Sezession
6. Mai 2010

Griechenland – ein offener Brief

Götz Kubitschek / 49 Kommentare

Es gibt unumkehrbare Entwicklungen (die Wirkung dieses Netztagebuchs auf die Mächtigen beispielsweise) und Entscheidungen oder Experimente, die man rückgängig machen bzw. abbrechen kann. Ein solcher Fehlgang ist nach Auffassung des Wirtschaftsprofessors Wilhelm Hankel die Euro-Einführung. Zurück zur D-Mark? Hier ist Hankels offener Brief an Angela Merkel:

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzler,

wem gehört eine Währung? Gewißlich nicht Ihnen oder Ihrer Regierung; auch nicht jener Vorgänger-Regierung, die den Deutschen das bislang beste und stabilste Geld ihrer Geschichte wegnahm, ohne sie zu fragen: die Deutsche Mark (DM). Mit diesem Geld schaffte unser Volk nach der Stunde Null den Wiederaufstieg aus Ruinen, den Aufbau einer leistungsfähigen Volkswirtschaft und die Rückkehr in den Kreis der weltweit geachteten Nationen. Die ganze Welt hat uns dafür bewundert und tut es noch heute.

Deswegen kam es einem Staatstreich gleich, als ihr Amtsvorgänger, der damalige Bundeskanzler Helmut Kohl, seinen Namen unter jenen Vertrag setzte, der die deutsche Währungssouveränität aufhob und unser Land einem Geldwesen überantwortete, das es seitdem mit damals 11, inzwischen 16 anderen europäischen Nationen teilt: dem Euro. Was er Deutschland damit angetan hat, hat niemand klarer und klassischer ausgedrückt als der bedeutende österreichisch-deutsche Ökonom Joseph A. Schumpeter lange vor Einführung der DM: "Im Geldwesen eines Volkes spiegelt (sich) alles, was dieses Volk will, tut, erleidet, ist… Von (ihm) geht ein wesentlicher Einfluß auf sein Wirtschaftsleben und sein Schicksal überhaupt aus… (Er) ist ein Symptom aller seiner Zustände".

Mit der Wegnahme der DM hat der frühere Bundeskanzler Kohl den Deutschen ihre Identität geraubt und ihre große geschichtliche Leistung annulliert. Er konnte das nur, weil das Recht des Volkes auf seine Währung nicht in unserer Verfassung steht und er den Übergang zur Euro-Währung mit Versprechungen rechtfertigte, bei denen von Beginn an feststand, daß weder er noch seine Nachfolger sie würden einlösen können: Der Euro würde die Einheit Europas befördern, ein Wirtschaftswunder auslösen, Europas Stellung in der Weltwirtschaft stärken – und dennoch so stabil sein und bleiben wie die alte DM.

Ich habe damals vor 10 Jahren mit drei meiner Freunde und Fachkollegen unermüdlich auf die Hohlheit und Unerfüllbarkeit all dieser Versprechen hingewiesen. Wir sind vor das Bundesverfassungsgericht gezogen und haben unser höchstes Gericht auf die mit dem Währungswechsel verbundenen Risiken und die dahinterstehenden Täuschungsabsichten aufmerksam gemacht und das Gericht an sein früheres Urteil (von 1993) erinnert, daß, wenn sich der Euro als nicht so stabil wie die DM erweise, Deutschland die Währungsunion wieder verlassen könne, wenn nicht sogar müsse. Vergebens. Die obersten Richter verhielten sich wie Notare: Der Vertrag sei ordnungsmäßig geschlossen, also gelte er. Sie weigerten sich, den Inhalt zu überprüfen.

Doch seit der Griechenlandkrise liegt die Wahrheit auf dem Tisch. Unsere Warnungen vor der Aufgabe der Währungssouveränität haben sich auf der ganzen Linie bestätigt. Der Euro hat die Einheit Europas nicht vorangebracht, sondern blockiert. Die Völker Europas waren niemals uneiniger als jetzt. Die einen haben den Euro für ihre nationalen Zwecke mißbraucht, ihn inflationiert und sich über die Halskrause verschuldet; die anderen müssen dafür zahlen.

Der Euro hat uns vor keiner Krise geschützt, im Gegenteil: er hat die internationale Spekulation gegen ihn angefacht und verstärkt. Er ist weder ein Integrationsmotor gewesen, noch hat er sich als Schutzschild bewährt. Eines ist aber auch klar geworden: Es wird diese Gemeinschaftswährung nur solange geben, wie Deutschland für sie zahlt.

Daher heute mein Appell an Sie: Hören Sie nicht auf die falschen Europäer, die nur an ihre Pöstchen und Pfründen denken. Die EU ist kein Superstaat, sondern eine Union freier, demokratischer Nationen mit uralter und zu bewahrender Kultur und Identität, kein Einheitsvolk oder Völkermischmasch. Dieses Europa kann (und darf!) nicht von einem Brüsseler "Politbüro" aus ohne demokratischen Rückhalt im Volke (und welchem Volke?) regiert werden.

Geben Sie den Staaten Europas ihre Währungen wieder; denn ohne diese gibt es dort keine Wirtschaftswunder, wie einst in Deutschland – weder in Griechenland noch den anderen Staaten in ähnlicher Lage.

Und bedenken Sie: Nur wenn es den Staaten Europas wieder gut geht und sie ihre Krisen gemeistert haben (so gut wie unsere Nachbarstaaten ohne Euro, siehe Schweiz, Schweden oder Norwegen) wird es auch mit der europäischen Integration wieder vorangehen – was wir alle (auch die "Euroskeptiker") wollen.

Sie haben die historische Chance, die verheerenden und unverantwortbaren Fehler Ihrer Amtsvorgänger zu korrigieren, Europa und Deutschland wieder auf den richtigen Weg zu bringen und als "Angela die Große" in die Geschichtsbücher der europäischen Nationen einzugehen. Nützen Sie sie !

Dies wünscht Ihnen und allen Deutschen

Ihr Prof. Dr. Wilhelm Hankel

Wer diesen offenen Brief unterschreiben will, findet hier die Möglichkeit dazu.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Kommentare (49)

Gutmensch
6. Mai 2010 15:46

“Angela die Große”, haha ist das ironisch gemeint?

So wie es aber aussieht, wollen die dummen BRD-Bürger "ihren" Euro aber behalten. Schließlich wählen sie mit Mehrheit diejenigen Parteien (CDU, SPD, Grüne, FDP), die am status quo nichts ändern wollen. Also was regen wir uns auf? Soll der deutsche Michel doch sein eigenes Grab schaufeln - er will es doch nicht anders. Ein Volk, das seinen Lebenswillen verloren hat, hat es auch nicht mehr verdient, weiter zu existieren.
Wir haben auf jeden Fall unsere Spur hinterlassen; so werden die Historiker in 100 Jahren vielleicht noch feststellen, daß sich eine kleine Minderheit gegen die Aufklösung aller Dinge gestemmt hat.

Rechter Europäer
6. Mai 2010 16:12

> Deswegen kam es einem Staatstreich gleich

Ein Demagoge.

> Mit der Wegnahme der DM hat der frühere Bundeskanzler Kohl den Deutschen ihre Identität geraubt

Na also bitte, die deutsche Identität basiert aber sicher nicht auf der DM, genausowenig wie auf dem "Rheinischen Kapitalismus" oder der "Sozialen Marktwirtschaft".

So geht es halt Leuten die ihre nationale Identität an Kultur, Ideologie oder Wirtschaft festmachen, statt an Herkunft und Geschichte ihres Volkes. Die konstruierte BRD-Identität hängt vielleicht an solchen Sachen und Symbolen, wie auch an der deutschen Wirtschaftkraft, der sozialen Marktwirtschaft, dem Pazifismus und dem kosmopolitischen Gutmenschentum. Da bleibt mir nur zu hoffen, dass mit Ausnahme der Wirtschaftskraft davon möglichst viel kaputt geht und zwar bitte möglichst bald.

