Sezession
1. Dezember 2009

Entkommen – Thilo Sarrazin

Gastbeitrag

pdf der Druckfassung aus Sezession 33 / Dezember 2009

von Alexander Röhlig

Zwei Monate sind vergangen, seit das Kulturmagazin Lettre International in seiner Ausgabe zum 20. Jahrestag des Mauerfalls ein Interview mit Thilo Sarrazin (SPD) veröffentlicht hat. Dieses Interview schlug Wellen bis in die Führungsspitze des Zentralrats der Juden und auf die Redaktionsstube jeder einzelnen deutschen Tageszeitung. Für einen Moment sah es so aus, als würde der »Fall Sarrazin« enden wie zuvor der Fall Martin Hohmann oder der Fall Eva Herman – in der Tabuisierung der Inhalte und der Statuierung des »Exempels Sarrazin«, zur Strafe für ihn selbst und zur Abschreckung für jeden, dem ähnliche Äußerungen vorschweben könnten.
Jedoch: Die Tabu-Wächter sind gescheitert. Sarrazin hat mittlerweile zwar als Spitzenbeamter der Bundesbank einen anderen Zuständigkeitsbereich zugewiesen bekommen, aber seine Aussagen sind weiterhin Gegenstand einer Debatte, und auch über die Art, wie mit ihm und seinen Worten verfahren wurde, wurde öffentlich diskutiert.
Was hat Sarrazin eigentlich gesagt? Der Skandal entzündete sich an wenigen Wendungen aus einem Gespräch, das sich in seiner gedruckten Form über fünf hochformatige und engbedruckte Seiten zieht und die Situation Berlins zwanzig Jahre nach dem Mauerfall zum Thema hat:»Eine große Zahl an Türken und Arabern in dieser Stadt, deren Anzahl durch falsche Politik zugenommen hat, hat keine produktive Funktion, außer für den Obst- und Gemüsehandel, und es wird sich vermutlich auch keine Perspektive entwickeln.

Berlin ist belastet von zwei Komponenten: der Achtundsechzigertradition und dem Westberliner Schlampfaktor. Es gibt auch das Problem, daß vierzig Prozent der Geburten in der Unterschicht stattfinden. Je niedriger die Schicht, um so höher die Geburtenrate. Die Araber und Türken haben einen zwei- bis dreimal höheren Anteil an Geburten, als es ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Große Teile sind weder integrationswillig noch integrationsfähig. Die Lösung dieses Problems kann nur heißen: Kein Zuzug mehr, und wer heiraten will, sollte dies im Ausland tun. Ständig werden Bräute nachgeliefert.

Es ist ein Skandal, daß die Mütter der zweiten, dritten Generation immer noch kein Deutsch können, es allenfalls die Kinder können, und die lernen es nicht wirklich. Es ist ein Skandal, wenn türkische Jungen nicht auf weibliche Lehrer hören, weil ihre Kultur so ist. Integration ist eine Leistung dessen, der sich integriert. Jemanden, der nichts tut, muß ich auch nicht anerkennen. Ich muß niemanden anerkennen, der vom Staat lebt, diesen Staat ablehnt, für die Ausbildung seiner Kinder nicht vernünftig sorgt und ständig neue kleine Kopftuchmädchen produziert. Das gilt für siebzig Prozent der türkischen und für neunzig Prozent der arabischen Bevölkerung in Berlin.

Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden wären mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung. […] Man muß davon ausgehen, daß menschliche Begabung zu einem Teil sozial bedingt ist, zu einem anderen Teil jedoch erblich.«


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