Sezession
26. August 2010

Der Sarazene schlägt zurück

Martin Lichtmesz / 103 Kommentare

Lichtenberg sagte einmal, daß die Fliege, die nicht erschlagen werden will, am sichersten ist, wenn sie sich auf die Klappe setzt. Diese Strategie hat Thilo Sarrazin blendend umgesetzt, und auch die Bild-Zeitung mit ihrem Riecher für Massentrends dachte sich wohl, daß mehr Kohle mit ihm als gegen ihn einzufahren sein wird. Mit Gegenwehr war natürlich zu rechnen. Aus allen Rohren werde nun auf Sarrazin gefeuert, meinte gestern ein Bekannter zu mir. Ehrlich gesagt, dieser Meinung bin ich nicht.

Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Mich verwundert vielmehr, daß die vorhersehbare Dresche bisher so lauwarm ausgefallen ist. Der Tenor ist eher ein kummerfaltiges "Aber Thilo, du Grobian, wie kannste denn so garstig daherreden??" Die ganze wehleidige Kindergarten- und Tantensprache der "bunten Republik" darf sich also mal wieder austoben. Von Merkels Regierungssprecher hören wir, Sarrazin habe Dinge gesagt, die, auweh zwick, "für viele Menschen in diesem Land verletzend" sein könnten. Tja, die Wahrheit tut eben weh!

Auch Desintegrations-Tante Böhmer von der CDU, die uns das unsterbliche, in alle Kissen des Reiches zu stickende Wort geschenkt hat: “Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind eine Bereicherung für uns alle!”, und der eine Ministerin Kramp-Karrenbauer (sic) bescheinigte, sie wäre, was auch immer das heißen mag,  "authentisch",  meint, Sarrazin sei ganz doll "verletzend", "diffamierend" und "verbreite Gerüchte".

Parteichef Sigmar Gabriel findet Sarrazins Buch irgendwie "sprachlich gewalttätig" und wundert sich milde "warum der noch bei uns Mitglied sein will", statt wie sonst in der BRD üblich einfach seinen Kopf zu fordern. Indessen muß sich Gabriel schon von Zehntkläßlern darüber aufklären lassen, daß sich "Einwandererkinder nicht integrieren", worauf er als Antwort nichts weiter parat hatte, als die bisserl allzu kritischen Schüler routiniert auf den Beschämungstrip zu schicken (gelernt ist eben gelernt):

Als eine andere Schülerin sich beklagt, die Hauptschüler würden das Leistungsniveau drücken, wirft Gabriel ihr ein "entsetzliches" Menschenbild vor. Die Schüler blicken ein wenig verdutzt drein. Aber Gabriel bleibt dabei. Solche Thesen hört er schon genug. Von Thilo Sarrazin zum Beispiel.

Der Spiegel kommentiert das übrigens mit der Überschrift "Gabriel im Sozi-Märchenland". Ha. Udo Wolf, Fraktions-Chef der Berliner Linkspartei nannte die Sarrazin-Aussage„rechtspopulistisch" an der Grenze zur "Volksverhetzung" Und Grünen-ApOpa Ströbele warf ein schlagendes Argument für den Sarazenen in die Waagschale: „Das SPD-Mitglied Sarrazin steht für das Gegenteil rot-grüner Politik!“ Darauf kannste eine Tüte rauchen, Hans-Christian.

Aber irgendwas ist hier komisch, nicht? Ist das schon alles? Was fehlt uns hier? Richtig, der Föhrer, denn aus irgendeinem unerfindlichen Grund hat bisher noch keiner der maßgeblichen "scharfen Kritiker" (die noch kein einziges sachliches Argument vorbringen konnten) den altbewährten Hitler-Nazi-Goebbels-Joker ausgespielt. Mit Ausnahme natürlich des Zentralrats der Juden, der allerdings auch nur einen eher mauen, eher obligatorisch wirkenden NPD-Vergleich anzubieten hatte. Stephan Kramer hat nämlich leider schon beim ersten, im Rückblick vergleichsweise moderat wirkenden Durchlauf der Sarrazin-Nummer sämtliches rhetorisches Blei besinnungslos verballert und sich dabei ziemlich lächerlich gemacht.  Nun ist die Platte wohl zu abgespielt, um sie ein weiteres Mal aufzulegen.

Was ist also los? Warum so kleinlaut, Genossen? Ist die Keule nun doch noch stumpf geworden? Oder kommt ihr euch langsam selbst etwas blöde vor in der Dauerrolle als Godwin's rote Knöpfe?

(zu Sarrazins Buch: hier, zur Studie Der Fall Sarrazin: hier.)


Martin Lichtmesz

Martin Lichtmesz ist freier Publizist und Übersetzer.

Kommentare (103)

Hans Freyer
26. August 2010 08:42

Die Gutmenschen scheuen sich noch davor, auf ein alt-bewährtes SPD-Mitglied einzudreschen. Das ist natürlich ein erstaunlicher Befund. Ich habe das Buch allerdings nicht gelesen. Ich fürchte aber, daß er sich darauf beschränkt, auf Unterschicht-Hip-Hoppern, Harz4-Dynastien und und der üblichen Sonderschul-Klientel herumzuhacken. Das ist für einen Bild-Zeitungsleser natürlich ausreichend. Der wählt dann zur Abwechslung mal aus Protest Republikaner um sich aber anschließend wieder durch die etablierten Parteien einlullen zu lassen.

quer
26. August 2010 08:42

Sarrazin's Buch hat die Qualität, zum Dauerbrenner zu werden.

Aufgrund der belegten Fakten kann man fürderhin zwei Fragen immer und immer wieder stellen:

1. An die Politiker, oder solche, die sich dafür halten:

"Was könnt ihr konkret dagegen einwenden, was verbreitet S. an Unwahrheiten, wo stellt er unbewiesene Behauptungen auf? Gibt es also für euch keinen konkreten Handlungsbedarf für das Land und seine Bürger?"

2. An die genuiden Deutschen (Ureinwohner):

"Wollt Ihr, daß im Sinne S'. an der Lösung der Probleme gearbeitet wird, oder wollt ihr lieber von den lieben "Politikern" und Staatsverrätern weiter in den Abgrund geführt werden?"

Das wird der Kern der künftigen tagespolitischen Auseinandersetzung sein. Vor jeder Wahl, nach jeder Wahl. Niemand kann jetzt mehr sagen, er habe "nichts gewußt". Die ohnmächtige Wut der politischen Klasse belegt dem Volk in aller Breite, daß es auf dem rechten Weg wandelt, wenn es sich S. zu Herzen nimmt. Insoweit ein Danke an diese.

schattenkoenig
26. August 2010 09:07

Eva Herman wurde noch in den Untergrund des Kopp-Verlages gedrängt, Kirsten Heisig gar geselbstmordet, und das mit einem Thema, das Thilo Sarrazin offenbar gelassen aussitzen kann. Schützt ihn sein rotes Parteibuch?

Was sich in unserer Medienwelt "Debatte" nennt, ist ein Sandkasten oder eine Theaterbühne, wo verschiedene Positionen, die sämtlich abseits der wirklich heißen Themen liegen, mit der Anmutung substantiellen Streites dargeboten werden. Auch Herr Sarrazin ist da leider keine Ausnahme: Ihm zufolge ließe sich das "Integrationsproblem" durchaus lösen, nur mit anders gearteten Anstrengungen als es sich seine gutmenschlichen Parteigenossen vorstellen (mehr Geld für Rütlischulen und die eigene Sozialarbeiterklientel). Es sieht eher aus, als würde er auf einen langsamen Sinneswandel unter den Zuwanderern setzen, auf daß diese sich der "bundesrepublikanischen Bevölkerung" stärker angleichen mögen als bisher.

Das wäre zwar auch eine Lösung, aber für ein ganz anderes Problem als das, das Deutschland hat. Tatsache ist, und dieses Tabu sollte endlich einmal gebrochen werden: Zuwanderung ist absolut gegen jedes vernünftige Interesse jedes Deutschen. Ohne Zuwanderung hätte unser Land das beste "Menschenmaterial" dieses Planeten - und zwar in jeder Hinsicht, nicht nur der wirtschaftlichen, sondern auch der kulturellen, sportlichen und militärischen. Kreative, disziplinierte, fleißige, herzliche und seelenvolle Menschen. Es ist eine Minderheit, die nicht so ist, aber diese Minderheit beherrscht uns total und sähe uns am liebsten "von außen eingehegt und von innen heterogenisiert, quasi verdünnt". Diese in allen Parteien, Kirchen, Schulen, Universitäten und Medien herrschende Minderheit ist die internationalistische und trotzkistische Linke. Die ist das Problem, nicht der Islam, der Moslem, der Migrant, die Moschee, das Minarett, der Muezzin, die iranischen Mullahs mit ihren Atombomben oder wer weiß was sonst noch für Ablenkungsmanöver.

Diese Trotzkisten müssen gründlich weg, damit Deutschland wieder frei wird. Die Tatsache, daß nicht nur Deutschland, sondern der ganze Westen zugleich an der historisch einzigartigen Destruktivität dieser Gruppe laboriert, zeigt aber die wahre, weltumspannende Größe der Aufgabe an, die es darstellt, Deutschlands wirkliches Problem zu lösen.

enickmar
26. August 2010 09:08

Wenn ,,BRD-Meinungsmacher Nr.1‘‘ (BILD-Zeitung) und ,,BRD-Leitmedium Nr.1‘‘ (Der Spiegel) vorabdrucken ist etwas im Busch ...

Raskolnikow
26. August 2010 09:23

Was bitte sehr,

ist bloß mit meinen lieben Konservativen los?

Da ist ein schrulliger Sozi, der mit bauernschlauem Instinkt "Volkes Stimme" in bare Münze verwandelt - in Allianz mit den beiden größten Verdummungsorganen dieses Staates: "Spiegel" + "Bild", gleich neben den Titten. Als eben jener Meister S. noch Repräsentant dieses Politapparates war, hinderten ihn seine Erkenntnisse natürlich nicht, kräftig mit in der Scheiße zu rühren. Als Schlagobers gibt´s dann noch die Forderung nach mehr Integration (!) der echten Sarazenen ... und der Stein von der JF und all seine Neuen Rechten, Konservativen, Reaktionäre, Weichbirnen kriegen einen (politisch-gesellschaftlichen) Ständer. (Verzeihung!)

Da halte ich´s lieber mit dem guten Pfarrer Milch (Gott hab´ ihn selig!); der sagte: "Hüten Sie sich vor den Konservativen, sie sind die Steigbügelhalter des modernen Verderbens!"

Man möchte dem nur noch hinzufügen, dass es für einen anständigen Menschen dieser Tage nur eines zu tun gibt: "abseits stehen und stülle sein."

In diesem Sinne,

R.

enickmar
26. August 2010 09:44

Schauen wir mal in den Busch:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/kanaluebersicht/aktuellste/228#/beitrag/video/1122428/Sarrazins-Einwanderer-Schelte-umstritten

Necla Kelec spricht es schließlich aus: Die Fakten stimmen, die Probleme gibt es. Aber man will das potente Thema nicht Kubitschek überlassen.

enickmar
26. August 2010 10:07

Richtiger: Necla Kelek spricht es schließlich aus: Die Fakten stimmen, die Probleme gibt es. Und deswegen will man das potente Thema nicht Kubitschek überlassen.

mfh
26. August 2010 10:26

Der Grund für die tatsächlich kaum beeindruckende Kritik an Sarrazin liegt meines Erachtens allein in seiner Standfestigkeit. Üblicherweise reicht bei anderen Mahnern eine leichte Klatsche mit der Nazikeule, und schon wird zurückgerudert, relativiert und schließlich entschuldigt. Sarrazin beeindruckt das nicht. Anstatt vor der pausenlos Schwachsinn produzierenden Medienmaschinerie einzuknicken, nutzt er ihr Leitmedium, um seine Botschaft zu verbreiten. Seine "Kritiker" wußten schon von Beginn an, daß sie ihm argumentativ nichts entgegenzusetzen hatten, außer den üblichen Phrasen. Einen Plan B für den nunmehr eingetretenen Fall, in dem die Nazikeule ineffektiv bleibt, scheinen sie nicht zu haben.

Patricius
26. August 2010 10:34

Der springende Punkt ist ja, und davon hab ich in der ganzen "Debatte" bisher nichts vernommen, was für eine Lösung der Probleme schlägt Sarrazin denn vor.
Bisher klingt das alles nur nach Lagebestimmung, für unsereins wahrlich nichts fundamental Neues.

Wenn am Ende der "offenen" Debatte (Hart aber Fair et. al. werden mit Sicherheit mal wieder "Tacheles" reden), dann wieder das alte Lied von "mehr Integration" Blablub heruntergebetet wird, und das war's dann, ja nun: Was bitte hat's dann gebracht?

Ich bezweifle, dass bald ernsthaft über Grundlage von Volk/Staat/Nation gesprochen wird, mit dem Ergebnis, dass massenhafte Zuwanderung aus kulturell und ethnisch weit entferntem Gebiet Deutschland innerlich zugrunde richtet, oder zumindest diesen dann(!) irreversiblen Prozess stark befördert.

Unsere Eliten denken doch schon lange nicht mehr in Kategorien wie Volk und "volksfremd" (wie glücklicherweise noch ein großer Teil des gemeinen Volkes, zumind. unbewusst), sondern kennt nur noch "Menschen in unserem Land", ergo gibt es Menschen, die eben gut, oder schlecht Deutsch sprechen, Menschen, die besser oder schlechter in der Schule sind, Menschen, die ein bisschen krimineller als andere sind usw. usf. (so übrigens gestern der berliner Senator im heute-Journal) und schon ist das Problem "individualisiert", d.h. mehr oder weniger aus der Welt.

enickmar
26. August 2010 10:38

Die Gefahr ist, daß das ganze wieder so eine ,,wir reden ja drüber Aktion‘‘ ist, um möglichst so weiterzumachen wie bisher: Deutschland abzuschaffen. Nur vielleicht erstmal ohne Burka.

À la Bundeskanzler Schmidt 1981 (u.v.a., siehe z.B. hier: http://fact-fiction.net/?p=85): “Wir können nicht noch mehr Ausländer verdauen. Das gibt Mord und Totschlag.‘‘

Was ist seitdem passiert ? Skepsis ist angebracht.

Von daher ist Kubitscheks ,,Rechthaberei‘‘ vielleicht sogar bitter notwendig:
http://www.sezession.de/18748/variationen-eines-themas.html#more-18748

eo
26. August 2010 10:44

Sarrazin
geht die Verkleisterung
in Medien und Politik frontal an.
Das ist in diesen Zeiten schon etwas
wie Heldentum und sollte auch entsprechend
gewürdigt werden. Und was die dicke
Gabi so von sich gibt, ist wirklich
zum Brüllen. Das wird, so
hoffe ich, doch
manchem eingefleischten
SPD-Wähler nicht unverborgen
bleiben. Interessant dürfte sein, wer
in den nächsten Wochen von den prominenten
Köpfen ihm öffentlich vernehmbar
beispringt und wer sich
vornehm zurückhält.
Übrigens, der
Apho von Lichtenberg
klingt gar hübsch, ist aber zumindest
in der Fliegenwelt, nicht so recht zielführend.
Denn zum Fliegenkillen braucht ma
nicht unbedingt eine Klatsche;
eine schnelle Hand
tut's auch.

Pat Bateman
26. August 2010 11:07

Ich will Thilo nicht komplett in Schutz nehmen, aber gegen den immer wiederkehrenden Vorwurf, er hätte in seiner aktiven politischen Laufbahn nichts gegen die MuKu Auswüchse getan, kann man auf jeden Fall einwenden; vielleicht hat er den richtigen Blick für die Gesamtsituation erst bekommen, als er sich konsequent mit der Thematik beschäftigt hat?
Auch ich kenne genug Leute, die vor wenigen Jahren noch mental im Gutmenschen Lager ansässig waren, inzwischen ihre Meinung aber um 180° gedreht haben, auch ohne finanziellen Vorteil!

Toni Roidl
26. August 2010 12:07

Herr Lichtmesz hat wieder mal Recht:

mehr als »Du, Du!« kommt nicht heraus, bei dem Extrem-Empöring gegen Sarrazin. Das liegt aber vor allem an der Reputation der Protagonisten: Wem glaubt man eher? Einer Horde Freaks und trauriger Gestalten wie Merkel, Gabriel, Scharia Böhmer und Co. - oder einem Kerl, der mit Klartextsprache Eier bewiesen hat? Sämtliche Kommentarspalten, Online-Abstimmungen etc. sind voll mit Zustimmung. Die muss jetzt irgendwie kanalisiert werden.

Wahnfried
26. August 2010 12:10

Was ich wirklich positiv an der Diskussion finde, ist, daß Sarrazin quasi der gesamten deutschen Politik ein Bekenntnis in einer Klarheit entlockt, das so - ohne seine Anstrengungen - wohl nur selten gibt. Vom linken Rand bis hin zum bundesrepublikanisch-rechten Rand, also der CDU unter Merkel, empört sich die gesamte Politik gegen die Wahrnehmung der Realität in der Form, wie sie die Bürger, so sie nicht gerade in einem Speck- oder Rotweingürtel leben, Tag für Tag leben.

Das ist ein schöner Erfolg. Je mehr Bürger der Tatsache gewahr werden, daß die gesamte Politik von vorne bis hinten links bis ins Absurde ist und nichts zur Lösung ihrer Probleme beitragen kann und will, desto eher werden sich vielleicht Entwicklungen beschleunigen, die in "unserem" Sinne sind.

Nebenbei bemerkt: Bisher habe ich noch keine einzige Person von öffentlichem Interesse gehört, die Sarrazin recht gegeben hätte, was dann doch wieder belegt, daß die gesamte politische Klasse eine gottlose Angst vor der linksextremen Presselandschaft hat.

Waldgänger
26. August 2010 12:48

Ehe die Wogen der Begeisterung für Sarrazin allzu hoch schlagen, darf ich vielleicht an seine unrühmliche Rolle beim Cross Border Leasing des Berliner Senats erinnern.

Wenn so jemand jetzt Berechnungen über den Netto-Verlust der Zuwanderung für das deutsche Volk anstellt, hat das doch das Geschmäckle des 'Haltet den Dieb!'

