Sezession
6. Oktober 2010

Diese jungen Leute…

Gastbeitrag / 30 Kommentare

Justitia mit roter Augenbinde, Jutta Rotter, pixelio.devon Claus Wolfschlag

Bekanntermaßen werden „Linksextremisten“ in den Medien selten so benannt. Und sie werden regelmäßig von der deutschen Justiz nur mit der Feder gekitzelt, wie nun wieder in einem Frankfurter Prozeß, von dem unten die Rede sein soll. Wäre es also nicht ehrlich, wenn der radikale Linke sich endlich eingestünde: „Es ist ein tolles Leben in der BRD. Ist es nicht schön, Rebellenclown sein zu können, ganz ohne Konsequenzen?“

Nur wenn es wirklich nicht zu vermeiden ist, ist in unseren Medien zum Beispiel mal von „linken Autonomen“ die Rede. Etwa wenn einige hundert Maskierter und schwarz Uniformierter in Reihen schreiend durch eine Innenstadt marschieren und es gleichzeitig klirrt und brennt. Doch auch das ist nicht sicher. Denn selbst dann, wenn ein Blinder erkennt, was Sache ist, ist in den etablierten Medien meist nur von „jungen Leuten“, „Menschen“, „Demonstranten“ oder „Studenten“ die Rede.

Klar, der normale Student des Jahres 2010 läuft stets mit dunkler Kapuzenjacke, Sonnenbrille und roten Transparenten in der Gegend herum...

Ein im Gegensatz dazu ganz unauffälliger Bürger aber, der sich zum Beispiel an einer Demonstration mit vermeintlich rechtsgerichtetem Charakter beteiligen würde (nehmen wir das Thema "Moscheebau"), dürfte sich in den Medien tendenziell schnell als „Rechtsextremer“ oder gar „marschierender Nazi“ betitelt sehen, kaum aber als „demonstrierender Bürger“. Die ungleiche Benennung ist altbekannt und die Wortwahl verfolgt einen Zweck: Der „junge Mensch“, der „Student“ soll als ein Teil von „uns“ wahrgenommen werden. Schließlich sind wir oder unsere Kinder auch „junge Menschen“ oder „Studenten“. Der „Rechtsextreme“, der „Nazi“ aber soll "der Andere" sein. Er ist eine ganz andere Art - zum sozialen Abschuß freigegeben.

Man muß das Neusprech in unseren Medien schon quer lesen können, um zu wissen, was wirklich passiert in unserem Land. Das hat, nebenbei bemerkt, meist wenig mit den Journalisten in den einzelnen lokalen Redaktionen zu tun, sieht man vielleicht von Blättern wie der „Frankfurter Rundschau“ ab. Vielmehr werden aus Zeit- und Geldgründen meist Texte aus der Zentralstelle für Meinungsbelieferung nachgedruckt. Diese nennt sich Presseagentur und trägt häufig das Kürzel „dpa“. Selten sind die hinter der Meinungsmache stehenden Journalisten namentlich gekennzeichnet. Es sollte nicht überraschen, wenn irgendwann ans Tageslicht kommt, dass einige Leute an bestimmten wichtigen Schaltstellen auf mehreren Gehaltslisten standen.

Das Sein prägt das Bewusstsein. Die Physiognomik des hiesigen „Antifaschisten“ oder „Linksextremisten“ ähnelt sich deshalb häufig. Ein Bekannter berichtete mir einmal seine Beobachtungen während eines Prozesses gegen einen solchen „Student“. Der Angeklagte vollzog die mittlerweile übliche Strategie dieser Szene vor der Justiz - er schwieg zu allem. „Sein Ausdruck“, so mein Bekannter, „war leer. Da war nichts, nur Leere. Und irgendetwas Unangenehmes dahinter.“ (Es kam übrigens zum faktischen Freispruch aus Mangel an Beweisen.)

Meine eigene Beobachtung war bisweilen, dass sich diese „jungen Leute“ oft innerlich selber bewusst sind, wie wenig ernsthaft ihr Tun ist, wie gering die politischen Konsequenzen sind. Während einer gestörten konservativen Veranstaltung war da etwa mal einer, der sich wie der moralische Leiter des obersten Gerichts aufspielte. Er inszenierte sich als „antifaschistischer“ Freisler. Eine Minute nach seiner Erregungseruption lachte und witzelte er bereits ausgelassen mit seinen Kollegen. Es war alles eine große Inszenierung, alles nur Theater.

Diesen Typus findet man auch in einer Szene von Jan Fleischhauers Doku "Unter Linken": Ein junger Mann kippt in Berlin-Kreuzberg einem CDU-Werber eine Ladung Wasser über den Kopf. Als ihn das Kamerateam verfolgt, flüchtet er zu seinem angeblich ungeliebten Papa, der Staatsmacht in Form der Polizei. Dort mit seiner eigenen Doppelmoral konfrontiert, bleibt ihm nur, verdruckst zu grinsen. Authentizität hin oder her, die spezifische Mimik ist sehr typisch und perfekt eingefangen.

Die „jungen Menschen“ können in diesem Staat also ihre eigenen Defizite, ihre mangelnde Differenzierungsbereitschaft, ihre Aggressionen ausleben, erfahren aber kaum Widerstand. Jedenfalls so lange sie im Rahmen ihrer Rituale bleiben. Ihre von ihnen ausgesuchten Gegner sind viel schwächer und meist wehrlos (selbst Greise werden nicht geschont), die Polizei ist selten mit Biss hinter ihnen her, die Medien sind ihnen tendenziell gewogen, die Justiz spricht milde, und Sympathisanten unter den rot-grünen Mächtigen in der Politik finden sich immer. Ein Räuber-und-Gendarm-Spiel also, das nun schon einige Jahrzehnte läuft.

In solcher Lage wird das etwas deutlichere Vorgehen der Polizei gerne provoziert, ja geradezu herbeigesehnt (oder sollte diese bei Hausfriedensbruch und Sachbeschädigung zukünftig ernsthaft stets zu Hause bleiben?), und prompt finden sich wieder Sympathisanten in den Medien, die in den Klageruf vor der schlimmen Polizeirepression einstimmen können. Bei meist lächerlichen staatlichen Maßnahmen muß man die kaum vorhandene Repression schließlich umso stärker thematisieren. Und folgerichtig müssen deshalb als letzte Instanz die Gerichte gegensteuern und die armen „jungen Leute“, die armen „Studenten“ ausgleichend mit Milde strafen.

Nun zum aktuellen Beispiel: Im Dezember 2009 besetzten „Studenten“ das Casino der Frankfurter Universität, angeblich um gegen die Studienbedingungen zu protestieren. Im Verlauf der zweitägigen Besetzung wurden indes die einschlägigen Parolen verbreitet, darunter solche Dünnbrett-Erzeugnisse wie „Deutschland denken, heißt Auschwitz denken“ (siehe Bildstrecke hier). Weil es zu Verwüstungen im Inneren des Gebäudes kam, ließ der Uni-Präsident das Gebäude nach längerer Untätigkeit schließlich von der Polizei räumen. Natürlich wurde von befreundeten Journalisten umgehend das "rabiate" Vorgehen der Staatsdiener angeprangert. Nur wenige fanden klare Worte.

