegen die Ausgrenzung radikaler Kräfte, doch darf man von diesen erwarten, dass sie die erforderliche Disziplin einhalten, um dem Feind keine Munition zu liefern. Übrigens hege ich den Verdacht, dass viele dieser Vorzeigenazis vom Verfassungsschutz bezahlt werden.

Tom Prox
18. August 2017 20:41

Wenn R.E. Lee mit seinen Mannen den Bürgerkrieg gewonnen hätte, wie würde heute die Südstaaten-USA aussehen ? Gäbe es vielleicht dann noch zig Millionen von schwarzen Sklaven ? Ich mag mir die Konsequenzen gar nicht vorstellen . Deshalb : Wenn ich die Statue des Südstaaten - Strategen sehe , bekomme ich irgendwie ein komisches Gefühl, auch wenn der Mann noch so tapfer mit seinen Soldaten gekämpft hatte.

Hartwig aus LG8
18. August 2017 22:09

@ deutschidentitärer

Bzgl. Trump d'accord. Trump hat mit der Wahl nicht die Macht gewonnen, sondern eine Position, von der aus man die Macht angreifen kann. Vieles ist Strategie, noch mehr ist Taktik. Man sollte Trump nicht an seinen Worten messen; man sollte Trump auch nicht an seinen Taten messen. Trump sollte nur an seinen ERGEBNISSEN gemessen werden.

Solution
18. August 2017 22:32

Wir Deutschen tragen wirklich ein große Schuld vor der Geschichte in uns. Es ist an der Zeit, diese große Schuld zu tilgen.

Daher habe ich in meinem Haus eine überdimensionale Flagge der Konföderierten Staaten von Amerika aufgehangen. Ebenso bin ich Mitglied in einer Organisation in den Südstaaten, die für den Süden und seine Rechte eintritt.

Schande über jene deutschen Auswanderer, die sich - oftmals aus religiösem Wahn - den Yankees als Kanonenfutter zur Verfügung stellten. Leider waren die meisten dieser (Ex-)"Deutschen" gegen den Süden.

Heute, in Anbetracht der Schleifung der Denkmäler der Südstaaten-Helden ist das folgende Lied aktueller denn je:

https://www.youtube.com/watch?v=omqqGViq3Ng

RMH
18. August 2017 22:44

@Tom Prox,

selbst im deutschen Artikel von wikiblödia kommt Herr R. E. Lee erstaunlich gut weg - wird also in Wahrheit sicher kein pöhser Mensch gewesen sein (der ja um ein Haar der Armee-Chef der sog. Nordstaaten geworden wäre).

Im Übrigen war man historisch in den USA schon deutlich weiter in der Aufarbeitung des Sezessionskrieges. Aber auch in den USA scheint es eine Art von Dauer-Reeducation zu geben. Vor 25 Jahren wäre niemand auf die Idee gekommen, R. E. Lee auch nur ansatzweise als fiesen Sklavenhalter zu behandeln und er galt - lagerübergreifend - als militärisches Genie.

Zum eigentlichen Thema:

Ist es nicht wieder schön, die Doppelstandards unserer lieben Politiker feststellen zu können?

Nach den G20 Krawallen wurde von diesen fast schon unisono beteuert, dass linke Gewalt selbstverständlich genau so schlimm sei, wie rechte und jetzt sagt genau das der US-Präsident und schon ist es auch wieder mal nicht richtig und einfach nur schröcklich ...

Gustav
18. August 2017 23:04

@ Tom Prox

In einem Brief, den Lee am 7. Dezember 1856 an seine Frau schrieb, wird seine Haltung zur Sklaverei deutlich.