So jemanden zur Gallionsfigur eines berechtigten Anliegens aufzubauen, könnte (und sollte) bei all denen, für die die Zuwanderung nicht Wurzel allen Übels, sondern Ergebnis einer umfassenderen kulturellen Krise ist, böse nach hinten losgehen.

schafspelz
26. August 2010 13:56

Wenn Bild, Spiegel, FAZ in eine Richtung rennen, ist was faul. Was? Die alte Elite hat etwas gegen unabhängige Menschen, die an einen Gott glauben, nicht an Sachen oder den Repräsentatine der Elite. Leider schwächeln wir Christen hier, die monotheistischen Muslime erweisen sich da als standhafter, weniger konformistisch, da sie sich nicht in das dt. Selbstbedienungssystem pressen lassen. Als Christ sage ich ganz ehrlich: Ich lerne von Muslimen ob ihres festen Gottvertrauens.

Das viele unter uns das Glück in der schnelllebigen Karriere suchen, ist doch unser aktuelles Problem (Stichwort: Nichteingliederung in die "Leistungsgesellschaft"). Das unsere Frauen nur 0,7 Kinder Nachwuchs bekommen, ist ebenso UNSER Problem, nicht das derjenigen, die sich normal (menschlich) verhalten. Wer will eigentlich 14 St. am Tag arbeiten, Alleinerziehend und unglücklich sein, nachdem er mit 14 den ersten Sex hatte? Wer profitiert von dieser Vereinzelung und moralischen Schwächung?
Fazit: Von den Wirklichen Problemen wird hier abgelenkt. Ganz vorne steht ein Mangeln an Unabhängigkeit. Es ist schon soweit, dass wir die öffentliche Meinung aus den USA importieren. Warum geht das? Weil jeder einzelne von uns zu leicht manipulierbar ist, mangels Orientierung.

http://www.kreuz.net/article.10615.html

Raskolnikow
26. August 2010 14:01

Wenn,

Florian Silbereisen verkündet, er lese neuerdings JF und halte die muslimische Einwanderung für einen Fehler, dann gibt es bestimmt bald eine IfS-Studie zum "Fall Silbereisen" und in der JF-Kommentar-Spalte, in der Sarrazin von "Konservativen" gerade zum neuen Fichte (ja Ihr lest richtig!) erklärt wurde, entbrennt dann ein Streit, wer wohl die bessere Führungsfigur wäre var. "mehr Bürger" anspreche ...

Der Widerstand gegen die moderne links-liberale Welt ist so tot, toter geht es gar nicht! Sozis werden zu Ikonen der "Reaktionäre", tzzz ...

Ich muss mir mal schnell ein paar "Haribo Fruity Bussies" reinziehen und den ganzen Mist dann mit Kola runterspülen ...

Devot verbleibt,

R.

BuergeJoerg
26. August 2010 14:02

Oh je....

Sarazzin, Bildzeitung, Spiegel, Bundesbürger, SPDCDUGRÜNELINKEFDP.....

Was haben alle gemeinsam?

Bemitleidenswerte Lächerlichkeit.

Der Sarazzin gibt uns den Hofnarren - paßt zu unserer Gesellschaft.

Ich ertappe mich immer öfter, dem kommenden Systemkollaps (Finanzkrise) als willkommenes, reinigendes Ereignis entgegenzufiebern.

hupert
26. August 2010 15:51

Die Symptome, die Saraz. anspricht, sind Ausdruck einer Kulturlosigkeit (Gangster, Drogen, Geistlosigkeit). Seine Diagnose ist daher falsch: Wir brauchen mehr Kultur, nicht weniger. Freilich verläuft die Grenze da nicht zwischen Ethnien, auch nicht (obwohl er das nicht hören will) zwischen Reich und Arm, Ruheposten in der Bundesbank oder Werkarbeiter bei Ford, Preuße oder Bayer, Weiß oder Braun, Jung oder Alt, Seidenkrawattenträgern oder Unauffällige.

Nein Nein Nein, die Grenze verläuft zwischen Menschen mit einer menschlichen Kultur und solchen ohne eine solche. Herrn Saraz. zähle ich zur letzteren Gruppe.

Abraxas
26. August 2010 15:52

Am Horizont könnte sich die Gestalt eines Tigers abzeichnen.
Wer ihn reiten will, muß dazu fähig sein, sonst wird er Tigerfutter.

Raskolnikow
26. August 2010 16:08

Abraxas,

Ihren unverdauten Evola in Ehren, aber es sei angemerkt, dass Pathos und Lächerlichkeit oft nur Millimeter auseinander liegen - besonders in diesem Falle.

Löffelstiel
26. August 2010 16:09

Was fällt mir auf?
- Sarrazin ist, Gott sei Dank, kein Märtyrer. Er bleibt in seinen
Gefilden; man könnte auch sagen: Er bleibt sich treu.
- Er ist Hofnarr. Warum nicht? Denn nur der Absolutismus hat das nötig.
- Er ist vielleicht auch Eulen-Spiegel, aber kein Show-Mk(a)sper.
- Er hatte zwar kein Erweckungserlebnis, jedenfalls wissen wir davon
nichts, aber er lässt uns die Freiheit zu erkennen, daß es nicht
unmöglich ist, wenn auch auf verlustreichen, holprigen, langwierigen,
unwegsam Pfaden vom Saulus zum Paulus zu werden. Das ist wirklic
mehr als genug. denn immer noch ist er - sind wir - unterwegs.
- Geben wir Ver-Wandlungen eine Chance. Nicht aufrechnen!
- Einschneidende Veränderungen kamen häufiger von innen als von
außen. Gegen den Ablaßhandel: Luther, gegen die Inquisition:
Spee, gegen Hitler: Stauffenberg... Alles Ein-Geweihte.
- Was ist Sarrazin? Katalysator. Wie Luther es nicht wollte, daß sich die
christliche Religion spaltet, ebenso wird Sarrazin wollen,
daß sich Gläubiger und Gläubige gegenseitig auffressen

Was will er? Gerechtigkeit (gewiß, ein mißbrauchtes Wort) Gerechtigkeit f ü r uns Deutsche in dieser; der nächsten Generation und so weiter...

Haggi Celine
26. August 2010 16:29

Das mit dem Tigerreiten hat bisher nie geklappt, ergo: Einen Tiger kann man nicht reiten, man muß ihn laufen lassen, fangen und einsperren oder aber erschießen.

Hans Freyer
26. August 2010 18:09

Das traurige an Sarrazin ist, daß er sein Buch erst jetzt, mit 65 jahren, veröffentlicht hat.
Sprich: in jüngeren Jahren, als die Karriere noch ausbaubar war, hat er sein Maul gehalten. Genau so sieht es auch in der CDU aus. Wer hat noch nicht CDU-Abgeordnete gehört, die bei Vorträgen auf Verbindungshäusern ähnliche Thesen wie Sarrazin verbreiten. Genau diese Leute sitzen jetzt in ihren Löchern und trauen sich kein Wort zu sagen, weil die Laufbahn dann ganz schnell beendet wäre. Wären Strauß und Stoiber Kanzler geworden, sähe das heute vermutlich etwas anders aus.
Es wäre ja verständlich, wenn Merkel aus strategischen Gründen schweigen würde. Aber nein - die Führerin der angeblich rechten Partei in der BRD attackiert Sarrazin. Hätten die wirklich rechten CDU-Mitglieder nur noch einen Hauch an Ehre, würden sie diese Partei sofort verlassen.
Aber nein. Erst mal Karriere beenden und dann, um das schlechte Gewissen zu beruhigen, ein paar Mark an konservative Organisationen spenden und ein JF-Förderabo zeichnen.
Im Prinzip verhält sich Sarrazin so, wie Kurt Schuhmscher sich verhalten würde, wenn er heute noch am Leben wäre. Es ist also eine glatte Frechheit, wenn er von gewissen Gestalten jetzt aus der SPD gemobbt werden soll.
Auf jeden Fall bleibt die Sache spannend.

M.
26. August 2010 18:57

Was mich an Sarrazin stört: Er bemisst den Wert eines Menschen ausschließlich nach seinem ökonomischen Nutzen, nach seiner Verwertbarkeit. Ein Mensch, der keinen ökonomischen Nutzen bringt, ist demnach überflüssig und kann ...?

Was ihn glaube ich auch an den Muslimen stört, sind deren weitgehend intakten familiären Strukturen und dass sie sich nicht bedingungslos dem Diktat der Wirtschaft unterwerfen. Die Deutschen kann man leicht gegeneinander aufhetzen bzw. ausspielen.

Wie Napoleon schon sagte:

"Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das Deutsche. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden, die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgen sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung, als ihre wirklichen Feinde"

Als "wirkliche Feinde" sehe ich bspw. die Banken und Börsenspekulanten. Denen müsste zuerst das Handwerk gelegt werden.

Merus
26. August 2010 20:15

Glaubst Du das wirklich, ja? War der Zusammenhalt im Volk auch in der DDR intakter, auch wenn man es einsperren musste? Sorry, aber nicht Bankster machen die Großstäde und Schulen unsicher, auch belagern sie nicht die Sozialsysteme, nein, das sind alles gewöhnliche Gangster. Sprich: Auschländer.

Mannigfaltig
26. August 2010 22:09

Der wichtigste Punkt wurde hier schon angesprochen: daß letztlich wieder mal Integration gefordert wird und die moderaten Anhänger der Frankfurter Schule, die Konservativen, nicht nur trotzdem. sondern deswegen ganz verzückt sind. Was am deutschen Volk so schlimm ist, daß die Konservativen es durch Vermischung mit/Integration von Millionen Asiaten (oder Afrikanern oder wem auch immer) unbedingt auszulöschen wünschen, sollten sie bitte mal erklären.

Auch von dem vielerorts zu hörenden Gerede, daß sich der Wind dreht und man das früher so nicht gehört hätte, kommt man sich veräppelt vor, wenn man weiß, daß es einfach nicht stimmt, vor allem, wenn man Mitte zwanzig ist und die Euphoriker dreißig, vierzig oder fünfzig, so daß sie es besser wissen müßten. Vor nur einer Generation logen Bundeskanzler(kandidaten) noch, sie wollten Rückwanderung und die Halbierung der Ausländerzahlen. Das kam bekamtlich anders. Heute klopft ein Dieter Bohlen der Politik ein paar Sprüche. Aber diesmal tut sich bestimmt wirklich was! Oder?

Vor nur zwei Generationen kämpften in Amerika die Europäer gegen die aufkommende aggressive Politik der Integration mit den Afrikanern (und sie wußten, warum).

http://i37.tinypic.com/2s8245t.jpg

Bekanntlich war die Gegenwehr vergeblich und die erwarteten Folgen traten ein, unter anderem Hunderttausende verletzte, vergewaltigte, verkrüppelte oder ermordete Weiße seither.

Aber eine Folge hatte der tapfere Kampf gegen die Integration. Unsere Gegner haben dazugelernt. Man läßt die Integration nicht mehr von den Linken, sondern von den "Konservativen" durchsetzen. Ein genialer Schachzug. So abgrundtief böse unsere Feinde auch sind - einen gewissen Respekt verdienen sie.

Linke These: Einwanderer sollen machen, was sie wollen. "Konservative" Antithese: Einwanderer sollen sich an "Spielregeln" halten. (Wenn ich dieses Wort nur höre in diesem Zusammenhang...)

Linke These: Einwanderer können so dumm und gewalttätig sein, wie sie wollen. "Konservative" Antithese: Einwanderer sollen nicht ganz so dumm sein und bitte nicht so viel messerstechen. Aber: "Jeder ist willkommen, solange er ." Und die Herkunft ist völlig egal, verkündet man stolz. Und wie stolz die Konservativen darauf sind, daß es sie nicht kümmert, ob es ein deutsches Volk gibt oder nicht.

Die "Konservativen", "Rechten", "Islamkritiker" haben noch eine große Zukunft vor sich, da brauchen sie sich keine Sorgen zu machen. Eine Zukunft als nützliche Idioten, die man machen lassen wird, was ohnehin von oben erwünscht ist. Man sieht es ja an Dummbloggern wie "Kewil", wie sie freudig mit dem Schwanz wedeln, wenn Broder, Giordano oder sonst eins ihrer Herrchen für sie Stöcken wirft. Die sind schon ganz heiß darauf, die Moslems elitengerecht umzuerziehen. Es geht natürlich nicht um ein Deutschland für die Deutschen, sondern nur um das Gestalten und Managen des multiethnischen Ex-Deutschland. Denn in einem sind sich ja die Konservativen mit ihren etwas weiter gehenden Brüdern, den Linken, einig: Nie wieder Deutschland!

Mannigfaltig
26. August 2010 22:30

Korrektur:

"Konservative" Antithese: Einwanderer sollen nicht ganz so dumm sein und bitte nicht so viel messerstechen. Aber: "Jeder ist willkommen, solange er (hier die gewünschte Belanglosigkeit/Selbstverständlichkeit einfügen)."

Beim ersten Versuch waren es spitze Klammern, bei diesen wird der Inhalt nicht angezeigt.

PS: Ich verfolge diese Schmierenkomödie nicht so genau, aber hat Sarrazin nicht kürzlich gefordert, daß es langfristig keine Transferleistungen für Ausländer geben sollte? (Wobei man für ihn natürlich kein Deutscher sein muß, um "Deutscher" zu sein.) Das wäre ja wenigstens mal was Substantielles. Und was sagen seine Fans von Parteien wie Rep oder Pro dazu? Da hört man nichts von "Sozialleistungen nur für Deutsche". Auch die biologischen Unterschiede zwischen Ethnien und Rassen würden Reps oderProler in ihren wildesten Fieberträumen niemals zur Sprache bringen.

Die selbsternannten Retter des Abendlandes stehen links von einem Sozi und Bundesbankfuzzi, der in einer 10-Millionen-Leser-Zeitung und im "Spiegel" schreiben darf. Das sollte vielleicht zu denken geben. Ob die Leute in diesen Parteien sich manchmal schämen?

KS
26. August 2010 22:32

@Raskolnikow
Ich hoffe doch wohl wenigstens Afri-Cola?

Distelherz
26. August 2010 22:34

Die Kommentare von "Raskolnikow" und "Mannigfaltig" zeigen immerhin, daß der Geist hier noch nicht ganz tot ist.

Mongo mit der Bongo
26. August 2010 22:42

"Denn in einem sind sich ja die Konservativen mit ihren etwas weiter gehenden Brüdern, den Linken, einig: Nie wieder Deutschland!"

Wenn Sie die "Konservativen" mit Merkel und Westerwelle gleichsetzen, haben Sie natürlich recht.

Sie sollten erstmal definieren, was sie darunter genau verstehen, bevor sie solch steile Thesen in den Raum werfen.

Ich persönliche bevorzuge den Begriff "rechts" - einen "Rechten" würde man nämlich niemals mit Leuten in Verbindung bringen, die Deutschland abschaffen wollen. Insofern ist es für mich etwas befremdlich, wenn Sie Konservative und Rechte in einen Topf werfen.

Die Rechte tun ja was sie können - nur ist der deutsche Michel zu blöde, um bei den pseudo-demokratischen Wahlen wirklich rechts zu wählen. Da ist es natürlich schwierig, revolutionär tätig zu werden, wenn der Rückhalt im Volk fehlt.

Pat Bateman
27. August 2010 00:11

@Mannigfaltig

Ja sehr richtig, sogar konservative Deutsche glauben inzwischen das es ohne Einwanderer nicht mehr geht.
Eine sehr gute Analyse dazu gibt es hier:

http://fjordman.wordpress.com/2009/11/29/japan-was-haben-die-was-wir-nicht-haben/

Waldgänger
27. August 2010 00:33

Dankenswerterweise hat Mannigfaltig seinen Beitrag mit einem Foto illustriert. Jeder, der die USA etwas kennt, denkt bei diesem Anblick daran, was man über einige Eifeldörfer munkelt. Aber Hauptsache 'unvermischt'...