Der durch die „Studenten“ entstandene Schaden betrug rund 250.000 Euro. Hochschulpräsident Werner Müller-Esterl erstattete somit Anzeige gegen 176 Studenten, die sich der Aufforderung, das Casino zu verlassen, widersetzt hatten. Allerdings bekam er wohl bald vor der eigenen Courage kalte Füße, gab somit die Hauptschuld gefahrlos „der Politik“ und diente sich würdelos in einem Brief den Besetzern an, daß er auf die Strafverfolgung verzichten würde, wenn sie einen künftigen Gewaltverzicht unterschreiben würden. Nur 70 der Besetzer, die Mitläufer wohl, gingen darauf ein. Der überzeugte Kern wies das wachsweiche Angebot schnöde zurück. Nun kam es zum Prozeß, mit dem Ergebnis, dass die Frankfurter Staatsanwaltschaft alle 106 Verfahren wegen geringer Schuld eingestellt hat. Dies wird mit der geringen Zeit zwischen der Aufforderung zum Verlassen des Gebäudes und der Räumung begründet. Der Uni-Präsident hatte also offenbar zwei Tage tatenlos zugesehen, bis er angesichts der eskalierenden Gewalt Maßnahmen ergriff. So machten sich die „Studenten“ nur 30 Minuten lang strafbar bzw. ja nicht-strafbar. „Das ist ein relativ kleiner Zeitraum“, äußerte die Sprecherin der Frankfurter Staatsanwaltschaft Doris Möller-Scheu. Ein öffentliches Interesse sei daher nicht gegeben. Zudem sei keiner der Angezeigten vorbestraft.

Justitia mit roter Augenbinde? Nun, mindestens mit Stoppuhr. Manche Bankräuber benötigen auch weniger als 30 Minuten für ihren Coup. Die Mörder von Dominik Brunner brauchten gar nur ein paar Minuten, bis sie ihr Werk verrichtet hatten. Könnte sich dies also strafmildernd auswirken? Das Urteil können sich auch die Bürger zu Herzen nehmen, die nur mal 15 Minuten im Halteverbot standen und dennoch ein Knöllchen kassiert haben. Immerhin wohl ein Mehr an öffentlichem Interesse und Strafe als bei den "Studenten". Eine Freundin von mir erhielt mal von der Polizei wegen angeblicher Fahrerflucht innerhalb kürzester Zeit Hausbesuch, weil sie einen schnöden Verkehrspfosten angeschrammt hatte und nicht sofort zur Polizei gefahren war. Hatte nur Sekunden gedauert, der Unfall. Ihr Pech war vielleicht, daß der Pfosten keine 250.000 Euro Schaden erbrachte.

Trotzki oder Che Guevara oder mancher alte linke Revolutionär würden vermutlich verächtlich auf die deutschen Wohlstandskinder von heute schauen. Einst hatten sie ihr Leben riskiert. Heute hingegen haben wir eine Art linke Staatsjugend, die sich revolutionär gebärdet, aber nichts riskiert, weil ihr alle den Bauch pinseln.

Ich persönlich hätte übrigens für eine Anklage im Demjanjuk-Stil plädiert: Jeder Einzelne haftet für Alles. Das wären dann je 250.000 Euro, die jeder der 176 Besetzer sein Leben lang abbezahlen darf. Das wären am Ende 44 Millionen Euro in die Uni-Kasse. Ein nachhaltigeren uns sozialeren Beitrag für bessere Studienbedingungen hätten die "jungen Leute" dann überhaupt nicht beisteuern können.

 

Foto: Justitia mit roter Augenbinde, Jutta Rotter, pixelio.de


 Gastbeitrag

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Kommentare (30)

martin harrell
6. Oktober 2010 09:35

Sehr gut! Ich mag es immer, wenn praktische Beispiele genannt werden. Das sagt mehr aus als alles Theoretisieren.

eo
6. Oktober 2010 09:51

Dieses Syndrom
wird in den 'Acht Todsünden'
von Konrad Lorenz im Kapitel VII -
'Abreißen der Tradition' - beschrieben
und als eine gefährliche
Entwicklungsstörung
gedeutet.

martin harrell
6. Oktober 2010 09:53

Was für ein Uni-Praesident!

Einen Gewaltverzicht unterschreiben?? Welche juristische Bedeutung soll das haben, da Gewalt (von Notwehr abgesehen) ja ohnehin illegal ist! Ganz davon abgesehen, daß auch im praktischen Sinne der "Verzicht" irrelevant waere...

Was für ein intellektueller Zwerg dieser Mensch sein muß!

Bauer Gerhard
6. Oktober 2010 13:38

Richtig.
Ansonsten könnte man ja auch mal Stadtreinigungsarbeiten als Strafe andenken, z. B. Graffitti von den Wänden kratzen etc..

Zoroaster
6. Oktober 2010 14:11

"Justitia mit der Stoppuhr". Der im Kern gut geschriebene Artikel, der die Einseitigkeit des hiesigen "Systems" aus Politik, Presse und verdruchster Zustimmung zu den Ausschreitungen von "Studenten" zu Recht anprangert, verliert sich leider wieder in einer undifferenzierten Justizschelte.

Fakt ist, dass eine Uni-Mensa, wie auch jedes andere Universitätsgebäude der Öffentlichkeit zugänglich ist und man somit keinen Hausfriedensbruch i.S.d. § 123 StGB begeht, wenn man das Gebäude betritt oder sonst "nutzt". Die Intention des Betretenden bleibt dabei außer betracht; so begeht auch der Bankräuber, mit dem Vorsatz des Bankraubes versehen, keinen Hausfriedensbruch, wenn er das Bankgebäude betritt. Der Zutritt ist vom Berechtigten (Hausrechtsinhaber) generell gestattet (klar, sonst wäre ein geregelter Kundenbetrieb nicht aufrechtzuerhalten).

Ein Hausfriedensbruch wird erst dann begangen, wenn sich der Hausrechtsinhaber dazu entschließt den Betretenden aus dem Gebäude zu verweisen. Erst mit diesem Verweis stellt er den Betretenden in die Illegalität. Kommt der zum Verlassen Aufgeforderte der Aufforderung nicht in angemessener Zeit nach (also in der Regel unverzüglich) macht er sich nach § 123 StGB strafbar.

Auf den obigen "Uni-Fall" gemünzt, bedeutet dies, dass es nicht darauf ankommt, mit welcher Gesinnung die "Studenten" die Mensa betreten und nicht mehr verlassen haben, sondern darauf, dass der Hausrechtsinhaber (der Uni-Präsident) sie nicht sofort zum Verlassen aufgefordert hat.

Wenn dann zwischen der verspäteten Aufforderung und der Räumung durch die herbeigerufene Polizeit nur 30 Minuten liegen, so ist zwischen Beginn und Beendigung der Straftat nur eben dieser Zeitraum relevant. Die Schwere des Hausfriedensbruchs hängt aber maßgeblich von der Dauer der Straftat ab (sogenanntes Dauerdelikt).

Die Entscheidung der StA ist deshalb nachvollziehbar und juristisch einwandfrei - auch wenn ein strafrechtliches Vorgehen aus erzieherischen Gründen sicherlich angebracht gewesen wäre. Aber das ist eine rechtspolitische Frage.

Ergo: Anstatt auf die Justiz einzudreschen sollte auf die wahrhaftig Verantwortlichen eingedroschen werden und hier schließt sich der Kreis zum oben beschriebenen Meinungskartell aus Politik, Medien und klammheimlicher Zustimmung in Teilen der "Bevölkerung".

