Sezession
1. Dezember 2009

Gewalt gegen Deutsche – Auswahl 2009

Gastbeitrag

pdf der Druckfassung aus Sezession 33 / Dezember 2009

von Benedikt Kaiser und Götz Kubitschek

Im August dieses Jahres wurde in Schöppingen, einer Gemeinde im Norden Nordrhein-Westfalens, der 18jährige Kevin erstochen. Die Ursache für die tödliche Messer-Attacke ist nach wie vor unbekannt. Ging der Tat ein Streit voraus, eine Auseinandersetzung, die vielleicht auch schon einige Tage oder Wochen zurücklag? Kannte der Täter sein Opfer, oder lief es ihm zufällig und zu einem verhängnisvoll falschen Zeitpunkt über den Weg? Fest steht, daß Kevin auf dem Nachhauseweg von einer Feier in einem nahegelegenen Park auf seinen Mörder traf, der mehrfach auf ihn einstach und dann floh. Das schwerverwundete Opfer schleppte sich zurück zur Feier und brach dort zusammen. Ein Notarzt versuchte zu reanimieren. Die Rettung schlug fehl, Kevin starb. Der Täter wurde im Zuge der eingeleiteten Fahndung an der Tür des Schöppinger Asylbewerberheims festgesetzt. Kevin war Deutscher, präzise ausgedrückt: ethnischer Deutscher. Der Täter ist ein Asylbewerber.Der regionale Berichterstatter wmtv-online.de verschwieg in einem ersten Bericht zum Mord diese wichtige Tatsache nicht. Einen Tag später jedoch war nur noch eine gesäuberte Version zu sehen: Aus der »Wohnunterkunft für Asylbewerber« wurde »eine Wohnunterkunft«, und der Migrationshintergrund des Täters spielte nur noch indirekt eine Rolle: Die Presse verwies auf die Befürchtungen lokaler Politiker, dieser Angriff eines Ausländers auf einen Deutschen könnte verallgemeinert werden und in der Bevölkerung zuwanderungskritische Anschauungen hervorrufen. Vehement wurde betont, daß es sich um einen »Einzelfall« handele. Vor allem der Pfarrer der Gemeinde sorgte sich im Gespräch mit der Lokalpresse mehr um einen Anstieg der »Xenophobie« bei jungen Deutschen als um deren Sicherheit. Überregionale Medien berichteten über den Mord nur in den Randspalten oder gar nicht. Das ist regelmäßig anders, wenn ein Ausländer auch nur angegriffen wird. So war der alltägliche Rassismus »der Deutschen« tagelang Thema, als im Sommer vor zwei Jahren einige Inder am Rande eines Stadtfestes im sächsischen Mügeln von aufgebrachten Bürgern in eine nahegelegene Pizzeria gejagt wurden. Keiner der Ausländer trug eine schwere Verletzung davon, dennoch war von einem Mob und von Ausländerhaß die Rede, und der sächsische Innenminister besuchte den Ort des Geschehens, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
Das Messen mit zweierlei Maß ist in Deutschland beispielhaft. Täternamen werden in Artikeln eingedeutscht, die Herkunft kommt in der Berichterstattung nicht vor, Ausländerkriminalität als alltägliche Erscheinung des multikulturellen Experiments wird totgeschwiegen, und jede Tat soll ein »Einzelfall« sein. Es handelt sich jedoch eben nicht um die vielbemühten Einzelfälle, sondern um einen Trend. Gewalt gegen Deutsche ist ein wachsendes Problem, von dem fast jeder weiß, über das aber fast niemand öffentlich spricht.
Erst als im Dezember 2007 in einem Münchner U-Bahnhof ein Rentner von einem Türken und einem Griechen zusammengetreten und schwer verletzt worden war, schrieb Frank Schirrmacher in der FAZ über »Junge Männer auf Feindfahrt«. Diese jungen Männer hätten begonnen, »einen Feind zu identifizieren«. Es handle sich dabei um die Deutschen: »Es steht so nicht in den Lehrbüchern. Uns war historisch unbekannt, daß eine Mehrheit zum rassistischen Haßobjekt einer Minderheit werden kann.« Und weiter: »Die Polizei bestätigt, daß deutschfeindliche Äußerungen bei den Angriffen zunehmen.«
Die Deutschen – also wir – gelten wahlweise als »Scheiß-Deutsche«, »Scheiß-Nazis« und »Schweinefresser«, und Schirrmacher irrt sich, wenn er in solchen Verbalattacken den Angriff einer Minderheit gegen eine Mehrheit sieht: In jeder westdeutschen Stadt gibt es mittlerweile Viertel mit einer deutlichen deutschen Minderheit. Wer Geld und eine Ausweichgelegenheit hat, räumt das Feld, übrig bleiben Deutsche ohne Lobby, also: ohne einen Inländerbeauftragten, der sich um sie kümmert. Dies wäre aber dringend notwendig, denn vor allem diese Deutschen werden von Schirrmachers »jungen Männern« als »Opfer« identifiziert und auch so bezeichnet. Es geht dabei nicht in erster Linie um Mord und Totschlag oder um schweren Raub. Das, wovon so viele Normalbürger wissen, kann als »Alltagsaggressivität « bezeichnet werden: Sie reicht von Unflätigkeit, Beleidigung und Demütigung sogenannter »Opfer« über verbale und körperliche Drohung bis hin zu Gewalttätigkeit, Körperverletzung und jener Form des kleinen Raubes, die in der Sprache der Täter »Abziehen« heißt. Es ist nicht leicht, solche Fälle zu dokumentieren. Wiederum die FAZ hat im Oktober und November dieses Jahres um Einsendungen ihrer Leser gebeten und in mehreren Artikeln die Alltagsaggressivität dokumentiert. Sie ist in ihrem Umfang in Interviews und Reportagen schon von Stadtteilbürgermeistern (Buschkowsky, Neukölln), Lehrern (Rütlischule, Berlin), Richtern und Staatsanwälten (Heisig und Reusch, Berlin) und Streifenpolizisten bestätigt und für nicht mehr kontrollierbar erklärt worden.
Wenn im Folgenden eine kleine Auswahl dieses Jahres abgedruckt ist, so handelt es sich um Fälle aus einer umfassenden Sammlung der Autoren. Sie sind alle über Internetverweise oder Druckausgaben von Zeitungen nachvollziehbar und geben Einblick in die bundesdeutsche Realität. Sie sind exemplarisch für die Bedrohung der Deutschen in einer aus den Fugen geratenden Gesellschaft, deren Multikulturalität in weiten Teilen nicht bereichernd ist, sondern »hart, schnell, grausam und wenig solidarisch« (Daniel Cohn-Bendit).


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