Sezession
17. Februar 2009

Wir selbst

Götz Kubitschek

gezielt denkenUnter den vielen Zuschriften, die uns aufgrund des Welt-Artikels erreichen, sind etliche, die nach der Art und Weise unserer metapolitischen Arbeit fragen. Insbesondere interessiert die Leute, was wir während einer solchen Winterakademie machen, wie sie just am vergangenen Wochenende auf unserem Rittergut in Schnellroda zum Thema "Elite" stattfand. Ich wills mal beschreiben und gleichermaßen für Klarheit und ein nervöses "Siehste, siehste!" sorgen:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

  • Versammlungen wie unsere Akademien sind einmalig in Deutschland. Nirgends gibt es eine ähnlich gut erprobte Mischung aus Freiheit der Rede, Klarheit der Sprache, Niveau eines Oberseminars, handverlesener Teilnehmerschar, disziplinierter Seminarführung, echtem Witz und Lebensnähe.
  • Nach jeder Akademie äußern neue Teilnehmer ihre Begeisterung über die geistige Redlichkeit der Referenten und der ganzen Atmosphäre: Indoktrination, Rechthaberei, Engstirnigkeit, Ressentiment und weltanschauliche Lüge fehlen völlig. Das ist in dem Moment nicht mehr verwunderlich, wenn ein Grundprinzip konservativen, rechten Denkens begriffen ist: Wir alle wissen, daß wir nur eine von vielen denkbaren Perspektiven der Wirklichkeitsbeschreibung einnehmen können. Oder mit Armin Mohler gesprochen: Die Welt geht nicht auf.
  • Trotzdem, und das spüren die Teilnehmer genau, tappen die Akademien nicht in das, was Karlheinz Weißmann in seinem Konservativen Minimum den "Pluralismus als Falle" genannt hat. Die Vorträge und Debatten sind kein nice to know, kein Marktplatzangebot. Frei nach Weißmann: Die Auseinandersetzungen innerhalb eines pluralistischen Systems haben keinen spielerischen, sondern politischen Charakter. Es geht um Fragen, die der Entscheidung bedürfen. Deshalb tragen wir unsere Perspektive mit Dringlichkeit und dem Anspruch auf Durchsetzung vor.
  • Dies ist der Kern: Unsere Akademien bilden Reibungsflächen, haben in ihrer Mischung aus Wissensvermittlung, politischem Existentialismus und formuliertem persönlichem Anspruch an die Teilnehmer etwas Vitales und Mobilisierendes. Es geht um das Ganze, und das Ganze ist unser Land, unsere Zukunft, um die je einzelne Lebensführung im Dienst an dieser großen Aufgabe.
  • Kann es angesichts dieser Spannung zwischen Offenheit und Dezision noch in Frage stehen, warum nicht jeder teilnehmen darf? Ich denke nicht. Weil wir jedesmal deutlich mehr Anmeldungen als Teilnehmerplätze haben, machen wir wohl nicht alles falsch. Über Vorhaben und Inhalte informiert übrigens ständig die Seite des Instituts für Staatspolitik.

Wer einen ersten Veranstaltungsbericht zur Akademie "Elite" lesen möchte, kann dies auf dem Internetportal Blaue Narzisse tun.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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