Mit freundlichem Gruß,

Zoroaster

M. von Annweiler/E. Knülle
6. Oktober 2010 14:48

Laut verlinktem FAZ-Artikel war der angerichtete Schaden geringer. Davon mal abgesehen, ist die Situation an der Uni Köln eine ähnliche: Eine radikale Minderheit macht Radau, die Mehrheit der Studenten tut dies als ideologisches Getue ab. Das allein ist es natürlich nicht, sondern eben auch wirksame Agitprop, zumal einige Dozenten sich äußerst wohlwollend zeigen und die Gegenseite fast nicht in Erscheinung tritt. Falls jemand hier in Köln studiert und (publizistisch/agitatorisch, nicht handfest) Gegentätigkeit entfalten möchte, so würden wir uns über Kontaktaufnahme freuen.

Markward von Annweiler und Ewald Knülle

David Scott
6. Oktober 2010 15:48

Es ist das Problem, dass diese Artikel nur unter denen kursieren, die das alles eh schon wissen und dass diese Artikel nicht an Linke bzw. Leute der "Mitte" gelangen.

Wir brauchen keine Kommentare à la: "Ja, so ist es!", "Genau, das stimmt". Wir brauchen Diskussionen und Debatten, keine Selbstbeweihräucherung! Bestätigung und Festigung der eigenen Meinung bringen keine Disskusionsanteil-Zugewinne!

Gozac
6. Oktober 2010 20:20

Auf die Schnelle ein paar Gegenbeispiele zur "Justitia mit roter Augenbinde":

https://www.tagesspiegel.de/berlin/ungewissheit-zermuerbt/1078634.html

https://www.spiegel.de/schulspiegel/wissen/0,1518,503951,00.html

https://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,440081,00.html

Vulture
6. Oktober 2010 21:19

Klaus, dass die Linken dämlich gucken, wissen wir doch alle; lass mal gut sein. David Scott ist hier zuzustimmen.

Nils Wegner
6. Oktober 2010 22:42

@ Scott:

Also sollen alle, die Dr. Wolfschlag zustimmen, das Kommentieren unterlassen?

Ich denke nicht.

Zur Sache:
Ist unterschrieben. Der Demjanjuk-Brückenschlag ist übrigens eine Punktlandung, danke dafür.

Karl Eduard
7. Oktober 2010 06:43

Das geht aber erst, seit junge Leute nicht mehr für ihren Lebensunterhalt arbeiten müssen. Der Sozialstaat schafft diese jungen Leute erst, die, statt sich auf ihr Studium zu konzentrieren oder eine Lehre oder einer Arbeit nachzugehen, den Staat bekämpfen, der sie ernährt. Früher hätten diese jungen Leute von den Eltern die Haustür gewiesen bekommen, da jeder zum Einkommen der Familie beizutragen hatte. Heute werden Drohnen gezüchtet.

Bauer Gerhard
7. Oktober 2010 06:49

"...Es sollte nicht überraschen, wenn irgendwann ans Tageslicht kommt, dass einige Leute an bestimmten wichtigen Schaltstellen auf mehreren Gehaltslisten standen..."
Das wird sicher so sein.

Wie schrieb Oswald Spengler:
"Was ist Wahrheit? - Drei Wochen Pressearbeit, und alle Welt hat die Wahrheit erkannt. Ihre Gründe sind so lange unwiderleglich, als Geld vorhanden ist, sie ununterbrochen zu wiederholen." - Der Untergang des Abendlandes

Wem stehen die Medien zur Verfügung? Dies ist die alles entscheidende Frage im Kampf um die Meinungshoheit.

Götz Kubitschek
7. Oktober 2010 07:26

kurzer nachtrag zu wolfschlags beitrag:
für unsere 5. konservativ-subversive aktion, in deren rahmen wir für zwei stunden einen raum besetzten, um benjamin jahn zschockes wandbild vor der übermalung zu retten, bezahlten die vier beteiligten zusammen etwa 3000 euro an bußgeld und 750 euro an den rechtsanwalt.

Kreuzweis
7. Oktober 2010 10:36

Lieber Gozac,
Sie sind wohl ein ganz linker Scherzkeks? Die Fälle, die Sie anführen sind doch Fürzchen, gegen das, womit 'Rechte' zu tun haben? Biodeutsche Jugendliche kloppen sich mit einem pöbelnden besoffenen Neger und werden daraufhin vom Bundesanwalt wie Schwerstverbrecher in den Hochsicherheitstrakt nach Karlsruhe geflogen - und sie führen die Jammergeschichte eines Soziologen, der für 23h in Haft saß, an? Solche Hausdurchsuchungen haben viele Rechte wegen weit geringer Vergehen erfahren dürfen. Politischen Artikeln aus dem 'Spiegel', dem Sturmgeschütz des Salonbolschewismus, glaube ich persönlich recht wenig - dennoch sind die dort geschilderten Fälle auch Fürzchen, gemessen an ähnlichen Schicksalen von Rechten. Mir ist ein Überfall solcher "netter Jugendlicher" auf einen NPD-Infostand in Heidelberg erinnerlich. Die NPDler wurden krankenhausreif geschlagen. Ich hätte schweren Landfriedenbruch vermutet. Die netten Jungs durften jedoch das Gericht frei verlassen. Der Richter wolle ihnen mit einer Verurteilung nicht die Zukunft verbauen...
Auch organisierter Mord, wird gerne mit symbolischen Strafen bedacht, wenn es gegen Rechts geht - fragen Sie mal bei den REPs in Berlin nach.
Falls Sie es wirklich nicht besser wissen: gelegentliche Lektüre bei fact-fiction.net oder de.altermedia.info kann Ihnen eventuell helfen, zu erkennen, ob Justitias Binde nur rot oder rot-verrutscht ist...

Roi Danton
7. Oktober 2010 12:04

Kann Herrn Wolfschlag und Kreuzweis da nur zustimmen. Aber so wie die gewählten Politiker eben nur ein Abbild dieser "Gesellschaft" sind, weil sie eben aus ihrer Mitte stammen, so sind es eben auch die Richter. Ob das Problem nun ein rein rechtliches oder ein rechtspolitisches ist - aus meiner Sicht (ich bin kein Jurist) ist das eine nachrangige Diskussion. Denn Fakt ist nunmal, dass die Richterstühle voll von Menschen sind, welche Tag ein, Tag aus Linke und vor allem Muslime mit viel zu laschen oder gar keinen Urteilen belegen. Gerade bei letzteren ist das Groteske mittlerweile Alltag geworden, es gibt hunderte von schrecklichen Beispielen dieser Gesinnungsrechtsprechung. In Aschaffenburg hatten wir z.B. gerade einen Fall, bei welchem ein Muslim seine beiden Schwestern mit über 15 (!!!) Messerstichen lebensgefährlich verletzte, weil diese einen Streit mit ihrer Mutter bezüglich abendlichen Ausgehens hatten. Und das Urteil? 2 Jahre Jugendstrafe auf Bewährung und 350 Sozialstunden, denn ein Mordversuch lag nicht vor (alles klar) und es sei lediglich eine "affektive Aufwallung" gewesen. Bei 15 Stichen mit einem Fleischmesser. Ich verstehe.