Manchmal weiß ich nicht, was ich gruseliger finde: die linken Ideologen mit ihren Denk- und Diskussionsverboten oder diejenigen ihrer Kritiker, die glauben, Politik mit den Mitteln und dem intellektuellen Horizont eines Pudelzüchters machen zu können.

enickmar
27. August 2010 01:51

Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze
(Helmut Schmidt, 1982)

1965: 1.172 Mio

,,Die Heranziehung von noch mehr ausländischen Arbeitskräften stößt auf Grenzen. Nicht zuletzt führt sie zu weiteren Kostensteigerungen und zusätzlicher Belastung unserer Zahlungsbilanz.‘‘

(Ludwig Erhard (CDU), Bundeskanzler in seiner Regierungserklärung vom 10.11.1965)

1972: 3,527 Mio

,,Es ist aber notwendig geworden, daß wir sehr sorgsam überlegen, wo die Aufnahmefähigkeit unserer Gesellschaft erschöpft ist und wo soziale Vernunft und Verantwortung Halt gebieten.‘‘

(Willy Brandt (SPD), Bundeskanzler in seiner Regierungserklärung vom Januar
1973)


1975: 4,090 Mio

,,Beim Zuzug von Gastarbeiterangehörigen ist die zulässige Grenze inzwischen erreicht und in manchen Fällen schon überschritten.‘‘

(Helmut Schmidt (SPD), Bundeskanzler laut ,,Ruhr-Nachrichten‘‘ vom
13.02.1975)

1980: 4.453 Mio

,,Wenn die Zahl der Ausländer, die als Minderheit in einer Nation leben, eine
bestimmte Grenze überschreitet, gibt es überall in der Welt Strömungen des
Fremdheitsgefühls und der Ablehnung, die sich dann bis zur Feindseligkeit
steigern ... Allzuviel Humanität ermordet die Humanität
.‘‘

(Heinz Kühn (SPD), Ausländerbeauftragter laut ,,Neue Osnabrücker
Zeitung‘‘ vom 13.09.1980)

1981: 4,630 Mio

,,Unsere Möglichkeiten, Ausländer aufzunehmen, sind er
schöpft … Übersteigt der Ausländeranteil die Zehn-Prozent-Marke, dann wird jedes Volk rebellisch.‘‘

(Heinz Kühn (SPD), Ausländerbeauftragter laut ,,QUICK‘‘ vom 15.01.1981)

,,Wir können nicht noch mehr Ausländer verdauen. Das
gibt Mord und Totschlag.‘‘

(Helmut Schmidt (SPD), Bundeskanzler
 im November 1981 auf einer
DGB-Veranstaltung)

,,Nur wenn es gelingt, wirksame Maßnahmen gegen einen weiteren Ausländerzuzug zu ergreifen, nur dann werden wir mit denen, die hier verbleiben, zu einer menschenwürdigen Mitbürgerschaft kommen.‘‘

(Richard von Weizsäcker, Regierender Bürgermeister von Berlin, in
seiner Regierungserklärung vom 02.07.1981)

1982
: 4,667 Mio

,,Mir kommt kein Türke mehr über die Grenze.‘‘

(Helmut Schmidt (SPD), Bundeskanzler, in ,,DIE ZEIT‘‘ vom 05.02.1982)

,,Die Rückkehr der Ausländer in ihre Heimat darf nicht die Ausnahme, sondern muß die Regel sein. Es ist nicht unmoralisch zu fordern, daß der uns verbliebene Rest Deutschlands in erster Linie den Deutschen vorbehalten bleibt.‘‘

(Alfred Dregger (CDU), MdB
auf einer ,,Ausländer-Tagung‘‘ der CDU in Bonn am 21.10.1982)

,,Aber es ist auch wahr, daß wir die jetzige vorhandene Zahl der Türken in der Bundesrepublik nicht halten können, daß das unser Sozialsystem, die allgemeine Arbeitsmarktlage, nicht hergibt. Wir müssen jetzt sehr rasch vernünftige, menschlich sozial gerechte Schritte einleiten, um hier eine Rückführung zu ermöglichen. Das
ist einfach ein Gebot der Fairneß untereinander, das offen auszusprechen.
"

(Bundeskanzler Helmut Kohl im Jahre 1982 in einem Interview am
03.10.1982 im ZDF)

1983
: 4,535 Mio

,,Bundeskanzler Helmut Kohl hat darauf hingewiesen, daß der Zuzugsstop für ausländische Arbeitnehmer nicht genüge. Darüber hinaus muß nach den Worten des Kanzlers ein erheblicher Teil der rund zwei Millionen in der Bundesrepublik lebenden Türken in ihre Heimat zurückkehren.‘‘

(,,AP‘‘-Meldung vom
26.01.1983)

,,Kohl und Strauß waren sich darin einig, daß der Ausländeranteil in den nächsten zehn Jahren halbiert werden soll ... und dass es keine Ausländerghettos und keine „Subkultur“ geben dürfe.‘‘

(,,Die Welt‘‘ am 17.03.1983 über Helmut Kohl (CDU), Bundeskanzler und Franz-Josef Strauss (CSU), Bayrischer Ministerpräsident)

1984: 4.363 Mio

,,Wir sind kein Einwanderungsland. Wir können es nach unserer Größe und wir können es wegen unserer dichten Besiedlung nicht sein. Deshalb geht es darum, ohne Eingriffe in die Rechte des einzelnen und der Familie, ohne Verletzung der Grundsätze der Toleranz zu einer Verminderung der Ausländerzahlen zu kommen.‘‘

(Hans D. Genscher (FDP), Außenminister: Rede vor dem Bundestag laut ,,Das Parlament‘‘ vom 27.10.1984).

1986: 4.512 Mio

,,Ich habe mich entschlossen, heute selbst vor der Bundespressekonferenz zu sprechen, weil der Zustrom der Wirtschaftsasylanten Ausmaße angenommen hat; die zu einer ganz erheblichen Belastung für die Bundesrepublik Deutschland geworden sind und zu einer erheblichen Beunruhigung in der Bevölkerung geführt haben. Die Zahl der Asylanten steigt von Monat zu Monat . ... Ich bin nicht gewillt, diese Entwicklung tatenlos hinzunehmen . ... Die Sorgen der Bevölkerung müssen ernstgenommen werden, denn die Bundesrepublik Deutschland ist kein Einwanderungsland und darf es auch nicht werden.‘‘

(Bundeskanzler Helmut Kohl vor der Bundespressekonferenz am 27.08.1986)

1992: 6,495 Mio

Man kann aus Deutschland mit immerhin einer tausendjährigen Geschichte seit Otto I. nicht nachträglich einen Schmelztiegel machen. Weder aus Frankreich, noch aus England, noch aus Deutschland dürfen Sie Einwanderungsländer machen. Das ertragen diese Gesellschaften nicht… Schauen Sie sich die Lage in diesen beiden Kunststaaten an, die in den Pariser Vorortverträgen 1919 geschaffen worden sind… Aus Deutschland ein Einwandererland zu machen, ist absurd…“ 



(Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) in der ,,Frankfurter Rundschau‘‘ am 12.09.1992)

1997: 7,365 Mio

Wir dürfen nicht mehr so zaghaft sein bei ertappten ausländischen Straftätern. Wer unser Gastrecht missbraucht, für den gibt es nur eins: raus, und zwar schnell!

(Gerhard Schröder am 20.07.1997 in der ,,BILD am Sonntag‘‘)

2000: 7,297 Mio

,,Die Zuwanderungs-Explosion kam, als den nämlichen Ausländern mit Betreten deutschen Bodens Anspruch auf deutsche Sozialhilfe oder vergleichbare Leistungen gewährt wurde („Sozialstaatsprinzip“), was es in dieser Form in keinem anderen Land der Erde gab und gibt… Vielmehr wurde zur rechtlichen Basis des Geschehens das moralische Zufallsprinzip eines „verfassungsrechtlich“ einklagbaren Asylanspruchs bzw. des Anspruchs aller Familienclans dieser Erde, in Deutschland „zusammengeführt“ zu werden… Dann gibt es keine Deutschen mehr… Wollen wir das?‘‘

(Peter Gauweiler (CSU) in ,,Die Welt‘‘ vom 25.06.2000)

2007: 14,1 Mio mit Migrationshintergrund.

Wir haben zu viele kriminelle junge Ausländer. Wer sich als Ausländer nicht an unsere Regeln hält, ist hier fehl am Platze.

(Roland Koch am 28.12.2007 in der ,,BILD-Zeitung‘‘)

2010: 15,6 Mio mit Migrationshintergrund (Knapp ein Fünftel der Einwohner in Deutschland)

,,Deutschland schafft sich ab.‘‘

Thilo Sarrazin (SPD), ehemaliger Finanzsenator Berlins und Bundesbankvorstand, im August 2010 im Titel seines Buches über ,,Integrationsprobleme‘‘.

Uli
27. August 2010 06:11

Sarrazin wird von den deutschen Medien nicht bekämpft, sondern unterstützt. Es gibt keine schlechte Publicity! - besonders nicht unmittelbar vor der Veröffentlichung eines neuen Buchs. Das wissen auch die Medien. Wie die Medien agieren, wenn wirklich jemand bekämpft werden soll, ist aus anderen Fällen bekannt - Vermeiden jeglicher wörtlicher Zitate, sinnentstellende Pauschalbeschreibungen der These (z.B., "Hohmann hat die Juden als Tätervolk bezeichnet"), Interview- und Talkshowverbot und in der Tat Nazivergleiche. Warum geschieht das nicht im Fall Sarrazin? Weil ISLAMOPHOBIE - und nicht etwa Nationalismus - seit einigen Jahren hoffähig ist - und wie kommt das wohl?

Raskolnikow
27. August 2010 08:54

Tja, wie kommt das wohl, Uli?

Schauen wir doch mal aus dem Fenster unseres Elfenbeinturmes:

Da läuft eine arabische Frau, ziemlich fremdartig verhüllt - aber irgendwie bedeutend würdevoller als die weiße Frau dahinter in kurzem Röckchen und mit hochgeschnallten Titten; der Imam um die Ecke spricht von der Familienehre und den Segnungen der orientalischen Sippe - die Deutschen freuen sich über schwule "Ehepaare"; die muslimischen Jugendlichen kloppen sich gerne und benehmen sich wie Balzhähne auf der Stange - deutsche Jungs kämmen sich die Haare in die Stirn und zwängen ihre Eier in hautenge Röhrenhosen; Islamisten rufen ihre Gläubigen auf, für ihre Ideale zu kämpfen und die Besatzer aus islamischen Ländern zu werfen - wir labern jahrelang nur Scheiße und lesen kluge Bücher ....

Wer ernsthaft all die herrlichen Bücher, auch aus Kubitscheks Edition Antaios, gelesen hat, kann einen islamischen Gottesstaat in dem er als christlicher Arbeitssklave gehalten wird, diesem demokratischen Höllenzirkus eigentlich nur vorziehen.

Wogegen Sarazin den Islam wo er "undemokratisch und unmenschlich" ist, abschaffen möchte. Er will, dass auch die arabische Frau wie eine Nutte durch Berlin latscht, er will, dass auch der Imam, der eben noch von Ehre sprach, jetzt über "demokratische Prinzipien" schwadroniert, usw.... - dann will Herr Sarazin all die Ausländer gern und hilfsbereit in unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft integrieren.

Umso erschütternder ist, dass Kubitschek jetzt die abstoßenden Ergüsse dieses wirtschaftsliberalen Sozialdemokraten gleich neben Davilas Scholien anbietet. Der arme Don Nicola würde sich im Grabe umdrehen ... Und dass der Lichtmesz jetzt zu einem Sarazin-Groupie geworden ist, wundert mich ebenso.

Hey, Kubitschek und Lichtmezs, strengt Euch ein bißchen mehr an!

Uli, die "Islamophobie" eines Geert Wilders oder eines Thilo Sarazin ist ein zutiefst demokratischer Zug ... sozusagen liberaler Extremismus. Schöne neue Rechte ...

Ich halte es da lieber mit der "Islamophobie" eines Prinz Eugen oder eines Bernhard von Clairvaux. ;-)

Martin
27. August 2010 10:14

Erst mit dem heutigen Vorausabdruck in der Bild, wird sich die Spreu vom Weizen unter den Sarrazin-Bewunderern trennen. Sarrazin "erledigt" hier nämliche unsere welfare queens ... zumindest für NPDler wird das zu viel sein.

Es ist ohnehin erstaunlich, wie viel "Gegenwind" Herr Sarrazin auch aus "rechter" Ecke bekommt.

Dabei steht er wie der typische Preuße dar, der deutsche Sekundärtugenden, mit denen man ja bekanntermaßen ein KL betreiben kann (Lafontaine), wie Pflicht, Disziplin, Anstand und Orientierung auch am Gemeinwohl einfach klartextmäßig wieder einfordert - nicht viel mehr, aber auch nicht viel weniger.

All die Preußenfans unter den "Rechten" müssten jetzt eigentlich weiter jubeln, oder?

drieu
27. August 2010 10:51

In der Endzeit der DDR gab es eine Fernsehshow von Gunther Emmerlich namens "Showkolade". Darin lästerte, stichelte und kritisierte Herr Emmerlich fortwährend und offensichtlich gegen die Zustände der DDR - ohne das es ihn den Job gekostet hätte. Auch gab es m.E. keinen Skandal diesbezüglich. Meine Eltern erklärten mir damals, daß das unzufriedene Volk immer ein Ventil zum Dampfablassen brauche und die Sendung von Herrn Emmerlich wäre nichts weiter als das. Denn ändern würden seine Sprüche überhaupt nichts.
Angekommen im Westen dachte ich bei Harald Schmidt immer an dieses Ventil, nun wo der Druck wohl ein wenig stärker geworden ist, läßt man halt den Sarrazin machen - passieren tut sowieso nichts.

Nun gut, die DDR war zwei Jahre nach Start der "Showkolade" Geschichte - aber ob der "Fall Sarrazin" auch dem Ende der BRD vorausgeht?

Ich jedenfalls teile die Kritiken von M. (die rein ökonomische Betrachtungsweise von Sarrazin ist gefährlich) und Raskolnikow.

Schon länger besorgt
27. August 2010 10:58

Dank an Enickmar für die Zitatensammlung. Sehr aufschlußreich. Heute scheinen alle an Gedächtnisschwund zu leiden: "Wir sind ein Einwanderungsland, das hat die CDU längst erkannt" (Özkan), "Der Islam gehört zu Deutschland" etc.
Angela Merkel als öffentliche Rezensentin eines Buches! Das ist eine ganz neue Variante ihrer politischen Tätigkeit.
Aber die wirklich drängende Frage: Wieviel Zuwanderung verträgt ein Land, ohne seine Identität zu verlieren?, die wird von ihr nicht aufgegriffen.

M.
27. August 2010 11:16

@Mannigfaltig

Richtig. Sarrazin ist nicht gegen Masseneinwanderung per se. Es sollen nur die richtigen Einwanderer sein, sprich hochqualifizierte oder doch zumindest leistungsbereite ( = suche Arbeit jeder Art und gebe mich auch mit einem absoluten Hungerlohn zufrieden). Konkret schweben ihm Chinesen, Asiaten und Inder vor.

Blaue Narzisse
27. August 2010 12:38

20 Prozent könnten Sarrazin wählen

Martin
27. August 2010 12:42

Gegen einen gewissen Grad der Einwanderung war auch nie etwas einzuwenden - nur völkische Idealisten sehen darin eine Art von Schändung des Heiligtums (die Pharaonen dachten ja auch, das Heil lasse sich nur durch Inzest bewahren).

Nein, es ist nun eben Fakt, dass es immer einen gewissen Zuzug nach Deutschland gab - und das die meisten Zuwanderer ohne größere Probleme von Deutschland auch aufgenommen werden konnten. Wer meint, dass bereits im Zuzug überhaupt die Ursache allen Übels läge, der soll weiter manichäisch von der Scheidung der Lichtrassen von den Dunkelrassen träumen und konsequenterweise die eigene Cousine poppen - Deutschland selber bringt diese Einstellung aber keinen cm weiter.

Das Problem oder die Probleme sind entstanden, als man eine große Masse von Leuten, mit eigener, starker Religion hier hereingelassen hat - bei gleichzeitigem Schwund der eigenen Bevölkerung.

Das ist das, was Sarrazin klar anspricht - Sarrazin ist eben KEIN völkischer Nationalist, er ist Realpolitiker.

Und für alle, denen noch ein bisschen was am deutschen Volk liegt, ist es besser, so einer macht mal den Mund auf, als keiner. All die Nischensektierer schreiben doch schon seit Jahrzehnten ohne jede Wirkung herum.

Letztlich werde wir werden sehn, ob Sarrazin nur eine Luftnummer im Sommerloch 2010 war oder nicht. Ein "vom System" bestellter Pausenclown, wie manche vermuten, ist er aber bestimmt nicht ... die findet man eher in vom VS gesteuerten Gestalten im rechten/braunen Untergrund ...

Unke
27. August 2010 13:14

Die mediale Aufregung um das Ausländerproblem wird eine vorübergehende sein.
Hatten wir das nicht alles schon? Wie war das denn Anfang der 90er mit der Asylantenschwemme und dem feierlich verkündeten "Asylkompromiss“?

Was ist passiert? Genau wie dasselbe wie nach dem Anwerbestopp 1973...
...oder der Rückkehrprämie 1983 (um nur 2 Beispiele zu nennen):
Es wurde eingewandert...
...und eingewandert
...und eingewandert!

So wird es auch jetzt gehen: nach a bisserl Aufregung und Dampf ablassen wird alles weiter laufen wie bisher, d.h. die selbstreferentiellen Spielchen im Machtkartell werden wieder aufgenommen.
Nachhaltig ändern würde m.E. zunächst weniger eine Parteigründung (was bringt das, wenn sich das WahlVERHALTEN nicht ändert?) als vielmehr eine Graswurzelbewegung, vgl. die amerik. tea party.

@schattenkoenig
Sehe ich genauso. Sie bringen Ursache und Wirkung in die richtigen Reihenfolge!
Der linke Globalismus ist in einer sonderbaren Allianz (Symbiose?) mit dem international(istisch)en Kapital vereint. Und die grünen Femenazis sind islamophil.
Ob das Methode hat? M.E. nur bedingt; man darf die Dämlichkeit dieser Frankfurter Klipp-Schüler nicht unterschätzen. Dass die an ihren Widersprüchen nicht längst erstickt sind bestätigt ja nur die Medienlandschaft als einheitlich bolschewistische Wüste.

@schafspelz
Sehr richtig, das (kriminelle) Türken- und Arabergesocks hierzulande kann man als Spiegelbild der westlich-demokratischen Defekte auffassen. Oder kühner: der Misserfolg der westlichen (Post-)Moderne ist der Erfolg der Moslems.

@Raskolnikow
Auch mir geht dieses "Integration"- Mantra auf den Senkel. Integration ist wie "Bildung" oder "soziale Gerechtigkeit" so ein postmodernes Wieselwort einer Nichtsprache, ein inhaltsleeres Blubb.
Eine seriöse Debatte ist mit diesen Begriffen nicht möglich; in der Regel sind es die Täter (die Volksverdünner und –heterogenisierer), die mit solchen Nebelgranaten hantieren,
Mir persönlich war es schon immer egal, ob sich jemand integriert: der gute alte Kantsche Imperativ reicht völlig aus. Bin ja selbst nicht integriert (in was denn, bitte schön?)!

Sie machen allerdings einen Fehler, den so viele Ihres Schlages machen: die Verzweiflung schlägt bei Ihnen um in Selbsthass, präziser: Hass auf das eigene Volk.

eo
27. August 2010 14:00

Der große
geopolitische Konflikt
Hypermoderne vs. Archaiker
kann einen schon ziemlich ratlos machen,
da beide Optionen als Alternativen
(mir zumindest) wenig
verlockend
erscheinen. Wer aber
das brutale Archaikertum
mit Wüstengott, angewandter
Despotie und vorherrschenden nomadischen
Züchtertraditionen für das attraktivere,
weil 'gesündere' hält und es über
den grünen Klee lobt, weil ihn
die westliche Dekadenz so
anwidert und bei ihm
schon in Haß
auf alles Eigene
umgeschlagen ist,
sollte die Seiten wechseln
und sich brav bei den 'wahren
Gläubigen' einreihen. Wer nicht an
sich und das Eigene glauben
kann, ist entweder ein
armer Wicht oder
ein Verräter.

Raskolnikow
27. August 2010 14:32

Ach je, Unke,

dass Sie nun die Rolle des, in allen zeitgenössischen Debatten unvermeidlichen, Hobbypsychologen übernehmen, der mich und "so viele meines Schlages" nun mit seinen Feierabenderkenntnissen kartografieren muss, je nun, es sei Ihnen verziehen ...

