Vertrauensfrage – voraussetzungsschwach

PDF der Druckausgabe aus Sezession 123/ Dezember 2024

 Druckausgabe

Beitrag aus der Druckausgabe der Sezession. Abonnieren Sie!

von Jakob Maria Mierscheid –

Die­ser Text erschien zunächst auf dem Blog »Frei­bur­ger Stan­dard«, und zwar am 15. Novem­ber 2024 unter dem Titel »An der Gren­ze des Ver­fas­sungs­rechts«. Der Abdruck erfolgt in leicht gekürz­ter und kor­ri­gier­ter Fas­sung mit freund­li­cher Erlaubnis.

Gleich­zei­tig mit dem Aus­gang der ame­ri­ka­ni­schen Prä­si­dent­schafts­wahl über­schlu­gen sich auch in Deutsch­land die poli­ti­schen Ereig­nis­se: Bun­des­kanz­ler Scholz ersuch­te noch am sel­ben Tag den Bun­des­prä­si­den­ten um die Ent­las­sung des FDP-Finanz­mi­nis­ters Lind­ner, wor­auf die FDP auch ihre ande­ren Minis­ter aus der Regie­rung zurückzog.

Der Bruch der Ampel­ko­ali­ti­on war besie­gelt. In die­sem Zusam­men­hang kün­dig­te der Kanz­ler an, daß er die Ver­trau­ens­fra­ge stel­len wer­de. Da ihm auf­grund man­geln­der Mehr­heit das Ver­trau­en nicht mehr aus­ge­spro­chen wer­den wird, kann man von vor­ge­zo­ge­nen Neu­wah­len aus­ge­hen. Sogar ein Ter­min steht bereits fest: Es soll der 23. Febru­ar sein.

In der Geschich­te der Bun­des­re­pu­blik wur­de die Ver­trau­ens­fra­ge ins­ge­samt fünf­mal gestellt. Die ver­schie­de­nen poli­ti­schen Anläs­se und Kon­stel­la­tio­nen ver­an­schau­li­chen den brei­ten Anwen­dungs­be­reich die­ses ver­fas­sungs­recht­li­chen Instru­men­ta­ri­ums: Durch ihre erst­ma­li­ge Anwen­dung (Wil­ly Brandt am 20. Sep­tem­ber 1972) soll­te das par­la­men­ta­ri­sche Patt durch Neu­wah­len auf­ge­löst wer­den. Die zwei­te Ver­trau­ens­fra­ge (­Hel­mut Schmidt am 5. Febru­ar 1982) bezweck­te die Sta­bi­li­sie­rung der Regie­rungs­ko­ali­ti­on. Die drit­te, von Kanz­ler Hel­mut Kohl am 17. Dezem­ber 1982 gestellt, ziel­te auf Neu­wah­len nach dem erfolg­rei­chen kon­struk­ti­ven Miß­trau­ens­vo­tum gegen Hel­mut Schmidt ab.

Im vier­ten Fall ver­band am 13. Novem­ber 2001 Bun­des­kanz­ler Ger­hard Schrö­der mit der Ver­trau­ens­fra­ge die Sach­fra­ge des Bun­des­wehr­ein­sat­zes in Afgha­ni­stan nach dem 11. Sep­tem­ber 2001. Schrö­ders Antrag soll­te somit die Regie­rungs­ko­ali­ti­on in einer strit­ti­gen außen­po­li­ti­schen Ange­le­gen­heit dis­zi­pli­nie­ren. Zuletzt ange­wen­det wur­de die Ver­trau­ens­fra­ge am 27. Juni 2005 wie­der­um von Kanz­ler Schrö­der: Er woll­te eine als brü­chig emp­fun­de­ne Regie­rungs­mehr­heit durch Neu­wah­len auf eine sta­bi­le par­la­men­ta­ri­sche Grund­la­ge stellen.