„Es ist nutzlos, sich über deren Nachteile auszulassen. Ich denke aber, dass sie ein größeres Übel für die Weißen darstellt als für die Schwarzen. Und wenn ich doch großes Mitleid mit Letzteren habe, so sind meine Sympathien doch bei den Ersteren. Die Schwarzen sind hier [in Nordamerika] unermesslich besser dran als in Afrika, moralisch, sozial und physisch. Die leidvolle Disziplin, der sie sich hier unterwerfen müssen, ist nützlich für die Weiterentwicklung ihrer Rasse und wird sie, so hoffe ich, auf bessere Zeiten vorbereiten und hinführen. Wie lange ihre Unterwerfung nötig ist, weiß nur und kann nur bestimmt werden durch die weise und gnadenvolle Voraussehung. Ihre Befreiung wird eher durch milden und sanften Einfluss gelingen als durch stürmische Auseinandersetzungen und Streitereien. Dieser Einfluss, obwohl langsam, ist sicher. […]. Während wir sehen, dass die Abschaffung der Sklaverei auf dem Weg ist und wir sie mit unseren Gebeten und allen rechtlichen Mitteln unterstützen, bleibt doch der Prozess und sein Ausgang in den Händen desjenigen, der das Ende kennt, der langsam arbeitet und für den tausend Jahre nur ein einziger Tag sind.“

Fitzhugh Lee S. 64: Brief Lees an seine Frau vom 27. Dezember 1856

Lees Strategie und Taktiken werden heute noch an Militärakademien als Musterbeispiel dafür gelehrt, dass eine personell und materiell unterlegene, schlechter ausgerüstete Armee einem übermächtigen Gegner standhalten kann.

Dennis Denenberg/Lorraine Roscoe: Fifty American Heroes Every Kid Should Meet, 2001, S. 66

Jürg_Jenatsch
18. August 2017 23:49

@ Tom Prox. Das ist in jedem Fall zu kurz gedacht. Selbst in Brasilien ist ca. 20 Jahre nach den USA die Sklaverei ohne Krieg beendet worden. Unter Umständen wäre ihre Abschaffung dann für den Süden sanfter und besser gelungen. Oder halten Sie das amerikanische Gesellschaftskonstrukt, welches sich nach dem Ende des Bürgerkrieges entwickelt hat, für ausgesprochen gelungen? Außerdem wäre die Fortexistenz eines 2. Staates in Nordamerika und damit meine ich nicht Kanada, beispielsweise für das Deutsche Reich ausgesprochen segensreich gewesen. Einer der beiden hätte sich als ein potentieller Bündnispartner erweisen können.

Solution
19. August 2017 00:03

Wenn die Denkmäler vernichtet werden, bleibt die Musik. Schön, daß die Jugend mitmacht:

https://www.youtube.com/watch?v=gz6Jk8RttlE

Die Behandlung des besiegten Südens ist eine Art Blaupause für die Behandlung Deutschlands 1945. Die Parallelen sind unglaublich.

nom de guerre
19. August 2017 11:50

@ Heinrich Brück

Ich verstehe nicht so ganz, was Sie mir sagen wollen, da wir aber extrem unterschiedliche Denkweisen zu haben scheinen, glaube ich, dass auch eine Erklärung nichts brächte. Hinsichtlich folgender Stelle möchte ich aber gerne nachfragen: „Wer sich eine Meinung bilden muß, hat schon verloren.“ – Was meinen Sie damit? Wenn Sie in die Zeitung schauen und dort etwas finden, was Sie interessiert, werden Sie sich doch eine Meinung darüber bilden, ob Sie einen Bericht glauben, einem Kommentar zustimmen usw. So wie ich mich angesichts der über Charlottesville fast unisono im Sinne von „böse Rechte waren gewalttätig“ erfolgten Berichterstattung in deutschen Medien gefragt habe, ob ich das glauben soll (neben anderen Dingen, wie z.B. wieso dieses Denkmal da nicht einfach stehenbleiben kann, warum Leute einander eigentlich so hassen etc.). Ich möchte das jetzt nicht vertiefen, aber was soll denn unter denkenden Menschen an einem Prozess der Meinungsbildung verkehrt sein? Ich kann doch nicht morgens wach werden und per göttliche Eingebung im Traum wissen, was ich denken „soll“. Zu Trump: „die Marschrichtung muß klar sein, nicht die Zielrichtung.“ – Verstehe ich nicht. Wo ist denn der Unterschied zwischen der Marsch- und der Zielrichtung? Hauptsache, man marschiert, egal wohin, werden Sie doch sicher nicht meinen.