Als Preuße suche ich jedenfalls Fehler und Versäumnisse zunächst mal bei mir, bevor ich mit dem Finger auf andere weise. Und so muss ich leider bekennen, dass es Deutsche sind die Millionen von Fremden willkommen geheißen haben, unglaublichen Müll im Fernsehen glotzen, jede dumme Scheiße nachplappern, fett werden, sich wie Schwuchteln und Nutten kleiden, wehrlos rumflennen, wenn ihnen ein potenter Kanacke auf die Nase haut, taz und JF lesen anstatt das Neue Testament, tolerant und lieb sein wollen und so weiter ... alles deutsche/meine Fehler.

Ich gebe zu, dass es angenehmer ist, sich selbst zu belügen und von "Ausländergewalt", "bolschewistischer Presse" und "bösem Zeitgeist" zu reden! Wenn das Ihr Weg ist, bitte sehr! Ich ziehe die kalte, nüchterne Wahrheit vor und die besagt nun einmal, dass die zeitgenössischen Deutschen ein abscheuliches Pack sind. Und jeder Faustschlag eines "Sozialschmarotzers" in die verweichlichten Gesichtszüge eines pausbäckigen Wohlstandsdeutschen geschieht recht! Nein Unke, diese ganze Misere ist nicht von den Ausländern oder außerirdischen Finsterlingen vom Planeten "Frankfurter Schule 68" anzurechnen, sondern den Deutschen!

Hough!

Faschist
27. August 2010 15:01

Man muß akzeptieren, dass das System BRD nicht von innen heraus zu reformieren ist.
Weder durch Herrn Sarazin noch durch andere Versuche auf parteipolitischem/parlamentarischen Wege den Untergang des dt. Volkes aufzuhalten.

Es ist nicht nur die dt. Elite, die versagt bzw. ihr Volk verrät, sondern das dt. Volk als ganzes ist korrumpiert.

Man muss sich vollständig außerhalb des BRD Systems stellen, um auch nur eine geringe Chance zu haben die deutsche Sache zu retten, was sowieso eine insgesamt fragwürdige Angelegenheit darstellt.

So oder so würde dieser Schritt viel Mut, Entschlossenheit und ein gewisses Maß an Verzweiflung erfordern, deshalb ist es verständlich, dass konservative/rechte Kreise auf vermeintliche Heilsbringer aus dem demokratischen Spektrum zumeist überaus hoffnungsvoll reagieren, da sie dies von der Verantwortung und der Pflicht entbindet komplett mit dem System zu brechen und die Konsequenzen dafür zu tragen.

So wird der letzte Moment verpasst werden, indem entschlossenes Handeln noch Aussicht auf Erfolg hat, weil am Horizont eine neue rechte parteipolitische Erscheinung Hoffnung zu verheißen mag sein Ziel zu erreichen, ohne dafür die großen Opfer zu bringen, die ein Kampf aus eigener Kraft und eigenem Entschluss mit sich bringen würde.

Hoffentlich wird dennoch irgendwann der Moment kommen, wo sich die konservativen/rechten/rechtsextremen (es gibt hierbei keinen wesentlichen Unterschied) Reste zum Kampf auf verlorenem Posten versammeln und kämpfend fallend anstatt dem Alterstod zu erliegen.

E-F-V
27. August 2010 15:07

Die Bundesrepublik scheint Österreich wie so oft einen Schritt voraus. Während in der BRD mittlerweile manche Medien den Zug der Zeit erkennen und demographische und andere Fakten nicht mehr vollinhaltlich leugnen, vollzieht Österreichs Medienlandschaft den letzten Schritt in die Parallelwelt. Angesichts eines Vorstoßes des Präsidenten der Islamischen Glaubensgemeinschaft für Minarette und gegen Deutschkenntnisse seiner Klientel darf auf Geheiß der Medien nicht über die - von ihnen außer Streit gestellte - Berechtigung dieser Forderungen diskutiert werden, sondern nur darüber, ob es sinnvoll ist, das laut zu sagen, wo es doch einer Rechtspartei wie der FPÖ Munition für den Wahlkampf liefern könnte. Siehe:

http://www.unzensuriert.at/001787-orf-schakfeh-minarette-bitte-leiser-bauen

Gleichzeitig konfrontiert man den FPÖ-Chef im Fernsehen mit einer voll integrierten Polin, die ein großes Wirtschaftsunternehmen aufgebaut hat, und glaubt damit ernsthaft, bei der Bevölkerung die gut begründete Angst vor Gewalt und anderen unangenehmen Begleiterscheinungen der Überfremdung zu nehmen.

http://www.unzensuriert.at/001786-liebe-frau-izdebska

Kreuzweis
27. August 2010 16:03

"Gegen einen gewissen Grad der Einwanderung war auch nie etwas einzuwenden..."

Bei den REPsen hörte ich mal zu dieser Art Argumenten einen wunderbare Negation bzw. Relativierung:
"Ausländer wärne das Salz in der Suppe, sagt man uns. Wer jedoch ißt gerne eine versalzene Suppe?"

mfh
27. August 2010 17:06

Wer gestern zufällig den Beitrag zum Thema Sarrazin in den Tagesthemen gesehen hat, der weiß, daß die Medienschelte noch lange nicht das ganze Pulver verschossen hat. Der Beitrag zog explizit eine direkte Verbindung zwischen Sarrazins Thesen und der Rassenideologie der Nationalsozialisten, mit Bildern unterlegt und in etwa mit dem Tenor, 'das alles gab es schon einmal...'

Hysterie und Hetze vom Feinsten, zumal vom Flaggschiff der Medienberichterstattung. Es ist schauderhaft.

Sondaschüler
27. August 2010 19:21

"Mit Blick auf das deutsche Staatswesen ist das völlig unlogisch, denn beim gegenwärtigen demografischen Trend wird Deutschland in 100 Jahren noch 25 Millionen, in 200 Jahren noch 8 Millionen und in 300 Jahren noch 3 Millionen Einwohner haben. Warum sollte uns das Klima in 500 Jahren interessieren, wenn das deutsche Gesellschaftsprogramm auf die Abschaffung der Deutschen hinausläuft?"

Das ist ja blendende Aussichten. Ich schlage vor, Verträge mit Rußland und der Ukraine abzuschließen, die den ungebremsten Zuzug von Slawen ermöglichen. Diese müssten dann intensiv an die germanische Kultur herangeführt werden. Gleichzeitig müssten unsere Freunde aus dem Morgenland systematisch zurückgedrängt werden.

Die Variante mit den 8 Millionen Einwohnern halte ich für unrealistisch. Ein derartig entvölkertes Land würde vermutlich zum Opfer werden.

Die Zeit drängt - die Politik sollte möglichst schnell handeln, bevor die südländischen Kulturbereicherer die Überhand gewinnen.

Lion Edler
27. August 2010 19:31

In der Tat ist der Ton im Vergleich etwa zu der Hetze gegen Hohmann schon regelrecht ,,gemäßigt". Dies dürfte - und das wird oft von den Political-Correctness-Kritikern verschwiegen - daran liegen, daß man als SPD-Mitglied eben mehr sagen darf als z.Bsp. ein CDU-Mitglied. Man befürchtet natürlich auch, ihn durch alzu heftige Verleumdungen ,,aufzuwerten", weil seine Argumentation im Vergleich zu Figuren wie Herman und Hohmann deutlich überzeugender und vor Allem konkreter ist. Allerdings weiß man ja aus Erfahrung, daß der Mob manchmal auch Wochen nach einer Äußerung nochmal sich richtig in den Hetz-Rausch hineinrasen kann.

Bezeichnend an dem ganzen Vorgang finde ich Folgendes: Sarrazins ,,Kritiker" meinen ja, seine Äußerungen seien ,,menschenverachtend", ,,diffamierend" und ,,verletzend". Am selben Tag, als der erste Auszug des Sarrazin-Buches in BILD und Spiegel erschien, sagte der CDU-Politiker Lothar de Maziere, daß die DDR kein Unrechtsstaat gewesen sei. Ein Massenmörder-Regime zu legitimieren, in dem nur Mörder, Verbrecher und Asoziale Luft zum Atmen haben durften und alle anständigen Menschen fertig gemacht und psychisch vernichtet wurden, das soll also nicht ,,menschenverachtend", ,,diffamierend" und ,,verletzend" sein, Sarrazin hingegen soll es sein. Auch die Tatsache, daß aus der CDU ja offenbar praktisch keine Verurteilung dieser Hetze und kein Parteiausschluß-Verfahren wegen dieser linksextremen und mit freiheitlich-rechtsstaatlichen Werten unvereinbaren Propaganda kam, zeigt natürlich, was für ein ekelhafter Haufen diese Partei ist, und daß alle BRD-Blockparteien daran interessiert sind, die Täter des SED-Regimes zu decken und zu legitimieren und die Opfer permanent zu beleidigen und zu demütigen. Also das typische Verhalten jenes Gebildes, das sich der ,,freie Westen" nennt.

Und man muß es sich immer wieder vor Augen halten: Sarrazin wird ja bekanntlich von der Mehrheit der Deutschen unterstützt. Das bedeutet, daß Alles, was Systempolitiker und Systemjounrnalisten jetzt über Sarrarzin sagen, das sagen sie damit auch über diese Millionen von Sarrazin-Unterstützern. Ein ganzes Volk wird also als ,,menschenverachtend", ,,rassistisch", ,,diffamierend", NPD-nah u. dgl. betitelt, während man die Regierung als davon völlig befreit und restlos sauber stilisiert. Das ist in der Tat exakt das, was auch in der DDR bereits zu beobachten war.

Mannigfaltig
27. August 2010 19:42

"Martin" und "Waldgänger" sind keine Fakes von mir, um meine Aussagen zu unterstreichen! Aber ich muß mich korrigieren. Die Beschreibung der Konservativen als moderate Anhänger der Frankfurter Schule ist unzutreffend. Moderat ist das nicht mehr.

Mongo mit der Bongo,

sehen Sie, solche Leute wie die gerade erwähnten meinte ich. Im übelsten Links-Jargon wird eine der meistgenutzten Methoden der antinationalen Ideologien angewandt - die Pathologisierung des Wunsches nach dem Erhalt des Volkes. Wer den Weltkrieg gegen alle europäisch(stämmig)en Völker ablehnt, ist lächerlich, verachtenswert, gefährlich, böse, krank, inzestuös, widerlich, eklig, pervers, poppt Cousinen.

Wie gesagt, diese Leute sind stolz darauf, daß ihnen ihr Volk egal ist, so stolz. Wie sie die anderen verachten und ihnen vorwerfen (!), "völkisch" zu sein... Man sollte meinen, das Bewahren des Volkes - das Grundlegendste vom Grundlegenden - sei für einen "Bewahrer" das Selbstverständlichste auf der Welt, eine nicht hinreichende, aber notwendige Bedingung für alles, was er will. Aber dem ist nicht so. Und wir reden nicht von Merkel und Konsorten, sondern von der "Szene", vom "rechten Rand". Das ist das Problem.

Ansonsten ist es eine Definitionssache. Wenn man "rechts" als "pro-deutsch", und zwar nicht nur oberflächlich pro-deutsch definiert, wie es ja in letzter Zeit üblich geworden ist (wobei es meist als Anklage gemeint ist), dann gelten die Vorwürfe natürlich nicht. Nach dieser Definition gibt es allerdings nicht viele Rechte und unter Konservativen so gut wie keine.

Pat Bateman,

richtig, und das ist der eigentliche Sieg unserer Gegner. Die Linken zu bekommen, war nicht so schwer, aber die Konservativen und Rechten zu dem zu machen, was sie heute sind, war ein Kunststück. Der Debatte so zu den Rahmen zu setzen (framing the debate), daß die Zementierung der Überfremdung und das energische Einreißen der kleinsten Barrieren zwischen den Ethnien (Parallelgesellschaft? Das werden wir uns noch wünschen und tun es jetzt schon) als konservativ, rechts, im nationalen Interesse, als Patriotenpflicht verkauft werden kann, das ist genial. Bösartig und perfide, aber genial. Die Einwanderung an sich ist, meist unausgesprochen, wie ein Naturgesetz vorausgesetzt. Die Konservativen/Rechten stehen schlußendlich für das gleiche Ziel wie die Linken, nur mit etwas weniger Multikulti-Romantik und Laissez-faire und etwas mehr Pragmatismus und "Realpolitik".

Martin Lichtmesz
27. August 2010 20:46

… Und dass der Lichtmesz jetzt zu einem Sarazin-Groupie geworden ist, wundert mich ebenso.

Lieber Raskolnikow, ich werde immer wieder mit einem misanthropischen Grantler verwechselt, aber ich zähle mich weder dazu, noch zu den Fundamentalreaktionären, denen ich die Pose ohnehin in den wenigsten Fällen abkaufe. Meistens ist sie soetwas wie ein Schildkrötenpanzer. Auch zwischen allen Stühlen kann es sich bequem sitzen. Dass man dabei trotzdem nicht naß oder schmutzig wird, ist allerdings eine Illusion. Auch die finstersten Reaktionäre, die nun im durchaus verständlichen Grüneiterdelirium daherlabern, daß ihnen die Dhimmitude im Gottesstaat immer noch lieber wäre, als das liberalistische Hurenhaus, werden genauso wie die Schwulenmafia und die Femis weggeputzt werden, wenn sie sich nicht unterwerfen. Also bitte, choose your favourite hell! Und wenn sie davon träumen, die Tore den Barbaren aufzumachen um all das Sodom und Gomorrha wegzuschwemmen, dann sollten sie sich klar sein, daß sie sich damit nicht nur mit dem Blut von Unschuldigen und dem ihrer Brüder beflecken, sondern auch ihren Christengott verraten würden, der nichts, aber auch gar nichts mit Allah und Mohammed gemeinsam hat.

Ob sich Don Gómez nun im Grab umdreht oder nicht, ist mir eigentlich genau so wurscht, wie ihm selber, ein Dogmatiker war er ja eben nicht, und Solitär wird man nicht durch Nachahmung. Das wußte ja auch schon Zarathustra.

Aber was ist nun mit Ihnen - wollen Sie nicht zuviel auf einmal, platzen Sie bald an Ihrem Ideal, manövrieren Sie sich nicht langsam in die völlige Bewegungsunfähigkeit, reicht der Fußbreit Boden unter Ihren Füßen für mehr als einen, wird es allmählich nicht schwindlich? Das ist alles noch kein Einwand, aber ich sehe immerhin, daß es Sie trotzdem noch hierherzieht. Im Hinblick auf Dávila ist das für mich alles nicht katholisch, Katholischsein ist rational und realistisch, es ist kein schwarzweißes Entweder-Oder, sondern eine dem menschlichen Wesen angemessene complexio oppositorum, und das fängt schon bei der Fassung des Erbsündedogmas an, und hört auch dort auf. Mir sind die Volksverächter und die Volksromantiker gleichermaßen zuwider.

Als Publizist kann ich den Durchbruch des Sarazenen nur begrüßen, ebenso wie den allgemeinen Wind, der nun zu wehen beginnt. Gleich, ob ein Robert Hepp dasselbe schon vor 25 Jahren gesagt hat, und es inzwischen wohl eh schon fünf nach zwölf sein mag. Besser es kommt spät als nie, und mögen wir keine Chance mehr haben, so nutzen wir sie trotzdem. Und irgendwo muß man anfangen. Wir können nicht sehen, wer noch in diesem Dschungel an der Arbeit beim Schneisenschlagen ist. Ich habe noch Hoffnung für dieses Land, und auch, daß dieses geschlecht sich einst reinigt von schande und aus feigem erschlaffen sein selber erinnert.

Ja, ich bin in der Tat ein Sarrazin-Fan, und werde es täglich mehr. Das heißt noch lange nicht, daß ich alle seine Positionen teile. Aber wieso muß ich das? Der Mann ist einfach ein Knüller. Als Zuschauer im Medientheater bin ich glänzend unterhalten, und ein besonders lustiges Schauspiel ist es, den alten Dickschädel wie einen Irren nach jeder Runde noch eins und noch eins draufzulegen zu sehen, während der ganze bunte Hühnerstall wie blöde gackert und flattert, ohne irgendetwas ausrichten zu können. What's not to love? Vielleicht gackert sich ja auch irgendwann mal die VB zu Tode, und wir dürfen Zeugen sein, wenn man dem Föhrer endlich einen Pfahl ins Herz verpaßt.

Ja, mir sind auch "Islamophobe" wie Prinz Eugen lieber als ein Wilders. Immer nur her damit. Aber wo ist er, wenn man ihn braucht, und Karl Martell und Jan Sobieski?

Damit kommen wir auf das Zuviel-Aufeinmal- Wollen zurück: Wilders, Sarrazin, PI und andere, das sind doch nichts weiter als unausgegorene Übergangserscheinungen, Produkte der profunden Krise und Krankheit zum Tode des Liberalismus, wenn er am Ende seiner Weisheit angekommen ist, und er nur mehr einen einzigen Ast freihat, an dem er rumsägen kann, wie er das als Hauptbeschäftigung so gerne tut, was er sich aber nun gut überlegen muß. Hier ist vielleicht der Punkt, wo der Liberalismus seine Grenze überdehnt hat, und der Pendelschlag in die andere Richtung geht. Was wir an jenen Liberalen beobachten, die nun von ihresgleichen als Faschisten beschimpft werden, ist ein noch unentschiedener Konflikt zwischen den All-Gemeinheiten und der bangen Erkenntnis heranrückender Heere. Plötzlich macht man sich Sorgen um seine Bestände, die man seit jahr und Tag in der Rumpelkammer verrotten ließ, plötzlich erinnert man sich wieder der alten Gebete, plötzlich vermißt man schmerzlich seinen Gott, den man in die Rente geschickt hat. Kämpf oder Stirb. Wenn es wirklich ernst wird, wird dieser ganze Ballast ohnehin abgeschüttelt werden müssen, und er wackelt schon.

Darauf ein Prost!