Toni Roidl
6. Mai 2010 16:16

»Ein Volk, das seinen Lebenswillen verloren hat, hat es auch nicht mehr verdient, weiter zu existieren.« Du quatscht wie Adolf Hitler.

Ich kenne wirklich niemanden, der »seinen« Euro behalten will und die Mehrheit wählt überhaupt nicht mehr. Bin gespannt, welche Gruppierung als erste den Euro-Ausstieg zum populären Thema macht. Ob jetzt Bolko Hoffmann (oder wie der Typ hieß) triumphierend aus der Versenkung kommt?

Nihil
6. Mai 2010 17:15

Rührend, dieser Professor. Ein "engagierter Bürger", sehr brav. Man merkt deutlich, daß er aus dem letzten Jahrtausend kommt.

Arialds_Blog
6. Mai 2010 17:43

Die einzige Möglichkeit die Herrschenden zu bestrafen ist, das Kreuz bei der NPD zu machen, als größtmöglichem Gegenpol zu den gegenwärtigen Zuständen und als einzige Partei, die Hilfen an Griechenland wie auch den Eurozentralismus schon immer abgelehnt hat. Sicher ist das Auftreten dieser Partei noch verbesserungswürdig, aber mehr und mehr "ganz normale Leute" werden aus Abscheu vor diesen grotesken linksfaschistischen Zuständen ihren Weg zur NPD finden und sich für Deutschland engagieren.

Wir stehen vor einem Dammbruch nach rechts, und solch eine Bewegung kann derzeit nur von besagter Partei als nationaler Sammlungsbewegung ausgehen. Auch viele "Neurechte" lassen sich zu sehr von der medialen Darstellung beeinflussen, dabei gibt es durchaus vernünftige Leute in der NPD wie zB Frank Franz.

netzwerkrecherche
6. Mai 2010 18:04

Nunja, wollte man diese Logik weiterverfolgen, so hätte man in den 1920er Jahren auch fordern können, den "deutschen Staaten" ihre Währungen wiederzugeben - hier den Groschen, dort den Kreuzer. Das könnte man auch heute fordern, den Bayern wär's recht, den Berlinern schlecht.

Man kann auch in einer Eurozone entsprechende Regularien finden, Faulpelze und Spekulanten zu disziplinieren. Das erfordert sicher "mehr Staat", aber dann vielleicht auch später weniger Staat, der Steuergelder in zu rettende desaströse Landstriche pumpen muß.

Aber, und das ist beruhigend für alle Alimentierungsempfänger: Die Lösung ihrer Finanzprobleme können die Griechen outsourcen.

Nico
6. Mai 2010 18:25

Hört auf zu maulen und unterschreibt das Ding. Euro weg, DM 2.0 her find´ich gut, egal ob Demagoge oder Bravling aus dem letzten Jahrtausend!

Faschist
6. Mai 2010 18:47

Unabhängig davon, dass ich von volkswirtschaftlichen Dingen nichts verstehe, fallen mir 2 Punkte - die bereits von Gutmensch und dem rechten Europäer angesprochen wurden - an diesem Brief negativ auf:

1. eine groteske Überschätzung der Bedeutung finanzieller Dinge für das Schicksal und Wesen eines Volkes. Sicherlich gibt es eine gewisse Beziehung zwischen dem allg. Zustand eines Volkes und seinen finanziellen Zuständen.

Doch gerade das von dem Prof. Hankel angegebene Zitat zeigt ja welcher Art diese Beziehung ist: “Im Geldwesen eines Volkes spiegelt (sich) alles, was dieses Volk will, tut, erleidet, ist… Von (ihm) geht ein wesentlicher Einfluss auf sein Wirtschaftsleben und sein Schicksal überhaupt aus… (Es) ist ein Symptom aller seiner Zustände”.

Das Geldwesen ist also Folge und Produkt des nationalen Wesens und als solches eine Angelegenheit sehr niederigen Ranges.

Vor allem taugt das Geldwesen nicht als Objekt für irgendwelche Art von Reformen, da solche notwendigerweise nur ein Herumdoktorn an Symptomen sein können.

2. Der ganze Tonfall des Briefes erscheint mir streckenweise recht schildbürgerlich zu sein, etwa wenn der Verfasser unsere Kanzlerin mit der Aussicht auf den Beinamen die Große auf seine Seite zu bringen sucht - ich weiß nicht was Angela Merkel für Erwartungen an ihre Kanzlerschaft hat, aber dass der Erwerb irgendwelcher heroisierender Beinamen nicht dazu gehört scheint mir recht offensichtlich.

Oder auch der plumbe Materialismus des Autors der sich in seiner Aussage widerspiegelt, dass die europäische Einigung in materiell gesicherten Verhältnissen am besten gedeihen würde.
Unabhängig davon wie man einen solchen Prozess der europäischen Einigung bewertet, scheint es mir einleuchtender, dass der Mangel der Antrieb zu einer solchen Veränderung des Status Quo darstellt, nicht der materielle Überfluss und die durch ihn entstehende lähmende Zufriedenheit.

@ Toni Roidl
"»Ein Volk, das seinen Lebenswillen verloren hat, hat es auch nicht mehr verdient, weiter zu existieren.« Du quatscht wie Adolf Hitler."

Dammit haben sie an sich sicherlicher recht, Toni Roidl, aber wenn sie damit implizieren wollten, dass eine Aussage dadurch, dass sie auch von Hitler stammen könnte per se als unmoralisch, falsch oder sonstwie negativ anzusehen ist, irren sie.

Der Faschist

Roi Danton
6. Mai 2010 19:45

Ein guter Brief von Prof. Hankel, jedoch ist natürlich derzeit bei den politischen Eliten ein Währungswechsel keine realistische Option. Im Bereich des Machbaren läge allerdings das Verlassen der Währungsunion von Griechenland. Dies sollte man forcieren, anstatt den ersten einiger Kandidaten mit Steuergeldern zu versorgen, obwohl man bereits jetzt absehen kann, dass das nach Hellas' Verschuldungsgrad nur Tropfen auf den heißen Stein sein werden.

Was mich allerdings immer wieder stark irritiert, ist, dass in diesem Blog oder bei anderen Medien der Rechten recht häufig Kommentare auftauchen, welche in die Richtung gehen, es möge doch endlich das "schändliche marktwirtschaftliche System" zu Grunde gehen. Das kann ich einfach beim besten Willen nicht nachvollziehen. Einmal ökonomisch, einmal von der Warte politischer Theorie aus, aber eben auch aufgrund der Tatsache, dass viele Konservative oder Rechte aus wohlhabenden Kreisen kommen. Und damit meine ich Kreise, die seit Generationen hart für ihr Geld arbeiten und es eben teilweise zu großem Wohlstand gebracht haben. Jedoch vernehme ich innerhalb der rechten Szene immer wieder Schreihälse, die genauso gut auch bei der Linken beheimatet sein könnten. Damit meine ich jetzt weniger die zwar von mir mitnichten geteilte, doch intellektuelle Kritik einiger Teile der Rechten am marktwirtschaftlichen System, sondern eher dieser plumple Neidkomplex, der bei manchem dahintersteckt und der dazu führt, dass einem jeden mit Geld sofort nachgesagt wird, der Untergang geschehe ihm recht. Ich halte das schlicht und ergreifend für widerwärtig.
Auch der hier und dort vernehmbare Wunsch, das ganze System solle ruhig endlich zusammenbrechen, ist für mich bei manchem (nicht bei allen, auch hier gilt es zu differenzieren) eher apokalyptische Attitüde oder eben juveniler Frust. Es gibt zuhauf Rechte dort draußen, welche die gleichen Einstellungen der hier Schreibenden gegenüber der Nation und unserem Volk teilen, überhaupt keine Frage. Die gleichzeitig eben aber auch auf ihre Stellen in der Wirtschaft angewiesen sind, Kinder haben, ein Haus abzubezahlen etc. Ein völliger Zusammenbruch des Wirtschaftssystems im weimaranischen Stile wäre das ökonomische Todesurteil ganzer Familien. Das kann nicht erstrebenswert sein. Und nicht ein jeder kann - und das ist überhaupt nicht despektierlich gemeint - politischer Aktivist werden und sich z.B. mit Publikationen in der Szene sein Einkommen bestreiten.