@ deutscheridentitärer

Trumps Kommentare sind seltsam, weil sie m.E. widersprüchlich sind (dachte, das sei offensichtlich). An der Stelle, an der er sagt, beide Seiten seien gewalttätig gewesen, wirkt er auf mich sehr authentisch. Bei der abgelesenen Botschaft, in der er White Supremacists und ähnliche Gruppen verurteilt und von gegenseitiger Gewalt keine Rede ist, nehme ich ihn anders wahr – ich frage mich einfach, ob er echt ist, jemandes Marionette (wenn ja, wessen?; wenn ja, wieso ist er dann Präsident geworden? – er ist schließlich kein Berufspolitiker, bei dem dieses Ziel nahegelegen hätte), ob er senil ist (glaube ich nicht, wird aber diskutiert), was auch immer. Bin ja auch nicht die Erste, die sich das fragt…

Wenn es stimmt, dass der Fahrer versuchte, einem Angriff zu entgehen, ist die Berichterstattung natürlich mehr als erschreckend, das ist gar keine Frage. Allerdings ist diese Art der Vorverurteilung bestimmter Gruppen bekanntermaßen nicht wirklich neu. Bezeichnend fand ich in diesem Zusammenhang auch, dass sehr viele Menschen im Netz meinten, anhand des Videos, auf dem zu sehen ist, wie das Auto erst in die Menge fährt und dann im Rückwärtsgang wieder weg, sei die mörderische Absicht klar zu erkennen. Ich finde, da ist über das, was im Kopf des Fahrers vorgeht, gar nichts zu erkennen, es kann Absicht sein, genauso gut aber auch, wie hier vermutet wird, eine schnelle Flucht-/Panikreaktion. Ebenso bezeichnend war aus meiner Sicht das deutsche Medienecho insofern, als man sich dort a) über Trumps unerwünschte/unklare Haltung zu dem Thema und b) über rechte Gewalt in den USA sehr viele Gedanken machte, aber kaum etwas darüber zu lesen war, wieso die amerikanische Gesellschaft überhaupt mit so viel Hass und einem so starken (auf verschiedenen Seiten vorhandenen) Hang zur Gewalt aufgeladen ist. – Letzteres kann natürlich im vorliegenden Rahmen nicht diskutiert werden, ich wundere mich nur, dass man das bei uns einfach als gegeben hinnimmt.

@ Tom Prox

Alternative Geschichte zu schreiben ist natürlich immer schwierig, aber ich glaube nicht, dass die Sklaverei in den USA mit einem anderen Ausgang des Bürgerkriegs noch sehr lange Bestand gehabt hätte. Spätestens mit einer fortschreitenden Mechanisierung der Landwirtschaft rechnet sich so ein System einfach nicht, von allen moralischen Bedenken einmal abgesehen. Selbst das Zarenreich hat ungefähr zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs die Leibeigenschaft abgeschafft (ich glaube, 1866 – müsste ich nachschauen).

niekisch
19. August 2017 13:38

""rassistisch" sei. 
Es geht alles ziemlich schnell gerade..."

@ Osmond van Beck:

Dazu die Meldung aus der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) von gestern (18.8.2017): "Valeska Griesebach, Regisseurin, glaubt, in Deutschland habe sich eine verdeckte Form von Rassismus breitgemacht: "Trotz seiner Geschichte hat Deutschland die Tendenz, seinen Status hochzusetzen, ihn über den anderer zu stellen""

Ja, es geht immer schneller, breiter und tiefer. Bezog sich der Vorwurf des Rassismus bisher auf angeblich befallene Menschen, so ist jetzt ganz Deutschland infiziert.

deutscheridentitärer
19. August 2017 15:29

"Wenn R.E. Lee mit seinen Mannen den Bürgerkrieg gewonnen hätte, wie würde heute die Südstaaten-USA aussehen ? Gäbe es vielleicht dann noch zig Millionen von schwarzen Sklaven ? Ich mag mir die Konsequenzen gar nicht vorstellen . Deshalb : Wenn ich die Statue des Südstaaten - Strategen sehe , bekomme ich irgendwie ein komisches Gefühl, auch wenn der Mann noch so tapfer mit seinen Soldaten gekämpft hatte."