Nicht zu ver­wech­seln ist der Ver­trau­ens­an­trag des Bun­des­kanz­lers gemäß Arti­kel 68 Grund­ge­setz (GG) mit dem kon­struk­ti­ven Miß­trau­ens­vo­tum gemäß Arti­kel 67 GG. Spie­gel­bild­lich zur Ver­trau­ens­fra­ge regelt das kon­struk­ti­ve Miß­trau­ens­vo­tum den Weg­fall der par­la­men­ta­ri­schen Ver­trau­ens­grund­la­ge von sei­ten des Par­la­ments. Trotz inhalt­li­cher Ver­wandt­schaft sind die Vor­schrif­ten somit hin­sicht­lich ihrer Vor­aus­set­zun­gen und Rege­lungs­rich­tung grundverschieden.

So ist das kon­struk­ti­ve Miß­trau­ens­vo­tum ein Rechts­be­helf in der Hand des Bun­des­ta­ges für den Fall, daß das Par­la­ment einer insta­bi­len Regie­rungs­ko­ali­ti­on durch kon­struk­ti­ve Wahl eines neu­en und ande­ren Bun­des­kanz­lers ein Ende set­zen möch­te. Im Gegen­satz dazu ist die Ver­trau­ens­fra­ge die Ver­tei­di­gungs­waf­fe des Bun­des­kanz­lers. Sie dient der Ver­ge­wis­se­rung poli­ti­scher Sta­bi­li­tät, wäh­rend das Miß­trau­ens­vo­tum die par­la­men­ta­ri­sche Reak­ti­on auf die bereits weg­ge­bro­che­ne Regie­rungs­mehr­heit darstellt.

Die fol­gen­den Über­le­gun­gen wid­men sich aber nicht einem sol­chen Miß­trau­ens­vo­tum, son­dern den recht­li­chen Fra­ge­stel­lun­gen um das Insti­tut der Ver­trau­ens­fra­ge. Sie ist in den bei­den Absät­zen des Arti­kels 68 GG gere­gelt. Dar­in heißt es:

(1) Fin­det ein Antrag des Bun­des­kanz­lers, ihm das Ver­trau­en aus­zu­spre­chen, nicht die Zustim­mung der Mehr­heit der Mit­glie­der des Bun­des­ta­ges, so kann der Bun­des­prä­si­dent auf Vor­schlag des Bun­des­kanz­lers bin­nen ein­und­zwan­zig Tagen den Bun­des­tag auf­lö­sen. Das Recht zur Auf­lö­sung erlischt, sobald der Bun­des­tag mit der Mehr­heit sei­ner Mit­glie­der einen ande­ren Bun­des­kanz­ler wählt.

(2) Zwi­schen dem Antra­ge und der Abstim­mung müs­sen achtund­vierzig Stun­den liegen.

In der Vor­schrift sind die for­mel­len Vor­aus­set­zun­gen (Antrags­recht des Bun­des­kanz­lers) und die Rechts­fol­ge in der soge­nann­ten Kann­be­stim­mung zur Auf­lö­sung des Bun­des­ta­ges durch den Bun­des­prä­si­den­ten gere­gelt. Doch erschöpft sich die Rechts­fol­gen­sei­te der Vor­schrift nicht dar­in: Nach einer ver­lo­re­nen Ver­trau­ens­ab­stim­mung wird zunächst nur par­la­men­ta­risch fest­ge­stellt, daß der Kanz­ler nicht mehr von einer regie­rungs­fä­hi­gen abso­lu­ten Mehr­heit der Abge­ord­ne­ten unter­stützt werde.

Denn neben dem bereits genann­ten Ersu­chen an den Bun­des­prä­si­den­ten um die Auf­lö­sung des Bun­des­ta­ges sind auch wei­te­re modi ope­ran­di denk­bar. So steht es dem Bun­des­kanz­ler frei, sei­ne Regie­rung als nun­mehr erwie­se­ne Min­der­heits­re­gie­rung wei­ter­zu­füh­ren. Auch kann er im Anschluß an die geschei­ter­te Ver­trau­ens­fra­ge oder auf­grund einer unre­gier­ba­ren Min­der­heits­ko­ali­ti­on sei­nen Rück­tritt erklä­ren, mit der Fol­ge, daß gemäß Arti­kel 63 GG ein Nach­fol­ger gewählt wer­den muß.