Zum 'Vorposter' Arialds_Blog: Für mich ist die NPD rundherum unwählbar. Und ich lasse mich weder medial blenden, noch sprechen aus mir irgendwelche gutmenschlichen Reflexhaltungen. Mitnichten. Aber der in großen Teilen der Partei nach wie vor beheimatete Antisemitismus ist einfach nur erbärmlich und abstoßend. Auch ansonsten ist in der NPD derart viel Geschmeiss versammelt, trübe Skinheads, nationalsozialistische Funktionäre in Anzügen, deren geistige Helden dieses wunderbare Land beinahe alles gekostet haben. Ich verstehe es als stramm Konservativer bzw. Rechter als meine nationale Pflicht weder braun noch rot lackierte Sozialisten und Anhänger sonstiger Massenideologien zu wählen.
Ich komme aus einer preußischen Familie, seit jeher königs- und kaisertreu. Heute freilich ist das (leider) mehr geistige Haltung denn politische Aktivität (wobei, wer weiss schon, was die Zukunft bringen mag?), aber eins wird ebenfalls immer gleich bleiben: Wider die räuberischen und mörderischen Rotten der Sozialisten, Kommunisten und Faschisten jedweder Couleur!

HF
6. Mai 2010 19:55

Die D-Mark als Währung zu besitzen, hat keine Regierung davon abgehalten, Masseneinwanderung, Bildungsabbau, flächendeckende Verwahrlosung etc. zu beschließen bzw. zuzulassen.

Schlechte Politik kann aus Berlin ebenso kommen wie aus Brüssel, es geht darum auf europäischer Ebene gegen die verunglückte Finanzpolitik vorzugehen. Die Griechen mit Zuckerbrot und Peitsche zum Bezahlen ihrer Schulden zu zwingen, also das Geld indirekt mal wieder an die Banken durchzureichen (wobei die Griechen deutlich schwerer leiden werden, als wir Deutsche: https://www.faz.net/s/Rub3ADB8A210E754E748F42960CC7349BDF/Doc~E626977A1A5024560A2B5DDF8C31E11C4~ATpl~Ecommon~Scontent.html ), ist ebenso falsch, wie ein "früher war alles besser".

Griechenland ist pleite, also Insolvenz, also Forderungsausfälle bei den Gläubigern = Banken. Wer Geld ohne Bonitätsprüfung verleiht, verliert es eben auch mal. Dann kann man über eine Neugestaltung der Währung nachdenken.

Ob wir D-Mark oder Euro nach Brüssel oder Athen überweisen, ist doch wurscht. Ohne politischen Gestaltungswillen und die nötige Eigenständigkeit ist eine eigene Währung eine i.W. ästhetische Frage.

Europa muss sich desintegrieren in schwerkranke und kranke Volkswirtschaften. Zwischen einem Kern- und einem Randeuropa kann es ja durchaus Aufbauhilfen geben. Aber durch klare Beträge, die dann weg sind, nicht durch eine Haftungsgemeinschaft.
"Wer nicht schenken will, soll auch nicht bürgen!" Und schon gar nicht ohne Obergrenze.

Peter Stoll
6. Mai 2010 20:09

Neues vom Liberator (Quelle: Bild.de):

Bundesbank-Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin hat Zweifel an der finanziellen Rettung Griechenlands geäußert. „Mir ist nicht klar, wie ein Land mit einem derartigen Schuldenberg dauerhafte Perspektiven haben soll“, sagte er in Frankfurt. Erfahrungsgemäß griffen harte Sparmaßnahmen erst nach zwei bis fünf Jahren, während die Griechen von einer weit schnelleren Erholung ausgingen. „Wenn man Griechenland als Unternehmen nimmt, ist es überschuldet.“

Gutmensch
6. Mai 2010 21:08

@Roi Danton

Liberalkonservative wie Sie - "Roi Danton" - tragen Mitschuld am ethnischen und kulturellen Zerfall Deutschlands.

Dann wählen Sie mal brav weiter die CDU/CSU/FDP. Aber denken Sie daran: Wer die etablierten Parteien wählt (oder gar nicht zur Wahl geht) unterstützt diejenigen Kräfte, welche letztendlich Deutschland zerstören werden.

Insgesamt geht mit Ihre arrogante Art auf die Nerven. Dann arbeiten Sie mal schön "hart" weiter und beweihräuchern sich an der achso tollen Herkunft Ihrer "preußischen Familie".

Es steht natürlich außer Frage, daß die NPD nicht gerade die optimale Partei ist. Aber es wird in den nächsten Jahrzehnten keine Alternative geben. Wenn Sie solange weiter CDU/CSU/FDP wählen wollen, bitte. Aber dann wird es zu spät sein.

Es reicht eben nicht aus, "rechts" zu sein und die Sezession im Förderabozu haben. Jeder sollte seinen Beitrag leisten. Vielleicht haben Sie keine Zeit für Publikationen und politischen Aktivismus - das ist auch in Ordnung. Nur verschenken Sie ihre Stimme nicht an die etablierten Volksverräter.

Und nein, ich bin kein NPD-Mitglied...

TNG
6. Mai 2010 22:31

Inhaltlich vollkommen korrekt, das eigentliche Problem offenbart sich im letzten Drittel:

Hören [...] die falschen Europäer, die nur an ihre Pöstchen und Pfründen denken. Die EU ist kein Superstaat, sondern eine Union freier, demokratischer Nationen mit uralter und zu bewahrender Kultur und Identität, kein Einheitsvolk oder Völker-mischmasch. Dieses Europa kann (und darf!) nicht von einem Brüsseler “Politbüro” aus ohne demokratischen Rückhalt im Volke (und welchem Volke ?) regiert werden.

Genau das ist Europa in den Augen der Politik, nicht nur der deutschen, eben nicht.

Vor einem guten halben Jahr weilte ich kurz vor der 2. Abstimmung zum EU-Vertrag in Irland, dort waren Plakate zu sehen in denen vor der deutschen Dominanz in der EU gewarnt wurde. Immer wieder ist zu hören, dass die Deutschen, weniger das Volk, mehr die Wirtschaft, am Euro gut verdient haben. Ich neige dazu dem Glauben zu schenken. Desweiteren vermute ich, schon seit einigen Jahren, dass es Deutschland ist welches hinter den EU-Kulissen hauptsächlich die Strippen zieht.

Deutschland ist die dominierende Nation innerhalb der EU und die anderen Nationen lassen sich dies üppig bezahlen. Deutschland hatte lange Jahre die richtige Mischung, nicht so sozialistisch wie die Franzosen, nicht so kapitalistisch wie die Engländer, hauptsächlich auf Industrie und Hochtechnologie basierend, weniger auf Spekulantentum angelsächsicher Prägung. Zudem im Herzen Europas und das ausgewiesene Lieblingskind des grossen Bruders von der anderen Seite des grossen Teichs.

Man möge mich bitte nicht falsch verstehen: Die Bevölkerung hat wenig von der ganzen Veranstaltung, Euro = Teuro ist eine Tatsache, die heutigen Probleme waren vorraussehbar.

Was also hat Deutschland davon diesen Verein am Leben zu erhalten? Ist es die Angst irgendwann wieder isloiert dazustehen? Eine Folge des Schuldkult? Letzeres wohl eher nicht, dafür ist Deutschland zu dominant. Nicht weniger Gesetzesintiativen die national gescheitert sind kamen als Boomerrang über die EU wieder zurück.

Das Europa der Nationen gehört der Geschichte an, mittlerweile wird so getan als wären die Europäer ein homogenes Volk. Polen & Tschechen hat man den Nationalstolz abgekauft, die Franzosen haben sich selber in Elend manövriert, die grosse Insel in der Nordsee droht unterzugehen, die kleinen Nachbarbländer können nicht anders als mitzuziehen, zu groß ist wirtschaftliche Macht. Einzig die Schweiz, dem Asterix-Dorf gleich, leistet noch Widerstand.