Demütigst,

Lichtmesz

alex
27. August 2010 21:28

"Auch Desintegrations-Tante Böhmer von der CDU, die uns das unsterbliche, in alle Kissen des Reiches zu stickende Wort geschenkt hat: “Diese Menschen mit ihrer vielfältigen Kultur, ihrer Herzlichkeit und ihrer Lebensfreude sind eine Bereicherung für uns alle!”."

allein fuer diesen absatz gebuehrt herrn lichtmesz ein dreifaches horrido
ein gruss
alex

KS
27. August 2010 21:31

@Raskolnikow zum Beitrag "Ach je, Unke":

dass es Deutsche sind die Millionen von Fremden willkommen geheißen haben, unglaublichen Müll im Fernsehen glotzen, jede dumme Scheiße nachplappern, fett werden, sich wie Schwuchteln und Nutten kleiden, wehrlos rumflennen

Sagen Sie mal , wo leben Sie eigentlich Sie "Preuße"? Ihnen fehlt es doch vermutlich an Jahren und Lebenserfahrung, überhaupt Augen für unser Land zu haben. Ich kann stellenweise ja nachvollziehen, was Sie meinen - hab in in Berlin gelebt. Jetzt lebe ich auf dem Land. Und siehe: Es gibt sie noch die Deutschen. Die lieben ihr Land wie eh. Was glauben Sie, was die von der Spezies halten, die Sie weiter oben beschrieben haben? Ich sehe hier bei mir keine fetten, tätowierten Doofköppe. Dafür beginnt jede Kirchweih mit einem Gottesdienst und endet mit einer Prügelei - wie es sich gehört. Und der lokale Döner-Verkäufer spricht lupenreines oberbayrisch und sagt zur Verabschiedung "Pfiat di" oder "Servus".

Das einzige Problem - und hier folge ich Ihren Argumenten weitgehend - ist, daß der kerngesunde Teil unseres Volkes keine Ahnung haben möchte, was in unseren Städten passiert. Die lesen zwar Zeitung, aber die Folgen davon dringen irgendwie nicht durch...Die glauben, das geht sie alles nichts an. Und das ist das ganze Dilemma. Der Michel pennt wie stets. Aber das ist auch alles, was man uns vorwerfen kann. Hier nur noch von "fetten Schwuchteln" zu schreiben, ist peinlich.

P.S.: Haribo ist deutsch und steht für Hans Riegel Bonn. Und wenn Ihnen "die Fruity Bussies" zu Anglo sind, dann kaufen Sie eben Goldbären.

Martin
27. August 2010 21:52

Mannigfaltig,

Sie habe sich ihr Lichtreich schon so perfekt zurecht geschustert, dass da kein Platz mehr ist, um argumentative Zuspitzung als Stilmittel überhaupt erkennen zu können ... träumen sie weiter vom Volk als heilbringendes etwas ... es wird ein Traum bleiben.

Sarrazin ist Realpolitiker und kein sektiererhafter Spinner - auf nicht mehr oder weniger habe ich in meinem Beiträgen hingewiesen.

Und mir geht es um Realitäten - als Erzeuger kerngesunden, blonden und blauäugigem Nachwuchses habe ich keine Zeit mehr, dahinschwurbelnden Volksschwaflern zuzuhören und mir die x-teTaube auf dem Dach servieren zu lassen.

Da sind mit die Spatzen eines Sarrazin lieber, da die Wahrscheinlichkeit, dass sie zu Ergebnissen führen werden, größer ist, als die, dass es noch einmal dazu kommen wird, das "völkische" auch nur ansatzweise ihre Auffassungen durchsetzen können ...

Kolibri
27. August 2010 22:49

@M. Lichtmesz zu Raskolnikow
Das haben Sie wunderschön gesagt - besten Dank dafür!

Pat Bateman
28. August 2010 00:40

@ Martin

Na dann warten sie mal auf die Ergebnisse vom Heilsbringer und Realpolitiker, aber seien Sie nicht zu enttäuscht, wenn am Schluß nicht mehr dabei rumkommt, wie bei den "völkischen Wanderscholaren". Besonders beeindruckend sind die Erfolge nämlich weder bei den Realos noch bei den Fundis.

Meinereiner
28. August 2010 09:40

Dieser Sykophant wird uns noch alle in große Schwierigkeiten bringen. Wie zum Teufel kann man jetzt noch behaupten, man hätte das alles nicht gewusst?

Faschist
28. August 2010 11:03

@KS

Sie belügen sich selber, wenn sie sich die Dinge dermaßen schön redend.
Es gibt das "Land" nicht mehr. Fernsehen, Transportmittel und das faktische Verschwinden des eigentlichen Bauerntums haben die Trennung zwischen Land und Stadt aufgehoben.
Es gibt heute keinen Unterschied zwischen Stadt und Landmensch mehr.
Der Landmensch ist vielleicht eine Spur weniger degeneriert als der Stadtmensch, aber selbst das bezweifle ich.

Und ihre Freude über den oberbayrisch sprechenden Dönerverkäufer lässt vermuten, dass sie, dem Zeitgeist angepasst, reiner Kulturdeutsche sind, dem die blutsmäßige Zusammensetzung des dt. Volkes in 50 Jahren egal ist. Kultur und Blut sind aber die wesentlichen Identifikationssäulen unseres Volkes und nicht voneinander zu trennen.

Raskolnikow hat deshalb mit allen seinen Beiträgen hier zu 100% Recht.
Das deutsche Volk ist bis über alle Maßen hinaus degeneriert, und dass es jetzt von vitaleren barbarischen Völkern im eigenen Land attackiert und in Zukunft unterworfen/verdrängt wird, ist nicht nur nachvollziehbar, sondern als der natürliche Lauf der Welt zu befürworten, der alles aufkommende Schwache und Wehrunwillige in dem Abgrund der Geschichte entsorgt.

Wir als Deutsche müssen das Ganze natürlich etwas subjektiver sehen und eine Renaissance deutscher Stärke herbeiführen, wie aussichtlos ein solches Unterfangen auch zu sein scheint.

Was nun Lichtmesz Kritik an Raskolnikows Position angeht, so ist das doch keine negative, denn Lichtmesz sagt doch im Endeffekt folgendes:

1. Sarazzin wirbelt das linke Establishment durcheinander und liefert mit seiner Dreistigkeit eine tolle Show - da hat er Recht.

2. Sarazzin als solches ist nicht der Retter aus der Not, sondern Symptom und Vorzeichen einer beginnenden Selbstzerfleischung des Liberalismus, der gewisse Realitäten nicht mehr verleugnen kann.
Zu hoffen ist das, auch aus Raskolnikows Persepektive meine ich.

3. Pragmatismus statt Dogmatismus - halte ich persönlich für zweifelhaft, natürlich darf man sich nicht durch allzu starres Festhalten an seinen Überzeugungen von der Verwirklichung derselben ausschließen, oft genung bringt das unbedingte Festhalten an der Radikalität der eigenen Meinung die Kraft, die letztlich auch pragmatisch den Erfolg herbeiführt.

Martin
28. August 2010 12:30

Pat Bateman,

da bin ich ganz realistisch:

Mehr, als all die Nischenschreiber, Winkelsektierer und Blutbeschwörer hat er bereits jetzt erreicht ... auch wenn mir der mathematische Grundsatz, dass die Mulitplikation mit Null immer Null ergibt, durchaus bekannt ist ...

aber: In der heutigen Zeit ist man bereits für sehr wenig sehr dankbar ...

Martin
28. August 2010 13:16

Was heute wieder in der Bild Zeitung abgedruckt wurde, ist Entertainment vom Feinsten!

Seit Franz Josef Strauß gab es so viel Klartext nicht mehr in der Mainstream-Politik ... chapeau!

Abronsius
28. August 2010 13:41

Wahrscheinlich liegt der Grund für den milden Umgang darin, daß "Der Sarazene" sehr, sehr viel weiß. Wer derart mit Geld zu tun hatte, kriegt schon einiges an delikaten Personalia mit. Der könnte noch ganz andere Bücher schreiben.

BuergeJoerg
28. August 2010 14:51

Gerade mit Blick auf die deutsche Gesellschaft kann man zum "misanthropischen Grantler" (Copyright Lichtmesz) werden.

Die Erkenntnis, daß die "meisten schlecht sind" ist ja nicht neu - läßt einen aber an der Lernfähigkeit der Gesellschaft zweifeln.

In Stuttgart demonstrieren sie zu Tausenden gegen Stuttgart 21; der gleichen Schafherde wurden und werden ihre Rechte im Projekt EUdSSR schrittweise entzogen und kein breiter Protest erhebt sich.

Sarazin kann man das Verdienst zusprechen, wider den zeitgeistlichen Euphemismus, die Dinge beim Namen zu nennen.

Toll! Nun streitet man sich trefflich ein paar Tage über seine Motivation und geht zum nächsten Thema.

Die Frage ist doch - wie organisiert man heute die Veränderung?

Ist ein solcher Prozeß tatsächlich abhängig von einer "Lichtgestalt"?

Ich vermeide jetzt den Bezug zum "Unaussprechlichen" und verweise, politisch korrekt, auf Rudi Dutschke, den ich sinngemäß hier zitiere:

"Wir können es ändern. Wir sind nicht hoffnungslose Idioten der Geschichte, die unfähig sind, ihr eigenes Schicksal in die Hand zu nehmen."

In diesem Sinne....

Gruß Jörg

Waldgänger
28. August 2010 15:56

Nein, ich bin kein fake von wem auch immer, nehme diesen Verdacht aber nicht persönlich übel, sondern frage selbstkritisch, was ich verkehrt gemacht habe, um diesen Verdacht aufkommen zu lassen...

Ansonsten: es ist zu und zu schön, zu sehen, welche Volten die Blut- und Volk-Mystik hier schlägt und sich dabei als das entlarvt, was sie schon immer war - als das Ressentiment derer, die außer Blut und Volkszugehörigkeit wenig aufzuweisen haben...

Schön wäre es, wenn Leute wie 'Faschist' wenigstens die Eier hätten, sich umzubenennen. Auch wenn ich allgemein finde, dass die Toten ihre Toten begraben sollten (d.h., dass im 21. Jahrhundert Folklore außer in der Musik wenig zweckdienlich ist): am historischen Faschismus war nicht zuletzt sympathisch, wie er souverän über das Blutgeschwurbel hinweggegangen ist...

hupert
28. August 2010 16:10

BILDungsbürgertum reloaded (sage es in denglisch, damit man mich versteht)

Die Grundsätze von Bild, Welt und ihrer Lokalmedien:

"Das Herbeiführen einer Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen, hierzu gehört auch die Unterstützung der Lebensrechte des israelischen Volkes.
Die Unterstützung des transatlantischen Bündnisses und die Solidarität in der freiheitlichen Wertegemeinschaft mit den Vereinigten Staaten von Amerika."
http://www.axelspringer.de/artikel/Grundsaetze-und-Leitlinien_40218.html

@Lichtmersz
Während Deutschland von den Goldmännern der USA in einen Wirtschaftskrieg ausgepresst wird, geben wir unser Taschengeld an einen Banker, der uns mit dem Morgenland ablenken möchte.

Viele Worte, wenig Orientierung. Hier bin ich falsch.

hupert
28. August 2010 16:28

Anhang1:
Heute in der "Welt", Werbung für eine Umdeutung unseres Konservatismus in einen Neokonservatismus:

"Tatsache, dass sich in der bundesdeutschen Gesellschaft ein freisinniger, unverkrampfter, entspannter, individualistischer, alles andere als reaktionärer oder gar militaristischer Konservativismus herausgebildet hat. Ohne Berührungsängste und ohne das übliche Gejammer über das längst untergegangene Abendland. Es ist ein pragmatischer, freisinniger, überwiegend großstädtischer Konservativismus. "

Zitat von: Michael Wolffsohn hat mehrere Bücher über deutsch-jüdische Fragen geschrieben und hat eine Professur an der Bundeswehrhochschule München inne.

Cui bono? Erst wenn unsere Kapitalisten mit Sarah Palin gemeinsam auftreten, sind sie zufrieden.

Faschist
28. August 2010 16:39

@Waldgänger

Ich bin gerade etwas verwirrt, da sie hier irgendwie beschuldigt werden, ein Fake von Mannigfaltig zu sein, dessen Kommentare aber in meinen Augen wunderbar kompatibel mit den meinigen sind ?! ... verstehe ich wie so vieles nicht ganz aber sei's drum.

zu ihrem Kommentar:

1. Ich nehme mal an, dass Sie unter dem seltsamen Begriff "Blut- und Volk-Mystik" eine Haltung bezeichnen, die der ethnischen Geschlossenheit der Nation positiv gegenüber steht.
Insofern bin ich also Blut- und Volkmystiker, weniger aus Ressentiment, denn aus der Erkenntnis heraus, dass

a) ein ethnisch geschlossenes Gemeinwesen ein stabileres, belastungsfähigeres ist, s.h. Japan etc.. Es gibt zwar bekanntermaßen auch Gegenbeispiele multiethnischer Staaten, die erfolgreich sind, doch dass ist meiner Meinung nach eher trotz nicht wegen der ethnischen Vielfalt so.

und

b) der Wille zur Erhaltung und Verbreitung des Eigenen (Sprache, Kultur, Genpool) als Wert an sich Ausdruck eines lebendigen Willens zur Macht ist.

Was Sie mit ihrem letzten Absatz sagen wollen kann ich nur vermuten, ich nehme an es geht darum, dass der ital. Faschismus die Staatszugehörigkeit über die Volkszugehörigkeit stellt; es ist ihnen aber evtl. nicht unbekannt, dass die Mehrzahl der Faschismustheorien den NS ebenfalls zum Faschismus zählt, und in diesem speziellen Fall wie in vielen anderen wurde das Blutgeschwurbel ja doch eher ernst genommen.

Wobei ich gar nicht gegen eine Einwanderung in begrenztem Umfang bin. Es müsste lediglich einige Maßnahmen getroffen werden, wie z.B. vorselektiert werden, dass lediglich familienlose, hochqualifizierte Einwanderer kämen, die bis in die 3. Generation nur ethnisch Deutsche heiraten dürften und bis zu dem Erhalt der vollständigen Staatsbürgerschaft 12 Jahre Militärdienst leisten müssten, um nur mal ein paar Anregungen zu geben.

Hubschrauberpilot
28. August 2010 17:05

Waldgänger - so einfach ist das mit dem 'Blutgeschwurbel' und dem Volksbegriff nun auch wieder nicht. Ganz ohne Genetik und Epigenetik geht's nicht. Das hat mit Pferdezüchtermentalität nichts zu tun. Aber auch mal ganz abgesehen davon: Wenn solche Leute hierzulande immer mehr werden, deren Familiengeschichten und Genealogien bspw. ins ferne Afrika, ins sandige Morgenland oder in die hintere Türkei führen, dann verändert sich auch die rudimentär noch vorhandene Leitkultur jener anderen Leute, denen Sie 'Blutgeschwurbel' vorwerfen und die den Dönertürken zum Bairischreden animieren. Unsere (Verzeihung!) autochthonen Vorfahren hocken schließlich seit Jahrhunderten auf bairischer, schwäbischer, fränkischer oder sächsischer Scholle - ob mit oder ohne Inzest -, ihre Leistungen und Opfer summieren sich erst zu dem, was wir heute vollends herunterwirtschaften. Im übrigen ist es ein Mythos, daß der 'historische Faschismus' souverän über das Blutgschwurbel hinweggegangen sei - in Africa Orientale Italiana ist seit 1936 konsequent auf Rassentrennung gesetzt worden.
Aus welchen Gründen auch immer: Ihr Ressentiment jedenfalls ist anti-autochthon und nicht reflektierter als das der 'Blutschwurbler'.

Bauer Gerhard
28. August 2010 17:33

“…In seinem kommende Woche erscheinenden Buch mit dem Titel „Deutschland schafft sich ab“ werde man auch nirgendwo die Forderung finden, „irgendjemanden, der schon hier ist, abzuschieben, wie das andere Parteien gelegentlich tun. Im Gegenteil. Ich will alle fördern.“

Im Bildungsteil seines Buches vertrete er ein „rigides Programm, das bürgerliche Wähler bestimmt für den endgültigen Tod der Familie halten“, sagte Sarrazin. Aber er sehe keinen anderen Ausweg. „Und keiner kann sagen, dass das nicht sozialdemokratisch wäre“, sagte Sarrazin. …”
http://www.welt.de/politik/deutschland/article9252779/Sarrazin-findet-seine-Thesen-sozialdemokratisch.html

“Endgültiger Tod der Familie”, das wollen wir doch, nicht wahr?
Sarazzin spricht sicher einige richtige Dinge an, im Großen und Ganzen ist er jedoch kein Wohltäter, kein Retter, kein Kämpfer für das Deutsche Volk oder für was ihn manche halten wollen.
Sarazzin arbeitet im und für das System.
Wer denkt, dies hätte größere Auswirkungen auf die Politik und Zustände in Deutschland, liegt falsch. Die Zukunft wird es zeigen, warten wir ab.

Auch hier noch ein Zitat von Sarazzin:
“Die Türken erobern Deutschland genauso, wie die Kosovaren das Kosovo erobert haben: durch eine höhere Geburtenrate. Das würde mir gefallen, wenn es osteuropäische Juden mit einem um 15 Prozent höheren IQ als dem der deutschen Bevölkerung wären.“
Sarazzin lettre international Herbst 2009

d.n.
28. August 2010 17:54

Nun also die Nagelprobe:
http://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/brennpunkte_nt/article9250896/Alle-Juden-teilen-ein-bestimmtes-Gen.html

Ein aus dem Zusammenhang gerissener Kommentar über Juden, medial so manipuliert, daß das Zitat zumindest einen anrüchigen Beigeschmack hat – und der Delinquent liegt alsbald trotz Abbitte und Selbstdemütigung am Boden. Wenn Sarrazin aber diesen Fallstrick übersteht, darf man in der Tat hoffen, daß sich der Wind allmählich dreht. Also, Finger anfeuchten, in die Luft halten und beobachten, ob die Hohmann-Falle zuschnappt!

c. m.
28. August 2010 19:19

Der Skandal³ - er hat uns alle verarscht:
Lt.“STERN“ (15. 10. 2009) stammen die Vorfahren des ehemalige Berliner Finanzsenators und heutigen Bundesbank-Vorstands Thilo Sarrazin aus dem Stamme der Sabäer im Nordwesten der arabischen Halbinsel, deren Krieger im Gefolge der islamischen Expansion ab 700 n. Chr. über Nordafrika und Spanien nach Frankreich gelangten und sich dort mit Hugenotten -wie auch immer – “vermischten”. Diese muslimischen Migranten waren im christlichen mittelalterlichen Europa unter dem dämonisierenden angstbesetzten Sammelbegriff Sarazenen (die mit dem Krummschwert in der Hose) fast so berüchtigt und verfolgt wie die Juden. Vermutlich flüchteten sie wegen der doppelten Diskriminierung als „Sarazenen“ und „Hugenotten“ noch rechtzeitig ins damals noch tolerante Preussen. Wenn denn eines in den Genen dieser “Sarrazinen” überlebt haben sollte, dann dies: der dringende Wunsch, verfolgt zu werden. In Herrn Sarrazin steckt das Verfolgenwollen in seinen “muslimischen” Genen, zumindest zu 50-80%%!

