Fußballpöbel gegen rechts

Nichts Neues auf der antifaschistischen SPD-Seite endstation-rechts.de: Das wiederum ist an sich nichts Neues.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

Die „tie­risch komi­schen“ Storch­fa­beln auf gehäs­si­gem Behin­der­ten­witz-Niveau,  regio­na­le Neu­ig­kei­ten über den klei­nen Par­tei­kon­kur­ren­ten NPD, dazwi­schen­ge­wo­be­ne Theo­rie­ge­flech­te mit Schau­bil­dern– mehr ist ja selten.

Nichts Neu­es heißt seit dem Wochen­en­de aber ganz kon­kret: Weil die Bericht­erstat­tung über eine Mas­sen­schlä­ge­rei beim Fuß­ball­spiel Han­sa-Ros­tock gegen TuS Koblenz auf endstation-rechts.de (e‑r) so her­vor­ra­gend auf­ge­ru­fen wur­de (über 25.000 mal – für eine klei­ne, sonst von einem arg über­schau­ba­ren Publi­kum rezi­pier­te Sei­te sind das bom­bi­ge Zugriffs­zah­len), steht der von Links­au­ßen beju­bel­te Hoo­li­gan­über­griff von Sonn­tag bis dato auf der Haupt­sei­te von e‑r.

Was war geschehen?

Der NPD-Frak­ti­ons­vor­sit­zen­de Udo Pstörs war mit einer Grup­pe von 25 wei­te­ren Besu­chern auf der Süd­tri­bü­ne erschie­nen. Weil eini­ge Han­sa-Fans „auf die­se spe­zi­el­len Gäs­te augen­schein­lich gar kei­ne Lust“ hat­ten (R.Scholz auf e‑r), sei „die NPD“ (R. Scholz) unter „Nazis raus!“-Rufen aus dem Sta­di­on gedrängt bzw. geprü­gelt wor­den. Die­se Stil­blü­te ver­dient zitiert zu wer­den: „Statt sich auf der Süd­kur­ve des Ost­see­sta­di­ons volks­nah zu geben, dräng­ten gut 150 Han­sa Fans die etwa 25 Mann star­ke Abord­nung“ um Pastörs aus dem Sta­di­on. „Gut also“, höhnt Scholz, „daß Udo Pastörs auch sei­nen Per­so­nen­schüt­zer dabei hat­te, der auch im Som­mer mit Leder­hand­schu­hen beklei­det ist.“ Es mögen „Quarz­sand­hand­schu­he“ gewe­sen sein, mut­maßt Scholz spä­ter – als sei Angriff (und nicht: Zuschau­en) die eigent­li­che Absicht der „Unter­le­ge­nen“ gewesen.

Unter der „25 Mann star­ken Abord­nung“, die in Wahr­heit weder „auf­mar­schier­te“, noch mit Par­tei­ab­zei­chen, Spruch­bän­dern, Flug­zet­tel ver­se­hen war (es kön­nen eben­so­gut Nach­barn, Ver­wand­te oder Freun­de von Pastörs gewe­sen sein), befand sich min­des­tens eine Frau, die zudem schwan­ger war. Im Geran­gel kam es zu hef­ti­ge­ren Hand­greif­lich­kei­ten, die Poli­zei ermit­telt nun wegen Körperverletzung.

In den Kom­men­ta­ren auf e‑r hält sich das Ent­set­zen über den lin­ken Hool­ga­nism natur­ge­mäß in Gren­zen. Weil die NPD „das sta­di­on als platt­form“ (!) nut­zen wol­le, brau­che es eben „cou­ra­gier­ten wider­stand von allen antifaschisten.“

„Rene“ ver­deut­licht:

Falls fäkal­far­be­ne Volks­ver­het­zer ver­su­chen ihre abar­ti­ge Ein­stel­lung ande­ren auf­zu­zwin­gen (mit Quarz­sand­hand­schu­hen also?, E.K.) so ist das ein Pro­blem aller klar den­ken­den Menschen.

Und „Roi­chi“ ergänzt:

Anbie­de­rungs­ver­su­che von sol­chen Typen kon­se­quent abzu­blo­cken und zu zei­gen, dass sol­che Leu­te nicht erwünscht sind ist doch eine völ­lig zu akzep­tie­ren­de Mei­nungs­äu­ße­rung. Und begrü­ßens­wert zugleich.

Noch kras­ser geben sich eini­ge Gast­schrei­ber der offi­zi­el­len „com­mu­ni­ty“ des FC-Hansa.

“Tri­tra­t­rul­al­la” ist euphorisiert:

Als ich wie­der in die 24 woll­te, kam mir son Spa­cken mit blu­ti­ger Augen­braue und dicker Nase ent­ge­gen gerannt und ca 15 Leu­te dahin­ter. Hab dann auch mit­be­kom­men das es ein NPD­ler war.. Gei­le Sache, hof­fent­lich hat er noch 5 Din­ger in die Schnau­ze bekom­men! Was mit den ande­ren von der NPD gewe­sen ist, hab ich lei­der nicht gesehen.

Ein „Jan Maat“ hoch­gra­dig erregt:

Aber als ich gese­hen hab wie der NPD-Hei­ni regel­recht aus dem Sta­di­on gebrüllt wur­de und so eini­ges an Bier “spen­diert” wur­de, da ging mir doch echt einer ab.……wie geil war das denn. Hof­fe es gibt Filmmaterial.

Die soge­nann­ten Supt­ras, der Fan­club des FC Han­sa, hat gar ein eige­nes Mani­fest zur Sache ver­öf­fent­licht und die hand­fes­te Gegen­wehr zum „plum­pen Auf­marsch“ gerechtfertigt:

Der Auf­tritt die­ser Leu­te ohne jeg­li­chen Bezug zu Han­sa Ros­tock stell­te schlicht und ergrei­fend eine dreis­te und dum­me Pro­vo­ka­ti­on dar und fand ein dem­entspre­chend schnel­les Ende.

Inwie­fern die rest­li­chen Spiel­be­su­cher auf ihren jewei­li­gen „Bezug“ zum Ver­ein unter­sucht wur­den und wann ein Sta­di­on­sbes­cuh zum “Auf­tritt” wird, bleibt offen.

Auch Ros­tocks par­tei­lo­ser Ober­bür­ger­meis­ter Roland Meth­ling fin­det die Akti­on unter­stüt­zens­wert: „Das sind kla­re Bekennt­nis­se zum Sport. Leu­te, die radi­ka­li­sie­ren, haben da nichts zu suchen.“

Womög­lich soll­ten die zivil­cou­ra­gier­ten „Fans“ und deren Unter­stüt­zer ein­mal  prü­fen, ob man miß­lie­bi­ge Zuschau­er nicht irgend­wie kenn­zeich­nen könn­te (per farb­li­cher Appli­ka­ti­on viel­leicht, „sicht­bar auf der lin­ken Brust­sei­te des Klei­dungs­stü­ckes fest auf­ge­näht“), even­tu­ell schon im Vor­feld und mit amt­li­cher Befug­nis. Nicht, daß es mal einen Fal­schen trifft.

Ellen Kositza

Ellen Kositza ist Literatur-Redakteurin und Mutter von sieben Kindern.

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