Und ob das Urteil nun formaljuristisch oder rechtlich oder wie auch immer in Ordnung bzw. vertretbar ist - ganz ehrlich: Das geht mir sonstwo vorbei. Fakt ist: Wir haben Richter, die das Gegenteil von objektiver Gerichtsbarkeit betreiben. Und wir haben auch einen Strafenkatalog, der dringend überarbeitet werden müsste. Ist ein ausgelutschter Spruch, der gerne an Stammtischen fällt (dort wird nun einmal das besprochen, was die Menschen bewegt), aber er ist schlicht und ergreifend wahr: Steuerhinterziehung, Betrug etc. all das wird zuweilen härter bestraft als Verbrechen mit körperlicher Gewaltanwendung.

Aber wen wunderts? Leben wir doch in einem Land, in dem Abtreibungsgegner als Verbrecher und Verrückte dargestellt und diejenigen, die bei einem überfahrenen Reh auf die Straße gehen oder bei einem hingerichteten Serienkiller weinen, als Helden dargestellt werden.

juliusevola
7. Oktober 2010 18:15

„Deutschland denken, heißt Auschwitz denken“

An einer hiesigen Litfaß - Säule las ich einmal:
"No Germans, no holocaust"

rjaeck
7. Oktober 2010 21:54

@ David Scott

Volle Zustimmung, doch:

Was oder wer hindert jemanden daran, diesen (oder andere einschlägige) Artikel an Linke oder "Mittige" weiterzuleiten?

Vor allem Letzteren würde dies bestimmt das eine oder andere Auge öffnen.

Zentralwerkstatt
7. Oktober 2010 22:04

@Zoroaster

Schön juristisch dahergeschwurbelt. Doch Sie übersehen leider, daß Paragraph xywasweißichnichtnochalles hier ins Leere schießt. Denn die Meute hat das Gebäude besetzt, insofern bestand von Anbeginn an eine Straftat. Die böse Absicht beim Betreten eines öffentlichen Gebäudes sei nicht strafwürdig, wenn das Betreten des Gebäudes für Jedermann grundsätzlich gestattet sei - hmmm, und wenn nun die böse Absicht die Einvernahme des Gebäudes selbst ist?!?????

Lassen wird das. Hoffen wir, nein, arbeiten wir dafür, daß Recht wieder mit Gerechtigkeit in Übereinkunft kommt. Weg mit der Juristenbranche, die Recht verdreht und beugt, daß es jedem gesunden Empfinden spottet. Für mich sind Juristen so nutzvoll wie Steuererklärer, sie können - weil sie sonst nichts können - nur im von ihnen selbst geschaffenen Biotop überleben. In Wahrheit braucht sie aber keiner. Von derartigen Menschen fabriziertes "Recht", daß durch "Experten" aus den gleichen Reihen erklärt werden muß, hat keine Alltagstauglichkeit. So einfach ist das. Das BGB begründet eine (Abzock-)Branche in der BRD-GmbH, mehr nicht.

Ich behaupte sogar, daß wir nach gleicher Denkart auch keine Politiker brauchen. Ich zumindest brauche und will niemanden, der mich regiert. Ich empfinde das als Anmaßung und Frechheit meiner Person und Persönlichkeit gegenüber. Auch wenn die Charakterart der selbst ernannten regierenden Personen nun irrelevant sein sollte - die BRD-Figuren, die in der Welt offiziell als meine Repräsentanten gelten, sind eine absolute Demütigung für mich! Ob das vielleicht so gewollt ist? Demütigung der Deutschen im Geiste von Versailles?

Gozac
7. Oktober 2010 22:48

@Kreuzweis
Der Soziologe saß 3 Wochen in Untersuchungshaft, seine Familie wurde nachrichtendienstlich überwacht und das Ermittlungsverfahren wurde erst nach 3 Jahren eingestellt. Es gab/gibt kein von ihnen erwähntes "Vergehen" dass dieser Mensch begangen hat. Ob das Vorgehen der Behörden ein Fürzchen oder ein Kaventsmann von einem Furz war, ist ihre persönliche Meinung die in dem Zusammenhang nicht interessiert. Genausowenig wie Anektoden über NPDler, REPs und ähnlichem Gesindel.

Ich weiß nicht ob Herrn Dr. Claus-M. Wolfschlag innerlich selber bewusst ist, wie wenig ernsthaft sein Artikel ist, wenn er Beispiele wie die von mir angeführten, aus welchen Gründen auch immer, nicht in die Betrachtung einbezieht. Genausowenig weiß ich, wie die "Besetzung" bei der im Kommentar von Götz Kubitschek erwähnten Aktion in Chemnitz genau abgelaufen ist. Gab es Sachbeschädigung? Wurde Hausfriedensbruch begangen? Falls ja, soll die Justiz wegen der hehren Beweggründe der Aktion für solche Vergehen ein Auge zudrücken? Auch wenn ich persönlich gegen solcherart Besetzungen nichts einzuwenden habe, frage ich mich, wie das mit den folgenden, aus einem BN-Artikel (über die Ereignisse in Stuttgart) zitierten Sätzen zusammenpasst:

"Das Besetzen von Gelände und Fahrzeugen ist verboten. Daher ist die Aufregung unverständlich, wenn sich Medien darüber echauffieren, dass Gesetzesbrecher mit Gewalt aus dem Park gedrängt wurden!"

Bauer Gerhard
8. Oktober 2010 04:14

@Kubitschek
Für solche Fälle, wäre es sinnvoll, diese Kosten nach der Verurteilung ein Spendenkonto einzurichten, damit jeder sein Scherflein beitragen kann.
Falls es ein solches Konto gibt, bitte ich um Mitteilung und ich werde diese Kontonummer auch verbreiten und um Unterstützung werben.

Aktivisten müssen damit rechnen, von der Staatsgewalt auch finanziell ausgeblutet zu werden, wir hingegen müssen mit unseren, wenn auch oft genug bescheidenen Mitteln unterstützen wo wir nur können.

Eine Möglichkeit wäre auch, auf ein Abo der Sezession einen gewissen Betrag aufzustocken, der für dergleichen zurückgelegt wird.

Pat Bateman
8. Oktober 2010 08:47

@Gozac
Was erwarten Sie sich denn hier eigentlich? Das jetzt alle kollektiv anfangen zu weinen, weil es auch mal jemandem vom linksliberalen Establishment erwischt hat? Für mich sind diese Art von Soziologen und Sozialpädagogen auch nicht mehr als Gesindel, für die ich mich nicht interessiere.

Ihre absolute Ahnungslosigkeit, stellen sie dann ja zugleich in den Absatz darunter da. Sie hätten mit Leichtigkeit recherchieren können, wie und was da in Chemnitz abgelaufen ist. Alleine Sie hatten kein Interesse daran. Ist ja kein Problem, aber vielleicht sollte man sich dann einfach gar nicht dazu äußern?

Druide
8. Oktober 2010 10:39

Zitat Zentralwerkstatt:

Weg mit der Juristenbranche, die Recht verdreht und beugt, daß es jedem gesunden Empfinden spottet. Für mich sind Juristen so nutzvoll wie Steuererklärer, sie können – weil sie sonst nichts können – nur im von ihnen selbst geschaffenen Biotop überleben. In Wahrheit braucht sie aber keiner. Von derartigen Menschen fabriziertes „Recht“, daß durch „Experten“ aus den gleichen Reihen erklärt werden muß, hat keine Alltagstauglichkeit. So einfach ist das. Das BGB begründet eine (Abzock-)Branche in der BRD-GmbH, mehr nicht.