Als „Sarrazin“ wird im Französischen eine Person genannt, deren vorfahren zur uralten muslimischen Bevölkerung des Mittelalters gehören, ein Konvertit. Als Abkömmling muslimischer Immigranten schreibt Ex-Finanzsenator und Bundesbank-Vorstand Thilo Sarrazin in seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ …. endlich mal indirekt über sich selbst, über quälende Fragen wie: Was, wenn die Kinder dummer Muslime dumm bleiben? Was, wenn auch noch Kindeskinderkinderkinderkinder wie z.B. Thilo Sarrazin dumm bleiben? Fragen über Fragen!! Selbstquälerisch sinniert Sarrazin in der WELT, die Wissenschaft sei sich heute einig, dass „die gemessene Intelligenz (nur?) zu 50 bis 80 Prozent erblich“ ist“ und im TAGESSPIEGEL martert sich Sarrzin unterhalb seiner Überschrift: “Es gibt Grenzen des Intellekts” selbstquälerisch. Sarrazins nächstes Buch heißt folgerichtig: „Sarrazin schafft sich ab“

Eins scheint Sarrazin immerhin zu dämmern, dass maximal 20% der Ahnen der heutigen Original-Deutschen bereits vor 1500 Jahren in Deutschland lebten und dass die muslimischen Vorfahren Sarrazins ganz gewiß noch nicht dadrunter waren, da ja noch als muslimische Beduinen in der arabischen Wüste unterwegs, wie Gentests von Sarrazins Sperma unschwer ergeben würden.

Mannigfaltig
28. August 2010 19:31

Ein Trost ist, daß auch die Konservativen es nicht schaffen werden, die Deutschen und alle anderen europäischen Völker auszurotten. Und wenn es hundert und mehr Jahre dauert, und wenn wir dann auch nur noch ein paar Millionen sind - irgendwann, irgendwie, irgendwo wird es weitergehen. An die sich für konservativ haltenden Ultralinken, denen beim Stichwort "Volk" die Antifa-Parolen von Inzest über Romantik bis Mystik aus dem Mund purzeln, wird sich bis auf ein paar Experten niemand mehr erinnern.

Bei Martin zeigt sich noch ein weiteres Problem der Konservativen, nämlich daß sie anscheinend in dem Wahn leben, sie seien Kaiser von Deutschland und müßten jetzt große Politik machen und, um einen Teil ihrer Ziele zu erreichen, einen Teil derselben aufgeben.

Erde an Konservative: Ihr habt keine Macht. Was ihr wichtigtuerisch-staatsmännisch an Kompromissen austüftelt, interessiert niemanden. Eure Aufgabe wäre es, die Ideen zu bewahren und dafür zu sorgen, daß möglichst viele sie annehmen.

Aber das reicht den Möchtegern-Weltpolitikern eben nicht.Damit befriedigt man ja seine Eitelkeit nicht.

Es gibt derzeit exakt zwei Möglichkeiten:

1. Die Ziele behalten und nicht umsetzen.

2. Die Ziele aufweichen und nicht umsetzen.

Die Konservativen geben auf und geben auf und geben auf und geben auf und weichen zurück und weichen zurück und weichen zurück und weichen zurück und bekommen nie etwas dafür. Das ist ihnen aber egal. Warum nicht auf die Taube auf dem Dach schießen, wenn man dafür dann den Spatz auf dem Mond bekommt, wie die Sirenen glaubwürdig versichert haben.

Schafspelz
28. August 2010 23:39

@c.m.

Meine erste Vermutung war, dass Sarazin von einem Schimpansen abstammt. Da fand ich seine Thesen schon etwas "von oben" herab.... auch wenn sein Ahne auf dt. Bäumen gehaust hat.

Distelherz
29. August 2010 00:33

Anläßlich dieser (an)regen(den) Diskussion schlage ich einmal mehr vor, auf diesen Seiten den Versuch zu wagen, endlich Grundlegendes zu klären oder wenigstens darüber zu sprechen.

Erneut wird um die Deutungshoheit über Begriff und Inhalt des Konservatismus gestritten. Aber was heißt Konservatismus heute überhaupt? Wofür steht er? Ist die Sezession überhaupt konservativ, und wenn ja, inwiefern? Gelegentlich kommt mir die Sezession und die widersprüchliche Haltung ihrer Leserschaft vor wie ein einziges großes Mißverständnis, bei allem Respekt.

Kaum ein politischer Begriff wird heute so strapaziert wie der des Konservatismus, und das sieht man auch in den vorausgegangenen Kommentaren. Ob katholisch-barock-antimoderner Reaktionär, spießbürgerlicher Wirtschaftsliberaler mit Wachstums- und Karrieretick oder borussophiler Militarist mit einem Fetisch für Disziplin und Askese, alle reklamieren für sich, konservativ zu sein. Was denn nun? Ich gebe freiwillig 5 Euro ins Phrasenschwein: Es reicht nicht, sich nur in der Anti-Haltung einig zu sein. Man muß schon wissen, wohin man will.

Deutscher W.
29. August 2010 01:21

Geehrte Kombattanten,

ich freue mich sehr darüber, bei Herrn Lichtmesz immer mehr staatspolitische Verantwortung wahrnehmen zu können. Da scheint es - zumindest hier - einen Wandel zu geben - von der - verzeihen Sie mir, lieber Herr Lichtmesz, die scharfe Wortwahl im Feuilletonstil - mitunter galligen Feuilletonistenmanier einer womöglich freischwebenden Intelligenz, vom Cineasten und Comic-Liebhaber mit so mancher Fehleinschätzung (ich denke an die ärgerlich-fehlerhafte Darstellung des Obama-Besuchs in Buchenwald (in Buchenwald werden schon lange keine Schrumpfköpfe mehr zur Schau gestellt) oder die bizarre Gegenüberstellung von Grundgesetz und Menschenrechten zurück - schon eine oberfächliche Lektüre des GG - Artikel 1, Absatz 2 - belegt ja, dass das Grundgesetz in seinem "ewigen" Teil den Menschenrechten verpflichtet ist - ob man das nun gut findet oder nicht, man muss es zur Kenntnis nehmen und reflektieren, wenn die eigene Argumentation von der Dichotomie "deutsches Volk - Menschenrechte" lebt...) hin zu staatspolitischer Verantwortung und zu Realismus und Pragmatismus.
Ihre Reaktion auf Raskolnikow zeigt dies recht deutlich - den Übergang zu einer staatsmännischen Haltung.
Es wäre schön, wenn auch Kositza und Wolfschlag nicht so schnell und ohne guten Grund Basisgrößen von Geschichte und Politik angriffen, wenn sie (Kostiza) die GG-Reflexion zum Fetischismus erklären oder (Wolfschlag) ohne jede Reflexion der konkreten Geschichte Haitis - unter ethnopluralistischem Gesichtspunkt einer kritischen Darstellung der Kolonialgeschichte einfach inakzeptabel - Zweifel an Sinn und Berechtigung von Hilfsaktionen für Haiti nach dem Erdbeben streuen.
Die aus meiner Sicht neuerliche "staatstragende Gangart" von Martin Lichtmesz macht dem Namen des Instituts alle Ehre.
Es war ja stets verwunderlich, weshalb der Staatsgedanke bzw. Machtstaatsgedanke in den Gefilden der "Sezession im Netz" bislang oft so unterbelichtet blieb. Ein Grund ist sicher die für einen Etatisten wie mir denkbar große Offenheit gegenüber libertären Kräften, die nicht frei von Gartenzwerg-Verteidigungen gegen Globalisierungskräfte sind, also oft lächerlich und schwächlich wirken. Ansonsten gibt mir das Schweigen und der Mangel an Deutlichkeit oft Rätsel in puncto Bedeutung und Ort des Staates auf.
Wer sich immer wieder auf Carl Schmitt beruft, der kann doch eigentlich kein Anti-Etatist sein. Wer den Etatismus mit der politischen Linken identifiziert, der liegt zumindest geistesgeschichtlich falsch, solange der Mainstream der Linken sich auf Marx und damit auf ein Absterben des Staates in einer klassenlosen Weltgesellschaft beruft. Die Rechte steht für den Staat, für den starken Staat - das betrifft primär innere und äußere Sicherheit.
Die Raskolnikows dieser Tage erinnern mich ein wenig an den Ausstieg der katholischen Kirche aus der Schwangerenberatung im Zuge der Liberalisierung der Abtreibung in der BRD. Ich möchte nicht missverstanden werden: Als Etatist bin ich natürlich antiliberal, von daher schon gegen Liberalisierungen, außerdem kann ich - auch als Mann und aufgrund der Beobachtung eines tragischen Schicksals aus nächster Nähe - jeder Frau nur raten, sich nicht am Embryonenschlachtfest zu beteiligen.
Die katholische Kirche wollte sich die Hände nicht schmutzig machen und schíed aus der Schwangerenberatung aus, ehrenwert zwar, aber damit ging auch das Fallenlassen der schwangeren Frauen und Mädchen einher, die man mit einer Beratung vom Abbruch abbringen konnte/könnte. (Sicher gibt es auch noch "Donum vitae", aber das hätte nicht sein müssen.) So ähnlich gerieren sich auch die hiesigen Raskolnikows mit ihrer Prinzipienreiterei, die eher untergehen als retten wollen...
Ich schätze auch Hans Milch und Davila, aber es gibt auch eine machtpragmatische Linie der katholischen Tradition (Gracian). Prinz Eugen von Savoyen wird man übrigens unschwer mit Machiavelli, Hobbes - überhaupt der "dunklen Seite der Aufklärung" (Weißmann) in Einklang bringen können. Außerdem war ja auch der "unkatholische" Spengler ein Sympathisant der mittelalterlichen Ständegesellschaft (man lese dazu Rohrmoser oder besser Spengler selbst).
Ein elitärer Staat, von einer religiösen Elite geführt, macht- und selbsterhaltungsorientiert, ist durchaus als "gesamtrechtes" Projekt zu betrachten - Spengler, Evola, Toynbee und Raskolnikow dürften Pate stehen, oder? - Zwar dürfte Herrn Kubitschek wie üblich oder wie üblich behauptet, schlecht werden, wenn von einer "Gesamtrechten" die Rede ist, aber man denke an Weißmanns Aufforderung, die ständige Spaltung der Rechten respektive Konservativen in Neo-, Kultur-, National- und Wertkonservative ad acta zu legen, um so das Zusammengehörigkeitsgefühl im Kreis der hiesigen Kombattanten zu stärken. (Aber Weißmann und Kubitschek werden hier vielleicht überinterpretiert - ihre Staatsauffassuung wird indessen in ihren Beiträgen nicht immer richtig deutlich; man könnte sich zumindest fragen, ob denn Antigone (Weißmann: Konservativer Katechismus) eine taugliche Protagonistin des Konservatismus ist - ist nicht ihr Gegner Kreon, der Etatist, tauglicher? - Anouilh hatte ja eine Neuauflage der "Antigone" mit Blick auf das Vichy-Regime geschrieben: Was tust du, wenn ein fremder Staat übermächtig wird und du die Regierung übernehmen sollst? Ist da nicht Machtpragmatik zum Zwecke der Substanzrettung angezeigt?
Alle Kombattanten der Seite dürften mich verstanden haben: Wenn ein klareres Bekenntnis zum Primat des Staates und zum Etatismus statt zur bürgerlichen Rebellion der Gartenzwerg-Adepten hier bestünde, dann wären auch deutlich stärkere Kompromisslinien zwischen Raskolnikow und rechtem Ex-Feuilleton, offener NPD und eingeschlafenem rechten Rand der Union möglich. Ein Bündnis mit den Libertären und mit einer selbstmörderischen Reaktion kann keine Liebesheirat sein, es kann sich nur um ein Bündnis auf Zeit handeln.

Ich freue mich über Kritik und Zustimmung, Euer Deutscher W.

Lichtbanner
29. August 2010 02:06

Beim spazieren gehen durch die neurechte Foren- und Bloglandschaft überkommt einem immer wieder bei der gelegentlichen Einkehr auf dieser Netzseite ein wohliger Schauer nicht ganz erklärbarer Verzweiflung und Niedergeschlagenheit!

Nun schafft man sich hier doch schon redlich ab, in diesem Blog, recherchiert zuhauf und tiefgründig, trägt Stück für Stück die über viele Jahrzehnte angewachsene und mahnende Begleitmusik zur (alt!)bundesrepublikanischen "Gastarbeiter-Politik" zusammen, -einen großen Dank dafür gebührt @enickmar-, nur, zur letzten (er)klärenden Analyse, zum letzten finalen Schnitt, zur Obduktion des vorsichhinverwesenden Kadavers des Liberalismus, der quasi schon auf dem Seziertisch liegend, der Neurechten flehend zuruft "Legt endlich Hand an!", "Schneidet mich!", "Öffnet mich", "Auf das Ihr und Eure Nachkommenschaft nicht in Unwissenheit und Dunkelheit dahinvegetieren müsset", zu diesem finalen Todesstoß ist diese, auch hier in diesem Blog nicht unbedingt in der Minderheit auftretende aber nichtsdestotrotz selbstverständlich lupenrein verhausschweinte Neurechte nicht fähig oder willens. Und sie, die Rechte, war es mit dem kalten und nüchternen Blick in die (deutsche) Geschichte wohl noch nie.

Solange die "Bluthochzeit", die der deutsche Konservatismus einst mit dem Liberalismus einging, in unverbrüchlicher Festigkeit und Standhaftigkeit daherkommt und uns heute und für alle Ewigkeit wie ein sakrosanktes Weltgesetz mit dem Instrumentarium der "freien Marktwirtschaft" täglich aufs neue eingeflüstert wird, genau solange wird es keine "Erlösung" auf der rechten Seite geben können.

Zu Mohler: Mohler irrt! Der Feind hat nicht schon bereits die uns schützenden Außenmauern überwunden und steht vereinzelt zwischen uns, nein, er, der Feind, ist bereits in uns, ist ein Teil von uns geworden. Dies zeigt auch schon nur ein flüchtiger Blick in die Kommentarspalten neurechtem Infotainments.

Zu Sarrazin: "Bist Du ein Teil des Problems oder ein Teil der Lösung?"

Anna
29. August 2010 10:00

1. Meiner Ansicht nach liegt, dass Sarrazin sich „noch hält“, daran, dass er eben nicht im politischen, sondern im ökonomischen Bereich tätig ist.
Er ist Volkswirt (wie auch seine Vorgesetzten), und er denkt, wie M. richtig erkannt hat, die Menschen nach ökonomischem Nutzen ein. (Ich könnte jetzt erklären, wieso es sinnvoll ist, Intelligenz durch steuerliche Anreize zur Fortpflanzung zu bewegen (Korrelation Intelligenz – Einfühlungsvermögen)) Aber ich respektiere, dass Manche diese Einteilung als unmenschlich empfinden (obwohl ich persönlich es als nicht reflektiert empfinde). Tatsächlich ist es durchaus einfacher, gebildete Leute zu integrieren (sprich: assimilieren) – durch deren Sprachfähigkeiten... – als andere.

2. In der Ökonomie herrschen keine „demokratischen“ Meinungsbildungsprozesse. Es wird also OFFEN über Kosten von Behinderten, Frauen, Schwangerschaften, Kranken, Bildungskosten und deren Effektivität, Prostitution, Schwarzarbeit und – eben letztendlich auch Immigranten – „gesprochen“, d. h. wissenschaftlich geforscht und publiziert. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass es im Endeffekt um das Volkswohl geht (man maximiert beständig den Wohlstand) und um nichts anderes.
Daß im vorliegenden Streitfall Integration ökonomisches Kalkül (= Maximierung des Volkswohls) und die politische Einstellung von uns zusammenfallen ist ein Glücksfall.

Martin Lichtmesz
29. August 2010 12:38

Lieber Deutscher W.,

(ich denke an die ärgerlich-fehlerhafte Darstellung des Obama-Besuchs in Buchenwald (in Buchenwald werden schon lange keine Schrumpfköpfe mehr zur Schau gestellt)

Sie trauen mir tatsächlich zu, das wüßte ich nicht? Diese Szene und den ganzen Beitrag bitte nochmal zwischen den Zeilen zu lesen, mit einem blinkenden Schild namens "Achtung Ironie!" daneben ... ;)

die bizarre Gegenüberstellung von Grundgesetz und Menschenrechten

Auch das habe ich in dieser Form nie behauptet. Es geht vielmehr darum, immer wieder zu betonen. daß GG und Menschenrechte nicht identisch sind, wie manche Preisdemokraten zu glauben und zu behaupten scheinen. Vor dem menschenrechtlichen Aspekt ist immer noch, zumindest theoretisch, ein demokratischer Riegel vorgeschoben. Wenn der auch noch verschwindet, dann kracht alles zusammen.

Ihre Reaktion auf Raskolnikow zeigt dies recht deutlich – den Übergang zu einer staatsmännischen Haltung.

Leider irren Sie sich. Vom Staatsmännischen habe ich keine Ahnung, und fühle mich auch nicht befügt, darüber zu sprechen. Sie irren sich aber auch bezüglich der freischwebenden Intelligenz, und auch, was die Vorstellung betrifft, meine Haltung hätte sich seit Beginn dieses Blogs irgendwie gewandelt.

Martin
29. August 2010 14:13

Na also, das Imperium schlägt zurück. Heute meldet der Spiegel stolz, dass man ein Freiparkticket für den Flughafen bei Herrn Sarrazin vorgefunden hat - Bestechung! Peng! Hurra!!!

Patricius
29. August 2010 14:17

Mit Blick auf den "Welt-Artikel" scheint sich der Realo-Hoffnungsstern nun doch im bösen Dunst des sektiererischen Blutgeschwurbels aufzulösen,

Schade, war wohl nix, Martin ?!
Oder ist das Ganze, verpackt in ein biologistisch-naturwissenschaftliches Mäntelchen also in Form "rationaler" Erkenntnis, doch wieder ganz ok?

Wie ja jeder weiß, war es der geistig-gefühlsmäßige Urgrund der rührseligen Romantiker, der uns diese neue, schöne Welt geschaffen hat.

