Sezession
1. April 2009

Ideen zu Christus

Gastbeitrag

pdf der Druckfassung aus Sezession 29 / April 2009

von Johannes Ludwig

Als 2005 der erste Narnia-Film in die Kinos kam, mußte in den USA und in England niemandem erklärt werden, worum es sich handelt. Der Autor der Buchvorlage, C. S. Lewis, ist dort kein Unbekannter, und man weiß auch, daß Lewis nicht nur Fantasy geschrieben hat, sondern auch philosophische und theologische Bücher. Während letztere im englischsprachigen Raum auch von Fachleuten intensiv diskutiert werden, ist Lewis in Deutschland, von einer kleinen Gruppe katholischer Denker und ein paar Evangelikalen abgesehen, nahezu unbekannt.

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Diesem Umstand tritt Norbert Feinendegen mit seiner Dissertation über C. S. Lewis entgegen. Daß Lewis hierzulande als Denker von Rang nicht ernstgenommen wird, so legt Feinendegen überzeugend dar, ist sachlich nicht berechtigt. Dafür spricht das argumentative Gewicht von Lewis’ Kritik moderner Erkenntnistheorie ebenso wie seine theologischen Überlegungen. Feinendegens Nachvollzug des Lewisschen »Denk- Weges zu Christus« ist eine Fleißarbeit, die hohe Anforderungen an die Ausdauer des Lesers stellt, aber die Lektüre auch mit wertvollen Einsichten belohnt. Auf den ersten Blick mag es scheinen, als ob Lewis in Deutschland ignoriert wird, weil er die Frechheit besaß, sich verständlich auszudrücken. Das stimmt wohl auch, aber Feinendegens Buch zeigt darüber hinaus, daß Lewis zu den Gegenaufklärern gehört; zu denen, die nicht etwa ein Zurück hinter die Aufklärung fordern, sondern deren Verirrungen (also: durch Aufklärung über die Aufklärung) ans Licht bringen wollen. Das, so könnte man Feinendegen ergänzen, macht C. S. Lewis zu einem christlichen konservativen Revolutionär.

(Norbert Feinendegen: Denk-Weg zu Christus. C. S. Lewis als kritischer Denker der Moderne Regensburg: Friedrich Pustet 2008. 616 S., 54.00 €)


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