24. August 2010

Variationen eines Themas

von Götz Kubitschek / 0 Kommentare

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

Mit den Vorabdrucken im Spiegel und in der Bild-Zeitung ist gestern die Kampagne für Thilo Sarrazins Buch Deutschland schafft sich ab ins Rollen gekommen. War der Titel - obwohl noch nicht erschienen - allein aufgrund der Vorbestellungen bei amazon.de schon auf einen mehr als interessanten Verkaufsrang geklettert (unter die Top-200), so steht er seit gestern auf Platz 1.

Dort hatte sich in den vergangenen Wochen das Buch der Berliner Richterin Kirsten Heisig gehalten, ein Bestseller, der im selben Themenkomplex angesiedelt ist, wie Sarrazins Streitschrift: In beiden Büchern geht es um die kleinen und großen Katastrophen, die sich seit Jahren aufgrund der massenhaften Zuwanderung nicht-integrierbarer Ausländer in unseren Großstädten anbahnen.

Während Richterin Heisig (die sich kurz vor Erscheinen ihres Buches umbrachte) ihr Spezialthema Jugendkriminalität (und hier vor allem die brutale Gewalttätigkeit junger, männlicher Ausländer) darstellt, scheint es Sarrazin um eine Bestandsaufnahme und Situationsbeschreibung Deutschlands im Jahre 2010 zu gehen. Er muß dabei - wie jeder nicht ganz wirklichkeitsabgewandte Zeitgenosse - auf die demographische Katastrophe, die Überfremdung, die Desintegration, das finanzielle sowie das bildungs-, ordnungs- und geschichtspolitische Desaster zu sprechen kommen - und sich die Frage stellen, wie dies alles gemeistert oder repariert werden soll. Denn für die Leistungsträger, diejenigen mit Kindern und für jeden, der wirklich etwas zu verlieren hat, stellt sich schon die Frage, ob es nicht viel einfacher ist, dieses Land zu verlassen oder anderweitig auszuweichen und die Lösung der Probleme erst gar nicht mehr anzugehen.

Karlheinz Weißmann hat gestern in seinem Beitrag die Frage angerissen, wie wohl die Unterstützung der Bild-Zeitung oder auch des Spiegel für die Thesen Sarrazins zu deuten sei. Meiner Ansicht nach kann man daraus den Instinkt großer Medien für den Nerv ihrer Klientel ablesen. Das war ja vor Wochen schon einmal so, als Eva Hermans Buch Die Wahrheit und ihr Preis tagelang in Bild vorabgedruckt und mit Verweisen auf die Internet-Tagesschau mit Sprecherin Herman verknüpft war. Herman scheint ebenso wie Sarrazin das Potential zu einem ins breite Volk hinein vermittelbaren Sympathieträger zu haben.

Außerdem sprechen beide (und Heisig) Themen an, die für den Durchschnittsbürger tagtäglich erfahrbare Wirklichkeit sind: Hier die eigene Beobachtung, dort die verzerrende Beschreibung durch die Politik, hier der klare Sachverhalt, dort das vertuschende, verkomplizierende Geschwurbel in den Medien. Wen wundert es dann, daß jemandem wie Sarrazin applaudiert wird: Es ist vielleicht noch nicht einmal entscheidend, ob alles, was er sagt, richtig ist - allein die klare Sprache, die unverstellte, ungeschützte Behauptung kommen dem Ton so nahe, der im Alltag unter den Bürgern gepflegt wird.

Angesichts dieser Entwicklung und dieser Welle gibt für uns zwei Möglichkeiten: Entweder man stellt - das wäre sehr legitim - Sarrazin und anderen Spätberufenen die Frage, wie es um ihre prognostische Kraft bestellt ist, da sie doch vor zwanzig Jahren (als dies alles schon absehbar war) noch keine Silbe äußerten, sondern (im Falle Sarrazins) in einer Partei verharrten, die die "Abschaffung" Deutschlands fleißig betrieb.

Aber was soll solche Rechthaberei? Das Beeindruckende am Typus Sarrazin ist doch, daß er immer weiß, wohin der Wind drehen könnte und wie man das eigene Segel zu setzen hat. Soweit wir personell da nicht mitzuhalten vermögen, können wir es wenigstens thematisch: Als absehbar war, daß Heisig und Sarrazin mit ihren "harten" Themen auf einen Bedarf treffen würden, haben wir sehr rasch auch damit begonnen, das erste Buch unserer Reihe antaios thema anzubieten: Deutsche Opfer, fremde Täter. Ausländergewalt in Deutschland. Und obwohl es erst im Oktober erscheinen kann und wir keinesfalls über ähnliche Kanäle verfügen können wie die Verlage von Sarrazin oder Heisig: Deutsche Opfer, fremde Täter war bei amazon.de zeitweilig auf Platz 160 und schwimmt nun in diesem Leserinteresse an den Folgen der Überfremdung mit.

Daß unser Buch an Deutlichkeit und Konsequenz in der Gedankenführung die beiden anderen in den Schatten stellen wird, ist selbstverständlich (soviel Aufplustern muß nun sein!). Wer vorbestellen möchte und gleichzeitig dafür sorgen, daß dieses für unser Land existentiell wichtige Thema auch durch uns in die Breite hinein ausgelotet wird, kann hier bei amazon.de nachsehen und bestellen. Aber natürlich gibt es auch bei uns im Verlag alle Informationen und eine Bestellmöglichkeit.

Sarrazins Buch erhalten wir übrigens heute oder morgen angeliefert. Wer es bestellen möchte, wird hier fündig. Und noch bis Ende des Monats gilt: Wer das Buch bestellt, erhält kostenlos unsere Studie Der Fall Sarrazin mitgeliefert.

Götz Kubitschek ist Verleger (Antaios) und seit 2003 verantwortlicher Redakteur der Sezession.

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