Böse, Böse Volks- und Blutsmystiker, wenn wir die erst überwunden haben, dann, ja dann errichten wir unser wahres Deutschland, das auf derlei archaische Primitivität verzichten kann. Ganz pragmatisch und realistisch natürlich, versteht sich!

Martin
29. August 2010 15:27

Patricius,

es gibt kein "wahres Deutschland" - es gibt das Deutschland, in dem wir leben. Wir können uns Ziele für dieses Land setzen und versuchen, diese zu erreichen. Ein 100% Erfüllungsgrad wird es dabei nicht geben, da man ja nicht alleine ist - bis hierher also alles so, wie es schon im Kindergarten ist.

Ich persönlich habe nichts gegen eine intellektuelle oder meinetwegen auch nur gefühlsmäßige Auseinandersetzung mit Themen wie Rasse, Klasse, Genetik, Volk, Blut und Boden, etc., ob man das nun gefühlsmäßig erklärt, rational verbrämt oder sonstwie meint, verkaufen zu müssen - man sollte jedoch niemals meinen, irgendwo den Stein der Waisen und ein quasi Allheimittel auf Gebieten des politischen gefunden zu haben.

Ich persönlich wende mich gegen politischen Manichäismus, der meint, dass es tatsächlich möglich wäre, zu einer Art Paradies auf Erden zu kommen, ja wenn, wenn man nur die und die Fakten schaffen, beseitigen etc. könnte. Auch bin ich gegen diesen sich nach wie vor breit machenden pseudo-hegelianismus, dass ja alles seine fast schon naturgesetzmäßige Dialektik hat und man dann Erwartungen an eine Art Erlösung hat ... das ist bestenfalls Idealismus aber keinesfalls Politik.

Und bei all den Volkstheoretikern schwingt mir zu sehr durch, dass alles perfekt wird, wenn man Menschen nur in ihren autochtonen, angestammten Siedlungsgebieten möglichst ungestört und unbeeinträchtigt von Zuwanderungen aus fremden Gebieten leben lässt.

Und Sarrazin ist für mich kein Heilsbringer, er ist ein wichtiger Debattenbeginner, mehr nicht, aber auch nicht weniger ... er zeigt, dass ein Zuviel des einen eben immer auch ein Anwachsen des anderen erzeugt ...

Der Gehörnte
29. August 2010 16:53

"WAMS" von heute, es spricht der Meister aller Migrantenklassen höchspersönlich:

"Im Bildungsteil meines Buches vertrete ich ein rigides Programm, das bürgerliche Wähler bestimmt für den endgültigen Tod der Familie halten" (gemeint ist wohl: Buschkowsky-Tagesstätten/Neo-Rütli-Tagesstätten für Migranten und Nichtmigranten, die sozioökonomisch dem Migrantismus zugeführt werden sollen).

Und weiter:

"Aber keiner kann sagen, dass das nicht sozialdemokratisch wäre" (Wie wahr! Sozialdemokratisch in der Tradition von Wolfgang Clement und UvdL also "New Labour", wie außerordentlich orginell!).

Wir lesen interessiert weiter (das Interview fand bezeichnenderweise in einer arabischen "Gaststätte" statt):

"Da entwerfe ich doch gern ein Szenario, das den Arbeitslosen den Einstieg in die Arbeitswelt und sozialen Aufstieg ermöglichen soll" (Thilo gab im Verlauf der Befragung zu, daß er einst ein außerordentlich schlechter Schüler war und seine Noten sich in bedenklichen Dimensionen bewegten, all dies macht jedoch nichts, denn in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde jeder in den ÖD eingestellt , selbst Herr Rau der Kultusminister von Baden-Württemberg besaß ein sagenumwobene Abitur mit dem bemerkenswertend Notendurchschnitt 2,7 - 25 Jahre später wäre er mutmaßlich in anderen Milieus gelandet, vielleicht in Stuttgart-Feuerbach, der Wirkungsstätte der Ehefrau von Herrn Ulrich Maurer).

Desweiteren:

"Und Sie werden nirgendwo der Forderung finden, irgendjemanden, der schon hier ist, abzuschieben, wie das andere Parteien (?, es gibt im ganzen Bundestag keine solche Partei), gelegentlich tun. Im Gegenteil. Ich will alle fördern."

Das ist die ganze, große Herrlichkeit des Retters des Abendlandes Herrn Dr. Thilo Sarrazin, also des Prinz Eugen 0.01.

Unke
29. August 2010 16:56

@Deutscher W.

Ein Bündnis mit den Libertären und mit einer selbstmörderischen Reaktion kann keine Liebesheirat sein

Ist aber notwendig (nicht die Liebesheirat, sondern das Bündnis)!

Die postulierte Unvereinbarkeit mit dem Liberalismus ist in Wahrheit eine Verachtung für’s Kaufmännische (und eine dort traditionell erfolgreiche Ethnie); im Grunde genommen sogar eine Negation ökonomischer Gesetze (die Wiener Schule der Nationalökonomie –die doch „deutsch“ genug sein sollte- geflissentlich ignorierend).

Anstatt eine gemeinsame Agenda zu formulieren (der klassische Liberalismus ist der Todfeind des Sozialismus – da wären wir wieder mal bei den Begrifflichkeiten) igeln sich die Reaktionäre / „Konservativen“ (Begrifflichkeiten, s.o.) ein und betonen die Unterschiede. Naja, im Verlieren habt Ihr ja Erfahrung.

Mal ein paar einfache Basics:

1. Das Geschichtsverständnis ähnelt in Teilen dem der Linken
- Erklärung der Geschichte „vom Ende her“ (oder halt Hegelianisch, irgendwie), mit der Fixierung auf 33-45. Ein Riesenfehler.
- Autoritäres Geschichtsverständnis (dazu unter 2. mehr).
Ihr habt kein Monopol auf die Geschichte. Z. B. fehlt es an Selbstkritik hinsichtlich der deutschen Machthaber 1914; konkret, deren Unfähigkeit auch fremde Standpunkte einzunehmen (kurz: die Dummheit der politischen Entscheidungsträger damals).

2. Die autoritäre Pose. Mit einem irrationalen Stolz versuchen sich hier einige in ihrer rechtsintellektuellen Skurrilität gegenseitig zu übertrumpfen. Damit gewinnt man nun die minds and hearts des Publikums bzw. der Betroffenen (siehe 3.) eben NICHT.
Schaut mich an: ich bin Pazifist im ursprünglichen Sinne, d.h. befürworte eine Landesverteidigung im national-völkischen Interesse. Gerne auch mit Miliz („Waffen erzeugen Höflichkeit“), aber nicht mit Wehrpflicht (das hätte der „preussische“ Möchtegern-Offiziersadel gern: 3 Jahre Dienstpflicht wie anno 1860, nicht wahr?)!

Mit fällt da Kh. Weißmann ein – autoritär und von sich selbst eingenommen. Und dabei ist er wie seine linken Gegenspieler auch –Verzeihung- nur Geisteswissenschaftler mit der Karriere Kreißsaal-Hörsaal-Journal…

3. Die gesellschaftliche, offizielle Diskussionskultur kennt bekanntlich nur Opfer. Mit einer Ausnahme: weiße (eingeborene) Männer. Das sind folglich Täter, die jegliche politische und gesetzliche Diskriminierung nicht nur verdienen, sondern erfordern!
Folgerichtig ist die Wählerschaft aller erfolgreichen Rechtsparteien in Westeuropa überwiegend jung, weiß und männlich.
Was ich sagen will: das Potential (Unterstützung, Wahlererfolg etc.) ist da. Aber das nutzt man doch nicht durch Herabsetzung der eigenen Klientel, wie das hier einige praktizieren!? Die Liberalismus- Schelte ist genauso unvernünftig. Der gemeinsame Feind steht links!
Liberalismus ist immer die Emanzipation von künstlichen (heute: linken; früher: rechten) Autoritäten hin zur Selbst- bzw. Eigenverantwortung. Die Abwehr des Kommunismus 1933 und die Revision von Versailles gelang ja nur mit der zeitbesten Lösung, nämlich einem rechtsautoritären Regime.
Als Liberaler ist mein Credo: lasst uns in einem ersten Schritt den Staatsanteil auf 25% senken (betrug 1914 in D 14%, in England 5%), dann können sich Linke und Rechte gern über die Verteilung dieser 25% zanken ;-)

Bormi
29. August 2010 17:51

Bei Amazon hat die IfS-Studie "Der Fall Sarrazin" inzwischen die Top 100 erobert (eben: Platz 92 in der Liste ALLER verkauften Bücher einschließlich Belletristik). Das demnächst erscheinende Buch von Kubitschek/Paulwitz "Deutsche Opfer, fremde Täter" liegt ebenfalls schon auf Platz 500. Auch "Zurüstung zum Bürgerkrieg" lag eben in den Top 1000. Erfreulich auch: Jörg Schönbohms Büchlein zur politischen Korrektheit liegt in der Liste ALLER verkauften Bücher etwa auf Platz 20.

Wow!

Es wäre schön, wenn Herr Kubitschek uns mitteilet, wie viele Exemplare der Studie er in den letzten Tagen verkauft hat.

Bormi
29. August 2010 21:24

Kraß! Die IfS-Studie zu Sarrazin ist jetzt auf Platz 87 in der Liste ALLER verkauften Bücher.

Distelherz
29. August 2010 22:29

@Unke

Es ist nicht meine Aufgabe, hier Dritte zu verteidigen, aber in Bezug auf Weißmann MUSS ich einfach anmerken: er sei "nur" Geisteswissenschaftler? Ihre angelsächsisch-materialistische Hybris können Sie sich dahin stecken, wo ganz sicher keine blaue Blume blüht. Das Bündnis mit den Liberalen ist weder notwendig noch zwangsläufig, sondern Ausdruck der Kapitulation vor dem Erzfeind. Kommt nicht in Frage. Ihre Blütenträume von eingebildeten Bündnissen mit dem Konservatismus seien Ihnen ja zugestanden, aber nehmen Sie bitte zur Kenntnis, daß für uns brave Reaktionäre der Kontrahent da steht, wo Sie und Ihresgleichen sich tummeln. Und die sogenannten Linken stehen da gleich nebendran.

enickmar
29. August 2010 23:05

Falls es sich so verhält, daß man Sarrazin das fällige ,,Showkolade‘‘-Ventil sein läßt, vor allem eben um ,,den wirklich Rechten‘‘ das Thema nicht zu überlassen, so wie man das mit der einen oder anderen Bemerkung schon seit den sechziger Jahren macht, dann bleibt vielleicht doch eine relativ breite Schneise die der SPD-Bundesbanker dabei hinterläßt. Denn Sarrazin hat nun ein ganzes Buch verfasst, das überall in den Medien diskutiert wird. Daß heißt, daß ein nicht unerheblicher Druck vorhanden ist, auf den reagiert wird. Möglichwerweise kann man nun, auch mit Hilfe des vorhandenen Drucks, in diese Schneise einfallen und die Frontlinien dauerhaft signifikant verschieben.

Unke
30. August 2010 01:06

Jaja, genau solche Leute wie Sie habe ich gemeint und sowas in der Art habe ich erwartet. Aber ganz zu Ihrer Beruhigung, Distelherz, der deutsche Ständestaat ist alive and well (wenn sich auch die Kriterien in den letzten 100 Jahren verschoben haben).
Aber ich als Prolet akzeptiere ich ihn -oh Wunder!- einfach nicht.

Deutscher W.
30. August 2010 02:30

Sehr geehrter Herr Lichtmesz,

haben Sie vielen Dank für Ihre Replik, die Vieles klärt. Ich nehme meine scharfe Wortwahl angesichts Ihrer Erklärungen gern zurück. Sie dürften bemerkt haben, dass mich Ihre Beiträge immens beschäftigen, ohne dass ich da immer Kapazitäten finde, frische Fragen auch frisch zu stellen; nur wenige der hiesigen Kommentare lassen sich weiter kommentieren - was ich angesichts der Arbeitsfülle aller Blogger verstehe. Meine Kritik ist immer auch auch ein Lob: Frei nach Nietzsche: Ich greife nur an, was ich für groß(-artig) halte. Von daher entschuldige ich mich bei Ihnen ob meiner Unterstellungen. Ich halte Sie keineswegs für intellektuell unterbelichtet, die Ironie ist meinem schlichten Gemüt nur entgangen - das ist nun meinerseits keine Ironie - ich hätte nur einfach gern im Blog mehr Klarheit.
Ich gebe Ihnen Recht in der Reflexion vermeintlicher Horrorzszenarien in der Gedenkstätte Buchenwald und der GG-Kritik, - man darf spotten über die aktuelle Desinformation der Mehrheit (die an einen repräsentativen Realgrund des Gruselkabinetts aus DDR-Zeiten in Buchenwald glaubt - die Überreste der Toten (es handelt sich ja um Ausnahme-Exemplare einer von der SS-Führung selbst nicht geduldeten Praxis der Menschenhautverwertung) liegen ja aus Pietätsgründen inzwischen da, wo sie hingehören: unter der Erde, ordentlich bestattet) und man muss die Übermacht einer Menschenrechtsideologie aufgrund einer einseitigen GG-Reflexion höchst kritisch anschauen. Aber ich habe eben erst jetzt, nach Ihrer Replik, das Gefühl der Klarheit und Klärung. Vielen Dank nochmal für ihre keineswegs reaktionäre Reaktion.
Ich bleibe indessen dabei, einen Wandel Ihrerseits wahrzunehmen, diesen aber wohlgemerkt aufgrund der Lektüre des hiesigen Blogs - ohne Sie ansonsten zu kennen. Also mögen Sie auch in diesem Punkte Recht haben...

An Unke:
Die Notwendigkeit eines Bündnisses auf Zeit sehe ich durchaus. Eine Verachtung fürs rein Ökonomische - davon bin ich sicher nicht frei. Ihre interessanten und lehrreichen Anmerkungen bedürfen aber einiger Zeit zur Beantwortung. Hier nur soviel: Die Annahme einer Selbstregulierung der Wirtschaft hat mich von jeher gestört.

Raskolnikow
30. August 2010 10:27

Lieber Lichtmesz, ich nehme Ihnen (im Gegenzug) Ihre Pose des heroisch-unverstandenen „zwischen den Stühlen Sitzers“ nicht ab. Eine derart relativistische Auffassung würde Projekte, wie „Sezession“, KSA oder was sie auch sonst noch so treiben, nahe an der Lüge erscheinen lassen. Wenn es nur um Effekte geht, dann ist es eben gerade nicht viel mehr als Poserei. Der Effekt bekommt seinen Sinn doch erst durch den Inhalt. Dass Sie das Ganze umkehren und mir meinen festen Standpunkt vorwerfen, verbuche ich mal unter jenen journalistischen Kniffen, mit denen sich die Schreiberlinge so viel Respekt und Macht erkritzelt haben …

Als Landwirt und, glaubt man all den Sezessions-Psychologen, grenzdebiler Selbsthasser kann ich keineswegs mit Ihren schön geschraubten Publizistenzeilen mithalten, aber vielleicht können Sie, Lichtmesz, meine Position ein wenig verstehen. Die hochkomplexen Ambivalenzen Ihrer Gedankengebäude sind mir einfach zuviel!

Bei mir bleibt 2+2 immer noch 4; und wenn Sarrazin zwar ein Problem ökonomisch korrekt anspricht, im Gegenzug aber genau jene Forderungen stellt, die dieses Volk (das ich übrigens liebe, aber Liebe erfordert manchmal auch Härte, jeder Vater weiß das) endgültig von der Bildfläche verschwinden lassen, dann stehe ich als Claqueur nicht zur Verfügung.

Und nein, ich platze nicht an meinem „Ideal“, ich verstehe gar nicht, warum Sie so garstig sind. Dass Ihnen so vieles „wurscht“ ist, sei Ihnen von Herzen gegönnt, trotz allem liegen Sie falsch, was Ihre Auffassung von Katholizismus anbelangt. Es gibt nur eine (!) Wahrheit!

Wahrscheinlich sind Sie in Ihrer ganzen, bewundernswerten Klugheit nicht in der Lage zu einfacher Volksfrömmigkeit, dann würde Ihnen nämlich gerade hier die Unbedingtheit auffallen – daran versuchte der Liberalismus mittels Vaticanum II. zu rütteln, das Skelett steht aber noch. Und die Erbsündenlehre ist doch gerade Ausdruck der Härte gegen jene die geliebt werden. Und was Kompromisse, Dogmatismus, Ideale und Zerplatzen anbelangt, brauchen Sie einem traditionalistischen Katholiken in Brandenburg nichts zu erzählen …

„Mir sind die Volksverächter und die Volksromantiker gleichermaßen zuwider.“ D´accord!

Ihre Hoffnung auf Wende, ist, mit Verlaub, ein weit verbreitete Schwäche – sympathische Schwäche von mir aus, aber nicht mehr. Meine Hoffnung ist nur noch, selber sauber zu bleiben – so sauber es eben geht.

Am Ende der "Affäre Sarrazin" wird doch nur eins bleiben: die Integrationsfetischisten werden mittels Typen wie Sarrazin auch die Konservativen/Rechten „erreicht“ haben.

Sie sagen, Sie teilen nicht alle seine Positionen - toll! Das tue ich bei Jünger, Davila, Milch, Houellebecq, Dostojewski … und so weiter auch nicht. Aber keiner von denen fordert z.B. die Homoehe, macht dann irgendwann einen Judenwitz und ich werde daraufhin zu seinem Groupie …

Sie können drüber lachen und böse Formulierungen gebären, aber mir ist Haltung wichtig.

Übrigens zieht es mich weniger hierher, als dass mich zeitweise langweilige Arbeit herdrängt.

Sie schreiben sehr passend von jenen Liberalen, die von ihresgleichen beschimpft werden. Ich frage Sie aber: Würden die heranrückenden Heere nicht an Gefährlichkeit verlieren, wenn sie eben jenen windigen Liberalen applaudierten, wenn sie anfingen mit den Liberalen zu „reden“, zu diskutieren, gar Kompromisse zu schließen?

Dominus vobiscum,

R.

Hi KS, als Preuße lebe ich in Preußen/Brandenburg auf einem kleinen Dörfchen. Ich finde das toll, wie Sie, ohne mich zu kennen, mein Alter und meine „Lebenserfahrung“ einschätzen. Und Sie haben natürlich recht, ich bin ein ganz kleines Licht, geradezu blöde.