Des wei­te­ren besteht die außer­or­dent­li­che Mög­lich­keit, trotz feh­len­der Mehr­heit im Bun­des­tag im Wege des Gesetz­ge­bungs­not­stan­des zu regie­ren. So sieht Arti­kel 81 I, II GG vor, daß im Fal­le der Nicht­auf­lö­sung des Bun­des­ta­ges eine »dring­li­che« Geset­zes­vor­la­ge auch ohne Zustim­mung des Bun­des­ta­ges im Rah­men des Gesetz­ge­bungs­not­stan­des allein auf die Zustim­mung des Bun­des­ra­tes gestützt wer­den könne.

Dies umgeht ein­deu­tig den in den Arti­keln 70 ff. GG vor­ge­se­he­nen Pro­zeß der Staats­wil­lens­bil­dung und den für den demo­kra­ti­schen Ver­fas­sungs­staat kon­sti­tu­ti­ven Par­la­ments­vor­be­halt. Im Ergeb­nis ist die Rechts­fol­gen­sei­te aus­rei­chend in der Sys­te­ma­tik der Ver­fas­sung geregelt.

Pro­ble­ma­tisch sind die mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen des Ver­trau­ens­an­trags. Denn in wel­cher poli­ti­schen Situa­ti­on darf der Bun­des­kanz­ler dem Par­la­ment die Ver­trau­ens­fra­ge stel­len, ohne daß sie auf eine Art rechts­miß­bräuch­li­che Akkla­ma­ti­on der Regie­rung hin­aus­lie­fe? Die Vor­schrift selbst hüllt sich dar­über in Schwei­gen. Doch ihre ein­schnei­den­den Rechts­fol­gen (Auf­lö­sung des Bun­des­ta­ges, Neu­wah­len oder gege­be­nen­falls Min­der­heits­re­gie­rung durch Gesetz­ge­bungs­not­stand sowie die kodi­fi­ka­to­ri­sche Nähe zum kon­struk­ti­ven Miß­trau­ens­vo­tum gemäß Arti­kel 67 GG) las­sen kei­ne Zwei­fel dar­über auf­kom­men, daß es sich bei dem in Arti­kel 68 GG gere­gel­ten Ver­trau­ens­an­trag um eine Kri­sen­vor­schrift han­delt. Sie dient der Siche­rung legis­la­ti­ver und exe­ku­ti­ver Sta­bi­li­tät und Kontinuität.

Im Umkehr­schluß bedeu­tet dies, daß sie zumin­dest an eine Gefähr­dung par­la­men­ta­ri­scher Sta­bi­li­tät anknüpft. Der Wort­laut der Vor­schrift legt nahe, daß die Ver­trau­ens­fra­ge nur bei Zwei­feln am Ver­trau­en des Par­la­ments durch den Bun­des­kanz­ler gestellt wer­den dür­fe und nur mit dem Ziel, tat­säch­lich ein Ver­trau­ens­vo­tum zu erhal­ten. Eine sol­che Beschrän­kung der Anwen­dung auf die ech­te nega­ti­ve, auf­lö­sungs­ge­rich­te­te Ver­trau­ens­fra­ge ist das unbe­strit­te­ne Recht des Bun­des­kanz­lers, sofern die­ser denn tat­säch­lich ein Min­der­heits­kanz­ler ist, das heißt die Ver­wei­ge­rung des Ver­trau­ens­vo­tums den tat­säch­li­chen Macht­ver­hält­nis­sen ent­spricht. Dies dürf­te nach dem Bruch der Ampel­ko­ali­ti­on tat­säch­lich der Fall sein.

Unklar­hei­ten erge­ben sich regel­mä­ßig, wenn der Bun­des­kanz­ler im Besitz einer regie­rungs­fä­hi­gen Mehr­heit ist und der Ver­trau­ens­an­trag von der Absicht getra­gen wird, Neu­wah­len her­bei­zu­füh­ren oder die Dis­zi­pli­nie­rung der Regie­rungs­ko­ali­ti­on zu erzwin­gen (so bei Kohl und Schrö­der, sie­he oben).

