Briefchen an Mesut Özil, vor dem Halbfinale geschrieben

Lieber Mesut Özil,

Sie spielen ab und an den tödlichen Paß und gelten als Vorzeigemigrant, weil sie sich trotz vollständig türkischer Wurzeln...

 Gastbeitrag

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auf dem Fuß­ball­platz klag­los in ein deut­sches 4–2‑3–1- oder 4–3‑3-System inte­griert haben. Auch meh­ren Sie den Ruhm unse­rer Natio­nal­mann­schaft, wenn Sie ein Tor erzie­len oder ihren Gegen­spie­ler abkochen.

Nun geschieht dies alles ja nicht bloß gera­de für die Ehre: Auch Ihr per­sön­li­cher Stern steigt, und der Pegel­stand auf Ihrem Spar­buch eben­falls. Nimmt man ger­ne mit, was? Muß man auch nicht immer so melan­cho­lisch gucken, dabei.

Doch eine Fra­ge quält uns Auto­chtho­ne, wenn wir schon damit leben müs­sen, daß uns ein Rein­ge­schmeck­ter hilft: war­um Sie beim Absin­gen der Natio­nal­hym­ne (die Arme um Schwei­ni und Pol­di gelegt) die Goschen nicht auf­krie­gen. Aus Respekt vor Ihren Eltern, sagen Sie? Respekt, will man sagen – aber: Wo bleibt der Respekt vor den Mil­lio­nen und Aber­mil­lio­nen Deut­schen, die  erwar­ten, daß Sie das nach uns benann­te Lied mit­schmet­tern? Es muß ja nicht gleich die ers­te Stro­phe sein.

Jun­ge, man kann doch nicht nur die Koh­le ein­sa­cken! Ent­we­der-Oder! Sie gehö­ren jetzt zu uns! Und falls Rest­skru­pel blei­ben, weil es doch um alte Ver­bin­dun­gen zur Hei­mat geht: Ab nach Hau­se und mal sau­ber nach­ge­forscht, wer aus Ihrer Sip­pe vor­mals die Arme­ni­er mit in die Wüs­te trei­ben half. Auf­ar­bei­ten, Mesut, Ja sagen zu den dunk­len drei Jah­ren – und dann die Geschich­te abschüt­teln wie ein altes Hemd: Danach gibt’s kei­nen Respekt mehr vor den Ahnen und es singt sich noch mal so gut.

4–3‑2–1,
Sezes­si­on

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