Was mag wohl die Schweiz bewogen haben de facto ihr Bankgeheimnis aufzugeben, wenn nicht der dezente Wink mit dem Zaunpfahl das von Freunden umzingelte Land zu isolieren?

Was die aktuelle Krise angeht so bin ich der festen Überzeugung dass die Russen nur den Kopf schütteln, sie kennen die aufgezwungene Solidarität, Zensur und Planwirtschaft noch aus Sowjetzeiten.

Mich treibt nicht nur der Gedanke um dass das deutsche Volk die Zeche bezahlt, was schlimm genug ist, sondern dass sich die deutsche Politik im Namen des Volkes an Europa versündigt, wenn dieses ganze Konstrukt einmal den Bach runtergeht.

Wie würde wohl die Analyse eines Karl Marx oder Adolf Hitlers bzgl. der aktuellen Europa ausfallen? Hätten nicht beide ihre Freude an diesen Konglomerat sozialistischer Sowjetrepubliken unter deutscher Führung?

Haiduk
6. Mai 2010 22:45

@Roi Danton
Stehe ganz auf Ihrer Seite. Es war die Republik, die uns 1933 dieses gottlose NS-Regime gebracht hatte. Seit 1918 ist dieses Land im permanenten verkappten Bürgerkrieg. Nun wird dieser leviathanische Wahnsinn auch noch auf europäischer Ebene vollends institutionalisiert. Das braune Revoluzzertum ist um keinen Deut besser, als das rote. Deshalb werde ich auch nie NPD wählen. Da wähle ich lieber gar nicht. Vor dem Gewissen läßt sich das sowieso kaum mehr rechtfertigen. Die glauben dann nämlich man würde das unterstützen. Am Ende heißt es dann wieder man sei verantwortlich für die Folgen, weil man diesen Mist ja gewählt hätte.

Für Thron und Altar,
Haiduk

Arialds_Blog
6. Mai 2010 23:24

An Vorredner "Gutmensch":

Da kann ich nur voll zustimmen. Selbst wenn man die NPD in ihrer gegenwärtigen Erscheinung nicht so toll findet, was ich sogar verstehen kann, sollte man doch wenigstens realisieren daß eine Stimmabgabe für gleichwelche andere Partei aus nationaler Sicht vollkommen vergebens ist.

Auch Monarchisten können NPD wählen, ich würde mich in letzter Konsequenz selbst als solchen bezeichnen. Selbst wenn die Stimme für die NPD nur Proteststimme wäre, hätte sie dennoch ihren Effekt.

Und der gewissensgeplagte "Nationalkonservative" oder "Neurechte" könnte sich damit beruhigen, daß seine Proteststimme schon nicht gleich zum Umsturz führt, aber aus nationaler Sicht eben dennoch eine deutlich sichtbare Wirkung haben könnte.

Die NPD mit 5% im NRW Landtag bewirkte mehr für die nationale Sache als 20% für irgendeine israelfahnenschwenkende "PRO" Partei.

Schopi
6. Mai 2010 23:57

zu "Griechenland" eine kleine Anmerkung:

Heute ist hier in der Tageszeitung dieses dpa Bild mit den steinewerfenden, vermummten jungen Männern auf der Titelseite zu sehen. Wenn man den Blick von den gewalttätigen Handlungen einmal im Bilde umherschweifen läßt, so fällt auf, daß diese für was weiss ich "Demonstranten" fast alle sog. "Markenturnschuhe", bzw ebensolche "Marken" in Form von Rucksäcken oder Kleidung tragen, einzig die "Kampfuniform" stammt aus dem Sanitätshaus oder Baumarkt.
Wollte ich nur mal loswerden....

Rechter Europäer
7. Mai 2010 06:10

> Aber es wird in den nächsten Jahrzehnten keine Alternative geben.

Die NPD ist keine Alternative, denn die werden zurecht nie über fünf oder gar über zehn Prozent kommen. Wer in einem Verein mitmacht wo durch führende Mitglieder von der "Judenrepublik" die Rede ist, hat einfach nicht alle Tassen im Schrank. Die NPD hilft den linken Weltbürgern die Vorstellung aufrecht zu erhalten das Rechte/Nationale immer dumme Nazis sind.
Dazu kommt noch das sie in NRW Demos am gleichen Tag wie Pro NRW angemeldet haben, mit selbem Thema und soweit ich mich erinnere auch in der Nähe. Dank solcher Aktionen konnte die Presse dann den Eindruck erwecken es wären gemeinsame Demonstrationen gewesen. Die machen sowas mit Absicht.
Die NPD trägt daher eine erhebliche Mitschuld am ethnischen und kulturellen Zerfall Deutschlands.

Gutmensch
7. Mai 2010 08:21

"Da wähle ich lieber gar nicht. Vor dem Gewissen läßt sich das sowieso kaum mehr rechtfertigen. Die glauben dann nämlich man würde das unterstützen. Am Ende heißt es dann wieder man sei verantwortlich für die Folgen, weil man diesen Mist ja gewählt hätte."

Das ist natürlich Unsinn. Selbst wenn die NPD auf Bundesebene 40% erhalten würde, gäbe es keine totale Machtübernahme wie 1933.

Ich bin mir auch sicher, daß sich der brave Voigt im Gegensatz zu Hitler von uns zähmen lassen würde.

Eine mächtige NPD würde vor allen Dingen die CDU dazu zwingen, ihren Linksruck zu beenden und nach rechts umzuschwenken. Ich glaube damit könnten auch die selbsternannten Monarchisten hier im Forum leben.

Deshalb mein konkreter Vorschlag: Laßt uns solange NPD wählen, bis die CDU zu Sinnen gekommen ist, und Leute wie Merz, Hohmann oder Günzel Kanzler werden. Danach können wir die NPD wieder in die Mottenkiste stecken, bzw. die besten Kräfte dieser Partei in die CDU transferieren.

Der bodenständige Voigt könnte einen guten Integrationsminister abgeben, der elegante Pastörs einen hervorragenden Außenminister.

Die entscheidenden Posten wie Finanzminister oder Arbeitsminister würde ich eher an bürgerliche Akteure wie Merz oder Hohmann vergeben.

drieu
7. Mai 2010 08:46

Amüsant, wie sich die NPD-Sympathisanten hier die Bälle zuspielen. Sie können sich ja mit der Wahlwerbung kaum zurückhalten. Dabei genügt ein Blick ins Netz - all diese Skandälchen des Milieus aufgrund der vielen Kriminellen (nein, Propagandadelikte und Meinungsverbrechen meine ich nicht) dort, all diese Judenriecherei, diese Fixierung auf Gestern und (National)Sozialismus.
Und wenn der deutsche Michel nicht hören will wünscht man ihm den Tod. Ihr seid eben doch nicht besser als der sonstige Parteiendreck.

M.
7. Mai 2010 08:56

Internationalismus ist nicht, wie manch linker Zeitgenosse meint, die Überwindung der Nationalstaaten durch die EU. Internationalismus ist die Erhebung der Völker Europas gegen die EU.

netzwerkrecherche
7. Mai 2010 09:13

@rechter europäer
Ich will hier keiner oppositionellen Splittergruppe das Wort reden, sei sie rinks oder lechts, aber wenn Sie die Geschichte von radikalen Oppositionsbewegungen, zumal stigmatisierten, ansehen, so wird man in deren Anfangszeit dort kaum den Spießbürger vorfinden, sondern nur jene, die nichts zu verlieren haben: Fanatiker, Besessene, aber auch Perverse oder Zukurzgekommene. In Wohlstandsgesellschaften werden eher die Perversen und Zukurzgekommenen dominieren.

Das Bild der Oppositionsbewegung ändert sich erst mit ihren Erfolgen, wenn sich der empörte Kleinbürger ihr anschließt und das Stigma seine Kraft verliert. Kommt die einstige Opposition an die Macht, werden sich ihr auch alle Eliten anschließen: Wissenschaftler, Künstler ...

