Sezession
29. Juni 2010

Mahnwache für einen Deutschen

Götz Kubitschek

In Hamburg-Harburg ist am vergangenen Mittwoch der 22jährige Pascal E. von einem Türken erstochen worden. Gestern abend nun haben etwa 80 Angehörige und Freunde des Opfers eine Mahnwache abgehalten und kurzzeitig eine Bundesstraße blockiert. Auch auf Facebook gibt es eine wachsende Solidaristen-Gruppe. Ist es so, daß die  Stimmung jetzt gefährlich wird, wie die Regionalzeitung Der Harburger vermutet?

Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Nein, die Stimmung wird nicht gefährlich. Der Protest war friedlich, und es haben sich ihm auch nicht 2.000 aufgeputschte junge Männer angeschlossen. Gefahr (für wen eigentlich? Für die Messerstecher?) ist also nicht im Verzug, vielmehr muß man sagen: Die Stimmung ist ein klein wenig weniger pathologisch, wenn sich das Umfeld eines Opfers nicht mit dem Tod abfindet, sondern neben die Trauerbilder Deutschlandfahnen pflanzt und Schilder stellt, auf denen zu lesen steht: "Unsere Toleranz ist erschöpft".

Der Täter ist bereits achtmal wegen Körperverletzung vorbestraft. Es handelt sich um den "christlichen Aramäer mit türkischen Wurzeln, Mathias A. (27)" - so differenziert kann man das im Harburger nachlesen, vermutlich deshalb, weil es sich einmal nicht um einen Muselmann handelt.

Zur Tat steht hier mehr, zur Mahnwache hier.


Götz Kubitschek

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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