Nein, es gäbe keine Sklaverei mehr, alleine schon weil sich die ökonomische Situation wesentlich geändert hätte. Lee war bekanntlich ebenfalls dafür, die Sklaverei mittelfristig abzuschaffen. Ihr komisches Gefühl ist also ungerechtfertigt. Ist es sowieso nicht, denn Tapferkeit ist immer ein Wert an sich. Sie wirken nicht besonders helle.

Osmond van Beck
19. August 2017 16:40

 @Tom Prox 
Ich halte ihre Bedenken für übertrieben. Hier wird sich keiner finden, der die falsche Herabwürdigung von Afrikanern auf die Stufe von Tieren, die man versklaven könne, für eine gute Sache halten würde. Im Gegenteil. Bei so einer "historischen Fiktion" einer alternativen Geschichtsentwicklung gibt es immer so unendlich viele Faktoren zu berücksichtigen, die eine genaue Theorie, wie die Geschichte nach dem Sieg der Südstaaten verlaufen wäre, auszusehen hätte, verhindert. Gerade auch weil das unsrige 20. Jahrhundert von der Ablösung der englischen Weltmacht durch die nordamerikanische Weltmacht geprägt ist. 
In vielen fiktionalen Romanen über das Thema, die ich gelesen habe, hält man die These für sehr wahrscheinlich, dass die Abschaffung der Sklaverei in den siegreichen Südstaaten zwar etwas später, aber dafür weitaus langsamer, gemäßigter und akzeptierter verlaufen wäre. Gerade auch, weil weitere Kriege im realen wie fiktiven Universum neben technischer meist auch für soziale Veränderung sorgen. 

Leser
19. August 2017 21:00

Danke, Herr Wegner!

Mangels Englischkenntnis sind diese Informationen für mich sehr wichtig. mfG!

Reinhard L.
19. August 2017 21:37

Kein Zweifel, das System hat den weissen Widerständlern den Bürgerkrieg erklärt. Die Alt Right steht einer Front von asozialen, gewalttätigen Linkskriminellen aus Antifa und schwarzen Rassisten von BLM bis zu den Grosskonzernen von Google und Apple samt den MSM und Finanzoligarchen gegenüber. Die einzige Hoffnung besteht darin, die weisse Arbeiter- und Mittelschicht für die Bedeutung der Auseinandersetzung zu sensibilisieren. Wenn das nicht sehr bald gelingt, wird die Situation sehr schnell schwierig bis aussichtslos werden.

nom de guerre
20. August 2017 10:07

@ deutscheridentitärer

Wieso ist Tapferkeit ein Wert an sich? Auch ein aus vollkommen egoistischen Motiven handelnder Geiselnehmer, der sich zum Beispiel in einer Bank verschanzt, kann sich und seine Komplizen, wenn er welche hat, tapfer verteidigen. Wäre das dann aus Ihrer Sicht ein besonders löbliches Verhalten? Und auch ohne einen kriminellen Zusammenhang kann ein tapferer Mensch trotzdem in anderer Hinsicht die allerletzte Ratte sein, die ganz sicher kein Denkmal verdient hat - womit ich ausdrücklich nicht Robert E. Lee meine.