Im Schrift­tum wird die­se Art der posi­ti­ven oder unech­ten Ver­trau­ens­fra­ge kon­tro­vers dis­ku­tiert. Denn immer­hin ver­langt die unech­te Ver­trau­ens­fra­ge, sofern sie Neu­wah­len dient, daß sich Tei­le der par­la­men­ta­ri­schen Regie­rungs­mehr­heit zumin­dest der Stim­me ent­hal­ten, um das unech­te Miß­trau­ens­vo­tum sicher­zu­stel­len und gege­be­nen­falls den Weg für Neu­wah­len frei­zu­ma­chen. Viel­fach wird hier­in ein Miß­brauch des Antrags­rechts gesehen.

Die Gegen­auf­fas­sung lehnt eine sol­che Motiv­for­schung ab und stellt allein auf das for­mel­le objek­ti­ve Gesche­hen ab. In der Ver­fas­sungs­ju­di­ka­tur hat sich die ableh­nen­de Auf­fas­sung nicht durch­set­zen kön­nen, obgleich ein Son­der­vo­tum sich der Kri­tik anschloß (Rott­mann, Son­der­vo­tum, BVerfGE 62, 108 (110)).

Das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt hat in bei­den Ent­schei­dun­gen vom 16. Febru­ar 1982 und vom 28. August 2005 die ver­fas­sungs­ge­richt­li­che Kon­trol­le der mate­ri­el­len Moti­ve im Sin­ne des judi­cial self-res­traint auf eine soge­nann­te Evi­denz­kon­trol­le beschränkt. Dem­nach sind sowohl die nega­ti­ve als auch die posi­ti­ve Ver­trau­ens­fra­ge grund­sätz­lich zuläs­sig, sofern sie der Bewäl­ti­gung einer Situa­ti­on poli­ti­scher Insta­bi­li­tät dienen.

So führt das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt aus, daß die »poli­ti­sche Lage der Insta­bi­li­tät […] ein unge­schrie­be­nes Tat­be­stands­merk­mal« des Arti­kels 68 GG sei. Die Aus­le­gung die­ses Tat­be­stands­merk­ma­les über­lie­ßen die Sena­te aller­dings den ver­ant­wort­li­chen Bun­des­kanz­lern. Die Rechts­auf­fas­sung der Sena­te hält somit den Arti­kel 68 GG für nur ein­ge­schränkt juri­di­fi­zier­bar – mit der Fol­ge eines brei­ten Ein­schät­zungs­spiel­raums des Bun­des­kanz­lers. Die ver­fas­sungs­recht­li­che Plau­si­bi­li­täts­kon­trol­le beschränkt sich damit auf beson­ders offen­sicht­li­che Mißbrauchsfälle.

Ihren Grund hat die­se Auf­fas­sung vor allem in der staats­or­ga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Sys­te­ma­tik des Grund­ge­set­zes. Denn hät­te das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­richt das unge­schrie­be­ne Tat­be­stands­merk­mal der poli­ti­schen Insta­bi­li­tät kon­tu­riert, wür­de die Kann­be­stim­mung des Arti­kels 68 GG, wonach der Bun­des­prä­si­dent auf Vor­schlag des Bun­des­kanz­lers bin­nen ein­und­zwan­zig Tagen den Bun­des­tag auf­lö­sen kann, zu einer bun­des­prä­si­dia­len Prü­fungs­kom­pe­tenz erwach­sen, die den Bun­des­prä­si­den­ten zum poten­ti­el­len Gegen­spie­ler von Par­la­ment und Regie­rung mach­te. Dies ist inner­halb der his­to­ri­schen Aus­le­gung der Norm nahe­lie­gend, da das Grund­ge­setz eine sol­che Kon­tra­po­si­ti­on zwi­schen Bun­des­tag / Bun­des­re­gie­rung und Bun­des­prä­si­dent vor dem Hin­ter­grund der Wei­ma­rer Not­stands­ka­bi­net­te gera­de ver­mei­den wollte.