Mit Verlaub, ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen. Es ist sicher wahr, dass es Degenerationserscheinungen auch in der Juristerei gibt und geben muss. Es handelt sich schließlich um handelnde, auch zeitgeistige Menschen. Die Nähe zur Macht schafft auch Fakten. Unter Juristen gibt es aber sehr viele, die aufgrund ihres Sprach- und Denkvermögens tatsächlich in der Lage sind, Gedanken aufzunehmen und neu zu formulieren. Ein Großteil derjenigen, die über das Studium der Rechtswissenschaften erstmals in ihrem Leben mit Logik und denkerischer Stringenz konfrontiert wurden, wirken praktisch konservativ und vor allem unideologisch. Man kann der Rechtswissenschaft aber nicht durchgepeitschte, schlecht gemachte, ausufernde Gesetze innerhalb des liberaldemokratischen Systems zum Vorwurf machen (Die Hartzgesetze sind pars pro toto auch für Juristen eine Zumutung). Die Flickschusterei der Legislativorgane stößt weitgehend auf Ablehnung in der Rechtswissenschaft, jedoch haben wir Gewaltenteilung.
Noch dazu kommt, dass auch die Rechtswissenschaft infolge des Verlustiggehens der allgemeinen Staatsziele und der Auflösung in partielle Interessen zermürbt wird.
Gute Juristen gehören heute zu den letzten, die gerade unter Absehung persönlicher Vorlieben ein Abgleiten in vollends totalitäre Zustände nach Möglichkeit verhindern.
Wer die umfassende Wiedereinführung des Faustrechts für erstrebenswert hält, sollte von Volk und Staat schweigen.

Hoffen wir, nein, arbeiten wir dafür, daß Recht wieder mit Gerechtigkeit in Übereinkunft kommt. Weg mit der Juristenbranche, die Recht verdreht und beugt, daß es jedem gesunden Empfinden spottet.

Aus diesen Sätzen spricht gespenstische Naivität. Gerechtigkeit und Recht können NIE in eins fallen, außer vielleicht wenn die Blutrache allgemein anerkannt ist. (Nicht doch zum Islam konvertieren?) Vielmehr liegt im Vorhandensein des Rechts schon die größtmögliche (irdische) Gerechtigkeit beschlossen. Das Jenseits wird nicht zum Diesseits.

Zentralwerkstatt
8. Oktober 2010 14:00

"Mit Verlaub, ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen."

Sie dürfen - auch wenn ich mich frage, wie Sie das anstellen, mit dem "Schwachsinn lesen".

>> 2*Rechtswissenschaft(en)
Sie können noch eins und noch eins des Wortes "-wissenschaft" dahintersetzen. Damit wird die Juristerei aber immer noch nicht zu einer Wissenschaft. Nur weil diejenigen, die das Geschwurbel betreiben, es in diesen Stand heben wollen - was freilich nur der Verschleierung dient -, wird es dennoch NIE zu einer solchen. Nur die reine Beschäftigung mit den von der Natur vorgebenen Gesetzmäßigkeiten kann eine Wissenschaft sein, weil NUR (doll, gelle, diese Hervorhebungen) sie aboluter Objektivität genügen kann - liegen die Naturgesetze doch nicht in der Hand von Menschen. Wir wollen doch nicht auch noch "Steuerwissenschaften" und "Nasepopelwissenschaften" sind für mich auf einer Stufe mit "Rechtswissenschaften".

"Gerechtigkeit und Recht können NIE in eins fallen, ..."
Aha, Danke noch eins! Sie sind ganz offensichtlich ein Jurist, völlig weltfremd, auf den eigenen Vorteil bedacht und ein Feind anderer Menschen, der das damit begründet, der Freund eines anderen zu sein. Erbärmlich!

Aber letztlich gestehe ich es Ihnen zu, Ihren Stand zu verteidigen, würden Ihnen doch die Pfründe gestrichen, die Ihnen des Rechts, aber NIE der Gerechtigkeit wegen zustehen mögen. Ich würde Ihnen ja auch nicht das Lebensrecht absprechen. Soll jeder so machen, wie er will, so lange sein Tun Grundlage einer allgemeinen Gesetzmäßigkeit sein könnte...

Darf ich auch hypothetisieren - Sie erlaubten sich das in Richtung meiner Person ja auch. Sie haben wahrscheinlich zwei linke Hände, zum Künstler reicht die KReativität nicht - was sollten Sie mit Ihrem Leben auch anfangen als zu Schwurbeln in einem Gildensystem, das sich auf den real arbeitenden Volkskörper gesetzt hat und diesen auszusaugen gedenkt, weil es sich in völliger Verkennung des Eigenen zu einer Elite ausruft. Hinter Euch kommen übrigens gleich die Steuergauner, die sich die Häppchen vom Boden aufkehren.

Nennen Sie mir eine stichhaltige Begründung, warum das BGB besser als meinetwegen die 10 Gebote sein sollte? Sie werden nichts vorbringen können außer Hypothesen und ein Absprechen der geistigen Diesseitigkeit desjenigen, der Sie das fragte.

Also, fleißig weiterschwurbeln! Und nie wagen, das Neue zu denken! Oder gar das Einfache. Denn bei letzterem wären Sie entlarvt, daß Sie ja nicht einmal das verstehen - im Grunde also gar nichts schnallen. Und das macht es geradezu lebensnotwendig für Sie, sich in einem Schwurbeldschungel fern jeder weltlichen Realität zu verstecken und diesen zum Gesetz für die Allgemeinheit zu erheben.

Schon lustig, daß Sie mit Jen- und Diesseitigkeiten daherkommen, hat mein vorhergehender Text doch genau das impliziert, daß gerade Sie (sofern Sie also "Jurist" sein sollten) nicht in der realen Welt stehen. Sie sind weltfremd, aber das juristische Handwerk des Wort- und Tatsachenverdrehens beherrschen Sie wohl. Doch daß Sie mir das nun nicht wieder mit einer Wissenschaft verwechseln?!?!

Gozac
8. Oktober 2010 16:18

@Pat Bateman

Es ist auch kein Problem wenn Sie nicht verstehen worum es mir geht.

Druide
8. Oktober 2010 20:25

@ Zentralwerkstatt

Den aggressiven Duktus können Sie sich schenken, er hebt mich nicht an.

1. machen Juristen die Gesetze nicht, sondern sind gezwungen auch die schlechtesten nach methodischen, insofern wissenschaftlichen, Grundsätzen zu systematisieren. Stichwort: Gewaltenteilung. Kennen Sie die? Wenn Claudia Roth ein Gesetz vom Regelungsinhalt her macht, und dieses das Parlament in Rekordzeit passiert, dann können sie als Jurist nicht sagen, dass Ihnen das nicht gefällt. Also sagen können Sie es schon, aber es hilft praktisch nichts, sie müssen mit der Qualität und Quantität der Gesetze weiterarbeiten.