deutscheridentitärer
20. August 2017 10:42

@nom de guerre

Wirklich widersprüchlich finde ich das nicht - zuerst hat er "both sides" verurteilt. Dafür wurde er dann kritisiert und wenig später kam die einseitige Verurteilung von White Supremacists, KKK usw. In der Pressekonferenz einen Tag später hat er dann noch mal einen drauf gelegt, und von "very fine people on both sides" usw. gesprochen. Das mittlere Statement fällt also tatsächlich leicht aus dem Rahmen, und ich vermute auch, dass er das auf Druck seines Stabs verlautbart hat, aber wirklich widersprüchlich ist es nicht, es enthält lediglich eine Teilmenge der anderen zwei Aussagen. Wie auch immer. Interessanter finde ich ihre Frage, woher denn der Hass kommt. Zunächst einmal bin ich trotz offensichtlicher Voreingenommenheit der Meinung, dass der Hass der Alt-Right auf Minderheiten eine reaktiver Hass ist. Es gibt keinen ersichtlichen Grund, einen Neger fürs bloße Negersein zu hassen. Genausowenig hat der Neger einen Grund, den Weißen als Selbstzweck zu hassen. Nun sind einige Dinge fest im öffentlichen Diskurs verankert, die einen nachvollziehbaren Grund für den Hass des Negers auf die weiße Gesellschaft liefern könnten. Momentan ganz vorne it dabei die angebliche Diskrimminierung von Minderheiten in der US-Gesellschaft, exemplifiziert in der angeblichen Sorglosigkeit, mit der weiße Polizisten gegen schwarze Verdächtige von der Schusswaffe Gebrauch machen. Nun ist es unleugbar so, dass Minderheiten negative Diskrimminierung in den Vereinigten Staaten erfahren. Ohne Kontext ist diese Aussage aber wertlos; so wird von Afro-Amerikanern eben auch ein weit überproportionaler Anteil der Verbrechen verübt. Demzufolge sind Afro-Amerikaner natürlich auch weit häufiger durch Racial Profiling etc. betroffen. Die prozentuale Tötungsraten an Verdächtigen duch Polizisten unterscheidet sich mWn allerdings nicht zwischen Weißen und Schwarzen. Natürlich ist es legitim, hier Folgefragen zu stellen, warum denn Afro-Amerikaner überdurchschnittlich kriminell sind. Die Rechte legt hierbei manchmal den Schwerpunkt auf biologische Erklärungen wie einen erhöhten Testosteronspiegel, der generell mit der Kriminalitätsrate korreliert, die Linke dagegen sieht ausschließlich soziale Ausgrenzungsmechanismen am Werk. Wie auch immer man zu dieser sicher für die Beteiligten leidvollen und unbefriedigenden Situation steht, erklärt sie nicht den absurden, karrikaturhaft rassistischen Hass, der von Minderheitbewegungen wie BLM auf weiße Menschen gezeigt wird. Wenn man sich nicht in einschlägigen Internetmilieus (entweder ziemlich rechts oder ziemlich links) umtreibt, kriegt man das Ausmaß dieses Hasses nicht in vollem Umfang mit. Es zeigt sich aber, dass diese Dinge aus einer freakigen Spinnersache für kaputte Akademiker einen starken Drang in den Mainstream haben. Aktuell kann man das gut an der ganze Homo und vor allem Gendergeschichte sehen. Vor allem ist beeindruckend wie zügig die Linke hierbei Fortschritte macht, ich meine mich zu erinnern, dass mir die Lage vor 10 Jahren ebenfalls schon sehr links vorkam, im Rückblich aber geradezu rational-maßhaltend erscheint. Wer Kostproben dieses Rassenhasses sehen will soll mal "why all white people are racist" oder "you can't be racist against white people" googeln. Persönlich halte ich die Erklärungsmodelle, für plausiblel, dass die amerikanischen Juden die Minderheiten zum Rassenhass aufstacheln, um damit ihre Stellung als machtvolle Minderheit in einer ethnisch fragmentierten Gesellschaft zu festigen und auszubauen.

deutscheridentitärer
20. August 2017 14:59

@nom de guerre

Ich weiß nicht, ich halte das für evident. Auch ein tapferer Verbrecher ist in dieser Hinsicht eben tugendhaft. Ob jemandem eine Statue errichtet werden soll, hängt ja von der Gesamtwahrnehmung der jeweiligen Person ab. Insofern also die Tapferkeit beispielsweise durch übertriebene Brutalität oder Sadismus aufgewogen wird, sollte man in solchen Fällen auch keine Statuen errichten. Aber tapfer bleibt eben tapfer, egal für welche Sache jemand nun gekämpft hat.

