Presseschau, 29. Januar 2010

Auswahlpresseschau, erstellt aus diversen Zeitungen, Magazinen und Blogs. Einige Schwerpunkte diese Woche: Ehrenkreuze für Tapferkeit an deutsche Soldaten verliehen; Griechenland und der Euro; Görings Nichte und die "Nazi-Gene"; Ausländergewalt.

 Gastbeitrag

Fremde Federn reichen Beiträge ein. Sind sie gut, bringen wir sie.


Äuße­res, Kriegs- und Konfliktforschung

Ehren­kreu­ze für Tap­fer­keit verliehen
Haupt­feld­we­bel Dani­el Sei­bert und Ober­feld­we­bel Stef­fen Kno­s­ka sind neue Trä­ger des Ehren­kreu­zes der Bun­des­wehr für Tapferkeit.
Im Gefecht und unter Lebens­ge­fahr zeig­ten bei­de beim ISAF-Ein­satz in Afgha­ni­stan ein vor­bild­li­ches Ver­hal­ten. Sie bewie­sen eine Tap­fer­keit, die weit über das zu erwar­ten­de Maß hin­aus­ging. Dabei muß­ten sie sich in Situa­tio­nen bewäh­ren, die man sich im fried­li­chen All­tag der Hei­mat kaum vor­stel­len kann.

Duell­si­tua­ti­on für Haupt­feld­we­bel Seibert
Kun­duz – Nord­af­gha­ni­stan. 36 Män­ner des Pan­zer­gre­na­dier­zu­ges der schnel­len Ein­greif­trup­pe des Regio­nal­kom­man­dos Nord wer­den alar­miert. Sie müs­sen sofort einem deut­schen Späh­trupp bei Kun­duz zu Hil­fe eilen, der von Auf­stän­di­schen ange­grif­fen wird. Für den 30jährigen Haupt­feld­we­bel Dani­el Sei­bert ent­wi­ckelt sich in den nächs­ten Minu­ten eine Duell­si­tua­ti­on mit dem Geg­ner, in der es um Leben und Tod geht. Für sei­nen muti­gen Ein­satz zeich­ne­te ihn Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter zu Gut­ten­berg am 22. Janu­ar mit dem Ehren­kreuz der Bun­des­wehr für Tap­fer­keit aus.

Ober­feld­we­bel Stef­fen Kno­s­ka ret­tet unter Feind­feu­er schwer ver­letz­ten Soldaten
Tap­fer­keit und Mut sind Tugen­den, die sich häu­fig erst im Ein­satz bewei­sen. Gefähr­li­che Situa­tio­nen wer­den oft geübt, doch kein Sol­dat weiß vor dem ers­ten Mal, wie er han­delt, wenn er in eine lebens­be­droh­li­che Situa­ti­on gerät.
Ohne Rück­sicht auf sein eige­nes Leben bewies der 29jährige Ober­feld­we­bel Stef­fen Kno­s­ka in einem Feu­er­ge­fecht mit Auf­stän­di­schen in Afgha­ni­stan Umsicht, Mut und Tapferkeit.
Er ret­te­te einem schwer ver­letz­ten Kame­ra­den das Leben und sporn­te selbst unter mas­si­vem Feind­feu­er ande­re Sol­da­ten an. Für sein muti­ges und pro­fes­sio­nel­les Ver­hal­ten wur­de er am 22. Janu­ar von Ver­tei­di­gungs­mi­nis­ter zu Gut­ten­berg per­sön­lich mit der Tap­fer­keits­me­dail­le der Bun­des­wehr ausgezeichnet.

Zur Lage in Afgha­ni­stan auch fol­gen­des Video.

Recht inter­es­san­tes Interview …
„Man hat sich gescheut, in Deutsch­land die Wahr­heit zu sagen“
Ehe­ma­li­ger Bun­des­wehr-Nach­rich­ten­of­fi­zier bemän­gelt, daß die Situa­ti­on in Afgha­ni­stan beschö­nigt wird
Marc Lin­de­mann im Gespräch mit Ste­fan Heinlein
Er kön­ne sich die Ver­harm­lo­sung der Lage in Afgha­ni­stan nur „mit der innen­po­li­ti­schen Front erklä­ren“, sagt Marc Lin­de­mann, Poli­tik­wis­sen­schaft­ler und ehe­ma­li­ger Bun­des­wehr-Nach­rich­ten­of­fi­zier, der nun ein Buch über sei­ne Erfah­run­gen geschrie­ben hat. Sein Plä­doy­er: Man müs­se den Men­schen sagen, daß es um einen Kampf geht.