Faschist
7. Mai 2010 10:21

Insofern man der Meinung ist, dass man durch Wahlen etwas in diesem Land verändern kann, ist die NPD in der Tat die einzig wählbare Option, egal ob man ihre politische Linie teilt oder sich mit dem intellektuellen Niveau ihrer Mitglieder identifizieren kann.

Da Wahlen aber im heutigen System nichts ändern können, ist es völlig egal, wo man sein Kreuzchen macht.

Nichtsdestotrotz hat die NPD in mir einen zuverlässigen, wenn auch nicht überzeugten Wähler.

Im übrigen wäre ich einem der hier schreibenden Monarchisten dankbar, wenn sie mir die ihrer Meinung nach bestehenden Unterschiede zwischen (absoluten) Monarchismus und Führerstaat nationalsozialistischer Prägung erklären würden.
Alleinherrschaft und Gottesgnadentum hier wie da, der einzig wesentliche Unterschied den ich zu erkennen vermag besteht in der Weitergabe der Macht an den biologischen Erben im Gegensatz zum von Führer nach leistungsmäßigen Kriterien ausgewählten Nachfolger.

Der Faschist

Gutmensch
7. Mai 2010 12:20

"Insofern man der Meinung ist, dass man durch Wahlen etwas in diesem Land verändern kann, ist die NPD in der Tat die einzig wählbare Option, egal ob man ihre politische Linie teilt oder sich mit dem intellektuellen Niveau ihrer Mitglieder identifizieren kann.

Da Wahlen aber im heutigen System nichts ändern können, ist es völlig egal, wo man sein Kreuzchen macht."

Wahlen können schon etwas verändern. Die Erfolge der Linkspartei haben z.B. einen allgemeinen Linksruck bewirkt: Die SPD versucht ihr sozialistisches Profil zu schärfen und die CDU rückt auf den Platz, den früher die SPD eingenommen hat. Weiter rechts herrscht gähnende Leere.

Also wenn hier der (linke) Wähler nichts "ändert", dann weiß ich echt nicht mehr!

Ansonsten haben sie natürlich recht - mit Wahlen ist es sehr schwierig etwas zu Konkretes zu bewirken. Allerdings sind sie die leichteste Möglichkeit: So beim Sonntagsspaziergang schnell beim Wahllokal vorbeilaufen, 5 Minuten Zeit investieren und NPD (Meinetwegen auch Pro oder DVU/REPS) wählen - ganz einfach! Nur so können wir der PDS und den etablierten Parolie bieten.

Arialds_Blog
7. Mai 2010 12:46

Herr Faschist, ich wünschte mir einen (direkt?) gewählten Kanzler wie Bismarck und einen Kaiser der den Bundespräsidenten ersetzt. Wobei die Macht beim Kanzler liegen sollte, der erbliche Hohenzollern-Kaiser hätte aber (deutlich) mehr zu sagen als heute der Bundespräsident.

Alles Sandkastenspiele derzeit, aber man darf ja wohl noch darüber nachdenken!

BRD-Michel
7. Mai 2010 13:34

Zur Zeit interessieren mich keine Programme gleich welcher Parteien. Mich treibt eher die Sorge um meine eigene Zukunft in Deutschland um. Einfluß habe ich nicht um irgend etwas für mich positiv zu gestalten. Lediglich eine Wählerstimme ist meine einzige Möglichkeit meine Zustimmung oder Ablehnung mit der gegenwärtigen Regierung in Deutschland auszudrücken. Verzichte ich darauf, dann habe ich meine einzige Chance für eine Zeitlang vertan.
Die größte Zustimmung für die etablierten Parteien bedeutet meine Stimme für sie abzugeben. Die größte Ablehnung, sie einer Partei zu geben, die von den Etablierten am meisten gehaßt wird.
Gerade hat sich die Regierung wieder eine Gehaltserhöhung von ein paar Hunder Euro monatlich genehmigt. Als Dank für das Stillhalten der Millionen Rentner für die verfügten Nullrunden für sie. Und als Dank an die Millionen Steuerzahler die mit weiteren Hunderten von Milliarden Euro für fremde Banken auf Schuldenbasis eingesprungen sind.
"Rechter Europäer" sollte mal recherchieren, von wem die Banken in Deutschland und den USA geführt werden. Oder wem sie gehören.

Yvonne
7. Mai 2010 13:43

@netzwerkrecherche
Die historische NS-Bewegung wurde aber gerade nicht nur von Zukurzgekommenen und Spießbürgern getragen, sondern fand doch auch in intellektuellen und bürgerlichen Kreisen ein Interesse bzw. Unterstützung. Davon kann bei der radikalen Rechten heute leider nicht die Rede sein. Das mag sich aber noch ändern, und nur dann wird sie vermutlich auch erfolgreich sein können. Rein nationalliberale Ansichten werden keine ausreichende Sogkraft entfalten, es muss schon etwas revolutionäres, etwas wirklich politisch visionäres hinzutreten. Und es braucht eben den richtigen (An-)Führer.

Vulture
7. Mai 2010 14:31

Der Hankel ist Wirtschaftsprofessor, und als solcher sagt er zu seinem ureigenem Fachgebiet seine Meinung, oeffentlich und nicht konform. Ich weiss nicht, was es da am Materialismus 'rum zu maekeln gibt. Das Thema ist unmittelbar Geld und mittelbar die Verprassung der Arbeitsleistung all derjenigen Bemitleidenswerten, die in D noch auf Lohnsteuerkarte jeden Tag malochen gehen.
Immerhin hat H. hier ein Fachthema mit leicht rechtem Ton besetzt, wo er nicht gleich Gefahr laeuft, von der Nazi-Keule beharkt zu werden. Besser als nichts und taktisch wohl ok. Im uebrigen, Ihr grossen Idealisten: zur deutschen Kultur hat wohl immer auch die Schaffung sichtbarer materieller Werte gehoert (Dome, Kaiserpfalzen, Urbarmachung von Oedlanden, Bergbau, Handwerk seien hier nur mal beispielhaft zum informieren und drueber nachdenken erwaehnt).

Faschist
7. Mai 2010 15:16

@Vulture

Wenn sie das so sehen, gibt es für sie eigentlich wenig Grund wie auch immer geartete sezessionistische Gedanken zu hegen; ich denke es ist unumstritten, dass die BRD ihren Bürgen einen materiellen Lebensstandard gewährleistet der innerhalb der Menschheitsgeschichte seinesgleichen sucht, auch wenn sich mittlerweile evtl. ein gewisser Abwärtstrend abzeichnet.

Und was Dome und Kaiserpfalzen angeht so halte ich es für etwas gewagt diese steinernen Manifestationen abendländischen Weltempfindens als materielle Werte zu bezeichnen.

Im übrigen liegt es mir fern, die materiellen/finanziellen Dinge als unwichtig anzusehen, sie liegen in ihrer Bedeutung aber weit hinter dem ideelen, metaphysischen Zustand eines Volkes zurück, der diese in ihrer spezifischen Ausprägung erst hervorbringt.

Martin
7. Mai 2010 22:46

Es ist finanzpolitisch absolut naiv, angesichts der tiefe und breite der Verstrickung Deutschlands in den Euro heute noch Forderungen nach einer Rückkehr zur DM zu formulieren - für einen Professor sogar ein intellektueller Offenbarungseid.

Die Auflösung des Währungsverbunds zum derzeitigen Stand würde zum absoluten Ende der europäischen Volkswirtschaften führen.

Ich führe das jetzt nicht weiter aus, da man es, wenn man will, überall nachlesen kann ...

Der "point of no return" in Sachen Euro ist schon sehr, sehr lange überschritten - es sei denn, man ist natürlich Apokalyptiker oder Marxist der reinen Lehre, der meint, die proletarische Revolution würde dann endlich stattfinden, wenn jetzt alles "den Bach runtergeht".

Fragt doch lieber einmal "cui bono", wenn der europäische Währungs- und Wirtschaftsverbund zerstört wird ...

Wer spekuliert gegen den Euro?