2. Gerechtigkeit ist zuallererst ein subjektives Gefühl. Der Versuch diese auf eine allgemeine Ebene zu heben, mündete in der Einsicht, dass Gerechtigkeit sich im Recht am ehesten über ein gerechtes Verfahren realisiert, in dem die Subjektivität der Einzelinteressen weitestgehend außen vor bleibt.
Allgemeine Gerechtigkeit wird zu Metaphysik. Allgemeines Recht nicht, weil es an konkrete Intitutionen gebunden bleibt.

3. Diese Abstraktionsfähigkeit ist eine Kulturleistung ersten Ranges, die auch die Staatlichkeit bedingt. Gehen sie nach Afrika, da wollen auch alle Gerechtigkeit, und doch rafft jeder nur für sich selbst. Es gibt öffentliche Wasserversorgung. - Zack! Zwei Tage später hat irgendwer die Kupferrohre geklaut und verkauft, weil er meinte, es stünde gerade ihm zu.

4. Sie haben keine tragfähige Alternative. Die Talion ist radikal einfach und gewissermaßen auch neu.

5. Dass Juristen gewissermaßen "Huren der Macht" sind, ist weder originell, noch sonderlich verwunderlich, weil sie stets in der Axiomatik des bestehenden Systems befangen sein müssen. Alles andere ist undenkbar, weshalb Ihre revolutionäre Position wohlfeil daherkommt. Juristen können daher auch heute bestenfalls mäßigend wirken.

6. Rechtsstaat und Rechtsmittelstaat sind weitgehend identisch. Normalerweise sollte gar nicht jeder Nachbarschaftsstreit oder jede Prügelei unter Jugendlichen (die echten, nicht die Ausländerjugendlichen) vor dem Kadi landen. Doch unter Deutschen wird es zunehmend attraktiv wegen jedem Furz zu klagen. Auch gegen den Staat. Und ein Pleitestaat wird eben andererseits auch zur Krake.

7. Ich sehe gar nicht ein, den Juristenstand an seiner Verfallserscheinung messen zu sollen, während die Nation aber bitte im Glanze ihrer Blüte erstrahlen darf. Das ist Unsinn. Es wäre reichlich unnormal, wenn die allgemeine Degeneration gerade vor der Juristerei halt machen sollte. Im Übrigen wäre sogar aus der Nähe zur Regierung ein möglicherweise überproportionaler Hang zum Opportunismus erklärlich. Dass es zuviele Juristen gibt, sei zudem gar nicht bestritten.

8. Sie verwechseln den echten Juristen mit dem Rechtstechniker. Davon gibt es noch einige. Lesen Sie die neue Sezession. Unter Vermischtes finden Sie eine kleine Rezension zum Thema. Ist Ihnen aber vermutlich zu verschwurbelt.

9. Verstehen Sie das mit dem "Schwachsinn lesen" als Metapher. Verständnisschwierigkeiten hatten Sie ja offensichtlich nicht.

10. Zum BGB: Es wäre mir neu, wenn die 10 Gebote regeln, wie ein bestimmter Gegenstand für alle gleichermaßen verbindlich ihrem Eigentum zugeordnet wird, oder etwa wie ein allgemein anerkannter Verein aufgebaut sein muss.
Sie haben einfach keine geeignete Alternative, die in ähnlich verlässlicher Weise (insbes. die hohe Verlässlichkeit der Rechtsprechung in Grundsatzfragen) die Grundlagen der zivilrechtlichen Organisation von einem 80 Millionen Menschen fassenden Massenstaat gewährleistet.

11.

Nur die reine Beschäftigung mit den von der Natur vorgebenen Gesetzmäßigkeiten kann eine Wissenschaft sein, weil NUR (doll, gelle, diese Hervorhebungen) sie aboluter Objektivität genügen kann – liegen die Naturgesetze doch nicht in der Hand von Menschen

Sie sprechen gerade den Geisteswissenschaften ihre Berechtigung ab. Dabei offenbaren Sie ihr verkürztes Verständnis des Naturbegriffes zum einen, und des hypothetischen, modellbasierten Charakters der Naturwissenschaften zum anderen. Aber ich weiß, ist alles eh Geschwurbel.

E. G.
8. Oktober 2010 23:39

Mit Verlaub, ich habe selten so einen Schwachsinn gelesen. Es ist sicher wahr, dass es Degenerationserscheinungen auch in der Juristerei gibt und geben muss. Es handelt sich schließlich um handelnde, auch zeitgeistige Menschen. Die Nähe zur Macht schafft auch Fakten. Unter Juristen gibt es aber sehr viele, die aufgrund ihres Sprach- und Denkvermögens tatsächlich in der Lage sind, Gedanken aufzunehmen und neu zu formulieren. Ein Großteil derjenigen, die über das Studium der Rechtswissenschaften erstmals in ihrem Leben mit Logik und denkerischer Stringenz konfrontiert wurden, wirken praktisch konservativ und vor allem unideologisch.

Da ist was Wahres dran. Sämtliche Jung- und Altjuristen, die ich persönlich kenne, sind in der Tat irgendwie "konservativ", "rechts", "national" oder wenigstens "patriotisch". Es würde mich nicht wundern, wenn sich herausstellte, daß Menschen, die aus solchem Holz geschnitzt sind, in der Welt der Juristerei in der satten Mehrheit sind. Es neigen auch die meisten BWLer, die ich kenne, nach rechts, schließlich aber auch die Maschinenbauer.

Und bei alledem liegt dann vermutlich auch der Hase im Pfeffer. Denn obgleich einem aus allen Fenstern und Luken des Schiffes rechte und konservative Gesinnungsbrüder zuwinken, sieht man sie oben auf dem Deck recht selten einmal herumstolzieren, geschweige denn, daß sie es wagten, ins Steuerhaus einzudringen und zu versuchen, ernsthaft ein Wörtchen dabei mitzureden, welchen Kurs das Schiff nehmen soll.

Auf dem Narrenschiff Deutschland herrscht eine Aufgabenteilung, die sich seit "Achtundsechzig" bewährt und die sich ohne Zweifel auch noch in Zukunft bewähren kann - bis der ganze Laden eben mit Maus und Mann absäuft: Wohlmeinende "konservative" Pflicht- und Verantwortungsmenschen, Könner und Macher in ihren Dingen, sitzen zuhauf in der Maschinerie von Wirtschaft und Verwaltung, sie ziehen, drehen, schrauben und sorgen dafür, daß alles wie geschmiert läuft. Derweil stehen linke Ideologen und Fanatiker ("liberale" Gesinnungsverwandte, mit ihnen längst bis zur Unkenntlichkeit verschmolzen, eingeschlossen) auf der Kommandobrücke, brüten angestrengt über ihren Karten, die den Weg zur Insel Utopia zeigen, und halten das Ruder fest in der Hand.

Die Konservativen, die Rechten, sie ziehen, drehen, schrauben, legen wohl auch Karrieren hin, kommen dabei persönlich auch gar nicht schlecht weg, gelangen zu Status, gelangen zu Geld. Man läßt sie gewähren, läßt sie arbeiten und an ihren Karrieren basteln. Im Bereich der Sinnerzeugung und Sinnstiftung, da aber paßt der Gegner auf wie ein Schießhund, daß er sich bloß kein Stück von der Deutungs- und Gestaltungsmacht, die er mit zähem Fleiß bei sich zusammengetragen hat, von irgendeinem rechten Kretin aus der Hand winden läßt. Und mögen die Rechten in den Maschinenräumen von Staat und Gesellschaft auch ihren Fluchtort haben, ihr Reich, wo sie als Technokraten "praktisch" und "unideologisch" König sein dürfen - dort hingegen, wo "Sinn" (oder Unsinn) in die Welt gesetzt wird und der Kurs des Schiffes, das die Maschinen so zuverlässig voranschieben, bestimmt wird, in den Geistes- und Gesellschaftswissenschaften, in Kunst, Kultur, Medien, überall dort sind sie Störenfriede, Parias, verfemt, verfolgt, verlacht. Die Schützenvereine, ja, die erlaubt man ihnen noch, aber den Spaß verdirbt man ihnen inzwischen ja auch.

