Sezession
1. Februar 2010

Faschisten

Gastbeitrag

pdf der Druckfassung aus Sezession 34 / Februar 2010

Biographische Skizzen

Der Faschist schlechthin existiert nur in der Karikatur. In der Wirklichkeit gibt es ihn nicht. Das erklärt sich schon aus der Dramatik der Epoche, in der der Faschismus zur Geltung kam, aber auch aus der Internationalität dieses Phänomens. Es gab Faschisten, die in der Bewegung eine Kraft des Widerstandes sahen, gegen den Kommunismus vor allem, aber ebenso wichtig – und der Genese nach älter – war der Widerstand gegen die Dekadenz der bürgerlichen Welt. Das Kriegserlebnis hat deshalb für viele Faschisten eine ungleich wichtigere Rolle gespielt als die Oktoberrevolution, die Zahl hochdekorierter Soldaten in ihren Reihen fällt jedem Betrachter auf. In allen Faschismen spielte der Nationalismus eine Rolle, aber viele Faschisten betrachteten sich auch als »gute Europäer«. Einige sahen im Faschismus eine Möglichkeit, den egalisierenden Tendenzen entgegenzutreten, und andere betrachteten ihn als Variante des Sozialismus. Manche verstanden ihn als Revolte gegen die westliche Moderne, andere als Mittel, die Gesellschaft von den Resten des Ancien Régime zu befreien. Es gab unter den Faschisten Idealisten und Ideologen, Theoretiker und Praktiker, Technokraten und Schwärmer, Gemäßigte und Radikale, Verfechter der geistigen Freiheit und Anhänger des Terrors, Juden und Antisemiten. Daher ist für jede sachliche Beschäftigung mit dem Faschismus die Sichtung der Biographien von Faschisten entscheidend. Die hier vorgestellte Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie konzentriert sich bewußt auf die »zweite Reihe«, nicht auf die bekannten Führergestalten, sondern auf einzelne, die man in gewissem Sinn als »typischer« betrachten kann.


 Gastbeitrag

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