Blick in den Merkur 730 und 731

Im Aprilheft (731) des Merkur findet sich (zum wiederholten Male) ein scharfer Artikel zum Thema "Integration der Muslime" von Siegfried Kohlhammer.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

Er bestä­tigt dabei nicht zuletzt die Behaup­tun­gen Sar­ra­zins über die Inte­gra­ti­ons­un­wil­lig­keit bzw. Unfä­hig­keit der Mus­li­me (ver­gli­chen mit ande­ren Migran­ten­grup­pen) und führt die­se auf den Islam selbst zurück.

Kohl­ham­mer bezieht sich dabei auf Lite­ra­tur (u.a. Cald­well und Luft), die jedem zugäng­lich ist und nur gele­sen und bedacht wer­den müßte.

Als die fran­zö­si­sche Thea­ter­re­gis­seu­rin Rayha­na Anfang des Jah­res nur knapp einem Ter­ror­at­ten­tat ent­ging, frag­te die Inter­na­tio­na­le Liga für Frau­en­rech­te: »Wer hät­te sich vor­stel­len kön­nen, daß im Frank­reich des Jah­res 2010 eine Frau nur des­halb ange­grif­fen wird, weil sie ein Thea­ter­stück geschaf­fen hat, das Isla­mis­ten miß­fällt?« Ja, wer hät­te sich das vor­stel­len kön­nen? Ich zum Bei­spiel, und recht bedacht wohl auch der Rest der Mensch­heit, soweit er nicht seit über drei­ßig Jah­ren im Koma liegt oder ander­wei­tig eben­so igno­rant, welt­fremd und rea­li­täts­blind ist wie die Inter­na­tio­na­le Liga für Frauenrechte.

Kohl­ham­mer kommt zu sei­ner schar­fen aber den­noch nüch­ter­nen Ana­ly­se offen­bar nicht zuletzt des­halb, weil er in Japan lebt und sich die Din­ge aus ange­mes­se­ner Ent­fer­nung häu­fig klar und ein­deu­tig zei­gen. Ein schö­ner Beleg für die­se Ein­sicht war im letz­ten Mer­kur (730) zu fin­den. Dort zeigt Otfried Höf­fe unfrei­wil­lig, daß jahr­zehn­te­lan­ge Beschäf­ti­gung mit poli­ti­scher Phi­lo­so­phie den Blick eher trübt. Sein Lob­lied “Plu­ra­lis­ti­sche Gesell­schaft und Tole­ranz” bewegt sich auf einem erschre­ckend schwa­chen Refle­xi­ons­ni­veau, wenn er behaup­tet, daß nur “tole­ran­te Gemein­we­sen sowohl wirt­schaft­lich als auch kul­tu­rell” auf­blü­hen und uns ver­schweigt, was er eigent­lich unter Tole­ranz ver­steht. Die “freie Aner­ken­nung des Ande­ren und Anders­ar­ti­gen” allein kann es ja wohl kaum sein.

Im sel­ben Heft ver­tei­digt Egon Flaig in gewohnt unter­halt­sa­mer Wei­se den Uni­ver­sa­lis­mus gegen Eth­nop­lu­ra­lis­mus und Mul­ti­kul­tu­ra­lis­mus und nimmt sich dabei Lévi-Strauss zur Brust. Schön sind auch die kur­zen Bei­trä­ge von W.A. Pan­na­pa­cker, der die Midd­le­brow-Kul­tur ver­tei­digt, und Kai Span­ke (Jg. 1981), der eini­ge Sze­nen des Stu­den­ten­streiks ein­ge­fan­gen hat.

Erik Lehnert

Erik Lehnert ist promovierter Philosoph und Wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Staatspolitik.

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