Auch eine Fol­ge der Infan­te­rie­schwä­che der Bundeswehr …
Zum Ein­satz blei­ben die Raub­kat­zen zu Hause
Ham­mel­burg – Das Füh­rungs­per­so­nal der 3. Kom­pa­nie des Pan­zer­ba­tail­lons 33 ver­tieft in Bonn­land das infan­te­ris­ti­sche Kön­nen, um sich auf den ISAF-Ein­satz in Kun­duz vorzubereiten.

Staat, Demo­gra­phie, Wirtschaft

Big Bro­ther is watching you …
Neue Sicherheitstechnik
Bri­ti­sche Poli­zei will Bür­ger mit Droh­nen überwachen
Demons­tran­ten, Auto­bahn­ra­ser, Umwelt­sün­der: In Groß­bri­tan­ni­en wer­den sich vie­le Bür­ger dem wach­sa­men Auge des Staa­tes künf­tig kaum mehr ent­zie­hen kön­nen. Droh­nen sol­len laut Plä­nen der Regie­rung auch für zivi­le Späh­zwe­cke ein­ge­setzt wer­den – schon 2012 könn­te es soweit sein.

EZB-Chef­volks­wirt Stark
Zen­tral­bank ver­wei­gert Grie­chen­land die Rettung
EZB-Chef­volks­wirt Jür­gen Stark lehnt eine Ret­tung Grie­chen­lands ab. Das hoch ver­schul­de­te Land müs­se sich selbst hel­fen. Zur Zins­po­li­tik sagt Stark, die Zen­tral­bank wür­de zur Not die Zin­sen erhö­hen, um einer Infla­ti­on vor­zu­beu­gen. „Wir sind dafür da, den Bür­gern in Euro­pa sta­bi­le Prei­se zu garantieren.“

Hohe Staats­schul­den
EU-Kom­mis­si­on warnt vor Euro-Absturz
Die EU-Kom­mis­si­on schlägt Alarm: Ange­sichts hor­ren­der Defi­zi­te fürch­tet die Brüs­se­ler Behör­de um den Euro. Vor allem Kri­sen­län­der wie Spa­ni­en oder Irland sol­len nun auf Spar­kurs gehen. Nach SPIE­GEL-Infor­ma­tio­nen wird dabei auch eine beschei­de­ne Lohn­po­li­tik nach deut­schem Vor­bild empfohlen.

Spe­ku­la­ti­ons­wahn­sinn
In Chi­na bahnt sich ein gewal­ti­ger Crash an
Von Gor­don G. Chang
Die Chi­ne­sen prah­len mit ihrem Wirt­schafts­wachs­tum, Funk­tio­nä­re erklä­ren die Finanz­kri­se für been­det. Aller­dings meh­ren sich die Anzei­chen, daß Chi­na den Höhe­punkt einer Spe­ku­la­ti­ons­ma­nie erreicht hat – und eine Bruch­lan­dung erlebt. Falls das pas­siert, wird das Rie­sen­reich den Rest der Welt mit nach unten reißen.

Die Lin­ke, Geschichts- und Iden­ti­täts­po­li­tik, His­to­ri­sches (Zeit­ge­schich­te)

Nach Lafon­tai­ne-Rück­tritt
SPD lotet Chan­cen für Links­bünd­nis aus
Oskar Lafon­tai­nes Aus­stieg macht die Annä­he­rung leich­ter: Kaum hat der Lin­ken-Chef sei­nen Rück­tritt bekannt­ge­ge­ben, begin­nen in der SPD Plan­spie­le über Koope­ra­tio­nen. Par­tei-Vize­che­fin Kraft wirbt offen um ehe­ma­li­ge Genos­sen. Lin­ke-Frak­ti­ons­chef Gysi sucht der­weil einen Nachfolger.

Rechts­ex­tre­me an der Uni
Brau­ne Biedermänner
Von Ina Brzoska
Rechts­ex­tre­me an deut­schen Unis geben sich bie­der, brav und kon­ser­va­tiv. Doch wie läßt sich ver­hin­dern, daß die Rech­ten an den Hoch­schu­len auf­trump­fen? Der Fall eines Stu­den­ten in Mag­de­burg zeigt, wie hilf­los Kom­mi­li­to­nen und Pro­fes­so­ren der Gefahr begegnen.