Im Bundestag wurde in dieser Woche regelrechte Kriegsrhetorik aufgefahren und von einem "Angriff auf den Euro und die EU" gesprochen ... nun, wer greift denn da an? Hier schweigen unsere Politiker ...

Von der "rechten" erwarte ich in der derzeitigen Situation jedenfalls mehr, als ein "Rückkehr zur DM"- Gerufe ...

Erwalf
7. Mai 2010 23:38

Nun kann man natürlich immer mal wieder darüber diskutieren, ob man die NPD oder eine andere kleine Protestpartei wählen soll oder nicht oder ob wir unseren alten Kaiser Wilhelm wieder haben wollen. Aber ich denke, hier geht es um den Euro, um die DM, um Griechenland, um die Zerstörung Deutschlands, die zum Teil auch durch finanzielle Ausplünderung erfolgt. Ich glaube, wir sind uns hier alle einig, daß die Abschaffung der DM ein großer Fehler war. Professor Hankel und seine Mitstreiter haben dazu alles rechtzeitig beschrieben und prognostiziert. Im Deutschlandfunk hörte ich vorhin eine Diskussion, in der renommierte Journalisten selbstkritisch beklagten, daß sie nicht rechtzeitig die Finanzkrise und das Griechenlanddebakel vorhergesehen hätten. Derartige Herren und Damen lesen eben nicht JF und Sezession, sonst wären sie nicht so blöd gewesen. Andererseits glaube ich nicht, daß Prof. Hankel wirklich erwartet, daß Angie nun ruckszuck aus der Euro-Zwangswährungsgemeinschaft austritt, bloß weil sie Angela die Große werden will. Sein Brief ist wohl als politischer Schachzug in Sachen Öffentlichkeitsarbeit zu werten und in sofern gut. Ich frage mich aber, ob zur Zeit und auf die Schnelle Abschaffung des Euro und Einführung der DM tatsächlich für Deutschland das Richtige wäre, abgesehen von den europarechtlichen Fragen. Könnte sich eine isolierte Deutsche Mark nach dem dann erfolgten Euro-Crash wirklich behaupten? Wenn ja, wie könnte Merkel den Austritt praktisch vollziehen, der nicht vorgesehen ist?

Haiduk
8. Mai 2010 04:46

@Faschist

Im übrigen wäre ich einem der hier schreibenden Monarchisten dankbar, wenn sie mir die ihrer Meinung nach bestehenden Unterschiede zwischen (absoluten) Monarchismus und Führerstaat nationalsozialistischer Prägung erklären würden.

Alleinherrschaft und Gottesgnadentum hier wie da, der einzig wesentliche Unterschied den ich zu erkennen vermag besteht in der Weitergabe der Macht an den biologischen Erben im Gegensatz zum von Führer nach leistungsmäßigen Kriterien ausgewählten Nachfolger.

Wer beim Stichwort Monarchie gleich an den französischen Absolutismus denkt, der ist der republikanischen Propaganda auf den Leim gegangen. Die Monarchie in Deutschland war nie absolut und wird es auch niemals sein. Allein schon deshalb sind Vergleiche mit einem Führerstaat völlig unangemessen. Der eigentliche Unterschied zwischen der Monarchie und einem Führer liegt aber darin, daß man hier jemanden an der Staatsspitze hat, der schon von seiner eigenen Familiengeschichte her der Inbegriff der Verbundenheit mit der Geschichte und den Traditionen des Landes ist, wohingegen da eben ein Emporkömmling die Macht an sich reißt, der irgendeiner Ideologie/Philosophie verhaftet ist. Wegen dieses Verhaftetseins taugt er nicht als Souverän, weil er selbst nicht souverän ist. Ein Führer entstammt einer Partei und wird das auch nie abstreifen können. Ein König steht dagegen über den Parteien.

Ansonsten geht es bei der Frage Republik/Monarchie ja nur um die Staatsform. Daß in einer Republik immer der Geeignetste zum Staatsoberhaupt würde, ist doch ein Köhlerglaube. In der Republik bestimmen die Parteien in irgendwelchen Hinterzimmern wen man jeweils als Kandidat für das Amt des Präsidenten vorschickt. Daß dabei dann nicht der Geeignetste, sondern der Willfährigste zum Zuge kommt, liegt wohl auf der Hand.

Haiduk
8. Mai 2010 05:38

Wer zwei hat, gebe dem, der keines hat, so steht es sinngemäß in der Bibel. Vielleicht die erste urkundliche Erwähnung dessen, was heute Finanzausgleich heißt. Aber es sind ja nicht nur die Griechen, die nichts haben und denen gegeben werden soll. Nein, da gibt es auch noch Berlin, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und wie die Habenichtse alle heißen, die die Hand aufhalten und von uns properen Baden-Württemberg-Menschen Geld wollen.

Wie gut, dass es Stefan Mappus gibt, und wie gut, dass er den Bettlern der Welt endlich Einhalt gebietet. Mit dem schwäbischen Glaubensbekenntnis „Mir gäbet nix“ will der wackere Schwabe vor Gericht ziehen und dafür sorgen, dass künftig nicht nur im Land der Kehrwoche ein jeder vor seiner eigenen Tür kehre und bitte schön gucke, wo er bleibe. Vielleicht ließen sich ja Griechenland und Mecklenburg-Vorpommern auch aus der EU ausschließen? Und Berlin heißt ja schon lange Spree-Athen. Aber erst jetzt wissen wir, warum.

Wenn ich das lese, meine ich zu wissen, daß die schwäbische Volksseele am Überkochen ist ...

Komm, Mappus: nimm endlich diesen kanzlerischen Hosenanzug und wirf ihn in die Altkleidersammlung!

Martin
8. Mai 2010 11:08

Erwalf,

richtige Fragestellung!

Zum jetzigen Zeitpunkt ist ein Ausstieg nicht möglich. Ein Wechsel in Währungskrisen geht nur, wen man das ganze System wie zur Bekämpfung einer Hyperinflation auf Null resettet - ähnlich wie in den zwanziger Jahren.

Wenn jetzt Deutschland auf einmal sagt, wir führen die DM wieder ein, was glaubt ihr eigentlich, was dann passieren würde?

Ein Rückkehr zur DM wäre nur mit einer Vorbereitungsphase möglich und dies müsste in einer Phase der allgemeinen Stabilität des Wirtschaftssystems passieren - in einer derartigen Phase überwiegen dann aber wieder die Vorteile für den deutschen Außen- und Binnen-EU-Handel, dass dann keiner die Rückkehr zu DM mehr haben will.

Nein, so lange nicht alles wirklich gecrasht ist - und damit wären dann auch unser aller Spargroschen etc. hin - ist jedes Zurück-zur-DM-Gefasel wirklich nur Dummschwätzerei.

Von rechten erwarte ich mehr als "früher war alles besser". Wenn der Karren in der Sch... sitzt, hilft es nicht, zu sagen, wir haben es gleich gewusst sondern nur, dass man mit anpackt und den Wagen aus dem Dreck zieht - Alternativ kann man ja auch den Wagen in die Luft sprengen, aber diese Argumentation sollten konservative und rechte eher den Linkstalibans von LINKE und NPD überlassen.

PS: Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die NPD eine genuin linke Partei ist und daher nicht immer wieder auf Seiten der einzig wahren "rechten" diskutiert werden muss - lasst diese Nationalbolschewisten ihr eigenes Süppchen mit dem VS und den Linken kochen und schaut selber lieber voran!

Haiduk
8. Mai 2010 19:37

Zum gestrigen Putsch in Brüssel

Faschist
8. Mai 2010 22:07

@martin

es ist doch völlig gleichgültig ob eine Partei oder eine Meinung links oder rechts ist - entscheidend ist doch alleine ob sie sich als richtig erweist oder nicht um es mal etwas ungeschickt zu formulieren.

Weder "links" noch "rechts" sind Begriffe mit klar umrissenen Inhalten. schon daran erkennbar, dass sie die NPD als links sehen, was die Mehrheit der Bevölkerung nicht tun würde.

Ähnliches gilt für die von ihnen geschmähten Nationalbolschewisten - für sie links. für die Antifa rechts.