Sicherlich, ab und zu bittet man oben schon mal die Maschinisten herein und begehrt von ihnen Expertenrat und kundige Hilfe, wenn man von Tuten und Blasen, wie das Schiff am Laufen bleibt, gerade überhaupt keine Ahnung hat und einen die leise Furcht beschleicht, daß es jetzt schon nicht mehr weitergeht, obwohl Utopia noch lange nicht in Sicht ist. Dann darf der Maschinist hier und da was "reparieren" und "korrigieren", und er ist mit Freude bei der Sache und trollt sich mit Dank vom Käpt'n daraufhin zurück unters Deck und meint, daß die Dinge ja so schlecht nicht liefen, schließlich habe er ja eingreifen dürfen und man habe ihn machen lassen und sei mit seiner Arbeit zufrieden gewesen, oder nicht? Derweil geht die Wahnsinnsfahrt schon mit Volldampf weiter, unweigerlich, bis der Eisberg kommt. Denn die Insel, wohin die Reise gehen soll, es gibt sie nicht.

In rechten Kreisen versichert man sich gerne, daß man "unideologisch" sei, und wähnt sich damit den Gesellschaftsingenieuren der Gegenseite überlegen. Mir ist völlig klar, in welchem Sinne das positiv gemeint ist und auch tatsächlich eine Überlegenheit der geistigen und praktischen Vernunft beschreibt, die schon immer ein "rechter" Schlingel war. Es drückt sich darin aber kaum verkleidet auch eine Kapitulation aus und das Eingeständnis, daß man über so blitzblanke und scharfe politisch-praktische Waffen, von denen die Arsenale der anderen Seite nur so strotzen, nicht verfügt, und in Wirklichkeit ist man auch traurig darüber, daß es so ist.

Ich glaube indessen, wenn die Allgewalt der linksliberalen permanenten Revolution, die alle traditionellen und autochthonen Güter und Bestände der Nation aufzulösen sucht, in den nächsten Jahrzehnten - o Wunder! - wirklich einmal zurückgedrängt werden sollte, wird es in solchen Kämpfen tatsächlich hart auf hart "ideologisch" zugehen, und es werden für den Raum des Politischen aus "konservativen", "rechten" Gefühlslagen, Stimmungen, Grundüberzeugungen Waffen und Rüstungen gefertigt werden müssen, mit denen Schläge ausgeteilt und ausgehalten werden können (und die hübsch funkeln dazu). Nur Ziehen, Drehen, Schrauben und alle Jubeljahre mal hier und da ein "Reparaturschaden" und eine "Kurskorrektur" (damit es gleich darauf nur um so rasender in die falsche Richtung weitergeht) wird nicht ausreichen. Wenn's denn Deutschland dient. Es geht ja über alles.

Zentralwerkstatt
11. Oktober 2010 19:06

@ Druide

>> Den aggressiven Duktus können Sie sich schenken, er hebt mich nicht an.

Dazu fordern Sie mich auf! Aber wenn Sie den Verlauf der Diskussion verfolgen, werden Sie erkennen, daß Sie die Aggression herbeigetragen haben. Ich tat dem lediglich gleich, nur gerecht, aber im Sinne der Selbstjustiz "aufs Schärfste" zu verurteilen.... Gleich Ihr erster Satz der Antwort, weist mich zu sehr darauf hin, daß Sie Jurist sein müssen, denn versuchen Sie sich doch gleich einmal wieder zumindest im Verdrehen der Reihenfolgen. Sie stecken so tief in der selbst konstruierten Welt, daß Sie wohl nie verstehen können, was ich je meine, denn ich komme vom gesunden Menschenverstand her.

Sie seien herzlich animiert, Ihre Juristerei weiterzuführen, solange Sie mir damit nicht in meiner freiheitlichen Einstellung in die QUere kommen. Wenn Sie Abnehmer für Ihr Geschwurbel finden, die einer diktierten Ordnung bedürfen, dann sind Sie doch legitimiert, das wollte ich Ihnen gar niemals absprechen.

Aber ich verbitte mir als freier Mensch jedes Hereinreden in meine Vereine oder die Art und Weise, wie ich mein Haus, meine Garage, meinen Garten gestalte, wen ich hereinlasse und wen ich mit einem Arschtritt verabschiede.

Nebenbei, ich weiß, wie man wirklich wissenschaftlich arbeitet, ich habe es getan, es ist anstrengend - und wenn man nur den Hauch einer Selbstzentriertheit bei der Arbeit bemerkt, dann ist man eigentlich schon ungeeignet. Der Unterschied zwischen einer Wissenschaft und einer Lehre ist, daß die Wissenschaft streng objektivierbar ist (was absolut unabhängig von der Betreiberperson ist) und sich einer Sache widmet, sich im Gegenteil dazu aber irgendwelche Vögel in der Regel mit einer Lehre selbst zu profilieren suchen. Oder sie als Branche betrachten, als eine Nische, in der sie überleben wollen, sei es zu dem Preis der größten humanistischen Katastrophen. Boah, wa? Das ist mal Abstraktionsfähigkeit. Das Problem bei Lehren ist die drohende Subjektivität - und sobald der Lehrer von der Lehre lebt lebt, will er partout nicht mehr davon lassen. Akzeptiert - solange die Abnahme seines "Produkts" freiwillig ist. Ein zivilisiertes Leben ohne Juristen sei nicht möglich... ja, ja. Das ganze Universum ist ohne Euch entstanden. Ihr seid eine Fortsetzung der Hofgelehrten, die schon im Banne des Monarchen andere Menschen nurmehr drangsalierten und eigentlich nur zum hinterhältigen Durchsetzen eines machtvollen Interessendrangs dienten. Fortschritt ist TROTZ Euch möglich gewesen, langsamer, aber dennoch. Nun aber immer und immer langsamer....

Und nun habe ich auch keine Lust mehr, mich damit auseinanderzusetzen. Juristen sind für mich Sabbelköpfe, die gerne Komplexität mit Kompliziertheit vermengen, weil man damit einiges vortäuschen kann. Wie gesagt, ich sehe das so, meine Lebenszeit erlaubt mir ein Urteil. Wenn andere das anders sehen, halten Sie sich an genau die. Meine Meinung gilt für mich, ich will hier keine "neue Lehre" in Allgemeingültigkeit durchdrücken, ich spreche nur für mich und die Menschen, die ich um mich haben will. Ich will reale Menschen mit realen Taten um mich haben, Praktiker. Die sind konstruktiv. Sie als Theoretiker sind es nicht, per definitionem schon nicht - nur wenn Sie "konstruktiv" genügend abstrahieren - dann natürlich auch! Ohje.