Bun­des­re­pu­bli­ka­ni­sche Ver­fas­sungs­in­ter­pre­ten nei­gen dazu, sämt­li­che Rege­lun­gen des Grund­ge­set­zes auf die nega­ti­ven Wei­ma­rer Erfah­run­gen zurück­zu­füh­ren. Dem­nach ist die Men­schen­wür­de­ga­ran­tie nichts ande­res als eine Reak­ti­on auf das natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Regime, die Unver­än­der­lich­keits­klau­sel des Arti­kels 79 III GG gewis­ser­ma­ßen eine »lex Hit­ler«, die einer erneu­ten lega­lis­ti­schen Macht­er­grei­fung den Rie­gel vor­schiebt, der weit­ge­hen­de Ver­zicht auf ple­bis­zi­tä­re Betei­li­gung des Vol­kes ein Schutz vor dem­ago­gi­scher Ein­fluß­nah­me auf die Ratio­na­li­tät des par­la­men­ta­ri­schen Sys­tems und die staats­or­ga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Rege­lun­gen ein Gegen­ent­wurf zu den prä­si­dia­len Not­stands­ka­bi­net­ten der letz­ten Wei­ma­rer Jahre.

Aus die­ser War­te hän­gen alle grund­ge­setz­li­chen Rege­lun­gen mit einem ver­fas­sungs­recht­li­chen Trau­ma zusam­men, wel­ches erst in der Kon­fe­renz von Her­ren­chiem­see und im Par­la­men­ta­ri­schen Rat sei­ne Dia­gno­se und zugleich The­ra­pie erfuhr. Es muß an die­ser Stel­le offen­blei­ben, ob eine sol­che auf ein his­to­ri­sches Ereig­nis aus­ge­rich­te­te Ver­fas­sungs­aus­le­gung zutref­fend ist. Fest­zu­hal­ten ist jeden­falls, daß das Grund­ge­setz in Abkehr zur Wei­ma­rer Ver­fas­sung kein Recht zur Selbst­auf­lö­sung des Bun­des­ta­ges kennt.

Einer dro­hen­den staats­or­ga­ni­sa­ti­ons­recht­li­chen Ero­si­on begeg­net das Grund­ge­setz mit dem Pri­mat des Poli­ti­schen. Die vor­ge­se­he­ne Bin­dung aller Gewal­ten an die Nor­ma­ti­vi­tät der Ver­fas­sung – Arti­kel 1 III, 20 III GG – fin­det hier ihre Gren­ze. Das Grund­ge­setz ist aber von dem Bestre­ben geprägt, die Unwäg­bar­kei­ten des Poli­ti­schen zu ver­recht­li­chen. Dazu gehö­ren der grund­sätz­li­che Ver­zicht auf ple­bis­zi­tä­re Betei­li­gung, die rechts­dog­ma­ti­sche Insti­tu­tio­na­li­sie­rung der ver­fas­sungs­ge­ben­den Gewalt in der Prä­am­bel und Arti­kel 146 GG sowie die star­ke Stel­lung der Verfassungsgerichtsbarkeit.

Es ist mit­hin eine rechts­his­to­ri­sche Iro­nie, daß das Grund­ge­setz, des­sen Autoren den emi­nent poli­tisch aus­zu­le­gen­den Not­stands­ar­ti­kel 48 der Wei­ma­rer Ver­fas­sung gera­de ver­wer­fen woll­ten, nun aber an die von oben ver­ord­ne­te Par­la­ments­auf­lö­sung kei­ne mate­ri­el­len Vor­aus­set­zun­gen knüpft, son­dern den Ball in das Feld der Poli­tik zurück­spielt: »Gebt dem Kanz­ler, was des Kanz­lers ist …«

 Druckausgabe

Beitrag aus der Druckausgabe der Sezession. Abonnieren Sie!

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Sezession
DE58 8005 3762 1894 1405 98
NOLADE21HAL

Kommentare (0)