Links und rechts, und damit werfe ich sicherlich kein neues Thema auf, sind zu politischen Kampfbegriffen verkommen (falls sie denn jemals etwas anderes waren), deren inhaltliche Deutung nach taktischer Beliebigkeit erfolgt.

Gerade die Rechten mit ihrem eher heterogenen Erscheinungsbild sollte dies berücksichtigen, denn die "einzig wahre Rechte" zu konstituieren ist außerhalb des polemischen Raumes nicht möglich.

Bedenken sie z.B., dass Ernst Jünger - ein in unseren Kreisen gemeinhin geschätzter Autor, ich weiß allerdings nicht wie sie dazu stehen - auch seine nationalbolschewistischen Phasen hatte.

Und bedenken sie bitte auch, dass den Nationalsozialisten die Rettung des dt. Volkes vor dem Weimarer Helotendasein gelungen ist, etwas was den bürgerlich-konservativen Kreisen nicht vergönnt war.

Haiduk
9. Mai 2010 11:12

Nochmal als Zusammenfassung für alle: Die Geschichte mit der "Rettung des Euro", der angeblich von "Spekulanten" angegriffen wird, hat man uns, dem Bundestag, dem Bundesrat und dem Bundespräsidenten nur erzählt, damit Merkel mit der "Griechenlandhilfe" in der Tasche nach Brüssel fliegen kann. Dort geht es aber nicht etwa um Griechenland oder irgendwelche Maßnahmen gegen "falsches" Spekulieren, sondern um eine Erweiterung des Vertrages von Lissabon. In der Berichterstattung der BBC findet sich nämlich NICHTS von irgendeiner "EU Währungspolizei" oder einem "Angriff der Spekulanten auf den Euro"! So einen Quatsch kann man nur dem deutschen Michel erzählen. Der nimmt das tatsächlich ernst und alle debattieren sich die Köpfe heiß. Eben das war auch beabsichtigt, damit der Putsch der Oligarchen in Brüssel ungestört über die Bühne gehen kann und Deutschland am Ende für die Kosten der Transferunion aufkommt. England und andere euroäische Staaten würden nicht mal im Traum daran denken Geld für eine derartige Totgeburt in die Hand zu nehmen ...

Haiduk
9. Mai 2010 11:17

@Faschist
"Links" und "rechts" sind insofern klar umrissen, als "die Linken" allesamt Linkshegelianer sind und "die Rechten" eben Rechtshegelianer.

Ich bin allerdings rechts, obwohl ich weder Links- noch Rechtshegelianer bin. Insofern sind für mich "Linke" und "Rechte" allesamt Linke, weil sie sich nicht am maßgeblich durch Gottes Gebote bestimmten Recht orientieren, sondern an Philosophiegebilden verschiedenster Art.

Martin
9. Mai 2010 12:34

@faschist:

A.H. als Führer der NS-Bewegung hatte aber zumindest den richtigen politischen "Riecher" und hat sich sehr, sehr schnell seiner sozialistisch, nationalbolschewistischer Wasserträger im Juni ´34 zu Gunsten der bürgerlich, konservativen Kreise entledigt und hat so überhaupt dazu beigetragen, dass ihm die Institutionen in Wehrmacht und Justiz überhaupt gefolgt sind.

Der Rest ist hinlänglich als das größtmögliche Scheitern Deutschlands in der neueren deutschen Geschichte bekannt - historischer Exkurs Ende.

Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man rechts und links sehr genau auseinanderhalten kann.

Rechts kommt spätestens seit der franzöischen Revolution von "Recht" (siehe auch die sprachlichen Parallelen in den anderen Sprachen). Rechte sind also Menschen, die de lege lata eine (durchaus auch bereits bestehend sein könnende) Rechtsordnung anerkennen, wozu individuelle Rechte und insbesondere auch der Respekt vor privaten Rechten, insbesondere des Eingetumsrechts (in den früheren Zeiten maßgeblich) gehören. Es gehört dazu auch die Anerkennung von überkommenen staatlichen Rechtsordnungen und Institutionen. In früheren Jahrhunderten waren daher "rechte" Köngistreu.

Das Interessante an der "rechten" Bewegung ist dann in der Tat, dass man sich zu Beginn bis Anfang des 20. Jhdts. von den monarchischen Ansichten löste.

Der Rest ist bekannt unter den Schlagwörtern wie konservative Revolution etc.

In diesen Bewegungen fanden dann in der Tat auch Vermengungen zwischen rechten und linken staatspolitischen Ansichten statt, weswegen der Unterschied zwischen "rechts" und "links" heute eher vom Standpunkt einer Anthropologie her versucht wird zu finden. Als evtl. Leser der Sezession dürfte Ihnen das bekannt sein.

Ich persönlich bin aber eher der Meinung, dass es, nach dem die Wirren des 20 Jhdts. vobei sind, man durchaus wieder bei der alten Scheidung des "Rechts" als Rechtsordnung ansetzen kann.

Ich könnte dies jetzt noch länger ausführen, dies führt aber in einem Debattenforum nicht weiter.

Für mich ist die NPD als Partei, in der wohl in weiten Kreisen die Nationalbolschewisten und Nationalsozialisten die ideologische Federführung zu haben scheinen (zumindest schreien diese am lautesten), für einen rechten absolut unwählbar, da genau diese Kreise keinerlei Respekt vor "Rechten" haben.

Die heutige Linke erkennt genau, dass diese Form der Nationalsozialisten sehr stark in ihren Gewässern fischen will (siehe nur Schlagworte wie "Arbeiterkampftag" am 1. Mai etc.) und bekämpft diese daher stark und verwendet dabe sehr gerne den Begriff "rechts" um so die eigene Verwandtschaft zu den Nazis zu verschleiern und gleichzeitg konservative und andere rechte mit der Nazikeule permanent unter Druck setzen zu können. Von daher ist "rechts" zum politischen Kampfwort geworden.

Was aber die öffentliche Meinung unter rechts versteht, interessiert überhaupt nicht - es ist in der Tat einer der Hauptaufgaben einer echten neuen Rechten, genau auf diese Zusammenhänge hinzuweisen.

Braun=Rot abzüglich Internationalismus. Punkt!
Rechts ist etwas ganz anderes!

Pat Bateman
9. Mai 2010 12:53

Wer immer noch in der Kategorie Gesäßgeographie links-rechts denkt, beweist damit eigentlich nur, daß er im letzten Jahrhundert hängen geblieben ist. Die Ereignisse der Zukunft werden über diese "ewig-gestrigen" einfach hinweg gehen.

Rechter Europäer
9. Mai 2010 15:34

OT
Die Bewertung von SZ beim Web of Trust ist schlecht:
https://www.mywot.com/de/scorecard/sezession.de
https://www.mywot.com

Anderen konservativen, rechten und islamkritischen Seiten geht es ebenso. Warum eigentlich? Meldet euch endlich mal an und bewertet die Seiten die ihr besucht!

Der Schlesier
9. Mai 2010 16:31

Wann werden die Dummköpfe endlich begreifen, dass eine Währung für verschiedene Volkswirtschaften nicht funktionieren kann.

Lichtbanner
9. Mai 2010 16:33

Die Geschichte mit der „Rettung des Euro“, der angeblich(!!!) von „Spekulanten“ angegriffen wird,.....

Wie bitte?

In der Berichterstattung der BBC findet sich nämlich NICHTS von irgendeiner „EU Währungspolizei“ oder einem „Angriff der Spekulanten auf den Euro“!

Warum auch? Die Briten, seit je her Europa- und EURO-Hasser können sich mit ihrem GBP Pfund Sterling ganz entspannt, mit einer 4-Uhr-Tee-Tasse in der Hand und im Ohrensessel sitzend zurücklehnen und dem (finanzpolitischen) Desaster auf dem alten Kontinent, mit einem Gestus schon immerwährender imperialer Überheblichkeit, klammheimlicher Schadenfreude und britischer Gelassenheit begegnen.