Zentralwerkstatt
11. Oktober 2010 19:38

@ Druide

Meine wichtigste Botschaft an Sie: Versuchen Sie einmal, "naiv" nicht als Schimpfwort zu sehen! Einem Inhaber eines verklausulierten Gehirns sollte es sicherlich schwerfallen, gerade einer Naivität bzw. Unvoreingenommenheit etwas Positives abzugewinnen. Aber umgekehrt zeigt das, mit welcher trüben Weltsicht Sie eigentlich beschlagen sind. Sie leben als Jurist vom Mißtrauen der Menschen untereinander, das Sie zuvor kunstvoll mit fein gespickten "Gesetzeslücken" gesponnen haben. Und natürlich machen Juristen die Gesetze, weil sich Politikerreferenten und -Berater doch wohl in der Regel aus dieser Population rekrutieren.

Das Leben und Zusammenleben könnte einfach sein, aber das wollen Sie nicht - schon gar nicht jetzt mehr, da man ja doch einiges dadurch an Pfründen sichern kann. Die meiste Zeit der Menschheitsgeschichte war man Gelehrter, wenn man "nur" lesen konnte, der direkte Faden dieser Art wenig weiter beschlagener "Gelehrter" führt zu den Juristen. Herren des Wortes. Sie können lesen. Als auch bildungsverwöhntes BRD-Wohlstandskind kann ich daraus alleine irgendwie kaum Respekt für Sie empfinden. Lesen, Wörter und Worte - na, und? Was ist mit Taten? Erfindungen, greif- und begreifbaren Lebensleistungen? Nada?

Druide
12. Oktober 2010 17:09

@ Zentralwerkstatt
Nach wie vor sprechen Sie der geisteswissenschaftlichen Tradition Europas ihre Erkenntnisfähigkeit mit Argumenten ab, die erkenntnistheoretisch nicht fundiert sind. Beziehen Sie in ihr Denken doch bitte den Umstand mit ein, dass auch der klass. Naturwissenschaftler zur Hypothesenbildung und zur wissenschaftlichen Auswertung von Versuchsreihen seinen Geist als Medium benutzen muss. Die Interpretationsbedürftigkeit der Umwelt bleibt in jedem Falle.
Ich zitiere Günter Rohrmoser "Kulturrevolution in Deutschland":

Der Grundeinwand gegen den Positivismus ist jedoch, dass er sich selbst nicht begründen kann, denn er muss die fundamentale Gleichsetzung von wissenschaftlicher Erkenntnis mit Erkenntnis überhaupt, die er doch erst begründen will, schon voraussetzen. Wenn alle wissenschaftliche Erkenntnis nur Erkenntnis ist, muss auch der Satz, dass alle Erkenntnis zugleich wissenschaftliche Erkenntnis ist, wissenschaftlich erweisbar sein.
Die Gleichsetzung von Erkenntnis mit wissenschaftlicher Erkenntnis ist das Produkt einer Anwendung der Wissenschaft auf sich selbst. Demgemäß ist sie aber durch Wissenschaft weder verifizierbar noch falsifizierbar.
[...]
Vielmehr befindet sich eine die Wissenschaft begründende und rechtfertigen wollende Philosophie in keiner anderen Situation wie der sich auf die Offenbarung berufende Glaube.

Das ist logisch zwingend!

Für sie sind nur die klassischen Naturwissenschaften wahr, was die geisteswissenschaftlichen Traditionsbestände Europas seit der Antike der Unwahrheit überführen soll. Ich erlaube mir, das nicht zu akzeptieren. Es ist seit je her eines der Grundaxiome christlichen und konservativen Denkens, dass die Gottesebenbildlichkeit des Menschen diesen zur tieferen Einsicht in die Ordnungszusammenhänge der Welt befähigt. Sicherlich nicht vollständig, aber für eine wahrhaft humane (im echten Sinne des Wortes) Ordnung kann es reichen, wenn bestimmte Voraussetzungen stimmen. Aus dem vorgenannten ergibt sich, dass ich an der implizit behaupteten, theoretischen Erkenntniskraft einer Rechtswissenschaft festhalten werde.

Geisteswissenschaften sind nämlich auch Naturwissenschaften, wenn man unter Natur das Wesenhafte der Erscheinungen, die man denkerisch untersucht, versteht. Unter diesem Gesichtspunkt sollten sie sich mal fragen, was Naturgesetzlichkeiten dann noch alles sind. Villeicht gibt es ja auch eine Natur des Rechts?
Der positivistische Naturbegriff, den Sie hochloben, sieht nicht mehr als die Summe der betrachteten Teile, weshalb bei aller funktionalen Nützlichkeit daraus der Sinn der menschlichen Umwelt nicht zu gewinnen ist.

Was ihre spezifische Juristenfeindlichkeit angeht, vermute ich biographische Gründe. Ihre Enttäuschung über den juristischen Firlefanz könnte aber mit einer ursprünglich realitätsfernen Erwartungshaltung, was Juristerei leisten kann und was nicht, zusammenhängen. Wenn das gemeinsame Grundverständnis des Sinns von Mensch und Welt verloren geht, was ganz offensichtlich Europas Vakuum kennzeichnet, dann liegen die Voraussetzungen für seriöse juristische Arbeit vielfach (insbes. in der juristischen Praxis) gar nicht mehr vor.
Analog dazu könnte man die Fähigkeit der heutigen Beamten zu richtiger Polizeiarbeit bezweifeln, ohne ihnen gleich ihre grundsätzliche Daseinsberechtigung abzusprechen, weil auch deren Grundlagen erschüttert sind. Oder man argumentiert eben wie sie und schimpft dann auf die Bullenschweine, die nur dem repressiven System dienen.
Verstehen Sie diesen Vergleich?

Ihr gesunder, praktischer Menschenverstand ist im Übrigen das, was sich am wenigsten objektivieren lässt. Dieser mag Sie konkret vor bestimmten Ideologien schützen, die mit dem Fehlgebrauch des Denkens verbunden sein können, aber dass sie ideologiefrei sind, konnte ich hoffentlich widerlegen. Für eine metapolitische Fundierung der neuen Rechten, die die gerade sich vervollständigende Kulturrevolution auf deutschem Boden zu bewältigen hat, während sich die islamische Revolution schon abzeichnet, hat der "gesunde Menschenverstand" eher Platitüdencharakter. Antifaschismus ist nämlich auch gesunder Menschenverstand.

Lesen, Wörter und Worte – na, und? Was ist mit Taten? Erfindungen, greif- und begreifbaren Lebensleistungen? Nada?

Wenn geistige Leistungen für sie nichts zählen, warum tummeln Sie sich dann hier?
Und bei mir persönlich: Lebensleistungen gemessen an was? An meinem jugendlichen Alter?
Vielleicht finden sie hier etwas. Allerdings steht es ihnen prinzipiell gar nicht zu, einen Beweis meiner Lebensleistung einzufordern, immerhin haben Sie Deutschland bislang nicht nur nicht gerettet, sondern maßen sich auch noch in Permanenz an, einigen der größten Männern Europas die Lebensleistung abzusprechen.
Für gewöhnlich wird die Lebensleistung infolge des Ablebens gewürdigt. Ich habe auch kein Problem mit Taten und ihren Tatmenschen, es kommt aber schon ab und an darauf an, das Gute zu tun.

Johannes
15. Oktober 2010 10:51

Sachen zum Lachen

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