Ich freu mich auch für Sie, dass Sie in der bayrischen Provinz Ihr Ultima Thule gefunden haben und beglückwünsche Sie zu Ihrem Sarrazin-Türken, der Sie mit bayrischer Mundart und Weißwurst-Döner erfreut (integriert und ökonomisch erfolgreich!).

Jetzt mal im Ernst KS, was wollen Sie uns denn hier erzählen? Mir fällt es wirklich schwer, Sie nicht zu beleidigen, Ihr Beitrag gereicht Ihnen nicht zur Ehre.

P.S.: Ich esse gerne „Haribo Fruity Bussies“ weil Sie mir schmecken, dass die „deutsch“ sind ist mir egal, Ihr Hinweis darauf ist aber geradezu putzig. Ihnen empfehle ich „Haribo Fantasia“.

Bye bye,

R.

Martin Lichtmesz
30. August 2010 12:54

Lieber Raskolnikow,

ich nehme Ihnen (im Gegenzug) Ihre Pose des heroisch-unverstandenen „zwischen den Stühlen Sitzers“ nicht ab.

Diese Pose habe ich nie für mich beansprucht. In der Fassung des "etiam si omnes..." klingt das schon besser für mich, aber so gefaßt, ändert sich auch der Sinn erheblich, nicht?

Dass Sie das Ganze umkehren und mir meinen festen Standpunkt vorwerfen, verbuche ich mal unter jenen journalistischen Kniffen, mit denen sich die Schreiberlinge so viel Respekt und Macht erkritzelt haben …

Viel diabolisch-manipulativ rumkneifen brauche ich da nicht, ich gucke mir bloß ihre Argumentation und Selbstdarstellung an, und ziehe daraus meine Schlüsse. Kann ja sein, daß ich Ihnen dabei unrecht tue, wenn das so ist, bitte um Pardon.

Sie sagen, Sie teilen nicht alle seine Positionen – toll! Das tue ich bei Jünger, Davila, Milch, Houellebecq, Dostojewski … und so weiter auch nicht. Aber keiner von denen fordert z.B. die Homoehe, macht dann irgendwann einen Judenwitz und ich werde daraufhin zu seinem Groupie …

Alles auf seinem Platz. Dostojewskij und Jünger schreiben für die Ewigkeit, Sarrazin ist Tagespolitik. Ich kann Sarrazin nicht an Jünger messen, nicht einmal an einem Milch. Er bewegt mit seinem Buch momentan viel Gutes, sagt in vielem die Wahrheit, was schon eine Seltenheit geworden ist in Deutschland, und zugleich dringend geboten, und er wirkt als medialer Rammbock, wie man das noch nie zuvor erlebt hat. Er ist mutig, und im Gegensatz zu den tausend anderen vor ihm, prescht er vor, anstelle Rückzieher zu machen. Das finde ich begrüßenswert, und es macht mir Hoffnung auf einen "change". Nicht mehr und nicht weniger.

Bei mir bleibt 2+2 immer noch 4; und wenn Sarrazin zwar ein Problem ökonomisch korrekt anspricht, im Gegenzug aber genau jene Forderungen stellt, die dieses Volk (das ich übrigens liebe, aber Liebe erfordert manchmal auch Härte, jeder Vater weiß das) endgültig von der Bildfläche verschwinden lassen, dann stehe ich als Claqueur nicht zur Verfügung.

Möglich, aber funktioniert die Realpolitik denn so mathematisch? Ich kann z.B. auch mit der Homo-Ehe leben, wenn die Einwanderungspolitik endlich radikal überdacht wird. Ich glaube aber indessen, daß Sie Sarrazin unrecht tun. Er mag sich in manchem irren, aber gerade das deutsche Volk verschwinden lassen, will er ja nicht. Zitat: „Schon der Begriff `Volk´ ist heute vielen peinlich, und dass über dem Eingang zum Reichstag `Dem Deutschen Volke´ steht, empfinden manche als ärgerlich. Ich empfinde solch eine Einschätzung als unhistorisch und teile sie nicht.“ Usw.

Und nein, ich platze nicht an meinem „Ideal“, ich verstehe gar nicht, warum Sie so garstig sind.

War nicht "garstig" gemeint, ich habe nur Angst, daß Ihnen die Luft zu dünn wird, oder sie sich selbst die Kehle abschnüren. Ich lese in Ihren Zeilen eine tiefe Verzweiflung, die ich auch nachvollziehen kann.

Dass Ihnen so vieles „wurscht“ ist, sei Ihnen von Herzen gegönnt, trotz allem liegen Sie falsch, was Ihre Auffassung von Katholizismus anbelangt. Es gibt nur eine (!) Wahrheit!

Ja, aber das bezieht sich auf dogmatische Fragen. Der reale Katholizismus war aber auch immer weltklug und rational, und das hat durchaus auch dogmatische Hintergründe, etwa in der Bejahung des Weltlichen.

Wahrscheinlich sind Sie in Ihrer ganzen, bewundernswerten Klugheit nicht in der Lage zu einfacher Volksfrömmigkeit,

Nein, aber dazu sind Sie auch nicht mehr fähig (sonst würden Sie nicht so argumentieren, wie Sie argumentieren.) Ihre Unbedingtheit empfinde ich auch eher als die Unbedingtheit des Modernen, d.h. mit zusammengebissenen Zähnen und dem bitteren Stachel des "Wir glauben nicht, was wir glauben" irgendwo im Hintergrund. Dies auch, weil ich denke, daß sie sich nicht umsonst den Namen einer Dostojewskij-Figur gegeben haben.

Ich frage Sie aber: Würden die heranrückenden Heere nicht an Gefährlichkeit verlieren, wenn sie eben jenen windigen Liberalen applaudierten, wenn sie anfingen mit den Liberalen zu „reden“, zu diskutieren, gar Kompromisse zu schließen?

Das tun sie ja schon, und das nennt sich "Takkiya". Dadurch werden sie natürlich nicht weniger gefährlich.

Gott befohlen,

Lichtmesz

Bormi
30. August 2010 13:46

Langsam wird's unheimlich. Die IfS-Studie ist bei Amazon auf Platz 28, das Büchlein von Schönbohm zur politischen Korrektheit auf Platz 12. "Deutsche Opfer, fremde Täter" ist auf Platz 222 gestiegen.

Patricius
30. August 2010 15:51

Lieber Martin:

Ihrem zuletzt Gesagten möchte ich gar nicht widersprechen. Aber verstehen Sie, dass Ihr verbales Rundherum-Gestrulle auf Dinge/Fundamente, für die Menschen, die um so viel besser (ja, schlicht besser!) waren, als unsereins, weiland in den Tod gingen, zu der ein oder anderen Blutswallungen führt?
Sie nennen das rhetorische Zuspitzung o.ä., aber wenn hier, unter "uns" kein Platz mehr für die Achtung vor dem ein oder anderen Wert ist, wenn, um der Zuspitzung Willen, alles in die niedere Gosse des Relativismus getreten wird, dann...

Allgemein:
Solange die große Mehrheit unseres Volkes nicht einmal in der Lage ist, einer Ausgabe von "CosmoTV" seelisch und intellektuell die Stirne zu bieten (und so ist die Lage!), so lange brauchen wir uns auch nicht in feigem Optimismus üben. Nicht die Positionen im Geplänkel sind wichtig, der Kampf um die Prämissen muss geführt werden.
Zur Veranschaulichung: Wie viele, glaubt Ihr, von denen (ominöse "schweigenden Mehrheit"/Otto-Normal-Verbraucher etc.), die jetzt mit einem "der hat ja eigentlich recht" auftrumpfen, würden auch nur 10 min. im öffentl. Rededuell gegen irgendeine SPD/CDU "Integrationsbeauftrage" o.ä. bestehen können, ohne nach 2/3 Minuten mit hochrotem Kopf in ein reumütiges "mea culpa" auszubrechen?

M.
30. August 2010 17:36

@Bormi

In der Kategorie "Fachbücher" rangiert die IfS-Studie bei amazon momentan auf Platz 3, in der Rubrik "Sozialwissenschaft" belegt sie sogar Rang 1.

Die Besucherzahlen der Sezession-Seite dürften in den kommenden Tagen ebenfalls rapide nach oben gehen.

PB
30. August 2010 17:39

@Bormi

Wenn man die Gesamtliste mit "Politik & Geschichte" filtert, kommt das metapolitische Wirken von IfS & Co. noch eindrucksvoller zum Vorschein.

http://www.amazon.de/gp/bestsellers/books/143/ref=pd_ts_b_nav

M.
30. August 2010 21:03

Bruno Preisendörfer fasst in seiner Rezension auf tagesspiegel.de Sarrazins Thesen wie folgt zusammen:

Erstens: „Intelligenz ist zu 50 bis 80 Prozent angeboren.“

Zweitens: Die Hochbegabung konzentriert sich in der Oberschicht, die Mittelschicht bringt gut Begabte hervor, in der Unterschicht ist überdurchschnittliche Intelligenz selten, in der von staatlichen Transferleistungen lebenden Unterschicht schon normale Intelligenz die Ausnahme.

Drittens: Die Fruchtbarkeit in der Ober- und Mittelschicht ist zu gering, diejenige in der deutschen wie ausländischen Unterschicht zu groß. Je niedriger der Intelligenzquotient, desto höher die Fertilitätsrate.

Viertens: Dies führt zum Sinken der gesellschaftlichen Gesamtintelligenz und zum Steigen der staatlichen Transferkosten.

Fünftens: Zur Korrektur dieser Entwicklung müssen die dummen Leute aus der Unterschicht am Kinderkriegen gehindert und die klugen Leute aus der Mittel- und Oberschicht zum Kinderkriegen animiert werden. Des Weiteren ist die Zuwanderung dummer Türken, Araber und Afrikaner zu unterbinden und durch eine gesteuerte Migration gebildeter Menschen aus intelligenteren Ländern zu ersetzen.

http://www.tagesspiegel.de/meinung/intelligenz-ist-zu-50-bis-80-prozent-angeboren/1912078.html

Fragt sich nur, wie Sarrazin die Unterschicht (auch die deutsche) am Kinderkriegen hindern will: Zwangssterilisation oder gleich Vergasen?

Nicht nur in Deutschland lebende Muslime müssen sich bei solchen Gedankengängen große Sorgen machen. Und vor allem Leser der Blöd-Zeitung sollten sich überlegen, wem sie da begeistert zustimmen.

Martin
30. August 2010 22:37

M.
Lesen Sie doch einfach das Buch und nicht die tendenziösen Zusammenfassungen vom Tagesspiegel - dann posten Sie hier bitte noch mal ...

nur ein krankes Hirn kommt von Sarrazins Thesen auf Sterilisation und Vergasung! Aber das gehört ja auch zur "inhaltlichen Auseinandersetzung" mit Sarrazin - aus dem Zusammenhang reißen, neu kombinieren und schon geht als Conclusio bei Topf & Söhne ne neue Bestellung ein ... (kopfschüttel)

Aber das zieht hier nicht - die Nazi-Ausschwitz-Keule wurde so oft gebraucht, dass sie nur wurmstichiges, faules Weichholz ist. So kommts eben, wenn man sein bestes Schwert zu oft gebraucht ...

enickmar
31. August 2010 02:32

Hier erklärt zu Beginn noch einmal Necla Kelek und nachher (Teil 2, ab ca Minute 11, nochmal ab Minute 27:30) Sarrazin selbst, den oben erwähnten Beweggrund für sein Engagement:

http://www.pi-news.net/2010/08/jetzt-live-pressekonferenz-mit-thilo-sarrazin/

Und hier ist die Rede davon, daß die SPD-Spitze beim ersten Verfahren den Parteiausschluß nicht gewollt habe (ab Minute 3:30):

http://www.ardmediathek.de/ard/servlet/content/3517136?documentId=5286470

Patricius
31. August 2010 02:46

Nachtrag:

Habe gerade 4 gegen Thilo beim Beckmann gesehen.

Die geistige Ergüsse der Herren und Damen Özkan, Künast, Scholz, Rangar "Jogeschwar" und eine Politologin und(!) Sozialwissenschaftlerin (Frau Dr. mit MiHi) stehen stellvertretend für den Ungeist der Zeit.

Und nochmal: 80 % derer, die Sarazzin jetzt klammheimlich zustimmen, hätten dem nichts, rein gar nichts, entgegen zu setzen.

Es gilt den liberalistischen Relativismus als solchen zu entlarven und das irgendwie dem "einfachen Mann" (damit meine ich den wenig politisierten, nicht dem Grenzdebilen) verständlich zu machen, ihn misstrauisch zu machen gegenüber individualistischen Traumszenarien und dem Heer der Gesinnungsethiker, die sich an Deutschland vergreifen.

Ach, ich weiß nicht, man glaubt ja selber nicht mehr dran. Wenn ich die da so unverfänglich quatschen höre über ihre "Gesellschaft", über ihr[sic!] Deutschland (das übrigens jetzt, da vielfältig usw., auch endlich liebenswert ist; O-Ton: Frau Dr.) , das sie "gestalten" möchten, über die Zukunft usw. usf., dann bin ich mir sicher, das große Einlullen geht weiter, und weiter, und weiter......

bernardo
31. August 2010 09:51

@Martin
Sarrazin äußert sich an zentralen Stellen undurchdacht, das sollte man nicht vergessen. Auch Schirrmacher in der FAZ weist darauf hin:

"Man muss einräumen, dass der vorgeblich so unverblümte Sarrazin sich in seinem Buch etliche Hintertüren offenlässt. Aber gerade sie sind in Wahrheit Falltüren. Ist Intelligenz erblich bedingt oder ebenso sehr von Umwelteinflüssen geprägt? Von der Beantwortung dieser Frage hängt die Hauptthese des Buches ab. In Interviews redet Sarrazin von einem Mischungsverhältnis von fünfzig bis achtzig Prozent, im Buch von sechzig Prozent, in einer Fußnote heißt es dann, eine „Erblichkeitsannahme von 80 Prozent“ sei „grundsätzlich schlüssig“. Das aber sind, was man einem Banker nicht sagen müssen sollte, enorme Unterschiede. Wenn der IQ nur zu fünfzig Prozent vom Genpool abhängt, dann besteht eine ebenso große Wahrscheinlichkeit, ihn durch Bildung zu steigern, bei achtzig Prozent ist die Wahrscheinlichkeit gleich null."

http://www.faz.net/s/Rub9B4326FE2669456BAC0CF17E0C7E9105/Doc~E1E30FB65E1E44794BFFEB5A2B73DE7EA~ATpl~Ecommon~Scontent.html

Daß alle Juden laut Sarrazion ein gleiches Judengen haben, ist genauso Unfug. Warum Sarrazin die Genkeule bemüht, statt bei den Problemen zu bleiben, bleibt ein Geheimnis. Glaube nicht, daß das Deutschland letzten Endes hilft.

Lichtbanner
31. August 2010 13:54

Die "Täterseite" meldet sich nun endlich zu Wort!

Es wurde jetzt aber auch höchste Zeit, uns nochmals die "Vorzüge" der ungezügelten Migration, insbesondere vom monetären und wirtschaftspolitischen Standpunkt aus, ins Gedächtnis zu rufen.....

Raskolnikow
31. August 2010 18:01

Lieber Lichtmesz, im Grunde haben Sie recht, es geht doch nur um Perspektiven. Und wir sollten auch die Pose nicht unterschätzen. Sarrazin ist, was seine eigenartigen Ansichten anbelangt, tatsächlich ein „mutiger“, verschrobener Kerl (Erschreckend, was heute vom Mut übriggeblieben ist). Sie nehmen halt eher die gesellschaftliche Sichtweise ein, als Publizist wohl verständlich, ich bin da nicht so ambitioniert, ich kümmere mich zunächst mal um mich, das ist schon genug. Vielleicht tue ich dem „Sarazenen“ daher wirklich unrecht. Ich sollte mein Sarrazin-Verhältnis daher von „ablehnend“ auf „irrelevant“ abändern.

„Ich lese in Ihren Zeilen eine tiefe Verzweiflung, die ich auch nachvollziehen kann.“

Ja, wir sind wohl alle irgendwie Verzweifelte, glücklich sind heute nur die Extremisten in ihren Ideologien, denn die Einfältigen gibt es nicht mehr, alle wissen zu viel, um nicht verzweifelt oder extremistisch zu sein. Manchmal fühle ich mich wirklich so Hans-Henny-Jahnn-mäßig …

„Der reale Katholizismus war aber auch immer weltklug und rational…“

Das Dogma war immer das Tor durch das sich die Kirchenpolitik bewegt hat, unbeweglich und kristallklar. Alles andere ist in der Tat egal. Jeder Mensch sollte ein paar Dogmen haben, das ist gut für die Haltung.

„Ihre Unbedingtheit empfinde ich auch eher als die Unbedingtheit des Modernen, d.h. mit zusammengebissenen Zähnen und dem bitteren Stachel des „Wir glauben nicht, was wir glauben“ irgendwo im Hintergrund. Dies auch, weil ich denke, daß sie sich nicht umsonst den Namen einer Dostojewskij-Figur gegeben haben.“

Natürlich, wie recht Sie haben, Lichtmesz, aber das ist nun einmal das Schicksal des Konvertiten. Er steht dabei, schaut, staunt, beneidet. Aber er wird auch zu einer intellektuellen Auseinandersetzung gezwungen, die dem Kindgetauften (fast) immer fehlt. Sicher ist da 90% Zweifel und 10% Glaube, aber es ist eine moderne Auffassung, dass man gewissermaßen mit Glauben „vollgefüllt“ sein muss. Die Heiligenbiografien lehren uns das Gegenteil. Sie sehen da ziemlich deutlich: Zweifel und Verzweifeltsein hindert ein heiligmäßiges Leben keinesfalls - es besteht Hoffnung, auch für Sie.

„Raskolnikow“, der Name des Mörders, der das Neue Testament liest und schließlich versteht, ist vollkommen adäquat …

Ich wünsche Ihnen, dass Ihre publizistischen Hoffnungen von Ihrem schnurrbärtigen Helden erfüllt werden und wenn Sie mal in Berlin/Brandenburg sind und Lust auf einen guten (sehr guten!) Cognac in einer guten aber nicht sehr katholischen Bar haben – Sie kennen ja meine Emil-Adresse.

Pax tecum,

R.

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