Und: von nirgendwo sonst in Europa werden die Attacken auf die Gemeinschaftswährung EURO so konzentriert und konzertiert durchgeführt, wie von der (Londoner) "City" aus, der Finanz- und Spekulationsmetropole Europas, die bezeichnender Weise der EURO-Zone selbst nicht angehört.

London ist nicht Geschädigter, sondern Profiteur der EURO-Krise!

England und andere euroäische Staaten.....

Siehe oben!

@ Haiduk:
Nun, in wie weit Ihr monarchistisch eingefärbtes Geschreibsel der währungsspekulativen Realität entspricht, kann man vielleicht daran ermessen, wenn man sich nicht zu schade ist mal einen Blick auf eine allseits bekannte Netzpublikation zu werfen, die im allgemeinen sicherlich nicht in Vedacht steht nationalbolschewistischen, gar nationalsozialistischen Weltanschauungen zu fröhnen:
FTD

Nach der Lektüre dieser Seiten werden vielleicht auch der "Kaisertreuen Jugend" die Begrifflichkeiten und Vorgehensweisen des "entfesselten Ultrakapitalismus" verständlicher und in einem anderen Lichte erscheinen.

Zu hoffen wäre es!

Faschist
9. Mai 2010 17:35

@martin
Sie haben völlig Recht, wenn sie die Entstehung des Begriffs konservativ oder rechts zum Zeitpunkt der franz. Revolution ansetzen.
Angesichts dieser ersten politischen Revolution in Europa formierten sich die Verlierer der neuen Ordnung, eben die Königstreuen und Anhänger des Ancien Regime, hinter der Fahne der Konterrevolutionäre, waren also die ersten - und so gesehen auch die einzig "echten" - Konservativen.
Spätestens als aber das Schreckgespenst der kommunistischen Revolution auftauchte, entstand eine neue Art von Konservativen: diejenigen, die die Ergebnisse der franz. Revolution (Parlamentarismus, Republik, etc.) gegenüber der kommunistischen Gefahr bewahren wollten, aber keine Intentionen hatten den König wieder auf den Thron zu bringen.
Mit diesem arg simplifizierten Geschichtsschema will ich das in meinen Augen grundlegende Problem des Konservatismus verdeutlichen, nämlich, dass die Bezugsebene des Konservativen, zu der er zurückkehren oder erhalten will, sich im ständigen Fluss befindet.
Der Revolutionär von heute ist der Konservative von morgen.

Natürlich kann man dieses Problem vermeiden, indem man gewisse anthropologische Grundwerte und deren Befürwortung als konservativ konstituiert, mit einem solchen Begriff der Rechten könnte ich mich allerdings nicht identifizieren, da sich das Wesen eines Barockmenschen grundsätzlich von einem des 20. Jahrhunderts unterscheidet.

Das führt auch zu meinem nächsten Kritikpunkt ihrer Argumentation, nämlich dass sie den Konservatismus einerseits konsequenterweise als das definieren, was er ist, nämlich dass Festhalten an der bestehenden Gesellschaftsordnung (oder der nostalgischen Sehnsucht nach einer vergangenen), andrerseits die konservative Revolution ebenfalls dem konservativen Spektrum zurechnen.

Die konservative Revolution hat aber nun eindeutig erkannt, dass sich historisch tote Gesellschaftsformen nicht willkürlich wiederbeleben lassen, und mehr noch, dass die epigonale Form des 2. Kaiserreiches nicht in der Lage war das dt. Volk im 1. WK angemessen zu führen und zu mobilisieren.

Spenglers Werk ist die radikalste Absage an den bewahrenden Konservatismus.

Im übrigen ist mir aufgefallen, dass du den Konservatismus, dem du dich ja offensichtlich zurechnest, deutlich negativ konnotiert charakterisierst:

Es gehört dazu auch die Anerkennung von überkommenen staatlichen Rechtsordnungen und Institutionen.

Und du unterstützt die Anerkennung von überkommenen Rechtsordnungen?

In früheren Jahrhunderten waren daher „rechte“ Köngistreu.

In früheren Jahrhunderten, ja. Und mit was für Inhalten füllst du heute das Abstraktum "konservativ"?

Rechte sind also Menschen, die de lege lata eine (durchaus auch bereits bestehend sein könnende) Rechtsordnung anerkennen

Kommunisten, Liberale und Nationalsozialisten erkennen alle eine gewisse Rechtsordnung an. Ich sehe nicht inwieweit so etwas konstitutiv für die Rechte sein sollte.

Der Rest ist hinlänglich als das größtmögliche Scheitern Deutschlands in der neueren deutschen Geschichte bekannt – historischer Exkurs Ende.

Lieber 12 Jahre lang den heroischen Versuch gewagt, dem dt. Volk seine eigene Form zu geben und dabei (grandios) scheitern, als sich im Mittelmaß der Demokratie behaglich einzurichten.

Yvonne
9. Mai 2010 20:53

Für mich ist das zentrale Merkmal der Linken das Emanzipationsstreben (gegenüber allem und jedem), das individuelle Freiheit und damit Glück verheißen soll (doch wie sang schon J. Joplin: freedom is just another word...). Der Rechte hingegen ordnet sich ein in ein größeres Ganzes, das positiv auf ihn zurückstrahlen soll; seine Rechte sind stark an Pflichten gebunden. Insofern besteht eine gewisse Nähe zwischen linken und liberalen Ideen, während sich rechte Gedanken auch mit sozialistischen, d. h. gemeinschaftsbezogenen Modellen vertragen können.

Druide
10. Mai 2010 08:56

@ Faschist

...da sich das Wesen eines Barockmenschen grundsätzlich von einem des 20. Jahrhunderts unterscheidet.

Genau daran scheiden sich die Geister. Ich glaube nicht, dass das Wesen des heutigen Menschen ein anderes ist. Ganz im Gegenteil. Dieser Glaube ist der Kern der Fortschrittsideologie.

Dass du dieser erliegst, beweist auch die Fehleinschätzung der Bedeutung des Wortes überkommen als veraltet.

Faschist
10. Mai 2010 10:47

@druide

Genau daran scheiden sich die Geister. Ich glaube nicht, dass das Wesen des heutigen Menschen ein anderes ist. Ganz im Gegenteil. Dieser Glaube ist der Kern der Fortschrittsideologie.

Das ist in der Tat der entscheidende Punkt, da stimme ich dir völlig zu.

Allein sehe ich mich aufgrund meiner Auffassung über die Veränderbarkeit des menschlichen Wesens ausdrücklich nicht als Fortschrittsideologe, ganz im Gegenteil, ich halte den modernen Menschen in vielerlei Hinsicht für ein Produkt eines seit ca. 1850 bestehenden Degenerationsprozesses.

Außerdemgibt es durchaus auch einen Zweig der Fortschrittsideologie, der sich anmaßt, Menschen zu anderen Zeiten in anderen Kulturen mit ihren jetztigen Wertmaßstäben zu beurteilen.
Hierbei wird also ebenfalls eine Unveränderlichkeit des Menschen postuliert.

Aber wie gesagt, an diesem Thema kann man evtl. wirklich eine sinnvolle Unterscheidung des weltanschaulichen Spektrums vornehmen.

Dass du dieser erliegst, beweist auch die Fehleinschätzung der Bedeutung des Wortes überkommen als veraltet.

Da hast du mich erwischt.

Dr Steffen Lindner
12. Mai 2010 11:28

Alles richtig-hätte aber nur Sinn,wenn einem Politiker tatsächlich am Wohl seines Landes gelegen wäre.Das "überzeugungsfreie Trüffelschwein der Macht"(Thorsten Hinz über A.Merkel) wird sich darum nicht scheren...

Martin
13. Mai 2010 14:32

Na also,

wenn´s nach denen

https://www.hartgeld.com/Waehrungsreform-DE.html

geht, dann ist der Euro-Spuk ja bald vorbei ...

Pat Bateman
15. Mai 2010 12:18

Naja, wenn es nach denen geht, dann WÄRE der Spuk ja schon ein paar mal vorbei gewesen. Diese VT Seiten machen die ganze Sache auch nicht klarer.

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