Heinrich Brück
20. August 2017 15:11

@ nom de guerre

Wer den Oberbefehl der Ideologie in Handen hält, bestimmt die Zielrichtung. Daher tut die Marschrichtung der Ideologie keinen Abbruch. In diesem Sinne halte ich Meinungsbildung für Beschäftigungsprogramme, damit die Zielrichtung nicht als Katastrophe wahrgenommen werden kann. Für mich ist Deutschland das Land der Deutschen. Kommt mir ein System mit Einwanderung, lehne ich das System ab. Brauche dazu keine Politiker, auch keine Zeitungen, und erst recht keine Meinungen. Wenn die Systemstrukturen nicht stimmen, dann innteressieren weder die Personen in der Regierung noch irgendwelche Zeitungsmacher.

nom de guerre
20. August 2017 20:16

@ deutscheridentitärer

Zur Tapferkeit als Tugend: So wie Sie es jetzt begründen, sind wir uns im Prinzip annähernd einig.

Zu Ihrem vorherigen Kommentar: >>Wenn man sich nicht in einschlägigen Internetmilieus (entweder ziemlich rechts oder ziemlich links) umtreibt, kriegt man das Ausmaß dieses Hasses nicht in vollem Umfang mit.<< Das stimmt wohl, u.a. deshalb bin ich auch über solche gewalttätigen Entladungen wie am vergangenen Wochenende so, hmm, verwundert. Ich meine, es geht doch bloß um ein Reiterstandbild, von mir aus auch mit enormem Symbolcharakter, für die einen sehr positiv und die anderen sehr negativ, aber ich finde diese Reaktionen von außen betrachtet trotzdem reichlich gestört.

Was die „Neger“ angeht: Ihre Deutung erscheint mir im Großen und Ganzen plausibel, wobei ich nicht zwingend davon ausgehen würde, dass hinter dem Aufstacheln die amerikanischen Juden stehen – das ist natürlich möglich, warum auch nicht, aber es kann auch andere Interessengruppen geben (deren Existenz nicht bekannt ist oder die öffentlich nicht als Gruppe wahrgenommen werden), die eine immer weiter fragmentierte, instabile Gesellschaft wollen. Dass ein Interesse besteht, die europäischen Gesellschaften zu destabilisieren, halte ich für erwiesen, warum sollte es also in den USA anders sein? Sicher ist m.E. auch, dass in den letzten Jahrzehnten eine Entwicklung immer weiter nach links stattgefunden hat – zumindest, was die veröffentlichte Meinung angeht. Mein Befund ist da ähnlich wie Ihrer, nur dass ich schon vor zwanzig Jahren den Eindruck hatte, dass wir eher linke Verhältnisse haben, aber im Vergleich zu heute – nun ja… Vielleicht kehrt sich das momentan um, vielleicht auch nicht, man muss es abwarten.

An dieser Stelle möchte ich Ihnen allerdings widersprechen: >>Es gibt keinen ersichtlichen Grund, einen Neger fürs bloße Negersein zu hassen.<< Das ist zweifelsohne richtig, bedeutet aber nicht, dass rassistisch begründeter Hass nicht dennoch genau in der Weise – also „fürs bloße Negersein“ – auftreten kann. Bei psychisch halbwegs gesunden Menschen dürfte Ihre Logik zutreffen, aber es gibt – ich denke, unstreitig – Menschen, die einfach Hass in sich haben, der irgendwo hinmuss, wenn sie nicht permanent mit dem Kopf gegen die Wand rennen wollen. Und wenn man zu denen gehört, kann man den Neger (wenn Sie das Wort so unbefangen benutzen können, kann ich das auch) auch dafür hassen, dass er einer ist, ohne dass er, seine Interessenvertreter oder die von den Interessenvertretern inzwischen geschaffenen Strukturen den Hassenden in irgendeiner Form gefühlt oder tatsächlich beeinträchtigen. Natürlich ist es so, dass der Hass sich in diesen Fällen auch genauso gut auf ein anderes Objekt fokussieren könnte – da es sich vermutlich eigentlich um Selbsthass handelt, dürfte der äußere Adressat austauschbar sein, nur muss dann die den Hassenden und sein Hassobjekt umgebende Gesellschaft eine andere sein. Und in einer derart mit Problemen belasteten Gesellschaft wie der amerikanischen glaube ich, dass das Potenzial für ohne äußeren Anlass sich gegen bestimmte Personengruppen richtenden Hass deutlich größer ist als in einer übersichtlichen Gesellschaft mit gefestigten, für das Individuum verlässlichen Strukturen.