Neu­es aus der Versöhnungsanstalt
Von Ste­fan Scheil
Der pol­ni­sche His­to­ri­ker Tomasz Sza­ro­ta begrün­det sei­nen Rück­zug aus dem wis­sen­schaft­li­chen Bera­ter­kreis der Stif­tung „Flucht, Ver­trei­bung, Ver­söh­nung“ in einem lesens­wer­ten Inter­view mit der taz vom 19. Janu­ar 2010.
Tref­fend ist wohl sei­ne The­se, daß es der Stif­tung weni­ger um inter­na­tio­na­le als um die inner­deut­sche Ver­söh­nung geht. Das „sicht­ba­re Zei­chen“ von Ber­lin soll nach dem Wil­len der Bun­des­re­gie­rung die Ver­trie­be­nen damit aus­söh­nen, daß ihnen ele­men­ta­re Rech­te vor­ent­hal­ten wurden.

Es könn­te ja doch in den Genen liegen …
Görings Nichte
Ste­ri­li­siert aus Angst vor Nazi-Kindern
Hor­ror-Beich­te von Bet­ti­na Göring in israe­li­scher Doku

Land­nah­me und Überfremdung/Zuwanderung und Integration

Nie­der­lan­de
Wil­ders weist Hetz­vor­wurf gegen Mus­li­me zurück

Zahl der Ein­woh­ner mit Zuwan­de­rungs­hin­ter­grund leicht gestiegen
WIESBADEN. Der Anteil der Ein­woh­ner in Deutsch­land, die über einen soge­nann­ten „Migra­ti­ons­hin­ter­grund“ ver­fü­gen, ist 2008 im Ver­gleich zum Vor­jahr von 18,7 auf 19 Pro­zent gestie­gen. Dies teil­te das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt in Wies­ba­den auf der Basis des soge­nann­ten „Mikro­zen­sus“ mit.

Zum Film “Zivil­cou­ra­ge” mit Götz George …
Blick in die Wirklichkeit
Von Chris­ti­an Dorn
Wel­chen Stel­len­wert besitzt Zivil­cou­ra­ge im heu­ti­gen Deutsch­land? Laut Mari­an­ne Birth­ler, die die Behör­de für die Unter­la­gen des DDR-Staats­si­cher­heits­diens­tes lei­tet, ist sie nur sel­ten anzu­tref­fen. Viel­mehr sei in unse­rer Gesell­schaft all­zu häu­fig nur eines von bei­den aus­zu­ma­chen: eine ver­meint­li­che „Cou­ra­ge“, die jede zivi­le Form ver­mis­sen las­se, und ande­rer­seits eine vor­geb­li­che „Zivi­li­tät“, die sich letzt­lich als Feig­heit entpuppe.

„Zivil­cou­ra­ge“: Ein Figu­ren­pan­ora­ma mit allen Opfern und Tätern der fehl­ge­schla­ge­nen Integration
Von Felix Menzel

Beschwich­ti­gend poetisieren
Von Johan­nes Schüller

Ein paar aktu­el­le Fäl­le von Ausländergewalt

POL‑F: 100122–90 Frank­furt-Innen­stadt: Poli­zei­be­am­te angegriffen
Frank­furt (ots) – Wäh­rend einer Per­so­nen­kon­trol­le an der Kon­sta­bler­wa­che am Don­ners­tag­abend, dem 21. Janu­ar 2010, gegen 19.00 Uhr, wur­den zwei Beam­te des 1. Reviers von einem 27jährigen Marok­ka­ner ange­grif­fen und ver­letzt. Der sich ohne­hin schon aggres­siv ver­hal­ten­de Mann schlug plötz­lich mit den Fäus­ten auf einen Beam­ten ein und stieß ihn zurück. Anschlie­ßend ver­such­te er zu flüch­ten, konn­te aber kurz dar­auf ein­ge­holt wer­den. Sei­ne vor­läu­fi­ge Fest­nah­me ver­such­te er eben­falls gewalt­sam zu ver­hin­dern. Unter ande­rem zog er eine Beam­tin an den Haa­ren und schlug ihr die Bril­le aus dem Gesicht.
Zudem soli­da­ri­sier­ten sich etwa 40 Per­so­nen mit dem Beschul­dig­ten und umring­ten die Beam­ten. Erst mit star­ken Unter­stüt­zungs­kräf­ten gelang es, die Situa­ti­on zu beru­hi­gen. Aus der Grup­pe her­aus ver­such­te ein 21jähriger Eri­tre­er den Fest­ge­nom­me­nen zu befrei­en, indem er einen Beam­ten weg­zie­hen woll­te. Die­ser Ver­such konn­te abge­wehrt werden.

