Sezession
1. Juni 2010

Schwule Verschwörugen

Gastbeitrag

pdf der Druckfassung aus Sezession 36 / Juni 2010

von Johannes Ludwig

»Schwule Verschwörung« ist einer jener Begriffe, die etwas bezeichnen, was es offiziell nicht gibt, obwohl es in den einschlägigen Milieus unübersehbar ist: in Teilen des Show-Geschäfts nämlich, und unter den Kreativen – von den Friseuren bis zu irgendwelchen Seilschaften in den Feuilletons – und natürlich in den Lobbys in den Zentren der Macht. Im Prinzip weiß das jeder, und hin und wieder wird es auch angesprochen. Aber man hütet sich wohlweislich, das in einem anderen als scherzhaften Ton vorzutragen oder präsentiert es so schrill wie in South Park, wo Folge 104 unter dem Thema stand und die Indoktrination bereits in der Schule mit dem Lehrfilm »Schwul ist cool« beginnt, das Tuntige zum Standard wird und die letzten »Heten« irgendwann in den Untergrund gehen.
Das ist natürlich überzogen, wenngleich die Sicherheit solcher Beurteilung verblaßt, sobald man erfährt, daß in der notorischen Odenwaldschule Homosexualität regelrecht »gepredigt« (Volker Zastrow) wurde und der zuletzt in den Mittelpunkt gerückte Fall des Musiklehrers Wolfgang Held nicht nur auf den Zusammenhang von männlicher Homosexualität und Päderastie verweist, sondern auch auf die Bedeutung von sozialen Bezugssystemen, die es erlaubten, jahrzehntelangen Mißbrauch von Schutzbefohlenen, die Herstellung und Verbreitung von Kinderpornographie zu decken, weil man sich des Wohlwollens der einen und des Interesses der anderen Gleichgesinnten sicher sein durfte.
Daß es hier auch um Folgen der »sexuellen Revolution« geht und dieser Sachverhalt ebenso benannt wird wie der Tatbestand, daß die Pädokriminellen zum überwiegenden Teil Homosexuelle sind, gehört sicher zu den für viele überraschenden Wendungen der öffentlichen Diskussion. Der Hinweis des inzwischen seines Amtes enthobenen Bischoffs Mixa auf diese Faktoren wurde noch abgeschmettert und rief einhelligen Widerspruch hervor; im April aber griff dann die linke taz das Thema mehrfach auf. Der Beitrag Kuscheln mit den Indianern von Nina Apin zeigt die ganze Unappetitlichkeit eines linksalternativen Milieus der 1970er und 1980er Jahre, das offen mit Pädophilengruppen sympathisierte und die Duldung von Pädophilie forderte. Man betrachtete das als notwendigen Teil der »sexuellen Befreiung« und erinnert sich heute lieber nicht mehr daran oder spricht von Randerscheinungen im Windschatten der »Fundamentalliberalisierung « (Jürgen Habermas) durch die Achtundsechziger; Apin deutet aber immerhin an, daß es sich nicht bloß um ein im Grunde randständiges und insofern harmloses Phänomen handelte, sondern daß die Forderung nach Gleichberechtigung aller sexuellen Orientierungen die Gleichberechtigung auch der Pädophilie mindestens nahelegte.
Bemerkenswert an dem Text Apins ist auch, daß durch den wiederholten Hinweis auf die Schwulenbewegung als Hauptunterstützerin der Pädophilen wie selbstverständlich der Zusammenhang zwischen Pädophilie und Homosexualität aufgedeckt wird. Damit wird implizit bestätigt, was der Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone – wieder ein katholischer Geistlicher – schon Mitte April geäußert hat: Vor Journalisten erklärte er, Zölibat und Pädophilie stünden in keinem Zusammenhang, dafür gebe es aber offensichtlich »eine Beziehung zwischen Homosexualität und Pädophilie «. Die der Äußerung folgende Empörung machte deutlich, daß hier ein besonders heikles gesellschaftliches Tabu verletzt worden war, an das zu rühren in den letzten Jahren niemand gewagt hätte.


 Gastbeitrag

  • Sezession

Nichts schreibt sich
von allein!

Das Blog der Zeitschrift Sezession ist die wichtigste rechtsintellektuelle Stimme im Netz. Es lebt vom Fleiß, von der Lesewut und von der Sprachkraft seiner Autoren. Wenn Sie diesen Federn Zeit und Ruhe verschaffen möchten, können Sie das mit einem Betrag Ihrer Wahl tun.

Bitte überweisen Sie auf das Konto:

Verein für Staatspolitik e.V.
IBAN: DE86 5185 0079 0027 1669 62
BIC: HELADEF1FRI

Oder nutzen Sie paypal:

Kommentare (0)

Für diesen Beitrag ist die Diskussion geschlossen.