@ Heinrich Brück

Sie haben Ansichten, die ich nicht nachvollziehen kann (außer dass Deutschland das Land der Deutschen und Einwanderung abzulehnen ist – darin stimme ich Ihnen jedenfalls im Grundsatz zu). Da das aber selbstverständlich Ihr gutes Recht ist, bitte ich Sie, meine Replik keinesfalls als beleidigend aufzufassen.

Nils Wegner
23. August 2017 09:13

Grotesk, wie man im Current year immer noch glauben kann, daß es im Amerikanischen Bürgerkrieg vorrangig um die Sklavereifrage gegangen sei. Grotesk.

Und wenn man sich »die Konsequenzen [eines konföderierten Siegs] gar nicht vorstellen« mag, dann lasse man es doch einfach – ganz abgesehen von der Unergiebigkeit alternativer Geschichtsverläufe: Was betrifft die seinerzeitige US-Sklavenhaltung Deutsche, damals wie heute? Die Probleme Fremder zu den eigenen zu machen, ist ein feindlicher Denkmodus.

nom de guerre
23. August 2017 17:25

@ Nils Wegner

Folgende Anmerkung zu dieser nun nicht mehr ganz aktuellen Diskussion kann ich mir nicht verkneifen: „Die Probleme Fremder zu den eigenen zu machen, ist ein feindlicher Denkmodus.“ Frage: Wenn das ein „feindlicher Denkmodus“ ist (wobei mir nicht ganz klar ist, was Sie damit meinen; stehe ich also dem, dessen Probleme ich zu meinen eigenen mache, feindselig gegenüber? wenn ja, warum sollte das so sein? könnte ich lediglich dann so sehen, wenn ich ihn zwingen würde, meine Lösungsvorstellungen anzunehmen oder ihm dauernd ungefragt mit guten Ratschlägen auf den Zeiger ginge – aber das nur nebenbei), wieso machen Sie es dann selbst? Ich meine, Sie gehören zwar zur neuen deutschen Rechten (wie man es, glaube ich, nennt – wenn ich jetzt wieder „Ahnungslosigkeit“ sichtbar werden lasse, könnten Sie es mir vielleicht freundlicherweise erklären…), aber Sie sind doch sicher kein amerikanischer Rechter, der in der Gefahr schwebt, bei einer Demo in einer amerikanischen Stadt von amerikanischen Linken und der amerikanischen Polizei auf die Ohren zu kriegen(?) Insofern hätten Sie nach Ihrer eigenen Lesart diesen Artikel, der nach meiner Wahrnehmung nicht den Anspruch erhebt, neutral zu sein, nicht schreiben dürfen.

PS: „Grotesk, wie man im Current year immer noch glauben kann, daß es im Amerikanischen Bürgerkrieg vorrangig um die Sklavereifrage gegangen sei. Grotesk. […]Und wenn man sich »die Konsequenzen [eines konföderierten Siegs] gar nicht vorstellen« mag, dann lasse man es doch einfach“ – Ich verstehe nicht ganz, was die Frage des (tatsächlichen) Anlasses für den amerikanischen Bürgerkrieg damit zu tun hat, ob der Forist, auf den Sie sich beziehen (Tom Prox), meint, bei einem Sieg der Südstaaten wäre die Sklaverei erhalten geblieben. Dass die Sklaverei in diesem Fall nicht 1865 abgeschafft worden wäre, ist doch wohl evident, denn wer hätte das aus welchem Grund zu diesem Zeitpunkt tun sollen? Nur darum geht es in dem Kommentar. Dass diese Institution wohl kaum heute noch fortbestünde, ist nun wieder was anderes.

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.