Unge­heu­re Bru­ta­li­tät von 14jährigem Täter in Sprendlingen
Zwölf­jäh­ri­ges Kind zusammengetreten
Dreieich/Offenbach – Mit kaum vor­stell­ba­rer Gewalt hat in Drei­eich-Sprend­lin­gen ein 14jähriger [Jor­da­ni­er] aus rei­ner „Lust“ einen Zwölf­jäh­ri­gen zusam­men­ge­schla­gen und ‑getre­ten. Das Opfer erlitt schwe­re Kopf­ver­let­zun­gen und liegt noch im Kran­ken­haus. Ob er je wie­der rich­tig hören kann, ist unklar. Von Ralf Enders

„Migran­ten müs­sen ein­se­hen: So geht es nicht“
Die­sen Satz zum The­ma aus­ufern­der Migran­ten­ge­walt hat dies­mal nicht PI geschrie­ben, son­dern der Vor­sit­zen­de der CDU/C­SU-Frak­ti­on im Deut­schen Bun­des­tag, Vol­ker Kau­der (60, Foto), geäu­ßert, nach­dem sei­ne 61jährige Mit­ar­bei­te­rin in unmit­tel­ba­rer Nähe des Regie­rungs­vier­tels von Migran­ten grund­los zu Boden geschla­gen wurde.

Töd­li­che Ver­fol­gungs­jagd mit Polizei
Schwe­re Kra­wal­le in Frankreich
Berich­t­erst­tat­tung von “Spie­gel” und “Süd­deut­scher Zeitung”

Erzie­hung, Bil­dung, Sonstiges

Neue Num­mer von „Frei­heit der Wis­sen­schaft online“ erschienen

Deut­sch­wer­bung
Von Tho­mas Paulwitz
Groß­ar­tig: End­lich rührt die Regie­rung kräf­tig die Wer­be­trom­mel für die deut­sche Spra­che. Ein­ein­halb Mil­lio­nen Wer­be­bro­schü­ren ver­teilt das Bil­dungs­mi­nis­te­ri­um. Es rühmt die „logi­sche und kla­re“ deut­sche Spra­che, mit deren Hil­fe man „den enor­men Reich­tum“ Deutsch­lands und der deut­schen Kul­tur ergrün­den kön­ne. Was ist denn nun plötz­lich in die Bun­des­re­gie­rung gefah­ren? Wie kommt sie auf ein­mal dazu, die deut­sche Spra­che der­ma­ßen zu beju­beln? Han­delt es sich etwa um einen Anflug von neu­n­a­tio­na­lis­ti­schem Größenwahn?

Lin­gu­is­ten auf Abwegen …
Sprachforschung
Deut­sche Umlau­te ä, ö und ü ster­ben [angeb­lich] in Zukunft aus
Von Rochus Rademacher
„Kanns­te­ma uber dem deutsch sei­ne ent­wick­lung eine dis­kusi­on fuh­ren?“ – In fer­ner Zukunft dürf­te die­ser Satz bei Hütern deut­scher Gram­ma­tik und Wort­leh­re kei­nen Unmut mehr erre­gen. Sprach­for­scher sagen die kon­se­quen­te Klein­schrei­bung, neue Wort­endun­gen und das Aus­ster­ben von Umlau­ten voraus.

Wegen Boh­len-Häme
Jugend­schüt­zer bean­stan­den „DSDS“
„Anti­so­zi­al“ und „des­ori­en­tie­rend“: Die Kom­mis­si­on für Jugend­me­di­en­schutz hat sich über die Wie­der­ho­lung einer „DSDS“-Folge beschwert. In der führt Die­ter Boh­len einen Kan­di­da­ten wegen des­sen durch­näß­ter Hose vor – Häme und Her­ab­wür­di­gung wür­den so als völ­lig legi­tim dargestellt.

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